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Full text of "Die Zeit ohne Beispiel"

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DIE ZEIT OHNE BEISPIEL 

REDEN UND AUFSÄTZE 
AUS DEN JAHREN 1939/40/41 

von 

JOSEPH GOEBBELS 

-1941- 
ZENTRAL VERLAG DER NSDAP. FRANZ EHER NACHF. 

MÜNCHEN 



Inhalt 

Vorwort 9 

1939 

Jahreswechsel 1938/39 17 

Was will eigentlich Amerika? 24 

Die deutsche Revolution 3 1 

Krieg in Sicht? 39 

Die Insulaner und die Spanienfrage 48 

Ein Aufruf zur Vernunft 56 

Kaffeetanten 64 

Die große Zeit 70 
Aussprache unter vier Augen mit der Demokratie 77 

Die Moral der Reichen 84 

Wer will den Krieg? 90 

Führergeburtstag 1939 97 

Lord Halifax macht Witze 104 

Ein paar Worte über politischen Takt 111 

Plädoyer für die deutsche Kulturpolitik 117 

Quo vadis, Polonia? 127 

Bajonette als Wegweiser 135 

Die Einkreiser 144 

Nochmals: Die Einkreiser 150 

Klassenkampf der Völker 157 

Der neue Stil 164 

"Erkläret mir, Graf Oerindur" 169 

Danzig vor der Entscheidung 177 

Die abgehackten Kinderhände 181 

Das schreckliche Wort von der Einkreisung 188 

Antwort an England 193 

Nationalsozialistische Kunstpolitik 205 

Jugend und Film 213 

Das Kulturleben im Kriege 218 



Weihnachten 1939 224 

Jahreswechsel 1939/40 229 

1940 

Gelobt sei, was hart macht 243 

Wirtschaft und Krieg 272 

Führergeburtstag 1940 282 

Die Zeit ohne Beispiel 289 

Die verpaßten Gelegenheiten 296 

Von der Gottähnlichkeit der Engländer 301 

Heimkehr 305 

Kunst und Krieg 310 

Das kommende Europa 314 

Die Jugend und der Krieg 324 

Wunschkonzert 331 

Eine andere Welt 336 

Weihnachten 1940 342 

Was denkt sich Churchill eigentlich? 346 

Jahreswechsel 1940/41 351 

1941 

England und seine Plutokraten 359 

Aus Churchills Lügenfabrik 364 

Auf den Pfaden des Nationalsozialismus 370 

PseudoSozialisten 375 

Winston Churchill 380 

Besuch aus USA. 385 

Im Gelächter der Welt 3 9 1 

Im richtigen Augenblick 396 

Über die geistige Kriegführung 401 

Wirtschaftlicher Austausch 406 

Wenn der Frühling auf die Berge steigt 415 

Die alten Zyniker 420 

Der deutsche Osten 426 

Der Frömmste unter uns allen 434 

Britannia rules the waves 440 

Lord Halifax als Bankettredner 446 

Das alte Lied 452 

Er ist es 458 

Führergeburtstag 1941 464 

Wie man es nicht machen soll 471 

Fleißzensuren von USA. 476 

PK. 481 

Aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten 486 

Botschaft aus USA. 492 

Die Heroisierung der Rückzüge 497 



Der Rundfunk im Kriege 503 

Die alte Front 508 

Nachrichtenpolitik 514 

Der Schleier fällt 520 

Mimikry 526 

Die Deutschen vor die Front! 532 

Um die Entscheidung 537 

Die britische Mauloffensive 543 
Ein Attentat auf den gesunden Menschenverstand 549 

Die Sache mit der Stalin-Linie 555 

Die Hand auf der Bibel 561 

Vom Schweigen im Kriege 567 

Die Angeber 573 

Marathonlauf hinter dem Kriege 579 

Das Tor zum neuen Jahrhundert 584 

Politik und Kriegführung 590 
-7- 



Vorwort 

Von der Kunst, zur Welt zu sprechen 

Vor den Fenstern zum Wilhelmplatz, im Zimmer des Ministers, steht jetzt im Kriege ein 
langer Kartentisch. Die Karten darauf sind solche, wie sie der Generalstäbler mit seinem 
Zirkel abmißt und mit den mathematischen Zeichnungen und bunten Zahlen seiner Pläne 
überzieht. Und es sind andere, die einem Kapitel des Krieges angehören, das seinesgleichen 
in der Kriegsgeschichte bisher nicht hatte. 

Da findet sich eine Karte mit den Sende Stationen, die in Europa erobert wurden; auf 
mehreren Blättern sind die Marschwege und Standorte der Propagandakompanien 
eingezeichnet; eine Weltkarte zeigt die Zonen, die der vielsprachige Kurzwellensender mit 
Nachrichten überzieht; auf einer Karte sind die Reisewege und Spielorte der Frontbühnen 
abzulesen; auf Vergleichskarten werden die bombardierten Städte Englands und 
Deutschlands eingetragen. So oft Dr. Goebbels an diesen Tisch herantritt, mit Offizieren, 
Kriegsberichtern, Schriftleitern, Rundfunkleuten und Künstlern, wird der Krieg als ein 
Ereignis sichtbar, das die Geister und Gemüter mobilisiert hat. 

Ein oder zweimal die Woche ist das Zimmer leer und Dr. Goebbels geht vor dem Tisch auf 
und ab. Er diktiert einen Aufsatz oder eine Rede. Das geschieht mitten in der Tagesarbeit 
und oft so schnell, daß die im Vorzimmer Wartenden überrascht sind, den Stenographen mit 
dem Block schon nach einer Viertelstunde wiederzusehen. Es hat Tage höchster Spannung 
und Konzentration gegeben, an denen ein dreispaltiger Aufsatz in 12 Minuten gesprochen 
und mitgeschrieben wurde. Doch ist das nicht die Regel. Wo Dr. Goebbels polemisiert, da 
steht ihm das Wort, wie man weiß, in einer Weise zur Verfügung, wie wenigen sonst. Da 
glücken ihm die scharfen und zugespitzten, die eleganten und durchschlagenden 
Formulierungen. Wo er polemisiert, bedarf es keiner langwierigen Vorbereitung. Als 
Revolutionär ist er in allen Arten der politischen Redekunst zu Hause. Daher lesen sich die 
meisten dieser Artikel, als ob sie im Augenblick gesprochen würden. Anders ist es mit 
Aufsätzen, die den tragenden Problemen der Zeit gewidmet sind oder einen bestimmten 
-9- 



außenpolitischen Zweck verfolgen. Solche Arbeiten werden mit der gebotenen 
Gründlichkeit angefaßt. Es werden Akten und Belege herangezogen, Zitate persönlich an 
Hand des Originals überprüft, es werden Äußerungen von Eden und Roosevelt oder Pitman 
und Ickes noch einmal aus der Quelle übertragen. Es kommt dann vor, daß ein Manuskript 
mehrfach überarbeitet wird, eine Woche oder länger liegenbleibt und noch einmal jedes 
Wort wie auf der Apothekerwaage nachgewogen wird. Mit Temperament allein ist kein 
Krieg zu gewinnen, wenn auch so vieles an Dr. Goebbels als Temperament erscheint. 
Wenige wissen, daß sein Tag einer strengen Arbeitseinteilung unterworfen ist, die morgens 
früh mit den seit 1920 regelmäßig geführten Eintragungen in seine Tagebücher beginnt und 
spät in der Nacht mit einer pflichtgemäßen Vorführung der Bildstreifen für die 
Wochenschau endet, die m 3000 Kopien in die Welt hinausgehen. 

Die peinlich befolgte Tageseinteilung wurde mehr und mehr bedrängt, als sich die ersten 
Zeichen einer wirklichen Kriegsgefahr in Europa zeigten. Das war wenige Monate nach der 
Konferenz von München, um die Jahreswende 1938/39 der Fall. England rüstete auf, die 
Vereinigten Staaten ließen der Hetze ihrer Presse und Diplomatie freien Lauf, Frankreich 
wurde mitgezerrt, Polen auf den Weg des Wahnsinns getrieben. Jetzt galt es, auch 
propagandistisch auf der Hut zu sein und dem eigenen Volk wie den Völkern der Welt das 
Spiel der Einkreisung zu zeigen. Jetzt kam es darauf an, das Ministerium, den Rundfunk, die 
Presse, den Film, die Partei auf den Ernstfall vorzubereiten. Die Propaganda als deutsche 
Krieg swaffe stand vor ihrer Feuertaufe. 

Dr. Goebbels hielt an seinem Tagesplan fest. Unwesentliches wurde beiseitegeschoben. Die 
Besucher mußten sich kürzer fassen. Die Vorlagen und Denkschriften, die auf seinen Tisch 
kamen, wurden noch epigrammatischer. Dafür nahm die Lektüre der Presse, der 
vertraulichen Nachrichten, der feindlichen Flugblätter und Broschüren und der Abhör- 
berichte ausländischer Sender zu. Das Arbeitszimmer des Ministers wurde wieder zur 
Redaktion wie einst in den Jahren des schweren Kampfes um Berlin, nur daß jetzt nicht eine 
Zeitung zu leiten, sondern die Sprache der gesamten Nachrichtenmittel, des Rundfunks, der 
Mundpropaganda, der Broschüren zu lenken war. 
-10- 

Hier bewies sich nun, in veränderten Maßstäben, das journalistische Temperament eines 
berufenen Mannes. Alles, was zu seinen Ohren und auf seinen Tisch kam, wurde von Dr. 
Goebbels in Kriegführung umgesetzt. Das meiste gab er in zweite und dritte Hände mit ein 
paar knappen Stichworten, vieles erschien in seiner Diktion im Auslande, ohne seinen 
Namen zu verraten. Immer wurde auf Aktualität Wert gelegt. Langatmige Broschüren, dicke 
Wälzer, breite akademische Erörterungen, wie man sie im Weltkriege versucht hatte, 
wurden fast immer abgelehnt. Es galt, dem Gegner schlagfertig auf den Fersen zu bleiben. 
Auch auf dem Gebiet der Propaganda durfte es keinen Stellungskrieg mehr geben. Jede 
Dummheit von Churchill, jede seiner Niederlagen und Blamagen mußte mit raschem 
Stellungswechsel aufs Köm genommen werden. So griff denn Dr. Goebbels wieder wie 
früher Woche um Woche mit seinem Namen als Journalist in den Gang der Dinge ein. Es 
erschienen seine Aufsätze im "Völkischen Beobachter" und im "Reich". 
Man hat sich gefragt, warum er sie nicht der gesamten Presse zuleitete. Dazu hätte 
selbstverständlich die Möglichkeit bestanden. Aber Dr. Goebbels machte einen bewußten 
Unterschied zwischen dem, was er in seiner Eigenschaft als Minister und was er in seiner 
Eigenschaft als Journalist zu sagen hatte. Indem er sich wiederum in die Reihen der 
politischen Schriftleiter stellte, bestätigte er diese in ihrer eigenen selbstverantwortlichen 



Arbeit. Er wollte, daß man den Leitartikel in der Presse wieder als ein persönliches Wort 
nähme. Er wollte, daß er wieder ein Gewicht bekomme und im Wettbewerb eine besondere 
Leistung wurde, die den Leser anspricht. Neben der Nachricht, neben den Berichten des 
Oberkommandos der Wehrmacht, neben den PK-Berichten sollte das politische Wort, das 
politische Argument, die politische Überzeugung stehen. 

Aus solcher persönlichen Arbeit im Rahmen einer größeren Kriegsarbeit entstanden seine 
Aufsätze wie seine Reden. Wir haben in dieser "Zeit ohne Beispiel" seit dem 
Heraufkommen des kritischen Jahres 1939 so vieles erlebt, die Leistungen unserer Soldaten 
und die Veränderungen der Landkarte, die durch unsere Feldzüge herbeigeführt wurden, 
sind so umwälzender Art, daß ein Aufsatz oder eine Rede davor zu verschwinden scheinen. 
Und doch, wenn man die Sammlung dieses umfangreichen 
-11- 

Buches vor sich sieht, die nur einen geringen Bruchteil selbst der schriftstellerischen Arbeit 
eines Mannes in diesen Jahren ausmacht, so tritt darin auch die Größe des Krieges in unser 
Bewußtsein. Es zeigt sich, daß wir diesen Krieg als ein politisches Volk auf uns genommen 
haben, und daß wir ihn als ein politisches Ganzes führen. Wir haben in diesem Krieg nicht 
ein einziges Mal die Sprache verloren. Wir sind auch nicht mit einer verstiegenen 
prahlerischen, leichtfertigen Sprache in diesen Krieg hineingegangen. Gänzlich fehlen die 
Töne eines patriotischen Rausches, der über den Ernst und die Schwere des Kampfes 
hinwegtäuschen soll. Dr. Goebbels hat diese Sprache auch dort, wo sie sehr scharf wird, be- 
stimmt. Er hat die gesammelte, unpathetische Stimmung unseres Volkes gekannt, er hat sie 
geteilt. So sehr er Männern wie Churchill oder Halifax, Eden oder Roosevelt mit den 
Mitteln seiner Ironie und seines Spottes begegnet, nirgends wird darüber die Bedeutung der 
feindlichen Kräfte und Umtriebe vergessen. Wo Prognosen gestellt werden — und es fehlt 
in diesem Buch von Zeit zu Zeit nicht an Prognosen — , da entspringen sie nicht jener 
leichtsinnigen Spekulation auf die Gunst des Zufalls, mit der gerade Churchill seine 
Engländer über die Schwere der erlittenen Schläge hinwegzutäuschen versuchte. Vielmehr 
wird darin die geheime Absicht der Gegner erraten und rechtzeitig ihre Verantwortung fest- 
gelegt. Was Dr. Goebbels z. B. schon im Januar 1939 über die amerikanischen Kriegstreiber 
schrieb, hat sich Schritt für Schritt bewahrheitet. 

In einem seiner Aufsätze über Churchill hat Dr. Goebbels den englischen Premier als einen 
Spieler charakterisiert, der von Einsatz zu Einsatz auf sein Glück hofft, auch wenn er 
darüber sein ganzes Imperium verspielt. Gerade in diesem Verhältnis zum Glück 
unterscheiden sich der Führer und Mr. Churchill am tiefsten und deutlichsten. Immer wieder 
klingt dieses Motiv an, immer wieder wird es auf die einzig mögliche, unserem Denken 
entsprechende Formel gebracht, die Moltke prägte: Glück hat auf die Dauer nur der 
Tüchtige! Keine Wunder und keine Glücksfälle entscheiden diesen Krieg, den Sieg allein 
verbürgt die Leistung unserer Menschen und unserer Waffen und die Festigkeit unserer 
Herzen, an denen alle Worte des Feindes abprallen. In einer Sprache, die der einfache Mann 
wie der Gebildete versteht, hat Dr. Goebbels die Kriegslehren eines sozialistischen, jungen 
Volkes aufgestellt, das begriffen hat, 
-12- 

wie alles, was mit uns geschieht, einer höheren Notwendigkeit entspringt. Das aber ist das 
Wesentliche im Kriege. Daß kein Hoffen und Warten, kein Verzichten und Verpflichten 
umsonst ist, daß nirgendwo in diesem Kriege etwas Sinnloses von uns verlangt wird, daß 
kein Tropfen Blut für ein Prestige vergossen wird, daß alle Anstrengungen einem geheimen 
Plan folgen, der in der Hand des Führers liegt, diese Logik des Krieges ist die Summe seiner 



Aufsätze und Reden. Es geht von ihnen das Bewußtsein der deutschen Sicherheit und 

Überlegenheit aus. In einem Satz ist unser aller Bewußtsein in diesem Kriege enthalten: 

"Deutschland ist immer so stark gewesen, wie es sich heute zeigt; es hat das nur nicht 

gewußt." 

Schwarz van Berk 

-13- 

1939 

Jahreswechsel 1938/39 

Was will eigentlich Amerika? 

21. Januar 1939 

Die amerikanische Presse besitzt das edle Vorrecht, über Europa schimpfen zu dürfen. Sie 
macht von diesem Vorrecht in ausgiebigster Weise Gebrauch, soweit es sich dabei um 
Deutschland handelt. Vor allem das Deutschland des Nationalsozialismus ist ihr ein Dom 
im Auge. 

Seit dem 30. Januar 1933 ist das Dritte Reich Gegenstand des Spottes, des Hasses, der Lüge 
und der Verleumdung fast in der gesamten amerikanischen Presse, vor allem in ihrem 
jüdisch bestimmten Teil. Die amerikanische Presse macht sich dabei eine besonders 
belustigende Aufgabe daraus, Deutschland gegenüber Grundsätze der Humanität, der 
Zivilisation, der Freiheit der Menschenrechte und der Kultur ins Feld zu führen. Sie hat 
dazu auch allen Grund. Denn in einem Lande, in dem heute noch die Humanität ihren 
drastischen Ausdruck in der Lynchjustiz, die Zivilisation in zum Himmel stinkenden 
politischen und wirtschaftlichen Skandalen, die Freiheit der Menschenrechte in der Tatsache 
eines stetigen Vorhandenseins einer von den Betroffenen wahrscheinlich freiwillig in Kauf 
genommenen Arbeitslosigkeit zwischen elf und zwölf Millionen und die Kultur in einer 
ständigen Ausleihe bei den alten europäischen Kulturstaaten findet, ist man ja durchaus 
berechtigt, mit souveräner Verachtung auf jenes alte Europa herabzuschauen, in dem 
Staaten und Völker schon auf eine Jahrhunderte, ja Jahrtausende alte unermeßliche 
Kulturleistung zurückblickten, ehe Amerika überhaupt entdeckt wurde. 
Die amerikanische Presse pflegt unseren Beschwerden über ihre Polemik gegenüber zu 
erklären, sie habe nichts gegen Deutschland, sondern nur etwas gegen den 
Nationalsozialismus einzuwenden. Nun ist das, wie männiglich bekannt, eine faule 
Ausrede. Denn der Nationalsozialismus ist heute in Deutschland die tragende politische 
Idee und Weltanschauung. Zu ihr bekennt sich das ganze deutsche Volk. Gegen den 
Nationalsozialismus Stellung nehmen heißt also heute, das deutsche Volk herausfordern. 
-24- 

Es ist auch nicht damit getan zu behaupten, der Nationalsozialismus stelle eine 
diktatorische Staatsform dar, und es gebe in Deutschland noch wesentliche Volksteile, die, 
innerlich wenigstens, diese Diktatur ablehnten. Davon kann überhaupt nicht die Rede sein. 
Es ist das eine Fiktion, die lediglich in den Gehirnen demokratischer Politiker und 
Journalisten existiert, in der Welt der Tatsachen aber keinerlei Raum hat. Es unterliegt also 
keinem Zweifel, daß der seit 1933 in Amerika gegen Deutschland mit System durchgeführte 
öffentliche Hetzfeldzug eine bewußte und gewollte Provokation des Deutschen Reiches und 
des deutschen Volkes darstellt. 



Nun könnte uns das im allgemeinen ziemlich gleichgültig sein. Wir leben in Deutschland 
nicht von der Liebe und auch nicht von der Gnade anderer Staaten; wir leben aus unserer 
eigenen Volkskraft. Die Zeit gehört längst der Vergangenheit an, in der Deutschland sein 
Heil von internationaler Hilfe erwartete und erhoffte. Diese internationale Hilfe ist in den 
entscheidenden Phasen der Nachkriegspolitik immer ausgeblieben. Sie trat nur dann in die 
Erscheinung, wenn der internationale Geld- und Börsenkapitalismus glaubte, durch 
Hilfsstellung Deutschland gegenüber einen hohen, in der anderen Welt gänzlich 
unbekannten Gewinn- und Prozentsatz einstecken zu können. 

Wir hätten also die Möglichkeit, uns auf den bequemen Standpunkt zu stellen: Amerika 
liegt weit; es ist durch einen endlosen Ozean von uns getrennt. Was man dort über 
Deutschland denkt, sagt und schreibt, das kann uns ganz kalt lassen. Das ist soweit richtig, 
als der in Amerika provozierte und mit höchstem Raffinement durchgeführten Hetzfeldzug 
gewissermaßen in angemessenen Bahnen verläuft. Soweit davon aber selbst amtliche 
Kreise angesteckt werden, bleibt das nicht mehr eine Auseinandersetzung der Zeitungen und 
der Rundfunksender, sondern wird vielmehr eine Angelegenheit der hohen Politik. 
Seit dem 10. November 1938 hat sich diese Hetze nun ins Unermeßliche gesteigert. Die 
amerikanische öffentliche Meinung, vor allem soweit sie jüdisch bestimmt ist, befleißigt 
sich dabei einer gänzlich unerträglichen Einmischung in unsere innerdeutschen 
Verhältnisse. Sie glaubt aus der Sicherheit ihres fernliegenden Kontinents heraus 
Deutschland gegenüber eine Methode anwenden zu dürfen und zu können, 
-25- 

die unter zivilisierten Staaten sonst gänzlich unmöglich und ausgeschlossen ist. 
Wir kennen sehr wohl die Inspiratoren und Nutznießer, die hinter dieser Hetze stehen. Es 
sind meistens Juden oder Menschen, die bis über beide Ohren im Dienste und in der 
Abhängigkeit der Juden stehen. 

Wenn beispielsweise vor allem die New Yorker Presse so scharf gegen Deutschland 
polemisiert, so kann das nicht wundernehmen angesichts der Tatsache, daß in New York 
aber zwei Millionen Juden leben und das öffentliche und insbesondere das wirtschaftliche 
Leben gänzlich unter ihrer Botmäßigkeit steht. 

Die deutsche Publizistik hat bisher auf diesen gemeinen und niederträchtigen Hetzfeldzug 
nur sporadisch und meistens gänzlich zurückhaltend geantwortet. Erst als sich amtliche 
Personen der Vereinigten Staaten in diese Auseinandersetzung einmischten, haben wir uns 
veranlaßt gesehen, etwas Fraktur zu reden. Wenn beispielsweise der amerikanische 
Innenminister Ickes am 19. Dezember 1938 öffentlich erklärte, daß ein Amerikaner eine 
Auszeichnung aus der Hand eines brutalen Diktators nicht annehmen könne, der mit 
derselben Hand Tausende von Menschen beraube und quäle, da der Verleiher den Tag als 
verloren ansehe, an dem er kein neues Verbrechen gegen die Menschheit begehen könne, so 
ist das eine Redeweise, die gelinde gesagt bisher im Verkehr unter Staaten, die normale 
Verhältnisse untereinander aufrechterhalten, gänzlich ungewohnt ist. 
Wenn der stellvertretende amerikanische Außenminister Welles auf den daraufhin seitens 
Deutschlands erhobenen Protest zur Antwort gibt, daß die Äußerungen von Ickes die 
übereinstimmende Ansicht des überwiegenden Teils des amerikanischen Volkes darstellen, 
so versagt einem dieser Tatsache gegenüber überhaupt die Sprache. Was soll das heißen! 
Wo ist jemals der amerikanische Präsident in der deutschen Presse persönlich angegriffen 
worden, wo jemals gegen die führenden Männer Amerikas ein beleidigendes Wort gefallen? 
Wir haben uns hier höchster Zurückhaltung befleißigt, obschon wir allen Grund gehabt 



hätten, in diese oder jene innere Angelegenheit der Vereinigten Staaten von Nordamerika 

hineinzureden. 

-26- 

Wir haben das nicht getan, weil sie uns nichts angehen; denn nicht wir, sondern die 
amerikanischen Staatsmänner bestimmen die inneramerikanische Politik. Uns gehen 
hauptsächlich die innerdeutschen Verhältnisse an. Wir haben auch keinerlei Grund und 
überhaupt keine Veranlassung, deutsches politisches Ideengut als Konterbande nach 
Amerika einzuschmuggeln. Im Gegenteil, die Anschauungen und Methoden, nach denen 
wir das innerdeutsche Leben ausrichten, sind reines deutsches Patentgut. Sie haben nur für 
Deutschland Gültigkeit. Allerdings missen wir den Anspruch erheben, da]3, genau so wie 
wir die inneren Verhältnisse in anderen Staaten respektieren und ihnen polemisch mit 
größtmöglicher Reserve gegenübertreten, das bei anderen Staaten in eben demselben Maße 
der Fall sein muß. 

Das kann man von den Vereinigten Staaten von Nordamerika nach dem gegenwärtigen 
Stand der Dinge nicht behaupten. Fast die gesamte Presse, fast der gesamte Funk und fast 
der gesamte Film in den Vereinigten Staaten stehen heute im Dienste dieser internationalen, 
gegen Deutschland betriebenen Welthetze. 

Der Senator Pitman hat das am 22. Dezember 1938 ganz brüsk und brutal zum Ausdruck 
gebracht, als er erklärte: "Das USA.-Volk schätze nicht die Regierung Deutschlands." 
Nun sind wir der Überzeugung, daß das USA.-Volk mit dieser Angelegenheit überhaupt 
nichts zu tun hat. Soweit es sich gegen Deutschland einstellt, ist es lediglich ein Opfer 
dieser Kampagne. Diese Kampagne selbst aber wird betrieben von gewissen- und 
skrupellosen internationalen Weltverhetzern, die zum Teil aus außenpolitischen, zum Teil 
aber auch aus allzu durchsichtigen inneramerikanischen Gründen Deutschland 
herausfordern. 

Hinter dieser antideutschen Kampagne stand die Lima-Konferenz, bei der Nordamerika 
hoffte, Südamerika gegen Deutschland und im weiteren Sinne gegen ganz Europa 
einnehmen zu können, steht heute noch die deutsche Konkurrenz auf dem 
südamerikanischen Markt und steht vor allem die riesenhafte nordamerikanische 
Rüstungsindustrie, die das Schreckgespenst eines kommenden Krieges gegen die totalitären 
Staaten an die Wand malt, um bei Rüstungsaufträgen gute Geschäfte zu machen. 
-27- 

Es liegt uns ferne, den kritischen Ausstellungen, die die amerikanisch-jüdische Presse an 
innerdeutschen Verhältnissen glaubt vornehmen zu müssen, inneramerikanische 
Verhältnisse gegenüberzustellen. Es genügt, am Rande zu vermerken, daß Deutschland, das 
devisen- und rohstoffärmste Land der Welt, nicht nur nicht über Arbeitslosigkeit, sondern 
geradezu aber Arbeitermangel klagt, während demgegenüber Nordamerika eine 
Arbeitslosenziffer von 11 bis 12 Millionen zählt und dabei eines der devisen- und 
rohstoffreichsten Länder der Welt ist. Aber selbst diese Kontrastierung zieht beim größten 
Teil dieser Hetzpresse nicht. Sie kann zwar die Tatsache nicht ableugnen. Sie stellt sich 
aber auf den Standpunkt, daß selbst der Erfolg hassens- und verachtenswert sei, weil die 
Methoden, mit denen er herbeigeführt wurde, Haß und Verachtung verdienten. 
Das heißt nun, die Dinge geradezu auf den Kopf stellen. Die sieben Millionen Menschen, 
die in Deutschland durch den Nationalsozialismus wieder zu Arbeit und Brot gekommen 
sind, fragen nicht viel] nach den Methoden, mit denen man ihnen Arbeit und Brot verschafft 
hat. Wer die Methoden beschimpft, mit denen positive und durchschlagende Ergebnisse 



erzielt werden, der verfährt nach jenem bekannten Witz, nach dem auf einer Straße zwei 
Straßenarbeiter mit wenig Fleiß und Betriebsamkeit bemüht sind, einen Pflasterstein aus 
dem Boden herauszuschlagen. Ein Passant, der eine Zeitlang zuschauend danebensteht, 
ergreift ganz spontan eine Hacke und schlägt den Stein mit einem Schlage heraus. Worauf 
der eine Arbeiter zum anderen sagt: "Ja, mit Gewalt!" 

So ähnlich argumentiert die amerikanische Presse. Sie kann die Ergebnisse und Erfolge des 
Nationalsozialismus nicht mehr abstreiten. Sie kann nur noch einwenden: "Ja, mit Gewalt! " 
Ihr erscheinen die Opfer zu groß, die die deutsche Öffentlichkeit für diese Ergebnisse und 
Erfolge hat bringen müssen. 

Das deutsche Volk allerdings steht da auf einem anderen Standpunkt. Es weiß, daß es eine 
Reihe von Einschränkungen auf bestimmten Gebieten hat auf sich nehmen müssen, damit 
das Werk des nationalen Aufbaus überhaupt möglich wurde. Die amerikanische 
Öffentlichkeit,, saturiert im eigenen Besitz, fast platzend vor Reichtum, Wohlstand, 
Devisen, Goldbarren und Rohstoffen, kann sich überhaupt keine 28- 

Vorstellungen davon machen, wie es einem intelligenten, fleißigen und tapferen Volke 
zumute ist, das über all diese Hilfsmittel nicht verfügt und trotzdem leben muß. 
Wie dem aber auch sei, wir sehen mit tiefer Besorgnis der weiteren Entwicklung entgegen. 
Niemand besitzt das Recht, über innerdeutsche Verhältnisse und Vorgänge zu Gericht zu 
sitzen, als nur deutsche Instanzen. Niemand besitzt im internationalen Zusammenleben der 
Völker das Recht mit Bewußtsein und System ein Volk gegen das andere Volk einzustellen 
und aufzuhetzen, um dadurch Mißstimmung, Verständnislosigkeit und am Ende eine 
krisenhafte Zuspitzung in ihren wechselseitigen Beziehungen heraufzubeschwören. 
Wenn Herr Eden vor einigen Wochen als Abgesandter der internationalen Weltdemokratie 
in New York das Wort ergriff, so hat er sich für diese Auseinandersetzung mit dem 
Nationalsozialismus den richtigen Kreis ausgewählt. Er war zusammengesetzt aus den 
prominentesten Vertretern des amerikanischen internationalen Industrie-, Wirtschafts- und 
Geldkapitalismus. Herr Eden hätte besser getan, den elf bis zwölf Millionen 
amerikanischen Arbeitslosen ein Mittel an Hand zu geben, wie sie zu Arbeit und Brot 
kommen könnten. Aber offenbar war er selbst der Überzeugung, daß er vor einer solchen 
Zuhörerschaft nicht so urteilslosen, von Haß und Voreingenommenheit bestimmten Beifall 
finden würde, als er ihn in dem Kreis gefunden hat, vor dem er sprach. 
Das Judentum klatscht natürlich immer Applaus, wenn es gegen Deutschland geht. Das 
Judentum haßt den Nationalsozialismus aus Gründen, die der allgemeinen Verständlichkeit 
wegen überhaupt nicht erörtert zu werden brauchen. Das Judentum ist unser Feind, es soll 
unser Feind sein, und es muß unser Feind sein. Es erhebt sich hier nur die Frage, ob das 
amerikanische Volk sich dem Judentum zuliebe in eine unfruchtbare Feindschaft zum 
Deutschen Reich und vor allem zum deutschen Volk hineinhetzen lassen soll und darf. Und 
dagegen protestieren wir. Das ist nicht notwendig und auch nicht zweckmäßig. 
Wir haben nichts gegen das amerikanische Volk einzuwenden. Wir kennen und 
respektieren seine Politischen Anschauungen und seine inneren Verhältnisse, 
obschon wir in diesem oder jenem anders verfahren 
-29- 

und handeln würden, als das in Amerika der Fall ist. Wir glauben dafür mit Fug und Recht 
beanspruchen zu dürfen, daß die amerikanische öffentliche Meinung Deutschland 
gegenüber dieselbe Achtung und denselben Respekt zur Schau trägt. Wir sehen auch nicht 
ein, zu welchem Ergebnis eine solche Auseinandersetzung führen soll. Was verspricht sich 



eigentlich Amerika davon ? Glaubt es etwa nach den Methoden des Großen Krieges 
Deutschland aushungern zu können? 

Jede wirtschaftliche Zwangsmaßnahme hat ihre zwei Seiten. Sie schlägt nicht nur den, 
gegen den sie angewendet wird, sondern auch den, der sie anwendet. Davon wissen 
wahrscheinlich die amerikanischen Baumwollfarmer, die auf ihren nicht verkauften 
Baumwollballen sitzenblieben, heute schon ein Liedlein zu singen. 

Es wäre also an der Zeit, zu Ruhe und Besonnenheit zu mahnen. Die amerikanische 
öffentliche Meinung befindet sich offenbar auf einem Irrweg. Nichts würde ihr mehr 
dienlich sein, als wieder zu den alten bewährten Methoden der internationalen Höflichkeit 
und Wohlerzogenheit zurückzukehren und Deutschland gegenüber eine Verfahrensweise 
anzuwenden, wie sie unter Kulturstaaten üblich ist. 

Wir schmeicheln uns nicht, mit diesem Appell einen grundlegenden Wandel in der 
amerikanischen Haltung herbeizuführen. Aber wir halten es für unsere Pflicht, die Dinge 
beim Namen zu nennen. 

Angesichts eines Verhältnisses, das der von Juden bestimmte Teil der öffentlichen 
Meinung in Amerika Deutschland gegenüber offenbar anzustreben gewillt ist, betonen wir 
nochmals in aller Eindringlichkeit die Kurzsichtigkeit und Unzweckmäßigkeit eines solchen 
Verfahrens und werfen vor der ganzen Welt mit allem Ernst die Frage auf: "Was will denn 
eigentlich Amerika?" 
-30- 

Die deutsche Revolution 

28. Januar 1939 

Im Mai 1932 wird die Stellung des Kabinetts Brüning unhaltbar. Im Reichstag üben die 

Parteien der Opposition schärfste Kritik an der Politik der Regierung. Am 12. Mai tritt der 

General Groener als Reichswehrminister zurück. Brüning erklärt am 29. Mai vor der Presse, 

daß im Auslande Gerüchte umgingen, er habe die Absicht zu demissionieren. Er wisse von 

dieser Absicht nichts. Im Gegenteil sei er fest entschlossen zu bleiben. 

Als er am Mittag dieses Sonntags beim Reichspräsidenten von Hindenburg zum Vortrag 

erscheint, um ihn um die Unterschrift unter neue Notverordnungen zu bitten, wird ihm diese 

verweigert. Daraufhin tritt er am 30. Mai zurück. 

Am 1. Juni ernennt der Reichspräsident von Hindenburg Franz von Papen zum 

Reichskanzler mit dem Auftrag, ein Präsidialkabinett zu bilden. Dieses Präsidialkabinett hat 

die besondere Aufgabe, in enger Verbindung mit dem Reichspräsidenten selbst einen 

Versuch der Bereinigung der innerpolitischen Verhältnisse in Deutschland zu unternehmen. 

Franz von Papen tritt an den Führer mit der Bitte heran, sein Kabinett wenigstens vorläufig 

zu tolerieren. Der Führer erhebt demgegenüber die Forderung, den Reichstag aufzulösen 

und dem Volke die Entscheidung über den weiteren Kurs der deutschen Politik zu 

überlassen. 

Nach langem Hin und Her gelingt es, diese Forderung durchzusetzen. Ein erbitterter und 

blutiger Wahlkampf bricht im ganzen Reich an. 

Bei den am 31. Juli stattfindenden Neuwahlen zum Reichstag erhält die 

nationalsozialistische Bewegung als die bei weitem stärkste Partei 230 von 608 Mandaten 

und vereinigt damit 37, 8 vH. aller Stimmen auf sich. Damit, scheint es, ist die 

innerpolitische Entwicklung in ihr entscheidendes Stadium eingetreten. Es gibt keine andere 

Möglichkeit 

-31- 



mehr, als Adolf Hitler mit der Macht und mit der Verantwortung zu betrauen. 
Hier setzt nun der Gegenstoß der Reaktion ein. Als der Führer am 13. August in Berlin 
erscheint, findet er eine bereits vollkommen veränderte Situation vor. Die verantwortlichen 
Instanzen bieten ihm nicht die Führung der deutschen Regierungsgeschäfte, sondern nur die 
Vizekanzlerschaft an. Auf dieses Angebot kann der Führer aus Gründen des Prestiges, der 
politischen Moral, aber auch aus Gründen der damit überhaupt gegebenen 
Erfolgsmöglichkeiten nicht eingehen. Er ist deshalb entschlossen, es nach Lage der Dinge 
gar nicht zu einer Aussprache mit dem Reichspräsidenten kommen zu lassen. Auf Grund 
eines Telephongesprächs aber muß er der Meinung sein, daß man in der Wilhelmstraße im 
Laufe der letzten Stunden den Standpunkt geändert hat. Er erscheint beim 
Reichspräsidenten. 

In dieser Unterredung wird ihm wiederum nur die Vizekanzlerschaft angeboten, deren 
Annahme er dann kurzerhand ablehnt. 

Am Abend dieses ereignisreichen Tages schon gibt die Regierung ein Kommunique heraus, 
demzufolge Adolf Hitler die ganze Macht beansprucht, der Reichspräsident ihm diese aber 
verweigert habe. Das entspricht in keiner Weise den Tatsachen. Trotzdem aber ist die Ent- 
wicklung damit in eine außerordentlich gefährliche Krise hineingeraten. 
Als der Führer am Abend Berlin verläßt, rufen ihm die Menschen nach: "Hart bleiben!" Er 
ist fest dazu entschlossen. 

Nun beginnt ein langes Hin und Her zwischen der nationalsozialistischen Bewegung und 
der Wilhelmstraße. 

Als der Reichstag am 30. August zusammentritt, bietet er das Bild einer vollkommenen 
innerpolitischen Verwirrung. Es wirkt fast wie ein Menetekel, daß dieser Reichstag, in dem 
230 nationalsozialistische Abgeordnete sitzen, von einer kommunistischen Alterspräsidentin 
eröffnet wird. 

Am 12. September findet der entscheidende Kampf zwischen der Regierung und der 
nationalsozialistischen Opposition statt. Die Regierung will es im Reichstag unter keinen 
Umständen zu einer Abstimmung kommen lassen, da sie weiß, daß sie nur ganz wenige 
Stimmen auf sich vereinen kann. 
-32- 

Es gelingt dem taktisch außerordentlich geschickten Vorgehen des nationalsozialistischen 

Reichstagspräsidenten Hermann Göring, trotzdem eine Abstimmung vorzunehmen. Sie 

ergibt 512 Stimmen gegen und 42 Stimmen für die Regierung. Die Regierung löst den 

Reichstag auf. 

Und nun beginnt ein Wahlkampf, wie ihn die deutsche Parlamentsgeschichte bis dahin noch 

nicht gekannt hatte. 

Die nationalsozialistische Bewegung befindet sich in einer taktisch sehr ungünstigen 

Situation. Bei der Wahl am 3 1 . Juli hat sie eine Unmenge von Wählern aufgefangen, die 

annahmen, daß sie in kürzester Frist zur Macht kommen werde und damit bei ihr Erfolg und 

Lohn zu ernten seien. Das ist nun offenbar nicht der Fall. Im Gegenteil, sie scheint weiter 

von der Macht entfernt zu sein als jemals zuvor. Die Mitläufer schwenken ab. 

In einem verzweifelten Ansturm wehrt sich die nationalsozialistische Bewegung gegen den 

Versuch der reaktionären Umklammerung. Nach erbittertem Wahlkampf gelingt es ihr, 

beim Wahlgang am 6. November 1932 von ihren bisherigen 230 Mandaten wenigstens 196 

zu halten. Aber immerhin hat sie einen Stimmenverlust von rund 2 Millionen zu 

verzeichnen. 



Der Führer weigert sich, auf dem bisher üblichen Wege mit der Regierung weiterhin über 

die Beteiligung seiner Partei an der Verantwortung zu verhandeln. Daraufhin tritt das 

Kabinett von Papen am 17. November 1932 zurück. 

Die nun folgenden Auseinandersetzungen zwischen der Wilhelmstraße und der 

nationalsozialistischen Bewegung werden auf schriftlichem Wege geführt, da im 

Augenblick keinerlei Gewähr vorhanden zu sein scheint, daß sie zu einem befriedigenden 

Ergebnis führen. 

Ganz plötzlich taucht hinter der deutschen Politik der Schatten des Generals von Schleicher 

auf. Er hatte bisher nur die Figuren auf dem Schachbrett geschoben. Jetzt rückt er selbst in 

den Vordergrund. Schon raunen es sich die feigen und faulenzenden Gesellschaftsdrohnen 

in Berlin zu, daß Hitler eine Größe von gestern sei. 

Jetzt kommt alles auf die Nerven und auf die Härte der nationalsozialistischen 

Kampfführung an. Die zwischen dem Kaiserhof und der Reichskanzlei auf schriftlichem 

Wege gepflogenen Verhandlungen 

-33- 

werden am 24. November ergebnislos abgebrochen. Der Führer verläßt daraufhin sofort 
Berlin. 

Am 3. Dezember wird dann der General von Schleicher zum Reichskanzler, 
Reichswehrminister und Reichskommissar für Preußen ernannt. Damit ist eine ganz neue 
Situation gegeben. 

Die Reaktion versucht ein letztes Mittel, die nationalsozialistische Bewegung vom Vollzug 
der Dinge abzudrängen. Die Wahl am 6. November hat gezeigt, daß es nicht möglich ist, ihr 
in nennenswertem Umfang Stimmen abzujagen. Von einer neuen Reichstagswahl sind also 
für die Reaktion keinerlei erfreuliche Ergebnisse zu erwarten. Also muß sie den Versuch 
unternehmen, die nationalsozialistische Bewegung im Innern zu zersetzen. Ein ganz kleiner 
Klüngel von Parteileuten, die zahlenmäßig an den Fingern einer Hand abgezählt werden 
können, gibt sich dazu her, der Regierung Schleicher bei diesem infamen Versuch 
Hilfsdienste zu leisten. Das Haupt dieses Klüngels legt am 8. Dezember mit großem 
publizistischem Lärm seine Ämter in der Partei nieder, und nun scheint es, als sei der Weg 
für die von General von Schleicher seit langem projektierte dritte Front freigemacht. Diese 
Front hat sich zum Ziel gesetzt, eine Querverbindung zwischen den Parteien und 
Gewerkschaften zu schaffen, um damit in großem Umfang Anhängermassen aus der 
nationalsozialistischen Bewegung herauszubrechen. 

Das ist Verrat auf der ganzen Linie. Wenn dieser Versuch gelingt, dann ist die bisherige 
Aufbauarbeit der nationalsozialistischen Bewegung umsonst gewesen; dann wird die 
Reaktion am Ende doch noch über die deutsche Revolution triumphieren und damit 
praktisch die Wegbereiterin für den internationalen Bolschewismus sein. 
Die nationalsozialistische Bewegung bäumt sich mit einer letzten grandiosen 
Kraftanstrengung gegen diesen niederträchtigen Versuch auf. Die Partei selbst ist von ihm 
vollkommen unberührt geblieben. Es bedarf nur eines erlösenden Wortes des Führers, und 
sie steht wieder in Reih und Glied. Es kann auch keinem Zweifel mehr unterliegen, daß, 
wenn jetzt wiederum an das Volk appelliert würde, es der nationalsozialistischen Bewegung 
ein leichtes wäre, die am 6. November verlorenen Wählermassen zurückzuerobern. 
-34- 

Im übrigen hat der Führer Zeit. Denn der General von Schleicher, der bisher immer nur im 
Hintergrund agierte, muß nun sein Programm entwickeln und Leistungen und Erfolge 



zeigen. Als er am 15. Dezember über den Rundfunk spricht, demaskiert er sich vor dem 
ganzen Volke. Mit einem Schlage ist sich jedermann im klaren darüber, daß dieser General, 
der bisher immer nur als der große Schweiger ausgegeben wurde, nicht geschwiegen hatte, 
weil er etwas zu verschweigen, sondern nur, weil er nichts zu sagen hatte. Sein Programm 
ist ein wirres Sammelsurium von Gemeinplätzen, gespickt und verbrämt mit sozialen 
Phrasen, die zu nichts verpflichten. Das Volk selbst wird angesichts der Ausweglosigkeit 
der innerpolitischen Situation von einem lähmenden Pessimismus befallen. Am 31. 
Dezember 1932 zählt die amtliche Statistik 5, 77 Millionen Arbeitslose in Deutschland. 
Nun beginnt das entscheidende Rennen. Sehr bald sickern in der Öffentlichkeit Gerüchte 
durch, daß am 4. Januar 1933 eine geheime Besprechung des Führers mit dem ehemaligen 
Reichskanzler Franz von Papen in Kohl stattgefunden hat. Der Judenpresse in Berlin 
bemächtigt sich eine nervöse Angst. Sie bemerkt plötzlich, daß die nationalsozialistische 
Bewegung wieder im Spiel ist. Sie hat offenbar die Absicht, es auf eine neue Machtprobe 
ankommen zu lassen. 

Die Möglichkeit dazu besteht in den für den 15. Januar im Lande Lippe ausgeschriebenen 
Landtagswahlen. Hier soll es sich erweisen, ob die Kurve des nationalsozialistischen 
Aufstiegs rückläufig ist oder ob sie wieder ansteigt. 

Die ganze Kraft der Partei, ihr gesamter Propaganda- und Organisationsapparat wird nun 
auf das Land Lippe konzentriert. Die bekanntesten Redner der Bewegung gehen in die 
kleinsten Städte und Marktflecken, um das Volk in Lippe für die große Entscheidung zu 
gewinnen. Die marxistischen Zeitungen höhnen: "Hitler geht aufs Dorf!" Sie sind sich in 
ihrer Verblendung gar nicht im klaren darüber, worum es in diesen entscheidenden Tagen 
geht. Denn wenn es gelingt, der deutschen Öffentlichkeit zu zeigen, daß die 
nationalsozialistische Bewegung die Schwächeperiode vom November 1932 überwunden 
hat und wieder im Aufstieg begriffen ist, dann kann es keinen Zweifel mehr darüber geben, 
daß nunmehr der Augenblick gekommen ist, 
-35- 

dem Führer die Macht und die Verantwortung endgültig zu übertragen. 
Am Abend des 15. Januar verkünden die deutschen Sender im ganzen Lande, daß die 
nationalsozialistische Bewegung im Lande Lippe 39, 1 vH. aller abgegebenen Stimmen für 
sich verbuchen konnte und damit das Ergebnis vom 6. November 1932 um rund 5 vH. 
verbesserte. Damit also ist die innerpolitische Lage, soweit sie das Volk selbst betrifft, 
eindeutig geklärt. Es kann jetzt nur noch eine Frage von Tagen oder höchstens von Wochen 
sein, daß die Revolution, die latent schon im Lande schwelt, offen zum Ausbruch kommt. 
Für den 22. Januar wird ein Aufmarsch der nationalsozialistischen Kampfformationen auf 
dem Bülowplatz in Berlin angekündigt. Er steht unter der Parole: "Front Karl-Liebknecht- 
Haus!" Das ist eine offene Provokation an die Kommunistische Partei, und sie wird auch als 
solche aufgefaßt. Die "Rote Fahne" schlägt Alarm. Sie erklärt unverblümt, daß sie diesen 
Aufmarsch mit Gewalt verhindern werde. Die nationalsozialistischen SA.- und SS-Männer 
würden Proletarierfäuste zu verspüren bekommen. 

Die Regierung sucht sich aus diesem Dilemma zu retten, indem sie den Plan faßt, den 
nationalsozialistischen Aufmarsch einfach zu verbieten. Dagegen protestieren die 
nationalsozialistischen Zeitungen auf das schärfste. Es bleibt also nichts anderes übrig, als 
diese Kraftprobe zwischen Nationalsozialismus und Bolschewismus tatsächlich vor sich 
gehen zu lassen. 

An diesem klirrend kalten Januarsonntag 1933 gleicht Berlin einer Stadt, die sich im 
Bürgerkrieg befindet. Der angekündigte Aufmarsch wird programmgemäß durchgeführt. 



Der Führer selbst erscheint auf dem Bülowplatz und am Grabe Horst Wessels, an dem ein 
Gedenkstein eingeweiht wird. Es fällt nicht ein einziger Schuß. Die nationalsozialistische 
Bewegung trägt einen ungeheuren Prestigeerfolg davon. 

Nun ist die Situation reif geworden. Zwischen dem 22. und 29. Januar finden entscheidende 
Besprechungen zwischen der nationalsozialistischen Bewegung, der Wilhelmstraße und den 
bürgerlich-nationalen Parteien und Verbänden statt. Soweit sie nicht vom Führer selbst 
geführt werden, führt sie sein politischer Beauftragter in Berlin, Hermann Göring. 
-36- 

Als der Führer am 29. Januar nachmittags in der Halle des Kaiserhofs, der damals das 
politische Hauptquartier der nationalsozialistischen Bewegung darstellt, sitzt, tritt plötzlich 
um die fünfte Nachmittagsstunde sein politischer Beauftragter, Hermann Göring, an seinen 
Tisch heran, und in einer feierlichen Stille erklärt er: "Mein Führer, es ist nun so weit!" 
Die nächsten Stunden sind mit fieberhafter Arbeit ausgefüllt. 

Am Abend dieses ereignisreichen Tages ergibt sich eine neue Komplikation. Der General 
von Schleicher, der am Tage vorher mit seinem Kabinett zurückgetreten, formal aber noch 
im Amt ist, läßt dem Führer durch einen Mittelsmann erklären, daß er nicht die Absicht 
habe, gutwillig zu weichen, sondern wenn nötig Gewalt anzuwenden. Jetzt stehen die Dinge 
auf des Messers Schneide. 

In der dämmernden Frühe des 30. Januar 1933 wird der neue Reichswehrminister vom 
Reichspräsidenten vereidigt, und damit ist die vollziehende Gewalt bereits in die Hand der 
neuen Regierung übergegangen. 

Um die Mittagsstunde findet die entscheidende Besprechung zwischen dem 
Reichspräsidenten von Hindenburg und dem Führer statt. Das Land wartet in atemloser 
Spannung. Jedermann weiß, daß es nun um alles geht. Als der Führer zum Kaiserhof 
zurückkehrt, sieht man es seinem Gesicht an, daß die Entscheidung gefallen ist. Zwanzig 
Minuten später verkündet der deutsche Rundfunk: Adolf Hitler wurde zum Reichskanzler 
ernannt! Zuerst will man diese Meldung gar nicht glauben. Das Volk ist schon so oft 
getäuscht und enttäuscht worden, daß es allen Nachrichten mit größter Skepsis 
gegenübertritt. Dann aber kann an der Richtigkeit dieser Meldung kein Zweifel mehr 
bestehen. 

Und nun bemächtigt sich der Reichshauptstadt und des ganzen Landes eine taumelnde 
Freude. Tausende und Tausende strömen in das Regierung s viertel. Bald ist der weite Platz 
zwischen Kaiserhof und Reichskanzlei von einem wogenden Menschenmeer überfüllt. 
Nachmittags bereits findet die erste Kabinetts sitzung statt. Und am Abend ergreift dann das 
Volk selbst das Wort. In endlosen Zügen zieht es, von der Charlottenburger Chaussee 
heranströmend, durch das Brandenburger Tor in die Wilhelmstraße hinein. Von 7 Uhr 
abends bis 1.30 Uhr nachts dauert dieser Vorbeimarsch des Berliner Volkes am 
-37- 

Führer. Oben steht er am Fenster, um ihn herum seine getreuen Mitkämpfer. Und hundert 
Meter davon entfernt steht der greise Reichspräsident und Generalfeldmarschall von 
Hindenburg an seinem Fenster. Die Menschen jubeln ihm zu, und er schlägt mit dem Stock 
den Takt zu den dröhnenden Marschweisen der vorbeiziehenden Kolonnen. 
Ein paar beherzte Männer holen aus dem Rundfunkhaus in der Masurenallee, das bereits 
schlafen gegangen ist, die nötige Apparatur, und um die Mitternachtsstunde wird nun zum 
erstenmal über den deutschen Rundfunk eine wirkliche Volkssendung übertragen. Es gibt 
nur wenige Menschen in Deutschland, die in dieser Nacht schlafen gehen. Ganz Europa sitzt 



an den Lautsprechern. Die Nation ist von einer bebenden Freude erfüllt. Jedermann weiß, 

daß nun eine entscheidende geschichtliche Entwicklung ins Rollen gekommen ist. 

Nachts kurz nach 1 Uhr wird von einem Fenster der Reichskanzlei aus bekanntgegeben, daß 

der Führer noch arbeiten müsse und darum bitten lasse, den Platz zu räumen. Als er mit 

ganz wenigen Getreuen um die dritte Nachtstunde den Wilhelmplatz von der Reichskanzlei 

zum Kaiserhof überquert, ist er schon wieder gänzlich leer. Jetzt scheint dieser Weg von der 

Reichskanzlei zum Kaiserhof und vom Kaiserhof zur Reichskanzlei so kurz zu sein; aber es 

ist derselbe Weg, um den so viele Jahre erbitten gekämpft und gerungen wurde. 

Im Kaiserhof wartet die Nachricht, daß der nationalsozialistische Sturmführer Maikowski 

und der Polizeiwachtmeister Zauritz in Berlin-Charlottenburg von Kommunisten erschossen 

worden sind. Das große Werk wurde an seinem Beginn mit dem Tode zweier deutscher 

Männer besiegelt. Die Revolution nimmt ihren Anfang. 

Am 30. Januar 1939 jährt sich zum sechsten Male dieser Tag des Aufbruchs einer Nation. 

Es ist einem manchmal fast, als läge ein Jahrhundert dazwischen. Deutschland hat in diesen 

sechs Jahren sein Gesicht vollkommen verändert. Es ist kaum noch wiederzuerkennen. 

Dieses Land, damals gequält und gedemütigt am Boden liegend, ist wieder zu einer 

Weltmacht emporgestiegen. 

Wer wollte bestreiten, daß wir allen Grund haben, an diesem geschichtlichen 30. Januar 

dem Schicksal zu danken, daß wir diese große Zeit unseres Volkes miterleben und 

mitgestalten durften! 

-38- 

Krieg in Sicht 

25. Februar 1939 

Wer in diesen Tagen und Wochen die ausländische Hetz- und Lügenpresse durchblättert, 
könnte leicht auf den Gedanken kommen, daß Europa am Rande eines neuen Weltkrieges 
steht. Dabei ist es allgemein bekannt, daß sich in der internationalen Lage selbst seit der 
Führerrede vom 30. Januar vor dem Deutschen Reichstag nichts Wesentliches geändert hat. 
Der Führer hat in dieser Rede zwar die deutschen Kolonialforderungen aufs neue erhoben. 
Aber das ist kein Moment, das eine allgemeine Nervosität erzeugen könnte. Daß 
Deutschland seine Kolonien zurückfordert, ist wohl männiglich bekannt, und daß diese 
Forderung noch einmal von der autoritativsten Stelle aus vor dem deutschen Volk und vor 
der ganzen Welt erhoben worden ist, erhärtet nur noch mehr die Tatsache, daß das Reich 
keineswegs gewillt ist, von ihr abzulassen. Das aber mußte von jedem Vernünftigen und 
billig Denkenden erwartet werden. Auch daß mittlerweile im Spanienkonflikt ein 
grundlegender Wandel eingetreten ist, kann den Kenner der Dinge nicht überraschen. Es 
mußte das über kurz oder lang eintreten, und die Demokratien haben nur wieder einmal, wie 
bei allen großen weltpolitischen Vorgängen der vergangenen Jahre, das zweifelhafte 
Vergnügen, hinter der Entwicklung herhinken zu müssen. 

Wozu also der Lärm? Was wollen diese Demokratien eigentlich? Man könnte fast auf den 
Gedanken kommen, als erheben sie sporadisch ein lautes Geschrei, um damit gewisse 
Minderwertigkeitskomplexe abzureagieren. Das wäre verständlich; denn sie haben in den 
letzten Jahren, wie man so sagt, immer zwischen den Stühlen gesessen. Sie nahmen 
Deutschland nicht ernst, als der Führer am 30. Januar I 933 an die Macht kam. Sie gingen 
weder auf seine Friedensangebote ein, noch ließen sie sich dazu herbei, die von ihm 
erhobenen, durchaus billigen und gerechten deutschen Rüstungsforderungen überhaupt nur 
zu diskutieren. Sie erlebten dann, daß Deutschland seine Wehrfreiheit proklamierte, das 



-39- 

Rheinland wieder militarisierte, den Anschluß Österreichs an das Reich durchführte und die 
sudetendeutsche Frage löste. Sie schrien zwar immer Zeter und Mordio, bevor die Aktionen 
vollzogen wurden, aber nach ihrem Vollzug fanden sie sich damit ab. 

Was Italien betrifft, so mobilisierten sie den ganzen Völkerbund, um eine Lösung der 
Abessinienfrage zu verhindern. Sie haben sich auch damit nur eine weltgeschichtliche 
Blamage geholt. In der Spanienfrage standen sie eindeutig auf sehen der rotspanischen 
Usurpatoren, und sie müssen nun zu ihrem Schmerz erleben, daß Franco seine Gegner 
Schlag um Schlag niederwirft; jetzt wieder veranstalten sie einen geradezu entwürdigenden, 
lächerlichen Wettlauf um die Anerkennung des nationalen Spanien. 

Es fehlt also, wie man sieht, den westeuropäischen Demokratien offenbar an dem nötigen 
Instinkt, um die internationale Lage richtig beurteilen zu können. Denn die Probleme, die 
gelöst werden mußten, wurden niemals mit ihnen, sondern zum Teil ohne sie und zum Teil 
gegen sie gelöst. Aber was die Hauptsache ist, sie sind gelöst worden; und zwar sind sie 
gelöst worden, weil es die innere Dynamik der europäischen Situation erforderte. 
Die Demokratien hätten das alles viel billiger haben können, und zwar dann, wenn sie 
rechtzeitig begriffen hätten, worum es sich dabei überhaupt handelte, und die Machtstellung 
der autoritären Staaten richtig eingeschätzt hätten. Das aber war keineswegs der Fall und 
scheint auch heute noch nicht der Fall zu sein. Nun mit einem Male erheben sie ein großes 
Kriegsgeschrei. Sie erklären, ihre Völker müßten ungeheure nationale Opfer auf sich 
nehmen, um ihre Rüstung in Ordnung zu bringen, damit sie sich nicht weiterhin die 
Übergriffe der autoritären Staaten gefallen zu lassen brauchten. 

Das ist eine Logik, die wir nicht verstehen. Was soll das heißen? Man ist also offenbar 
entschlossen, die autoritären Staaten in einem geeignet erscheinenden Augenblick 
niederzuschlagen, wenn diese Rüstungen überhaupt noch einen Sinn haben sollen. Denn wir 
wollen ja bekanntlich von den Demokratien gar nichts. Wir haben mit ihnen keine Streitig- 
keiten auszumachen. Ein ideologischer Kreuzzug der autoritären Staaten gegen die 
Demokratien gehört in das Reich der Fabel. Wie kämen wir 
-40- 

dazu, anderen Staaten den Nationalsozialismus oder den Faschismus aufzuzwingen, unter 
dessen geistiger und politischer Durchschlagskraft Deutschland und Italien so große Erfolge 
zu verzeichnen hatten! Andere Staaten mit Gewalt, List oder Tücke zu einem Staatsprinzip 
zu bekehren, von dem wir wissen, daß es die Völker innerlich stärkt und für ihren Da- 
seinskampf gewappnet macht, besteht für uns keinerlei Veranlassung. Den 
Nationalsozialismus aus Deutschland nach Frankreich, England oder Amerika zu 
exportieren - da sei Gott davor! 

Worin besteht dann eigentlich noch die Gefahr, die die autoritären Staaten angeblich für die 
Demokratie darstellen? Wir wollen sie nicht angreifen. Wir wollen sie nicht zum 
Nationalsozialismus bekehren. Und trotzdem bedrohen wir sie i Sie verlangen von uns eine 
Geste der Freundschaft oder der Bereitschaft zu internationaler Zusammenarbeit. 
Nun heißt das, die Dinge auf den Kopf stellen. Die Demokratien haben Deutschland von 
1918 bis 1933 in einer Art und Weise gequält, gedemütigt und gepeinigt, wie das in der 
Weltgeschichte einzig dastehend ist. Soweit Deutschland seine hoffnungslose Lage ändern 
konnte, verdankt es das ausschließlich seiner eigenen Kraft, dem Mut und der Weitsicht 
seiner Führung und der Disziplin und der Geschlossenheit seines Volkes. Die Demokratien 
aber haben nicht einen Finger gerührt, um uns in unserer verzweifelten Lage Erleichterung 



zu verschaffen. An wem also wäre es, eine Geste der Freundschaft oder der Bereitschaft zu 
internationaler Zusammenarbeit zu machen - an Deutschland oder an den demokratischen 
Staaten? 

Sie wiegen sich in der Hoffnung, daß es irgendwann doch noch einmal gelingen könnte, 
Zwiespalt zwischen die deutsche Führung und das deutsche Volk zu säen. Das wäre auch 
die einzige Möglichkeit, Deutschland aufs neue niederzuschlagen und zu demütigen. Vor 
ein paar Tagen hat ein großes englisches Blatt bei der Besprechung der deutschen Nach- 
richtensendungen im englischen Rundfunk die Katze aus dem Sack gelassen. Das "News 
Chronicle" schrieb am 20. Februar, daß es bei Fortsetzung dieser Sendungen möglich sei, 
"einen Keil zwischen das deutsche Volk und seine Herrscher, die es im dunkeln zu halten 
suchten, zu treiben". 

Das also ist gemeint! Und in dieser kühnen Hoffnung treffen sich die Feinde des deutschen 
Volkes im Ausland mit der kleinen Clique von 
-41- 

Intellektuellen und gewerbsmäßigen Neinsagern im Lande selbst. Sie bilden, so hart dieses 
Urteil klingen mag, zusammen die Internationale der Reichsfeindschaft. Ob bewußt oder 
unbewußt, spielen sie sich gegenseitig in die Hände und betreiben gemeinsam die Geschäfte 
der Gegner des deutschen Volkes. Darum beispielsweise auch schwärmen die 
deutschfeindlichen Blätter in Paris, London und New York für Niemöller und für die 
Bekenntnisfront, darum nehmen sie die politischen Witzemacher in Schutz, darum plädieren 
sie für das Recht der freien Meinung und legen eine Lanze ein für den angeblich in 
Deutschland geschmähten und verfolgten Intellektuellen. Sie wissen schon, an wen sie sich 
wenden könnten, wenn es gegen die Freiheit, das Wohl und das Interesse des deutschen 
Volkes ginge. 

Aber so leicht, wie sie es in der Vergangenheit hatten, haben sie es nun nicht mehr. Denn 
die Führung des Reiches steht auf der Wacht und ist entschlossen, radikal alle Tendenzen 
auszurotten, die der Freiheit und der Ehre des deutschen Volkes abträglich sein könnten. 
Wie weit diese internationale Hetze geht und zu welchen absurden Konsequenzen sie führt, 
das soll hier an einigen Beispielen dargelegt werden: 

Am 13. Februar faßt die Jahreshauptversammlung des Jungkommunistischen Verbandes in 
New York eine Sympathieentschließung anläßlich des Todes des Papstes, in der erklärt 
wird, daß die Kommunisten „in dieser ernsten Zeit, wo unser gemeinsamer Feind, der 
Faschismus, den Frieden bedroht, der katholischen Jugend brüderlich die Hand bieten zur 
Erreichung der gemeinsamen Friedensziele religiöser, menschlicher Freiheit und 
Nächstenliebe". Das ist zum Auf denkopf stellen! Der atheistische, kirchen- und 
religionsfeindliche Bolschewismus fraternisiert mit der katholischen Kirche, nur weil er in 
ihr einen Feind der autoritären Staaten erblicken zu können glaubt. 

Am 14. Februar meldet der Washingtoner Korrespondent der "London Times", daß die 
deutschen Streitkräfte bis zum 6. März völlig mobilisiert sein würden. Es ist an dieser 
Meldung zwar kein Wort wahr, aber sie dient dazu, die internationale Hetze und 
Panikmacher einzuleiten. 

Gleich darauf meldet die gesamte amerikanische Presse Truppenbewegungen an der Grenze 
Frankreichs, Ägyptens und Syriens. 
-42- 

Am 15. Februar erklärt der Vorsitzende des amerikanischen Militärausschusses, May, der 
Zeitpunkt sei nicht mehr fern, wo eine Invasion Amerikas möglich sei. Wenn die beiden 



verbleibenden Demokratien Europas, Frankreich und England, stürzten, würden sie 
zweifellos der Diktatur verfallen, in welchem Falle sie eine direkte militärische Gefahr für 
die westliche Halbkugel darstellten. Das ist originell und neuartig. Wenn der May kommt, 
schlagen also nicht nur die Bäume, sondern auch die Gehirne aus. Dieser Herr sieht offenbar 
weiße Mäuse. Er trifft sich dabei mit Charles Thomson, der am 31. Januar erklärte, daß 
Deutschland großes Interesse für die Loslösung des Staates Rio Grande do Sul von den 
Vereinigten Brasilstaaten zeige. Das ist auch nicht schlecht! 

Der Republikaner Maaß behauptet im Marineausschuß des amerikanischen 
Abgeordnetenhauses, eine Information zu besitzen, wonach Deutschland auf einer der unter 
japanischem Mandat stehenden Karolineninseln einen Flugzeug Stützpunkt einrichte, und der 
Kurzwellensender New York geht am 4. Februar gleich einen Schritt weiter und erklärt, 
Unterlagen dafür zu haben, daß Deutschland geheime U-Boot- und Flugzeug Stützpunkte für 
deutsche und japanische U-Boote in Mexiko errichte. 

Damit beginnt der Wahnsinn Methode anzunehmen. Es paßt dann durchaus in dieses Bild, 
wenn amerikanische Zeitungen zu behaupten wußten, daß Präsident Roosevelt am 31. 
Januar 1939 vor dem Senatsausschuß für das Heereswesen erklärt habe, im Kriegsfalle 
liege die - Grenze der Vereinigten Staaten in Frankreich. Das ist ja an sich nichts Neues; 
denn die Grenzen Englands liegen bekanntlich am Rhein und die Grenzen Frankreichs 
bekanntlich an der Weichsel. Unsere Festungswalle und die Stärke und Güte der deutschen 
Wehrmacht werden bei diesen kindischen und albernen Grenzfestlegungen überhaupt nicht 
in Betracht gezogen. 

Der amerikanische Präsident Roosevelt soll in dieser Erklärung weiterhin behauptet haben, 
daß Südamerika und Nordamerika die nächsten Angriffsziele der autoritären Länder sein 
würden, wenn es ihnen gelungen sei, die europäischen Demokratien niederzuzwingen. Er 
dementiert zwar am 3. Februar diese geheim gemachten Mitteilungen vor der Öffentlichkeit 
und beschuldigt Senatoren und Zeitungsverleger der absichtlichen Irreführung und 
gemeinen Lüge. Aber immerhin nehmen die französischen 
-43- 

Blätter die Gelegenheit wahr zu erklären, daß die Solidarität der Demokratien bestehen 

bleibe, oder, wie das "Petit Journal" das zum Ausdruck bringt, daß die Sympathien 

Amerikas Frankreich und England gehören und daß Roosevelt nur erkannt habe, daß die 

öffentliche Meinung noch nicht reif sei für bindende Versprechungen der USA. gegenüber 

Europa. 

Wir wissen also, woran wir sind. In einer lichten Stunde entrüstet sich der Londoner "Daily 

Expreß" darüber, wer denn eigentlich diesen Unsinn, in der ganzen Welt nach Grenzen 

Umschau zu halten, aufgebracht habe, und erklärt in diesem Zusammenhang: „Wo befinden 

sich eigentlich Englands Grenzen? Im Empire! Da gibt es viel, was unsere Aufmerksamkeit 

erheischt!" 

Dem kann man nun zweifellos ohne Vorbehalt zustimmen; es ist so, und die Demokratien 

täten gut daran, sich um sich selbst und um ihre eigenen Angelegenheiten zu bekümmern, 

als dauernd ihre Grenzen mitten durch deutsches Land zu legen, und damit ein Volk und 

eine Nation zu provozieren, die in Frieden leben wollen, keineswegs aber gewillt sind, sich 

ihre Existenzrechte abschneiden zu lassen. 

Diese Existenzrechte beziehen sich selbstverständlich auch auf die deutsche 

Kolonialforderung. Wenn Anfang Februar im englischen Unterhaus eine sogenannte 

Kolonialliga gegründet wird, so kann das für uns vollkommen uninteressant sein. Von 

Belang wird das erst, wenn diese Kolonialliga, wie Reuter meldet, erklärt, es sei ihre 



besondere Aufgabe, „der Öffentlichkeit in England die menschlichen, moralischen und poli- 
tischen Einwände gegen jegliche Zugeständnisse der deutschen Kolonialforderungen auf 
Kosten britischen Kolonial- oder Mandatsgebiets klarzumachen". Gegen die politischen 
Einwände wollen wir gar nichts sagen. Aber menschliche oder moralische Einwände gegen 
die deutschen Kolonialforderungen der englischen Öffentlichkeit klarmachen zu wollen, ist, 
gelinde gesagt, eine dreiste Unverschämtheit, vor allem in einer englischen Öffentlichkeit, 
die doch, wie man annehmen müßte, über die englische Kolonialgeschichte und ihre 
menschlichen und moralischen Methoden hinreichend im Bilde sein müßte. 
Der englische Arbeitsminister Brown erklärt am 13. Februar, daß, falls England seinem 
Wege treu bleibe, es dort ein freies Volk mit einem 
-44- 

freien Parlament geben werde, wenn die neuerstandenen Diktaturen im Staube 
zusammengebrochen seien. Das mit dem Staub ist gut; noch besser wäre es, wenn besagter 
Arbeitsminister sich der Mühe unterziehen wollte, zuerst einmal den Staub von den 
eingewachsenen englischen Vorurteilen abzuwischen. Denn dann bestände offenbar eine 
bessere Möglichkeit, in Europa zu einem vernünftigen Gespräch zu kommen. 
Was sollen überhaupt die englischen Rundfunksendungen in deutscher Sprache? Hat das 
"News Chronicle" recht, wenn es behauptet, sie hätten die Aufgabe, einen Keil zwischen die 
deutsche Regierung und das deutsche Volk zu treiben? Wenn ja, werden wir entsprechend 
darauf reagieren, und zwar gründlich. An Möglichkeiten dazu fehlt es uns keineswegs. Man 
muß der "Daily Mail" beipflichten, wenn sie sich in ihrer Auslassung vom 15. Februar auf 
das schärfste gegen diese in England beliebten Methoden der Rundfunksendungen wendet. 
Sie entrüstet sich über die fetten Burschen des englischen Rundfunks, die versuchen, 
England graulen zu machen. Es handle sich dabei um die Nachrichtenleute, die das Land 
mit der Überzeugung ins Bett schicken, daß eine Katastrophe unmittelbar bevorstehe. Diese 
fetten Burschen kennen wir aus der deutschen Vergangenheit. Sie sind, wenn es ernst wird, 
niemals in der Gefahrenzone zu sehen; sie richten nur die Suppe an, die die Völker dann 
auslöffeln müssen. 

Dabei ist ihnen jedes Mittel recht. Die blödeste, dümmste und albernste Tendenzmeldung 
muß dazu herhalten, die öffentliche Meinung zu verwirren und mit steigender Nervosität zu 
erfüllen. Sie berichten von beginnendem Separatismus in Tirol und Vorarlberg zugunsten 
eines Anschlusses an die Schweiz. Der Führer habe zahlreiche Offiziere und Mannschaften 
zur Ausbildung im modernen Kolonialkrieg nach Abessinien geschickt. Von deutschen 
Luftstützpunkten in Neuguinea könnten die australischen Städte an der Ostküste in wenigen 
Stunden erreicht werden und seien so einem Massenangriff ausgesetzt. Deutschland eröffne 
auf südafrikanische Neger einen propagandistischen Großangriff; allein innerhalb der 
Johannisburger Goldminen seien 400 Deutsche eingesetzt, um schwarze Minenarbeiter 
gegen britische Ausbeutung aufzuhetzen. 

In diesem trauten Verein der Weltpanikmacher darf die mit Recht so beliebte Madame 
Tabouis vom Pariser "Oeuvre" natürlich nicht fehlen. Sie hört bekanntlich das Gras 
wachsen. Sie weiß nicht nur, was die maßgebenden 
-45- 

Männer in den autoritären Staaten untereinander besprechen, sondern sie schaut vermittels 
eines eigens dazu konstruierten Röntgenapparates in ihre Gehirne hinein und weiß sogar, 
was sie denken. 



So berichtet sie, daß die Mobilmachung der deutschen Luftstreitkräfte bereits zu 95 vH. 

vollzogen sei. Am 10. Februar habe das Reich Rekruten einberufen, und am 18. würden die 

25 bis 30jährigen einberufen. 

Es ist an all diesem Unsinn natürlich kein Wort wahr, wie ja die Tatsachen beweisen. Aber 

es wäre wohl angebracht, daß gegen solche gewissenlosen, schreibenden Frauenzimmer 

exemplarischere Strafen angewandt würden, als daß sie nur von ihrer eigenen Regierung 

gerügt werden. 

Daß besagte Madame Tabouis in einem englischen Blatt behauptet, Italien sei immer mehr 

unter die deutsche Vorherrschaft geraten, ist zu plump und zu dumm, als daß man dem noch 

eine Beachtung schenken könnte. Wenn sie erklärt, es stehe außer Zweifel, daß Deutschland 

bereit sei, gegen Italien vorzugehen, so kann man nur sagen: Nachtigall, ich hör' dir trapsen. 

Diese Beispiele sind nur eine kleine Blütenlese. Sie könnten beliebig erweitert werden. Die 

Völker selbst werden in furchtbarste Unruhen und Nervenkrisen hineingestürzt, nur damit 

verantwortungslose Journalisten etwas zu schreiben haben und ebenso verantwortungslose 

Staatsmänner die Augen ihrer Völker mit boshaften Schlagworten von den innerpolitischen 

Sorgen ab- und zu angeblichen außenpolitischen Gefahren hinlenken können. 

Dieser ganze Unrat kommt aus einer einzigen Quelle. Die Hintermänner dieser Hetze sind 

uns wohl bekannt. Sie sind in den Kreisen des internationalen Judentums, der 

internationalen Freimaurerei und des internationalen Marxismus zu suchen. Aber es fehlt 

ihnen, wie immer, an der nötigen Phantasie, um wenigstens geschickt zu lügen. Man merkt 

die Absicht, und man wird verstimmt. Sie wollen uns nervös machen und werden durch ihr 

eigenes Geschrei nur selbst nervös. 

Demgegenüber gibt es für das deutsche Volk nur eine Parole: auf den Führer schauen und 

die Lügen unserer Gegner mit souveräner Verachtung strafen. Es ist nicht das erstemal, daß 

die internationale Weltverschwörung Deutschland durch Vergiftung der öffentlichen 

Meinung 

-46- 

Schaden zuzufügen versucht. Solange das Reich keine einheitliche und klare Führung 
besaß, kam man mit solchen Taschenspielerkunststückchen zum Ziele. Heute ist das anders. 
Das Land schaut voll starken Vertrauens auf seinen Führer. Es ist der festen Überzeugung, 
daß er im Streit der Meinungen die deutschen Lebensrechte unerbittlich und tapfer 
verteidigen wird. Diese Lebensrechte stehen unserem Volke so gut zu wie jedem anderen 
Volke. Die Zeit, in der die Völker so von oben herab in Besitzende und Besitzlose eingeteilt 
wurden, ist vorbei. Wir haben keine Lust, uns für Ewigkeit zu den Besitzlosen rechnen zu 
lassen. Im übrigen aber wollen wir den Frieden. 

Wenn kürzlich ein maßgebender Franzose uns die Frage vorlegte, ob es denn nicht schon zu 
spät sei, um Europa innerlich zu beruhigen, so können wir darauf nur zur Antwort geben: Es 
ist für den Frieden niemals zu spät. Man muß den Frieden nur unterbauen, und zwar nicht 
mit Phrasen, sondern mit Tatsachen. 

Auch für die Herbeiführung dieser Tatsachen ist es nicht zu spät. Aber es wird allmählich 
Zeit. Darum täten die Demokratien gut daran, mit sich selbst zu Rate zu gehen und zu 
überlegen, wie man die drängenden politischen Probleme Europas einer vernünftigen 
Lösung zuführen könnte. 

Sie würden damit nicht nur Deutschland, sondern auch ihren eigenen Völkern einen großen 
Dienst erweisen. Denn die Völker wollen den Frieden. Auch das deutsche Volk will ihn. 
Aber es will dazu noch etwas mehr, was die anderen Völker schon längst besitzen: die 
Sicherung seines nationalen Lebens und Gerechtigkeit. 



-47- 

Die Insulaner und die Spanianfrage 

4. März 1939 

Man versuche sich vorzustellen: Den Bewohner einer einsamen Insel im Stillen Ozean, 
leidlich gebildet, des Lesens und Schreibens kundig und auch sonst nicht auf den Kopf 
gefallen, mit einem Wort, mit gesundem Menschenverstand; von den Vorgängen und 
Zuständen in Europa hat er keine Ahnung, ja nicht einmal eine blasse Vorstellung. Er steht 
ihnen vollkommen fremd und auch gänzlich unvoreingenommen gegenüber. 
Besagter Insulaner erhält eines Tages durch einen Zufall eine Zusammenstellung der 
Polemiken in Presse, Rundfunk und diplomatischen Noten zugeschickt, die vom Juli 1936 
bis zum März 1939 zwischen den demokratischen und autoritären Staaten über das 
Spanienproblem gewechselt worden sind. Er wird zweifellos bei erster flüchtiger Lektüre 
dieser Zusammenstellung den Eindruck haben müssen, daß auf der demokratischen Seite die 
vollendete Humanität, Klugheit, Weitsicht und ein staunenswertes europäisches 
Verantwortungsgefühl, auf der autoritären Seite dagegen Barbarei, geistige und politische 
Verbohrtheit, ein durch Fanatismus gänzlich getrübtes Urteilsvermögen und eine geradezu 
sträfliche Verantwortungslosigkeit Europa und der gesamten Kulturwelt gegenüber 
festzustellen sei. 

Je mehr er sich dagegen in die Lektüre besagter Dokumente vertieft, um so mehr wird er mit 
Staunen und Kopfschütteln konstatieren müssen, daß in Wahrheit so ungefähr das Gegenteil 
der Fall ist von dem, was man bei erster flüchtiger Lektüre aus den Unterlagen herauslesen 
mußte. Da versagt dann auch einem Insulaner der Verstand. Es wird ihm von alledem so 
dumm, als ging' ihm ein Mühlrad im Kopf herum. Denn mit Verwunderung stellt besagter 
Bewohner der fernen Insel im Stillen Ozean nunmehr folgendes fest: Im Sommer 1936 
erhebt sich das nationale Spanien gegen die Versuche des internationalen Bolschewismus, 
Spanien zu einer neuen Sektion 
-48- 

der Kommunistischen Internationale zu machen. Diese Erhebung findet ihre innere 
Begründung in politischen und gesellschaftlichen Zuständen, die für das spanische Volk 
gänzlich unerträglich geworden sind. Primo de Rivera mußte im Jahre 1930 zurücktreten. 
Im Jahre 1931 folgte der daraufhin zu erwartende Sturz der Monarchie. Im Jahre 1934 spielt 
sich ein erster großer kommunistischer Aufstand vor allem in Asturien ab. Am 16. Februar 
1936 findet unter stärkstem marxistischem Terror und bei skrupellosester 
Stimmenfälschung ein Wahlgang statt, der der sogenannten Volksfront angeblich 47 vH. der 
abgegebenen Stimmen einbringt. Später wird durch Stichwahlen und unter Ausnutzung der 
die Volksfront begünstigenden neuen Wahlgesetze künstlich eine Mehrheit von 58 Stimmen 
konstruiert. 

Als erste Maßnahme der neuen Volksfrontregierung erfolgt am 22. Februar 1936 die 
Amnestierung von rund 30000 kommunistischen Verbrechern. Diese werden nun nach 
altem bolschewistischem Umsturz- und Revolutionsbrauch auf das Land losgelassen. Im 
Zeichen einer angemaßten Legalität entfalten sie über Spanien ein Terrorregiment, das 
geradezu unbeschreiblich ist. Die spanische Bevölkerung hat angesichts dieser 
Blutherrschaft keinerlei Möglichkeit mehr, zur Gegenwehr zu schreiten. In einem am 27. 
Februar 1936 veröffentlichten Aktionsprogramm des Exekutivkomitees der Komintern 
werden zehn Punkte aufgestellt, die bei ihrer Durchführung zu einer vollkommenen Ver- 



wüstung der spanischen Wirtschaft und des spanischen Kulturlebens führen müssen. Diese 
zehn Punkte versucht man Zug um Zug zu realisieren. Sie beinhalten in ihrem Endeffekt die 
totale Machtergreifung durch das sogenannte kommunistische Proletariat. Um dieses Ziel zu 
erreichen, überflutet man das Land mit Massenterror und schafft bewaffnete Miliztruppen 
als erste Einheiten der künftigen Roten Armee. Moskau bleibt nicht untätig und schickt 
3000 Agitatoren nach Spanien, die zum überwiegenden Teil Juden sind. Unter der Führung 
von Largo Caballero, der sich mit Stolz den spanischen Lenin nennt, üben die 
Volksfrontanhänger durch Mord, Brand und Plünderung einen nie dagewesenen Terror aus. 
General Franco, der Chef des Generalstabes ist, wird abberufen und als Militärgouverneur 
nach den Kanarischen Inseln verschickt. 
-49- 

Am 13. Juli 1936 wird der nationale Abgeordnete Calvo Sotelo unter himmelschreienden 

Begleitumständen ermordet. 

Am 17. Juli 1936 beginnt dann von Spanisch-Marokko aus die nationale Revolution, deren 

Führung General Franco übernimmt. Am gleichen Tage wird die Volksfrontregierung von 

den Führern der nationalen Bewegung für illegal erklärt. 

Wie reagiert nun Europa auf diesen Vorgang? Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der 

Versuch, die iberische Halbinsel unter die Botmäßigkeit der Kommunistischen 

Internationale zu bringen, eine unmittelbare Bedrohung der europäischen Kultur von ihrer 

westlichen Seite aus darstellt. Es müßte deshalb Pflicht aller verantwortungsbewußten 

Staatsmänner in Europa sein, diesen Versuch, wenn nicht mit Gewalt niederzuschlagen, so 

doch ihm keinerlei Hilfe angedeihen zu lassen. 

Paris und London dagegen behandeln die nationalspanische Aktion von Beginn an als einen 

Putsch unzufriedener Generale. Zweieinhalb Jahre lang kennen sie keine andere 

Charakterisierung dieses Vorgangs. Sie bemühen sich nach Kräften, der roten 

bolschewistischen Clique ihre Hilfe angedeihen zu lassen. Wo sie können, bereiten sie dem 

nationalen Spanien Hindernisse und Widerstände. Für sie existiert nur jene Scheinregierung 

der Volksfront, die sich usurpatorisch der Macht bemächtigt hat und das spanische Volk 

unter ein Joch beugt, das es offenbar nicht zu ertragen gewillt ist. 

Soweit sich die autoritären Staaten in diesen Vorgang einmischen, handeln sie aus bloßer 

nationaler Uneigennützigkeit, nur in Hinsicht auf ihr europäisches Verpflichtungs- und 

Verantwortungsgefühl. Sie werden dafür von den demokratischen Staaten in ein geradezu 

entwürdigendes publizistisches und diplomatisches Verhör genommen. Diese werden nicht 

müde, die öffentliche Meinung dahin zu bearbeiten» daß der Vorgang in Spanien nichts 

anderes darstelle als den Aufstand einer Gruppe rebellierender Generale, die nun rechtmäßig 

von der legalen Regierung niedergeschlagen würden. 

Sie sind für die Demokratie Aufrührer und Meuterer, während die Bolschewisten als 

Loyalisten, Gouvernementale und Regierungstreue bezeichnet werden. Die Sympathie der 

Demokratie gehört in aller Offenheit dem bolschewistischen Regiment in Spanien. Es zeigt 

sich hier jene 

-50- 

innere Verwandtschaft zwischen Demokratie und Kommunismus, die von uns oft 
theoretisch unterstellt, hier aber noch einmal praktisch erwiesen wird. 
Am 2. August 1936 erklärt der marxistische französische Staatsminister Paul Faure: "Alle 
Franzosen müssen entschlossen auf die Seite der regulären spanischen Regierung treten. 
Wenn unglücklicherweise die Rebellen als Sieger in Madrid einziehen sollten, so würde 



eine antifranzösische Regierung in Spanien herrschen, und der europäische Faschismus 
könnte mit um so größerer Dreistigkeit sein Werk der Vernichtung der Demokratien 
fortsetzen." 

Das Greuelregiment der rotspanischen Machthaber nimmt grauenerregende Formen an. Es 
steht unter dem besonderen protektionistischen Schutz der westeuropäischen Demokratien. 
Nichts von alledem, was sich in Spanien ereignet und gegen den Bolschewismus sprechen 
könnte, wird der Weltöffentlichkeit zur Kenntnis gebracht. Es werden ungezählte Geistliche 
und Ordensschwestern ermordet, geschändet und gekreuzigt, in Sevilla 800 Geiseln mit 
Benzin übergössen und lebend verbrannt, in Barcelona finden Massenerschießungen von 
Zivilgefangenen in größtem Umfange statt, Hunderte von Kirchen in allen den Roten 
erreichbaren Gebieten werden zerstört. Selbst englische Parlamentarier müssen berichten: 
"Wir sahen Grauenvolles im roten Gefängnis in Spanien." 2100 Menschen werden in einer 
Woche in Madrid umgebracht, 16 750 Priester und 11 Bischöfe waren schon bis Februar 
1937 ermordet. 

Wie reagiert die Demokratie darauf? 

Sie nimmt davon kaum Notiz. Paris und London werden in ihrer Haltung dem rotspanischen 
Regiment gegenüber in keiner Weise durch diese Vorgänge beeinflußt. Für sie bleiben die 
Terroristen die gesetzmäßigen Vertreter Spaniens. Ja, anstatt diese grauenerregenden Vor- 
gänge im bolschewistischen Spanien der Weltöffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen, 
erfindet die demokratische Presse in Paris und London Greueltaten, die sich angeblich auf 
nationalspanischer Seite abgespielt haben. Das Märchen von der Zerstörung Guernicas wird 
erfunden. Man bezichtigt Deutschland und Italien, eine bewußte Zerstörung spanischer 
Provinzen vorgenommen zu haben. Ein Lügenfeldzug größten Ausmaßes wird in der ganzen 
Weltöffentlichkeit durchgeführt, um die 
hi- 
spanische Nationalregierung und mit ihr Deutschland und Italien zu diskreditieren. 
In Paris und London setzen die ersten Versuche der Nichteinmischungspolitik ein. Über die 
französische Grenze aber gehen unterdes Nacht für Nacht unübersehbare Waffenzüge nach 
Spanien hinein. Trotzdem erklärt man scheinheilig, daß der spanische Konflikt eine inner- 
spanische Angelegenheit sei, in die die europäischen Staaten sich nicht einmischen dürften. 
Die Material- und Waffenlieferungen über die französische Grenze nehmen von Tag zu Tag 
zu. Mit diesen Waffen werden die blühendsten Provinzen Spaniens zerstört und die 
nationale Jugend dieses Landes in Blut erstickt. 

Am 1. August 1936 schon hat die französische Regierung unter ihrem damaligen 
Ministerpräsidenten, dem Juden Blum, die Initiative zur Herbeiführung eines 
Nichteinmischungsabkommens ergriffen. Raffiniert wird dieses Abkommen so angelegt, 
daß es ausschließlich den spanischen Bolschewisten nutzt. Man sperrt zunächst nur die 
Zufuhr von Kriegsmaterial, das die Bolschewisten in den spanischen Industriezentren, die 
sie noch beherrschen, selbst herstellen können. Als Deutschland und Italien rechtzeitig 
darauf hinweisen, daß der Zustrom von roten Freischärlern aus aller Welt und von 
geschlossenen bolschewistischen Kampfformationen sich mit dem Gedanken der 
Nichteinmischung nicht vertrage, wird dieser Einwand glatt übergangen. Man läßt die 
Lücke im Nichteinmischungssystem offen, solange Rotspanien davon einen Nutzen hat. 
Als das Blatt sich wendet und die Hilfe von Freiwilligen auch für das nationale Spanien in 
die Waagschale geworfen wird, will man plötzlich diese Lücke schließen und beginnt einen 
unwürdigen Handel mit der Drohung, nun auch offiziell die Lieferung von Kriegsmaterial 
wiederaufzunehmen, die illegal niemals aufgehört hatte. Im Nichteinmischungsausschuß, 



der die Durchführung des Nichteinmischungsabkommens zu überwachen hat, macht man 
sinnigerweise den Bock zum Gärtner. Moskau führt darin das große Wort. In der einen 
Hand schwingt es Manuskripte humanitärer Reden an die europäische Öffentlichkeit, mit 
der anderen Hand expediert es Tanks, Maschinengewehre und Bombenflugzeuge nach 
Madrid und Barcelona. 
-52- 

In diesem Ausschuß darf natürlich der mit Recht so beliebte englische Katastrophenpolitiker 
Anthony Eden nicht fehlen. Mit allen erdenklichen Kunstmitteln gibt er Moskau 
Gelegenheit, sich im Nichteinmischungsausschuß zu betätigen. Zur gleichen Zeit aber 
beschäftigt sich der Völkerbund in Genf auf seiner 17. ordentlichen Tagung am 21. 
September 1936 mit der so außerordentlich wichtigen Frage der Verunreinigung des 
Meereswassers durch Kohlenwasserstoffe. 

Die Rechtsbasis der Verhandlungen im Nichteinmischungsausschuß bleibt bis zu seinem 
wenig ruhmvollen Ende die, daß Franco der Rebell und Aufrührer sei, die Bolschewisten 
dagegen die legale Regierung darstellen. Man versucht, Deutschland und Italien unter einen 
geradezu erpresserischen Druck zu setzen. In den Zeitungen der westeuropäischen 
Demokratien werden die militärischen Erfolge Francos systematisch verkleinert und 
bagatellisiert. Man macht die Öffentlichkeit glauben, daß sein Ende in kurzer Frist zu 
erwarten sei. Immer wieder werden die günstigsten Prognosen für die militärischen 
Operationen des roten Spanien ausgegeben. Ein unglückliches Land wird so zu einem 
zweieinhalbjährigen Bürgerkrieg gezwungen, nur weil die westeuropäischen Demokratien 
kein Einsehen haben wollen, weil sie auf das falsche Pferd gesetzt haben, weil sie in ihrer 
Kurzsichtigkeit ideologische Verbohrtheiten über nationalbedingte Interessen stellen. 
Ende 1938 beginnt Francos Offensive. In wenigen harten Schlägen treibt er das 
bolschewistische Gesindel zu Paaren. An seinem Endsieg kann kaum noch gezweifelt 
werden. 

Und nun vollzieht die Demokratie ihren Umfall. Er spielt sich in einer so entwürdigenden 
Weise ab, daß einem Menschen von Charakter der Ekel hochkommt. Mit einem Schlage 
kippen Paris und London um. Man tut so, als habe man nie etwas gegen das nationale 
Spanien einzuwenden gehabt. Man wollte nur nicht, daß Deutschland oder Italien sich in 
Spanien etwa festsetzten. Franco, der bisher als Rebell und Aufrührer vorgestellt wurde, ist 
plötzlich für die Demokratie ein bedeutender Staatsmann und beachtenswerter Stratege. 
Nachdem die Demokratien jahrelang die elementarsten Lebensinteressen des spanischen 
Volkes mit Füßen getreten haben, wollen sie nun den Eindruck erwecken, als seien sie die 
naturgegebenen guten 
-53- 

Nachbarn Spaniens. Sie versuchen zwar noch, bei der Anerkennung Francos ein paar 

erpresserische Geschäfte zu machen. Als ihnen kalt und höhnisch abgewinkt wird, ziehen 

sie sich schweifwedelnd zurück und stellen sich dann mit einem kühnen Sprung auf den 

Boden der Tatsachen. 

Das alles aber muß das spanische Volk teuer bezahlen. Sein Land ist verwüstet, seine 

nationale Jugend zum großen Teil dahingesunken, seine Kunstschätze hat man ins Ausland 

geschafft, seine materiellen Werte sind geplündert, gestohlen und vernichtet. 

Und nun tun die Demokratien so, als hätten sie nicht eine Spur von Verantwortung für diese 

Vorgänge. Sie waschen ihre Hände wie Pilatus in Unschuld. Sie proklamieren eine 



scheinheilige Freundschaft mit Franco, den sie zweieinhalb Jahre lang gedemütigt und 

beleidigt haben. 

Wie man zugeben wird, eine weltpolitische Blamage und geradezu triefende Heuchelei der 

Demokratien von säkularem Ausmaß. Sie suchen mit Spanien eine Freundschaft zu 

schließen, die auf einer Anhäufung von politischen und militärischen Verbrechen gegen die 

nationalspanischen Interessen beruht. 

Das Niederschmetterndste an diesem Vorgang ist, daß sich in Paris und London nicht ein 

einziges Blatt findet, das sich wenigstens schämte. Diese demokratischen 

Moralpatentinhaber sind so skrupellos, daß sie glauben, die Weltöffentlichkeit würde es gar 

nicht mehr merken, wenn sie je nach Bedarf aus Schwarz Weiß und aus Weiß Schwarz zu 

machen versuchen. 

Jetzt ist Franco auch von London und Paris das Diplom der demokratischen Legitimität 

verliehen worden. Vor wenigen Monaten noch war es demokratisch-legitim, Kirchen zu 

zerstören, Zuchthausgesindel zu bewaffnen, Nonnen zu schänden und Priester ans Kreuz zu 

schlagen. 

Das ist die spanische Tragödie, und so hat die Demokratie darauf reagiert. Und so muß sie 

auch vor das Gericht der Weltöffentlichkeit gestellt werden. Sie hat am allerwenigsten 

Berechtigung, die autoritären Staaten in Verhör zu nehmen. Wir fühlen uns über diese von 

Heuchelei triefende politische Moral turmhoch erhaben. Und das wird wohl auch bei 

besagtem Insulaner der Fall sein. 

Er wird dieses alles zweifellos mit einigem Erstaunen zur Kenntnis nehmen. Da er nicht 

klassisch gebildet ist und somit auch Goethe nicht 

-54- 

kennt, kann er sich nicht mit seinem für solche außergewöhnlichen Fälle immer vorzüglich 
geeigneten Zitat aus seinem unsterblichen "Götz von Berlichingen" zu behelfen versuchen. 
Er wird sich vermutlich grollend oder gänzlich verständnislos von dieser vollkommen 
blödsinnigen Lektüre abwenden und zu dem Ergebnis kommen: In Europa ist ein Irrenhaus 
ausgebrochen. Es gibt dort zwar noch ein paar vernünftige Staatsmänner, die das Leben und 
die kulturelle und wirtschaftliche Existenz dieses Erdteils zu verteidigen versuchen; die aber 
werden eben deshalb, weil sie so vernünftig sind, von der allein seligmachenden 
Demokratie für verrückt erklärt. 

Besagter Insulaner wird demnach wahrscheinlich keine besondere Sehnsucht nach Europa 
verspüren. Er wird diese aufregende und verwirrende Lektüre beiseitelegen und mit 
Resignation feststellen: Die da drüben tun sich so dicke mit ihrer Kultur und Weisheit, aber 
wenn man's bei Licht besieht, — ach, was sind wir Insulaner doch für bessere Menschen! 
-55- 

Ein Aufruf zur Vernunft 

Rede zur Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse 

5. März 1939 
Es ist eine nicht ohne weiteres verständliche Tatsache, daß die Wirtschaftsfragen heute fast 
immer im Mittelpunkte der internationalen Erörterungen stehen. Und trotzdem ist diese 
Tatsache nur allzu natürlich. Denn es sind ja gerade die wirtschaftlichen Dinge, um die die 
Völker sich am meisten zu bekümmern pflegen, weil sie die unmittelbarsten 
Lebensinteressen der Völker auch am engsten berühren. Trotzdem aber kann es nicht 
bezweifelt werden, daß vor der Wirtschaft die Politik den Primat der Führung in Staat und 



Volk für sich beanspruchen muß. Die Wirtschaft ist nur eine Funktion des 

gesamtpolitischen Lebens, und gerade das deutsche Beispiel beweist zur Genüge, daß jede 

negative und positive Entwicklung auf wirtschaftlichem Gebiet immer im engsten 

Zusammenhang mit der politischen Machtstellung steht, die der jeweils davon betroffene 

Staat oder das jeweils davon betroffene Land einnimmt. 

Deutschland ist dafür das klassische Beispiel. Die deutsche Wirtschaft war bis zum Januar 

1933 nicht allein deshalb in einen so tiefen Verfall geraten, weil sie nach falschen 

ökonomischen Gesetzen gelenkt wurde; 

ihr katastrophaler Zusammenbruch war darüber hinaus in der Hauptsache daraus zu 

erklären, daß sie nicht mehr unter dem starken Schutz der Macht des Staates stand, daß die 

verantwortlichen Männer im Gegenteil die trügerische Vorstellung hatten, es könne eine 

Wirtschaft in Ordnung gebracht werden, ohne daß die Nation die dafür notwendigen und 

ausschlaggebenden Machtmittel besitze. 

Aus diesen Erwägungen ist unschwer zu schließen, daß die Wirtschaft, so unpolitisch sie 

sich im einzelnen auch geben und entwickeln mag, trotzdem im engsten Kontakt mit der 

Politik steht und stehen muß, daß Wirtschaft und Macht zwei Dinge sind, die sich im Leben 

eines Volkes zu ergänzen haben, wenn anders nicht mit dem Verlust der 

-56- 

Macht auch die Freiheit und die Entwicklungsfähigkeit der Wirtschaft aufgegeben und 
verloren werden soll. 

Für Deutschland sind diese Überlegungen um so zwingender, als sich ja bekanntlich das 
deutsche Volk ökonomisch in einer Situation befindet, die beengter ist als die aller anderen 
europäischen Völker. Wir sind kaum noch in der Lage, das deutsche Volk mit den not- 
wendigsten Nahrungs-, Lebens- und Genußmitteln zu seinem täglichen Gebrauch zu 
versorgen. Und zwar liegt das nicht daran, daß wir dafür nicht genügend Fleiß, Intelligenz 
und Betriebsamkeit aufwendeten, sondern es liegt ausschließlich daran, daß das deutsche 
Volk bei der Verteilung der Schätze und Güter dieser Erde zu kurz gekommen ist. Es gehört 
zu den sogenannten Habenichtsen. Deshalb hat sich die deutsche Staatsführung, die ja 
zweifellos die Aufgabe hat, diese entscheidende Frage unseres nationalen Lebens zu einer 
befriedigenden Lösung zu führen, auch gezwungen gesehen, gerade im Hinblick auf die 
Beengtheit unserer ökonomischen Lage eine Reihe von unpopulären Maßnahmen zu treffen, 
die vielfach von der Öffentlichkeit nicht verstanden wurden, die aber um so notwendiger 
und unumgänglicher waren, je schwieriger die Situation war, in der Deutschland sich wirt- 
schaftlich gesehen befand. 

Es ist vom Standpunkt der westlichen Demokratien aus außerordentlich einfach, an diesen 
Maßnahmen hämisch und überlegen Kritik zu üben. Die Demokratien sind meistens in der 
glücklichen Lage, über große Reichtümer, Rohstoffe und ausgedehnte Kolonialgebiete zu 
verfügen. Sie können ihre Völker aus ihrem eigenen Besitztum heraus ernähren, und sie 
brauchen dabei nicht einmal eine überragende Intelligenz oder einen außerordentlichen 
Fleiß anzuwenden. Wenn beispielsweise die englische Öffentlichkeit an den 
wirtschaftlichen Maßnahmen in Deutschland herumnörgelt und sie unter die kritische Lupe 
nimmt, so können wir Deutschen demgegenüber mit gutem Gewissen sagen: 
Die Engländer haben gut lachen. Sie besitzen ein Weltreich von fast unübersehbaren 
Ausmaßen. Sie verfügen über Rohstoffe, Gold- und Devisenvorräte in unbeschränktem 
Umfange. Verknappungserscheinungen auf diesem oder jenem Gebiet sind in England von 
vornherein ausgeschlossen, denn England ist bekanntlich bei der Verteilung der 
-57- 



Welt nicht zu kurz gekommen. Die englische Öffentlichkeit täte also gut daran, über dieses 
offenbare Mißverhältnis in den Besitzrechten an den Gütern der Welt, das zwischen 
Deutschland und England klafft, nicht höhnisch zu lächeln oder gar unsere Methoden, 
dieses Mißverhältnis durch deutschen Fleiß und durch deutsche Unternehmungslust auf ein 
erträgliches Maß zurückzuführen, zu bekritteln, sondern im Gegenteil solche Versuche auf 
das wärmste zu unterstützen, weil sie besonders geeignet erscheinen, die ohnehin ständig 
zunehmenden Spannungsstoffe in Europa herabzumindern und langsam und allmählich zu 
beseitigen. 

Auch kritischen Stimmen im eigenen Lande gegenüber müssen wir Nationalsozialisten 
immer wieder darauf verweisen, daß wir an diesem beklagenswerten Zustand keinerlei 
Schuld tragen. Denn nicht wir Nationalsozialisten haben den Krieg unter ungünstigsten 
Voraussetzungen über uns hereinbrechen lassen, ihn politisch denkbar schlecht geführt und 
verloren, nicht wir haben den Versailler Vertrag, den Dawes-Plan und den Young-Vertrag 
unterschrieben, nicht wir haben von 1918 bis 1933 eine Politik betrieben, die zum 
vollkommenen Ruin unseres wirtschaftlichen und finanziellen Lebens führen mußte und 
praktisch auch geführt hat. Wir haben nur die weniger populäre Aufgabe, diesen Zustand zu 
überwinden. Wir unterziehen uns dieser Aufgabe mit höchster politischer Leidenschaft, mit 
fanatischem Fleiß und mit einem nationalen Pflichtbewußtsein ohnegleichen. Wir also 
haben alle Veranlassung, auf unsere Leistungen auf wirtschaftlichem Gebiet, sie mögen in 
dieser oder jener Hinsicht auch noch nicht voll befriedigend sein, stolz zu sein und das 
deutsche Volk immer erneut aufzurufen und zu ermahnen, uns dabei zu helfen, die ständig 
neu auftauchenden Schwierigkeiten zu überwinden. 

Der deutsche Standpunkt den gesamten Fragen unserer nationalen und der internationalen 
Wirtschaft gegenüber kann etwa folgendermaßen umrissen werden: 

Die Lebensnotwendigkeiten der Völker sind wichtiger als widernatürliche und 
unzeitgemäße Wirtschaftsideologien. Europa ist mit theoretischen Programmen nicht mehr 
zu helfen. Eine gesunde und organische Praxis muß ihre ruinöse Wirksamkeit ersetzen. 
Unser wirt- 
-58- 

schaftliches Programm ist deshalb der gesunde Menschenverstand. Deutschland muß leben 
und wird leben. Ein Achtzigmillionenvolk mitten im Herzen von Europa kann nicht einfach 
aus der Liste der anderen Völker gestrichen werden. Man kann sich auch nicht über den 
offenbaren Spannungszustand hinwegzureden versuchen dadurch, daß man einfach die 
Völker in Habende und Habenichtse einteilt, diese Tatsache schweigend und wie 
selbstverständlich zur Kenntnis nimmt und keinerlei Anstalten macht, sie irgendwie zu 
ändern. 

Es sind deshalb auch alle internationalen Absperrungen gegen einen gesunden 
Leistungsaustausch mit Deutschland sinnlos, um nicht zu sagen politisch verbrecherisch. 
Denn was sollen wir Deutschen denn überhaupt anderes tun, wenn wir leben wollen? Wir 
besitzen noch keine Kolonien, aus denen wir unseren Rohstoffbedarf decken können. Auch 
unser Raum ist nicht weit genug, um die Ernährung unseres Volkes sicherzustellen. Den 
Export sucht man uns in der übrigen Welt nach Möglichkeit abzuschneiden. Will man also 
Deutschland den guten Rat geben, in Ehren zu verhungern, und glaubt man im Ernst, daß 
ein Volk von 80 Millionen sich schließlich damit abfinden wird, daß seine Basis zum Leben 
und zum Wirtschaften eben zu eng ist und nicht ausreicht, um ihm sein tägliches Brot zu 
geben? 



Das muß die Welt einsehen. Deutschland hat einen Überfluß an hochwertigen industriellen 
Erzeugnissen. Sie verdanken ihre Entstehung dem deutschen Fleiß und der in der ganzen 
Welt bekannten und berühmten deutschen Erfindungsgabe. Es kann keinem Zweifel 
unterliegen, daß einige andere Völker in Europa schon deshalb nicht die Möglichkeit hätten, 
unter den gleichen Bedingungen wie das deutsche zu leben, weil ihnen einfach nicht 
genügend Intelligenz und Organisationstalent dafür zur Verfügung stände. 
Deutschland hat nun jede Gelegenheit benutzt, seine Bereitschaft zum Eintausch fehlender 
oder mangelnder Güter und Stoffe der Welt zur Kenntnis zu bringen. Aber es ist ein doch 
fast selbstverständliches Lebensgebot der deutschen Wirtschaft, daß wir angesichts der 
Beengtheit unserer finanziellen Lage keinesfalls mehr einführen dürfen, als wir ausführen 
können. Also folgert daraus logisch, daß Deutschland nur soviel 
-59- 

im Auslande zu kaufen in der Lage ist, als ihm an entsprechenden hochwertigen deutschen 
Erzeugnissen abgenommen wird. 

Versuchen wir diese Frage ganz abseits von politischen Machtverhältnissen zu untersuchen 
und zu lösen, so kommen wir hier zu einer durchaus fairen und anständigen 
Verständigungsmöglichkeit. Sie ist der Welt noch einmal in der Rede des Führers vom 30. 
Januar 1939 vor dem Deutschen Reichstag gezeigt worden. Es ergibt sich danach für uns 
nicht nur die Notwendigkeit des Exports, sondern auch der unerbittlichen -Entschlossenheit 
zur Steigerung der deutschen Warenausfuhr. Denn Deutschland muß 140 Bewohner auf 
einem Quadratkilometer im eigenen Lande ernähren. Andere Länder, die in dieser 
Beziehung viel glücklicher daran sind und sich deshalb auch den Luxus einer 
demokratischen Staatsführung leisten können, zählen bis zu 12 und 13 Millionen 
Arbeitslose. In Deutschland ist demgegenüber ein ständig steigender Arbeitermangel 
festzustellen. Wie also würden wir erst solche Länder zur Blüte bringen, die heute von der 
Unfähigkeit der Demokratie verwüstet werden? 

Unsere wirtschaftlichen Pläne und Erfolge sollen nun wieder einmal auf der großen 
Leistungsschau der deutschen Wirtschaft, der Leipziger Frühjahrsmesse, vor aller Welt 
gezeigt und ausgebreitet werden. Die Leipziger Messe übertrifft alle gleichartigen und 
verwandten Veranstaltungen der Erde an Umfang, Vielseitigkeit und Qualität. Sie ist ein 
Treffpunkt der Kaufleute aus allen Ländern und sie beweist schon damit, daß das uns 
vielfach nachgesagte Bestreben nach einer rein autarkischen Wirtschaftsführung in das 
Reich der Fabel gehört. Soweit Deutschland sich wirtschaftlich autarkisch einstellt, ist es 
durch die Beengtheit seiner Lage und durch die drängende Lebensnotwendigkeit des 
deutschen Volkes dazu gezwungen. Im übrigen aber versucht die deutsche Wirtschaft, die 
ökonomischen Probleme mit einer Weltoffenheit ohnegleichen zu lösen. 
Die Leipziger Messe bietet dafür ein großartiges Betätigungsfeld. Hier werden 
Geschäftsverbindungen und Geschäftsabschlüsse ungewöhnlich leicht gemacht, und daraus 
auch ist es zu erklären, daß der Aufschwung der Leipziger Messe in den vergangenen 
Jahren ein geradezu frappierender ist. 

Im Jahre 1914 zählt die Leipziger Messe 4253 Aussteuer und 20 000 
-60- 

geschäftliche Besucher. Im Jahre 1938 zählt sie 9512 Aussteller mit etwa 300 000 
Besuchern. In diesem Jahre zählt sie 9800 Aussteller aus 28 Ländern und aus 70 Ländern 
Anmeldungen von Einkäufern. Während die Umsätze im Jahre 1934 rund 150 Millionen 
Reichsmark betrugen, betragen sie im Jahre 1938 543 Millionen Reichsmark, und während 



die ausländischen Aufträge im Jahre 1934 37 Millionen Reichsmark betrugen, betragen sie 
im Jahre 1938 174 Millionen Reichsmark. 

Es ist das ein Beweis mehr gegen die auch hier und da noch im eigenen Lande von 
besserwissenden Intellektuellen oder Kathedertheoretikern gegen unsere 
wirtschaftspolitischen Grundsätze erhobenen Einwände. Was haben diese Kritikaster im 
Ernst gegen unsere Erfolge aufzuweisen? Sie verfechten theoretische Programme, die in 
keiner Weise die Gewähr ihrer praktischen Durchführbarkeit bieten. Der National- 
sozialismus dagegen hat ein Programm des gesunden Menschenverstandes verfolgt und 
damit Leistungen erzielt, wie sie vor 6 Jahren noch für unmöglich und utopisch gehalten 
wurden. 

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang auch ein paar Worte über die so überaus 
befruchtende Auswirkung des Vierjahresplanes im Rahmen der gesamtdeutschen Wirtschaft 
sprechen. Der Vierjahresplan hat seiner ganzen Anlage nach den Sinn, die deutsche 
Wirtschaft möglichst unabhängig von den Rohstoffzufuhren aus dem Ausland zu machen. 
Nun ergibt sich hier aufs neue die Schwierigkeit, daß mit fortschreitender Lösung dieser 
Frage sich wiederum ein fortschreitender und zunehmender Bedarf auf allen Gebieten 
unserer Rohstoffversorgung bemerkbar macht, daß also gewissermaßen der Vierjahresplan 
eine Aktion darstellt, deren Resultate durch die Entwicklung selbst immer wieder eingeholt 
werden. 

Es muß auch in diesem Zusammenhang davor gewarnt werden, etwa die Güte, 
Brauchbarkeit und Zweckmäßigkeit der neuen deutschen Werkstoffe anzuzweifeln. Es sind 
nicht nur gleichwertige, sondern meistenteils viel leistungsfähigere Güter aus neuen Stoffen 
hergestellt worden. Der Vierjahresplan hat also auf diesem Gebiet das gute deutsche Sprich- 
wort bewahrheitet und aus der Not eine Tugend gemacht. Wir erinnern nur an das deutsche 
Kunstharz, an deutsches Aluminium, an die Magnesiumlegierungen, an Zellstoff und 
dergleichen. Alles das sind in 
-61- 

der ganzen Welt bewunderte Leistungen der deutschen Technik und Erfindungskunst. 
Das drängendste Problem der deutschen Wirtschaftsführung ist der ständig zunehmende 
Menschenmangel, der sich überall bemerkbar macht. Die Kardinalfrage des Jahres 1933 ist 
damit ins Gegenteil umgekehrt worden. Während wir damals nicht wußten, wo wir die 
arbeitswilligen Kräfte in Arbeit bringen sollten, wissen wir heute nicht, woher wir die uns 
fehlenden arbeitsfähigen Kräfte nehmen sollen. 

Das erfordert eine großzügige Rationalisierung des gesamten deutschen 
Wirtschaftsprozesses. Sie wird mit nationalsozialistischer Gründlichkeit durchgeführt. 
In diesem Umkreis bewegt sich das realistische Wirtschaftsdenken des deutschen Volkes, 
seiner leitenden Wirtschaftskreise und seiner politischen Führung. 

Es ist seit jeher Sitte gewesen, die Gelegenheit der Eröffnung der Leipziger Messe 
wahrzunehmen, um von diesem für die ganze Welt sichtbaren Podium aus auch zur Welt zu 
sprechen. Niemals vorher aber war es so notwendig wie heute, diese andere Welt zur 
Vernunft zu ermahnen und ihr klarzumachen, daß die deutschen Maßnahmen auf wirt- 
schaftlichem Gebiet nicht einer Laune oder der Willkür entspringen, sondern 
gewissermaßen aus unserer Zwangslage sich ergebende unabwendbare Konsequenzen der 
deutschen Lebensnotwendigkeit darstellen. 

Die Leipziger Messe ist immer für die ganze internationale Wirtschaftswelt ein fein 
reagierendes Barometer gewesen. Darum wird ihr auch in allen Ländern größte Beachtung 
geschenkt. 



Heute macht sich die internationale Öffentlichkeit vielfach ein besonderes Vergnügen 
daraus, die wirtschaftlichen Methoden der deutschen Staatsführung zu kritisieren. Wenn 
man gewissen ausländischen Stimmen Glauben schenken wollte, dann befände sich 
Deutschland augenblicklich in einer seiner schwersten Wirtschaftskrisen. Davon kann in 
Wahrheit überhaupt keine Rede sein. Das deutsche Wirtschaftsleben hat einen Aufschwung 
ohnegleichen genommen. Wenn wir uns dabei auch mit großen Schwierigkeiten auf 
wirtschaftlichem Gebiet auseinandersetzen müssen, so liegt das an der anderen Völkern 
gegenüber fast hoffnungs- 
-62- 

los erscheinenden geographischen und raumpolitischen Lage, in der das deutsche Volk sich 

befindet. 

Aber wir haben die sichere Gewißheit, daß es deutschem Fleiß und deutscher Genialität 

immer wieder gelingen wird, alle neu auftauchenden Probleme zu lösen. Und zwar werden 

sie, wie das seit jeher bei uns Sitte war, mit nationalsozialistischer Tatkraft und Festigkeit 

gelöst. Dafür bürgt uns der Name und das Programm des Führers. Er hat auch der deutschen 

Wirtschaft die antreibenden und entscheidenden Impulse gegeben. Aus seiner genialen 

Konzeption heraus entsprang die wirtschaftliche Blüte unserer deutschen Gegenwart. 

Wo aber könnte man das besser und eindringlicher feststellen, als angesichts dieser 

grandiosen Schau deutschen wirtschaftlichen Schaffens, die sich wieder einmal bei 

beginnendem Frühjahr in Leipzig darbietet. 

Es gibt deshalb keinen besseren und glückverheißenderen Beginn der Leipziger 

Frühjahrsmesse als Gruß und Gelöbnis an den Mann, der heute der Nation alles bedeutet. 

Ich verbinde damit die Hoffnung, daß die Leipziger Messe auch für die Zukunft immerdar 

ein Markstein in der starken wirtschaftlichen Entwicklung des Reiches sein und bleiben 

möge. 

Mit diesem Wunsche erkläre ich die Leipziger Frühjahrsmesse 1939 für eröffnet. 

-63- 

Kaffeetanten 

11. März 1939 

Wir fühlen uns wiederum veranlaßt, eine aktuelle Zeitfrage auf die Schippe zu nehmen. Es 
handelt sich um das Problem der kürzlich in einigen Teilen des Reiches aufgetretenen 
Kaffeeknappheit, die auch heute noch nicht ganz überwunden ist. 

Es ist bei Licht besehen eigentlich entwürdigend, daß man über diese Frage in der 
Öffentlichkeit überhaupt auch nur ein Wort verlieren muß. Aber es gibt eine bestimmte 
Kategorie von Zeitgenossen, die sich ein Vergnügen daraus machen, aus jedem aus der 
deutschen Zwangslage entstehenden Notstand Kapital zu schlagen und ihn zu ihren eigenen 
Gunsten bzw. zuungunsten des nationalsozialistischen Regimes, wie sie meinen, 
auszuschlachten. 

Es kann nun keinem Zweifel unterliegen, daß der Kaffee kein lebensnotwendiges Nahrungs- 
oder Genußmittel darstellt. Er ist sehr angenehm als Zutat zu einem behaglichen Dasein. Bei 
einem Täßchen Kaffee plaudert und klatscht es sich so gut, nicht wahr! Aber den 
Kaffeeverbrauch einzuschränken oder auf ihn zeitweilig ganz zu verzichten, heißt nicht der 
Gesundheit etwa Schaden, sondern im Gegenteil ihr Nutzen zufügen. Im übrigen hat der 
Nationalsozialismus mit dem Faschismus, wie Mussolini in seiner Rede auf dem Berliner 



Maifeld erklärte, vor allem das eine gemeinsam, ein bequemes und damit ein angenehmes 

Leben zu verachten. 

Wenn der Kaffee also zeitweilig im Haushalt mangelt, so ist das für die Gesundheit aller 

Familienmitglieder außerordentlich zuträglich. Etwas anderes wäre es, wenn die Kartoffeln 

oder das Brot fehlten; denn das sind Lebensmittel, die zum täglichen Bedarf notwendig 

sind. Beim Kaffee aber handelt es sich um einen reinen Luxusartikel, den man gerne 

hinnimmt, wenn man ihn besitzt, auf den man aber ebenso gerne und ohne ein Wort darüber 

zu verlieren verzichtet, wenn eine nationale Notwendigkeit oder eine wirtschaftliche 

Zwangslage das gebietet oder vorschreibt. 

Wird also der Kaffee knapp, so müßte eigentlich jedermann in Deutsch- 

-64- 

land wissen, daß das nicht auf die Böswilligkeit der Regierung zurückzuführen ist, die dem 
Volke den Genuß einer Tasse Kaffee nicht gönnt, sondern vielmehr auf eine nationale 
Notlage, die aus der wirtschaftlichen Zwangs Situation, in der Deutschland sich befindet, 
entspringt und mit der sich deshalb jeder irgendwie abfinden muß. 

Pflicht jedes nationaldenkenden Menschen sollte es also sein, in einer solchen Situation von 
sich aus schon auf ein derartiges Genußmittel zu verzichten oder seinen Verbrauch doch 
wesentlich einzuschränken und es sich erst dann wieder in ausreichendem Maße zugute 
kommen zu lassen, wenn diese Notlage behoben ist. 

Die Gründe der kürzlichen Kaffeeknappheit, die, wie betont, auch heute noch nicht ganz 
überwunden ist, liegen auf der Hand. Sie sind devisen- und exportpolitischer Art. Sie ist in 
den ersten Tagen des Januar zum ersten Male sichtbar geworden. Es muß demgegenüber 
aber betont werden, daß der Kaffeeverbrauch an sich seit 1933 in Deutschland um rund 50 
vH. gestiegen ist. Im Jahre 1933 wurden 2 160000 und im Jahre 1938 3290000 Sack Kaffee 
nach Deutschland importiert. Der Kaffeeverbrauch in Deutschland ist also nach der 
Machtübernahme durch den Führer nicht etwa geringer, sondern ungleich viel größer 
geworden; nur weitere Volksschichten nehmen seitdem an ihm teil. 

Das ist ein durchaus sozialistischer Vorgang. Während im Jahre 1932 nur die Begüterten 
Kaffee tranken, die Arbeitslosen aber kein Geld besaßen, um sich Kaffee zu kaufen und 
somit schon aus Mangel an Konsumenten eine Kaffeeknappheit überhaupt nicht eintreten 
konnte, ist das im Jahre 1938 wesentlich anders geworden. Die sieben Millionen 
Arbeitslosen vom Dezember 1932 wurden wieder in den Arbeitsprozeß zurückgeführt. Sie 
sind also auch heute hin und wieder in der Lage, sich in gewissem Umfange an den 
Genüssen des Lebens zu beteiligen. Das bedingt zwangsläufig auf der anderen Seite 
temporär auftretende Verknappungen auf gewissen Gebieten unseres Lebens- und 
Genußmittelmarktes. 

Es müßte also eigentlich für jeden Menschen in Deutschland eine Freude sein festzustellen, 
daß immer größere Teile unseres Volkes an den Annehmlichkeiten des Lebens beteiligt 
werden, auch wenn sich für ihn persönlich damit gewisse Unbequemlichkeiten verbinden. 
-65- 

Wenn wir augenblicklich unseren Kaffeeverbrauch etwas einschränken müssen und nicht 
mehr Kaffee nach Deutschland importieren können, als wir das tun, so ist das auf die 
Verknappung unseres Devisenvorrats zurückzuführen, den wir bekanntlich für andere 
wichtigere Dinge in Ansatz 

bringen müssen als für die übermäßige Einfuhr von Kaffee. Wir wollen zwar hier nicht die 
scharfe Antithese "Zuerst Kanonen, dann Kaffee" zur Anwendung bringen, aber immerhin 



erscheint es uns notwendig, im Hinblick auf die komplizierte Weltlage eine konsequent 

durchgeführte deutsche Aufrüstung für richtiger zu halten als die Versorgung unserer 

Kaffeetanten mit ausreichendem Kaffee. Es bedarf auch kaum einer Betonung, daß wir 

keine Lust und auch gar keine Möglichkeit haben, den 

Kaffee, den wir einführen, in bar zu bezahlen. Wir wollen und müssen ihn mit deutschen 

Waren bezahlen, die wir dafür ausführen. 

Der Kaffee stellt auch in Deutschland nur ein anregendes Genußmittel dar. Er ist 

keineswegs ein täglicher Trank für die breiten werktätigen Massen, da er für diese viel zu 

teuer ist. Das deutsche Wohlstandsbarometer aber ergibt, daß wir trotzdem auf diesem 

Gebiete selbst der Vorkriegszeit gegenüber eine in die Augen fallende Steigerung zu 

verzeichnen haben. Im Jahre 1913 kamen auf den Kopf der deutschen Bevölkerung 2, im 

Jahre 1932 1,6 und im Jahre 1938 2,3 Kilogramm Kaffee. Die Dinge sind also absolut in 

Ordnung. 

Trotzdem sah man einige Wochen hindurch in den Großstädten vor den Kaffeegeschäften 

vielfach die Schlangen der Kaffeeliebhaber stehen, ja, eine bestimmte Sorte von Menschen, 

die früher niemals Kaffee getrunken hatte, fühlte sich nun plötzlich bemüßigt, ihren Bedarf 

an Kaffee anzumelden. Es ist das nicht nur würdelos, sondern geradezu skandalös. 

Vor einigen Wochen fuhr ein bekannter Ausländer, der dem Nationalsozialismus durchaus 

sympathisch gegenübersteht, durch die Straßen von Berlin, bemerkte die vor den 

Geschäften anstehenden Kaffeeschlangen und war zuerst der Meinung, es handle sich hier 

um Menschen, die um Brot oder Kartoffeln anständen. Als man ihn aufklärte, es ginge um 

Kaffee, hatte er auf diese merkwürdige Tatsache nur ein verständnisloses Kopfschütteln zur 

Antwort. 

Es besteht auch kein Zweifel darüber, daß gewisse Leute sich ein Vergnügen daraus 

gemacht haben, angesichts dieser Verknappung Kaffee zu 

-66- 

hamstern. Sie taten das zum Teil, um sich einzudecken - als wenn vom Kaffee die Erhaltung 
des Lebens abhinge -, zum Teil aber nachgewiesenermaßen auch, um dem 
nationalsozialistischen Regime, wie sie meinten, Schwierigkeiten zu bereiten. Es wurde 
beispielsweise eine Frau aus den bessersituierten Kreisen aus Berlin- Wilmersdorf ertappt, 
daß sie sich acht Viertelpfunde Kaffee in verschiedenen Geschäften zusammengehamstert 
hatte. Auf Befragen erklärte sie, sie wolle sich rechtzeitig eindecken. Das ist auch ein 
Standpunkt! 

Es handelt sich bei diesen Menschen selbstverständlich nur um eine lächerliche Minderheit, 
die allerdings in der Lage ist, den guten nationalen Ruf unseres Volkes auf das schwerste zu 
schädigen. Es sind das immer dieselben Zeitgenossen. Sie geben nur mit Widerwillen für 
das Winterhilfswerk, sie bestänkern den nationalsozialistischen Staat und vor allem die 
nationalsozialistische Bewegung, an allem, was wir tun und was wir lassen, haben sie etwas 
auszusetzen, bei jeder Krise fällt ihnen das Herz in die Hosen, der Blockwart ihres Hauses 
ist ihnen ein Dorn im Auge, sie sind überzeugte Anhänger der Bekenntnisfront, sie 
schwärmen für die politischen Conferenciers, ihre Nachrichtenquellen sind ausländische 
Sender und ausländische Zeitungen. 

Aber nebenbei halten sie es selbstverständlich nicht für unter ihrer Würde, am 
nationalsozialistischen Staate ausgiebig zu verdienen. Ihre Dankesquittung ist dann, daß sie 
selbst nach einer Wahl, die den Anschluß Österreichs an das Reich vor der ganzen Welt 
bestätigen soll, dem Führer feierlichst ihre Nein-Zettel überreichen. Der Begriff der 
nationalen Disziplin ist ihnen vollkommen fremd. Sie befleißigen sich eines 



entwürdigenden politischen Benehmens. Alles, was aus dem Ausland kommt, ist schick, 
alles, was wir tun, ist shocking. 

Jeder Parteigenosse hält es für seine selbstverständliche Pflicht, in einer Zeit, in der 
irgendein Lebens- oder Genußmittel in Deutschland knapp zu werden beginnt, seinen 
Verbrauch für seine Person nicht nur einzuschränken, sondern gänzlich darauf zu 
verzichten. Die alten Parteigenossen haben es in langen Kampfjahren gelernt, auf das Wohl 
des Volkes weitestgehend Rücksicht zu nehmen. Es muß diese alten Parteigenossen aber 
schließlich und endlich in Siedewut versetzen, wenn sie sich vergegenwärtigen, daß die 
Nutznießer ihrer ewigen 
-67- 

Rücksichtnahme diese Urteils- und gedankenlosen Spießer sind, die am Zustandekommen 
des nationalsozialistischen Staates ebensowenig Anteil hatten, wie sie an seiner Erhaltung 
Anteil haben. 

Diese Spießer haben nicht genug Intelligenz, um sich klarzumachen, daß Deutschland heute 
in einem wirtschaftlichen Existenzkampf steht, der über unser Sein oder Nichtsein 
entscheidet. Dieser Existenzkampf braucht nur ein paar Unbequemlichkeiten mit sich zu 
bringen, so ist das für sie ausreichend Grund, den nationalsozialistischen Staat 
anzustänkern, alle seine bisherigen Erfolge zu vergessen und nur dem fehlenden Täßchen 
Kaffee nachzuweinen. In der deutschfeindlichen Auslandspresse erschienen vor einigen 
Wochen Bilder, in denen die vor den Geschäften stehenden Schlangen der Spießer und 
Kaffeetanten wiedergegeben wurden. Diese deutschfeindliche Auslandspresse sagte 
natürlich nicht, daß es sich um Kaffee, sondern sie behauptete, daß es sich um Kartoffeln 
oder Brot handle, und verbreitete damit in der Welt das Märchen, daß in Deutschland eine 
Hungersnot ausgebrochen sei. 

So wenig ernst und gewichtig wir nun im allgemeinen diese dummen und gedankenlosen 
Spießer nehmen, so sehr interessiert uns doch ihr Gebaren, wenn es dem deutschen Prestige 
in der Welt abträglich zu werden beginnt. Und das war hier der Fall. 

Im übrigen haben diese Spießer keinerlei Berechtigung, sich über die wirtschaftliche 
Zwangslage, in der Deutschland sich zweifellos noch befindet, irgendwie zu beklagen. Sie 
haben, als im Jahre 1919 das Versailler Diktat unterschrieben wurde, in dem wir unsere 
Kolonien aufgaben, kein Wort des Protestes gefunden. Da waren wir es, die protestierten. 
Sie haben, als der Dawes-Plan und der Young-Vertrag, der unsere letzten wirtschaftlichen 
Reserven verzehrte, im Reichstag angenommen wurde, nicht im geringsten opponiert, im 
Gegenteil, sie haben uns, die wir dagegen Sturm liefen, als Volks- und Landesverräter 
gebrandmarkt. 

Ihrer feigen Nachgiebigkeit also ist es mit zuzuschreiben, daß Deutschland keine Kolonien 
besitzt und deshalb seine Bedürfnisse nicht mehr aus Eigenem decken kann. Und es kann 
auch kein Zweifel darüber bestehen, daß, wenn aus der Frage der Rückgewinnung der 
deutschen Kolonien plötzlich eine internationale Spannung entstände, diese Spießer es 
wieder wären, die dann unkten, meckerten, kritisierten und einen neuen Weltkrieg 
-68- 

prophezeiten. Im übrigen sei diesen intellektuellen Spießern mitgeteilt, daß wir nicht im 
geringsten beabsichtigen, aus zarter Rücksichtnahme auf ihre empfindlichen Gemüter eine 
Wirtschaftspolitik zu ändern, die nach den Interessen und Bedürfnissen des ganzen 
deutschen Volkes und vor allem seiner schaffenden Menschen ausgerichtet ist. 



Darum müssen sich unsere lieben Spießer in Gottes Namen etwas gedulden und den 
Tatsachen anbequemen. Schlimmstenfalls können sie einmal nicht so häufig wie sonst bei 
einem gemütlichen Kaffeeklatsch die Partei und den Staat anstänkern etwa nach der 
Methode: "Haben Sie schon gehört, Frau Meyer, unser Blockwart ist zugleich unser Portier. 
Das sind Zeiten 1 Mein Mann sagte schon, so was nennt man Bolschewismus. Aber geben 
Sie es nur nicht weiter. Man will doch schließlich keine Unannehmlichkeiten haben! " 
Daß sie so reden und stänkern, das ist uns alten Nationalsozialisten vollkommen 
gleichgültig. Es kann und darf uns aber nicht gleichgültig sein, daß diese Kaffeetanten 
wegen einer lächerlichen Kaffeeration, auf die in Verknappungszeiten jeder anständige 
Mensch, ohne ein Wort darüber zu verlieren, verzichtet, oder wenigstens doch seinen 
Konsum wesentlich einschränkt, an den Geschäften Schlange stehen und so tun, als sei in 
Deutschland eine Hungersnot ausgebrochen. Das ist aufreizend und empörend, und solche 
Bilder möchten wir zum letzten Male gesehen haben. 

Darum haben wir für das Verschwinden dieser Kaffeeschlangen aus dem deutschen 
Städtebild gesorgt. Anständige Menschen trinken in Zeiten, in denen der Kaffee knapp ist - 
und das ist heute der Fall -,.eben einmal etwas weniger oder überhaupt keinen Kaffee. Die 
Spießer und Kaffeetanten aber sollen warten, bis wieder genügend Kaffee da ist. Dann 
können sie auch wieder zum frisch-fröhlichen Kaffeeklatsch zurückkehren, und dann lautet 
die Parole aufs neue: "Nun bitte ich Sie, Frau Meyer, was sagen Sie nur dazu? Das sind 
Zeiten, das sind Zeiten! " 
-69- 

Die große Zeit 

18. März 1939 

Wir überprüfen im Geiste noch einmal eine geschichtliche Woche: Am vergangenen 
Sonnabend haben wir uns an dieser Stelle wiederum mit einer gewissen Clique von 
verständnislosen und engstirnigen Querulanten auseinandersetzen müssen, die der großen 
Zeit gegenüber, die wir heute durchleben, keinerlei Ohr besitzen und deshalb bei jeder 
Schwierigkeit gleich die Nerven und die innere und äußere Haltung verlieren. Es ist dabei 
ganz gleichgültig, in welcher Frage sie im einzelnen zu Fall kommen. Ausschlaggebend ist 
vielmehr, daß sie unserer Zeit gegenüber nicht die nötige Aufgeschlossenheit besitzen und 
gerade deshalb in Wirklichkeit denen gegenüber, die diese Zeit mit wachen Sinnen erleben, 
arm und bemitleidenswert sind. 

Wir haben am vergangenen Sonnabend noch einmal bei Gelegenheit der Erörterung der 
Kaffeeknappheit an ihnen unseren Unmut und unseren Unwillen ausgelassen. Man bedauert 
dabei immer nur, daß solche Menschen ausgerechnet in dieser Zeit leben, weil sie diese Zeit 
eigentlich gar nicht verdienen. 

Unser Appell an die nationale Disziplin nahm sich allerdings allzu sonderbar und 
merkwürdig aus in dem schon beginnenden Grollen, das aus dem Gebiet der ehemaligen 
Tschecho-Slowakei stündlich vernehmbarer nach Deutschland herüberdrang und ganz 
Europa in Spannung und Aufregung versetzte. 

Am vergangenen Sonntag und Montag begannen sich die damit verbundenen politischen 
Konflikte mehr und mehr zu verstärken. Das deutsche Volk fing an, aufmerksam zu werden. 
Wir Deutschen sind in den vergangenen sechs Jahren insbesondere in außenpolitischen 
Fragen außerordentlich hellhörig geworden. Schon die feinsten Reaktionen auf dem 
internationalen Kraftfeld veranlassen unser Volk, die außenpolitischen Vorgänge mit 
besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen. Und 



-70- 

das war auch hier der Fall. Von Montag ab schon standen bis in die tiefe Nacht hinein die 
Menschen in Berlin auf dem Wilhelmplatz und vor der Reichskanzlei und harrten der 
Dinge, die da kommen sollten. Das ist immer ein sicheres Barometer dafür, daß das Volk 
anfängt, an den außenpolitischen Vorgängen erhöhten Anteil zu nehmen. Hier hatte es 
offenbar den Eindruck, daß die Zeichen wiederum auf Sturm standen; und dieser Eindruck 
war ein durchaus richtiger. Die Nation wartete wie immer in eherner Ruhe auf die 
Entscheidungen und Entschlüsse des Führers. 

Der Dienstag war in allen dafür in Betracht kommenden Behörden der Reichshauptstadt mit 
einer nervenaufreibenden Arbeit ausgefüllt. Von Stunde zu Stunde zerfiel die ehemalige 
Tschecho-Slowakei zusehends mehr in ihre einzelnen Bestandteile. Diese Versailler 
Fehlkonstruktion, die gar keinen anderen politischen Zweck hatte, als ein militärisches 
Aufmarschgebiet gegen Deutschland zu bilden, lag in den letzten Zügen. Die ihr noch im 
Herbst 1938 von der westeuropäischen Demokratie zugedachte Aufgabe konnte seit 
längerem bereits als nicht mehr erfüllbar angesehen werden. Man hatte in Böhmen, wie man 
sagte, "einen vorgeschobenen Posten gegen den germanischen Block" errichten wollen. 
Noch am 27. September 1938 schrieb die Pariser "Epoque", "die Tschecho-Slowakei sei 
ohne Zweifel im französischen Spiel eine großartige strategische Karte, die mit dem 
Auftreten der Luftwaffe einen beträchtlichen Wert gewonnen habe. Das böhmische Land 
mit seinen weiten Ebenen sei ein wunderbarer Ausgangspunkt für die Luftwaffe. Wenn der 
böhmische Ausgangspunkt zur Verfügung Frankreichs stehe und von den Russen besetzt 
werde, so sei das alliierte Geschwader in der Lage, Deutschland ins Herz selbst zu treffen". 
Diese dem Prager Chauvinismus zugedachte militärische Mission war nun hinfällig 
geworden. Die Stunde der Tschecho-Slowakei hatte geschlagen. Neue Kräfte waren in 
Europa in die Erscheinung getreten, und sie schickten sich nun an, das Leben in diesem 
Räume nach neuen Gesetzen zu ordnen und zu bestimmen. Es lag deshalb in der inneren 
Logik dieses Vorgangs, daß die alten morschen Formen, die in Versailles künstlich 
aufgerichtet und zusammengeleimt worden waren, in sich selbst zerbrachen. Doch schon 
blühte neues Leben aus diesen 
-71- 

Ruinen. Die alte Zeit wurde abgelöst von einer jüngeren und auch zukunftsträchtigeren Zeit. 
Als am Dienstagabend kurz nach Mitternacht der Staatspräsident Hacha zu seiner 
geschichtlichen Unterredung beim Führer erschien, war der Weg, den die uralten deutschen 
Länder Böhmen und Mähren nun in Zukunft zu beschreiten hätten, eigentlich schon 
vorgezeichnet. Er war vorgezeichnet von der geschichtlichen Notwendigkeit selbst, die 
hierin einer klaren und überhaupt nicht mehr überhörbaren Sprache das Wort ergriffen hatte. 
Eine Nacht voll von nervenaufreibender Spannung vergeht. Als der Führer morgens um 5 
Uhr seine Proklamation an das deutsche Volk beendet, ist die geschichtliche Entscheidung 
gefallen. 

Kurz danach verkünden es die Rundfunksender in alle Welt: Die historischen Länder 
Böhmen und Mähren sind wieder in den Verband des großen Deutschen Reiches 
zurückgekehrt. Staatspräsident Hacha selbst hat den Führer darum gebeten, den Schutz 
dieser Länder zu übernehmen und damit die Erklärung verknüpft, daß er "das Schicksal des 
tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen 
Reiches lege". 
Damit hat die sogenannte Tschecho-Slowakei aufgehört zu existieren. 



In einer einzigen Nacht löst sich ein Staat auf, der in Wirklichkeit niemals ein Staat gewesen 
ist. Es ist derselbe Staat, für den im Herbst 1938 London und Paris angeblich noch bereit 
waren, Europa in eine schwere internationale, vielleicht kriegerische Verwicklung 
hineinzustürzen. Noch am 4. September 1938 hatte der Londoner "Observer" erklärt, das 
britische Volk würde sich gegen die hier vorgenommene Neuordnung "wie ein Block von 
Stahl stellen, und an seiner Seite würde eine überwältigendere Kombination als im letzten 
Kriege stehen". Ähnliche Stimmen waren damals aus Paris zu vernehmen, und hätten sich 
in England und Frankreich nicht vernünftigere, einsichtigere und klarer denkende 
Staatsmänner gefunden, so wäre es den Vabanquepolitikern der Demokratie zweifellos 
gelungen, wegen eines künstlichen Staatsgebildes eine unübersehbare Katastrophe 
heraufzuführen, das nun wie ein Kartenhaus zusammenfällt. 
Die Nacht vom vergangenen Dienstag zu Mittwoch hat damit auch 
-72- 

eine weitgehende Bestätigung der Richtigkeit der von Chamberlain und Daladier in der 
tschechischen Frage betriebenen Politik gezeitigt, und es ist deshalb allzu erklärbar, daß die 
Reaktion auf die innere Auflösung der ehemaligen Tschecho-Slowakei in den westlichen 
Demokratien gleich Null ist. Zwar stottern die gewerbsmäßigen Volksverhetzer in der 
internationalen deutschfeindlichen Lügenpresse noch ein paar pathetische Deklamationen 
und freche Beleidigungen Deutschlands zusammen, aber die sind von keinerlei politischem 
Belang. An den Tatsachen kann und wird nichts mehr geändert werden, und es ist nur ein 
Beweis mehr für die wachsende Einsicht in den westlichen Demokratien, daß sich keine 
Stimme von Rang vernehmen läßt, die auch nur die Absicht verrät, irgendwie noch 
Einspruch zu erheben. Deutschlands Rechtsstandpunkt ist zu klar, als daß er noch bestritten 
werden könnte. 

Am Mittwoch früh eilt der Führer zu seinen in Böhmen und Mähren einrückenden Truppen, 
und am Abend dieses ereignisreichen Tages trifft er in Prag ein. Auf dem Hradschin geht 
die Führerstandarte hoch. Das deutsche Volk hält für einen Augenblick den Atem an. Der 
letzte Mann in der Nation ist sich in diesem Augenblick im klaren darüber, daß hier 
Geschichte gemacht worden ist, daß ein historischer Akt von symbolhafter Bedeutung eine 
Entwicklung beendet, die in gleicher Weise die Möglichkeit zu Krieg und Frieden in sich 
schloß, und daß es der Klarheit, dem Mut und der Kühnheit des Führers zu verdanken ist, 
daß der Zeiger der Entscheidung auf Frieden und nicht auf Krieg hinwies. 
Das Reichsprotektorat für die historischen Länder Böhmen und Mähren wird proklamiert. 
Damit findet eine geschichtliche Entwicklung ihren Abschluß, die schon um das Jahr 1000 
ihren Anfang genommen hatte, als der älteste Chronist Böhmens, der Slawe Cosmas, bereits 
Böhmen zu Deutschland rechnete, was ja auch durch die Tatsache erwiesen wird, daß 
Böhmen und Mähren durch 1000 Jahre hindurch Lehensstaaten und wichtige Glieder des 
alten Deutschen Reiches gewesen sind. Prag selbst beherbergt die älteste deutsche 
Universität; die 1 schönsten Baudenkmäler dieser Stadt stammen von Deutschen: der 
Veitsdom, die Karlsbrücke, die Teyn- und die Niklaskirche. Wohlstand und wirtschaftliche 
Blüte dieses Volkes und Landes waren immer am 
-73- 

stärksten und sichtbarsten ausgeprägt, wenn es unter dem Schutz des Reiches stand. 
Diese Entwicklung setzt nun aufs neue ein. Mitteleuropa hat seinen Frieden 
zurückgewonnen, und zwar deshalb, weil nun eine Ordnung geschaffen wurde, in der der 
stärkere der beiden in diesem Lebensraum nebeneinander wohnenden Partner für den 



Frieden besorgt ist und der schwächere sich in seinen Schutz begibt und nicht umgekehrt. 
Es ist das auch eine durchaus logische und vernünftige Regelung des Verhältnisses der 
beiden Völker zueinander. Gibt man das Gesetz der Entscheidung in die Hand des 
Schwächeren, so muß er notwendigerweise den Versuch machen, den Stärkeren zu 
unterdrücken und zu entnationalisieren, weil er nur auf diese Weise das Gesetz der 
Entscheidung in seiner Hand behalten kann. Der Stärkere dagegen hat das nicht nötig. Eben 
weil er der Stärkere ist, kann er es sich leisten, großzügig zu sein und ein Statut des 
Zusammenlebens in Funktion zu bringen, das beiden Nationalitäten gerecht wird. 
So ist es hier der Fall. Es ist das eine wahrhaft geschichtliche Entscheidung, und unser 
deutsches Volk hat sie auch als solche entgegengenommen. 

Es sei bei dieser Gelegenheit wiederum ein Wort an unsere nörgelnden Besserwisser, die 
sich augenblicklich allerdings angesichts der Wucht der vollzogenen Tatsachen klugerweise 
nicht in die Debatte hineinmischen, in aller Offenheit gestattet. Diese Besserwisser sind 
immer nur dann zur Hand, wenn sich in der Nation irgendeine Krise oder eine 
Mangelerscheinung bemerkbar macht. Bei jedem großen geschichtlichen Erfolg ziehen sie 
sich in ihre Mimikry zurück, weil der Erfolg ihnen offenbar keine Möglichkeit bietet sich 
am nationalsozialistischen Staat oder an der nationalsozialistischen Weltanschauung zu 
reiben. Sie können es nicht verstehen, warum wir Nationalsozialisten und mit uns 
zusammen das ganze deutsche Volk diese Zeit lieben. Es sei ihnen bei dieser historischen 
Gelegenheit die Antwort auf diese Frage gegeben: 

Wir lieben diese Zeit, weil in ihr Geschichte gemacht wird. Diese Zeit läßt unsere Herzen 
höher schlagen, weil sie einen männlichen Charakter besitzt, weil uns der männliche 
Charakter dieser Zeit wert- 
-74- 

voller und wichtiger erscheint als ihre temporär auftretenden Schwierigkeiten, die nun 
einmal mit jeder großen Zeit verbunden sind. Wir können es uns einfach nicht vorstellen, 
daß es Menschen gibt, die sich in dieser berauschend großen Zeit wegen einer zeitweilig 
knapper werdenden Kaffeeration, wegen Mangel an Freiheit der Kritik oder wegen 
dogmatischer oder religiöser Haarspaltereien auch nur aufregen. Wir lieben diese Zeit, weil 
sie Aufgaben und Bewährungen stellt, weil sie einen Mann geboren hat, der nach vielen 
Jahrzehnten geschichtslosen Daseins der deutschen Nation unser Volk wieder zum Zuge 
brachte. Wir lieben diese Zeit, weil sie in ihren großen und gesegneten Stunden Probleme 
löst, an denen sich vielfach Jahrhunderte umsonst versucht haben; weil diese Probleme dann 
meistens, so scheint es wenigstens, mit einer fast spielerischen Leichtigkeit gelöst werden, 
die auf den laienhaften Beobachter geradezu wie zwangsläufig oder selbstverständlich 
wirkt. 

Diese Zeit ist unsere Zeit. Wir leihen ihr alle Kräfte unseres Herzens und unseres 
Verstandes, weil sie Konfliktstoffe beseitigt und damit den wahren Frieden bringt, weil sie 
ein Be Währungsfeld für echte Talente und männliche Begabungen darstellt, weil diese Zeit 
unsere große deutsche Chance ist, die wir als die gehorsamen Diener des Führers 
wahrnehmen und ergreifen helfen. Wir lieben diese Zeit, weil sie uns im Erfolg und Sieg 
alle mit ihr verbundenen Sorgen und Unbequemlichkeiten vergessen läßt, weil sie uns 
gelehrt hat, ein ruhiges, gefahrenloses und bequemes Leben zu verachten, weil diese Zeit 
groß ist und sich deshalb auch an große und unlösbar scheinende Probleme heranwagen 
darf. Und wir Nationalsozialisten bekennen es offen und mit Freimut, daß wir nur mit 
Mitleid und stoischer Gelassenheit auf jene kleinen und verständnislosen Zeitgenossen 
herabblicken, die des Geistes der geschichtlichen Epoche, die wir durchleben, keinen Hauch 



verspürt haben. Wie arm und leer muß es in ihren Herzen und Gehirnen aussehen, daß sie 
eine solche Zeit nicht erkennen und nicht begreifen, daß sie bei jeder lächerlichen Lappalie, 
die ihnen Unbequemlichkeiten verursacht, die großen geschichtlichen Triumphe dieser Zeit 
vergessen und Zustände bekommen möchten, weil einmal der Kaffee für ein paar Tage rar 
geworden ist. 
-75- 

Es ist nicht ihre Zeit, die wir durchleben. Sie haben sie nicht heraufgeführt, und sie gestalten 
sie nicht. 

Uns aber bindet an diese Zeit das Gesetz, nach dem wir angetreten sind. Wo immer der 
Führer es erfüllt, da stehen wir alle in treuem Gehorsam um ihn herum und danken dem 
Schicksal, daß es uns in seine große Zeit hineinwachsen ließ. Darum durchleben wir diese 
Zeit mit vollen Sinnen und empfinden in ihren gesegneten Stunden immer aufs neue das 
tiefe Glück, ihre Kinder sein zu dürfen. 
-76- 

Aussprache unter vier Augen mit der Demokratie 

21. März 1939 

Die machtpolitischen Verschiebungen, die im Laufe der vergangenen zwölf Monate in 
Mitteleuropa vor sich gegangen sind, haben in den westeuropäischen Demokratien 
beträchtliche Unruhe ausgelöst. Wir sind nicht zynisch genug, um uns den Anschein zu 
geben, als hätten wir dafür kein Verständnis. Aber es wäre uns wesentlich angenehmer, 
wenn die Demokratie wenigstens soviel Ehrlichkeit aufbrächte, die wahren Gründe ihrer 
Verstimmung ins Feld zu führen und nicht dauernd mit moraltriefenden Phrasen um sich zu 
werfen. Das ergäbe zweifellos eine viel klarere und sauberere Basis der internationalen 
Aussprache, als sie augenblicklich vorhanden zu sein scheint. 

So redet man in London und Paris von Gott und meint nach dem bekannten Worte über die 
Engländer Kattun. Und da wir gerade schon bei den Engländern sind, gestatten wir uns die 
höfliche Nebenbemerkung, daß sie ja besonders groß und wahrhaft berühmt sind in der 
Verschleierung ihrer politischen Motive. Doch wirkt das leider auf uns nicht mehr. Wir sind 
im November 1918 darauf hereingefallen. Aber das gibt's nur einmal, das kommt nicht 
wieder! Wir haben unsere Leichtgläubigkeit am Ende des Krieges mit einer bitteren 
Leidenszeit von 1918 bis 1933 sehr teuer bezahlen müssen. Wir befinden uns deshalb heute 
in der Rolle des gebrannten Kindes, das das Feuer scheut. Es hat deshalb auch gar keinen 
Zweck mehr, wenn man in London und Paris versucht, um die Dinge herumzureden. Es 
wäre offenbar viel praktischer und würde den Wert der Diskussion nur fördern können, 
wenn man dort Begriffe wie Humanität, Zivilisation, internationales Recht und 
internationales Vertrauen in diesem Zusammenhang endgültig aus der öffentlichen Debatte 
ausschiede. Denn wir müssen gestehen, daß wir uns eines leichten Lächelns nicht erwehren 
können, wenn ausgerechnet die englische Presse mit einem geradezu blutigen Ernst diese 
Begriffe in der Auseinandersetzung zwischen der 
-77- 

Demokratie und den autoritären Staaten zur Anwendung zu bringen versucht. Da können 
wir nur höflich, aber mit Bestimmtheit sagen: Gestatten Sie, daß wir laut und vernehmlich 
kichern! 



Das wirkte vielleicht auf unser bürgerliches Vorkriegsdeutschland, das ja dafür bekannt 
war, daß es die Phrasen der Demokratie für bitteren Ernst nahm. Es wirkte vielleicht auch 
noch auf unsere biedermännischen Systemgrößen und parlamentarischen Spießer der 
Nachkriegszeit. Für uns Nationalsozialisten dagegen hat diese Argumentation vollkommen 
den Reiz der Neuheit und Originalität verloren. Sie entbehrt jeder Glaubwürdigkeit. Wir 
bewundern dabei nur noch die geradezu aufreizende Dummdreistigkeit, mit der diese 
Argumente in der Polemik vorgebracht werden. Wenn die Engländer sich im Verlaufe der 
mehrhundertjährigen Geschichte der Aufrichtung und Verteidigung ihres Empire in diesen 
Dingen allmählich ein dickes Fell zugelegt haben, so können wir ihnen zu ihrer Beruhigung 
versichern, daß wir uns nach unseren neueren Erfahrungen in dieser Beziehung auch nicht 
mehr zu beklagen brauchen. Es wäre also sehr wohltuend und außerordentlich angenehm, 
wenn wir wenigstens versuchen wollten, uns gegenseitig nichts mehr vorzumachen. Wir 
kennen uns doch. Wir wollen uns also einmal als ehrliche Männer scharf in die Pupille 
schauen, und zwar gänzlich ohne frommen Augenaufschlag, und die Dinge endlich, endlich 
beim Namen nennen. 

Was wurde denn in Versailles eigentlich mit Mitteleuropa geplant und versucht? Man hatte 
Deutschland zu Boden geschlagen, es militärisch entwaffnet und wirtschaftlich 
ausgeplündert. Man hatte ihm seine Auslandsguthaben und seine Handelsflotte genommen. 
Seine Kolonien wurden aus seinem Machtbereich herausgebrochen. Der Versuch eines 
Anschlusses Österreichs an das Reich wurde als Anschlag auf die europäische Sicherheit 
gebrandmarkt, und die Errichtung des mehr als merkwürdigen tschecho-slowakischen 
Staatsgebildes hatte gar keinen anderen Zweck, als Deutschland den Pfahl mitten ins Fleisch 
hineinzutreiben und in Böhmen und Mähren ein sehr bequemes und billiges militärisches 
Aufmarschfeld gegen das Reich zu errichten. Damit glaubte man Deutschland nicht nur 
endgültig aus dem internationalen Spiel ausgeschaltet, sondern es auch für alle Zukunft mit 
seinen eigenen Sorgen beschäftigt zu haben. Deutschösterreich sollte als ewiger Zankapfel 
zwischen dem 
-78- 

Reich und der westeuropäischen Demokratie liegen, und die sogenannte Tschecho-Slowakei 
hatte dabei die Aufgabe, die militärische Einkreisung des Reiches zu sichern und auf eine 
feste Basis zu stellen. 

Das bedeutete nichts anderes als den Versuch einer Konservierung europäischer 
Spannungen, die dazu angelegt waren, den wenn auch in seiner militärischen Abwehrkraft 
vollkommen niedergeschlagenen, so doch in seiner Volkskraft immerhin noch bedrohlichen 
deutschen Riesen mit sich selbst und seinen eigenen Sorgen zu beschäftigen. 
Das war für London außerordentlich praktisch und bequem. Denn England hatte damit freie 
Hand für den Ausbau und die Verteidigung seines Weltreichs. Es brauchte sich um die 
Ausbalancierung der Kräfte in Europa kaum noch zu bekümmern, da ja Deutschland infolge 
der nach Lage der Dinge ständig zunehmenden mitteleuropäischen Spannungen 
vollkommen aus dem internationalen Kräftespiel ausgeschaltet war. Das Reich hatte den 
Stachel im eigenen Fleisch sitzen. Es besaß keine strategischen Grenzen mehr, um sich 
wirksam gegen einen drohenden Überfall zu beschützen. Es konnte somit auch keine Politik 
betreiben, die seine eigenen Lebensrechte verfocht; denn eine solche Politik wurde von 
vornherein von London und Paris als Versuch der Störung des europäischen Kräftegewichts 
angesehen und dementsprechend mit militärischen Maßnahmen bedroht. Das Reich war ein 
Habenichts und sollte — dafür waren alle diese Vorbereitungen getroffen — auch für die 



fernere Zukunft ein Habenichts bleiben. Man gab ihm gelegentlich Anleihen und Kredite, 
um es sich damit endgültig gefügig zu machen. 

England fühlte sich diesen rund um Deutschland klug angelegten Spannungen gegenüber als 
so eine Art von Weltgendarmen und mit Moral gepolstertem Ordnungspolizisten. Es hatte 
sich daran gewöhnt, bei allen Vorgängen in Mitteleuropa gewissermaßen Betragenszensuren 
auszustellen, und zwar in umgekehrter Reihenfolge. Gab es in Mitteleuropa Krach, so 
lautete die Note Sehr gut, schickte Mitteleuropa sich an, einen soliden Frieden vorzubereiten 
und einzuleiten, so lautete die Londoner Zensurnote Vollkommen ungenügend. Hin und 
wieder wurde der deutschen Presse gestattet, ein bißchen Theaterlärm zu machen. Die 
Engländer registrierten das dann mit Schmunzeln und der nun einmal dazugehörenden 
moralintriefenden Entrüstung. Für das Empire aber 
-79- 

lautete das Fazit dieser Rechnung, daß London vollkommen beruhigt sein könne: 
Deutschland ist mit sich selbst beschäftigt, unser ungezogenes Kind in Europa hat wieder 
sein Spielzeug. 

Das ging nun so lange gut, als in Deutschland die Demokratie regierte. Das erfuhr aber eine 
grundlegende Änderung, als mit der Machtübernahme durch den Führer Ansehen, Stärke 
und Wehrkraft des Reiches eine beträchtliche Steigerung erfuhren. Damit waren auch die 
latenten Spannungen in Mitteleuropa aufs neue zur Debatte gestellt. Das Reich hat nun den 
ernsthaften Versuch unternommen, die von den Vätern des Versailler Vertrages begangenen 
Sünden nach und nach wiedergutzumachen. Wir nehmen den Engländern und Franzosen 
nicht übel, daß sie uns dabei nicht geholfen haben. Wir können verstehen, daß sie diesen 
geschichtlichen Vorgängen gegenüber kein Verständnis aufbringen oder wenigstens so tun, 
als hießen sie Hase und wüßten von nichts. Aber wir fragen doch voll Bescheidenheit: Was 
in aller Welt hat das denn eigentlich mit Moral zu tun? Wir wollen doch einander nichts 
vormachen. England und Frankreich sind durchschaute Ihr sauberes Plänchen von 
Versailles liegt zerrissen am Boden. Ihr hinterlistiges Vorhaben der Konservierung der 
mitteleuropäischen Spannungen ist durchkreuzt. Der Anschluß Österreichs an das Reich, die 
Lösung der sudetendeutschen Frage und die Errichtung eines deutschen Protektorats über 
Böhmen und Mähren sind geschichtliche Vorgänge, die sich sehr zur Zufriedenheit aller 
daran Beteiligten, und zwar erstaunlicherweise ohne jedes Blutvergießen, abgespielt haben. 
Nun regt man sich in London und Paris darüber auf, daß die Demokratien nicht vorher 
gefragt worden sind. Sie sind offenbar nicht gefragt worden, weil man annehmen mußte, 
daß sie für diese Lösung der mitteleuropäischen Spannungen, die sie ja gerade durch ihre 
Politik verursacht hatten, nur wenig Verständnis aufbringen würden, ganz abgesehen davon, 
daß die vorangegangene Einigung zwischen Berlin und Prag ihre Konsultation gänzlich 
überflüssig machte. Daß sie nicht gefragt wurden, ist fürchterlich, aber nun einmal nicht 
mehr zu ändern. Und nun sind sie wütend: nicht nur wütend, sondern auch betrübt, wie 
immer die Lohgerber betrübt sind, wenn ihnen ihre Felle wegschwimmen. Aber es wäre 
doch sehr fair und anständig, wenn man in London und Paris wenigstens 
-80- 

ganz offen erklärte: Das, was sich im Verlauf der letzten zwölf Monate in Mitteleuropa 
abgespielt hat, ist eine pure Gemeinheit; denn die Folge davon ist, daß die verfluchten 
Deutschen sich wieder im internationalen Kräftespiel befinden, daß man nun das Reich aufs 
neue bei allen politischen Berechnungen mit einkalkulieren muß, daß Deutschland offenbar 
Anstalten trifft, um nicht für jede Zukunft ein Habenichts zu bleiben, daß es seine 



Existenzansprüche anmeldet, daß es damit London und Paris allmählich auf die Nerven fällt 
und anfängt, lästig zu werden. Wie gesagt, das wäre eine Aussprache unter Männern. 
Statt dessen machen sie in Moral, reden von Zivilisation, von gebeugtem Recht und 
unterdrücktem Volkstum. Wenn die englische Presse von politischer Moral redet, dann ist 
man immer geneigt, leise zu hüsteln. Die Engländer haben's nötig! Sie haben während des 
Krieges über Deutschland eine Blockade verhängt, der Hunderttausende von deutschen 
Frauen und Kindern zum Opfer gefallen sind. Sie handelten damit nach einem alten, 
bewährten Prinzip, das sie bereits im Burenkrieg erprobt hatten. In Versailles schlugen sie 
ein vorher mit gleisnerischen Phrasen entwaffnetes, anständiges und fleißiges Volk 
rücksichtslos und brutal zu Boden. Was das mit Moral zu tun hatte, ist uns gänzlich 
unerfindlich. Wenn die Franzosen von Zivilisation reden, so erinnern wir uns jener 
Negerbataillone, die sie während der Besatzungszeit an den Rhein und an die Ruhr 
schickten, um einem der ältesten Kulturvölker des Abendlandes eine Vorstellung von der in 
Paris gemeinten Zivilisation zu vermitteln. Wenn in London von gebeugtem Recht die Rede 
ist, so richten sich merkwürdigerweise die Augen von ganz Europa nach Palästina, wo man 
augenblicklich einen sehr eindringlichen Anschauungsunterricht über den Begriff des 
gebeugten Rechtes erhalten kann. Man sieht im Geiste in Humanität verpackte englische 
Bomben auf wehrlose indische Dörfer niedersausen und macht sich so seine eigenen 
Gedanken über das, was man in London unter gebeugtem Recht versteht. Und gar das 
angeblich von den Deutschen unterdrückte tschechische Volkstum in Schutz zu nehmen, 
macht sich allerdings mehr als ulkig im Munde von Politikern, die in einem englischen 
Weltreich alle Volkstümer und alle Rassen der Erde zusammengepfercht haben, nicht 
immer nur mit der Liebe, sondern manchmal auch mit etwas Gewalt. 
-81- 

Im übrigen imponieren uns die Engländer als Vertreter ausgerechnet unseres 
nationalsozialistischen Rasseprinzips nur sehr wenig. Wir wußten gar nicht, daß man in 
London schon so weit vom Nationalsozialismus infiziert ist, daß man jetzt mit einem Male 
deutsche Argumente ins Feld führt, um gegen den deutschen Standpunkt zu polemisieren. 
Wir haben nicht die Absicht, die Tschechen in Böhmen und Mähren ihres Volkstums zu 
berauben oder sie zu entnationalisieren. Bestände diese Absicht, so täten wir offenbar gut 
daran, in einigen englischen Dominions und Kolonien den für eine solche Operation 
notwendigen Anschauungsunterricht zu nehmen. 

In London und Paris erklärt man, der militärische Einmarsch in Böhmen und Mähren sei 
illegitim. Auch die Tour kennen wir. Illegitim war die Militarisierung des Rheinlandes, war 
die Eroberung Abessiniens, war die Errichtung des unabhängigen Staates Mandschukuo, 
war die nationale Erhebung Francos gegen die Madrider Bolschewistenherrschaft, war der 
Anschluß Österreichs an das Reich und selbstverständlich auch der militärische Einmarsch 
in Böhmen und Mähren. Das sind Illegitimitäten nach dem Wortschatz der reichlich alt 
gewordenen Demokratie. Aber es waren Maßnahmen zur Wahrung des legitimen 
Lebensrechtes der davon betroffenen Völker. Im übrigen sind die Illegitimitäten von heute 
oft die Kinder von morgen. Dieser Vorwurf zieht also bei uns nicht mehr. 
Wir fragen deshalb in aller Bescheidenheit: Wozu der Lärm? Was steht den Herren zu 
Diensten? Wir billigen den Demokratien selbstverständlich das Recht zu, sich vor den 
Augen Europas zu blamieren, so gut sie können. Das ist ihre Sache. Wir möchten nur, daß 
die Debatte, in der sie sich mit uns auseinanderzusetzen versuchen, sauber und klar wird. 
Wir haben den eindringlichen Wunsch, von Mann zu Mann zu sprechen. Und wenn wir die 
Wahrheit sagen sollen, so müssen wir schlicht und einfach bekennen, daß das Gerede von 



Moral und Humanität, das in diesen Tagen spaltenweise durch die englischen Blätter geht, 
uns allmählich ankotzt. Der Erzbischof von Canterbury ist für uns keine von Gott 
eingesetzte Instanz zur moralischen Beurteilung der Neuordnung Mitteleuropas; noch viel 
weniger sind das die ewigen Panikmacher in den Redaktionsstuben der Pariser und 
Londoner Hetzblätter. 
-82- 

Unsere Moral liegt in unserem Recht. Wer dieses Recht unterdrückt, handelt an uns 
unmoralisch, auch wenn er sein Handeln mit Weihrauch umnebelt und dazu fromme Gebete 
murmelt. Uns imponiert das nicht mehr. Wir wollen in Europa Klarheit und Gerechtigkeit. 
Darauf sind wir bereit, den neuen Frieden aufzubauen. Ist der einmal hergestellt, dann haben 
die politischen Moralpauker das Recht, wieder in die Erscheinung zu treten und die ihnen so 
geläufigen frommen Sprüche herzubeten. 

Damm schlagen wir für die Auseinandersetzung zwischen den demokratischen und 
autoritären Staaten vor: Etwas mehr Gerechtigkeitsgefühl und etwas weniger Moralin; etwas 
mehr an die Zukunft Europas denken und etwas weniger an die Aufrechterhaltung 
unmöglicher machtpolitischer Zustände, die ewig sich erneuernde Konflikts Stoffe in sich 
bergen; und wenn man von Gott redet, auch an Gott denken, und wenn man Kattun meint, 
auch Kattun sagen. 
-83- 

Die Moral der Reichen 

25. März 1939 

Die Reichen haben es erfahrungsgemäß immer leichter, moralisch zu sein, als die Armen; 
der Reichtum ist vielfach ein Schutzwall, die Armut dagegen ein Anreiz zum Vergehen. 
Zum Beispiel wird ein Reicher niemals auf den Gedanken kommen, Brot zu stehlen. Brot 
stiehlt immer nur einer, der Hunger hat und kein Geld besitzt, um sich Brot zu kaufen. 
Wenn der Reiche Hunger hat, so steht ihm ausreichend Brot und tausenderlei anderes zur 
Verfügung, um seinen Hunger zu stillen. 

Ein Reicher, der sich im Besitz eines Autos befindet, wird auch niemals der Versuchung 
verfallen, ohne Fahrkarte mit der Straßenbahn zu fahren. Denn abgesehen davon, daß es ihm 
ein leichtes ist, eine Fahrkarte zu kaufen, wartet vor seiner prunkvollen Villa ein ebenso 
prunkvolles Auto, das ihn befördert, wohin er will. 

Auch die Gesetze des familiären oder sozialen Zusammenlebens müssen unter den Armen 
viel strenger sein als unter den Reichen. Die Armen sitzen in großer Zahl in den 
Mietskasernen zusammengepfercht, während die Reichen in geräumigen Villen wohnen mit 
so viel Zimmern, daß einer sich dem anderen entziehen kann und damit auch nicht Gefahr 
läuft, ihm lästig zu fallen. In den Mietskasernen muß deshalb, wenn die Menschen dort 
überhaupt einträchtig nebeneinander wohnen wollen, zu einer gewissen Zeit abends der 
Rundfunk abgestellt werden, weil sonst der Nachbar in der Nebenwohnung nicht schlafen 
kann, und er hat den Schlaf nötig, da er am anderen Morgen zeitig zur Arbeit muß. In einer 
großen Villa kann der Lautsprecher die ganze Nacht durch dröhnen, denn die nächste Villa 
liegt 30,40 oder 100 Meter entfernt, und man hört dort gar nicht mehr, was in der 
Nebenvilla vor sich geht. 

Die Armen müssen also viel disziplinierter leben als die Reichen, denn sonst können sie 
überhaupt nicht miteinander und nebeneinander auskommen. 
-84- 



Es ist aber doch gelinde gesagt eine Unverschämtheit, wenn die Reichen den Armen einen 
Vorwurf daraus machen, daß bei ihnen Gesetze gelten und gewissermaßen aus Zwang auch 
als selbstverständlich hingenommen werden, die unter den Reichen gar nicht notwendig 
sind. 

Was nun die Moral selbst betrifft, so sind meistens die Menschen am moralischsten, die 
bereits ein bewegtes Leben hinter sich haben. Der Volksmund sagt ja schon, daß die 
schlimmsten Huren im Alter meistens auch die frömmsten Betschwestern werden. Die 
Natur macht ihnen dann die Moral verhältnismäßig leicht, und es ist zu verstehen, daß sie in 
einem betagteren Lebensalter versuchen, eiligst das nachzuholen, was sie in einer wilden 
Jugend offenbar versäumt haben. Sie wollen eine anrüchige Vergangenheit vergessen 
machen, und darum lieben sie es, mit Moralsprüchen über die herzufallen, die noch im 
Leben stehen oder gar noch ein Leben vor sich haben. Auf einmal ist nun alles umgekehrt, 
was früher selbstverständlich war. Das Alter fördert die Moral, vor allem, wenn man eine 
lange Jugendzeit ausgiebig dazu benutzt hat, sich auszuleben. 

Das ist nun nicht nur so unter den Privatmenschen, das ist auch so unter den Völkern. Und 
hier liegt der eigentliche Grund, warum wir uns im Augenblick mit der Demokratie und vor 
allem mit England nicht verständigen können. 

Die Engländer tun sich leicht, von politischer Moral zu reden. Sie besitzen alles, was sie zu 
ihrem nationalen Leben gebrauchen. Sie haben sich in einer Zeit, in der in der Politik noch 
nicht viel von Moral gesprochen wurde, ein Weltreich zusammengezimmert. Und nun ver- 
teidigen sie ihr Empire mit moralischen Sprüchen. 

Sie kämen bildlich gesprochen nie auf den Gedanken, Mundraub zu begehen, denn sie 
haben keinen Hunger. Sie besitzen genügend Brot, um ihren Hunger jeweilig zu stillen. Sie 
können auch leicht über unseren Vierjahresplan spotten, da ihnen ein unermeßliches 
Weltreich als Rohstoffbasis zur Verfügung steht. Die Gesetze ihres nationalen Zusammen- 
lebens dürfen sehr lax, um nicht zu sagen demokratisch sein, da sie nationalpolitisch 
gesehen von keiner Gefahr bedroht sind. 

Uns Deutschen wird das alles nicht so leicht gemacht. Wir haben unsere nationalpolitische 
Einigung im letzten Sinne erst in den 
-85- 

vergangenen sechs Jahren erlebt. Sie ist also noch jung und trägt an sich noch alle Narben 
unserer ehemaligen Zerrissenheit. Wir müssen sie also vorsichtig und unter Umständen auch 
streng bebändern, damit die Wunden nicht wieder aufs neue aufbrechen. 
Die Engländer können sich beispielsweise den Luxus der sogenannten Freiheit der Meinung 
leisten. Der kostet sie nichts. Die Geschlossenheit des Empire kann dadurch in keinem 
Augenblick gefährdet werden. Ihr ganzes englisches Volkstum ist in einem Reich vereint. 
Sie brauchen deshalb auch keine Überraschungshandlungen zu vollziehen, um "fait 
accomplis" zu schaffen; denn sie besitzen ja alles, was sie nötig haben oder auch nur 
wünschen könnten, ganz zu schweigen davon, was ihnen zusteht. 

Wie sollte England auf den Gedanken kommen, Volk zu Volk zu holen, wo das englische 
Volk seit Jahrhunderten in einem geschlossenen Reich vereint ist? 

Wir aber waren zu solchen Handlungen gewissermaßen gezwungen. Wir konnten gar nicht 
anders. Wir tun das nicht aus Übermut, sondern nur, weil wir leben wollen. Aber mit Moral 
hat das weder auf der englischen noch auf der deutschen Seite irgend etwas zu tun. Man soll 
sich überhaupt in der Politik davor hüten, Begriffe ins Feld zu führen, die im politischen 
Leben eine gänzlich andere Bedeutung haben als im privaten. 



In diesen Tagen wurde in London von sehr autoritativer Stelle aus erklärt, daß zwar England 

auch Protektoratsgebiete besitze, daß die englischen Protektorate aber nur die Aufgabe 

hätten, die Freiheit und die Kultur der in ihnen lebenden Völker höher zu entwickeln. 

Als diese tiefgründige Weisheit der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde, ging ein breites Grinsen 

über das Gesicht Europas. Die Engländer haben eine Art, die Wahrheit zu verschleiern und 

mit moralischen Phrasen allen bekannte und manchmal auch sehr zweifelhafte Zustände zu 

überdecken, die geradezu Bewunderung erregen muß. 

Sie sind heute so moralisch, weil sie ihr Schäfchen im Trockenen haben und nun ihre 

geschichtliche Vergangenheit vergessen machen möchten. Sie finden nichts dabei, daß die 

europäischen Völker in Besitzende und Habenichtse eingeteilt werden. Sie haben offenbar 

gar kein Empfinden dafür, daß das eine geradezu aufreizende Beleidigung für die 

Habenichtse 

-86- 

darstellt. Sie würden aus eigenem Entschluß niemals auf den Gedanken kommen, diesen 
Zustand zu ändern. Im Gegenteil, sie fassen ihn sozusagen als gottgegeben auf. Eine höhere 
Ordnung hat das so eingerichtet, daß die Engländer alles besitzen und die anderen Völker 
von den Reichtümern der Welt ausgeschlossen und deshalb der Gnade der Engländer 
ausgeliefert sind. 

Es gibt in London eine Zeitung, die geradezu den Prototyp des englischen Charakters 
darstellt. Diese Zeitung nennt sich "Times". Sie tut meistens sehr vornehm und seriös und 
würde nur gezwungenermaßen schimpfen oder mit Injurien um sich werfen. Sie ist 
außerordentlich moralisch und hält es für ihre gottgegebene Aufgabe, in der ganzen Welt 
politische Betragenszensuren auszuteilen. In alles, was unter der Sonne vor sich geht, 
mischt sie sich als berufene Instanz ein und verkörpert damit die typisch englische 
Auffassung von der göttlichen Ordnung der Dinge. Und das Sonderbare dabei ist, daß es 
manchmal den Anschein hat, als glaubten die Engländer selbst das, was sie sagen. Ihre 
Presse versteht es, in einer derartig frechen und dummdreisten Weise zu schwindeln, daß 
einem manchmal direkt die Spucke wegbleibt. Und sie beharrt, auch wenn sie widerlegt 
wird, so impertinent auf ihrem Schwindel, daß der Laie, der die Mentalität dieser Presse 
nicht kennt, auf den Gedanken kommen könnte, sie sei selbst auf ihren eigenen Schwindel 
hereingefallen. Das ist aber keineswegs der Fall. Das ist nur ein Zeichen für die geradezu 
verblüffende nationale Disziplin, die die englische Publizistik auch im Zeichen der Freiheit 
der Meinung auszuzeichnen pflegt. 

Allerdings steht die englische Presse damit heute so ziemlich allein auf weiter Flur. Außer 
ihr selbst glaubt ihr niemand mehr. Überall sonstwo in Europa zwinkert man sich mit den 
Augen zu, wenn die Engländer in politischen Spannungszeiten anfangen zu beten. Sie 
fordern dann jeden zu gemeinsamen moralischen Morgen- und Abendandachten auf, mit 
dem sie gerade ein kleines Geschäft oder einen politischen Kuhhandel vorhaben. 
Sie würden in einem Existenzkampf ihr nationales Leben zweifellos mit allen ihnen zur 
Verfügung stehenden Mitteln verteidigen. Aber sie haben es immer für klüger gehalten, ihre 
Kriege bis zum letzten Franzosen, bis zum letzten Russen oder bis zum letzten Amerikaner 
zu führen. 
-87- 

Ein Beweis für die Dreistigkeit, mit der in London gelogen wird, ist die jüngste Behauptung 
eines angeblich von Deutschland an Rumänien gestellten Ultimatums. Dieser Schwindel ist 
in London erfunden worden und sollte dazu dienen, in einer kritischen Stunde die 
Weltöffentlichkeit gegen das Reich zu alarmieren. Er wurde in kürzester Frist sowohl von 



Berlin wie auch von Bukarest auf das entschiedenste dementiert. Aber nach der Aufdeckung 

dieses Schwindels kamen die Engländer sich bei Gott nicht etwa wie ertappte Sünder vor. 

Im Gegenteil, sie sprachen von dieser ungeheuerlichen Unterstellung als von einer 

Nachricht, bei der man trotz der kategorischen Dementis noch nicht genau wüßte, ob sie nun 

wahr oder unwahr sei. 

So sind die Engländer, so waren sie immer und so werden sie vermutlich auch immer 

bleiben. Sie haben also keinerlei Berechtigung, sich bei uns um eine Gouvernantenstellung 

zu bewerben. 

Wie kämen wir auch dazu, uns von ihnen Moralpauken halten zu lassen. Wenn von 

politischer Moral die Rede ist, dann tut die englische Presse gut daran, sich nach besten 

Kräften aus der Debatte herauszuhalten. 

Seit einigen Wochen senden die Engländer auf ihren Rundfunksendern Nachrichten in 

deutscher Sprache. Sie machen das sehr geschickt, indem sie sich den Schein der 

Wahrheitsliebe und einer strengen, fast wissenschaftlichen Objektivität geben. Sie tun das, 

weil sie glauben, sich damit in Deutschland vorerst einmal einen Hörerkreis zu sichern. Den 

Hörerkreis hoffen sie dann benutzen zu können, wenn es einmal hart auf hart ginge. Dann 

würden die Engländer nicht mehr so objektiv sein, wie sie sich heute den Anschein geben. 

Dann würden plötzlich wieder die alten Greuelmärchen aufgetischt werden, mit denen sie 

während des großen Krieges eine ganze Welt gegen Deutschland alarmiert und in Front 

gestellt haben. 

Sie tun nun so, als wunderten sie sich, daß der deutsche Rundfunk auch seinerseits damit 

beginnt, Nachrichten in englischer Sprache zu senden. Es wird nicht lange dauern, dann 

kommen sie mit Beschwerden. Sie können sich gar nicht vorstellen, daß in Europa 

irgendeinem anderen Volk dasselbe Recht zusteht, das den Engländern zusteht. 

Ihre Moraltrompeterei in der vergangenen Woche bei Gelegenheit des Einmarsches 

deutscher Truppen in Böhmen und Mähren war geradezu 

-88- 

ein Schulbeispiel für die englische Mentalität; nur mit einem Unterschied gegen früher, daß 
diese Moraltrompeterei heute offenbar nicht mehr recht zieht. 

Es ist gegenwärtig für ganz Europa ein mehr als ulkiges Bild, England als die etwas ältliche 
Moraltante Europas auf dem Plüschsofa seines Empire sitzen und aus der Sicherheit seines 
eigenen Reichtums heraus Betragenszensuren austeilen zu sehen. Denn dieses Europa hat 
sich seit dem Kriege von Grund auf geändert. Die armen Völker sind auch die jungen 
Völker. Sie wollen leben und werden leben. Daran wird sie im Ernst auch der Erzbischof 
von Canterbury nicht mehr hindern können. Die Reichen sind erkannt. Sie können die 
Forderungen der Habenichtse nicht mehr mit .moralischen Phrasen abtun. Sie müssen 
heraus aus ihrer Mimikry. 

John Bull täte also gut daran, die Maske zu lüften, damit Europa erkennt, daß hinter dem 
Schwall von Phrasen, mit dem England heute die öffentliche Weltmeinung umnebelt, ein 
Empire steht, das aus Krieg und Aufstand, aus Unterdrückung, Konzentrationslager, Hunger 
und Blut entstanden ist. 

Wir Deutschen sind gern bereit, uns moralisch belehren zu lassen, aber nur von einer 
Instanz, die dazu eine Qualifikation besitzt. England besitzt diese nicht. Wenn von 
politischer Moral die Rede ist, so hat das Empire zu schweigen. Darum geben wir nach 
London mit freundlichem Händewinken einen guten Rat hinüber: Schreit nicht so laut, ihr 
seid nicht unter euch, sondern die ganze Welt hört zu und lacht sich Tränen über eine Moral, 
die fromme Gebete murmelt, aber nach Blut riecht. 



-89- 

Wer will den Krieg? 

1. April 1939 

In gewissen Zirkeln des europäischen Westens wird augenblicklich von einem kommenden 
Krieg gesprochen, als sei das das Selbstverständlichste von der Welt. Auch das ist ein 
Charakteristikum der Demokratie. Das, was man fürchtet, wird beredet, und mit lautem 
Geschrei sucht man sich einer herannahenden Gefahr, die man selbst heraufgeführt hat, zu 
entziehen. Man gleicht damit jenem Knaben, der furchtsam durch einen finsteren Wald geht 
und vor lauter Angst ständig ruft: "Ich habe keine Angst! " 

Die demokratischen Kriegshetzer verbreiten damit allerdings allmählich eine Atmosphäre in 
Europa, die zu den schwersten Besorgnissen Anlaß gäbe, wenn die autoritären Staaten nicht 
rechtzeitig durch eine sehr solide Aufrüstung dafür gesorgt hätten, daß sie von der 
Demokratie nicht überfallen werden können. Die Kriegspsychose, die gerade in den letzten 
Wochen in London, Paris und New York verbreitet worden ist, überschreitet das Maß des 
auch in der Demokratie Zulässigen bei weitem. Das hat schon dazu geführt, daß man in 
Amerika bei Gelegenheit der Übertragung eines harmlosen Hörspiels im Rundfunk in der 
Tat einen Angriff der Marsbewohner auf den amerikanischen Kontinent in breitester 
Öffentlichkeit für bevorstehend gehalten hat. Soweit also haben es diese skrupellosen 
Kriegs- und Panikmacher schon gebracht. Wenn auch die von ihnen verbreitete allgemeine 
Psychose manchmal geradezu kindische Formen annimmt, so kann es doch nicht bezweifelt 
werden, daß ihr eine gewisse Gefahr innewohnt. Es ist deshalb notwendig, daß man 
beizeiten die Urheber dieser gewittrigen Atmosphäre beim Namen nennt, damit die Völker 
im Bedarfsfall wissen, woran sie sich zu halten und wem sie das für sie daraus erwachsende 
Unglück zu verdanken haben. 

Es ist im übrigen durchaus verständlich, daß in den Demokratien so viel vom kommenden 
Krieg geredet wird. Das ist gewissermaßen Ausnuß des schlechten Gewissens, das die 
Demokratie sehr mit Recht hat. 
-90- 

Im Hintergrund dieser panikartigen Kriegsfurcht steht der Versailler Vertrag, der im 
Sommer 1919 dem deutschen Volk aufgezwungen wurde. Er hatte keinen anderen Zweck, 
als Deutschland machtpolitisch aus dem Kreis der großen Nationen auszustoßen und es 
ringsum an seinen Grenzen mit politischen Spannungen zu umgeben, von denen man hoffte, 
daß sie das Reich in ständiger Unruhe halten würden. Wenn ein in der Weltgeschichte 
abgeschlossener Vertrag den Namen Friedensvertrag gänzlich zu Umecht trägt, dann ist das 
der Versailler Vertrag. Er hat weder den Frieden gebracht noch ihn gewollt. Im Gegenteil 
war er seiner ganzen Anlage nach dazu angetan, an allen Fronten rings um Deutschland 
jedes auch nur denkbare Feuer wachzuhalten, damit man es im Bedarfsfall hochblasen 
konnte. Man wollte durch Konservierung und Neuschaffung aller möglichen und 
unmöglichen künstlichen Gegensätze Europa in einer ewigen Nervosität erhalten, und da 
Deutschland bei diesen Gegensätzen ständig der Leidtragende war, konnte man sich der 
eitlen Hoffnung hingeben, es für die nähere und weitere Zukunft im Spiel der Mächte 
gänzlich zu inaktivieren. 

Dieser Versuch ist nun offenbar mißlungen. Wäre in Deutschland die Demokratie nicht 
überwunden worden, so hätte er gewiß zum Ziele geführt. Daraus auch ist es zu erklären, 
daß der demokratische Westen, der doch sonst für jede in Deutschland tätig werdende 



Opposition das weiteste Verständnis hat, sich im Falle des Nationalsozialismus von Anfang 
an, auch als er noch in der Opposition stand, ablehnend verhielt. Als der Führer und 
bekannte Nationalsozialisten von der demokratischen Republik mißhandelt, verfolgt und in 
die Gefängnisse geworfen wurden, hat niemand in London und Paris jenes humanitäts- und 
mitleidgefüllte Herz zu Worte kommen lassen, das man heute so gern etwa einem 
obstruierenden Pfarrer oder einem herumstänkernden Intellektuellen in Deutschland mit 
einer so verdächtigen Bereitwilligkeit offeriert. Das liegt daran, daß man von der 
nationalsozialistischen Opposition mit Recht nichts anderes glaubte erwarten zu dürfen, als 
daß sie, zum Zuge gekommen, das deutsche Volk einigen und das Reich wieder in das Spiel 
der Mächte zurückführen würde. 

Das ist nun geschehen, und die vorauszusehenden Folgen außenpolitischer Art sind auch 
prompt eingetroffen. Der Versailler Vertrag liegt 
_91_ 

zerrissen am Boden. Von seiner weiteren Aufrechterhaltung kann überhaupt keine Rede 
mehr sein; mehr noch, Europa beginnt sich unter der geistigen Führung des 
nationalsozialistischen Deutschland und des faschistischen Italien in seiner Gesamtheit neu 
zu ordnen und zu orientieren. Die jungen Völker dieses Erdteils haben in kühnen 
Revolutionen ihr nationales Dasein auf eine feste Basis gestellt, und damit sind auch in 
ihren eigenen Ländern jene subversiven Kräfte ausgeschaltet worden, die bis dahin das 
politische und wirtschaftliche Leben Europas maßgeblich bestimmten. 
In den Demokratien allerdings sind diese Kräfte noch am Ruder, und daraus ergeben sich 
Reibungspunkte und Zündflächen, die, wollte man die Interessen der Länder und Völker 
allein zu Worte kommen lassen, zwar überhaupt nicht ins Gewicht fallen würden, im 
gegenteiligen Falle aber von einer verhängnisvollen Tragweite sein können. 
Die Kräfte, die in Deutschland und Italien aus dem öffentlichen Leben ausgeschaltet 
wurden, sind internationalen Charakters. Sie können sich auf ihre geistige Brüder- und 
Vetternschaft in London und Paris eher verlassen als auf irgendeine Mithilfe im eigenen 
Volke. Sie haben niemals ein Vaterland, das Deutschland oder Italien heißt, gekannt, ja sie 
haben das, wo es irgendwie in Frage kam, auch offen zum Ausdruck gebracht und danach 
gehandelt. Sie kannten und kennen nur eine Internationale. Diese Internationale 
unterscheidet sich entsprechend den verschiedenen Schattierungen dieser Kräfte in äußeren 
Nuancen; im Wesen aber ist sie immer dieselbe. Es ist eine Internationale der Zersetzung, 
der kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Zerstörung und daraus folgend der all- 
gemeinen Anarchie. 

Judentum, Marxismus und Freimaurerei würden nach Lage der Dinge die Nutznießer einer 
von dieser Internationale bestimmten Entwicklung sein. Zum Teil gehört dazu auch ein 
gewisser politisierender Klerus, der zwar Gott laut und vernehmlich im Mund führt, in 
Wirklichkeit aber höchst irdische und manchmal auch sehr sündhafte Ziele verfolgt. 
An sich würden diese Kräfte von gar keinem Belang sein, wenn sie es nicht immer wieder 
mit raffinierter Schlauheit verständen, sich der nationalen Instinkte der Völker zu bedienen, 
um sie gegeneinander zu hetzen. Die Völker selbst wollen zweifellos keinen Krieg. Es hat 
sich, 
-92- 

seitdem Adolf Hitler die Macht in Deutschland übernahm, in Zusammenhang mit dem 
Reich in Europa nichts ereignet, was irgendwie Anlaß zu einem neuen Kriege hätte geben 
können. Denn was kann es im Ernst einen Durchschnittsengländer oder einen 



Durchschnittsfranzosen bekümmern, ob Österreich seinen Anschluß vollzieht, ob das 
Sudetenland zum Reich zurückkehrt oder ob Deutschland mit Zustimmung Prags ein 
Protektorat über Böhmen und Mähren errichtet? Der Mann von der Straße in Paris und 
London weiß meistens nicht einmal, wo besagte Länder auf der Landkarte überhaupt zu 
suchen sind. Während der tschechischen Krise erschien in einem bekannten Londoner 
Witzblatt eine Karikatur, auf der ein englischer Kleinbürger im Hydepark einem politischen 
Wanderredner zuhört und dafür von seiner Frau eine Strafpredigt erhält; worauf er die 
klassische Antwort gibt, es sei gar nicht so zwecklos gewesen, daß er einen Augenblick 
stehenblieb, denn nun wisse er, daß die Tscheche-Slowakei nicht eine Blume, sondern ein 
Land sei. So ungefähr malen sich in den Köpfen des Durchschnittsfranzosen oder des 
Durchschnittsengländers die mitteleuropäischen Probleme ab. 

Hier also könnte sich von den Völkern aus keinerlei Kriegsgefahr entzünden. Wo also vom 
Krieg geredet wird, muß dieses Thema angeschnitten worden sein von Cliquen und Zirkeln, 
die an einem Krieg Interesse haben. Und zwar haben sie Interesse am Krieg, weil sie hoffen, 
durch einen Krieg auch in den autoritären Staaten wieder in ihre alten Machtstellungen 
hineingehoben zu werden. Darum verbreiten sie die Kriegspsychose. Es kann keinem 
Zweifel unterliegen, daß es in London und in Paris Cliquen gibt, die den Krieg um des 
Krieges willen wollen. Kürzlich noch ist in der englischen Öffentlichkeit mit großem 
Aufwand die Notwendigkeit eines Anti-Hitler-Blocks, der sich quer durch ganz Europa 
ziehen sollte, dargelegt worden. Wir Deutschen können uns also ungefähr vorstellen, was 
man mit uns machen würde, wenn wir nicht bewaffnet und gerüstet wären. 
Es versteht sich am Rande, daß diese allgemeine Kriegspsychose einen machtvollen 
Auftrieb von seilen des demokratischen Amerika erfährt. Es ist ein offenes Geheimnis, daß 
der amerikanische Präsident Roosevelt eine große Anzahl jüdischer Ratgeber um sich 
versammelt hat. Man kann sich denken, was die ihm in die Ohren blasen. Aber was hat das 
mit dem 
-93- 

amerikanischen Volk zu tun? Dazu kommt noch, daß die in den demokratischen Staaten am 
Ruder befindlichen Gruppen überhaupt nicht in der Lage sind, eine rein realistische und 
nüchterne Interessenpolitik zu führen, da sie sich ständig gezwungen sehen, mit einem Auge 
nach der innerpolitischen Opposition zu schielen, die auf der Wacht steht, um sie im 
geeignet erscheinenden Augenblick zum Sturz zu bringen. 

Wo sind wir Deutschen beispielsweise in den vergangenen sechs Jahren den 
wohlverstandenen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika in die Quere gekommen 
? Was kann es Amerika bekümmern, wie die Grenzen in Mitteleuropa gezogen sind? 
Trotzdem erlebt gerade in Amerika die Kriegshetze ihre tollste Blüte. 
Es bedarf nicht übermäßig vielen Verstandes, um daraus zu schließen, daß es irgendeine 
anonyme Macht geben muß, die hinter all dem steht. Und sie hat sich auch schon so weit 
decouvriert, daß sie selbst von einem Laien mühelos erkannt werden kann. Es ist dieselbe 
Macht, die uns Nationalsozialisten in unserer Kampfzeit in Deutschland gegenüberstand 
und die keine Mittel unversucht gelassen hat, uns am Vollzug der Dinge zu hindern. 
Die Juden sind schuld! Wenn einmal in Europa in einer schwarzen Stunde ein neuer Krieg 
ausbrechen sollte, so müßte dieser Ruf über unseren ganzen Erdteil erschallen. Die Juden 
sind schuld! Sie wollen den Krieg, und sie tun alles, was in ihren Kräften steht, um die 
Völker zum Krieg zu treiben. Sie selbst glauben, nicht Opfer, sondern Nutznießer eines 
solchen Krieges zu werden. Darum entfalten sie in der ganzen Welt diese infernalische 
Hetze gegen Deutschland und Italien und fordern einen Kampfblock der demokratischen 



gegen die autoritären Staaten. Daraus auch sind ihre kindischen Versuche zu erklären, 
Italien von Deutschland zu trennen und die Achse Berlin - Rom zu zerstören. Mussolini hat 
ihnen in seiner jüngsten Rede vor den Schwarzhemden in Rom eine unzweideutige Antwort 
gegeben. Heute schon können die demokratischen Versuche, eine von England ausgehende 
Hitlerstop-Bewegung ins Leben zu rufen, als vollkommen gescheitert angesehen werden. 
Die Demokratie hat mit ihren politischen Plänen kein Glück mehr. Sie ist auch mittlerweile 
reichlich alt geworden, und es ist deshalb erklärlich, wenn ihre eigenen Völker allmählich 
anfangen, diese morbide 
-94- 

Staats- und Gesellschaftsform zu durchschauen und entsprechend einzuwerten. 
Die alten Römer hatten in ihrer Rechtspflege einen Grundsatz, den Schuldigen zu finden, 
der ein beredtes Zeugnis für ihren gesunden Menschenverstand ablegte. Es hieß im 
Zweifelsfalle immer: Cui bono? Der ist wahrscheinlich der Schuldige, der einen Nutzen 
davon haben könnte. Verfährt man bei der Frage nach einem kommenden Krieg nach 
diesem Grundsatz, so kommt man zweifellos zu der Antwort: Nutzen davon haben nur die 
Kräfte des Internationalismus. Die Juden hoffen, dadurch in Deutschland und Italien ihre 
alten Machtstellungen wieder zurückzuerobern; die Freimaurer sind von ähnlichen 
Wünschen erfüllt, und die Bolschewisten geben sich der Illusion hin, einen neuen Weltkrieg 
zu einer kommunistischen Weltrevolution ausweiten zu können. 

Darum machen wir Front gegen diese Kräfte des Internationalismus, und deshalb lassen wir 
kein Mittel unversucht, die Völker über die furchtbare Tragweite des Wirkens dieser 
subversiven Mächte aufzuklären. Die autoritären Staaten wollen nichts anderes als die 
Verwirklichung ihrer Lebensrechte. Das will Deutschland, und das will Italien. Kein an- 
ständiger Engländer oder Franzose wird unseren jungen Völkern diese Zugeständnisse 
verweigern können. Es erhebt sich also hier die Frage, warum denn die Demokratie nichts 
tut, um durch Taten die Erhaltung des europäischen Friedens zu gewährleisten. Sie wartet 
fast fatalistisch auf ihr Schicksal. Es wird ihr vielleicht einmal, wenn sie in ihrer Lethargie 
verharrt, von ihren eigenen Völkern bereitet werden. 

Wir aber lassen nicht davon ab, Europa zur Vernunft aufzurufen. Denn schließlich muß man 
doch endlich einmal damit anfangen, den letzten Krieg und seine furchtbaren Folgen zu 
überwinden und das Schanddokument von Versailles gänzlich zu liquidieren. Die Völker 
warten darauf, nicht nur das deutsche, auch das englische und das französische Volk. Wenn 
in London und Paris kleine Konventikel glauben, daß es vielleicht doch noch gelingen 
würde, einen Keil zwischen die deutsche Führung und das deutsche Volk zu treiben, so ist 
diese Hoffnung eine gänzlich trügerische. Es bleibt somit nichts anderes übrig, als sich mit 
den gegebenen Realitäten abzufinden. Und die lauten: Ein kommender Krieg wäre die 
schwerste Erschütterung der europäischen Kultur. Also 
-95- 

bleibt uns und allen Wohlgesinnten in allen Ländern nur eine Wahl: den unabänderlichen 
Tatsachen fest in die Augen zu schauen, berechtigte und unabdingbare Lebensansprüche 
junger und aufstrebender Völker zu erfüllen und damit praktische Wege zu einem 
wirklichen Frieden zu beschreiten. 
-96- 



Führergeburtstag 1939 



Rundfunkrede zum 50. Geburtstag des Führers 

19. April 1939 

In einer bewegten und unruhigen Welt begeht Deutschland am morgigen Tage ein 
nationales Fest in des Wortes wahrster Bedeutung. Es ist ein Feiertag der ganzen Nation. 
Und diesen Tag mit allen Freuden zu begrüßen ist dem deutschen Volk in seiner Gesamtheit 
nur eine Sache des Herzens und nicht des Verstandes. 

Am morgigen Tage vollendet der Führer sein 50. Lebensjahr. An dem Stolz, der bei diesem 
festlichen Ereignis das ganze deutsche Volk erfüllt, nehmen alle uns befreundeten Völker 
innigsten und herzlichsten Anteil. Selbst die, die uns noch reserviert oder gar ablehnend 
gegenüberstehen, können sich dem starken Eindruck dieses Vorganges nicht entziehen. Der 
Name Adolf Hitler ist heute für die ganze Welt ein politisches Programm. Er wandert fast 
schon wie eine Legende um den Erdball. An diesem Namen scheiden sich die Geister. Es 
gibt niemanden auf dem weiten Erdenrund, der diesem Namen gegenüber gleichgültig 
bleiben könnte. Für die einen bedeutet er Hoffnung, Glaube und Zukunft, für die anderen ist 
er vielfach noch ein Abbild verzerrten Hasses, niedriger Lüge und feiger Verleumdung. 
Das Höchste, was ein Mensch auf Erden erreichen kann, ist, daß er einer geschichtlichen 
Epoche seinen Namen gibt und den Stempel seiner Persönlichkeit unauslöschlich seiner Zeit 
aufdrückt. Das kann man im weitesten Umfange vom Führer sagen. Er ist aus der heutigen 
Welt nicht mehr wegzudenken. 

Treitschke hat einmal gesagt, daß es die Männer sind, die Geschichte machen. Wenn dieses 
Wort überhaupt eine Bedeutung hat, wo dann mehr, als in unserer Zeit? In ihr hat sich seine 
Echtheit und Tiefe auf das wunderbarste bewahrheitet. Denn Adolf Hitler hat der geschicht- 
lichen Entwicklung nicht nur seines Landes, sondern man kann es ohne zu übertreiben 
behaupten, der geschichtlichen Entwicklung Europas eine 
-97- 

neue Richtung gewiesen, ja, er ist gewissermaßen der hervorstechendste Garant der neuen 

Ordnung in Europa. 

Unser Erdteil sähe heute anders aus, als er aussieht, wenn er nicht gekommen wäre, von 

unserem eigenen Volke und unserem eigenen Lande ganz zu schweigen; denn der deutschen 

Nation in ihrer Gesamtheit hat er durch einen revolutionären inneren Umbruch ein gänzlich 

neues Gesicht gegeben. 

Wer Deutschland das letztemal etwa im Jahre 1918 sah und es heute erst wiedersähe, würde 

es kaum noch erkennen. Volk und Nation sind vollkommen gewandelt worden. Dabei 

kommt einem das, was vor kurzem noch fast wie ein Wunder erscheinen mochte, heute fast 

ebenso selbstverständlich vor. 

Es ist jetzt etwas über ein Jahr her, daß der Führer die Frage des Anschlusses Österreichs an 

das Reich löste. Damals beging das ganze Volk seinen 49. Geburtstag in der festlichsten 

Weise. 7/4 Millionen Deutsche aus der Ostmark hatten die Heimkehr ins Reich vollzogen. 

Wie durch ein Wunder war eine Frage Mitteleuropas, von der man fast hätte glauben 

mögen, daß sie überhaupt unlösbar sei, einer grundsätzlichen Lösung zugeführt worden. 

Heute am Vorabend des 50. Geburtstages des Führers verzeichnen wir nun die beglückende 

Tatsache, daß wiederum die Karte Europas zugunsten des Reiches in weitestgehender Weise 

geändert worden ist; 

und zwar hat sich diese Änderung — ein Vorgang, der einzigartig in der Geschichte ist — 

ohne jedes Blutvergießen vollzogen. Sie verfolgte nur das eine klare Ziel, Frieden in einem 

europäischen Raumgebiet zu schaffen, in dem die Gegensätze so hart aneinanderstießen, 



daß die Gefahr bestand, es könnte sich aus dieser Reibung früher oder später ein 

allgemeiner europäischer Brand entzünden. 

Allerdings ist der Frieden, der in diesem so bedrohten Gebiet wiederhergestellt wurde, nicht 

ein Frieden fader, moraltriefender Theorie, der ebensooft gefährdet ist, wie oft er von den 

falschen Biedermännern der Demokratie gepriesen wird. Es ist vielmehr ein Frieden 

praktischer Realität. 

Dieser Frieden konnte nur geschaffen werden auf der Grundlage einer höheren, 

instinktsicheren Einsicht, die von der Erkenntnis ausging, daß 

-98- 

nur die Macht einem Volke die Möglichkeit gibt, fällig werdende Probleme einer 
endgültigen Lösung zuzuführen. 

Zu einer großen Politik gehört zweierlei: Phantasie und Realismus. Die Phantasie als solche 
ist konstruktiv. Sie allein gibt die Kraft zu ganz starken, plastischen geschichtlichen 
Vorstellungen. Der Realismus dagegen bringt die Gebilde der politischen Phantasie in 
Übereinstimmung mit der harten Wirklichkeit. 

Beide Eigenschaften sind beim Führer in einer einmaligen, auch in der Geschichte nur 
selten festzustellenden Harmonie vereint. Phantasie und Realismus weisen ihm Ziel und 
Weg der politischen Gestaltung. In der Phantasie bildet sich das Ziel, der Realismus schreibt 
den Weg vor. Und immer wieder muß es den Zeitgenossen auf das tiefste in Erstaunen und 
Bewunderung versetzen, wenn er beim geschichtlichen Wirken des Führers jedesmal aufs 
neue feststellen kann, wie hier in genialer Weise Ziel und Weg in Übereinstimmung 
gebracht werden. Hier wird nicht nach einem starren Schema vorgegangen, keine spröde 
Doktrin der taktischen Verfahrensweise trübt den Blick und lahmt die Auswirkung der 
politischen Vorstellungskraft. Hier ist vielmehr bei aller Klarheit und Unerbittlichkeit der 
Grundsätze eine ewig sich wandelnde und ständig wechselnde Elastizität der politischen 
Methodik am Werke, die zu den großen und unvorstellbaren Erfolgen der deutschen Politik 
geführt hat. 

Uns alten Nationalsozialisten ist das nichts Neues. Wir haben in vielen Jahren harten 
Kampfes um die Macht im Reiche diese politische Verfahrensweise beim Führer schon in 
den frühesten Anfängen der Partei kennen und bewundern gelernt. Sie erprobte sich damals 
zwar an viel kleineren und scheinbar unwichtigeren, aber damals für uns und die Bewegung 
ebenso ausschlaggebenden Zielen und Problemen wie heute. 

Auch damals gab es Zweifler, die bei den großen und kühnen Entschlüssen des Führers im 
Kampfe um die Macht jene falsche Klugheit für richtig und zweckmäßig hielten, von der 
Clausewitz schon sagte, daß sie nichts anderes wolle, als sich der Gefahr entziehen. Uns 
kann es also nicht in Erstaunen oder Angst versetzen, gleiche oder ähnliche Vorgänge, die- 
sich damals rund um die nationalsozialistische Bewegung in der 
-99- 

deutschen Innenpolitik abspielten, heute rund um das Reich sich in der internationalen 
Politik abspielen zu sehen. 

Es haben sich im Laufe der Jahre nur die Dimensionen des politischen Handelns des Führers 
geändert; Wege und Ziele sind die gleichen geblieben. Damals schon sahen wir in ihm den 
politischen Instinkt eines wahrhaft geschichtlichen Genies wirksam werden, der sich an den 
Problemen erprobte und in der einfachsten und klarsten Lösung der Zeitfragen auch seine 
eigene Größe und Sicherheit erwies. Und das ist auch der Grund, warum wir damals schon, 



ganz abgesehen vom rein Menschlichen, als die treuesten und gehorsamsten Diener hinter 

diesen Mann und sein Werk traten. 

Was wir heute erleben, ist deshalb für uns alte Nationalsozialisten nichts Neues. Es kann 

uns darum auch um den Ausgang des schweren Lebenskampfes, den Deutschland zur Zeit 

durchficht, nicht bange sein. Das fühlt auch instinktiv unser ganzes Volk. Daraus entspringt 

das blinde und unerschütterliche Vertrauen, das es dem Führer entgegenbringt. 

Der Mann von der Straße ist meistens kaum in der Lage, eine politische Situation in ihrer 

Gesamtheit zu durchschauen und zu überprüfen. Dazu fehlen ihm Übung, Erfahrung und 

vor allem die erkenntniskritischen Unterlagen, die notwendig sind, um zu einem ganz klaren 

und eindeutigen Urteil zu kommen. Es ist deshalb allzu verständlich, daß er sich nur ungern 

an Theorien oder Programme anklammert, daß er vielmehr seine eigene Sicherheit ständig 

im festen und vertrauensvollen Anschluß an eine Persönlichkeit zu suchen und zu finden 

bemüht ist. 

Ein Volk wird immer nur dann doktrinär, wenn die Zeit, die es durchlebt, 

persönlichkeitsarm ist. Steht aber an seiner Spitze ein Mann von geschichtlichem Format, 

der nicht nur führen will, sondern der auch führen kann, so wird sich das Volk mit vollem 

Herzen ihm anschließen, wird ihm willig und gehorsam Gefolgschaft leisten, ja, mehr noch, 

sich mit dem ganzen Vorrat seiner Liebe und seines blinden Vertrauens ihm und seinem 

Werke zur Verfügung stellen. 

Ein Volk ist zu jedem Opfer fähig, wenn es weiß, wofür das Opfer gebracht wird, und daß 

es im Rahmen einer großen Aufgabe notwendig ist. Das ist heute bei Deutschland der Fall. 

Keine von den vielen poli- 

-100- 

tischen Parolen, die seit 1918 durch die breiten Massen unseres Volkes gingen, hat eine so 

tiefe und nachhaltige Wirkung in der ganzen Nation ausgeübt, wie das Wort "Ein Volk, ein 

Reich, ein Führer!" 

Die beiden ersten Teile dieses Wortes wurden zum ersten Male im Jahre 1937 auf dem 

Sängerbundesfest in Breslau gehört. Da stand der Führer bei hereinbrechender Nacht hoch 

auf einer Tribüne über den Hunderttausenden, die sich aus allen Gauen unseres Reiches und 

aus allen Gebieten Europas, in denen Deutsche wohnen, um ihn versammelt hatten, um zu 

ihnen zu sprechen. Plötzlich brach aus dem Flügel dieses grauen Heeres von 

Hunderttausenden, in dem die deutschen Volksgenossen aus Österreich Aufstellung 

genommen hatten, der Ruf auf: 

"Ein Volk, ein Reich!" Er ging wie eine faszinierende und mitreißende Parole über das 

ganze weite Menschenfeld und brachte zum ersten Male ein Programm zum Ausdruck, das 

lapidar in seiner Kürze, aber auch erschöpfend in seiner Zielsetzung war. 

Ein Jahr später sahen wir den Führer an einem glühendheißen Sonntagmittag wiederum auf 

einer Tribüne auf dem Schloßplatz in Breslau stehen. Vor ihm defilierten die deutschen 

Turnerschaften. Und als die Volksgenossen aus dem Sudetenland an ihm vorbeikamen, 

richtete sich plötzlich ohne Kommando und ohne Befehl eine Mauer vor ihm auf. Die 

Menschen, die aus den Sudetengebieten nach Breslau geeilt waren, nur um in das geliebte 

Antlitz dieses Mannes zu schauen, waren nicht zu bewegen weiterzugehen. Weinende 

Frauen traten an den Führer heran, um seine Hand zu ergreifen. Was sie ihm zuriefen, war 

kaum zu verstehen, denn die Tränen erstickten ihre Stimmen. 

Wiederum vergingen nur wenige Monate und das Problem, das damals durch den Mund des 

Volkes an den Führer herangetragen wurde, war gelöst. 



Nun ist das Großdeutsche Reich in weitem Sinne des Wortes verwirklicht worden. Mehr 
noch, der Führer hat Mitteleuropa seinen Frieden zurückgegeben. Es ist klar, daß das den 
Neidern des nationalsozialistischen Reiches in den demokratischen Weststaaten nicht ins 
Konzept paßt. Sie hatten ja durch den Versailler Vertrag rings um Deutschland Brandherde 
angelegt, die sie je nach Bedarf anfachen wollten, um das Reich ständig in Schwierigkeiten 
zu halten. 
-101- 

Nun kommt ganz wider Abrede und Programm ein Mann, der aus den breiten Massen des 
deutschen Volkes emporgestiegen ist, und tritt mit harten Schritten diese Brandherde aus. 
Die Demokratie sieht ihre Felle wegschwimmen. Daher ihre Wut und ihre moralische 
Entrüstung. Aber ihre heuchlerischen Gebete kommen zu spät. Die Feinde des Reiches sind 
am Ende ihres Lateins. Sie spotten ihrer selbst und wissen nicht wie. 

Wir strafen ihr hysterisches Geschrei mit souveräner Verachtung, und diese souveräne 
Verachtung wird vom ganzen deutschen Volke geteilt. Das deutsche Volk fühlt sich durch 
den Führer wieder in die ihm gebührende Weltstellung hineingehoben. Das Reich steht im 
Schatten des deutschen Schwertes. In der nationalen Sicherheit, die durch die deutsche 
Wehrmacht garantiert wird, blühen Wirtschaft, Kultur und Volksleben. Das Land, ehedem 
in tiefster Ohnmacht versunken, ist zu neuer Größe emporgestiegen. 

Das alles steht uns heute vor Augen, wenn wir als festliche Nation beginnen, den 50. 
Geburtstag des Mannes zu feiern, dem wir unseres Reiches Ehre, unseres Landes Macht und 
unseres Volkes Größe zu verdanken haben. Es gibt keinen Deutschen in unseren Grenzen 
selbst und in der weiten Welt, der an diesem Tag nicht innigsten und herzlichsten Anteil 
nähme. Er ist ein Feiertag der Nation, und wir wollen ihn auch als solchen begehen. 
Es ist notwendig, daß ein Volk, das um sein Schicksal kämpft, hin und wieder in den 
taumelerregenden Gang der Ereignisse Haltepunkte einschaltet, um sich klar zu werden über 
Lage, Weg und Ziel. Ein solcher Haltepunkt ist heute gekommen. Die Nation zieht ihr 
festlichstes Kleid an und stellt sich nun, in Treue und Brüderlichkeit vereint, vor ihren 
Führer hin, um ihm ihre aus tiefstem Herzen kommenden Glückwünsche zum 50. 
Geburtstag darzubringen. Es sind die Glückwünsche aller Deutschen im Reiche selbst, in 
allen Ländern und auf allen Kontinenten. Die Deutschen der ganzen Welt vereinen sich mit 
uns, die wir das Glück haben, im Reiche zu leben und zu wirken, in diesen heißen und dank- 
erfüllten Wünschen. Und in diesem Hundertmillionenchor stimmen mit ein alle Menschen 
außerhalb unseres Volkstums, die den wahren Frieden wollen und die Ordnung Europas, 
seine Geschichte und seine Kultur lieben. 
-102- 

So richten wir denn in dieser festlichen Stunde, da wir damit beginnen, den 50. Geburtstag 
des Führers als große nationale Gemeinschaft zu feiern, unsere heiße Bitte an den 
allmächtigen Gott, ihn auch für die Zukunft in seinem Leben und in seinem Wirken in 
seinen gnädigen Schutz nehmen zu wollen. Er erfülle dem deutschen Volke seine innigste 
Bitte und erhalte ihm den Führer in Kraft und Gesundheit noch auf viele Jahre und 
Jahrzehnte. Dann braucht uns um die Zukunft unseres Reiches nicht bange zu sein. Dann 
liegt das Schicksal der deutschen Nation wohlbehütet in fester und sicherer Hand. 
Wir aber, die wir des Führers älteste Gefolgsleute und Mitkämpfer sind, schließen uns in 
dieser festlichen Stunde zusammen in dem herzlichen Wunsch, mit dem wir seit jeher die 
Geburtstage dieses Mannes begingen: Möge er uns bleiben, was er uns ist und was er uns 
immer war: 



Unser Hitler! 
-103- 



Lord Halifax macht Witze (104) 
Lord Halifax macht Witze 

22. April 1939 

Der englische Außenminister Lord Halifax hat am vergangenen Mittwoch vor dem 
Oberhaus eine Rede geredet. In dieser Rede wird noch einmal der englische Standpunkt zu 
den augenblicklich zur Debatte stehenden internationalen Fragen in aller Breite dargelegt, 
soweit bei England von einem Standpunkt in dieser Angelegenheit überhaupt gesprochen 
werden kann. Hier ist mithin die ganze der Welt hinlänglich bekannte englische 
Argumentation zu finden. Sie ist weder originell noch belustigend und wirkt auf einen 
logisch denkenden Menschen gänzlich konfus. Sie zeichnet sich weniger durch 
Beweisschärfe aus als vielmehr durch eine in der englischen Publizistik seit jeher gewohnte 
und mit Biedermannsmiene zur Schau getragene Penetranz in der Verfechtung typisch 
britischer Ansichten und Vorstellungen. Wer also Zeit und Lust hat, den englischen 
Standpunkt kennenzulernen, tut gut daran, diese Rede einer eingehenden Lektüre und 
Überprüfung zu unterziehen. Wir haben zwar wenig Zeit, aber viel Lust dazu, und deshalb 
fühlen wir uns veranlaßt, uns noch einmal mit Lord Halifax und seiner Argumentation aus- 
einanderzusetzen. 

Es sei erlaubt, eines vorauszuschicken: Es gibt in London eine gewisse Clique, die 
zweifellos den Krieg will, die auch kein Mittel unversucht läßt, zum Kriege hinzutreiben. 
Diese Clique sitzt zwar noch nicht in der Regierung, aber sie steht nahe bei ihr. Ihre 
prominentesten Vertreter sind jene Churchill, Eden, Duft Cooper und Genossen, die seit 
Monaten die Weltöffentlichkeit mit ihrem hysterischen Kriegsgeschrei erfüllen und emsig 
an der Arbeit sind, die Völker der ganzen Erde in eine abgrundtiefe Panik hineinzustürzen. 
Wenn diese Herren die Hand aufs Herz legen und der Wahrheit die Ehre geben wollen, so 
müssen sie eingestehen, daß das auch der Zweck ihrer Übung ist. Sie sollten zwar eigentlich 
durch die vergangenen Ereignisse eines Besseren belehrt sein. Denn jener Herr Eden hatte 
hinlänglich Gelegenheit, im Abessinienkonflikt festzustellen, wohin 
-104- 

eine bramarbasierende Kriegsdrohung führt, wenn man nicht die notwendige Macht besitzt, 
um in der entscheidenden Stunde auch zum letzten Mittel zu greifen. Herr Eden brachte aus 
dem Abessinienkonflikt nichts anderes mit nach Hause als eine weltpolitische Blamage für 
das englische Empire und für sich selbst den Ruf, der bestangezogene Mann Europas zu 
sein. Das ist zwar auch schon etwas, aber für die Führung eines Weltreichs zu wenig. 
Die englische Regierung wird nicht müde, dem deutschen Standpunkt gegenüber zu 
betonen, daß diese von uns mit Recht angegriffenen Vertreter der englischen Kriegspolitik 
nicht in den verantwortlichen Stellungen sitzen. Das ist aber, wie von uns oft genug 
dargelegt wurde, nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Denn in der Demokratie kann die 
Opposition jeden Tag zum Zuge kommen, und ein autoritär geführter Staat tut deshalb gut 
daran, sich in all seinen Maßnahmen so einzurichten, als wenn in den ihm 
gegenüberstehenden Staaten nicht die Regierung, sondern die Opposition am Ruder wäre. 



Diese englische Kriegsclique besitzt mächtige Helfershelfer in der ganzen Welt, vor allem 
in Paris und Washington. Im Hintergrunde gibt Moskau ihr Rückendeckung. Zwar ist diese 
Kriegsclique weder weltanschaulich noch politisch einheitlich ausgerichtet. Sie setzt sich 
zusammen aus zu kurz gekommenen Konservativen, aus feudalen Lords, haßerfüllten 
Juden, rachedurstigen Emigranten, machthungrigen Arbeiterparteien, politisierenden 
Blaustrümpfen und moralisierenden Erzbischöfen. Deren Motive sind teils imperialistischer, 
teils ideologischer, teils gefühlsmäßiger und teils religiös-konfessioneller Art. Wenn sie sich 
auch in den Absichten unterscheiden, so sind sie doch im Ziel durchaus einig. Und hier liegt 
ihre Gefahr. Man konnte die Hoffnung hegen, daß das offizielle England sich nach den 
Erfahrungen in der Septemberkrise des vergangenen Jahres und vor allem nach Abschluß 
des Münchener Akkords merkbar von ihnen absetzte. Aber die Opposition blieb nicht 
untätig und eröffnete gegen die englische Regierung einen propagandistischen Feldzug, der 
die in London am Ruder befindliche Gruppe mehr und mehr in die Enge trieb. Nun befindet 
sich die englische Regierung zweifellos in der Botmäßigkeit dieser Kriegsclique. Für sie gilt 
das Wort: 

"Du bist gefangen, ich fühle dich erbeben!" 
-105- 

Dafür ist die jüngste Rede Lord Halifax' sozusagen ein Schulbeispiel. Hier wird zu allem 
Überfluß noch einmal der ganze Vorrat der politischen Argumentation der englischen 
Kriegspartei zum Vertrag gebracht. Der amerikanische Präsident Roosevelt hat in seiner 
Proklamation an den Führer und an den Duce mit vollen Lungen in dasselbe Hörn geblasen. 
Das klang lauter, war aber echt amerikanisch, und die wild gewordene New Yorker und 
Washingtoner Publizistik ist mit einem Lärm ohnegleichen in Roosevelts Melodie 
eingefallen. Die Amerikaner haben gut schimpfen, denn sie sitzen weit vom Schuß. Aber 
ihre Polemik ist plump und ungeschlacht und entbehrt deshalb vollkommen des originellen 
Reizes. Wenn sich auch maßgebende USA. -Politiker daran beteiligen und diese Polemik 
amtlicherseits noch verschärfen, so ist das keineswegs geeignet, sie dadurch etwa 
interessanter zu machen. Im Gegenteil, man hat bei den amerikanischen Publizisten vielfach 
den Eindruck, daß sie eine gewisse Ähnlichkeit mit den berühmten amerikanischen Wolken- 
kratzern aufweisen, bei denen ja bekanntlich auch die oberen Etagen unbewohnt sind. Mit 
einer Polemik ohne Geist sich auseinanderzusetzen, die nur zu schimpfen versteht, lohnt 
nicht. Eher schon macht es Spaß, eine Argumentation, wie sie von Lord Halifax vorgetragen 
wurde, aufzuspießen. Zwar entbehrt auch diese der Schärfe der Logik und der Klarheit der 
aus den vorgetragenen Ansichten gefolgerten Konsequenzen; 

aber immerhin ist sie ein beredtes Beispiel für die englische Mentalität, und da die ja bei 
den in näherer und weiterer Zukunft zur Entscheidung stehenden Fragen von 
ausschlaggebender Bedeutung sein wird, ist es nicht ganz abwegig, sich noch einmal mit ihr 
auseinanderzusetzen. 

Lord Halifax beginnt gleich mit einem Kompliment zur nationalen spanischen Regierung 
hin. Er spricht mit frommem Augenaufschlag von dem ungeheuren Programm des inneren 
Wiederaufbaus in Spanien, und daß dieser volles Verständnis und restlose Sympathie aller 
Personen in England habe. Lord Halifax vergißt dabei vollkommen, wenigstens am Rande 
zu erwähnen, wie große Schwierigkeiten die englische Diplomatie fast drei Jahre lang der 
spanischen Regierung gemacht hat, um dieses ungeheure Programm des inneren 
Wiederaufbaus überhaupt in Angriff zu nehmen. Er meint wohl, das habe die Welt bereits 
vergessen. 
In einer Zusammenfassung der wichtigsten Ziele der britischen 



-106- 

Außenpolitik erklärt Lord Halifax, daß England die Aufrechterhaltung eines wirklichen 
Friedens in der Welt wünsche sowie den Schutz der Person und des Eigentums. Wir nehmen 
an, daß die Bewohner von Palästina und die unterdrückten Völker in vielen anderen 
Dominions und Kolonien des englischen Weltreichs diese Erklärung nur mit einem bitteren 
Lachen zur Kenntnis genommen haben, sofern sie englische Ministerreden überhaupt noch 
einer Beachtung für wert halten. Daß Lord Halifax den Völkerbund über den grünen Klee 
lobt, ist für seinen Standpunkt verständlich. Daß er aber dabei bestreitet, daß die Unmög- 
lichkeit, den Völkerbund lebenskräftig zu erhalten, in die Verantwortung der britischen 
Regierung gehöre, ist, gelinde gesagt, eine Unterschlagung der Wahrheit. Denn die drei 
mächtigsten Völker der Welt haben ja den Völkerbund nicht verlassen, weil sie, wie Lord 
Halifax meint, den Grundsätzen der Zusammenarbeit abgeschworen hätten, sondern im 
Gegenteil, weil der Völkerbund ihnen überhaupt niemals eine Basis der Zusammenarbeit 
mit den reichen und mächtigen Nationen bot. Eben deshalb gibt es in der Welt keinerlei 
allgemein angenommene Münze im allgemeinen Verkehr mehr. Lord Halifax verwechselt 
hier offenbar Ursache und Wirkung. Er hat schon recht, wenn er erklärt, man meine in der 
internationalen Polemik nicht dasselbe, wenn man auch die gleichen Worte gebrauche, und 
die Vorstellungen' von der Gerechtigkeit, der Achtung vor Verträgen und dem Wert von 
Versprechen würden verschieden ausgelegt. Das entspricht in jeder Weise den Tatsachen. 
England hat, das sei nicht bestritten, eine andere Vorstellung von der Gerechtigkeit als wir, 
und wenn London von Moral spricht, so meint es offenbar etwas ganz anderes damit, als 
wenn in Deutschland von Moral die Rede ist. Die britische Regierung hat nicht nur nichts 
getan, um dieses Absinken des Niveaus der internationalen Beziehungen zu verhindern, wie 
Lord Halifax meint, sondern im Gegenteil, sie ist dafür in erster Linie verantwortlich. 
Und damit kommen wir zum Kernpunkt der Dinge. Lord Halifax erklärt naiverweise, es sei 
phantastisch zu behaupten, daß die von der britischen Regierung begonnenen 
Konsultationen und die Garantien, die Großbritannien gegeben habe, irgendwelche 
agressiven Absichten britischerseits bedeuteten. Er sei bereit, im Namen der britischen 
-107- 

Regierung eine höchst feierliche Versicherung abzugeben, daß kein derartiger Gedanke der 
Einkreisung in der britischen Politik einen Platz finde. Wie man das nun nennen mag, das 
ist gänzlich gleichgültig; wir wollen hier nicht um Worte streiten. Man könnte gerade so gut 
sagen, daß England die Absicht habe, Deutschland und Italien, statt es einzukreisen, zu 
umzingeln. Aber das bedarf doch keines Beweises mehr, daß London heute in der ganzen 
Welt herumhausiert, um Völker und Staaten zu finden, die sich im Bedarfsfalle von der 
englischen Politik als Festlandsdegen gegen Deutschland und Italien mißbrauchen lassen. 
Das ist ja seit jeher das A und der englischen Diplomatie gewesen. Wo hat jemals England 
in Europa, mit Ausnahme des Weltkrieges, wo es allerdings dann um seine nackte Existenz 
ringen mußte, einen Krieg, der in seinem ureigensten Interesse geführt wurde, auf seine 
eigene Kappe genommen? Hat es nicht vielmehr jeden anderen Krieg bis zum Ausbluten 
der übrigen beteiligten Völker, aber unter möglichster Schonung des eigenen Volkes 
geführt? Daß London sich hütet, dieser seiner Tendenz offen Ausdruck zu geben, und daß es 
eine solche Absicht mit moralischen Phrasen einwattiert, das liegt durchaus in der 
jahrhundertelang geübten englischen Tradition begründet. Die Engländer haben offenbar 
jedes Empfinden dafür verloren, was die Welt über sie und ihre Politik denkt. Sie reden so, 
als hätten sie durchaus keine Geschichte hinter sich oder als wären die, gegen die sie 



polemisieren, in dieser englischen Geschichte gänzlich unbewandert. Wenn Lord Halifax 
beispielsweise sagt, die britische Regierung wünsche mit allen friedensliebenden Ländern 
zusammenzuarbeiten, die bereit seien, die Unabhängigkeit souveräner Staaten auf- 
rechtzuerhalten, so ist das glatterdings ein Hohn auf die von London in dieser Zeit noch in 
vielen englischen Mandats- und Protektoratsgebieten betriebene barbarische 
imperialistische Politik. 

Es paßt durchaus in dieses Bild hinein, wenn Lord Halifax in solchem Zusammenhang 
erklärt, daß London entschlossen sei, die gegenwärtigen Verhandlungen mit Sowjetrußland 
bis zum letzten weiter fortzusetzen, und es entbehrt nicht einer bitteren Komik, wenn man 
sich vergegenwärtigt, daß dieser feudale Lord eine solche Politik ausgerechnet vor dem 
ebenso feudalen englischen Oberhaus vertritt. Das kapitalistisch-royalistisch-pietistische 
England Arm in Arm mit der kommunistisch-prole- 
-108- 

tarisch-atheistischen Sowjetunion — das ist ein Bild für die Götter, und man könnte 
angesichts dieses Bildes der englischen Moraltante mit Lohengrin die erstaunte Frage 
zurufen: "Elsa, mit wem verkehrst du da?" 

Lord Halifax nennt in diesem Zusammenhang den Bolschewismus eine abstrakte 
Anschauung. England sei nicht bereit, auf Grund einer solchen Anschauung irgend etwas 
abzulehnen, was ein anderes Land anbiete, solange es nicht diese Ideen anderen Ländern 
aufzuzwingen wünsche, die sie nicht haben wollten. Die vielen Millionen Opfer des 
Bolschewismus werden offenbar über die Abstraktheit dieser infernalischen Weltpest 
andere Ansichten haben als Lord Halifax, von dem wir nach diesem Geistesblitz annehmen 
müssen, daß er vom Bolschewismus, seinen Grundsätzen und Auswirkungen, auch nicht die 
blasseste Vorstellung besitzt. 

Es ist auf die Nerven fallend, wenn Lord Halifax erklärt, daß er zwar ein umfangreiches 
System gegen die Aggression wünsche, aber mit Möglichkeiten zu friedlichen Änderungen. 
Dieses umfangreiche System hat ja von 1919 bis 1933 existiert. Es hat nur nirgendwo auch 
nur die leiseste Möglichkeit zu friedlichen Änderungen gezeigt. Deutschland hat ja erst 
dann seinen außenpolitischen Kurs geändert, als es erkennen mußte, daß es auf dem Wege 
des Völkerbundes, dem gegenüber England, wie Lord Halifax behauptet, ein reines 
Gewissen haben will, zu keinem greifbaren Ziel kommen könne. Es wirkt wie Hohn, wenn 
Lord Halifax erklärt, daß, wenn friedfertige Änderungen verlangt würden, er auf die 
vorhandenen Möglichkeiten verweisen müsse. Wo existieren denn solche Möglichkeiten? 
Wo haben sie je existiert? Und wo kann man vermuten, daß sie in Zukunft einmal existieren 
werden? Lord Halifax gibt ja selbst zu, daß in den zwanzig Jahren seines Bestehens der 
Völkerbund keine befriedigende Lösung gefunden habe. Wie lange sollen denn Deutschland 
und Italien warten, bis diese toten Maschinerien der kollektiven Sicherheit aus der 
gegenwärtigen Lage in Europa zu entsprechenden Konsequenzen führen? 
Es versteht sich am Rande, daß Lord Halifax zum Schluß noch einmal die Moral strapaziert, 
auf der angeblich die britische Politik beruhe. Von dieser Moral hat die Welt in den 
vergangenen dreihundert Jahren genügend Beispiele zu Gesicht bekommen. Ihr gelüstet 
nicht nach mehr 
-109- 

Beweisen. Sie kennt auch den von Lord Halifax noch einmal vertretenen englischen 
Grundsatz, daß die Rechte kleinerer Länder nicht durch die Stärke beiseitegetan werden, 
daß Gewalt kein entscheidender Faktor zwischen den Völkern sein, und daß Verhandlungen 



nicht durch bewaffnete Stärke überschattet werden dürften. Wir erklären uns bereit, in einer 
Minute hundert Beispiele aus der englischen Geschichte herzuzählen, bei denen diesen von 
Lord Halifax so pathetisch gepredigten Grundsätzen zynisch ins Gesicht geschlagen wird. 
Wir müssen also mit allem Freimut feststellen, daß Lord Halifax mit dieser Rede vor dem 
Oberhaus dem englischen Standpunkt keinen guten Dienst erwiesen hat. Diese Rede ist, wie 
alle englischen Reden der jüngsten Vergangenheit, ein Sammelsurium von Ungereimtheiten 
und Platitüden. Sie machen es einem kritischen Beobachter immer schwerer, die englische 
Politik überhaupt noch zu verstehen. Aber London irrt, wenn es etwa glaubt, daß solche 
Reden die deutsche Öffentlichkeit irgendwie beeindrucken könnten. An ihnen bleibt nur zu 
bewundern, mit welch einer souveränen Selbstverständlichkeit sie vorgetragen werden. 
Aber sie sind offenbar für die Galerie berechnet. Doch auch die Galerie des internationalen 
politischen Publikums ist in letzter Zeit hellhörig geworden. Sie nimmt englische 
Parlamentsreden ungefähr so entgegen, wie fleißige Kinobesucher schlechte Filme 
entgegenzunehmen pflegen, indem sie, um ihre Abneigung zu bekunden, ausgerechnet bei 
den ernstesten Stellen lachen. So auch hier. Lord Halifax hat offenbar den Ehrgeiz gehabt, 
politische Witze zu machen. Das haben wir doch ausdrücklich verboten, vor allem, wenn 
diese Witze alles andere als geistvoll sind. Aber hier reizen sie trotzdem zum Lachen, und 
zwar durch ihre unfreiwillige Komik. Deshalb sei es uns gestattet, leise vor uns 
hinzukichern und mit aller schuldigen Ehrfurcht zu bekennen, daß Lord Halifax besser 
getan hätte zu schweigen, denn dann wäre er ein Philosoph geblieben. 
-110- 

Ein paar Worte über politischen Takt 

27. April 1939 

Die Engländer haben eine eigene Auffassung von politischem Takt. Sie vertreten diese 
Auffassung so offenherzig und naiv, daß man annehmen muß, es kommt ihnen gar nicht 
mehr zu Bewußtsein, wie beleidigend sie damit auf andere Völker wirken. Sie haben es sich 
in der mehrhundertjährigen Geschichte ihres Empire angewöhnt, den ganzen Erdball als so 
eine An von englischem Nationaleigentum zu betrachten. Sie stehen auf dem Standpunkt, 
daß dieses Nationaleigentum ihnen sozusagen auf Grund einer höheren göttlichen Ordnung 
anvertraut worden ' ist, die sie auch dazu bestimmte, über Ruhe, Ordnung und Frieden in der 
Welt zu wachen. 

Wer sich dem englischen Ruhe-, Ordnungs- und Friedensprinzip nicht fügt, der ist nach 
britischer Auffassung ein gefährlicher Aufwiegler und Rebell, der unschädlich gemacht 
werden muß. Denn er gefährdet das "Gleichgewicht" unter den Völkern, das nach Londons 
Meinung die Voraussetzung zu Glück und Wohlstand Englands ist. 

Aus dieser Einstellung heraus resultiert der fundamentalste Grundsatz der englischen 
Außenpolitik, die balance of power in Europa. Schon dieser Begriff an sich ist bei Licht 
besehen eine Unverschämtheit; er geht davon aus, daß das Gleichgewicht der Kräfte in 
Europa ausbalanciert sein müsse, damit England von europäischen Streitigkeiten verschont 
bleibt, oder doch wenigstens von ihnen profitiert. Denn England hat bekanntlich weder Zeit 
noch Lust, sich um machtmäßige Auseinandersetzungen auf dem europäischen Kontinent zu 
bekümmern, wenn sie nicht in seinem eigenen Interesse liegen. London hat ein Weltreich zu 
verwalten; und es ist die erklärte Aufgabe der britischen Außenpolitik, dafür zu sorgen, daß 
England in Ruhe die in diesem Weltreich zusammengehäuften Reichtümer verdauen kann. 
Es ist eine bekannte Tatsache, daß begüterte Leute oft taktlos sind. Besonders gefallen sie 
sich in ihrer Taktlosigkeit Armen und 



-11 1- 

Bedürftigen gegenüber. Und gerade wenn sie anfangen, jovial zu werden, dann wirken sie 
erst recht beleidigend. Sie klopfen den Habenichtsen vertraulich auf die Schultern und 
meinen, damit sei alles in Ordnung. 

Reiche Leute sind meistens sehr moralisch. Wenigstens tun sie so, als ob sie es wären. Das 
Schicksal macht es ihnen auch verhältnismäßig leicht, moralisch zu sein, jedenfalls leichter 
als den Armen. Die Reichen schwärmen für Ruhe und Ordnung, denn sie können dadurch 
nur gewinnen. Jeden Angriff auf bestehende Eigentumsverhältnisse empfinden sie deshalb 
als unmoralisch und fassen ihn unter dem Generalbegriff des Bolschewismus zusammen. 
Und wie das unter den Menschen ist, so ist das auch unter den Völkern. Es gibt bekanntlich 
Staaten, die im Überfluß schwelgen, die gar nicht wissen, was sie mit ihren Rohstoff- und 
Goldvorräten anfangen sollen, und es gibt andere Völker, die kaum das Notwendigste zum 
Leben besitzen und deren Intelligenz, deren Fleiß und Organisationsgabe allein es zu 
verdanken ist, daß sie überhaupt existieren können. 

Es ist erklärlich, daß sich die besitzlosen Nationen nicht gerade begeistert mit diesem 
Zustande abfinden. Sie sind deshalb in den Augen der besitzenden Nationen Störenfriede 
einer geheiligten göttlichen Ordnung, in der den reichen Völkern alle Besitztümer der Welt 
anvertraut wurden, während die armen Nationen davon ausgeschlossen sind. 
Es kann deshalb auch nicht wundernehmen, daß die reichen Nationen den armen Völkern 
vorwerfen, daß sie den Frieden bedrohen. Und es versteht sich am Rande, daß bei diesen 
Auseinandersetzungen nicht nur von politischen und wirtschaftlichen Erwägungen die Rede 
ist, sondern seitens der reichen Nationen oft in einer geradezu aufreizenden Weise die Moral 
exerziert wird. 

In dieser Beziehung zeichnen sich am meisten die Engländer aus. Sie verstanden es immer 
meisterhaft, besitzlose Völker moralisch ins Umecht zu setzen. Und da die Engländer unter 
den Nationen die reichsten sind, sind sie natürlich auch am moralischsten. Sie besitzen ein 
Empire, dessen Geschichte mehr als fragwürdig ist. Aber schon an diese Geschichte zu 
erinnern, empfinden sie als taktlos. Sie möchten in ihrer genießerischen Ruhe nicht gestört 
werden. Sie handeln so wie Fafner, der seinen Gold— 112- 

schätz mit den Worten bewacht: "Ich lieg' und besitz', laßt mich schlafen!" Nun behaupten 
sie, nicht mehr ruhig schlafen zu können. Schuld daran tragen die bösen Deutschen, und das 
ist die Unverschämtheit. 

Es ist deshalb mehr als verständlich, daß gerade die Engländer den Aufstieg Deutschlands 
als außerordentlich lästig empfinden. Er ist für sie ein ständiger Appell an ihr schlechtes 
Gewissen. Solange Deutschland ohnmächtig war, konnte das für London nicht viel 
bedeuten. Heute dagegen ist Deutschland eine Großmacht; und da England gegen die von 
Deutschland mit dem unanfechtbarsten moralischen Recht erhobenen Lebensansprüche im 
Ernst gar nichts Stichhaltiges anzuführen hat, verlegt es sich darauf, hemmungslos zu 
schimpfen. 

Plötzlich werden die englischen Gazetten maßlos ordinär; sie, die sich sonst soviel darauf 
zugute hielten, daß sie politische Kämpfe mit höchster Fairneß auszutragen pflegten, haben 
nun mit einem Male ihre ganze gute Erziehung vergessen und krakeelen wie die 
Marktweiber. Sie können es Deutschland nicht verzeihen, daß es den Zustand der Ohnmacht 
aus eigener Kraft überwunden hat. Immer noch versuchen sie, uns so zu behandeln, wie sie 
das früher in Zeiten des deutschen Niederganges straflos tun konnten. Und wenn auch die 
regierenden Kreise in London den Anschein zu erwecken versuchen, als wenn sie sich in 



dieser Beziehung zuweilen eine gewisse Mäßigung auferlegten, so schimpfen ihre 
Zeitungen nach ihrem Kommando um so gemeiner. 

Die Engländer haben sich auch eine eigene Auffassung über den Begriff der Pressefreiheit 
zurechtgelegt. Diese ist ebenso naiv wie dummdreist und typisch britisch. Sie argumentieren 
etwa so: In Deutschland gibt es Gesetze, die der Presse verbieten, beleidigend zu werden. 
Die deutsche Regierung hat also Möglichkeiten, auf die Presse einzuwirken; ergo muß die 
deutsche Presse sich vor allem London gegenüber eines außerordentlich anständigen und 
loyalen Benehmens befleißigen. Insbesondere darf sie sich nicht in innerenglische 
Angelegenheiten hineinmischen. In England dagegen herrscht die Demokratie. Eines der 
Grundgesetze der Demokratie ist die, Freiheit der Presse. Da die englische Presse frei ist, 
besitzt die 
-113- 

englische Regierung keine Einwirkungsmöglichkeiten auf sie. Deshalb hat die englische 
Presse den Vorzug, über alles schimpfen zu dürfen, was ihr unter die Feder kommt: mehr 
noch, es ist geradezu ihr souveränes Vorrecht, sich in jede innerdeutsche Angelegenheit 
hineinzumischen, hohen und höchsten Stellen in der deutschen Staatsführung unerbetene 
und gänzlich taktlose Ratschläge zu erteilen und sich sozusagen als moralischer 
Splitterrichter über Deutschland, sein Volk und sein Regime aufzuspielen. 
Das kommt in diesen Tagen wiederum sehr drastisch zum Ausdruck bei Gelegenheit der 
Rückkehr des englischen Botschafters Henderson nach Berlin. Es ist das erklärlicherweise 
der natürlichste Vorgang, den man sich denken kann. Selbst der englische Ministerpräsident 
Chamberlain hat auf eine diesbezügliche Anfrage im Unterhaus geantwortet, er könne sofort 
erklären, "daß der Rückkehr Sir Nevile Hendersons keinerlei besondere Bedeutung 
beizumessen sei. Er sei ganz normal zurückgegangen". 

Was aber macht die englische Presse daraus? Kehren wir einmal den Sachverhalt um und 
formulieren wir die Überschriften der maßgebenden englischen Blätter bei dieser 
Gelegenheit so, als wären die deutschen Zeitungen mit einem ähnlichen Vorgang, der 
England betreffe, befaßt, und es wird einem die ganze dreiste Unverschämtheit des 
Vorgehens der englischen Presse klar. Etwa: Der "Völkische Beobachter" schreibt, daß der 
deutsche Botschafter in London mit einem Sonderauftrag nach London entsandt worden sei. 
London müsse das in Frage stehende Angebot annehmen und sofortige Beweise seines 
Friedenswillens liefern. Oder: 

Der deutsche Botschafter solle den englischen König warnen. Oder: Der deutsche 
Botschafter werde dem englischen Außenminister erklären, daß Deutschland eine radikale 
Politik einschlagen werde, solange es keine beruhigenden Versicherungen und Schritte von 
Seiten Englands gebe. Deutschland müsse ausreichende Beweise für einen völligen 
Umschwung in der Politik Englands haben. Derartige Beweise seien die Zurückziehung der 
englischen Mannschaften, sagen wir aus Palästina, Einstellung der englischen 
Pressekampagne gegen Deutschland und einschneidende Maßnahmen der englischen 
Abrüstung. Oder: Der deutsche Botschafter werde bei der britischen Regierung vorstellig 
werden, um drastischen 
-114- 

Einfluß auf die bevorstehende Erklärung Chamberlains vor dem Unterhaus auszuüben. 
Man wird zugeben müssen, daß, wenn die deutsche Presse es wagen würde, London 
gegenüber einen solchen Ton anzuschlagen, die englische öffentliche Meinung 
wahrscheinlich in Siedewut versetzt würde. Und das mit Recht. Denn ein solches Verfahren 



ist unter Großmächten nicht üblich. Es ist taktlos, dummdreist und unverschämt, und wenn 
es von London gegen uns angewandt wird, entspricht es außerdem in keiner Weise den 
gegenwärtigen Machtverhältnissen zwischen Deutschland und England. Trotzdem schreibt 
die englische Presse so. Und deshalb müssen wir ihr auf die Finger klopfen. Die Engländer 
haben sich nun allmählich daran zu gewöhnen, daß, was für sie recht, für uns billig ist. 
Deutschland ist in keiner Weise mehr geneigt, sich von London aus eine Behandlung 
gefallen zu lassen, die London, würde sie von Deutschland England gegenüber versucht 
werden, mit Recht voll Empörung zurückweisen würde. 

Es erübrigt sich, auf diese frechen und taktlosen Unterstellungen der englischen Presse 
einzugehen. Sie sind zu dumm und zu absurd, als daß sie überhaupt einer Widerlegung 
bedürfen. Wir erwähnen sie auch nicht, um uns mit der englischen Presse 
auseinanderzusetzen. Wir haben längst die Lust dazu verloren. Es hat keinen Zweck, sich 
mit Meinungen polemisch zu messen, die keinerlei Substanz aufweisen und lediglich auf 
Großsprecherei beruhen, hinter der kein klarer Wille steht. 

Wir führen das nur an, um der englischen öffentlichen Meinung vor allem eines 
klarzumachen: Die Engländer sagen oft in ihrer Auseinandersetzung mit Deutschland, daß 
mit uns nicht zu reden sei. Sie haben recht, wenn sie glauben, uns gegenüber einen solchen 
Ton anschlagen zu können. Denn Deutschland ist kein englisches Protektoratsgebiet, und 
die Engländer täten gut daran, mit uns zu verkehren, wie man im allgemeinen mit einer 
Großmacht zu verkehren pflegt. 

Wenn man unseren nationalen Stolz verletzt, so zeigen wir die kalte Schulter. Wir waren 
immer zugänglich für jede sachliche Auseinandersetzung; aber wer sich mit uns polemisch 
messen will, hat sich gefälligst eines höflichen Tones zu befleißigen. Die englische Presse 
wäre also gut 
-115- 

beraten, wenn sie in ihren Unterhaltungen mit Deutschland weniger den Versailler Vertrag 
und mehr Knigges Umgang mit Menschen zum Leitfaden dieser Polemiken mit uns machte. 
Wir sind nicht streitsüchtig. Wir wollen unser Recht; und zwar gründet sich dieser Anspruch 
auf unser Recht auf sehr sachliche und durchschlagende Argumente. Aber wo man uns 
dumm kommt, da setzen wir nach guter, alter deutscher Sitte auf einen groben Klotz einen 
groben Keil. 
-116- 



Plädoyer für die deutsche Kulturpolitik 

Rede zur Tagung der Reichskulturkammer in Berlin 

1. Mai 1939 

In einer Zeit starker internationaler Spannungen feiert das deutsche Volk in diesem Jahre 
am 1. Mai seinen Nationalfeiertag. Allerdmgs werden wir durch diese internationalen 
Spannungen innerlich nicht im mindesten berührt, wenngleich es sich bei ihnen in der 
Hauptsache um uns handelt, um unser Ansehen, um die Macht und die Größe des Reiches 
und der deutschen Nation. Das deutsche Volk selbst ist gegen die internationale Hetze und 
Kriegshysterie, die durch die Lügenpresse in London, Paris und New York systematisch 
betrieben und entfacht wird, gänzlich immun. Es ruht sicher und fest in seiner eigenen 
Kraft. Es weiß, daß ihm genügend Machtmittel zur Verfügung stehen, um seine Ehre und 
seine nationale Existenz in jedem Falle zu verteidigen. Daraus entspringt auch das Gefühl 



jener souveränen Überlegenheit, das unser Volk der Demokratie und ihren Wortführern 

gegenüber empfindet. 

Deutschland hat seit dem Jahre 1933 einen steilen Weg zu einem unvorstellbaren 

Machtzuwachs angetreten. Damals war es noch ein ohnmächtiges Volk, gequält und 

gedemütigt am Boden liegend. Heute ist es ein Volk in Waffen. 

Zwar sagt das Sprichwort: Inter arma silent musae, wenn die Waffen das Wort ergreifen, 

haben die Musen zu schweigen. Aber das ist nur bedingt richtig. Denn es kann nicht 

bezweifelt werden, daß politische und militärische Blütezeiten auch fast immer kulturelle 

Blütezeiten in ihrem Gefolge nach sich ziehen. Die Macht ist nicht nur ein rein 

mechanischer Ausdruck der Kraft und des Ansehens einer Nation. Auch in der Macht kann 

die Kultur eines Volkes ihren Ausdruck finden. Denn die Macht ist die Voraussetzung eines 

wirklichen und dauerhaften Friedens. Der Frieden aber erst gibt dem Volke jene innere 

Sicherheit, die ihm die Kraft verleiht, nicht nur Kultur zu beschützen, sondern auch Kultur 

zu schaffen. 

-117- 

Darum auch geht im neuen nationalsozialistischen Deutschland der Aufbau der Macht mit 
dem Aufbau der Kultur Hand in Hand. 

Es hätte das allerdings auch anders sein können. Die nationalsozialistische Bewegung, die 
heute den Staat führt, hätte im Jahre 1933 angesichts der großen und fast entmutigenden 
Probleme, vor die sie gestellt war, die Berechtigung gehabt zu erklären, daß die Fragen 
wirtschaftlicher, politischer und militärischer Natur die vordringlicheren seien, und daß sie 
zuerst gelöst werden müßten, ehe Staat und Partei an eine generelle Lösung der in Frage 
stehenden Kulturprobleme herantreten könnten. Man hätte also mit Fug und Recht und ohne 
sich einem Vorwurf der Mit- und Nachwelt auszusetzen, die Inangriffnahme der Probleme 
der Kultur auf später verschieben und sich vorerst mit ganzer Kraft den Aufgaben des 
wirtschaftlichen, politischen und militärischen Aufbaus widmen können. Es hat damals auch 
nicht an Ratgebern gefehlt, die diese Verfahrensweise vorschlugen. Sie erklärten vor allem, 
daß es notwendig sei, die Finanzkraft des Reiches vorerst lediglich auf die unmittelbar zur 
Entscheidung stehenden Probleme des materiellen Daseins unseres Volkes zu konzentrieren 
und sie nicht dadurch zu zersplittern, daß man sie zum Teil auch für die Lösung kultureller 
Probleme in Ansatz brachte. Denn es ist ja allgemein bekannt, daß der Aufbau einer 
Volkskultur Geld kostet. Aber es bedeutet eine rein mechanische Auffassung von der 
Kultur, wenn man behaupten wollte, daß das für sie verwandte Geld nicht früher oder später 
einmal seine Zinsen tragen würde. Vor allem aber heißt es, die Aufgaben eines Volkes 
vollkommen aufsplittern, wenn man glaubt, man könne sie nach ihrer verschiedenwertigen 
Dringlichkeit auch in ihrer Ingangsetzung beliebig unterteilen. Der Neuaufbau eines Volkes 
muß die Nation in allen ihren verschiedenen Lebensäußerungen total umfassen. Hier haben 
Politik, Kultur, militärischer Aufbau und Wirtschaft Hand in Hand zu gehen. Allerdings hat 
dann die Staatsführung die besonders wichtige und ausschlaggebende Aufgabe, dafür zu 
sorgen, daß die Gesetze des Ineinanderwirkens dieser verschiedenen Funktionen des öffent- 
lichen Lebens klar und präzise auch ein Funktionieren dieser Funktionen garantieren. 
Der nationalsozialistische Staat hat es sich deshalb besonders angelegen sein lassen, die 
Fragen des öffentlichen Lebens insgesamt dem Wohl des 
-118- 



Volkes und den Bedürfnissen der nationalen Gemeinschaft unterzuordnen. Es liegt auf der 
Hand, daß damit bestimmte Begrenzungen festgelegt wurden und die Politik vor allen 
anderen Funktionen unseres Volkslebens den Primat für sich beanspruchen mußte. 
Und hier gerade setzt die demokratische Kritik, besonders unserer westlichen Nachbarn, ein. 
Sie behaupten mit viel Pathos, daß es ihre besondere Aufgabe sei, die Kultur, die sie in 
Erbpacht genommen zu haben vorgeben, gegen die autoritären Staaten in Schutz zu 
nehmen. Es ist das eine geradezu lächerliche und beleidigende Arroganz angesichts der 
Tatsache, daß ausgerechnet in den Staaten, die über das reichste Kulturleben der 
Vergangenheit verfügen, die autoritäre Staatsform zum Durchbruch gekommen ist, während 
in den Staaten, die zum Teil wenigstens fast ausschließlich von der Kultur dieser genannten 
Staaten leben und mitzehren, die Demokratie sich noch am Ruder befindet. Wenn bei- 
spielsweise amerikanische Publizisten die deutsche Kultur gegen den Nationalsozialismus 
in Schutz nehmen zu müssen behaupten, so ist das so ungefähr die arroganteste Frechheit, 
die man sich überhaupt nur vorstellen kann. Amerika besitzt bis zum heutigen Tage nur in 
gewissem Umfange ein eigenes, artgebundenes Kulturleben. Es hat weder auf musi- 
kalischem noch auf dichterischem, noch auf dem Gebiete der bildnerischen Kunst 
nennenswerte Beiträge zum Kulturbesitz des Abendlandes beigesteuert, von denen man 
voraussagen könnte, daß sie Jahrhunderte überdauern werden. Seine Zivilisation ist zum 
größten Teil das Ergebnis der durch die Jahrhunderte geleisteten Vorarbeit der europäischen 
Völker. Wenn also Amerika behauptet, gegen Deutschland oder Italien die europäische 
Kultur in Schutz nehmen zu müssen, so ist doch wohl die Frage erlaubt, ob es nicht 
angebrachter wäre, wenn Amerika sich befleißigte, vorerst einmal selbst eine Kultur zu 
schaffen, die zu beschützen dann allerdings seine nationale Pflicht wäre. Solange das nicht 
der Fall ist, besteht für uns keinerlei Veranlassung, auf diese großsprecherischen 
Redensarten überhaupt einzugehen, da sie gänzlich ohne Substanz sind. 
Auch die Behauptung der Demokratie, daß in den autoritären Staaten die Freiheit des 
Geistes unterdrückt sei, vermag im nationalsozialistischen Deutschland keinerlei Eindruck 
mehr zu machen. Die Freiheit des Geistes hat gewiß in den autoritären Staaten da eine 
Begrenzung gefunden, wo 
-119- 

sie sich mit den nationalen Interessen stößt. Wenn sie in der Demokratie an diesem Punkte 
nicht begrenzt wird, so doch dort, wo sie sich mit den kapitalistischen Interessen in 
Widerspruch setzt. Und es sei hier die Frage erlaubt, was für den geistigen Arbeiter 
angenehmer und ehrenvoller ist: seine geistige Arbeit dem nationalen Wohl eines ganzen 
Volkes oder dem kapitalistischen Interesse einer kleinen anonymen Geldclique unter- 
zuordnen. 

Jedenfalls können wir mit Fug und Recht behaupten, daß der deutsche Geist kaum in einem 
Zeitalter eine breitere Entfaltungsmöglichkeit gefunden hat als in dem des 
Nationalsozialismus. Das weiß bei uns auch jeder geistige Arbeiter und jeder künstlerische 
Mensch. Wer das Gegenteil behauptet, rechnet meistens zu jener zahlenmäßig kleinen 
Schicht von Intellektuellen, die wahre Geistigkeit mit intellektueller Kompliziertheit 
verwechseln und dabei die starken und bewegenden Kräfte des Herzens dem kalt 
berechnenden Verstand unterordnen. 

Es ist notwendig, diese scharfe Unterscheidung zu treffen. Denn der Intellektualismus darf 
schon aus Gründen der Billigkeit in keiner Weise mit der nationalen Intelligenz 
gleichgesetzt werden. Die nationale Intelligenz hat in den vergangenen Jahren auf allen 
Gebieten unseres öffentlichen Lebens wahre Wunder geschaffen. Der liberal-demokratische 



Intellektualismus, soweit er auch bei uns noch in kleinen Überbleibseln vorhanden ist, 
beschränkte sich während dieser Zeit darauf zu kritisieren und im übrigen seine Vorbilder in 
einer westlichen Demokratie zu suchen, die nicht nur politisch, sondern auch geistig, 
künstlerisch und kulturell längst schon abgedankt hat. Denn Kultur hat ihrem Wesen nach 
nichts mit Wissen und vor allem nichts mit kalter Intellektualität zu tun. Kultur ist die tiefste 
und reinste Lebensäußerung eines Volkstums. Erst in ihrer Verbindung mit den nationalen 
Kräften eines Volkes gewinnt sie ihre echte Bedeutung. Und es war das Vorrecht des 
Nationalsozialismus, »diesen Begriff aus seiner demokratisch-liberalen Verzerrung 
herauszuheben und ihn in seiner ursprünglichen Bedeutung wieder neu zu prägen. Schon 
deshalb brauchen wir keine demokratischen Lehrmeister für die Entwicklung unseres 
volkskulturellen Lebens. 

Das bezieht sich vor allem auf die Arbeit der Presse. Wenn der Journalist im 
nationalsozialistischen Deutschland dem Staate, dem Volke und 
-120- 

seinen Interessen dient, so ist das eine ehrenvolle Aufgabe, die ihn dem Soldaten oder dem 
Beamten berufsmäßig gleichsetzt. Da der Journalist in demokratischen Staaten 
gewissermaßen nur der Schreibkuli anonymer Kapitalmächte ist, kann hier von einer 
ehrenvollen Aufgabe überhaupt nicht mehr die Rede sein. Er muß das schreiben, was von 
ihm verlangt wird, und er weiß nicht einmal, wer es von ihm verlangt. Eine Freiheit der 
Presse existiert also in der Demokratie nur auf dem Papier. 

Die Freiheit des Geistes ist in den liberalen Staaten lediglich eine Fiktion, die ausschließlich 
dazu dient, dem intellektuellen Pöbel einen Zustand zu suggerieren, der in Tatsache gar 
nicht mehr vorhanden ist. 

Doch wozu soviel der Worte. Wir erachten es nicht für unsere Aufgabe, uns mit der 
Demokratie über Theoreme in Streitigkeiten einzulassen. Am Ende beweist nur der Erfolg 
die Richtigkeit eines eingeschlagenen Weges; und ich glaube, was den Erfolg betrifft, 
brauchen wir uns auch in unserer kulturellen Leistung vor der Demokratie nicht nur nicht zu 
verstecken, sondern wir haben ihr gegenüber einen Vorsprung errungen, der gar nicht mehr 
einzuholen ist. Ein blühendes deutsches Theaterleben, ein kühn aufstrebender deutscher 
Film, eine Großmacht Presse, die den nationalen Interessen dient, ein über das ganze Volk 
verbreiteter deutscher Rundfunk, eine schöpferische Musik, die aus den Ursprüngen großer 
Meister hervorgegangen ist und sich wiederum auf den Urbegriff der Musikalität, auf die 
Melodie, zurückbesonnen hat, ein reiches, aufstrebendes deutsches Schrifttum, eine der 
Schönheit und der Harmonie dienende deutsche Malerei, eine junge revolutionäre und 
schöpferische Plastik und vor allem eine Architektur, die mit ihren monumentalen Bauten, 
Projekten und Entwürfen bereits ein ganzes Volk in Atem hält, das sind die sichtbaren 
Zeichen eines kulturellen Aufbauwerkes, das einzigartig in der Welt des 20. Jahrhunderts 
ist. Der Nationalsozialismus hat das Wunder fertiggebracht, die Technik dieses 
Jahrhunderts, die schon im Begriff stand, den modernen Menschen sich vollkommen bot- 
mäßig zu machen, aufs neue zu beseelen und sie mit dem Geist nicht nur der 
Zweckmäßigkeit, sondern auch der ästhetischen Schönheit zu erfüllen. Die edle und kühne 
Harmonie unserer monumentalen Straßen und Brücken ist ein überzeugender Beweis dieses 
riesigen Umwandlungsprozesses im Verhältnis eines Volkes zur Technik. 
-121- 

Was haben im Ernst unsere demokratischen Kritiker demgegenüber aufzuweisen? Und 
dabei muß betont werden, daß das, was bisher auf diesem Gebiet in Deutschland geleistet 



wurde, lediglich ein Anfang war. Während die Demokratie nur schwätzte, haben unsere 
Theater gespielt und die Massen durch ihre festlichen Darbietungen unterhalten, erbaut und 
erhoben, haben wir Filme produziert, deren Weltgeltung nicht mehr bestritten werden kann, 
wurde in Deutschland gedichtet und musiziert, gemalt und gebaut. Und man braucht nur die 
Frage aufzuwerfen, was in hundert Jahren noch von dem demokratischen Zeitungsgewäsch 
übriggeblieben sein und was von den Werken unseres kulturellen Aufbaus hundert Jahre 
und mehr überdauern wird, um einwandfrei festzustellen, welche Seite hier das Recht hat, 
überheblich zu sein und mit souveräner Verachtung auf die anderen herabzublicken. 
Dabei sind wir nicht im geringsten etwa selbstgerecht. Wir kennen unsere eigenen 
Schwächen besser als irgend jemand anders. Wir ringen mit tiefster innerer Kraft und 
größter Verantwortlichkeit um ein neues Lebens- und Kulturgefühl unseres Volkes. Wir 
wollen dem 20. Jahrhundert, das in seinem ganzen Stil noch keinen einheitlichen Ausdruck 
gefunden hat, ein wirklich sinngemäßes Gepräge geben. Demgegenüber aber steht die 
Demokratie noch im 19. Jahrhundert. Sie ist das letzte Überbleibsel einer Zeitepoche, die 
geistig und seelisch auch von den Völkern, die noch mit ihr gesegnet sind, längst 
überwunden wurde. Was sie mit frecher Überheblichkeit uns gegenüber als modern ausgibt, 
strömt schon den Fäulnisgeruch der Verwesung aus. Ihre lauten Schlagworte wirken auf den 
modernen Menschen schal und abgebraucht. Ihre Kultur ist ein Gemisch aus 
Armeleutegeruch und Halbweltparfüm, das in seiner Zusammensetzung nur penetrant und 
übelkeiterregend wirkt. Die Demokratie ist zwar reich, aber sie ist in ihren kulturellen 
Äußerungen und Leistungen auch steril und phantasielos. Sie hält sich den modernen 
europäischen Staatsauffassungen gegenüber nur noch durch ihr Beharrungsvermögen und 
durch eine gewisse starre Dogmatik, die allerdings nicht mehr die vitale Kraft besitzt, starke 
Lebenszeichen von sich zu geben. 

Es liegt uns nichts ferner, als der Demokratie, die sich zum ungerufenen Splitterrichter über 
uns aufwirft, etwa gute Ratschläge zu er- 
-122- 

teilen. Aber ebensowenig erwarten und akzeptieren wir solche von ihr. Wir sind in unserem 
ganzen Geschmacks-, Stil- und Kulturempfinden längst über sie hinaus. Sie wirkt auf uns 
nur noch skurril -und macht den Eindruck, daß sie mit der Zeit reichlich alt geworden ist. 
Ihre falsche Moral erscheint uns wie eine dicke und auffällige Schminke, mit der die 
zahlreichen Falten und Runzeln in ihrem etwas verlebten Gesicht überdeckt werden sollen. 
Wir aber sind jung, unsere Aufbauwerke sind stark und einer impulsiven Schaffenskraft 
entsprungen. Wir haben zwar hier und da Fehler gemacht und Rückschläge erlitten, aber wir 
sind doch nicht selbstgenügsam gewesen und haben uns nicht in unserer Eigengefälligkeit 
gesonnt. Wir haben die kulturellen Probleme, die unsere geistige Welt und vor allem unser 
Volk betreffen, mit Mut und Tatkraft angepackt. Wir haben Kultur gewollt, aber wir haben 
auch Kultur geschaffen. Und diese Aufgabe war nicht lediglich eine Angelegenheit der 
deutschen Intelligenz, sie wurde unter unserer Führung Sache des ganzen Volkes. 
Wo aber käme das stärker zum Ausdruck, als am 1. Mai, dem großen Feiertag der deutschen 
Nation? Ringsum in allen Städten und Dörfern des Reiches steht nun das Volk auf den 
Straßen und Plätzen und wartet auf den Anruf, den Sie, mein Führer, an es richten wollen. 
Der 1. Mai selbst ist in wenigen Jahren schon eine der stärksten Ausdrucksformen unseres 
deutschen Kulturwillens geworden. Wenn an ihm sich das Volk versammelt, dann dürfen 
die geistigen Arbeiter unter ihm nicht fehlen. Es ist deshalb kein Zufall, daß mitten 
zwischen den beiden großen traditionellen Kundgebungen des 1. Mai, der Kundgebung der 
Jugend und der Kundgebung des Volkes, sich brauchgemäß die Kulturschaffenden der 



deutschen Nation um ihren Führer versammeln, um ihm ihre Dankbarkeit und ihre 
Huldigung zum Ausdruck zu bringen. 

Damit komme ich zur Verkündung der Träger des diesjährigen Nationalen Buch- und 
Filmpreises. 

Der Nationale Buchpreis 1939 wird dem Dichter Bruno Brehm zuerteilt. Seine Österreich- 
Trillogie ist eine der beachtlichsten Leistungen der modernen deutschen Literatur. Die 
nationalpolitische Bedeutung dieses Werkes beruht vor allem in seiner scharfen Kritik an 
der Donau 
-123- 

monarchie, die dem alt-reichsdeutschen Leser den Blick für die Gesamtproblematik des 
Südostraums geschärft hat und damit einen wesentlichen Beitrag zur Vorbereitung der 
großdeutschen Lösung in diesem Räume zusteuerte. Auch ist die stilistisch-künstlerische 
Leistung dieses Werkes besonders hervorzuheben, die die einprägsame Lebendigkeit der 
Geschichtsgestaltung Bruno Brehms bedingt. Bruno Brehm ist über seine literarische 
Leistung hinaus auch als Mensch eine der soldatischsten Erscheinungen des deutschen 
Schrifttums. In Laibach geboren, war er Hauptmann im ehemaligen Österreich-ungarischen 
Heer und hat später studiert und promoviert. Da er im Vorjahr als damaliger tschecho- 
slowakischer Staatsangehöriger aus der Debatte über den Staatspreis ausscheiden mußte, ist 
seine diesjährige Auszeichnung um so sinnvoller, als er als Sudetendeutscher auch zum 
deutschen Ostraum gehört, der seine endgültige Heimkehr zum Reich in den jüngst 
vergangenen krisen- und spannungsreichen Monaten vollzogen hat. 

Der Nationale Filmpreis dieses Jahres wird dem Filmregisseur Professor Karl Froelich für 
seinen Film "Heimat" zuerteilt. Professor Froelich ist einer der ältesten Pioniere des 
deutschen Films. Jedes Werk, das aus seiner Hand hervorgegangen ist, trägt seinen 
besonderen Stempel. Niemals hat er sich zu einer rein handwerklichen Arbeit degradieren 
lassen. In den vielen Jahren seiner filmschöpferischen Tätigkeit wahrte er immer ein hohes 
künstlerisches Niveau, das er mit einer souveränen Beherrschung aller technischen Mittel 
des Films auf das glücklichste zu vereinen wußte. Im abgelaufenen Jahr beschenkte er die 
deutsche Filmkunst in seinem Film "Heimat" mit seiner reifsten Leistung. Dieser Film 
wurde auf der letztjährigen Biennale in Venedig mit einem Pokal ausgezeichnet; er errang 
damit den Titel eines der besten Filme der Weltproduktion des Jahres. 
Und das mit Recht. In diesem Film vereint sich eine starke, tiefschürfende deutsche 
Problematik mit einer weisen und überlegenen Menschenführung und einer überragenden 
schauspielerischen Leistung zu einem einzigartigen Ausdruck wahrer deutscher Filmkunst. 
Professor Karl Froelich wird damit zum zweitenmal, nachdem er im Jahre 1936 für seinen 
Film "Traumulus" mit dem Nationalen Filmpreis ausgezeichnet wurde, diese hohe Ehrung 
zuteil. Er krönt damit ein künstlerisches Leben, 
-124- 

das seine höchste Erfüllung in fanatischer Arbeit und selbstsicherem künstlerischen Wirken 
findet. 

Besonders lobend erwähnt werden muß daneben der Film "Pour le merite" unter der Regie 
von Professor Karl Ritter. Er zeichnet sich durch eine starke nationalpolitische Tendenz, 
durch die sichere Erfassung eines Themas aus unserer modernen Geschichte und durch eine 
kluge und überlegene Darstellung s- und Menschenführung aus. Karl Ritter hat mit diesem 
Film ein neues Ruhmesblatt in das Buch seiner großen Erfolge eingefügt. Er wurde in 
Anerkennung seiner künstlerischen Arbeit am 20. April vom Führer zum Professor ernannt. 



Es ist mir ein Bedürfnis, beiden Preisträgern, die bei dieser Gelegenheit vor der ganzen 
Nation ehrend ausgezeichnet werden, die herzlichsten Glückwünsche des Führers und des 
ganzen deutschen Volkes zum Ausdruck zu bringen. Sie haben dem großen Kreis unserer 
deutschen Kulturschaffenden wiederum ein leuchtendes Beispiel künstlerischer Höchst- 
leistung gegeben. Sie sind damit Pioniere unseres kulturellen Aufbauwerkes geworden. 
Damit verbinde ich meinen und den Dank aller deutschen Kulturschaffenden an Sie, mein 
Führer. Sie haben im vergangenen Jahr wiederum das Reich größer und stärker gemacht. 
Wir können in diesem Jahre den 1. Mai in einem Frieden und in einem Glück ohnegleichen 
feiern. Als wir an Ihrem 50. Geburtstag bei der großen Parade Ihre Soldaten mit ihren neuen 
Waffen an Ihnen vorbeimarschieren sahen, da ist es uns warm ums Herz geworden. Da 
wußten wir: Auch unsere deutsche Kultur, blühend und groß geworden in 
vielhundertjähriger Geschichte, braucht nicht von Pariser, Londoner oder New Yorker 
Demokraten und Juden beschützt zu werden; die beschützt das deutsche Volk selbst, und 
zwar mit den Waffen seiner Wehrmacht, nicht mit dem Zeitungspapier, das durch tote 
Rotationsmaschinen läuft. Und stolz sind wir wieder geworden: 

stolz darauf, daß über dem Reich, seiner Wirtschaft, seiner Politik und auch seiner Kultur 
wieder diese starke Wehrmacht steht, und daß den Eingang zu unseren Grenzen ein scharfes 
Schwert beschützt. Dafür wollen wir Ihnen, mein Führer, heute danken. Ich weiß, wie viele 
schlaflose Nächte Sie dem Aufbau der deutschen Macht geopfert haben. Ich kenne aber 
auch die ungezählten Stunden in Ihrem arbeitsreichen Leben, 
-125- 

die Sie dem Gedeihen und der Blüte der deutschen Kultur widmeten und widmen. Beides 

kommt nun Ihrem Volke zugute, für das Sie leben und arbeiten. 

So können Sie denn jetzt wie immerdar freudig erhobenen Hauptes unter dieses Volk treten. 

Sie haben in ihm einen revolutionären Umbruch vollzogen und der Nation damit einen 

neuen Weg ihres Lebens gewiesen. Wenn Sie jetzt mitten durch die Millionenmassen der 

Reichshauptstadt fahren, die Sie an den Straßen voll Ungeduld erwarten, dann können Sie 

mit Stolz sagen: 

Volk, du gabst mir die Macht, und ich gab dir dafür wieder dein Recht! 

-126- 



Quo vadis, Polonia? 

5. Mai 1939 

Wenn einer dauernd von Gewalt redet, aber in dem Verdacht steht, daß er 
Minderwertigkeitskomplexe mit sich herumschleppt, wenn einer Bäume ausreißen will, aber 
so aussieht, als pflückte er lieber Butterblühmchen, wenn einer ständig seine Muskeln zeigt, 
man aber nicht genau weiß, ob es nicht doch Watte ist, wenn einer auf Kosten anderer den 
starken Mann spielt, sich beim Fortbewegen selbstbewußt in den Hüften wiegt, groß tut und 
meistens klein ist, dann sagt der helle Berliner Jargonwitz: "Er kann vor lauter Kraft nicht 
loofen." Das ist ein goldenes Wort aus dem Munde des Volkes, und es trifft den Nagel auf 
den Kopf. 

Man wäre geneigt, dieses Wort auf das augenblickliche Verhalten der polnischen Presse 
anzuwenden. Sie hat in den letzten Wochen anscheinend jeden Verstand, jede klare 
Besinnung und vor allem jede nüchterne Einschätzung der Polen zur Verfügung stehenden 
Machtmittel verloren. Es fällt schwer, mit ihr zu debattieren, ohne in den selben 



beleidigenden Ton zu verfallen, den sie in jüngster Zeit Deutschland, seinem Regime und 
seiner Politik gegenüber anzuschlagen beliebt Sie hat neuerdings die primitivsten Regeln 
der internationalen Höflichkeit vergessen und gefällt sich in einem Gassenjungenton, der für 
die Zukunft noch einiges erwarten läßt. Sie tut so, als sei sie allein auf der Welt und habe es 
in der Hand, Europa das Gesetz des Handelns zu diktieren. Wir enthalten uns diesem 
Verfahren gegenüber vorläufig jeder näheren Bezeichnung und jeden erläuternden 
Kommentars. Wir erachten es nicht für unsere Aufgabe, in dieser gespannten 
internationalen Lage noch Öl ins Feuer zu gießen. Immerhin aber halten wir es für unsere 
Pflicht, der deutschen Öffentlichkeit wenigstens ein Bild vom gegenwärtigen Stand der 
polemischen Meinungskämpfe um die Frage Danzig und Korridor zu gehen. 
Die polnische Presse ist Deutschland gegenüber nicht immer so verfahren. Als der große 
Marschall Pilsudski noch lebte und das deutsch-polnische Abkommen abgeschlossen wurde, 
gingen beide Teile von der 
-127- 

Erwartung aus, daß die zwischen Deutschland und Polen vorhandenen Spannungen und 
Differenzen auf beiderseitig befriedigende Weise gütlich gelöst werden können. Marschall 
Pilsudski selbst hat sich immer auf das schärfste gegen eine Dramatisierung dieser 
Gegensätze gewandt. Und danach wurde seitens der polnischen Öffentlichkeit bis zum 
beginnenden Frühjahr dieses Jahres auch verfahren. Noch am 1. März 1939 schrieb die 
"Gazeta Pomorska", die dem Lager der Nationalen Einigung nahesteht, jeder wisse, daß 
augenblicklich wichtige politische Besprechungen stattfänden. Es sei klar, daß in solchen 
Augenblicken verschiedene internationale Agenten aus der Haut fahren, um den Partnern 
die Aktion des Meinungsaustausches zu erschweren und den minderpolitischen oder 
minderbeherrschten Völkern ihre egoistischen Interessen aufzuzwingen. Alle Versuche, die 
polnische Politik durch Straßenkundgebungen aus dem Gleichgewicht zu bringen, seien 
entweder eine Dummheit oder eine schurkische Arbeit. Man kann nicht sagen, daß sich die 
polnische Öffentlichkeit von dieser von der "Gazeta Pomorska" mit Recht als Dummheit 
oder schurkische Arbeit gebrandmarkten scharfmacherischen Tätigkeit in den 
darauffolgenden Wochen ferngehalten hat. Die verschiedenen internationalen Agenten sind 
unterdes schon aus der Haut gefahren und haben den Partnern die Aktion des 
Meinungsaustausches denkbar erschwert. 

Es ist auch nicht an dem, daß die polnische Politik die von dem Regierungsblatt "Kurjer 
Poranny" am 22. März d. J. aufgestellte Behauptung sich heute noch zu eigen machte, daß 
nämlich Polen alle internationalen Garantien, die sich aus dem System der kollektiven 
Sicherheit Genfs ergäben, als Grundlage für seine Sicherheit ablehne und sie als Bluff und 
als schädlich betrachte. 

Derselbe "Kurjer Poranny" schrieb am 27. März, daß Polen an seine militärische Kraft 
glaubt und sich keinen trügerischen Hoffnungen auf fremde Hilfeleistung hingebe, um zwei 
Tage später zu erklären, daß seit dem Jahre 1920 die mächtigen Protektoren alles zu tun 
versucht hätten, um von Polen die Dienstleistungen eines Knechtes zu verlangen, um die 
polnische Erde zu einer Wirtschaftskolonie zu machen und aus der polnischen Politik ein 
Werkzeug für ihre diplomatischen Unternehmungen. Solch eine Rolle habe die Tschecho- 
Slovakei gespielt, und man habe 
-128- 

jetzt gesehen, wie dieses Land allen Garantien der Kleinen und der Großen Entente und den 
Versicherungen Frankreichs und Englands zum Trotz im kritischen Augenblick sich selbst 



überlassen blieb. Auch die Bestrebungen, Polen die heißen und übelriechenden Kastanien 
für andere aus dem europäischen Feuer holen zu lassen, beständen seit langem. Die 
polnische Außenpolitik verstehe sie alle und verhalte sich entsprechend. 
Man braucht kein politischer Hellseher zu sein, um festzustellen, daß diese damalige 
Tendenz der polnischen Politik durchaus in der Linie der von dem verewigten Marschall 
Pilsudski eingenommenen Haltung lag, Pilsudski war nicht nur ein großer Soldat, sondern 
auch ein großer Realist. Er verstand es, die gegebenen Machtverhältnisse richtig 
einzuschätzen, und bewahrte damit Polen vor Dummheiten, die offenbar zu schwersten 
internationalen Konflikten, wenn nicht gar zur Erschütterung des gesamten polnischen 
Staatsystems geführt hätten. 

Dieser Sinn für das Reale ist anscheinend wenigstens der politischen Publizistik in den 
letzten Wochen vollkommen abhandengekommen, und zwar ist das vor allem der von 
London Polen gegenüber eingenommenen Haltung zuzuschreiben. Nach der ersten 
Charnberlain-Erklärung im Unterhaus sprachen zwar die politischen Zeitungen noch von 
der beabsichtigten militärischen Einkreisung Deutschlands. Der "Kurjer Polski" aber schrieb 
am 1. April dieses Jahres schon, daß seit dem Verschwinden der Tschecho-Slowakei Polen 
für den Eventualfall die Rolle zu übernehmen habe, eine namhafte Anzahl deutscher 
Divisionen zu binden. Die Erfahrungen des Weltkrieges ließen die öffentliche Meinung 
Frankreichs und Englands ungern einen Krieg sehen, der nur auf der Westfront geführt 
werde; darum sähe man in Frankreich und England Polen als einzige Macht im Osten, die 
mit dem Westen in dieser Hinsicht zusammenarbeiten könne, 

Das ist schon sehr deutlich, wenngleich die offizielle polnische Presse nach dieser ersten 
Charnberlain-Erklärung sich noch alle Mühe gibt, leise zu treten. Der "Expreß Poranny" 
schreibt beispielsweise am 1. April, die Äußerungen Chamberlains vermöchten die 
Grundsätze der polnischen Politik in keiner Weise beeinflussen. Die Grundsätze lauteten 
aber: volle Unabhängigkeit, Stützung auf die eigene Kraft, auf gute Beziehungen 
.129- 

mit den Nachbarn und auf Bündnisse. Polen sei kein Block, der sich gegen irgend wen 
richte, und werde den bewährten Weg nicht verlassen, auf dem es sich seit langem bewege. 
Am 2. April ist der , "Kurjer Poranny" noch gerecht genug darzulegen, daß das Abkommen 
mit dem Reich von Polen in voller Überzeugung als ein Akt behandelt werde, dessen 
Abschluß im Jahre 1934 dem Frieden und den beiden Kontrahenten große Dienste geleistet 
habe; wohlverstanden den beiden Kontrahenten, also nicht, wie die polnische Presse heute 
zu erklären beliebt, nur dem deutschen, sondern auch dem polnischen. 
Man sieht also, daß nach dieser ersten Charnberlain-Erklärung die polnische Presse 
immerhin noch im Rahmen des Erträglichen bleibt. Daß sie die wohlverstandenen oder 
vermeintlichen nationalpolnischen Interessen vertritt, ist klar und selbstverständlich, und 
niemand nimmt ihr das übel, Unerträglich aber wird das Verfahren, das sie nach der durch 
Chamberlain im englischen Unterhaus abgegebenen englischen Beistandserklärungen für 
Polen einschlägt. Derselbe "Kurjer Poranny" beispielsweise schreibt am 16. April, daß 
Polen in den Augen Englands heute ein England ebenbürtiger Faktor in der europäischen 
Politik sei. Und dann geht's los. Wir erwähnen nur am Rande, daß eine polnische Zeitung 
sich erdreistet, aus Memel zu berichten, bei den dortigen deutschen Befestigungsarbeiten 
hätten sich fürchterliche Explosionen ereignet, wobei zahlreiche Arbeiter unter der Erde 
zerrissen worden seien. Diese Explosionen, so behauptet das polnische Blatt, seien gut 
vorbereitet gewesen und hätten das Ziel gehabt, diejenigen Arbeiter aus dem Wege zu 
räumen, die Kenntnis von Geheimnissen hatten, jedoch nicht zuverlässig waren, Das ist, wie 



man zugeben muß, eben starker Tobak. Wir ersparen es uns, diese beleidigende 
Unverschämtheit näher zu charakterisieren. 

Kritischer allerdings wird es, wenn der "Expreß Poranny" am 14. April schreibt, jeder 
polnische Bürger solle gleichsam in seinem Herzen eine Karte von Polen haben, so 
gezeichnet, wie sie sein sollte, wenn Polen gesicherte Lebensbedingungen für eine starke 
und beständige Existenz haben solle. Dieses Kartenbild solle er ständig vor Augen haben 
und sich Rechenschaft über die Notwendigkeit der faktischen Verwirklichung des in ihr 
angezeichneten Grenzverlaufs geben. Das ist schon sehr deutlich. Hier sieht man eine 
publizistische Großmannssucht erwachen, von der 
-130- 

man sich, wenn man sie treiben läßt, für die Zukunft noch allerhand versprechen kann. 
Dann führt England die Wehrpflicht ein; und in demselben Augenblick beginnt nun das 
polnische Trommelfeuer. Die "Polska Zbrojna" schreibt am 30. April, zwar befinde sich 
heute zwischen Oder und Elbe nur noch ein Friedhof des alten Slawentums; aber niemand 
wisse, ob nicht die Vorsehung eine nationale Wiedergeburt dieser germanisierten Masse 
bestimmt habe. 

Und dieser Wahnsinn wird dann Methode, wenn der polnische Senator Dr. Pawelec am 1. 
Mai erklärt, obwohl sich niemand einen Krieg wünsche, bedeute jedoch ein Krieg für Polen 
eine große historische Chance, das zurückzuholen, worauf Polen einen Anspruch habe. 
Was darunter zu verstehen ist, sagt eine Entschließung des Zentralverbandes der polnischen 
Akademikervereinigung Ostoberschlesiens vom selben Tage, nach der die polnische Waffe 
bis zum letzten Blutstropfen geführt werde, um die Grenze des polnischen Staates bis an die 
historischen Grenzpfähle auszudehnen. "Wir versichern unseren Brüdern an der Oder, in der 
historischen Stunde, die bald schlagt, zum Kampfbereit zu sein." Wir wissen nicht, ob das 
mit der oder stimmt oder nur einen Druckfehler darstellt und man in Wirklichkeit die Elbe 
gemeint hat. Man könnte auf diesen Gedanken kommen, wenn man den "Krakauer 
Illustrowany Kurjer Cdzienny" vom folgenden Tage liest, der erklärt, Schlesien und 
Ostpreußen, die polnisch seien, müßten an Polen abgetreten werden, und am 3. Mai das 
noch erhärtet mit den Worten, Polen müsse die Regelung der Frage Ostpreußen fordern, das 
historisch, geographisch und wirtschaftlich stärkstens mit Polen verbunden sei. Ostpreußen 
müsse zu Polen zurückkehren. 

Da hat London sich, wie man sieht, eine schöne Suppe eingebrockt, und es wird sie eines 
Tages auch auslöffeln müssen. Herr Chamberlain kann sich nickt darauf herausreden, daß er 
das nicht gemeint habe. Es kommt bekanntlich in der Politik nicht darauf an, was man 
meint, sondern darauf; was man tut. 

Im übrigen lassen die Kriegs- und Panikmacher in London und Paris bekanntlich keine 
Gelegenheit verstreichen, um das Feuer zu schüren und notwendigenfalls noch Öl 
hineinzugießen. Der Pariser "Excelsior" vom 
-131- 

3. Mai schreibt, die Stellung Englands sei sehr klar. Es habe Polen eine totale militärische 
Beistandsgarantie gegeben, die ohne Vorbehalte sei und sowohl auf Danzig wie den 
Korridor zutreffe. Das ist eine Blankovollmacht für den polnischen Chauvinismus, und die 
polnische Publizistik hat denn auch nicht gesäumt, davon ausgiebigst Gebrauch zu machen. 
Am 28. April gibt der Führer in seiner Reichstagsrede der Weltöffentlichkeit Kenntnis von 
seinem seinerzeit der polnischen Regierung unterbreiteten Vorschlag. Danach soll Danzig 
als Freistaat in den Rahmen des Deutschen Reiches zurückkehren, Deutschland erhalte 



durch den Korridor eine Straße und eine Eisenbahnlinie zur eigenen Verfugung mit dem 
gleichen exterritorialen Charakter für Deutschland, als der Korridor ihn für Polen besitzt, 
dafür sei Deutschland bereit, sämtliche wirtschaftlichen Rechte Polens in Danzig 
anzuerkennen, Polen in Danzig einen Freihafen beliebiger Größe und bei vollständigem 
freien Zugang sicherzustellen, damit die Grenzen zwischen Deutschland und Polen 
endgültig als gegebene hinzunehmen und zu akzeptieren, einen 25jährigen 
Nichtangriffspakt mit Polen abzuschließen, also einen Pakt, der weit über sein eigenes 
Leben hinausreichen würde, und die Unabhängigkeit des slowakischen Staates durch 
Deutschland, Polen und Ungarn gemeinsam sicherzustellen, was den praktischen Verzicht 
auf jede einseitige deutsche Vormachtstellung in diesem Gebiet bedeute. 
Man wird zugeben müssen, daß dieses Angebot denkbar großzügig und loyal war. Die 
polnische Regierung lehnte es trotzdem ab, offenbar, weil sie sich durch die englische 
Beistandserklärung gesichert fühlte. 

Jetzt sind die Scharfmacher am Werk. Sie benutzen jede Behauptung wahren oder unwahren 
Charakters, um die an sich schon komplizierte Lage noch weiter zu komplizieren. Man wird 
es verstehen, wenn wir uns angesichts dieser Sachlage jeden verschärfenden Kommentars 
enthalten. Wir stellen nur fest: 

1. Deutschlands Vorschlag an Polen war loyal, gerecht, real, und er trug den gegebenen 
Tatsachen sowohl wie den Interessen Deutschlands und Polens hinreichend Rechnung. 

2. Er wäre wahrscheinlich sofort effektiert worden, wenn England sich nicht mit lautem 
Gepolter durch seine Beistandserklärung in die Debatte hineingemischt hätte. 

-132- 

3. Die von uns des öfteren schon angeprangerten internationalen Kriegsmacher versuchen, 
die daraus entstandene Spannung zu benutzen, um Europa in eine Katastrophe 
hineinzutreiben. 

4. Damit zusammenhängend ist der polnische Chauvinismus erwacht, der nicht nur den 
deutschen Vorschlag rundweg ablehnt, sondern nun seinerseits Forderungen aufstellt, die 
aber auch jedes erträgliche Maß vermissen lassen. Einzelne polnische Zeitungen haben 
bereits unsere gute alte Stadt Nowawes als urpolnisch reklamiert. Von dort aus ist 
bekanntlich nur ein Katzensprung bis nach Berlin. Wir erwarten demnächst, daß man die 
polnische Grenze bis Hannover vorlegt, und erinnern uns dabei mit Schmunzeln, daß im 
Mai vergangenen Jahres auch von Prag aus Propaganda-Landkarten verschickt wurden, auf 
denen die tschechische Grenze in da Nähe von Bernau verlief. Wir haben das damals mit 
größter Kaltblütigkeit zur Kenntnis genommen; denn wir waren und sind der Überzeugung, 
daß Grenzen nicht mit Druckerschwärze gezogen werden. Es wäre gut, wenn man sich das 
auch in Warschau klarmachte und ebenso mit entsprechenden Mitteln der politischen Presse 
zur Kenntnis brächte. Wenn diese heute von einem bevorstehenden Protektorat Polens über 
Danzig und dem notwendigen Einmarsch polnischer Truppen in diese alte deutsche Stadt 
redet, so kann man das lächelnd zur Seite schieben. Wenn von USA. der Vorschlag 
unterbreitet wird, man solle doch zur Behebung der Schwierigkeiten eine Hochautobahn 
über den Korridor bauen, so ist das typisch amerikanisch und könnte von uns gewiß mit der 
Frage beantwortet werden, ob es nicht zweckmäßiger sei, etwa eine Untergrundbahn unter 
dem Korridor zu bauen. Das alles ist, wie man sieht, unsinnig und geht vollkommen am 
wahren Sachverhalt vorbei. 

Die sogenannten Friedensmacher in London und Paris haben sich mit ihrer Politik der 
jüngsten Vergangenheit wieder einmal als die wahren Panikmacher erwiesen. Deutschland 
wäre mit Polen einig geworden, wenn sie sich nicht dazwischengeschoben hätten. 



Nun melden sich mehr und mehr Stimmen der Vernunft. Am gestrigen Tag schrieb der 
frühere französische Luftfahrtminister Marcel Deat im radikalsozialen "Oeuvre" unter der 
Überschrift: "Für Danzig sterben?", es könnten vielleicht harte Dinge sein; man müsse sie 
aber sagen: "An sehen der polnischen Freunde für die gemeinsame Verteidigung unserer 
-133- 

Territorien, unserer Güter und Freiheiten zu kämpfen, ist eine Aussicht, die man mutig ins 
Auge fassen könnte, wenn sie zur Aufrechterhaltung des Friedens beitragen sollte. Aber für 
Danzig sterben - nein!" Deat betont, daß die Polen noch vor wenigen Wochen und bevor 
England seinen großen Koalitionsversuch ins Werk gesetzt und sein Garantieversprechen 
abgegeben, hatte, die Danzig-Angelegenheit sozusagen als geregelt betrachtet hätten. Die 
Rückgliederung Danzigs ins Reich sei nur noch eine sicherlich unangenehme, aber 
keineswegs katastrophale Formalität gewesen, und es wäre vor allem nicht in Frage 
gekommen daraus einen casus belli zu machen. Die Polen verweigerten jetzt nicht nur jede 
Verhandlung und Aussprache über das Regime da Freien Stadt und über das Problem des 
"Korridors durch den Korridor", sondern sie verlangten ihrerseits ein Protektorat. Wenn 
man die Aussprach auf diesen Ton bringe, werde man ihn bis zu einem Ultimatum steigern, 
und Grenzzwischenfälle würden sich häufen. "Ich, erkläre" so schreibt Deat wörtlich, "jetzt 
etwa wegen Danzig Europa einen Krieg anzuhängen, ist ein wenig stark, und die 
französischen Bauern haben keinerlei Lust, für die Polen zu sterben." 
Das ist, wie man sieht, sehr deutlich. So ungefähr stellt sich die Lage dar. Keiner wird uns 
in den Verdacht nehmen, daß wir dazu nicht mehr zu sagen hätten, als was wir hier sagen. 
Wenn wir uns diesmal mit der Rolle des bloßen Registrators einer politischen Situation 
begnügen, so lediglich, um diese nicht noch mehr zu komplizieren. Am heutigen 
Nachmittag wird der polnische Außenminister vor dem Sejm sprechen. Seine Rede wird 
Polen sowohl wie ganz Europa gegenüber eine schwere Verantwortung beinhalten. Die 
Welt schaut nach Warschau und legt sich die bange Frage vor: "Quo vadis, Polonia ?" 
-134- 

Bajonette als Wegweiser 

13. Mai 1939 

Wir haben uns vor einigen Tagen an dieser Stelle mit Ausschreitungen der polnischen 
Presse beschäftigen müssen, die eine schärfere Zurückweisung verdient hätten, als wir sie 
ihnen angedeihen ließen. Aber unsere Polemik dagegen sollte gewissermaßen eine 
Mahnung zur Vernunft und Mäßigung sein, und wir haben uns deshalb redlichst bemüht, 
uns in unseren eigenen Darlegungen einer möglichst sachlichen und objektiven 
Schreibweise zu befleißigen. Wir sahen uns dazu veranlaßt aus der Sorge heraus, daß eine 
wild gewordene politische Publizistik sonst auf die Dauer jede vernünftige weitere 
Behandlung der Probleme, die augenblicklich die Weltöffentlichkeit bewegen, unmöglich 
machen würde. Denn daß solche Probleme zwischen Berlin und Warschau schweben, wird 
niemand mehr bestreiten wollen. Der Führer hat sie in seiner letzten großen Reichstagsrede 
in aller Ausführlichkeit dargestellt. Er hat sich dabei größte Zurückhaltung auferlegt und die 
zur Debatte stehenden Fragen mit einer staatsmännischen Überlegenheit behandelt, die 
selbst vom Ausland mit Genugtuung anerkannt worden ist. Auch die deutsche Presse hat, 
wie jedermann feststellen konnte, Polen gegenüber, wie man so sagt, kurz getreten. Sie sah 
bisher ihre Aufgabe viel eher darin, die vorhandenen Spannungen abzumildern, anstatt sie 
durch Erweckung der Volksleidenschaften weiter zu verschärfen. 



Nun müssen wir mit Bedauern konstatieren, daß diese Haltung der deutschen Öffentlichkeit 
auf der Gegenseite gänzlich falsch verstanden worden ist. Man hält dort offenbar Mäßigung 
für Schwäche und folgert daraus, daß es notwendig sei, ein um so aufreizenderes und provo- 
katorischeres Gebaren zur Schau zu tragen, um uns damit, wie man glaubt, ins Bockshorn 
zu jagen. 

Nun mag man uns entgegenhalten, daß das die Schuld der polnischen Presse sei, 
demgegenüber aber die polnische Diplomatie doch im großen ganzen im Rahmen des 
Erträglichen geblieben wäre. Wir wissen, daß die 
-136- 

Presse nicht die Politik ist. Aber meistens stellt sie ein ziemlich genaues Spiegelbild der 
Politik dar. In der Presse pflegt man das zu sagen, was die Diplomatie nicht sagen will oder 
im Augenblick noch nicht sagen kann. Und deshalb darf auch der Ton der Presse auf die 
Dauer selbstverständlich nicht überhört werden; vor allem dann nicht, wenn die Presse den 
Ton angibt und das Echo dieses Tones von der Straße aufgenommen wird. Die Straße 
manifestiert sich dann in wilden und unüberlegten Reden, in lauten Boykottforderungen, 
Mißhandlungen wehrloser Menschen, eingeschlagenen Fensterscheiben, zerstörten 
Geschäftshäusern und ähnlichem. Aus alledem entsteht auf die Dauer das, was man 
Atmosphäre nennt. Und wir verraten wohl kein Geheimnis, wenn wir erklären, daß die 
Atmosphäre zwischen Berlin und Warschau im Augenblick alles andere als gut ist. 
Unsere kürzlichen Darlegungen haben demgemäß auch in der polnischen Öffentlichkeit 
nicht das Gehör gefunden, das wir uns nach Lage der Dinge eigentlich davon hätten 
versprechen dürfen. Ein Teil der polnischen Presse hat merkwürdigerweise darauf mit 
einem wilden Haßgesang geantwortet. Warum, das ist uns eigentlich gänzlich unerfindlich; 
und auch die Argumente, die von der polnischen Presse gegen unseren Standpunkt 
vorgebracht werden, sind für den vorurteilslosen Beobachter vollkommen sinnlos und 
unverständlich. 

Ein armseliger Schreiberling beispielsweise in der Redaktion des "Warszawski Dziennik 
Narodowy" schreibt, "man wisse nicht, worüber man sich in unseren Äußerungen mehr 
wundern solle, ob über die Naivität der Entrüstung oder den Zorn darüber, daß Polen sich 
mit den Westmächten auf eine Stufe stelle und einen bewaffneten Damm errichte, den 
ersten in der Welt, der sich seit 1933 gegen die deutsche imperialistische Expansion in 
Europa richte". Nun müssen wir besagtem Schreiberling in aller Offenheit gestehen, daß wir 
weder naiv noch entrüstet sind, und daß der Zorn sich bei uns immer noch in solchen 
Grenzen hält, daß wir ihn leicht verbergen könnten, wenn wir das wollten. Aufweiche Stufe 
sich Polen selbst stellt, ist uns gänzlich gleichgültig. Ausschlaggebend für unsere 
Beurteilung der Situation ist nur, auf welcher Stufe Polen in unseren Augen steht. Daß 
ausgerechnet Polen den bewaffneten Damm errichtet hat, den ersten, wohlverstanden, in der 
Welt, der sich gegen 
-136- 

eine deutsche angeblich imperialistische Expansion in Europa richtet, ist ein 
ausgezeichneter Witz. Diese deutsche imperialistische Expansion hat bisher nur Handlungen 
vollzogen, die zur Konsolidierung des Friedens in Mitteleuropa unumgänglich notwendig 
waren. Es ist auch nicht wahr, wenn besagter Schreiberling erklärt, daß "zwischen unseren 
Zeilen die Erregung hervorsehe, die recht ungeschickt verhüllt sei und sogar in Worten 
ausgedrückt werde"; denn erstens sind wir gar nicht erregt, zweitens besitzen wir die Gabe, 
eine Erregung, wenn wir sie schon verhüllen wollen, auch geschickt zu verhüllen, und 



drittens wußten wir nicht, wie anders als in Worten wir sie im Rahmen einer publizistischen 
Auseinandersetzung ausdrücken sollten. Diese angebliche Erregung ist auch nicht, wie der 
"Warszawski Dziennik Narodowy" ausfuhrt, dadurch veranlaßt worden, "daß Deutschland 
im Osten seinen tiefsten Erwartungen zum Trotz ein Partner erwachsen sei, der der Macht 
Frankreichs und Englands gleichwertig ist". Diese Behauptung wird natürlich den 
chauvinistischen Polen wie Öl herunterrinnen; ob sie in den Tatsachen irgendeinen Rückhalt 
findet, möchten wir im Interesse von Frankreich und England vorläufig dahingestellt sein 
lassen. Es war auch nicht das Ziel unserer Darlegungen, wie das genannte Warschauer Blatt 
schreibt, "den polnischen Partner zu besänftigen und ihn von seiner Absicht, Land und Ehre 
zu verteidigen, abzubringen". Wir wollten weder besänftigen noch aufwiegeln. Wir hielten 
es nur für unsere Pflicht, in einer gespannten Atmosphäre die Dinge wieder auf das Maß der 
Vernunft zurückzuführen. 

Dabei dürfen wir nicht unerwähnt lassen, daß besagte Äußerungen des "Warszawski 
Dziennik Narodowy" immerhin noch eine milde Eruption der gegenwärtig in Polen 
herrschenden politischen Mentalität darstellen. Es gibt da andere publizistische 
Ausschreitungen, die aber auch jedes Maß von Realismus und sachlicher und objektiver 
Einschätzung der eigenen Kraft vermissen lassen. Was soll man beispielsweise dazu sagen, 
wenn die "Polska Zachodnia" am 2. Mai schreibt, "man müsse sich dessen erinnern, daß die 
Oder von ihrer Quelle bis zu ihrer Mündung ein polnischer Fluß, daß Pommerellen, West- 
und Ostpommerellen ein integraler Teil des Piastenstaates, man müsse daran denken, daß 
Ostpreußen eigentlich ein Lehen der Polnischen Republik sei, das man in 
-137- 

etwas leichtsinniger Weise aus der Hand gegeben habe". Leichtsinnigerweise, das ist sehr 
drollig. Warum wird nicht gleich ganz Deutschland als Lehen der Polnischen Republik 
reklamiert, und warum schickt sich die Polnische Republik nicht an, dieses deutsche Lehen, 
das sie so leichtsinnig aus der Hand gegeben hat, ebenso leichtsinnig wieder in die Hand 
hineinzunehmen? 

Am 4. Mai fand in der Aula der Posener Universität eine Studentenkundgebung statt. Dort 
erklärte ein Redner, "Deutschland sei aus einem ehemaligen Vasallenstaat Polens, nämlich 
aus Preußen, entstanden. 1410 habe man die Deutschen bei Tannenberg geschlagen, jetzt 
aber werde man sie bei Berlin zusammenhauen". Er proklamierte als außenpolitische Ziele 
der polnischen Jugend die Rückgabe Danzigs, die Einverleibung Ostpreußens und 
Schlesiens als Mindestforderungen, deren Erfüllung die gerechte Odergrenze für Polen mit 
sich bringen würde. Über dieses Minimum hinaus forderte der Redner zur Abrundung auch 
noch das Lausitzer Gebiet für Polen. Für besagte Schlacht bei Berlin wünschen wir den 
Polen Hals- und Beinbruch. Nachdem wir die erste Schrecksekunde überwunden haben, 
warten wir nun mit stoischem Fatalismus darauf, von diesen unreifen Großmäulern vor 
Tempelhof zusammengehauen zu werden, um dann das uns abverlangte Lausitzer Gebiet an 
die Polen abzutreten. Das sind Zeiten! 

Ein anderer Redner erklärte, daß "nach der Besetzung Ostpreußens und nach der Errichtung 
der Odergrenze bis Stettin die polnische Grenze Deutschland gegenüber nur 700 Kilometer 
lang sein werde, aber nach dem Siege von Berlin würde sie kaum mehr als 400 Kilometer 
betragen. Durch diesen gewaltigen polnischen Sieg, der den unvermeidlichen Krieg mit 
Deutschland, das Europa unterwerfen wolle, krönen solle, werde Polen ganz Europa 
beherrschen". Man faßt sich an den Kopf und fragt sich verzweifelt, ob dieser polnische 
Wahnsinn Methode werden soll. Die Polen als die Beherrscher Europas! Es wäre zum 
Weinen, wenn es nicht zum Lachen wäre, und es fällt schwer, darauf keine Satire zu 



schreiben. Der gewaltige polnische Sieg bei Berlin wird schon als etwas 
Selbstverständliches ausposaunt, und die neue Grenze, die nur 400 Kilometer betragen wird, 
zieht man mit einer so souveränen Sicherheit, daß einem das Gruseln kommt. Glückliches 
England, das 
138 

sich solch einen pausbäckigen Schreihals an die nährende Mutterbrust gelegt hat! 
Dieselbe Gesinnung kommt zum Ausdruck in einer Rede des Stabschefs des Lagers der 
Nationalen Einigung, Oberst Wenda, der auf einer Kundgebung auf dem Pilsudskiplatz in 
Warschau am 7. Mai erklärte, "die preußischen Herrscher hätten einmal den polnischen 
Königen gehuldigt. Die Erinnerung hieran sollte eine Warnung für die Nachbarn sein, die 
durch leichte Eroberungen übermütig geworden seien und Lebensraum auf uraltem 
polnischem Boden suchten". Das ist offenbar ein großartiger Aspekt für den vollkommen 
aus den Fugen geratenen polnischen Chauvinismus. Warum sollten nicht, wie ehemals die 
preußischen Herrscher, nun auch die nationalsozialistischen Volksführer der polnischen 
Regierung in Warschau einmal huldigen müssen? Warum sollte nicht das polnische Volk, 
das sich ja anschickt, die Herrschaft über ganz Europa anzutreten, die Deutschen schon jetzt 
wie einen unterworfenen Barbarenstamm behandeln? 

Jedenfalls stimmt das durchaus mit der Tatsache überein, daß in Polen eine Landkarte in 
einer Volksausgabe verbreitet wird, auf der eine rote Linie das Gebiet der angeblich 
geschichtlichen Ausdehnung des polnischen Staates umreißt. Danach liegen Rostock und 
Berlin hart an der polnischen Grenze, während Leipzig und Dresden endgültig für uns 
verloren sind. Nun wissen wir ja, was uns blüht. Wir brauchen uns über unsere nationale 
Zukunft keinerlei Illusionen mehr zu machen. Die Polen werden uns mit Haut und Haaren 
verzehren. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann sie an die Aufteilung der Beute gehen. 
Wiederum versagen wir uns jede nähere Kommentierung dieser publizistischen Exzesse. 
Wir wollen auch gar nicht dabei verweilen, daß sie zum Teil von Persönlichkeiten begangen 
werden, die in außerordentlich maßgeblichen Stellungen des öffentlichen Lebens in Polen 
stehen. Wir registrieren für heute nur die Folgen, die aus dieser chauvinistischen 
Amokläuferei entstehen. Denn es ist klar, daß die polnische Öffentlichkeit durch eine 
solcherart lärmende Publizistik vollkommen aus der Fassung gebracht, nun jedes Maß für 
die tatsächlichen Machtverhältnisse verliert und in Ermangelung der Schlacht bei Berlin, bei 
der wir bekanntlich zusammengehauen werden, vorläufig einmal ihren Tatendurst in 
-139- 

haarsträubenden Ausschreitungen gegen wehrlose deutsche Minderheiten stillt. 
Die Straße gibt Antwort! Der Verkauf und das Auslegen deutscher Zeitungen ist seit dem 4. 
Mai in den meisten polnischen Städten verboten. In Kattowitz wurden am 5. Mai in einem 
großen Zeitungsvertrieb sämtliche vorhandenen reichsdeutschen Zeitungen und 
Zeitschriften, insgesamt 20 000 Stück, beschlagnahmt und in Polizeikraftwagen fort- 
geschafft. Während eines nächtlichen Appells am Vorabend des polnischen 
Nationalfeiertages verbrannten polnische Aufständische in Romanshof auf einem 
Scheiterhaufen eine Strohpuppe, die den Führer darstellte. In Schmährufen wurde diese 
schwerste Beleidigung des deutschen Volkes gefeiert. In Posen fand in der Nacht zum 5. 
Mai eine Hetzversammlung statt, bei der die Menge eine Puppe mitführte, die den Führer 
am Galgen darstellte. Aus der Menge ertönten wilde Beleidigungen gegen Deutschland und 
Haßgesänge auf das Reich und seinen Führer. Am 29. April wurden in Gnesen neun 
Mädchen aus der deutschen Volksgruppe zu Gefängnisstrafen von zwei bis zehn Monaten 
verurteilt: 



sie hatten sich das Verbrechen zuschulden kommen lassen, Schriften des BDM. zu besitzen. 
Bis zum 8. Mai wurden über 400 Volksdeutsche Einwohner aus Kreis und Stadt 
Neutomischl, zum größten Teil für dauernd, ausgewiesen. In Strasburg hielt der Starost eine 
Rede vor eingezogenen jungen Burschen des Dorfes Grabowiec, wobei er betonte, "daß die 
Deutschen ihr Recht verloren hätten, und daß jeder mit ihnen machen könne, was er wolle. 
Die Deutschen könnten beschimpft, mißhandelt und sogar totgeschlagen werden; es werde 
deshalb keiner zur Verantwortung gezogen". Am Morgen des 2. Mai fanden einige deutsche 
Bauern in Lasznisitz ihre Hofhunde erschossen vor. Am Hoftor eines der Betroffenen war 
ein Zettel befestigt, der die Inschrift trug: "Hunde und Vaterlandsverräter haben nichts in 
Polen zu suchen, raus mit der deutschen Schweinerei aus Polen." Der Volksdeutsche Lüttke 
aus Samotschin wurde vom Amtsgericht in Margunin zu eineinhalb Jahren Gefängnis und 
150 Zloty Geldstrafe verurteilt. In der Urteilsbegründung erklärte der Richter wörtlich: 
"Polnisch sprechen können Sie nicht, aber polnisches Brot fressen und die polnische Luft 
verpesten, das können Sie." 
-140- 

Das sind nur einige Blütenlesen aus einem unübersehbar umfangreichen Material, das uns 
zur Verfügung steht, und das wir bisher im Interesse der allgemeinen Beruhigung der 
internationalen Atmosphäre der deutschen und der Weltöffentlichkeit noch vorenthalten 
haben. Jetzt aber müssen wir in aller Deutlichkeit die Frage aufwerfen: Wo haben sich in 
Deutschland Vorgänge auch nur annähernd ähnlicher Art gegen polnische Minderheiten 
abgespielt? Wo sind in Deutschland der polnische Staatspräsident oder andere führende 
Männer des polnischen öffentlichen Lebens so beleidigt und verunglimpft worden wie der 
Führer und das Reich bei diesen Vorgängen in Polen? Wo hat man bei deutschen Gerichten 
ähnlich gemeine und niederträchtige Urteilsbegründungen bei Strafen gegen Angehörige der 
polnischenMinderheit gefunden? 

Man wird uns vielleicht entgegenhalten, das seien Vorgänge, die sich im Volke selbst 
abgespielt hätten und die nicht die Billigung der verantwortlichen Kreise fänden. Wir 
müssen darauf erwidern, daß nach einem alten Sprichwort es aus dem Walde herausschallt, 
wie man hineinruft. Es stände jederzeit in der Macht und in der Möglichkeit der polnischen 
Regierung, ihrer eigenen Presse jene Mäßigung aufzuerlegen, die notwendig ist, um die 
vorhandenen Spannungen zu zerstreuen. 

Die jüngste Rede des polnischen Außenministers Beck hat darüber kein Wort verloren. Im 
Gegenteil, sie erschöpfte sich in fadenscheinigen Argumenten, mit denen der polnische 
Standpunkt in der Frage Danzig und Korridor untermauert werden sollte. Diese Argumente 
sind von der deutschen Presse sachlich und ohne jede Erregung zurückgewiesen worden. 
Erwähnung verdient nur die Tatsache, daß selbst Herr Beck zugeben mußte, daß Danzig 
eine überwältigende Mehrheit deutscher Bevölkerung aufweist. Und das ist der springende 
Punkt. Alle anderen Fragen sind von sekundärer Bedeutung. Wenn Polen in Danzig seinen 
wirtschaftlichen Einfluß wahren wollte, so gab das Angebot des Führers ihm dazu 
hinreichend Möglichkeit. Deutschland hat niemals daran gedacht, Polen, wie Herr Beck 
behauptet, von der Ostsee abzudrängen. Der Vorschlag des Führers wurde trotz des in ihm 
enthaltenen weitgehenden Angebots wirtschaftlicher Art von der polnischen Regierung 
abgelehnt. Polen hat dabei den uneingeschränkten Beifall der Pariser und Londoner 
Kriegshetzer gefunden. 
-141- 



Diese ganze Clique von Panikmachern hatte ihre letzte Hoffnung darauf gesetzt, daß es ihr 
am Ende doch noch gelingen werde, Deutschland und Italien auseinanderzumanövrieren. 
Die in Mailand ausgegebene Ankündigung des Abschlusses eines politischen und 
militärischen Paktes zwischen Deutschland und Italien hat nun auch diese Hoffnung 
zunichte gemacht. Es besteht keine Aussicht mehr darauf, die Achse Berlin — Rom zu 
zerstören oder auch nur zu gefährden. Die Macht, die sich um diese Achse konzentriert, ist 
groß und achtunggebietend. Wir haben es deshalb nicht nötig, uns in chauvinistischen 
Phrasen zu ergehen. Wir stehen Gewehr bei Fuß und warten der Dinge, die da kommen 
sollen. 

Die polnische Öffentlichkeit aber täte gut daran, allmählich wieder aus ihrer nervösen 
Überhitzung zu erwachen und den Blick auf die gegebenen Realitäten zurückzulenken. 
Allerdings sind dafür im Augenblick leider noch keine Anzeichen zu entdecken. Das 
beweist auch jener besagte Schreiber des "Warszawski Dziennik Narodowy", der sich am 
Schluß seiner Ausführungen in etwas nebulöse Geschichtsbetrachtungen verliert und dabei 
erklärt, "ebenso wie wir hätten auch die deutschen Ordensmeister den litauischen Fürsten 
von Bündnissen mit Polen abgeraten und damit Zwietracht zwischen die natürlichen 
Verbündeten gesät. Wenn sie sich schon entzweit hatten, überfielen sie die Geschwächten, 
verbreiteten Feuersbrünste und Vernichtung und rotteten den verhaßten Volksstamm mit 
Stumpf und Stiel aus, um in das verwüstete Land Kolonisten aus Deutschland zu bringen. 
Damals habe die Geschichte jene Tatsache verzeichnet, daß ein Ordensritter Litauern, die 
sich bei ihm über die Bestialität der Ritter und Knappen beschwerten, höhnisch in 
litauischer Sprache erwiderte: "Ne suprantu!" (Ich verstehe nicht!) Wenn nun der 
Großmeister der deutschen Propaganda (damit sind offenbar wir gemeint) heute das 
polnische Volk zum Verrat seiner eigenen Interessen zu bewegen suche, so werde er die 
eine Antwort hören: "Ne suprantu!" Und wenn er frage: "Quo vadis, Polonia?", so werde er 
die Antwort hören: 

"Dorthin, wohin das polnische Schwert, das polnische Bajonett den Weg weisen!"" 
Wir ersparen es uns, auf die reichlich wirren Geschichtsbetrachtungen des Warschauer 
Blattes näher einzugehen, und schreiben nun unsererseits darüber das Wort: "Ne suprantu!" 
Auch die hohlen, kriegsklirrenden 
-142- 

Phrasen einer ärmlichen Schreiberseele aus der Redaktion des "Warszawski Dziennik 
Narodowy" vermögen uns nicht aus der Ruhe zu bringen. 

Das polnische Volk soll in Gottes Namen weiter seine eigenen Interessen vertreten, und 
niemand von uns wird es daran zu hindern versuchen. Daß das polnische Bajonett ihm dabei 
den Weg weisen wird, interessiert uns im Augenblick nicht über Gebühr. Wir sprechen nur 
die Hoffnung aus, daß der dem polnischen Volk vom polnischen Bajonett gewiesene Weg 
nicht etwa in jener Richtung verläuft, die auf den in Polen verbreiteten neuen Landkarten 
eingezeichnet ist und die die polnische Presse kurz vor den Toren Berlins enden läßt. Denn 
in diesem Gebiet haben wir bereits unsere deutschen Bajonette als Wegweiser aufgestellt; 
und die werden im Bedarfsfalle keinen Zweifel darüber lassen, wo Polen aufhört und wo 
Deutschland anfängt. 
-143- 



Die Einkreiser (144) 

20. Mai 1939 

Seht, das sind die Kriegs- und Panikmacher in London, Paris und Washington! 
Schaut sie euch genau an, wie sie in ihren Klubs, Freimaurerlogen und Judenbanken 
zusammenhocken und jenes Unheil ausbrüten, das über Europa hereinbrechen soll. Sie sind 
nicht einheitlich, weder in ihrem Aussehen noch in ihrem Auftreten. Ihr bemerkt unter 
ihnen die feudalsten Lords der englischen Gesellschaft neben urbanen Arbeiterführern, die 
vornehmsten Dandies Arm in Arm mit schmierigen Ostgaliziern, laut schreiende und 
aufgeregt gestikulierende Advokaten mit dicken, wohlgenährten Spießern, die eine 
pausbäckige Röte in ihren Gesichtern zur Schau tragen, feige, niederträchtige Juden und 
rachsüchtige Emigranten. Sie alle glauben, nun in trautem Verein ihre Rechnung mit 
Deutschland abmachen zu können. 

Eine sonderbare und höchst merkwürdige Kumpanei! Menschen aus den verschiedensten 
gesellschaftlichen und sozialen Lagern, Repräsentanten weit auseinanderklaffender 
Weltanschauungen, die sich niemals zusammenfinden würden, wenn es nicht darum ginge, 
ein Land und eine Idee, die sie als ihren gemeinsamen Feind ansehen zu müssen glauben, 
aus dem Wege zu räumen. Sie sind jetzt nur noch darauf aus, Unfrieden zu stiften und die 
Völker, die ihnen leider noch allzuviel Gehör schenken, in eine nervige Hysterie und 
panische Furcht zu stürzen. Mit einem Propagandatrommelfeuer von niemals dagewesenen 
Ausmaßen suchen sie die Weltöffentlichkeit zu beeindrucken in der still genährten 
Hoffnung, daß eines Tages doch in dieser überhitzten Atmosphäre die Lunte in das 
Pulverfaß hineingeworfen werden könnte, ohne daß man festzustellen vermöchte, wer es 
getan hat. In dieser Atmosphäre bebender Unruhe reift ihr Weizen. Jedes Mittel ist ihnen 
recht, um zu dem so heißersehnten Ziel zu kommen. Sie säen Wind und wissen, daß sie 
Sturm ernten werden; und sie wollen das auch. 
-144- 

Man könnte vielleicht die Frage aufwerfen, warum sie von einem so infernalischen Haß 
gegen Deutschland und gegen den Nationalsozialismus erfüllt sind. Die Antwort auf diese 
Frage ist nicht allzu schwer: Sie hassen Deutschland, weil es ihnen im Wege steht. 
Deutschland und Italien sind die großen Proletarier unter den europäischen Völkern. Die 
Kriegs- und Panikmacher haben beide Nationen in Versailles ihrer elementarsten und 
vitalsten Lebensrechte beraubt. Sie wissen allzu gut, daß dieser empörende Zustand auf die 
Dauer unhaltbar ist. Denn immer lauter erhebt sich bei den Habenichtsen unter den Völkern 
der Ruf nach Erfüllung ihrer natürlichen Lebensansprüche, die sie längst schon den 
besitzenden Nationen gegenüber angemeldet haben. Das paßt den plutokratischen Staaten 
nicht in den Kram. Sie wollen keine Konkurrenz; ja, sie weigern sich sogar, Deutschland 
und Italien als gleichberechtigte Partner im internationalen Mächtekonzert anzuerkennen. 
Sie handeln diesen auf allen Gebieten ihres natürlichen Lebens so außerordentlich 
benachteiligten Nationen gegenüber genau so, wie Kapitalisten und Feudalisten besitzlosen 
Arbeitern gegenüber zu handeln pflegen. Es nutzt gar nichts, wenn man ihnen entgegenhält, 
daß sie von dem Umecht, das sie beispielsweise Deutschland durch Wegnahme seiner 
Kolonien zufügten, keinerlei Vorteile haben. Es geht hier gar nicht um Vorteile oder 
Nachteile; es geht um ein kapitalistisches Prinzip. Sie wollen und brauchen deshalb auch 
gar keinen Nutzen aus diesem Raub zu ziehen; es genügt ihnen, daß sie ihn besitzen und er 
uns mangelt. 

Vor dem Kriege war es in einem kleinen deutschen Land verboten, daß Landarbeiter 
Gardinen an ihre Fenster hingen, auch wenn sie sie selbst kauften. Das Recht, Fenster durch 



Gardinen zu verhängen, stand nur den feudalen Gutsbesitzern zu. Das ist eine Gesinnung, 
und diese Gesinnung charakterisieren wir mit dem Schlagwort Kapitalismus. Von dieser 
kapitalistischen Gesinnung sind die besitzenden Nationen heute Deutschland und Italien 
gegenüber erfüllt. Natürlich ist das in den Spalten ihrer Zeitungen und in den Reden ihrer 
Staatsmänner ausschließlich eine Sache der Moral. Sie unterdrücken ganze Länder und 
Erdteile, plündern wehrlose Völker, die sich einmal vertrauensvoll in ihre Hände gegeben 
haben, bis aufs Hemd aus, ihr ganzer Reichtum ist das Ergebnis dieser skrupel- und 
gewissenlosen Raubzüge. Und sonntags gehen sie dann in die Kirche 
-145- 

und beten. Einige von ihnen sind besonders fromm. Man bekommt direkt einen 
moralischen Katzenjammer, wenn man sie an hohen Festtagen in den Gotteshäusern weinen 
sieht. Sie wandeln vor den Augen der europäischen Völker herum wie die harmlosesten 
und unschuldigsten Schäflein; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. 
Wir fragen die Weltöffentlichkeit: Was haben wir ihnen getan? Die Antwort kann nur 
lauten: Gar nichts! Wir sind nirgendwo ihren Interessen in die Quere gekommen. Schon 
die Tatsache, daß wir uns erlauben, überhaupt da zu sein, bringt sie in Zorn und Raserei. Es 
ist lästig, mitten in Europa ein Volk von 80 Millionen zu wissen, das fleißig, anständig, treu, 
tapfer und betriebsam ist., das sich auf ehrliche Weise seinen Lebensunterhalt verdienen 
will und deshalb in bescheidenem Umfang an den Reichtümer der Erde teilnehmen möchte. 
Sie erklären., wir wollten die ganze Welt erobern. Dabei befindet sich die Welt längst 
ausschließlich in ihrem Besitz. Sie führen dafür als Beweis an, daß wir das Rheinland 
militarisierten, Österreich und die Sudetenlande dem Reich wieder anschlössen, über 
Böhmen und Mähren ein Protektorat errichteten und das Memelland in die Arme 
Deutschlands zurückführten. Was geht das sie an? Wo stößt sich das mit ihren Interessen ? 
Haben wir mit der Militarisierung des Rheinlandes in ihre Hoheitsrechte eingegriffen? Sind 
Osterreich und die Sudetenlande mit Gewalt gezwungen worden, zum Reich 
zurückzukehren? War vielleicht die Errichtung des deutschen Protektorates über Böhmen 
und Mähren ein Vorbereitungsakt für den kommenden Krieg oder nicht vielmehr für den 
kommenden Frieden? Und gehörte nicht Memel nach seiner ganzen Struktur und nach der 
Zusammensetzung seiner Bevölkerung eindeutig und unbezweifelbar zu uns ? 
Was haben England, Frankreich und gar Amerika in diesen Interessensphären überhaupt zu 
suchen? Täten sie nicht besser daran, sich um ihre eigenen Weltreiche zu bekümmern, in 
denen es wahrlich der Sorgen und Schwierigkeiten genug gibt ? Sie wissen das auch. Es 
hat gar keinen Zweck, ihnen das aufs neue erklären zu wollen. Sie geben sich nur den 
Anschein, als sähen sie das nicht ein; denn sie gebrauchen deutsche Angriffsabsichten für 
ihre infamen und hinterhältigen internationalen Zwecke. 

Nun mischen sie sich ungerufen in die Auseinandersetzung des Reiches mit Polen über 
Danzig und über den Korridor ein. Jedermann weiß, daß 
-146- 

Danzig deutsch ist. Der polnische Außenminister hat es selbst in seiner letzten Sejmrede 
ausdrücklich zugegeben- jedermann weiß, daß Deutschland eine exterritoriale Verbindung 
zwischen dem Reich und Ostpreußen nötig hat. Diese beiden Fragen wären auch gelöst 
worden, wenn die Friedensmacher in London, Paris und Washington nicht 
dazwischengetreten wären. Und sie sind nicht etwa dazwischengetreten, um Polen zur 
Vernunft zu ermahnen; im Gegenteil, ihre Aufgabe bestand ausschließlich darin, Polen 
gegen das Reich scharf zu machen, um an dieser Spannung vielleicht doch noch den großen 
Brand entzünden zu können. 



Wir ersparen es uns, auf die jüngsten politischen Exzesse in der polnischen Öffentlichkeit 
noch einmal einzugehen. Polen ist in dieser Auseinandersetzung von sekundärer 
Bedeutung. Die randalierenden Studenten und Journalisten in Warschau sind ja nur die 
Lautsprecher der Londoner und Pariser Diplomatie. Diese radaulustigen Elemente machen 
gewissermaßen an der Hand der beiden westlichen Großmächte Ausflüge in das Gebiet der 
hohen Politik. Sie werfen nun plötzlich gänzlich neue, völlig undiskutierbare und geradezu 
provozierende Grenzfragen auf. Sie wollen das Reich bis zur Oder zurückdrängen, 
nachdem sie uns, wie sie erklären, bei Berlin zusammengehauen haben. Es ist uns zu 
dumm, auf diese kindischen rhetorischen und publizistischen Übungen überhaupt noch 
einzugehen. Es handelt sich dabei in Warschau offenbar um politische Säuglinge, die man 
trockenlegen muß, oder um Publizisten in den Kinderschuhen, denen es gut täte, wenn man 
ihnen einmal die Hosen strammzöge. Ihr provozierendes Auftreten ist von minderem 
Belang. Mehr aber interessiert uns, wie man in London und Paris darauf reagiert. Wenn ein 
maßgebender Franzose den Mut hat, öffentlich zu erklären, die Franzosen wollten nicht für 
Danzig sterben, so ist er als Rufer in der Wüste zu betrachten. Sonst gießt man in Paris und 
London nur Öl ins Feuer. 

Was würden beispielsweise die Franzosen dazu sagen, wenn die deutsche Presse die 
Forderung erhöbe, die deutsche Grenze über Elsaß und Lothringen und bis in die 
Champagne hinaus auszudehnen, und als Mittel dazu eine Schlacht bei Paris prophezeite, 
bei der die Franzosen von uns zusammengehauen würden? Nach den gegebenen 
Machtverhältnissen hätten wir Deutschen den Franzosen gegenüber mindestens ebensoviel 
Grund, uns in solchen treibhausartig aufgekeimten Fieberphantasien zu 
-147- 

ergehen, wie etwa die Polen uns gegenüber. Wir tun das nicht nur nicht, sondern wir 
schweigen ostentativ zu diesen schreienden Exzessen der polnischen Öffentlichkeit. Aber 
wir können nicht schweigen zu der bewußten und gewollten Provokation, die London und 
Paris uns dadurch anzutun versuchen, daß sie diese Exzesse decken und sogar noch 
künstlich steigern und schüren. Was kümmern uns die armseligen Schreiberlinge in den 
Warschauer Redaktionsstuben! Sie sind ja nur die Werkzeuge der Pariser und Londoner 
Politik. Dort sitzt die Zentrale der Reichsfeindschaft. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, 
Deutschland einzukreisen. Natürlich geschieht das unter Gebet und mit laut hergeleierten 
moralischen Sprüchen; in der einen Hand schwenken diese Plutokraten den Rosenkranz, 
und in der anderen halten sie für den Bedarfsfall die Dreckschleuder bereit. Sie erklären, sie 
wollten Deutschland kein Leid zufügen, es müßte nur in den Kreis der gesitteten Nationen 
zurückkehren. Was sie schon so unter Gesittung verstehen! Wir haben einen 
Anschauungsunterricht darüber beim Vorgehen Englands gegen Palästina bekommen. Sie 
sind heute nur noch von dem einen Gedanken beseelt, einen Ring um Deutschland zu legen, 
den sie dann fester zuziehen können, um das Reich darin zu erdrücken. 
Was erst würden sie mit uns machen, wenn wir nicht bis an die Zähne bewaffnet und 
gerüstet wären! Das deutsche Volk müßte jede Stunde dem Führer auf den Knien danken, 
daß er diese Entwicklung nicht nur vorausgesehen hat, sondern auch für diesen Fall 
rechtzeitig vorsorgte. Denn heute haben die englischen Einkreiser kein bürgerliches 
Deutschland mehr gegenüberstehen wie 1913 und 1914. Alles, was zur Verteidigung 
unseres Vaterlandes notwendig und überhaupt nur möglich war, ist getan worden. Das 
deutsche Volk kann ganz beruhigt sein. Und es ist das auch. 

Die Londoner Einkreiser würden, das wissen wir alle, auf Granit beißen, wenn sie uns 
angriffen. Und das wissen sie hoffentlich selbst auch. Wenn nicht, so sei es ihnen hiermit 



noch einmal zu allem Überfluß gesagt. Unsere deutsche Wehrmacht steht fest. Ein Wall 

aus Beton und Stahl schützt unsere Grenze im Westen. Er erhebt sich wie eine 

uneinnehmbare Mauer an den Toren der Sicherheit unseres Landes. 

Demgegenüber sollen die Einkreiser in London weiterhin von deutscher Aggression 

schwätzen, die nicht vorhanden und nicht geplant ist. 

-148- 

Sie mögen angebliche Grundsätze des Rechts, der Humanität und der Zivilisation ins Feld 

führen; wir kennen diese gleisnerische Melodie noch aus dem Herbst 1918. Wir fallen nicht 

ein zweites Mal auf solche Sirenengesänge herein. 

Und schaut sie euch einmal genau an, diese Pioniere des internationalen Rechts, der 

Humanität und der Zivilisation! Aus ihren mitleidlosen und harten Gesichtern leuchtet nur 

der kalte Haß. Sie würden ganze Völker und Erdteile vernichten, wenn sie es könnten; aber 

sie können es nicht mehr! Das Reich hat einen Riegel davorgeschoben. Sie stehen heute vor 

der stärksten Militärmacht der Welt; und daher ihre Wut, weil ihnen im 

nationalsozialistischen Deutschland und im faschistischen Italien Gegenspieler erstanden 

sind, mit denen sie rechnen müssen, die ihnen nicht nur machtmäßig, sondern auch ideen- 

und willensmäßig überlegen sind. 

Die von London geplante Einkreisung Deutschlands vermag uns deshalb nicht zu schrecken. 

Wir haben keine Angst. Das Gefühl der Furcht ist im deutschen Volke vollkommen 

unbekannt. Das Reich hat seinerseits die entsprechenden Vorbereitungen längst getroffen. 

Wir appellieren auch gar nicht an die Vernunft der Kriegs- und Panikmacher; wir 

appellieren nur an die Vernunft der mit ihnen gesegneten Völker. Wir betonen noch einmal, 

daß es unserer Ansicht nach in Europa kein Problem gibt, das einen Krieg notwendig 

machte. Der Führer will den Frieden. Aber er will einen Frieden, in dem die deutschen 

Lebensrechte gesichert und geachtet sind. 

Sollten die Einkreiser in London es trotzdem fertigbringen, die Geister ihrer Völker 

endgültig zu verwirren, dann werden wir dafür sorgen, daß diese Völker auch zu wissen 

bekommen., wo die Schuldigen zu suchen sind. Es wird dann zweifellos das erste 

Strafgericht über sie selbst hereinbrechen. 

Aber noch ist genug Hoffnung vorhanden., daß die Vernunft unter den Völkern zurückkehrt 

und Europa sein schwerstes Verhängnis erspart bleibt. Was wir daran tun können, soll 

getan werden. 

-149- 



Nochmals: Die Einkreiser 

27. Mai 1939 
Europa bietet immer mehr das Bild eines Erdteils, der in zwei feindliche Lager zerfällt. 
Diese beiden feindlichen Lager erhalten ihr charakteristisches Gepräge durch die Tatsache, 
daß das eine sich im fast ausschließlichen Besitz aller Reichtümer und Rohstoffquellen der 
Welt befindet, während das andere von diesem Besitz ausgeschlossen ist. Daraus ergeben 
sich auch die ständig zunehmenden Spannungen, die diesen zerrissenen, von tausend Leiden 
und Sorgen gequälten Kontinent erfüllen. 

Es ist nicht unsere Schuld, daß diese beiden feindlichen Lager sich sowohl ideologisch als 
auch politisch in vollkommener Verständnislosigkeit, um nicht zu sagen Feindschaft, 
gegenüberstehen. Wir haben das nicht gewollt, und es entspricht auch nicht den Tatsachen, 
daß die zwischen ihnen vorhandenen Differenzen etwa auf die Verschiedenheit ihrer 



politischen Anschauungen zurückzuführen wären. Wenn von einer Verschiedenheit der 
Grundsätze überhaupt die Rede sein kann, so besteht diese in ausgesprochenstem Maße 
etwa zwischen England und Sowjetrußland, zwei Staaten, die sich heute zweifellos zum 
selben Lager rechnen. Wesentliche Unterschiede zwischen den beiden europäischen 
Fronten sind vielmehr in ihrem Anteil an den Besitztümern der Welt festzustellen; das heißt 
die einen sind die Besitzenden, und die anderen sind die Habenichtse. 
Die englische Politik hat sich seit jeher bemüht, der Öffentlichkeit einzureden, daß sie eine 
Aufspaltung Europas in zwei entgegengesetzte Blocks für unerwünscht halte. Immer schon 
war es stehende Redensart in der englischen Publizistik, Europa dürfe nicht in zwei 
feindliche Weltanschauungslager geschieden werden, da sonst ein kriegerischer Konflikt auf 
die Dauer unvermeidlich sei. Trotzdem aber hat zwecklos die englische Politik zu diesem 
bedauerlichen Ergebnis geführt. Es hat das im Grunde genommen gar nichts mit den 
verschiedenen Ideologien zu tun. Der Nationalsozialismus trägt keinerlei aggressiven 
Charakter in sich. Er 
-150- 

ist sowohl als Idee wie als politische Weltanschauung durchaus für den inneren Gebrauch 
bestimmt. Ihm ist jede Exporttendenz fremd. Wie sollten wir Nationalsozialisten auch dazu 
kommen., den Nationalsozialismus, in dessen Zeichen Deutschland nach einer Periode 
tiefsten Verfalls einen kühnen und steilen Weg zur Höhe beschritten hat, ausgerechnet in 
Länder zu exportieren, von denen wir wissen, daß sie uns Deutschen weder das Leben noch 
eine würdige, unserem Rang und der Größe unseres Volkes entsprechende nationale 
Existenz gönnen! 

Allerdings kann andrerseits nicht bezweifelt werden, daß der Nationalsozialismus, weil er 
dem deutschen Volk eine ungeheure politische und willensmäßige Überlegenheit verschafft 
hat, eben deshalb von den liberal-demokratischen Staaten gehaßt und bekämpft wird. Denn 
der Nationalsozialismus hat Deutschland diese Überlegenheit der Idee gegeben, während 
die - Staaten uns überlegen sind im Reichtum, im Besitz und in den materiellen Hilfsmitteln. 
Aber es ist nun einmal so, daß die Rohstoffe keine Ideen, die Ideen aber zuweilen Rohstoffe 
erzeugen können und damit also der Vorsprung, den das nationalsozialistische Deutschland 
und das faschistische Italien den westlichen Demokratien gegenüber errungen haben, immer 
größer wird und kaum noch einzuholen ist. 

Vor allem England befindet sich heute in der bedauernswerten Lage, kein klares politisches 
Ziel mehr zu besitzen. Seine Diplomatie erschöpft sich absolut im Negativen. Sie ist 
ausschließlich auf den Angriff aus Angst eingestellt. 

Seit jeher nun ist es die Tendenz der englischen Politik gewesen, die Interessen des 
britischen Empire nach Möglichkeit von anderen Nationen beschützen zu lassen. England 
setzt für sein Weltreich nur ungern und nur unter stärkstem Zwang eigenes Blut ein. Im 
allgemeinen läßt es lieber andere Völker für Glück, Wohlstand und Sicherheit des Empire 
Seiner Majestät kämpfen. Diese Tendenz zieht sich sozusagen wie ein roter Faden durch 
die ganze englische Geschichte. Ihre Motivierungen haben im Laufe der Jahrhunderte 
oftmals gewechselt; aber die Absichten, die damit verfolgt wurden, sind immer dieselben 
geblieben. 

Auch heute sind sie noch die gleichen. Der Ring, den England mit höchster diplomatischer 
Betriebsamkeit um Deutschland zu legen Ver- 
-151- 



sucht, hat gar keine andere Aufgabe, als den Aufstieg des Reiches niederzuhalten und damit 
in Europa jene berüchtigte balance of power wiederherzustellen, von der England glaubt, 
sein Glück und seine Sicherheit sowohl im Mutterlande wie in seinem Weltreich abhängig 
machen zu müssen. 

Als Partner ist den englischen Einkreisungspolitikern jeder willkommen, der ein Glied in 
dieser Kette bilden kann und bilden will. Da spielen weder Moral noch Weltanschauung, 
noch Religion und ähnliche Vorstellungen überhaupt eine Rolle. Sie sind dabei von einer 
höchst untergeordneten Bedeutung. 

Das sieht man vor allem an dem Bestreben Englands, die Sowjetunion in diesen Ring der 
Einkreiser hineinzuziehen. Denn es kann wohl nicht bezweifelt werden, daß es stärkere 
weltanschauliche, religiöse, soziale und wirtschaftliche Unterschiede als die zwischen 
London und Moskau kaum gibt. Aber, wie gesagt, diese Unterschiede spielen keine Rolle, 
wenn es sich darum handelt, Deutschland niederzuhalten und es als mehr als lästige 
Konkurrenz vom internationalen Weltmarkt zu entfernen. 

Daraus ist auch die sonst gänzlich unverständliche Haltung der englischen Publizistik zu 
erklären. Man nimmt beispielsweise keinerlei Notiz davon, daß in Rußland Zehntausende 
von Geistlichen gequält, gepeinigt, gemartert und getötet worden sind. Wenn jedoch in 
Deutschland ein rebellierender Pfarrer, der sich gegen Gesetz und Ordnung vergangen hat, 
mit Recht eingesperrt wird, dann gerät die englische öffentliche Meinung in eine siedende 
Empörung. Das hat, wie man zugeben wird, nichts mit Moral und noch viel weniger mit 
Humanität zu tun. Den Engländern sind diese Begriffe innerlich vollkommen fremd. Sie 
benutzen sie nur mit einer bewundernswerten Skrupellosigkeit in ihrem politischen Kampf, 
machen sie sich zu eigen, wenn sie sie nötig haben, und werfen sie zynisch über Bord, wenn 
sie ihnen hinderlich erscheinen. 

Es ist deshalb wohl die Frage erlaubt, was denn eigentlich die sogenannte demokratische 
Front in Europa überhaupt noch mit Demokratie zu tun hat. Sie kann sich weder auf die 
hinter ihr stehenden Völker noch auf die Menschlichkeit, noch auf die Freiheit des Geistes, 
noch auf irgendeinen anderen Grundsatz des sogenannten Liberalismus berufen. Trotzdem 
aber werden die Prinzipien der Freiheit und der Brüderlichkeit in 
-152- 

dieser Front über Gebühr strapaziert; man braucht also kein Weiser zu sein, um 
festzustellen, daß hier irgend etwas nicht stimmt. 
Und so ist es auch. 

Die Front, die uns heute gegenübersteht, ist weniger durch die Weltanschauung als vielmehr 
ausschließlich durch politische Interessen bestimmt. Während sie sich aus den 
heterogensten Bestandteilen zusammensetzt, ist die Front der autoritären Staatsauffassung 
durchaus einheitlich sowohl weltanschaulich als auch politisch eingestellt. Es handelt sich 
bei ihr um zwei kühne Revolutionen, die sich im Verlaufe der Neuordnung Europas 
begegnet sind, und um zwei durchaus gleichgerichtete politische und geistige Haltungen. 
Beide Fronten, sowohl die Demokratie als auch die autoritäre Staatsauffassung, haben im 
Verlauf der vergangenen Woche je eine Handlung vollzogen, die für ihre innere Struktur 
wie auch für ihre für die nächste Zukunft zu erwartende Durchschlagskraft außerordentlich 
charakteristisch ist. Jede dieser Handlungen entspricht dem Wesenskern der jeweiligen 
Front. Die Demokratie hat sich bei der Genfer Liga ein Stelldichein gegeben, und die 
autoritäre Staatsauffassung hat in dem in Berlin abgeschlossenen Bündnispakt zwischen 
Berlin und Rom der Welt einen demonstrativen Beweis ihrer inneren Kraft und 
Festigkeit vor Augen geführt. 



Apropos Völkerbund: man hatte ihn eigentlich schon längst vergessen. Hin und wieder 
erinnerte er die Öffentlichkeit noch einmal an seine Existenz, und jedesmal dann wenn man 
versucht zu fragen: Lebt der Völkerbund noch und, wenn ja, warum? Über diese mehr als 
merkwürdige Institution der europäischen Nachkriegszeit sind schon so viel Witze gemacht 
worden, daß es sich kaum verlohnt, diesem unübersehbaren Vorrat von Bonmots noch neue 
hinzuzufügen. 

Diesmal handelte es sich in Genf darum, die englisch-französisch-sowjetrussische Allianz 
aus der Taufe zu heben. Der Kreml machte sich rar. Herr Potemkin, der eigentlich dazu 
ausersehen war, zusammen mit Lord Halifax den Schlußpunkt unter die Allianz zu setzen, 
ließ sich entschuldigen, weil er von den vergangenen Reisen zu ermüdet sei. Lord Halifax 
wartete vergebens. Er hatte zwar in Genf Gelegenheit, sich mit Herrn Maisky zu 
unterhalten; aber die hatte er ja auch in London. Noch 
-153- 

einmal wurde zur Erbauung der internationalen Öffentlichkeit in Genf die Lüge eines 
"Bundes der Nationen" vorexerziert, der angeblich den Frieden und die Gerechtigkeit in 
Europa sichern sollte, in Wirklichkeit aber nur die Aufgabe hat, die nichtshabenden Staaten 
weiter zu unterdrücken und niederzuhalten. 

Wir haben uns aber diese Institution niemals Illusionen gemacht. Wichtig aber ist, daß nun 
auch die Welt einzusehen beginnt, daß die Genfer Ära längst der Vergangenheit angehört. 
Die Einkreiser, die sich in der vergangenen Woche in Genf ein Stelldichein gaben, sind sich 
in ihrer ganzen Haltung keineswegs klar oder einig. Übereinstimmung besteht nur in der 
Absicht, die autoritären Staaten zu ersticken. Fraglich ist dabei noch, wer im Bedarfsfalle 
aus diesem Lager kämpfen und wer den Gewinn davontragen soll. England verfolgt 
zweifellos den Plan, nach altbewährtem britischem Nationalbrauch die anderen für sich 
kämpfen zu lassen und am Ende selbst den Gewinn einzustreichen. Ist es erstaunlich, daß 
der Kreml wenigstens versucht hat, diese englische Absicht zu durchkreuzen ? 
Demgegenüber erhebt sich in Deutschland und Italien ein Block von 150 Millionen 
Menschen, die bereit und entschlossen sind, ihre nationale Existenz, wenn es notwendig 
wird, bis zum Letzten und unter Einsatz aller Kräfte und Reserven zu verteidigen. Hier 
stellen wir eine absolute Übereinstimmung fest zwischen den Revolutionen, die diese 
Völker gemacht haben, und zwischen den Weltanschauungen, nach denen sie heute leben. 
Das ergibt im Effekt eine absolute Präzision der gemeinsamen Ziele, eine Festigkeit und 
Unverrückbarkeit der politischen Anschauungen sowie eine Entschiedenheit des politischen 
Wirkens, die gar nicht mehr überboten werden kann. Das zwischen Deutschland und Italien 
abgeschlossene Bündnis ist ein totales und duldet keinen Zweifel mehr. Es kann weder 
bagatellisiert noch verkleinert werden. Die Demokratien haben heute in keiner Weise noch 
die Möglichkeit, die Solidarität zwischen Berlin und Rom irgendwie zu bestreiten. Zwar 
gibt man sich in London, Paris und Warschau verzweifelte Mühe, aber diesen Tatbestand 
hinwegzureden. Dieselben Zeitungen, die noch vor ein paar Wochen schrieben, die Achse 
Berlin-Rom sei brüchig geworden, und es bestand damit hoffentlich die Möglichkeit, einen 
Keil zwischen Deutschland und Italien 
-154- 

zu treiben, tun nun so, als sei die absolute deutsch-italienische Solidarität von ihnen längst 
erwartet und mit in Rechnung gestellt worden. Es ist auch gut, wenn sie so verfahren; denn 
sie würden in ihren politischen Kalkulationen einen schweren Fehler begehen, wenn sie 
Deutschland und Italien nicht als eine politische und militärische Einheit auffaßten. 



Überhaupt die demokratische Presse! Sie ist so ungefähr das Charakterloseste, was man sich 
nur vorstellen kann. Sie vollführt in diesen Tagen und Wochen einen ständig sich 
wiederholenden Eiertanz zwischen strotzendem Mut und bebender Angst. Wir müßten sie 
nicht so gut kennen, um vor ihr Furcht zu empfinden. Sie vermag uns überhaupt nicht mehr 
zu imponieren. Wenn die hinter ihr stehenden Kriegshetzer nicht besser und tapferer sind 
als ihre Presse, dann können wir getrost zur Ruhe gehen. 

Im übrigen tut uns die von London gegen uns geplante Einkreisung nicht weh. Jeder Schlag 
dieser Front wird von uns mit einem betäubenden Gegenschlag beantwortet. 
Augenblicklich reden sie von einem Krieg der Nerven, der ausgebrochen sei und 
durchgestanden werden müsse. Wir wissen nichts davon. Aber wenn das in der Tat der 
Fall, sein sollte, so sind wir der Überzeugung, daß wir ihn gewinnen werden, und zwar auf 
Grund unseres besseren Rechtes, das auch immer die besseren Nerven verleiht. 
Auch die Einkreisung hat ihre zwei Seiten. England wird im Bedarfsfall nach der ersten 
auch die zweite zu verspüren bekommen. Vielleicht wird es eines Tages mit Goethes 
Zauberlehrling in die verzweifelten Worte ausbrechen: "Die ich rief, die Geister, werd' ich 
nun nicht los!" Aber wir haben genug gewarnt. Es bleibt uns nichts mehr übrig, als den Tat- 
sachen in die Augen zu schauen und im übrigen unsere Gegenzüge zu tun. Die erste Partie 
ist zweifellos zu unseren Gunsten entschieden worden. Das Bündnis zwischen Berlin und 
Rom ist eine Tatsache, die in der kommenden europäischen Entwicklung von 
ausschlaggebender Bedeutung sein wird. Die Einkreisungsfront hat dem nichts auch nur 
annähernd Gleichwertiges zur Seite zu stellen. Lord Halifax hat in Genf keine Lorbeeren 
geerntet. Unterdes aber ist in Berlin die stärkste Militärallianz, die die moderne Geschichte 
überhaupt kennt, unterzeichnet worden. 

Wie die Dinge sich weiterentwickeln, vermag im Augenblick noch niemand zu sagen. 
Jedenfalls würde die demokratische Einkreisungsfront 
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schlecht beraten sein, wenn sie auf dem bisher beschrittenen Wege weitergehen würde. 
Denn so weitgesteckt auch die Einkreisung geplant sein mag: gegenüber der Stärke und 
Geschlossenheit der Achse Berlin-Rom wird sie nichts auszurichten vermögen; es kann 
deshalb der Ausgang dieser Auseinandersetzung nach Lage der Dinge gar nicht mehr 
zweifelhaft sein. 

Deshalb liest uns nichts ferner, als vor dieser Einkreisung den Mut zu verlieren. Wir stehen 
ihr mit gelassener Ruhe gegenüber und sagen uns auf gut Berlinisch: "Wat ick mir dafür 
koofe!" Uns kann es schon recht sein, wenn London uns zwingt, ganz und ohne 
Einschränkung auf unsere nationale Sicherheit bedacht zu sein. Seit 1918 haben wir 
Nationalsozialisten keine Illusionen mehr. Wir setzen unsere Hoffnung weder auf den 
Völkerbund noch auf die Humanität, noch auf die Verständigungsbereitschaft der anderen. 
Wir vertrauen nur noch auf uns selbst und auf unsere eigene Kraft. Und darum sind wir 
denen zu größtem Dank verpflichtet, die uns seit 1918 ununterbrochen immer wieder durch 
brutale Faustschläge aus unsrer deutschen Traumseligkeit erweckten. Wir bekennen ihnen 
gegenüber mit Nietzsche: 
Gelobt sei, was hart macht! 
-156- 



Klassenkampf der Völker? 



3. Juni 1939 

In der internationalen Diskussion haben sich in den letzten Wochen und Monaten immer 
stärker Schlagworte und Vorstellungen ausgeprägt, die bislang nur auf dem Felde 
innerpolitischer Auseinandersetzungen gebräuchlich waren und verständlich wirkten. 

Wir meinen hier Begriffe wie etwa "Plutokratie" oder "Besitzende und Habenichtse" oder 
"proletarische Nationen" oder "Klassenkampf der Völker" und ähnliche. 

Es ist das außerordentlich charakteristisch für die internationale Entwicklung und 
Frontenbildung, die in den letzten Jahren eingesetzt hat, und gerade deshalb erscheint es uns 
notwendig, diese Begriffe einer näheren Untersuchung zu unterziehen, weil wir fürchten, 
sonst Gefahr zu laufen, sie abzunutzen und in ihrer Prägnanz und Verständlichkeit 
allmählich zu zerstören. 

Die Tatsache, daß diese Begriffe in der internationalen Diskussion immer gebräuchlicher 
werden, ist ein Beweis mehr dafür, daß die Auseinandersetzungen, die heute Europa 
durchzittern, durchaus nicht etwas Einmaliges oder gänzlich Neuartiges darstellen, daß sie 
vielmehr in ihrem eigentlichen Wesen die gleichen geblieben sind, die ehedem im Rahmen 
unseres Volkes und heute noch im Rahmen vieler anderer Völker ausgetragen werden, daß 
sie sich in ihrer internationalen Ausweitung nur in den Dimensionen geändert bzw. 
verschoben haben. Denn das, was sich augenblicklich in Europa abspielt, ist tatsächlich eine 
Art von Völkerklassenkampf, und dieser Völkerklassenkampf findet seine eigentliche 
Ursache in der Tatsache, daß die einen Nationen augenblicklich alles besitzen, während die 
anderen nichts ihr eigen nennen können. 

Die einen sind gar nicht in der Lage, alles das zu verzehren, was ihnen gehört, die anderen 
dagegen haben deren Überfluß zu wenig und müssen deshalb hungern oder sich doch 
mindestens nach der Decke 
strecken. Daraus ergeben sich die krisenhaften Spannungen, die heute Europa bewegen. 

Der Vertrag von Versailles war nicht nur eine Art moralischer und materieller Entwaffnung 
der unterlegenen Völker, sondern gewissermaßen auch eine drakonische 
Steuergesetzgebung der reichen siegreichen Staaten über die unterlegenen armen Nationen. 

Auch die in Verfolg der Durchführung des Versailler Vertrages einsetzende psychologische 
Behandlung der Besiegten war außerordentlich charakteristisch sowohl für die geistige und 
moralische Haltung der Sieger wie auch für die innere Einstellung reicher Nationen zu 
armen Völkern überhaupt. Wir sind gewohnt, diese Gesinnungsart als kapitalistisch zu 
bezeichnen. 

Man hätte beispielsweise nach den Leiden und Schmerzen des Großen Krieges die 
Möglichkeit gehabt, in Versailles einen wirklichen Völkerfrieden herzustellen. Der mußte 
beruhen auf der Basis der Gerechtigkeit und der Beseitigung all jener Ungerechtigkeiten, 
die die Ursache des Ausbruchs des Großen Krieges gewesen waren. Man ließ aber diese 
Ungerechtigkeiten, weil man auf Grund eines Scheinsieges die Macht dazu besaß, nicht nur 
weiterbestehen, sondern man verschärfte sie noch und legte damit eigentlich die Grundlagen 
zu dem daraus sich entwickelnden Klassenkampf der Völker untereinander. 



Die armen Nationen mußten sich das gefallen lassen, weil sie wehrlos waren; die reichen 
aber taten noch ein übriges, indem sie ihre Macht triumphierend ausnutzten und den armen 
Quälereien und nationale Demütigungen auferlegten, die zwecklos, dumm und gemein 
waren und in sich schon die Wurzel neuer machtpolitischer Auseinandersetzungen trugen. 
Man tat das aus dem einzigen Grunde, um die armen Völker zu provozieren. Man glaubte, 
sich das leisten zu können. Man leitete die Berechtigung dazu lediglich aus der Macht ab. 
Selbst die natürlichsten und elementarsten Forderungen der armen Völker wurden höhnisch 
in den Wind geschlagen. Man nahm sie meistens gar nicht zur Kenntnis. 

So benahmen sich in der Vorkriegszeit auch die bürgerlich-kapitalistischen Parteien 
beispielsweise des alten Deutschen Reichstags den sozialen Forderungen der deutschen 
Arbeiter gegenüber. Bei Abstimmungen im Parlament setzten sich grundsätzlich die 
plutokratischen Parteien mit dem ganzen Gewicht ihres Einflusses für die Beibehaltung 
empörender gesundheitsgefährdender Kinder- und Schwang erenarbeit ein. Sie machten sich 
in geradezu scharfmacherischer Weise zum Verteidiger unsozialster und unhaltbarster 
Zustände, und zwar nicht einmal so sehr deshalb, weil sie einen persönlichen Vorteil davon 
hatten oder sich doch wenigstens davon versprachen, sondern nur, weil es ihnen eben so 
paßte und weil sie die Macht dazu hatten, sich gegen moderne soziale Forderungen zu 
sperren. 

Die plutokratischen Parteien legten damit praktisch die Grundlage zum Klassenkampf, zum 
Marxismus und zur fortschreitenden Bolschewisierung der Arbeiterschaft; denn die 
marxistischen Parteien hätten in Deutschland niemals auch bei einer noch so internen Hetze 
des internationalen Judentums einen derartig weitreichenden Anhang in den Massen der 
arbeitenden Bevölkerung erringen können, wenn die Kritik, die der Marxismus an den 
sozialen Zuständen des Vorkriegsdeutschland anlegte, nicht wenigstens eine gewisse und 
manchmal sehr große Berechtigung gehabt hätte. 

Es ist klar, daß die plutokratischen Parteien für solche Gedankengänge, wenn sie damals 
vorgebracht worden waren, gar kein Verständnis aufgebracht hätten. Wer im Gelde 
schwimmt, besitzt kein Organ für die Armut, und selbst der Krieg mit seinen ungeheuren 
gemeinschaftsbildenden Werten und Erlebnissen hat es nicht vermocht, auf diesem Gebiet 
einen grundlegenden Wandel zu schaffen. Im Gegenteil, die Nachkriegszeit wurde dann erst 
recht das praktische Erprobungsfeld klassenkämpferischer Gesinnung und Betätigung. Auch 
hier setzte wiederum aufs neue der Kampf der kapitalistischen Parteien gegen einen wenn 
auch noch so berechtigten Sozialismus ein, und daraus war eigentlich das Abwandern der 
breiten Massen von den nationalen Parteien zum Marxismus und seinen Parteien hin zu 
erklären. 

Das hinderte allerdings die bürgerlichen Parteien nicht daran, in dem Augenblick mit dem 
Marxismus zusammenzugehen und ihm eine schimpfliche Koalition anzutragen, in dem der 
Nationalsozialismus auftauchte und anfing, für sie eine politische Gefahr darzustellen. Denn 
der Nationalsozialismus hatte seinem Programm, seinem Wesen und seiner Wirksamkeit 
nach die feste Absicht, diese unhaltbaren Zustände zu beseitigen, und seine Wortführer 
waren der Überzeugung, daß der Ausbruch eines blutigen Klassenkampfes überhaupt nur 
vermieden werden konnte durch Wiederherstellung geordneter sozialer Zustände. 



Den plutokratischen Kapitalismus aber angreifen hieß damals den Staat angreifen, weil der 
Staat selbst kapitalistisch-plutokratischen Charakter trug. Die bürgerlich-kapitalistischen 
Parteien aber waren die Nutznießer dieses Zustandes. Es verstellt sich am Rande, daß sie ihn 
theoretisch ablehnten; ihr Programm quoll nur so über, von sozialen Forderungen und 
humanitären Einsichten. In ihren Taten aber bestätigten und verhärteten sie diesen Zustand. 
Und das war einerseits der Grund für die rapide Zunahme des Kommunismus, anderseits 
aber auch der Grund für den unhaltsamen Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung 
und ihren endlichen Sieg. 

Der Führer hat, als er die Macht besaß, nicht nur die klassenkämpferischen Parteien 
marxistischer und bürgerlicher Prägung aufgelöst, er hat auch die sozial unhaltbaren 
Zustände beseitigt, die diesen Parteien überhaupt erst eine Existenzberechtigung gaben. Er 
begründete den inneren Volksfrieden auf dem festen Fundament der sozialen Ordnung. 
Dieser Zustand erscheint deshalb auch für die Dauer haltbar, weil aus' ihm von vornherein 
schon alle Krankheiten und Verfallskeime ausgeschieden sind. 

Einen ähnlichen Prozeß erleben wir nun auf internationalem Gebiet. Die 
Auseinandersetzungen, die von 1933 ab bis zum heutigen Tage zwischen den sogenannten 
autoritären und den sogenannten demokratischen Staaten stattgefunden haben und noch 
stattfinden, sind fast gleicher Art. Als beispielsweise Deutschland anfing, seine 
allerelementarsten nationalen Forderungen anzumelden, begegnete es in der kapitalistisch- 
plutokratischen Welt, die sich eine demokratische nennt, derselben Verständnislosigkeit, der 
die sozialen Forderungen der Arbeiterschaft in der Vor- und Nachkriegszeit bei den 
plutokratischen Parteien begegnet waren. 

In den Jahren 1934 und 1935 beispielsweise waren die Forderungen wehrpolitischer Art, die 
der Führer an die westeuropäischen Mächte stellte, außerordentlich bescheidenen Umfangs. 
Sie wurden nicht nur höhnisch zurückgewiesen, man weigerte sich, sie überhaupt zu 
diskutieren. Die Folge war die Wiedereinführung der absoluten deutschen Wehrfreiheit. 
Darauf reagierten die demokratischen Staaten dann mit hysterischem Geschrei von 
drohender Kriegsgefahr. Die deutschen Forderungen auf Beteiligung unseres Volkes an den 
Reichtümern der Welt wurden schroff und kalt vom Auslande abgelehnt. Man hatte darauf 
nur Phrasen zur Antwort. Die Folgen waren die Einführung des Vierjahresplanes, das 
Auftauchen der deutschen Konkurrenz in der Welt nach dem Grundsatz: "Exportiere oder 
stirb!", der Abschluß konstruktiver Handelsverträge mit den verschiedensten Staaten und 
ein rapid zunehmender Güteraustausch [Export] zwischen dem Reich und Ländern, in denen 
noch die Vernunft zu Hause war. Wiederum begannen die Plutokratien zu kreischen, 
Deutschland bemächtige sich des Weltmarktes, um dann die entsprechenden 
Gegenmaßnahmen in Form von Boykott, Errichtung unübersteigbarer Zollmauern und 
ähnlichem zu treffen. 

Deutschland hatte in der loyalsten und verbindlichsten Form die Beseitigung der 
ehrenrührigen Punkte des Versailler Vertrages verlangt. Von der Aufrechterhaltung dieser 
Punkte hatten die westeuropäischen 

Demokratien überhaupt nichts. Es war das nur noch eine Angelegenheit des Eigensinns und 
einer penetranten, engstirnigen Boshaftigkeit. Die Ablehnung dieser Forderungen allerdings 
zog dann die plötzliche Militarisierung des Rheinlandes und die feierliche Aufhebung der 
Kriegsschuldlüge nach sich. Wiederum erklärte man in London und Paris, man könne mit 



Deutschland nicht verhandeln, weil es nicht loyal sei und sich nur auf das brutale Faustrecht 
stütze. Wohin wären wir mit dieser sogenannten Loyalität gekommen? Wir würden heute 
noch um ein 200 000 Mann-Heer feilschen. 

Genau so war es bei dem Anschluß Österreichs an das Reich und der Wiedereingliederung 
der Sudetenlande. Ähnlich verständnislos stehen die westeuropäischen Demokratien der 
Errichtung eines deutschen Protektorats über Böhmen und Mähren gegenüber. 

Wie die kapitalistischen Parteien des Deutschen Reichstags in der Vorkriegszeit für die 
Kinder- und Schwang erenarbeit eintraten, ohne selbst einen Vorteil davon zu haben, genau 
so traten und treten die plutokratischen Staaten des europäischen Westens für die 
Aufrechterhaltung unmöglicher und von allen auch als unmöglich erkannter 
mitteleuropäischer Zustände ein., nur aus Eigensinn, aus Trotz, aus Boshaftigkeit und 
Mangel an Einsicht. Genau so aber auch wie ein vernünftig und sozial denkender Mensch 
die Kämpfe im Deutschen Reichstag der Vorkriegszeit um die Kinder- und 
Schwangerenarbeit heute überhaupt nicht mehr verstehen kann, genau so werden vernünftig 
und national denkende Menschen in allen Staaten und Ländern in einigen Jahren die 
machtpolitischen Auseinandersetzungen beispielsweise über die Militarisierung des 
Rheinlandes oder den Anschluß Österreichs und der Sudetenlande an das Reich und die 
Errichtung des Protektorats über Böhmen und Mähren nicht mehr verstehen können. 

Hier liegen die eigentlichen Grundlagen und Ursachen der europäischen Beunruhigung. 
Und das Beängstigende an diesem Zustand ist, daß die plutokratischen Staaten in keiner 
Weise nach den gemachten Erfahrungen etwa in sich gehen und daraus die entsprechenden 
Konsequenzen ziehen, sondern sich nunmehr anschicken, das Dümmste zu tun, was sie 
überhaupt nur tun können, nämlich einen Block zu bilden gegen die Wiederherstellung der 
europäischen Ordnung und Gerechtigkeit. Sie versuchen, Deutschland und Italien 
einzukreisen, und genau so wie die kapitalistischen Parteien der Nachkriegszeit, so sind 
auch sie heute in der Gewinnung ihrer Partner keineswegs wählerisch. 

Damals verbanden sich die bürgerlich-kapitalistischen Parteien mit der 
Sozialdemokratischen Partei, wenn es gegen den Nationalsozialismus ging. Heute paktieren 
die plutokratischen Demokratien mit dem bolschewistischen Sowjetrußland, wenn es gegen 
Deutschland und Italien geht. 

Es sind das dieselben Symptome des bösen Willens und der Halsstarrigkeit. Und daraus 
ergibt sich eine Lage, die deshalb so verworren wirkt, weil man aus ihr den gesunden 
Menschenverstand vollends verbannt hat. Sie kann nur geändert werden durch Vernunft und 
Einsicht oder durch Gewalt. Vernunft und Einsicht aber sind auf der Gegenseite leider nur 
selten festzustellen. Sie spielt den Ignoranten, tut so, als hieße sie Hase, wohnte im Walde 
und wüßte von nichts. 

Aber genau so wie die damaligen Parteipäpste nicht die Wortführer des deutschen Volkes 
waren, so sind heute diese Kriege- und Panikmacher nicht die Wortführer ihrer Völker. Es 
muß nur gelingen, den Völkern die Wahrheit zu sagen. Darum brauchen wir auch nicht alle 
Hoffnung aufzugeben. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Neuordnung Europas 
bricht sich immer mehr Bahn. Sie ist unaufhaltsam. Die Plutokratien werden nicht mehr die 
Kraft und die Möglichkeit besitzen, Europa in Brand und Asche zu legen. Sie wären zwar 



gewissenlos genug dazu, aber dagegen erhebt sich heute die militärische, moralische und 
geistige Front der Achse Berlin-Rom. 

Zwei mächtige, junge Völker haben sich zu einem unüberwindlichen Block 
zusammengeschlossen. Sie sind nicht nur vereint in ihren Machtmitteln, sondern auch in 
ihren Ideen und in ihrem Willen. Ihre Entschlossenheit, ihre nationale Existenz zu wahren 
und bei Bedarf mit aller Rücksichtslosigkeit zu verteidigen, braucht nicht mehr unter 
Beweis gestellt zu werden. Sie tragen das wirkliche Erbe des großen Krieges in ihren 
Händen. Und es erhebt sich in der Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Plutokratien 
mit gebieterischer Notwendigkeit die Frage: Wird diese Entwicklung, wie die Väter des 
Versailler Vertrages es wollten oder doch vorbereiteten, den neuen Krieg bringen oder, wie 
Deutschland und Italien das wollen, den wahren Frieden? 

Vor dieser Frage müssen sich die Völker Europas entscheiden. Wir meinen einen Frieden 
gleicher Rechte und gleicher Verpflichtungen, einen Frieden, der wirklich Klarheit in das 
europäische Chaos bringt, einen Frieden, der den Klassenkampf der Völker, der drohend 
über uns allen schwebt, ablöst durch eine neue Ordnung unter den Nationen, die auf der 
Gerechtigkeit beruht und den Wohlstand und das Glück aller zum Ziele hat. 
-163- 



Der neue Stil 

10. Juni 1939 

Über Dinge, die man besitzt, pflegt man im allgemeinen nicht viel zu sprechen. Wer Geld 
hat, macht kein Aufhebens davon, wer gebildet ist, trägt seine Bildung nicht zur Schau, wer 
Geschmack sein eigen nennt, spricht nicht von Geschmack. Und so ist es auch mit dem Stil. 
Menschen, Völker oder Zeiten, die ein natürliches und gewachsenes Stilgefühl besitzen, 
werden das Wort Stil nur sehr selten anwenden und es vielfach überhaupt nicht kennen. Uns 
sind aus der Geschichte ganz große künstlerische und kulturelle Epochen bekannt, die uns 
heute als im höchsten Sinne stilbildend erscheinen, in denen das Wort Stil selbst aber 
vollkommen ungebräuchlich war. Wenn der Stil ein öffentlicher Diskussionsgegenstand 
geworden ist, dann beginnt er meistens zu fehlen. 

Stil kann auch nicht gemacht werden; er entwickelt sich aus bestimmten Bedingungen 
heraus und wächst auf eine natürliche Weise in eine Zeit hinein. Die Ergebnisse dieses 
Wachstums sind dann auf allen Lebensgebieten eines Volkes festzustellen. Stil ist die 
Übereinstimmung zwischen Gefühl und Ausdruck, insofern also hat Stil nicht nur etwas mit 
Kunst oder Kultur oder Geschmack zu tun. Der Stil ist die bindende und schlüssige 
Ausdrucksform des Wesens eines Menschen oder eines Volkes, die in allen seinen 
Lebensäußerung zum Vorschein kommt. Auch in der Politik. 

Auch die Politik hat Stil oder sie ist stillos. Besitzt sie Stil, dann ist sie auch von Format. 
Die Zeit vor der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland war ohne Stil. Sie 
besaß weder auf dem Gebiet ihrer künstlerischen noch ihrer kulturellen oder politischen 
Äußerungen überhaupt auch nur ein Gefühl für Stil. Das kam schon in der Tatsache zum 
Ausdruck, daß sie zwar große Worte gebrauchte, aber nicht die Kraft besaß, diesen Worten 
eine starke symbolische Prägung und einen ausfüllenden Inhalt zu geben. 
Das 20. Jahrhundert hat die breiten Massen des Volkes in das Gebiet der Politik eingeführt, 
und es war eigentlich das beschämendste Armutszeugnis, 



-164- 

das sich sowohl das kaiserliche wie auch das novemberliche Deutschland ausstellte, daß es 
keine Möglichkeit fand, das Volk selbst auch in ihm gemäßen Formen politisch zum Ansatz 
und zur Geltung zu bringen. Auf den Straßen marschierten Millionen Menschen, politisch 
vertreten aber wurden sie in senilen, lächerlichen Parlamenten von Repräsentanten, die für 
die breiten Massen weder ein Gefühl noch ein Organ besaßen. 

Heute ist es in den westeuropäischen Demokratien noch genau so. Wenn man von ihren 
politischen Aktionen in den Zeitungen liest, so mochte man versucht sein, den großen 
Worten, die dabei gebraucht werden, Glauben zu schenken. Sieht man diese politischen 
Aktionen aber im Bild oder im Tonfilm, so schreckt man schaudernd zurück vor der 
gähnenden Kluft, die sich hier zwischen Sein und Schein auftut. Man bemerkt dicke, 
joviale, lebhaft gestikulierende ältere Herren in Bratenrock und Zylinder, die alle anderen 
Merkmale an sich tragen, nur nicht die einer dämonischen Fähigkeit, Massen zu bewegen 
und zu führen. Die charakteristischen Zeichen ihrer politischen Zusammenkünfte sind 
Disziplinlosigkeit, Mangel an Art des Auftretens wie an Größe und Durchschlagskraft der 
Aktion. Und ausgerechnet diese Demokratien sitzen über uns zu Gericht. 
Sie behaupten, daß wir das nicht besitzen, was ihnen vollkommen mangelt, nämlich 
politischen Stil, kulturellen Geschmack, ein Gefühl für Modernität und eine weite 
Aufgeschlossenheit für die Gedanken und Empfindungen unserer Zeit. Wir könnten über ihr 
albernes Geschwätz zur Tagesordnung übergehen, denn wir treten den Gegenbeweis 
dagegen ja fortdauernd durch Tatsachen an, die bekanntlich für sich selber sprechen. 
Wir besitzen das, was ihnen fehlt. Sie reden beispielsweise von Kultur und sprechen uns 
sowohl kulturelle Leistungen als auch ein Gefühl für kulturelle Verantwortung gänzlich ab. 
Es ist nun aber kein Zufall, daß gerade die Staaten, die heute autoritär regiert werden, 
zugleich auch die ältesten Kulturvölker Europas darstellen. Sie hatten schon eine 
vielhundertjährige Geschichte hinter sich, als beispielsweise Amerika erst entdeckt wurde. 
Sie waren große, imponierende politische Gebilde, als Paris und London noch die Rolle von 
unbedeutenden Hauptstädten 
-165- 

kleiner Duodezländer spielten. Italien repräsentierte ein Imperium in einer Zeit, in der von 
den heute so überheblich sich gebärdenden Demokratien weder staatlich noch volklich 
überhaupt die Rede sein konnte, und Deutschland hatte schon glan— Volle Blüteepochen 
seiner Kultur, seiner Kunst und auch seiner Geschichte hinter sich, als England und 
Frankreich oder gar Amerika erst in das Blickfeld der historischen Bedeutsamkeit eintraten. 
In Deutschland beginnt augenblicklich ein neuer Kultursommer. Die 
Reichstheaterfestwoche in Wien neigt sich ihrem Ende zu. Die Reichsfestspiele in 
Heidelberg, die Tage der Deutschen Kunst in München, die Bayreuther und Salzburger 
Festspiele sind bereits in Vorbereitung und stehen nahe vor ihrem Anfang. Das alles 
repräsentiert insgesamt eine Höhe der Kulturleistung, die in der ganzen Welt einzigartig ist. 
Es dokumentiert zugleich aber auch die ungeheure Mannigfaltigkeit unseres deutschen 
Kunstlebens, das seine Kraft aus den Wurzeln zieht, die tief in das Erdreich unserer so 
verschiedenartigen Landschaften und Volksstämme hineingesenkt sind. Hier hat ein öder 
und starrer Zentralismus keinen Platz mehr. Das deutsche Kulturleben ist verankert in einer 
bunten Vielfalt von Städten, Stämmen und Landschaften, und trotzdem steht darüber eine 
starke und zielbewußte Staatsführung, die es regelt, ordnet und einheitlich zum Einsatz 
bringt. 



Was haben nun die westeuropäischen Demokratien dem überhaupt entgegenzustellen ? Sie 
unternehmen schon aus Konkurrenzneid kümmerliche Versuche einer eigenen 
Kulturgestaltung. Allerdings kommen sie dabei ohne dummdreiste Anleihen aus dem 
deutschen oder italienischen Kunst- und KulturbesitZ überhaupt nicht aus. Eine 
Opernwoche beispielsweise ohne Wagner oder Verdi ist gar nicht denkbar, weder in 
London noch in Paris, von New York ganz zu schweigen. Symphonische Musik wird fast 
ausschließlich von deutschen Tonmeistern gestellt; der Beitrag der Vereinigten Staaten zum 
Weltmusikbesitz besteht bekanntlich nur aus einer verjazzten Negermusik, die in diesem 
Zusammenhang überhaupt keiner Beachtung wert ist. Unsere deutschen Theater sind in eine 
Blütezeit von bisher ungekannten Ausmaßen eingetreten; die Demokratien aber, die uns des 
Kulturbanausentums bezichtigen, sind in Wirklichkeit gar nicht in der Lage, aus eigener 
Kraft etwas Ähnliches 
-166- 

überhaupt auch nur zu versuchen. Es bleibt ihnen nichts übrig, als sich bei der deutschen 
oder italienischen Kultur als Kostgänger zu etablieren. 

Von unseren politischen Demonstrationen ist hier ganz zu schweigen. Auch sie sind 
gewachsen und nirgendwo künstlich gemacht. Das Zeremoniell beispielsweise des 
Nürnberger Parteitages stellt etwas ganz Einmaliges und durchaus Neuartiges dar. jede der 
vielen Kundgebungen auf dem Parteitag hat ihren eigenen Stil und besitzt eine ihr gemäße 
Ausdrucksform. Die ist nicht etwa am Schreibtisch erdacht oder den Veranstaltungen 
künstlich aufgepfropft worden. Sie ist allmählich gewachsen, aus der Praxis, aus dem 
Bedürfnis und aus einem inneren Form- und Gestaltungsgefühl heraus. In ihrer Gesamtheit 
stellt sie den großen neuen und modernen politischen Stil dar, und sie ist danüt auch ein 
Kulturausdruck unserer Zeit. 

Das können die Demokratien nicht einmal verstehen, geschweige nachahmen oder gar selbst 
in einer ihnen gemäßen Art erfinden. Sie haben nicht die Kraft, die Massen zu organisieren 
und ihnen einen einheitlichen Willen aufzuprägen. Sie berufen sich zwar auf die Massen 
aber heimlich haben sie Angst vor ihnen, und treten sie an sie heran, so stellt das meistens 
eine ganz klägliche und schlechte Kopie unseres Umgangs mit dem Volke dar. Das wirkt 
für den Kenner lächerlich und manchmal direkt aufreizend. 

So pflegten auch früher in der Systemzeit die bürgerlichen Parteien mit dem Volke 
umzugehen. Sie traten an die breiten Millionenmassen überhaupt nur heran, wenn ihnen das 
Wasser bis zum Halse stand. Sie waren für sie nur Sprungbrett zur Macht, die sie erobern 
wollten, oder Stütze für die Macht, die sie besaßen. Wir erinnern uns heute noch mit 
Vergnügen beispielsweise der propagandistischen Methoden der sogenannten "Zentrale für 
Heimatdienst", die die Aufgabe hatte, der Propaganda der nationalsozialistischen Bewegung 
entgegenzutreten. Damals erschien in der deutschen Öffentlichkeit ein Plakat, auf dem zu 
sehen war, wie eine Männerfaust einer züngelnden Schlange den Hals zudrückte. Dieses 
Plakat sollte die Umklammerung der nationalsozialistischen Bewegung durch die 
bürgerlichen Parteien darstellen. Es war so kindisch und albern, daß es in den Reihen der 
nationalsozialistischen Bewegung allgemeine Heiterkeit entfachte und demgemäß bald den 
Beinamen "der Aalhändler" erhielt. Unter dein stürmischen Gelächter der Öffentlichkeit 
mußte es 
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dann wieder zurückgezogen werden. Das war einige Monate vor unserer Machtübernahme. 
Damals noch spotteten unsere Gegner ihrer selbst und wußten nicht wie. 



Bei uns dagegen war der politische Stil gewachsen. Unsere Propaganda, unsere Politik, 
unsere Demonstrationen waren Ausdrucksformen unseres politischen Willens und unseres 
kämpferischen Temperaments. Hier bildete sich in jahrelanger Formungsarbeit ohne jedes 
Pathos und ohne jede Absichtlichkeit ein neues Lebensgefühl. Das alles hat uns jene 
ungeheure, durchschlagende Sieghaftigkeit verliehen, mit der wir in der entscheidenden 
Stunde unsere Gegner zu Boden warfen. Es gab uns ihnen gegenüber ein souveränes 
Überlegenheitsgefühl, und zwar nicht nur im Politischen, sondern auch im Kulturellen. 
Steht es nun um die Demokratien Westeuropas heute nicht ähnlich, wie es damals um die 
bürgerlichen Parteien stand? Sie reden von etwas, was sie gar nicht kennen, und führen im 
Munde, was sie selbst nicht besitzen. Ihre politische Beweisführung strotzt von 
undurchdachten Gemeinplätzen. Die Phrasen, mit denen sie uns entgegentreten, sind müde 
und verbraucht. Ihr ehrwürdiges Alter zeugt weniger für ihre Weisheit als vielmehr für ihre 
Überlebtheit. Darum haben wir keinen Grund, uns mit ihnen auf diesem Gebiet in ein 
polemisches Gespräch einzulassen. Ihrer Kritik gegenüber bleiben wir stolz und unnahbar. 
Denn was wir sind, das wissen wir selbst sehr genau. Das braucht uns nicht mehr von 
unseren Gegnern bestätigt zu werden. 

Der Geist, der uns beseelt, besitzt heute gottlob auch die Waffen, mit denen er sich, wenn 
die überalterten Demokratien in ihrer letzten Verzweiflung zum Angriff gegen uns vorgehen 
sollten, wirksam zur Wehr setzen könnte. 

Der neue Stil, der unserem gequälten Erdteil bereits ein anderes Gesicht formt, ist von uns 
gebildet worden. Unter seinem unaufhaltsamen Wirken ist ein besseres Europa im Werden, 
ein Europa der Ordnung, des gerechten Ausgleichs und des darauf beruhenden Friedens. 
Wir aber sind seine Fackelträger! 
-168- 

"Erkläret mir, Graf Oerindur . . ." 

17. Juni 1939 

Am 15. März dieses Jahres errichtet das Reich ein Protektorat über Böhmen und Mähren. Es 
geschieht das in der schmerzlosesten Weise unter weitest gehender Schonung nationaler und 
völkischer Eigenheiten des tschechischen Volkes. Man war sich von vornherein im klaren 
darüber, daß das in der näheren und weiteren Folgezeit zu einigen Schwierigkeiten führen 
würde, diese Schwierigkeiten aber billigerweise in Kauf genommen werden müßten 
angesichts der Tatsache, daß nur auf diese Weise Frieden und Ordnung im 
mitteleuropäischen Raum geschaffen werden könnten. 

Im übrigen sind diese Schwierigkeiten von gar keinem Belang. Jedenfalls können sie nicht 
im entferntesten verglichen werden mit den Schwierigkeiten, denen England in seinen 
Protektoratsgebieten seit Jahren und Jahrzehnten begegnet. Es blieb bekanntlich der 
britischen Politik vorbehalten, Völker in Protektoraten durch Bombenangriffe auf wehrlose 
Dörfer und öffentliche Auspeitschung von Kindern für die Größe und das Prestige des 
englischen Weltreiches zu begeistern. Solcherlei Mittel einer politischen Kriegführung 
waren bisher immer noch das edle Vorrecht der humanitären britischen Politik; für 
Deutschland dagegen bestand und besteht keinerlei Veranlassung, den Blutspuren des 
englischen Imperialismus nachzugehen. 

Es kann auch keine Rede davon sein, daß der Führer durch die Errichtung des Protektorates 
über Böhmen und Mähren ein gegebenes Wort gebrochen habe. Niemals hat er England als 
Schiedsrichter oder gar als Gendarm in Mitteleuropa anerkannt. Und genau so, wie wir 
Deutschen uns nicht um das Vorgehen Englands etwa in Palästina bekümmern, genau so 



kann es nicht Sache der britischen Politik sein, sich in die Interessengebiete des 

mitteleuropäischen Raumes hineinzumischen, da sie London, schlicht und gerade 

herausgesagt, nicht das geringste angehen. 

Da gerade von Palästina die Rede ist, so muß festgestellt werden, daß hier ein 

vaterlandsliebendes Volk brutal unterdrückt und langsam ausgerottet 

-169- 

wird, zur höheren Ehre des Judentums, das England sich als internationalen 
Bundesgenossen für alle Bedarfsfälle erhalten möchte. 

Die Errichtung des deutschen Protektorats über Böhmen und Mähren wurde von London als 
Kampfansage aufgefaßt. Der englische Ministerpräsident Chamberlain erklärte im 
Unterhaus, daß damit die Münchener Abmachung hinfällig geworden sei. In seiner Rede 
vom 17. März in Birmingham brachte er zum Ausdruck, daß, "wenn es so leicht sei, gute 
Gründe zu finden, um so feierliche Verpflichtungen zu ignorieren, die wiederholt gegeben 
worden seien, wie weit könne England sich auf andere Versicherungen verlassen, die von 
den gleichen Kreisen gegeben werden ?" Das heißt rund heraus gesagt, daß England zur 
deutschen Politik kein Vertrauen mehr hat; die politischen Kreise in London dürfen sich 
nicht wundern, wenn diese Feststellung ein entsprechendes Echo in Berlin findet. Im 
übrigen kann von feierlichen Verpflichtungen, die seitens Deutschland gegeben worden sein 
sollen, überhaupt nicht die Rede sein. 

Das ist aber auch nicht der eigentliche Grund, der die englische Politik zu dieser 
Kursdrehung veranlaßt hat. Im Gegenteil 1 London sah nun nach der Errichtung des 
Protektorats über Böhmen und Mähren den Augenblick für gekommen an, eine Politik auch 
öffentlich zu vertreten, die im geheimen schon seit der Wiedereinführung Deutschlands in 
das internationale Kräftespiel von England aus betrieben worden war, eine Politik der 
Einkreisung, die darauf hinauslaufen sollte, Deutschland mit einem Wall von Feinden zu 
umgeben, um es allmählich moralisch, wirtschaftlich und politisch auszuhungern. Diese 
Politik war bis zum März dieses Jahres in der geschicktesten Weise getarnt worden. Jetzt 
glaubte man, es sich leisten zu können, sich zu ihr auch öffentlich zu bekennen. 
Das kam vor allem zum Ausdruck in den darauffolgenden Verhandlungen Englands mit den 
verschiedensten Staaten, um sie zum Beitritt in die von London geplante antideutsche und 
antiitalienische Einkreisungsfront zu bewegen. England suchte nach alter, wohlbewährter 
britischer Nationalsitte einen Festlandsdegen, dessen Aufgabe es sein sollte, im Interesse 
des Britischen Weltreichs die so berüchtigte balance of power in Europa, die angeblich von 
Deutschland gestört worden war, wiederherzustellen. 
England geht bei der Werbung von Bundesgenossen mit der bekannten 
-170- 

britischen Brutalität nach dem Grundsatz vor: Wer nicht für mich ist, der ist wider mich. Es 
schwenkt dabei natürlich den Weihrauchkessel und murmelt fromme Gebete, hüllt sich in 
Phrasen von Moral, Zivilisation und Humanität, versucht, sich ein politisches Alibi zu 
verschaffen, um für einen eventuellen Ernstfall die Schuld der Gegenseite zuschieben zu 
können. Diese englische Taktik ist uralt und in Europa so hinreichend bekannt und 
durchschaut, daß es sich erübrigt, darüber überhaupt ein Wort zu verlieren. 
In dieser Situation wird die Frage Danzig akut. Der Vorschlag des Führers zur Lösung der 
Danziger und der Frage einer Autobahn durch den Korridor war ein durchaus loyaler und 
für alle Beteiligten akzeptabler. Es wäre auch zweifellos in dieser Angelegenheit zu einer 
Einigung zwischen Berlin und Warschau gekommen, wenn nicht London sich in der 



dreistesten und störendsten Weise in diese Verhandlungen eingemischt hätte. Diese 
Einmischung bestand nun nicht darin, in Warschau zur Vernunft zu mahnen, sondern im 
Gegenteil der polnischen Politik sozusagen einen Blankowechsel auszustellen, demzufolge 
die Entscheidung über Krieg und Frieden in die Hand der Warschauer Straße gelegt wurde. 
Chamberlain erklärte am 3 . April, daß Frankreich und Großbritannien Polen sofort zu Hilfe 
kommen würden, wenn die Unabhängigkeit des polnischen Staates bedroht werden sollte, 
und er habe keinen Zweifel daran, daß das polnische Volk Widerstand leisten würde, wenn 
irgendein solcher Versuch zur Bedrohung gemacht werden sollte. Da zur polnischen 
Unabhängigkeit ausdrücklich auch Danzig einbezogen wurde, hieß das nicht mehr und nicht 
weniger, als die polnische Politik zu einer Aggression aufzufordern, die zu den schwersten 
internationalen Erschütterungen führen müßte. 

Die polnischen Chauvinisten haben die Sprache Londons auch sofort verstanden. Sie 
ergingen sich in einer bramarbasierenden Klopffechterei, die alles bisher Dagewesene in 
den Schatten stellte. Es ist eine fatale Aussicht für den Frieden und die Sicherheit Europas, 
sich vorzustellen, daß eine eventuelle Katastrophe in der Hauptsache von Warschauer 
Elementen ausgelöst werden kann, die nicht im mindesten in der Lage sind, ihre Tragweite 
auch nur annähernd zu überschauen. 

Was aber bekümmert das London? Die britische Politik ist offenbar 
-171- 

entschlossen, aufs Ganze zu gehen. Sie versucht die Völker mit dem heuchlerischen 
Vorwurf zu düpieren, Deutschland habe die Absicht, die ganze Welt zu unterjochen. Davon 
kann selbstverständlich keine Rede sein. Der Machtzuwachs, den das Reich in den 
vergangenen sechs Jahren zu verzeichnen hatte, erstreckt sich ausschließlich auf die 
deutsche Interessensphäre. Er hat mit Imperialismus nicht das geringste zu tun. Und 
England sollte nicht mit Steinen werfen, da es selbst im Glashaus sitzt, Es war deshalb 
selbstverständlich, daß das Reich die Londoner Kampfansage nicht beantwortet lassen 
durfte. 

Nachdem London sich anschickte, auf dem Wege von Beistandspakten mit den 
verschiedensten Völkern den Ring um Deutschland zu schließen, mußte Berlin zur 
Gegenaktion schreiten. Es braucht hier nur am Rande verzeichnet zu werden, daß auch der 
Appell des amerikanischen Präsidenten Roosevelt an den Führer und an Mussolini zu dieser 
Kategorie demokratischer Einkreisungsmanöver gerechnet werden muß, und daß das alles 
insgesamt ein rundes und nettes Bild eines Versuches darstellt, die beiden Achsenmächte zu 
isolieren und sie damit der militärischen, politischen und wirtschaftlichen Willkür der 
Demokratien auszuliefern. 

Das Reich hat diesen Versuch durch Abschluß eines weitgehenden Bündnisses mit Italien 
beantwortet. Es liegt uns nichts ferner, als dem Londoner Einkreisungsplan gegenüber 
Angst zu empfinden. Wir wollen nur die Dinge beim Namen nennen. 
Wenn London sich in diesen Tagen und Wochen sogar so weit erniedrigt, daß es unter dem 
staunenden Kopfschütteln von ganz Europa' ein allmählich auf die Nerven fallendes 
Liebeswerben um Moskau betreibt, so ist das wohl Beweis genug dafür, wie stark die Furcht 
und vor allem der Haß in den maßgebenden englischen politischen Kreisen gegen 
Deutschland und Italien sein müssen. Die edlen Lords des Oberhauses marschieren schon 
Arm in Arm mit den Sowjets, und der englische Ministerpräsident Chamberlain, der sich 
noch vor einem halben Jahre in ganz Europa als Vater des Friedens feiern ließ, erklärt nun 
im Unterhaus, daß, "wenn eine Methode gefunden werden könne, durch die die Mitarbeit 



und der Beistand der Sowjetunion beim Aufbau der Friedensfront gesichert werden könne, 
England das willkommen heiße". Das gerade hatten wir hören wollen. 

-172- 

Die Mitarbeit und der Beistand der Sowjetunion beim Aufbau der Friedensfront ist in 
unseren Augen ein außerordentlich zweifelhafter. Wie dem aber auch sein mag, es liegt auf 
der Hand, daß es unsere publizistische Pfficht war, diese englischen 
Einkreisungsbestrebungen, die, wie gesagt, aufs Ganze gehen und vor keiner ideologischen 
Schwierigkeit zurückschrecken, gebührend an den Pranger zu stellen. Das und nichts 
anderes haben wir getan. Und nun mit einem Male wird man in London mobil. Man hatte 
vielleicht geglaubt, daß Deutschland die englischen Einkreisungsversuche genau so 
widerspruchlos hinnehmen würde, wie das das Vorkriegsdeutschland in den Jahren von 
1908 bis 1914 getan hatte. Davon aber kann selbstverständlich keine Rede sein. 
Wenn heute die maßgebenden Londoner Organe versuchen, den durch die deutsche 
Aufklärungspropaganda aufgehellten Tatbestand wiederum künstlich zu vernebeln, um 
England von dem Vorwurf der bewußten Einkreisung Deutschlands reinzuwaschen und 
dabei sogar auch noch an das deutsche Volk appellieren, so ist das ein fruchtloses Beginnen. 
Das konnte vor dem Kriege und konnte auch während des Krieges gelingen, das ist nach 
dem Kriege immer gelungen, bis der Nationalsozialismus in Deutschland die Macht 
übernahm. Der Nationalsozialismus aber ist nicht nur eine Äußerung der politischen Kraft, 
sondern auch eine Äußerung der politischen Intelligenz unseres Volkes. 
Die englische sogenannte Aufklärungspropaganda, die in Wirklichkeit nur ein 
Vernebelungsmanöver ist, mußte mißlingen, und gerade deshalb schimpft man jetzt in 
London über die deutsche Propaganda. Denn die Welt fängt allmählich an aufzuhorchen. 
Man wird sich nach und nach des Wahnsinns bewußt, der von England gegen Deutschland 
betrieben wird. London ist bloßgestellt. Und wenn auch die Stimmen, die beispielsweise in 
Paris erstaunt fragen, warum der französische Soldat für Danzig sterben solle, nur vereinzelt 
sind, so geben sie doch zweifellos die Meinung eines großen Teils des französischen und 
wohl auch des englischen Volkes wieder. Das hindert natürlich die gewerbsmäßigen Kriegs- 
und Panikmacher nicht daran, weiter gegen die Achsenmächte zu hetzen und Lügen in die 
Welt zu setzen, die so kurze Beine haben, daß sie meistens bereits eine Stunde nach ihrer 
Entstehung schon eingeholt werden. 

Man versuchte, sich für ein paar Tage damit Mut zu machen, daß man 
-173- 

erklärte, Überschwemmungen am Rhein hätten einen großen Teil des Westwalles 
weggespült. Es ist uns zu albern, auf diese kindischen Lügen überhaupt zu reagieren. Der 
Westwall ist dazu bestimmt, ganz anderen Belastungen standzuhalten als einem 
gelegentlichen Hochwasser. Die Kreise in London und Paris, die dieses Märchen 
aufbrachten, glauben auch im Ernst selbst nicht daran. Sie wollen sich und ihren Völkern 
nur Korsettstangen einziehen. Sie reden von einem Nervenkrieg, der ausgebrochen sei, und 
behaupten, daß sie ihn diesmal gewinnen würden. Sei es mit dem Nervenkrieg, wie es 
wolle. Jedenfalls sind solche hysterischen Äußerungen der Angst und der Panik kein sehr 
überzeugender Beweis dafür, daß man in London und Paris im Vollbesitz der Nervenkraft 
ist. 

In dieser Situation ergreift Lord Halifax noch einmal vor dem Oberhaus das Wort. Seine 
Rede ist außerordentlich charakteristisch für die englische Mentalität. Lord Hallfax wäscht, 



wie Pilatus, seine Hände in Unschuld und fragt ganz naiv: Was ist denn eigentlich 
Einkreisung? 

Während vor einigen Tagen ein polnischer General noch erklärte, die polnische Armee 
werde nicht enttäuschen, und nach dem siegreichen Krieg würden die Polen den Frieden in 
Deutschland, und zwar in Berlin, diktieren, sagt derselbe Lord Halifax, der durch Englands 
Beistandserklärung für Polen solche rednerischen Extratouren überhaupt erst möglich 
gemacht hatte, "daß sich ein wirklich gefährliches Element in der gegenwärtigen Lage 
ergebe, das darin besteht, daß das deutsche Volk als Ganzes zu der Schlußfolgerung 
kommen könnte, daß Großbritannien jeden Wunsch aufgegeben hätte, mit Deutschland zu 
einer Verständigung zu kommen, und daß jeder Versuch hierzu ein für allemal als 
hoffnungslos ausgeschaltet werden müsse". 

Allerdings, allerdings! So denken in der Tat große Teile des deutschen Volkes. Sie haben 
die britische Politik durchschaut. Und wenn Lord Halifax weiter erklärt, "wenn etwas sicher 
sei, dann ist es das, daß England und Frankreich und die Länder, mit dnen sie konsultiert 
haben, niemals einen Angriffsakt begehen oder den Versuch machen werden, die 
Unabhängigkeit und Sicherheit irgendeines Staates zu unterminieren", so fragen wir in aller 
Bescheidenheit, warum denn England überhaupt einen Einkreisungsring um Deutschland 
gelegt hat, oder doch zu legen 
-174- 

versucht? Warum England überhaupt Polen Mut zuspricht, sich möglichst chauvinistisch zu 
gebärden, um damit die europäische Atmosphäre weiter zu verwirren und systematisch zu 
vergiften? Wenn Lord Halifax damit schließt, daß "England weit von dem Wunsche entfernt 
sei, Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiet Schwierigkeiten zu machen, denn es wisse, 
daß ein wohlbestelltes Deutschland für Europa gut ist", so verstehen wir nicht, was Lord 
Halifax denn überhaupt an der nationalsozialistischen Politik auszusetzen hat; denn die 
nationalsozialistische Politik läuft ja darauf hinaus, Deutschland wirtschaftlich ein größeres 
Betätigungsfeld zu erschließen und es zu jenem wohlbestellten Lande zu machen, das Lord 
Halifax selbst als für Europa gut ansieht. Nein, nein! So einfach wird es der englischen 
Politik nicht gemacht, sich von dem Vorwurf der bewußten und systematischen Einkreisung 
Deutschlands und Italiens reinzuwaschen. Ein Alibi für London müßte schon stichhaltiger 
sein, daß die Öffentlichkeit ihm Glauben schenken könnte. 

Es ist deshalb verständlich, daß die deutsche Presse auf diese Ausführungen Lord Halifax', 
die in den Handlungen der englischen Politik keinerlei Begründung finden, sauer reagierte. 
Sie hat mit Recht gefordert, England solle zuerst einmal Beweise für die hier von Lord 
Halifax vertretene Meinung liefern. London brauche nicht zu versuchen, der deutschen 
Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen, denn dafür wären wir Deutsche durch bittere 
Erfahrungen in der Vergangenheit zu gescheit geworden. Auf so etwas fallen wir nicht mehr 
herein. 

Wir gestatten uns deshalb, die Frage aufzuwerfen, welchem London wir glauben sollen. 
Dem, das durch eine systematische Einkreisung Deutschlands und Italiens den Krieg 
vorbereitet, oder dem, das in seinen öffentlichen Verlautbarungen vom Frieden redet? Wir 
sehen vorläufig nur rings um uns herum den infamen Versuch, Deutschland und Italien von 
allen Völkern zu isolieren. Wahrscheinlich doch zu dem Zweck, um im geeigneten 
Augenblick über die beiden Achsenmächte herzufallen. Daß das auch dann noch mit dem 
ganzen Zeremoniell demokratischer Humanität vor sich gehen wird, darüber sind wir uns 
durchaus im klaren. Und ebenso genau wissen wir, daß die Engländer, wenn sie es könnten, 



in Deutschland einmarschieren, uns zu Boden werfen und uns dann vielleicht noch 
auffordern würden, mit ihnen zu beten und den Herrn zu 

-175- 

preisen, der alle irdischen Dinge so weise lenkt. Aber so dumm sind wir nicht mehr. 

Wir hielten es für viel ehrlicher, wenn London ganz offen heraus erklärte: Wir hassen euch 

Deutsche, ihr fangt an, uns lästig zu fallen, wir wollen euch einkreisen, um euch zu 

vernichten. Denn die Engländer tun das ja. Warum also reden sie vom Frieden? Warum 

wollen sie vor uns in Frömmigkeit erscheinen und beten? Das hängt uns allmählich zum 

Halse heraus. 

Die Londoner Presse erklärt, sie erwarte eine.Antwort von Deutschland. Wir stellen darauf 

die Frage: Worauf? Auf die Taten Londons haben wir bereits geantwortet. Sollen wir auch 

noch auf seine Worte antworten ? Dann müßte London wenigstens die Worte den Taten 

oder doch die Taten den Worten angleichen. Wir wollen nur Klarheit. Das deutsche Volk 

will sie auch, es will wissen, woran es ist. 

London aber versucht immer noch Tintenfisch zu spielen, und das paßt uns nicht. Darum 

wäre es uns sehr angenehm, wenn Lord Halifax nicht nur in Worten, sondern auch in Taten 

Farbe bekennen würde. Wem sollen wir Vertrauen schenken? Dem Redner oder dem 

Einkreiser? Er sagt, England wolle den Frieden mit Deutschland, es wäre bereit, alle von 

uns vorgebrachten Forderungen zu diskutieren und sie einer erträglichen Lösung 

zuzuführen. Daneben aber legt es rings um Deutschland einen bewaffneten Wall, der doch 

offenbar dazu bestimmt ist, unser Land einzuschnüren. Hier klafft die Differenz. Und da wir 

zu oft in der deutschen Nachkriegspolitik auf Worte hereingefallen sind, halten wir uns 

vorläufig einmal an die Taten. 

Wir reagieren sauer, wenn man uns düpieren will. Aber darüber hinaus interessiert uns, 

abgesehen von den Taten und von den Worten, doch das, was Lord Halifax und was die 

englische Regierung wirklich denken. Sie täten also gut daran, uns einen brauchbaren 

Leitfaden zur Erkenntnis der englischen Politik zu geben. Vielleicht kommt Lord Halifax in 

seiner nächsten Rede vor dem Oberhaus auch einmal darauf zu sprechen. 

Heute stehen die englischen Worte und die englischen Taten in diametralstem Gegensatz, 

und deshalb richten wir an ihn die freundliche Bitte: 

"Erkläret mir, Graf Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur." 

-176- 

Danzig vor der Entscheidung 

Rede vor der Danziger Bevölkerung 

17. Juni 1939 

Ich komme aus dem Reich, um euch die Grüße des Führers und des deutschen Volkes zu 
überbringen. Ich stehe hier auf dem Boden einer deutschen Stadt, vor mir Zehntausende 
deutscher Menschen und ringsum ungezählte Zeugen deutscher Kultur, deutscher Sitte, 
deutscher Art und deutscher Baukunst. 

Ihr Danziger sprecht die deutsche Sprache wie wir im Reich. Ihr entstammt derselben Rasse 
und demselben Volkstum. Ihr seid mit uns in einer großen Schicksalsgemeinschaft 
verbunden; ihr wollt deshalb heim zum Reich. Eure Entschlossenheit zur Rückkehr zur 
großen Mutter unseres gemeinsamen Vaterlandes ist stark und unüberwindlich. Nur eine 
mißgünstige, neiderfüllte und verständnislose Welt kann den Versuch machen wollen, sich 
diesem unaufhaltsamen Drang von Volk zu Volk zu widersetzen. 



Über Nacht ist nun eure Stadt zu einem internationalen Problem geworden. Ihr habt das 
vorher gar nicht gewußt und auch gar nicht gewollt. Was ihr immer wolltet was ihr heute 
wollt und was ihr in aller Zukunft wollen werdet, ist klar: ihr wollt zum großen deutschen 
Reich gehören. Euer Wille ist verständlich, klar, eindeutig und, wie ich an eurer Haltung 
feststellen kann, unerschütterlich. 

Ihr habt das Pech, daß eure schöne deutsche Stadt Danzig an der Weichselmündung liegt; 
und nach der Warschauer Theorie gehören Städte an Flußmündungen immer zu den 
Ländern, durch die diese Flüsse fließen. Darum gehört zum Beispiel auch Rotterdam zu 
Deutschland, da es an der Rheinmündung liegt und der Rhein ein deutscher Strom ist. 
Diese Beweisführung ist, wie ihr zugeben werdet und wie die Welt auch weiß, lahm, und sie 
entbehrt nicht der Komik. Darüber ist man sich 
-177- 

selbstverständlich auch in Warschau klar. Und weil man dort weiß, daß man umecht hat " 
deshalb schimpft man. 

Die polnischen Scharfmacher fordern neuerdings von Deutschland Ostpreußen und 
Schlesien. Polens demnächstige Grenze soll nach ihnen die Oder sein. Man wundert sich, 
warum sie nicht die Elbe oder gar den Rhein für sich reklamieren; denn da treffen sie sich 
dann gleich mit ihren neuen Bundesgenossen, den Engländern, deren Grenze bekanntlich 
auch am Rhein liegt. Die polnischen Chauvinisten erklären, sie wollten uns Deutsche in 
einer kommenden Schlacht bei Berlin zusammenhauen. Ich brauche darüber überhaupt kein 
Wort zu verlieren. Zum Zusammenhauen gehören zwei, einer der zusammenhaut und einer, 
der sich zusammenhauen läßt. Wohin ich auch blicke, ich entdecke augenblicklich weder 
den einen noch den anderen, wenigstens soweit dieses Ereignis sich bei Berlin abspielen 
soll. 

Darum nehmen wir im Reich, wie ihr das wohl auch tun werdet, diese polnischen 
Großsprechereien nicht ernst. Sie sind gewissermaßen politische Pubertätserscheinungen, 
die nach einer gewissen Zeit wieder von selbst vergehen. 

London will, wie der englische Außenminister Lord Halifax vor einigen Tagen noch vor 
dem Oberhaus erklärte, die Danziger Frage in freundschaftlichen Verhandlungen beigelegt 
wissen. Darum hat auch England Warschau einen Blanko-Wechsel zur Verfügung gestellt 
und macht augenblicklich den Versuch, das Reich und Italien einzukreisen, um die Politik 
von 1914 aufs neue aufzunehmen. Aber man irrt dort, wenn man glaubt, ein schwaches, 
ohnmächtiges, bürgerliches Deutschland vor sich zu haben. Das nationalsozialistische Reich 
ist nicht schwach, sondern stark. Es ist nicht ohnmächtig, es besitzt vielmehr augenblicklich 
die imponierendste Wehrmacht der Welt. Und es wird auch nicht von feigen Bourgeois 
regiert, sondern von Adolf Hitler geführt. 

Deshalb halten wir die Redensarten in Warschau und London für lauter Klopffechtereien, 
die mit vielen Worten den Mangel an Macht und an Entschlossenheit verbergen sollen. 
Und was bekümmert das euch? Ihr Danziger wollt heim zum Reich. Aus der spontanen 
Begeisterung, die ihr mir, als dein Abgesandten des Führers entgegenbringt, spricht die 
blutsmäßige Verbundenheit des 
-178- 

Danziger Volkes mit unserem Großdeutschen Reich, mit unserer deutscheu Heimat, spricht 
aber auch die Entschlossenheit, komme was kommen mag, dem gemeinsamen Vaterland 
unverbrüchlich die Treue zu halten. 



Es ist nicht das erste Mal, daß ich euch so vor mir sehe. Vor meiner Erinnerung ziehen 

vorbei die großen Reichsparteitage, das Sängerbundes und das Deutsche Turn- und 

Sportfest in Breslau und nicht zuletzt mein vorjähriger Besuch bei euch. Ich will damit nur 

sagen, daß euer Gefühl der Zusammengehörigkeit mit dem Reich nicht neueren Datums ist, 

wie 

das die englische oder französische Presse euch zu unterstellen beliebt, sondern seit dem 

Tage in euch lebendig ist, an dem euch das schwere Unrecht der Trennung vom Reich 

angetan wurde. 

Seid nun überzeugt, daß jeder in Deutschland eure Wünsche kennt, diese Wünsche im 

tiefsten Herzen teilt und mit der gleichen unbedingten Treue zu euch steht, mit der ihr dem 

Großdeutschen Reich anhängt. 

Was wir also im Reich wollen, das ist ebenso klar, wie das, was ihr wollt. Der Führer hat es 

in seiner letzten Reichstagsrede ganz unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, als er 

sagte: "Danzig ist eine deutsche Stadt und sie will zu Deutschland." Das sollte die Welt 

doch, wie man meinen möchte, verstanden haben. Und die Welt müßte auch aus 

vergangenen Erfahrungen wissen, daß der Führer keine leeren Worte spricht. Sie befindet 

sich jedenfalls in einem sehr gefährlichen Irrtum, wenn sie glaubt, daß er vor Drohungen 

zurückschreckt oder vor Erpressungen kapituliert. Davon kann überhaupt keine Rede sein. 

Darum dürft ihr, deutsche Männer und Frauen von Danzig, getrost in die Zukunft schauen. 

Das nationalsozialistische Reich steht an eurer Seite, wie ihr zu ihm steht. 

Die ganze Welt schaut nun voll Spannung auf diese nächtliche Volkskundgebung, die ihr 

auf diesem weiten Platz veranstaltet. Es gibt in Paris und in London eine kriegshetzerische 

Lügenpresse, die behauptet, ihr wolltet gar nicht heim zum Reich. Ihr habt ihr am heutigen 

Abend die richtige Antwort gegeben. Ich nehme sie als Vertreter des Reiches mit tiefem 

Dank entgegen. 

Ich bin gekommen, um euch in eurer Entschlossenheit zu bestärken, 

-179- 

und nun habt ihr mich bestärkt. Und so fordere ich euch denn auf; auch in Zukunft mutig, 

tapfer und aufrecht zu bleiben. Deutschland ist überall da, wo Deutsche stehen, also auch 

bei euch. 

So laßt uns denn in dieser festlichen Stunde aus tiefem und übervollem Herzen rufen: 

Es lebe unser Führer! 

Es lebe unser deutsches Danzig! 

Es lebe unser Großdeutsches Reich! 

-180- 



Die abgehackten Kinderhände 

24. Juni 1939 

Die Engländer sind in der ganzen Welt bekannt dafür, daß sie in politischen Dingen 
keinerlei Hemmungen haben: Allerdings beherrschen sie dabei meisterhaft die Kunst, ihre 
Skrupellosigkeit als Moral zu tarnen. Das ist ihnen durch eine jahrhundertelange Übung 
schon so in Fleisch und Blut übergegangen, daß es gewissermaßen ihre zweite Natur 
darstellt und sie es selbst überhaupt kaum noch merken.-Sie betreiben dieses Geschäft mit 
frommen Augenaufschlägen mit einem so tierischen Ernst, daß sie am Ende selbst davon 
überzeugt sind, die patentierten Inhaber der politischen guten Sitte zu sein. Sie geben ihre 



Heuchelei nicht einmal untereinander zu. Es kommt niemals vor, daß ein Engländer etwa 
zum anderen sagt: "Na, wir wollen uns doch selbst nichts vormachen", und ihm mit den 
Augen zuzwinkert oder das bekannte Augurenlächeln lächelt. Sie tun nicht nur so, als wenn 
sie die Frömmigkeit und die Moral in Erbpacht genommen hätten - nein, sie glauben das 
auch. Das ist einerseits das Belustigende, andererseits aber auch das Gefährliche an dieser 
Sache. 

Man muß also auf dem Quivive sein, wenn man mit ihnen fertig werden will. Sie haben 
auch die Welt überhaupt nur erobern können, weil sie keinen ebenbürtigen Gegenspieler 
fanden. Wir Deutschen beispielsweise waren ihnen zwar oft in der Entwicklung der 
europäischen Geschichte der letzten dreihundert Jahre machtmäßig gewachsen, aber im 
politischen Instinkt und in der hemmungslosen Ausnutzung aller gebotenen nationalen und 
internationalen Chancen waren wir ihnen meistens unterlegen. So konnte sich bei den 
Engländern auch der Glaube und die unerschütterliche Überzeugung festsetzen, daß die 
Beherrschung der Erde durch Großbritannien der sichtbarste Ausdruck einer höheren 
göttlichen Weltordnung sei. Wer sich ihnen bei der Eroberung und Verteidigung des Empire 
in den Weg stellte, wurde rücksichtslos niedergeboxt; wenn es sich eben machen ließ, nach 
den hergebrachten Spielregeln, wenn es 
-181- 

anders nicht ging, auch durch einen gelegentlichen Tiefschlag. Da waren dann plötzlich die 
Engländer, die sich sonst so viel auf ihre Ritterlichkeit zugute halten und das Wort vom fair 
play dauernd im Munde führen, plötzlich alles andere als fair. Wir haben ein Beispiel dafür 
am Ende des Krieges und in den Jahren von 1919 bis 1933 am eigenen Leibe zu verspüren 
bekommen. 

Wir Deutschen sind demgegenüber erst seit ein paar Jahren ein politisches Volk. Und daß 
wir es geworden sind, darin erblickt England heute die große europäische Gefahr. Vor dem 
Kriege war das ganz anders. Da konnte England mit Deutschland umspringen, wie es 
wollte; da waren wir ein harmloses Bürgervolk, das Wirtschaft betrieb, sich nach besten 
Kräften sein nationales Leben sicherte, der Welt ihre Dichter, Musiker und Denker schenkte 
und keine Ahnung davon zu haben schien, daß es noch andere Völker gab, die nur die erste 
beste Gelegenheit abwarteten, um Deutschland k. o. zu schlagen. 

Die Seele dieser Unternehmung war England. Es gab den Anlaß, den Anstoß und auch die 
Auswirkung dazu. Der Krieg selbst traf Deutschland vollkommen unvorbereitet, ein Beweis 
mehr dafür, daß wir ihn nicht gewollt hatten. Und dann ging England in Fahrt. Die englische 
Kriegspropaganda hat eine ganze Welt gegen uns aufgewirbelt. Man hatte das den 
Engländern gar nicht zugetraut. Sie wir auch für den Kenner genial erdacht und virtuos 
durchgeführt. Sie beschränkte sich auf wenige, aber zugkräftige Schlagworte. Diese wurden 
mit einer so satanischen Bosheit durch die ganze Welt geschleudert und so systematisch in 
die Gehirne von Hunderten von Millionen Menschen eingepaukt, daß sich am Ende die 
Völker willen- und widerspruchslos der Magie dieser Massenhypnose ergaben. 
Es waren im Grunde genommen nur ein paar Parolen, die England in die Welt streute. Es 
handelte sich um abgehackte Kinderhände, ausgestochene Augen, geschändete Frauen und 
mißhandelte Greise. 

Der Effekt dieser monate- und jahrelang durchgeführten antideutschen 
Propagandakampagne war die Überzeugung in der ganzen Welt, daß das deutsche Volk ein 
Volk von Barbaren sei, daß es fernab jeder Zivilisation und jeder Humanität stehe und es 
deshalb eine moralische und kulturelle Pflicht aller Länder der Erde sei, Deutschland zu 
vernichten, seine Macht 



-182- 

zu brechen, um damit überhaupt erst dem europäischen Kontinent und der ganzen Welt eine 
neue Basis des Friedens und des freundschaftlichen Zusammenlebens zu sichern. Das 
machte es den anderen Völkern leicht, sich England anzuschließen und gegen Deutschland 
in den Krieg einzutreten. 

Uns Deutschen fehlte dafür aber auch jedes Verständnis. Wir standen der englischen 
Kampagne mit einer geradezu treuherzigen Doofheit gegenüber. Die guten deutschen 
Bürger schüttelten manchmal die Köpfe und fragten sich verzweifelt: Wie kann man nur so 
lügen? Die Rechnung mußten wir dann am Ende des Krieges bezahlen. England hatte in den 
letzten Kriegsmonaten dem deutschen Volk die Überzeugung einzuhämmern versucht, daß 
die alliierten Mächte überhaupt keinen Krieg gegen uns, sondern nur gegen unsere 
Regierung führten. Dem deutschen Volk wolle man, so behauptete die englische 
Kriegspropaganda, nichts Böses antun. Nur der Kaiser müsse weg, das monarchische 
Regime zu Fall gebracht werden; damit wäre dann auch der Weg freigelegt zu einer 
Verständigung der sonst in Krieg und Blut allmählich versinkenden europäischen Völker. 
In dieser Situation proklamierte der amerikanische Präsident Wilson seine bekannten 14 
Punkte. Ihr Inhalt war, kurz gesagt, daß man dem deutschen Volk keinen Frieden der 
Gewalt aufzwingen wolle, daß keine von den kriegführenden Mächten Reparationen zu 
zahlen habe oder sonstwie Schaden an ihrem Leben, an ihrer nationalen Ehre oder an ihrem 
nationalen Eigentum erleiden solle, daß die einzige Forderung der Entente darin bestehe, 
daß in Deutschland das kaiserliche Regime durch eine schwarzrotgoldene Republik abgelöst 
und damit ein Frieden der Ehre für alle möglich gemacht werde. 

Diese dummdreisten Lügen wurden in der englischen Propagandaküche ausgebraut. Wilson 
war nur der Lautsprecher des Foreign Office. Und der gute, brave Michel glaubte, was ihm 
London auf dem Umweg über Amerika vorsetzte. Er fiel darauf herein. Er tat alles das, was 
England wollte und vorschlug, und mußte dann die Zeche begleichen. 
Als im November 19 18 die Nachrichten von der deutschen Revolution nach England 
kamen, wollte man das in London zuerst überhaupt gar nicht glauben. Selbst die 
eingeweihtesten Kreise zweifelten an der Richtigkeit 
-183- 

dieser Meldungen. Einer der maßgebendsten Männer des damaligen politischen England hat 
später unter vier Augen bekannt, daß Großbritannien zuerst starr vor Staunen gewesen sei, 
weil man es in London nicht für möglich gehalten hatte, daß das deutsche Volk auf diesen 
plumpen Schwindel hereinfiel. 

Die Folgen waren katastrophal. Deutschland wurde seines nationalen Eigentums und seiner 
nationalen Ehre beraubt. Man entwaffnete es, nahm ihm dann seine Kriegs- und 
Handelsflotte sowie seine Kolonien. Man auferlegte ihm eine Reparationslast, die 
unerschwinglich war und deren eigentlicher Sinn und Zweck darin bestand, die deutsche 
Wirtschaft zu vernichten. 

Aber dieses Vorgehen der alliierten Mächte hatte auch sein Gutes; denn es schloß in sich die 
große Lehre für die politische Reife der deutschen Nation. Sein Effekt war nicht nur 
einerseits die Verelendung des deutschen Volkes, sondern andererseits auch die 
Wiedergeburt der deutschen Nation im Nationalsozialismus. Sein Kampf richtete sich im 
tiefsten Kern gegen den Versailler Vertrag, seine innen- und außenpolitischen Nutznießer, 
und endete damit, daß die Kräfte, die im Innern den Versailler Vertrag verschuldet und 
unterschrieben hatten, beseitigt wurden und die Mächte, die ihn von außen aufrechterhalten 



wollten, vor die Frage gestellt waren, entweder dieses Schanddokument gutwillig zu 
beseitigen oder von einem wieder mächtig gewordenen Deutschland vor fertige Tatsachen 
gestellt zu werden. 

Die deutsche Nation, die als das Ergebnis der nationalsozialistischen Umformungs- und 
Erziehungsarbeit heute als neuer Träger des deutschen Nationalbewußtseins in den Kreis 
der anderen Großmächte tritt, ist eine gänzlich andere als die von 1914 und vor allem als die 
von 1918. Das deutsche Volk ist in diesem Umschmelzungsprozeß politisch geworden. 
Würde es heute noch bürgerlich regiert, so wäre es zweifellos wieder in Gefahr, auf den 
plumpen Schwindel hereinzufallen, der genau nach dem Muster des Krieges aufs neue von 
London inszeniert wird. Denn England versucht heute wiederum dasselbe, was es während 
des Krieges mit so großem Erfolge versucht hat. Der jetzige Schwindel des englischen 
Propagandakampfes gegen Deutschland ist genau so plump, genau so dreist und genau so 
frech wie damals. Man will uns wieder einmal 
-184- 

für dumm verkaufen. Allerdings schätzt man dabei in London das deutsche Volk von heute 
ungefähr so ein, wie man das deutsche Volk von 1914 und vor allem das deutsche Volk von 
1918 mit Recht eingeschätzt hat. Und hier liegt der große Fehler der englischen Rechnung. 
Wenn beispielsweise heute englische Zeitungen ganz offen und unverblümt zugeben, daß es 
die Aufgabe der englischen Propaganda sei, einen Keil zwischen das deutsche Volk und 
seine Führung zu treiben, so hört das nicht nur England, sondern auch das deutsche Volk; 
und das deutsche Volk hört das nicht nur, sondern es zieht daraus auch seine Folgerungen. 
Das also ist Sinn, Ziel und Zweck dieses englischen Propagandakampfes! Man möchte die 
Nation von Hitler trennen. Man begründet das selbstverständlich wieder mit heuchlerischen 
und gleisnerischen Argumenten, genau so wie man die Trennung des deutschen Volkes vom 
kaiserlichen Regime in der schwersten Schicksalsstunde der deutschen Nation mit ähnlichen 
Phrasen begründet hat. Man erklärt heute, Deutschland müsse wieder in den Kreis der 
gesitteten Nationen zurückkehren. Wer hustet da? In den Kreis der gesitteten Nationen, die 
wir im Verlauf der vergangenen 25 Jahre kennengelernt haben? jener gesitteten Nationen, 
die in Deutschland auch lange noch nach Beendigung des Krieges Millionen von Müttern 
und Kindern verhungern ließen, die Neger als Kulturträger an den Rhein schickten, die 
Schlageter erschossen, die unsere Kolonien stahlen, die Deutschland auspreßten bis aufs 
Blut und alle, auch die heiligsten uns gegebenen Versprechungen zynisch und kaltlächelnd 
brachen, als das deutsche Volk auf ihre Verlockungen hereingefallen war ? 
Damals war es leicht, die deutsche Nation zu verführen. Heute aber reagieren wir Deutschen 
sauer. Und da wir uns mittlerweile die geeigneten Mittel und Möglichkeiten geschaffen 
haben, um dem von London inszenierten Lügenfeldzug wirksam entgegenzutreten, fängt 
nun die englische Propagandamaschine wieder an, auf Hochtouren zu laufen. Sie 
überschüttet die Öffentlichkeit mit Alarmnachrichten über Alarmnachrichten. Mit der 
scheinheiligsten Miene schleudert man ungezählte Lügen in die Welt hinein. Man berichtet 
von Rebellionen unter deutschen Truppenteilen, von Aufständen und Streiks in 
Arbeitervierteln, ständig zunehmenden Zerwürfnissen zwischen den einzelnen Klassen 
unseres 
-185- 

Volkes, von Anarchie im Protektorat, man stellt sich mit vielsagender Sympathie auf die 
Seite eines kleinen Klüngels von opponierenden Geistlichen und macht die Sache einer 
Handvoll nörgelnder Intellektueller zur Sache Englands und zur Sache der gebildeten Welt. 



Aber das zieht nicht mehr. Unser Volk ist durch die nationalsozialistische Schule 
hindurchgegangen. Wir stehen den britischen Unverschämtheiten nicht mehr harmlos und 
naiv gegenüber. Wir wehren uns, und wir gehen nach alter nationalsozialistischer Sitte 
dagegen zum Gegenangriff über. Und zwar wenn schon, denn schon! Unser Gegenschlag ist 
massiv und trifft ins Schwarze. Wenn man uns mit der Dreckschleuder entgegentritt, dann 
fechten wir nicht auf dreißig Meter Entfernung Florett. Wir haben uns im Laufe der Jahre 
auch ein dickes Fell zugelegt. Wir sind keine überfeinen Ästheten, die Zustände bekommen, 
wenn der politische Trubel anfängt. Und das ärgert unsere Alten. 

Die politisch so erfahrenen englischen Propagandisten sehen nun zum ersten Male im 
europäischen Kräftespiel einen Gegner auftauchen, mit dem sie bisher glaubten, überhaupt 
nicht rechnen zu brauchen. Sie sind nun auch in diesem Punkte, in dem sie früher die 
unbestrittenen Meister waren, von uns überrundet worden. Die nationalsozialistische 
Bewegung hat ihre Kenntnis propagandistischer Abwehr und vor allem propagandistischen 
Angriffs auf die deutsche Nation übertragen. Von der Propaganda verstehen wir Deutschen 
nun auch einiges. In unserer Kampfzeit war sie unsere einzige Hilfe. Unsere 
innerpolitischen Gegner hatten die absolute Macht, und wir haben sie trotzdem nach einigen 
Runden zu Boden geworfen. Heute sind wir nicht mehr so wehrlos, wie wir damals waren. 
Heute besitzen wir als Nation die imponierendste Wehrmacht der Welt. Dazu vertreten wir 
eine Idee, sind wir erfüllt von der Kraft einer heiligen Überzeugung und verfechten wir eine 
Propaganda, die auf das Ziel losgeht, in der Erfahrung geübt und im Kampf gehärtet, mit 
Freude und innerer Begeisterung die Waffen des Geistes führend. 

Die abgehackten Kinderhände in neuer Auflage vermögen beim deutschen Volk und auch 
beim größten Teil der Welt keinen Eindruck mehr zu erwecken. John Bull ist durchschaut. 
Die Völker der Erde wissen, woran sie sich zu halten haben. Und vor allem England möge 
sich seine 
-186- 

Bundesgenossen suchen wo auch immer, aber nicht im deutschen Volk. Da wird ihm nur ein 
dröhnendes Gelächter zur Antwort werden. Und man muß deshalb den 
Propagandaroutiniers, die im Dunstbereich des Foreign Office in London ihr trübes 
Handwerk üben, den guten Rat geben, die alten Ladenhüter in die Ecke zu stellen und sich 
bessere Lügen auszudenken, mit denen es sich auseinanderzusetzen überhaupt verlohnt. 
Wenn die Engländer es auf einen Machtkampf mit Deutschland ankommen lassen wollen, 
so haben sie es nicht mit dem Führer oder mit einer führenden Schicht zu tun, dann tritt 
ihnen das geschlossene 80-Millionen-Volk der Deutschen entgegen. Sie täten also gut 
daran, sich andere Wege der Auseinandersetzung als die des bewaffneten Konflikts zu 
suchen. Es würde das einmal zu gar keinem Erfolge führen und zum zweiten die akute 
Gefahr heraufbeschwören, daß Großbritannien sein Weltreich verlöre. Darum tut man 
London nur einen Gefallen, wenn man ihm den guten Rat gibt, sich mehr in Realismus zu 
üben, eine größere Klarheit in der Beurteilung Deutschlands obwalten zu lassen, mit 
Phrasen und leeren Drohungen Schluß zu machen und den Tatsachen, den harten und 
unabänderlichen, in die mitleidlosen Augen hineinzuschauen. 
-187- 

Das schreckliche Wort von der Einkreisung 

1. Juli 1939 



Die Engländer sind ungehalten und sehr böse auf uns. Sie ergehen sich in den letzten Tagen 
in ihren Zeitungen und Rundfunksendungen in larmoyanten Klagen über Deutschland, seine 
Politik und vor allem seine, wie sie sagen, antibritische Polemik in der Presse. Sie bedauern 
unsere Barschheit und den rauhen Ton unserer Sprache. Mit vielen "Huchs" und "Nein, wie 
kann man nur!" spielen sie, wie immer, wenn es ihnen schlecht geht, die Gouvernante der 
gesitteten Menschheit. 

Sie schrecken dabei auch gar nicht davor zurück, uns Dinge und Redewendungen zu 
unterschieben, die in keiner Weise den Tatsachen entsprechen, nur damit sie besser dagegen 
polemisieren können und ihre pikfeine Moral um so drastischer in die Erscheinung tritt. Sie 
schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und jammern, Großbritannien genieße in 
Deutschland nicht einmal mehr Achtung. Aber auch diese Tour kennen wir, und auch darauf 
fallen wir nicht mehr herein. 

Der britische Premierminister Chamberlain erklärte kürzlich in einer Rede, er wünsche den 
Augenblick herbei, wo man mit vernünftigen Leuten wieder vernünftig reden könne. All 
right, das kann geschehen! Die Engländer mögen uns allerdings verzeihen, wenn wir darauf 
etwas barsch und laut antworten. Denn wir befinden uns in der wenig beneidenswerten 
Rolle des in einem finsteren Walde bis aufs Hemd ausgeplünderten harmlosen Passanten, 
der nun von einem, der ihm die Uhr weggenommen hat und sie ihm zu allem Überfluß noch 
provokatorisch vor der Nase herumtanzen läßt, zu einem freundschaftlichen Gespräch 
aufgefordert wird. In einer solchen Situation legt man im allgemeinen auf gute Um- 
gangsformen keinen gesteigerten Wert. 

Die Engländer sagen, wir hätten sie als Idioten beschimpft. Davon kann natürlich überhaupt 
keine Rede sein. Schon die Höflichkeit verbietet uns eine so drastische Charakterisierung. 
Wir haben auch nicht, wie sie 
-188- 

behaupten, darüber frohlockt, daß man, wie ihre eigenen Zeitungen meldeten, ihren feinen 
Gentlemen in Tientsin die gebügelten Hosen ausgezogen hat. Da sei Gott davor! Wir haben 
das nur wiedergegeben. Sollte es nicht den Tatsachen entsprechen, so nehmen wir das 
gebührend zur Kenntnis; aber wir haben es, wie gesagt, in der Hauptsache in englischen 
Blättern gelesen, und wir können doch nicht glauben, daß die Engländer sich selbst die 
Hosen ausgezogen haben in der Meinung, sie würden, so nackt dastehend, bei uns und bei 
anderen Völkern Mitleid erregen. Ein Mann, dem man auf offener Straße die Hosen 
auszieht, wirkt immer lächerlich, auch wenn es sich um einen Engländer handelt; und im 
übrigen kann man das bei ausgezogenen Hosen meistens gar nicht feststellen, höchstens nur, 
daß er ein Mann, nicht aber, daß er ein Engländer ist. Wir sind auch darüber in keiner Weise 
etwa in ein Triumphgeheul ausgebrochen; wir haben das nur schlicht und sachlich 
festgestellt und daraus gefolgert, daß es um die Macht des Empire jedenfalls nicht mehr so 
bestellt sein kann wie vor etwa zwanzig Jahren, da gleich eine kleine englische Rotte 
auszulaufen pflegte, wenn einem Sohne Albions irgendwo in der Welt auch nur ein Haar 
gekrümmt, geschweige die Hosen ausgezogen wurden. Und dann lasen wir in den Zeitungen 
die drohenden Anfragen und tönenden Reden englischer Parlamentarier und Staatsmänner 
im Unterhaus, so, als wenn die Flotte schon unterwegs wäre. Aber der Dampf, den wir 
sahen, kam nicht aus den Schornsteinen auslaufender Kriegsschiffe Seiner Majestät; es 
handelte sich vielmehr nur um den Dampf, den die Engländer selbst hatten, und zwar vor 
den Komplikationen, vor die sie durch ihre eigene — ferne sei es von uns zu sagen, 
idiotische — Politik gestellt waren. 



Und das fanden wir lächerlich; rund heraus gesagt, lächerlich fanden wir das. Das wird doch 
wohl noch erlaubt sein. Und beschämend zugleich kam uns das vor. 

Die Engländer forschen, wie sie selbst sagen, nach einem Weg, um zum deutschen Volke zu 
sprechen. Es gibt einen solchen: den über den Führer. Alle anderen Wege aber sind 
versperrt. Die englischen Wahrheitsfanatiker, die noch einen zweiten suchen und zu finden 
hoffen, wirken auf uns etwas zurückgeblieben. Sie kommen uns vor wie jemand, der vor 
zehn Jahren einbalsamiert wurde, jetzt plötzlich wieder zum Leben 
-189- 

erwacht und gar nicht verstehen kann, daß sich in der Welt mittlerweile einiges geändert 

hat. Die Engländer können das nicht verstehen, oder sie tun nur so, als verständen sie es 

nicht, 

Sie empören sich darüber, daß wir eine Einkreisung auch Einkreisung nennen. "Dieses 

schreckliche Wort", so sagte kürzlich noch einer ihrer maßgebendsten Männer, "ist von der 

deutschen Propaganda erfunden worden, um unsere friedliche Gesinnung zu diskreditieren." 

Gut gebrüllt, Löwe! 

"Plötzlich stürzten sich auf ein Kommando Scharen Polizei auf die 

Vorwärtsmarschierenden, und es hagelte Knüppelhiebe mit den stahlbeschlagenen Lathis 

auf ihre Köpfe. Nicht einer der Demonstranten hob auch nur einen Arm, um die Hiebe 

abzuwehren. Sie fielen um wie Kegel. Von meinem Platz aus hörte ich das widerliche 

Geräusch der Schläge auf den ungeschützten Schädeln. Die wartenden Massen der 

Zuschauer stöhnten und zogen die Luft durch die Zähne, jeden Hieb mitempfindend. 

Die Erschlagenen fielen zuckend hin, bewußtlos oder sich vor Schmerzen windend, mit 

Schädelbrüchen oder zerschmetterten Schultern. In zwei oder drei Minuten war der Boden 

mit Menschen bedeckt. Große Blutflecke erschienen auf den weißen Gewändern. Die 

anderen schritten, ohne aus den Reihen zu brechen, schweigend und hartnäckig weiter, bis 

man sie niederschlug." 

So schreibt der gewiß unverdächtige amerikanische Journalist Web Miller in seinem Buch, 

das er vor einiger Zeit unter dem Titel "Ich fand keinen Frieden" herausgab. Wer hier 

geschlagen wurde, das waren Gandhi-Anhänger, die nur Salz aus dem Meer gewinnen 

wollten; und wer sie schlug, das waren englische Truppen, die auf Befehl Londons 

verhindern mußten, daß arme indische Menschen in ihrem eigenen Lande aus ihrem eigenen 

Meer Salz holten, von dem die Gentlemen in London keine Steuern bekamen. 

Das ist die Friedfertigkeit der feinen Kavaliere, die jetzt, wie berichtet wurde, in Tientsin 

die Hosen ausgezogen bekamen. Wenn es nicht stimmen sollte, dann freut uns das; wenn 

doch, dann hat man die Engländer wahrscheinlich nicht ohne jeden Grund entkleidet. 

Wir Deutschen eignen uns nicht zur Philosophie der Gewaltlosigkeit, die von Gandhi 

vertreten wird. Uns kann man nicht mit stahlbeschlagenen 

-190- 

Lathis die Kopte zertrümmern, ohne daß wir auch nur einen Arm heben, um die Hiebe 
abzuwehren. Wir lassen es erst gar nicht soweit kommen; wir sind entschlossen, uns mit 
unseren eigenen Lathis zur Wehr zu setzen, und schlagen im Bedarfsfall vorsorglicherweise 
unserseits die Gentlemen dahin, wohin die Gentlemen uns schlagen möchten. Wenn sie 
könnten, wohlverstanden. 

Der Tatbestand ist doch folgender: Die Engländer machen die Einkreisung, und wir wehren 
uns dagegen. Das ist alles. Ein schreckliches Wort, die Einkreisung! Aber noch 
schrecklicher ist doch wohl die Sache selbst, nicht wahr? Und die ist gemeint. Daß jetzt 



nicht alles so klappt, wie London sich das gedacht und vorgestellt hatte, ist peinlich, und 
mehr als peinlich, aber doch nicht unsere Schuld. Daß die polnischen Chauvinisten sich wie 
freche Lausbuben benehmen und die sogenannte Nervenkrise durch ihr großsprecherisches 
Lärmen nur verstärken, wer anders gab ihnen die Erlaubnis dazu als England selbst? Sie 
sind doch nur die Stimme ihres Herrn. Daß Moskau den Engländern den Daumen auf die 
Kehle drückt, wer könnte es ihm verdenken angesichts der mehr als schwachen Position, in 
der London sich befindet? Daß Tokio dem britischen Löwen Fußtritte versetzt, nachdem er 
sich durch sein Engagement in allen strittigen europäischen Fragen höchstselbst an allen 
vieren gefesselt hat, das ist nun einmal so im Leben. Wir sollten darüber triumphieren? Wir 
denken nicht daran. Wir registrieren das nur und ziehen daraus unsere Schlüsse. Uns impo- 
nieren englische Drohungen nicht mehr. Wir bleiben dabei gänzlich kalt und ungerührt. 
Selbst wenn wir von Natur aus ängstlich wären — wir sind das nicht! — , warum sollten wir 
ausgerechnet jetzt Angst vor England haben? 

Was London nun tun soll? Sehr einfach: das Steuer seiner Politik herumwerfen; keine 
Reden halten, sondern Taten zeigen! 

Was wir denn eigentlich von ihm wollen? Ebenso einfach: daß das uns angetane Umecht 
wieder gutgemacht wird! 

Welches Unrecht wir meinen? Wir nehmen an, daß England nicht ein so verhärtetes 
Gewissen besitzt, daß es bei einigem Nachdenken nicht selbst herausfinden könnte, worüber 
Deutschland sich zu beklagen hat! 

Also frischauf zur Tat! Und vor allem nicht auf die Zeit hoffen! In Anbetracht des bei uns 
herrschenden Kräftemangels haben wir die längst 
-191- 

schon für uns engagiert. Die steht in unseren Diensten und arbeitet für unsere Sache. Die 

Chancen werden für die von England geführte Einkreisungsfront nicht günstiger, sondern 

von Tag zu Tag ungünstiger. 

Wir glauben auch diesmal in der Sprache wieder sehr verbindlich geblieben zu sein. Daß die 

Sachen hart klingen, das liegt an den Sachen selbst; das ist nicht unsere Schuld. Die 

deutsche Propaganda schildert nur Tatbestände. Wenn sie peinlich und unangenehm wirken, 

so mag das den Nerven zartbesaiteter englischer politischer Wanderprediger wehe tun, uns 

aber geniert das nicht. 

London soll also nicht die Rauheit unserer Sprache bemängeln, sondern vielmehr die 

Rauheit der Situation erkennen, in der England sich augenblicklich durch seine eigene 

Schuld befindet. Wir können uns wohl vorstellen, daß die dafür Verantwortlichen uns die 

Pest an den Hals wünschen. Aber auch das ist für uns kein Grund zum Weinen. 

"Der Versailler Vertrag war viel zu milde!", schrieben dieser Tage die Blätter ihrer 

polnischen Freunde. Wir wissen also gottlob, was uns blühte, wenn sie uns noch einmal so 

einen Vertrag aufzwingen könnten. Und darum wird sich das nicht wiederholen. 

Niemals! Niemals! Niemals! 

Dafür hat der Führer gesorgt, und dafür sorgt mit ihm das ganze deutsche Volk. 

Darum soll England keine Ausflüchte mehr machen, keine leeren Drohungen deklamieren 

und keine albernen Bluffs arrangieren, sondern Taten zeigen, nichts als Taten! 

-192- 

Antwort an England 

14. Juli 1939 



Sie, Herr Stephen King-Hall, versuchen sich in einem Pamphlet, mit dem Sie eine Unmenge 
von deutschen Anschriften bedenken, wie Sie sagen, an das deutsche Volk zu wenden. 
Wenn wir Ihnen auf Ihre Stilübungen überhaupt eine Antwort erteilen, so glauben Sie bitte 
nicht, daß wir Sie deshalb wichtiger halten, als Sie in Wirklichkeit sind. Wir hätten von der 
Tatsache, daß Sie sich das Recht herausnahmen, mit der deutschen Öffentlichkeit einen 
Disput zu beginnen und antideutsche Propagandaschriften, als englische Liebesgaben 
verpackt, an weite Kreise des deutschen Volkes zu senden, überhaupt keine Notiz 
genommen, wenn Sie in der Tat, wie Sie schreiben, ein Privatmann wären. Nun aber hat ein 
für Sie unglücklicher, für uns aber um so glücklicherer Zufall uns Kenntnis davon gegeben, 
daß Sie im Dienste des englischen Foreign Office stehen, daß Ihre Briefe im Auftrage und 
unter gütiger geistiger Mithilfe von Lord Halifax selbst geschrieben, gedruckt und versandt 
werden. Sie sind also, fast möchte man sagen, offiziellen Charakters, und diese Tatsache 
gibt allerdings der ganzen Sache eine andere Bedeutung. Nicht, daß damit die kindische 
Albernheit, die in ihren propagandistischen Schülerarbeiten zutage tritt und hier im 
Gewände einer pietistischen Frömmelei einherschreitet - wie übrigens bei Engländern noch 
immer dann, wenn sie jemand übertölpeln wollen -, abgemildert würde; im Gegenteil, sie 
wirkt angesichts der Tatsache, daß sie direkt aus der Propagandawerkstatt Downingstreets 
stammt, nur um so krasser und widerlicher. Aber Sie sagen, Sie wollten zum deutschen 
Volke reden, und wünschen und erbitten von den Empfängern Ihrer Briefe Antwort. Dafür 
allerdings kann man nur dankbar sein. ,Nehmen Sie kein Blatt vor den Mund!" schreiben 
Sie. Dieser freundlichen Aufforderung kann kein fühlend Herz widerstehen. Also: Sie 
wenden sich gleich in Ihrer Anrede an den "lieben deutschen Leser". Daß er deutsch 
ist, steht fest; ob er lieb ist, wollen Sie bitte nach Lektüre dieser Antwort entscheiden. 
-193- 

Sie schreiben, Sie sind britischer Marineoffizier und haben 21 Jahre, von 1906 bis 1928, in 
der Königlichen Marine gedient. Das ist schon sehr wichtig und aufschlußreich! Dann 
dienten Sie also auch in jener Königlichen Marine, die von 1914 bis 1918 eine 
Lebensmittelblockade gegen Deutschland durchführte und damit, getreu den Prinzipien der 
altbewährten britischen Politik im Burenkrieg, der 27000 Burenfrauen und -kinder in 
englischen Konzentrationslagern zum Opfer fielen, den Weltkrieg auch gegen wehrlose 
Frauen und Kinder exerzierte und viele Hunderttausende von ihnen - entgegen allen 
geschriebenen und ungeschriebenen Regeln des Völkerrechts - dem Hungertode preisgab. 
Eine wirklich überzeugende moralische Qualifikation gerade für Sie, um von Recht und 
Menschlichkeit zu sprechen. 

Sie haben sich danach, wie Sie mit vielem Wortaufwand berichten, „auf das öffentliche 
Leben vorbereitet". In sehr unvollkommener Weise, wie Ihr Brief dartut! Sie arbeiteten 
"sieben Jahre in der Wissenschaftlichen Forschungsabteilung des Königlichen Instituts für 
Auswärtige Angelegenheiten". Da hatten Sie, wie wir annehmen müssen, auch hinreichend 
Gelegenheit, die englische Kolonialgeschichte zu studieren, und haben da gewiß einiges von 
den Greueltaten des englischen Empire gegen wehrlose Völker gehört und erfahren, die, auf 
englische Versprechungen bauend, entweder dumm genug waren, sich selbst in die 
Botmäßigkeit Londons zu begeben oder sonst brutal unterjocht wurden. 
Ist Ihnen dabei beispielsweise aufgefallen, daß Liverpool 1771 zum Haupthafen für die 
Verschiffung farbiger Menschenmassen in alle Welt bestimmt wurde? Daß Liverpool 
damals 105, London 58, Bristol 25 Sklavenschiffe besaß? Daß damals unter englischer 
Flagge jährlich bis zu 30 000 Schwarze verschleppt wurden, und daß auf diese Tatsache ein 
gutes Stück des heutigen englischen Reichtums zurückzuführen ist? Erinnern Sie sich des 



englischen Bombardements auf die Insel Sansibar aus dem Jahre 1896, in dem 20 000 
Granaten auf eine völlig wehrlose Stadt geschossen wurden? Haben Sie eine Ahnung, wie 
die Eroberung des ehemaligen Königreichs Birma im Jahre 1896 vor sich ging? Wenn nein, 
dann hören Sie zu: Durch eine einseitige englische Erklärung wurde ganz Birma in das 
Indo-Britische Reich einbezogen; wer dagegen Wider stand 
-194- 

leistete, wurde als Aufständischer behandelt und als Räuber erschossen. Kennen Sie das 
englische Blutbad von Amritsar aus dem Jahre 1919? Spitzen Sie Ihre Ohren! Am I 1. April 
1919 eröffneten englische Soldaten ein Schnellfeuer auf eine Versammlung von 5000 
Menschen. In zehn Minuten gab es 500 Tote, 1500 Schwerverwundete und 261 Personen 
wurden zur Auspeitschung verurteilt. Haben Sie bei Ihren Studien auch die 
Niederschlagung des Aufstandes von Waziristan aus dem Jahre 1937 nicht übersehen, bei 
der 720 Aufständische getötet, fast gleich viel schwer verwundet und zehn Dörfer 
bombardiert wurden? Und wissen Sie auch, wie angesehene Engländer aber diese Segen 
spendenden Methoden der britischen Kolonialgeschichte urteilen? Der englische 
Staatsmann William Ewart Gladstone wird Ihnen kein Unbekannter sein. Er sagte am 8. 
April 1840 im Unterhaus aber den Opiumkrieg: ,Ich bin nicht zuständig zu beurteilen, wie 
lange dieser Krieg noch dauern kann... Aber das kann ich sagen, daß ich keinen Krieg kenne 
und noch nie von einem solchen gelesen habe, der ungerechter in seinem Ursprung war und 
in seinem Verlaufe mehr dazu angetan, dieses Land (England!) mit Schande zu bedecken." 
Der englische Historiker James Anthony Froude ist genug berühmt, um auch Ihrem 
Forschertrieb nicht entgangen zu sein. Er schreibt in seinem Werke ,Oceana" aber die 
Eindrücke seiner Weltreise 1884 bis 1885: ,Wir Engländer sind dreimal in Afghanistan ein- 
gefallen, haben den Basar in Kabul niedergebrannt und viele tausend Menschen getötet, um 
ihnen beizubringen, uns zu lieben. Erst vor sieben Jahren hatten wir einen wohl erwogenen 
Plan ausgearbeitet, einen Aufstand in Turkestan zu entfesseln. Wir sind befriedigt mit der 
Auffassung, daß, wenn wir diese Dinge tun, es für das Wohl der Menschheit ist, aber wenn 
andere es tun, ist es gottlos und darf nicht erlaubt werden. Solch eine Ausrede wird kaum 
im Verkehr der Nationen untereinander als gültig angenommen werden." 
Was sagen Sie dazu, Kapitän? Und wie beurteilen Sie den Ausspruch Ihres ehemaligen 
Ministers George Lansbury, der in seinem Buch "My England" schreibt: "Keiner unserer 
Väter, die Indien eroberten, gingen dorthin, um es blühend zu machen. Sie alle gingen mit 
Raubabsichten, sei es mit Gewalt oder - bei den Zivilisierteren - als Handelsleute, um einen 
sehr großen Verdienst zu machen." Sie fordern von uns, daß wir 
-195- 

selbständig nachdenken. Hierüber lohnt es sich wirklich, selbständig nachzudenken! Und 
auch darüber, daß Edith Sitwell in ihrem Buch , "Victoria of England" schreibt: 
"Unglücklicherweise wuchs Seite an Seite mit der zunehmenden Aufklärung der 
regierenden Schichten eine Neigung, sich in die Angelegenheiten aller Nationen zu 
mischen. Natürlich zu ihrem Besten, und weil Britannien nun einmal vom Himmel für diese 
Arbeit ausersehen ist." 

Sie werden sagen: Das sind olle Kamellen. Lesen Sie den "Daily Expreß" vom 3. Februar 
1939, in dem Lord Beaverbrook der englischen Regierung den Rat gibt, an dem Ausbau 
eines Kolonialreiches zu arbeiten, das England "Ehre mache, anstatt Schande über es zu 
bringen". 



Und diese englische Kolonialpraxis möchten Sie gern an Deutschland - zum wievielten 
Male versuchen Sie das - auch einmal ausprobieren, nicht wahr? Erst die Völker innerlich 
zersetzen und sturmreif machen und sie dann brutal niederschlagen! Das ist die klassische 
englische Methode. Aber bei uns nicht! Wir haben das einmal 1918/19 erlebt. Das war für 
uns die schrecklichste Lehre in unserer Geschichte. Das passiert dem deutschen Volke 
deshalb auch kein zweites Mal! 

Sie sagen voller Stolz, Sie sind "als Kandidat für das Parlament ernannt" und erwarten wohl, 
daß das erstaunte deutsche Leserpublikum dies mit scheuer Bewunderung zur Kenntnis 
nimmt. Da lachen aber bei uns sogar die Hühner! Herr Parlaments-Kandidat! 
Das Personal Ihres Nachrichtendienstes "arbeitet fünf Tage in der Woche und bekommt 
einen Monat bezahlte Ferien". Sieh da, sieh da, das also gibt es in England! Und Sie fügen 
bescheiden hinzu: "Die Übung, in den Büros nur fünf Tage in der Woche zu arbeiten, 
verbreitet sich in Großbritannien immer mehr. " Kunststück, nachdem die Engländer so viele 
Völker haben, die für sie arbeiten! Wenn ihr Experiment der nochmaligen Niederwerfung 
des deutschen Volkes gelinge, brauchten die Engländer wahrscheinlich überhaupt nicht 
mehr zu arbeiten. Das täten dann Ihrer Meinung nach jene Deutschen für sie, die heute nur 
erst Ihre "Lieben Leser" sind. Im übrigen hat sich Ihre vorbildliche soziale Haltung unseres 
Wissens in den englischen Elendsgebieten noch nicht hinreichend herumgesprochen. Dort 
arbeiten die Arbeiter vielfach noch weniger, nämlich gar nicht, weil sie seit Jahren 
arbeitslos sind. Aber sie 
-196- 

leben auch dementsprechend. Vielleicht vergessen Sie, feiner Herr, nicht, dem "lieben 
deutschen Leser" das nächstemal auch darüber etwas zu erzählen. 

Sie wollen uns "völlig unabhängige Informationen" geben. Die Frage lautet nur: Wovon 
unabhängig? Wahrscheinlich von der Wahrheit, von der die englischen Informationen sich 
in letzter Zeit immer mehr emanzipiert haben! Ihr Nachrichtendienst ist eine "privat 
geleitete öffentliche Einrichtung". Hahahaha! Das ist ausgezeichnet gesagt. Ihr 
Auftraggeber, Lord Halifax, kann an dieser Ihrer Schülerarbeit seine helle Freude haben. 
Und dann legen Sie dem lieben deutschen Leser die etwas skurrile Frage vor: "Warum 
schreibe ich Ihnen?" jetzt fangen Sie, bezahlter Herr Propagandamacher, nur noch mit der 
Menschlichkeit und der Verständigung an! Und richtig: "Ich schreibe deshalb, weil ich den 
Frieden will." Da haben wir es! Das ist wohl dieselbe Friedensmission, die England in 
Versailles veranlaßte, ein wehrloses Volk abzuwürgen, es 14 Jahre lang zu unterdrücken, 
auszurauben und auszuplündern. Aus diesem Geiste hat man uns außer der Kriegs- auch die 
Handelsflotte genommen, unsere Kolonien geraubt und uns obendrein gequält und 
gedemütigt, wo man nur konnte. Warum haben Sie, feiner Gentleman, in dieser langen Zeit 
nicht ein einziges Mal für den Frieden und für die Verständigung gesprochen und 
geschrieben? Warum haben Sie die Blitze Ihres Zornes nicht auf Ihre eigenen englischen 
Staatsmänner geschleudert, als sie Deutschland und damit letzten Endes ganz Europa in 
seine schwerste Katastrophe hineinstürzten? Da dienten Sie in der Königlich Britischen 
Marine oder saßen im Königlichen Institut für Auswärtige Angelegenheiten. Da haben Sie 
mitgemacht; wahrscheinlich, weil es eine feine Sache war, weil es Ihnen gefiel, und weil Sie 
es damals auch für richtig hielten, dem ,Lieben deutschen Leser" von heute das Brot vom 
Munde wegzustehlen, unser Volk in Inflation und Wirtschaftskrise hineinzustürzen, ihm 
scheinheilig und mit öligen Phrasen ein Lebensrecht nach dem anderen zu nehmen. Oder 
haben Sie damals zur Moralisierung Ihrer Brutalitäten auch schon von Humanität und 
Zivilisation gefaselt? 



Sie schreiben, Sie wüßten "wie der Krieg aussieht". Das weiß der Führer sicher noch viel 
besser als Sie, denn er hat ja nicht den Krieg gegen Frauen und Kinder geführt, sondern lag 
als Soldat fast vier Jahre 
-197- 

lang Engländern gegenüber. Deshalb hat er dafür gesorgt, daß Sie und die englischen 
Gentlemen uns nicht mehr überfallen können. 

Sie sind "ein Mann in den mittleren Jahren, 46 Jahre alt, mit drei Kindern und wollen den 
Frieden, wenn Sie ihn unter ehrenvollen Bedingungen haben können". Wer hat Ihnen einen 
nicht ehrenvollen Frieden denn überhaupt zugemutet? Stammt Versailles von uns oder von 
Ihnen? Oder ist etwa das Versailler Diktat ein ehrenvoller Friede gewesen? Nein: England 
hat uns bis zum heutigen Tage den ehrenvollen Frieden vorenthalten. Sie haben uns zum 
Überfluß entgegen den feierlichen Versicherungen unsere Kolonien weggenommen. Sie 
wollen sie als Mandate verwalten. Sie nutzen Ihnen gar nichts. Ihr Land ist - wie viele 
Engländer zugeben - selbst unfähig, sie nützlich zu verwenden. Sie haben weder die 
Menschen, ja vielleicht überhaupt gar nicht die Lust dazu. Trotzdem geben Sie sie 
Deutschland nicht zurück. Warum nicht? Weil Sie Deutschland aus lauter Machthunger 
nicht nur jene für England geforderten , ehrenvollen Friedensbedingungen" vorenthalten 
wollen, sondern weil Sie unser Volk zugrunde richten möchten. Und dabei fragen Sie sich 
noch, ob wir Frieden haben werden, und antworten dann, Sie zweifelten sehr daran und 
wollen uns auseinandersetzen, warum Sie daran zweifeln? 

Sie brauchen uns gar nicht mitzuteilen, was sie in Großbritannien denken, das wissen wir 
längst, und auch nicht hinzuzufügen, Sie wollten damit nicht sagen, daß Sie unbedingt recht 
haben müßten. Denn in diesem Lande weiß jeder, daß Sie umecht haben. Entzückend Ihr 
Nachsatz: ,Es möge sein, daß Sie umecht hätten, aber es sei wirklich wichtig, daß wir 
Deutschen wissen sollten, was Sie als Engländer für wahr halten." Ach, Sie liebe 
Plaudertasche Sie! Mit Speck fängt man Mäuse. Diese Methode kennen wir. Die 
objektiven Herren Engländer: Ich weiß nicht, ob wir recht haben, ich weiß nur, daß ich 
nichts weiß! Das kleidet Sie gut. 

Der Durchschnitts-Engländer ist, wie Sie uns mitteilen, "so entrüstet aber die nach seiner 
Ansicht schandbare Art, in der die deutsche Regierung das Abkommen von München 
verletzte, daß er immer mehr zu der Überzeugung kommt, daß ihre Führer - wenigstens 
Ribbentrop Goebbels und Himmler - ganz unmögliche Menschen sind, mit denen man nie 
irgendwelche Abkommen treffen kann, die gehalten werden". 
-198- 

Dann müßten diese Herren eigentlich zu Engländern honoris causa ernannt werden; denn 
das, was Sie ihnen zu Umecht vorwerfen, ist ja doch seit einigen Jahrhunderten das 
wesentlichste Merkmal der englischen Politik gewesen. Vielleicht haben Sie bei Ihren 
Studien im englischen Institut für Auswärtige Angelegenheiten auch das Buch von John 
Bigelow, Major aus der USA.-Army, aber englisch-amerikanische Verträge gelesen, der bei 
seinen Untersuchungen zu dem Ergebnis kommt, daß von dreißig Verträgen und 
Vereinbarungen zwischen USA. und England in der Zeit von 1783 bis 1913 acht von 
England gebrochen und davon wieder fünf von USA. nach dem englischen Vorgang 
gebrochen wurden. Bigelow zieht daraus die Lehre: 

„Die englische Diplomatie versteht es immer, den Wortlaut von Verträgen so zu 
formulieren, daß, wenn es der britischen Regierung einmal nützlich erscheint, sie zum 
Schaden der anderen Partei ihre eigene willkürliche Auffassung geltend machen kann." Daß 



das sehr deutlich ist, werden Sie nicht bestreiten. Woher nehmen Sie dann aber die 
moralische Berechtigung, Deutschland etwas, was Sie nicht beweisen können, weil es, wie 
Ihr ganzer Brief, erlogen ist, zum Vorwurf zu machen, was in der englischen Politik seit 
Jahrhunderten gang und gäbe ist? 

Sie nehmen an, daß es schrecklich für uns klinge, aber Sie müssen es uns sagen, ,daß Hitlers 
Wort heute in England recht geringen Kurswert hat". Das klingt für uns gar nicht 
schrecklich. Schrecklich würde es nur sein, wenn es umgekehrt wäre. Denn: Hitlers Wort 
gilt in Deutschland. Vielleicht hängt sogar das eine mit dem anderen zusammen. Der 
Führer hat die deutsche Nation groß und stark gemacht. Er wird deshalb von Engländern 
Ihres Schlages aus vollem und tiefstem Herzen gehabt., Darauf sind wir nur stolz. Dieser 
Haß ist nicht nur für den Führer selbst außerordentlich ehrenvoll. Er stärkt unsere Liebe zu 
ihm. Denn Sie, Herr Propagandakandidat, können natürlich doch nur jene Deutschen 
lieben, die an unserem Volk Verräter sind. 

Sie fügen hinzu, es bestehe "nicht die geringste Aussicht dafür, daß Großbritannien 
irgendwelche Konzessionen an Deutschland mache, bevor das Vertrauen an Deutschlands 
Wort wiederhergestellt sei". Sie verkennen in gründlichster Weise die Situation! Niemand 
bittet Sie um Konzessionen 1 Niemand erwartet solche! Wir fordern von Ihnen keine 
-199- 

Gnade, sondern unser Recht! Wir stehen nicht als Bettler oder bittende Habenichtse vor 
Ihren kapitalistischen Demokratien. Verweigert man uns unser Recht, so werden wir uns 
dieses Recht selbst zu sichern wissen, nur soll man sich dann nicht scheinheilig darüber 
beklagen, daß Europa von einer Krise in die andere stürzt. Die Schuld daran tragen Ihre 
Auftraggeber, Herr Propagandakandidat. Sie wollen plötzlich um die "Freiheit" der 
Tschechen besorgt sein. Sie weinen also Krokodilstränen um Völker, denen nichts 
geschieht und die Sie nichts angehen. Sie bleiben aber hart und ungerührt angesichts des 
nationalen Leides anderer Völker, die von England selbst gequält und blutig unterdrückt 
werden, wie z. B. jetzt in Palästina die unglücklichen Araber. Was würden Sie wohl erst 
sagen, wenn wir im Protektorat ähnlich wie Sie in Palästina verfahren wollten ? Wir tun es 
nicht, denn wir sind Deutsche und keine Engländer. 

In vielen Punkten, so sagen Sie, ist Ihnen ,die Politik Deutschlands unverständlich". 
Deshalb, werter Herr, sind Sie ja auch erst Kandidat, also Anfänger. Man kann in Ihrem 
Alter anscheinend eben noch nicht alles begreifen! Um so verständlicher ist die Politik des 
Führers dafür dem deutschen Volk; und es wirkt deshalb beinahe belustigend, wenn Sie die 
Frage aufwerfen, ob es uns unbekannt sei, daß "bis zum Raub der Tschechei die ganze 
Frage unserer Kolonialansprüche in Großbritannien ernsthaft erörtert wurde?" Und ob uns 
das bekannt ist, sogar hinreichend bekannt. Diese ernsthaften Erörterungen kennen wir 
auch an anderen Beispielen. Sie haben ebenso ernsthaft unsere Abrüstungsforderungen 
erörtert, bis Deutschland sich endlich gezwungen sah, selbst aufzurüsten. Sie haben wohl 
auch ernsthaft die Vergrößerung der deutschen Wehrmacht erörtert, so lange, bis 
Deutschland genötigt war, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen. Sie haben ernsthaft die 
Militarisierung des Rheinlandes erörtert, bis die deutschen Truppen über die Rheinbrücken 
marschierten und eine fertige Tatsache schufen. Sie haben ernsthaft das Österreich-Problem 
erörtert, bis der Führer in Wien seine großdeutsche Mission kraft seines geschichtlichen 
Auftrages vollzog. Sie haben ernsthaft die sudetendeutsche Frage erörtert, bis Sie vor ein 
"fait accompli" gestellt waren. Machen Sie sich doch nicht dümmer als Sie sind, halten Sie 
jedenfalls sonst aber das deutsche Volk nicht für dümmer, als Sie es selbst zu sein scheinen. 
-200- 



Und nun plötzlich verwahren Sie sich dagegen, wenn wir England zum Vorwurf machen, 
daß es den Versuch unternimmt, Deutschland einzukreisen. Das sagen wir nicht nur, das 
sehen und erleben wir. Werfen Sie also nicht scheinheilig die Frage auf, warum England 
wohl wünschen sollte, uns einzukreisen; denn die Antwort liegt allzu nahe: um uns zu 
erledigen! Weil wir mit unseren Forderungen nach unserem Lebensrecht England lästig 
sind! Weil Sie im Verlauf Ihrer ganzen Geschichte mit einem ohnmächtigen und wehrlosen 
Deutschland rechnen konnten und das heute nicht mehr der Fall ist! Weil Sie uns also das 
Leben nicht gönnen, weil wir in Ihren Augen Habenichtse sind und Habenichtse bleiben 
sollen! 

Daß ein wohlhabendes Deutschland ein Aktivposten für den Welthandel sei, ist eine ganz 
neue englische Theorie die wir aus Ihrem Munde zum ersten Male vernehmen. Vor dem 
Weltkrieg behaupteten Sie das Gegenteil. Jedenfalls wird diese Ihre neue Erkenntnis auf das 
wirksamste unterstützt durch einen großangelegten englischen Warenboykott gegen 
Deutschland in der ganzen Welt. Sie würden uns wirtschaftlich den Hals zuschnüren, wenn 
Sie könnten. Aber Sie können es Gott sei Dank nicht mehr. Und dann verbreiten Sie sich 
aber das Thema Krieg. Sie werden lachen, aber es ist so: dieses Thema wird heute in 
Deutschland kaum diskutiert. Die sogenannte Nervenkrise gibt es nur bei Ihnen. Sie sagen, 
es müßte ein kurzer Krieg sein, ein Blitzkrieg, das geben selbst unsere Fachleute zu". Ob 
ein Krieg kommt, das hingt ganz von England ab. Wie er verläuft, lassen Sie unsere Sache 
sein. Wir haben nicht den Eindruck, daß England gerade heute so ausgezeichnete Chancen 
hat, um einen solchen Krieg siegreich zu bestehen. Vielleicht wissen Sie das nicht, aber das 
deutsche Volk befindet sich nunmehr in einer Verfassung, in der es entschlossen ist, seine 
nationale Ehre und Existenz bis letzten Atemzug zu verteidigen. Ohne ein 1918 hätten Sie 
schon den Weltkrieg niemals gewonnen. Damals wurde aber leider in Deutschland die 
Politik von Kandidaten gemacht. Heute machen die Kandidaten in England Propaganda, die 
Politik in Deutschland aber Meister. Wer es noch nicht wissen sollte, dem wird es vielleicht 
noch aufgehen. 

Sie denken oft, wie Sie schreiben, "wir sollten von Ihnen lernen, wie man Außenpolitik 
betreibt". Das doch lieber nicht! Sie haben uns dafür 
-201- 

in den letzten Jahren einen nur wenig befriedigenden Anschauungs-Unterricht gegeben; z. 
B. in der Erledigung des abessinischen Konflikts, anlässlich der Rheinlandbesetzung, der 
Lösung des Österreich- und des sudetendeutschen Problems usw. Uns dagegen laden Sie 
ein, "zu Ihnen zu kommen und Dinge zu organisieren, in denen England Ducheinander 
herrscht, wie z.B. im Straßentransport". Wir danken für Ihre Güte. Aber bringen Sie Ihr 
Durcheinander nur selbst in Ordnung. Wir sind keine Weltverkehrspolizisten. Außerdem 
scheint und das größte Durcheinander augenblicklich im Gehirn englischer Propagandisten 
zu herrschen. Jedenfalls bringt uns Ihr Brief auf diesen Gedanken. 

Und dann ziehen Sie über die Italiener los. Wir nehmen an, daß die Italiener, wenn Sie das 
ihnen gegenüber persönlich vorbrächten, Ihnen die nötige Antwort nicht schuldig bleiben 
werden. Sie sagen, die Italiener seien knapp an Rohmaterialien und hatten keine große 
Widerstandskraft usw. Warum haben Sie dann im Abessinien-Konflikt nicht angegriffen? 
Sie haben doch immer damit gedroht, Sie wollten doch! Oder konnten Sie das etwa nicht ? 
Und dann winken Sie liebenswürdigerweise für einen kommenden Krieg den Sie als 
Schreckgespenst an die Wand malen, mit der britischen Blockade. Genau so, wie im 
vergangenen Krieg also, Herr englischer Menschenfreund! Und diesen Zynismus wollen 



Sie als Propagandaargument gegen uns verwenden, Sie Anfänger Sie? Sie sagen: "Nach 
einem solchen Krieg würde es einen Friedensvertrag geben, mit dem verglichen der 
Versailler Vertrag ein Kinderspiel sei 1" Und damit lassen Sie die Katze aus dem Sack. Wir 
wissen also, woran wir sind. Sie sprechen das Omen aus, was wir schon längst ahnten und 
vermuteten; ein Grund mehr für uns, uns für solche Fälle bereit zu machen und dafür zu 
sorgen, daß, wenn Sie Deutschland überfallen sollten, Ihr Angriff nicht wie 1914 ein 
wirtschaftlich wehrloses und militärisch schlecht vorbereitetes Volk trifft. 
"Je mehr Sie aber diese Dinge nachdenken, desto stärker kommen Sie," wie Sie schreiben, 
"zu dem Ergebnis, daß Menschen wie Sie und wir gemeinsam überlegen sollten, wie dieses 
Ergebnis verhindert werden könnte". Überlegen Sie nur ruhig gemeinsam, Herr ! Aber 
ohne uns ! Bei uns überlegt zur Zeit der Führer. Bei ihm wissen wir wenigstens, daß 
-202- 
er ruhig, sachlich und in unserem Interesse überlegt. Englische Geburtshelfer sind dabei - 
wie es die Geschichte der letzten Jahre erwies nicht nötig. 

Die endgültige Entscheidung, meinen Sie, liegt bei uns! "Es ist Ihr Führer, nicht mein alter 
Premierminister, der das Signal zum Angriff geben wird, wenn alle Stricke reißen, und, 
offen gestanden, ich fürchte, daß Goebbels und Rippentrop ihm (dem Führer) wichtige 
Informationen vorenthalten." So ungefähr stellen sich Lord Halifax, Stephen King-Hall und 
der kleine Moritz die deutsche Außenpolitik vor. Es wäre zum Weinen, wenn es nicht zum 
Lachen wäre, und es fällt schwer, darauf keine Satire zu schreiben. 

Es gereicht uns zur hohen Ehre, daß Sie glauben, ,daß das deutsche Volk einen ebenso 
hohen Prozentsatz von intelligenten Männern und Frauen hat wie jedes andere Volk und 
vielleicht mehr als einige". Worauf Sie sich verlassen können, mein Herr! Es hat so viel 
Intelligenz; und es hat sie nicht nur, sondern, im Gegensatz zu früher, gebraucht es sie auch. 
Sie fragen uns, "warum wir nicht einmal selbständig nachdenken wollen", - denken Sie 
doch selbst einmal selbständig nach! - und raten uns an, "mit unseren Freunden zu sprechen 
und ihnen diesen Brief zu zeigen". Das können wir nicht; den Brief gebrauchen wir für 
bessere Zwecke. Unsere Bemerkungen dazu, die Sie gewünscht haben, stehen hier. Wir 
haben Ihrer Aufforderung gemäß kein Blatt vor den Mund genommen. Sie wissen jetzt 
auch hoffentlich, ,worin Sie nach unserer Meinung unrecht haben und worin wir mit Ihnen 
einer Meinung sind". 

Und damit kamen wir zum Kernpunkt. Wir sind mit Absicht so ausführlich geworden; denn 
es erschien uns notwendig, Ihr ganzes Phrasengedresch einmal gründlichst zu demaskieren. 
Hoffentlich ist Ihnen danach nicht die Lust vergangen, uns mit weiteren Briefen zu beehren. 
Denn mit Ihnen, Herr Kandidat, zu diskutieren, ist nützlich und bringt Gewinn. Übrigens: 
Wenn Dummheit weh täte, dann müßte Ihr Geschrei durch das ganze englische Weltreich zu 
vernehmen sein; aber sie tut Ihnen wohl infolge langer Gewöhnung nicht weh. Jedenfalls 
lassen Sie sich folgendes gesagt sein: 
-203- 

Ihre englischen Propagandakunstkniffe sind lächerlich. Wir Nationalsozialisten haben 
einmal in einer Zeit, in der wir gar keine Macht besaßen, unsere innenpolitischen Gegner zu 
Boden geworfen; da haben wir gelernt, was Propaganda ist. Sie trafen 1914 bis 1918 auf 
ein materiell nur sehr unvollkommen gerüstetes Volk. Das ist allein schon heute anders. 
Darüber hinaus aber sind wir jetzt ein politisches Volk geworden. Wir wissen, wohin es 
geht. Mit Mätzchen, wie Ihre Briefe, benebelt man das deutsche Volk nicht mehr, Sie oller, 
ehrlicher britischer Seemann, Sie! 



-204- 

Nationalsozialistische Kunstpolitik 

Rede zur Jahrestagung der Reichskammer 
der Bildenden Künste in München 

15. Juli 1939 

Eine der wichtigsten Errungenschaften der nationalsozialistischen Kulturpolitik ist die neue 
Beziehungsetzung zwischen Volk und Kunst. Man vermag zur Zeit die 
Auswirkung smöglichkeiten dieses wahrhaft historischen Vorganges in der deutschen 
Kulturgeschichte überhaupt noch nicht abzusehen. Das Schlagwort "Die Kunst dem Volke!" 
war zwar bereits im nachrevolutionären, republikanisch-demokratischen Deutschland 
entstanden. Es mußte aber unter den damaligen Verhältnissen immer Parole bleiben, ohne 
innere Verpflichtung und ohne lebendigen Inhalt. 

Es war dem Nationalsozialismus vorbehalten, diese blasse Theorie zu einer realen 
Wirklichkeit umzugestalten. Damit wurden auch alle die besserwissenden Einwände jener 
Skeptiker abgeschlagen, die da meinten, die Kunst sei immer eine Angelegenheit der oberen 
Zehntausend von Besitz und Bildung, und es könnte und würde niemals gelingen, sie in den 
breiten Massen des arbeitenden Volkes zu verankern und heimisch zu machen. 
Der Nationalsozialismus ist auch über diese Einwände wie über so viele andere zur 
Tagesordnung übergegangen. Er hat sich auch nicht damit begnügt, ein theoretisches oder 
ästhetisches Programm kommender Kunstentwicklung aufzustellen, im Gegenteil, sein 
Programm waren die Leistungen, die er auf diesem wie auf allen anderen Gebieten unseres 
öffentlichen Lebens vollbrachte. Er handelte damit in echt geschichtlicher Weise. Das 
Programm wurde von den Leistungen und nicht die Leistungen vom Programm abgeleitet. 
Die neue Verbindung zwischen der Kunst und den breiten Massen unseres Volkes war nicht 
allzu schwer auf den Gebieten der künstlerischen 
-205- 

Produktion durchzuführen, die seit jeher die Menschen anzuziehen pflegten. Niemals hatte 
das Volk seine innere Verbindung etwa mit der Musik, dem Theater oder dem Film 
verloren. Hier haben wir also in kürzester Frist das Wunder fertigbringen können, das Volk 
wieder in engste Beziehung zu diesen Künsten zu setzen, obschon auch sie im alten Regime 
immer volksfremder und volksentfernter geworden waren; man konnte damals in den 
großen Städten unseres Landes kaum noch die Theater und die Konzertsäle füllen. So weit 
hatten sich sogar die Künste, die seit jeher im Volke verwurzelt waren, auch schon vom 
Volke abgetrennt. 

Heute hat das Volk wieder in seine Theater und Konzertsäle Einzug gehalten. Und damit 
auch erst können die hohen Subventionen aus der öffentlichen Hand verantwortet werden, 
die der nationalsozialistische Staat der Kunst und ihrer Entwicklung zur Verfügung gestellt 
hat und weiterhin zur Verfügung stellt. Denn schließlich werden ja die Millionensummen, 
die für diesen Zweck zur Ausschüttung gelangen, den Steuergeldern der breiten Masse 
entnommen. Es muß also auch die Kunst schon aus diesem Grunde den breiten Massen 
unseres Volkes zugute kommen, sollen diese Gelder richtig angelegt und sinn- und zweck- 
gemäß verausgabt werden. Denn die Kunst ist nicht nur für die oberen Zehntausend da; sie 
muß dem ganzen Volk gehören. Dann nur hat sie eine Daseinsberechtigung und vor allem 
auch eine Existenzfähigkeit. 



Um diesem Zweck aber zu dienen, muß die Kunst auch bestimmte Voraussetzungen 

erfüllen, die an ihr inneres Wesen und an ihre Ausdrucksformen gestellt werden. Sie muß 

sich an Gefühl und Vorstellungen wenden, die im Volke selbst zu Hause sind, vor allem an 

den Sinn für die natürliche Schönheit und Harmonie, der im Volke immer sehr lebendig 

entwickelt ist. 

Dieser Sinn ist auch in den Zeiten unseres tiefsten moralischen und kulturellen Verfalls dem 

deutschen Volke niemals verloren gegangen. Und nur da, wo "die Kunst sich nicht mehr an 

diesen im Volk wachen Instinkt wandte, wurde sie volksfremd und leer und deshalb auch 

von der Nation nicht mehr verstanden. 

Wortführer in diesem Zersetzungsprozeß der deutschen Kunst waren, wie auf allen anderen 

Gebieten, die Juden. Die Juden sind ohne tiefen 

-206- 

Schönheitssinn. Ihre ganze innere Veranlagung ist mehr der Skepsis des reinen Intellekts als 
der Schau natürlicher Schönheit und ästhetischer Harmonie zugewandt. 
In dieser negativen Beziehung gibt es auch eine typisch jüdische Kunst. Sie betreibt die 
Verherrlichung aller Laster und Abnormitäten. Das Unheldische, das Häßliche, Kranke und 
Verweste wird von ihr zum künstlerischen Ideal erhoben. Wir kennen diese pathologischen 
Abarten des Kulturlebens unter dem Begriff der entarteten Kunst. Sie war dem eigentlich 
jüdischen Wesen am gemäßesten. Und wir sehen denn auch die Juden auf allen Gebieten 
unseres Kunstlebens als die energischsten Vertreter dieser Abirrung der deutschen Kultur. 
Wo Deutsche sich ihr zur Verfügung stellten, da entweder aus Mangel an Instinkt oder an 
Mut, an Widerstandskraft oder auch an rein fachlichem und handwerklichem Können. 
Das jüdische System der allmählichen Überwucherung der deutschen Kunst durch eine 
entartete Heroisierung des Häßlichen und Unedlen war im Grunde genommen sehr einfach: 
Die Juden eroberten zuerst die Kritik. Die jüdische Kritik lobte alles, was dieser 
Kunstrichtung diente und verdammte alles, was sich dagegen auflehnen wollte. Darauf 
bemächtigten sich die Juden des Kunsthandels und stellten nur das zum Verkauf, was als 
Produkt der entarteten Kunst auftrat. Sodann errichteten sie mit Hilfe von Kritik und 
Kunsthandel ihre Tyrannei über das Ausstellungswesen und vor allem über die Kunst- 
akademien, um von hier aus einen umfassenden geistigen Terror auf die ganze künstlerische 
Entwicklung auszuüben. 

Ungezählte deutsche Maler, Bildhauer und Architekten sind Opfer dieses Gesinnungsterrors 
geworden. Entweder mußten sie mit den Wölfen heulen und sich einer auch von ihnen als 
abwegig und krank empfundenen Kunstrichtung zur Verfügung stellen, oder sie wurden 
materiell und ideell unter diesem ständig zunehmenden Gesinnungsterror erdrückt. Viele 
gute und echte künstlerische Talente wurden so mundtot gemacht. Sie zogen sich angeekelt 
und resigniert aus dem ganzen überlauten jüdischen Kunstbetrieb zurück, oder aber sie 
waren in ihrer Widerstandskraft schon so gebrochen, daß sie, wenn auch widerwillig, daran 
teilnahmen und mitmachten. 
-207- 

Das war die schlimmste Gefahr, vor die unsere deutsche Kunst überhaupt je gestellt war, ja, 
sie bedeutete ihre geradezu tödliche Bedrohung. Denn mit dem Schwinden des Sinnes für 
die Schönheit in der Kunst schwand auch die Breitenwirkung der Kunst. 
Das Volk, das bis dahin immer wenn auch in gewissem Abstand der begeistertste 
Parteigänger aller künstlerischen Entwicklungen gewesen war, wandelte von der Kunst ab. 
Es hatte für diese Art von Kunst kein Verständnis mehr. Die Kunstausstellungen wurden 



mehr und mehr Angelegenheit einer kleinen, meist jüdisch geführten und inspirierten Ge- 
sellschaftsschicht, die in einem virtuosen Zusammenspiel zwischen Publikum, Kritik, 
Ausstellung und Kunsterziehung jenes System eines Gesinnungszwanges ausbildete, unter 
dem jede echte künstlerische Entwicklung allmählich ersticken mußte. 
Aus dieser ganzen Mentalität heraus ist auch der Begriff des sogenannten Kunstsalons 
entstanden. Die Kunst scheute mehr und mehr das Licht der Öffentlichkeit. Sie wandte sich 
nicht mehr an das Volk, sondern vielmehr an eine hauchdünne Oberschicht, die sich in den 
Salons versammelte, und die Kunst, die eigentlich eine Funktion des nationalen Lebens 
selbst darstellt, wurde so zu einer Funktion des gesellschaftlichen Lebens herabgedrückt. 
Der deutsche Bildungsphilister sah zwar mit innerer Reserve dieser ganzen Entwicklung zu. 
Aber aus der Angst heraus, von der jüdischen Presse oder der von den Juden gemachten 
öffentlichen Meinung als Reaktionär verschrien zu werden, erlahmte er bald in seiner 
passiven Widerstandskraft und ließ es in der entscheidenden Stunde an den seelischen und 
materiellen Reserven fehlen, die eigentlich jetzt eingesetzt werden mußten, um die Kunst 
überhaupt zu retten. Er lobte zwar die Bilder, die von der jüdischen Kritik als Ausdruck 
modernen Zeitempfindens gepriesen wurden, aber er kaufte sie nicht. 
Das für Kunstwerke zur Verfügung stehende Geld aus privater Hand flüchtete mehr und 
mehr in die alten, feststehenden Werte der Vergangenheit. Die neue, sogenannte moderne 
Kunst aber hatte, nachdem sie einmal die Verbindung mit dem Volke selbst abgeschnitten 
hatte, nicht einmal eine materielle Existenzfähigkeit mehr. 
Es mußte hier nun, nachdem der Nationalsozialismus die Macht erobert 
-208- 

hatte und seine eigentliche Aufgabe darin sah, das Volk in eine neue Beziehung zu den 
Dingen des öffentlichen Lebens zu stellen, ein radikaler Schnitt getan werden, um auch auf 
diesem Gebiet Ordnung und Klarheit zu schaffen. Und zwar mußte dieser Schnitt vom 
Politischen her getan werden, da die Kunst selbst nicht mehr die Kraft und vor allem auch 
nicht mehr die Autorität dazu besaß. Derjenige, der dieses Wagnis unternehmen wollte, 
mußte den Mut haben, seinen Namen selbst in die Waagschale zu werfen, mit souveräner 
Verachtung am Geschrei einer in ihren tiefsten Gefühlen angetasteten liberal- 
demokratischen Welt vorbei seinen eigenen, von ihm als richtig erkannten Weg zu gehen 
und das zu tun, was ihm sein künstlerisches und volkliches Gewissen vorschrieb. 
So vollzog sich hier eine Reform, die ebenso wichtig für die politische wie für die kulturelle 
Weiterentwicklung unseres Volkslebens war. Denn man soll nicht glauben, daß diese Dinge 
sich abseits der Politik abspielen. 

Die Kunst ist nicht ein Ding an sich, das zu gewissen Zeiten eine angenehme Zutat darstellt, 
das aber ebensogut entbehrt wie in Anspruch genommen werden kann. Die Kunst ist eine 
Funktion des nationalen Lebens, und sie in die richtige Beziehung zum Volke selbst zu 
stellen, ist, abgesehen vom Kulturellen, eine eminent politische Aufgabe. 
Als der Führer vor zwei Jahren diesen Schritt tat, galt er für die künstlerische Öffentlichkeit 
zuerst als durchaus revolutionär. Man konnte und wollte es in manchen Kreisen nicht 
verstehen, daß diese Angelegenheit vom Politischen her geregelt, daß aus der Sphäre des 
Staatlichen heraus ein Zustand geschaffen werden mußte, in dem die Kunst überhaupt erst 
wieder ihre Existenzfähigkeit zurückgewann. 

Heute kommt uns diese Reinigungsaktion fast schon wie selbstverständlich vor. Wir können 
es kaum noch begreifen, daß sie einmal notwendig gewesen ist. 

Insofern ist auch die Errichtung des Hauses der Deutschen Kunst ein in seiner Bedeutung 
noch gar nicht abzumessender Vorgang in der deutschen Kunstgeschichte. Und es war auch 



kein Zufall, daß die Abkehr von den letzten Überbleibseln der entarteten Kunst im gleichen 
Augenblick verbunden wurde mit der Intensivierung der weiteren Entwicklung unserer 
deutschen Kunst überhaupt. Das Haus der Deutschen Kunst 
-209- 

hat eine fest umrissene Zweckbestimmung. Hier soll nur das Schöne, Edle, mit einem Wort 

die Kunst selbst Zutritt finden. Aber mehr noch, hier wird zum ersten Male in ganz großem 

Stil der Versuch unternommen, die Kunst wieder in das Blickfeld des Volkes selbst 

hineinzurücken. 

Aus diesem Grunde ist mit der alljährlich in München im Juli zur Eröffnung kommenden 

Großen Deutschen Kunstausstellung auch der Tag der Deutschen Kunst verbunden. Er hat 

die Aufgabe, die nationale Funktion der deutschen Kunst wieder in ihr eigentliches Recht 

zurückzuversetzen. So wird wieder jene echte Beziehung zwischen Kunst und Volk 

hergestellt, die seit jeher das charakteristische Merkmal aller großen Kulturepochen 

gewesen ist. 

Es kann deshalb auch nicht als Zufall erscheinen, daß sich alljährlich bei dieser Gelegenheit 

die deutschen bildenden Künstler zu ihrer Jahrestagung versammeln. 

Als die Reichskammer der Bildenden Künste im Rahmen der Reichskulturkammer 

gegründet wurde, waren wir uns selbstverständlich darüber im klaren, daß wir bei der 

Durchführung der Aufgabe der ständischen Organisierung der deutschen Künstler großen 

Schwierigkeiten begegnen würden. Wir wußten, daß es viel schwerer ist, Künstler als 

andere Standes- oder Berufsschichten in einer Organisation zusammenzufassen. Der 

Künstler ist seinem ganzen Wesen, seinem Beruf und seiner Berufung nach stark individuell 

eingestellt. Es war deshalb auch hier mehr als irgendwoanders die Gefahr gegeben, daß 

durch gelegentliche Mißgriffe oder Überspanntheiten der Organisation die Sache selbst 

schwersten Schaden litt. 

Über Erwarten schnell haben wir in der Reichskammer der Bildenden Künste diese 

Kinderkrankheiten überwunden. Das Ergebnis dieser organisatorischen Arbeit aber ist die 

Synthese des weiterbestehenden Rechtes auf individuelle schöpferische Freiheit des 

Künstlers selbst und seiner Einordnungspflicht in das allgemeine Ganze. 

Es lag in der Natur der Sache, daß die Kammer, um diese Aufgabe erfüllen zu können, 

keine Auswahlorganisation darstellen durfte. Sie mußte ihre Tore jedem offenhalten, der 

künstlerisch schöpferisch tätig sein wollte. Ob er künstlerisch zu schaffen in der Lage war, 

darüber hatte nicht die Kammer, sondern das Leben selbst und sein sich immerwährend 

-210- 

abspielender und fortgesetzter Ausleseprozeß zu bestimmen. Durch Prüfungen sind nur 
selten die Genies gefunden worden. Aber im Leben selbst haben sie sich immer und 
deutlich genug zu Wort gemeldet. Es mußte deshalb die Aufgabe der nationalsozialistischen 
Kunstpolitik sein, nicht durch die Organisation die Talente oder die Genies finden zu 
wollen, sondern vielmehr durch die Organisation alle die Hindernisse und Hemmungen aus 
dem Wege zu räumen, die der organischen Entwicklung der künstlerischen Potenzen 
unseres Volkes im Wege standen. 

Die nationalsozialistische Kunstpolitik ist konsequent und ohne nach links oder nach rechts 
abzuweichen auf dieses Ziel vorgestoßen. Und wir können heute mit tiefer Befriedigung 
feststellen, daß es zu einem großen Teil schon erreicht worden ist. 

Eine der wichtigsten Möglichkeiten auf dem Gebiete der bildenden Kunst, zu diesem 
Ergebnis zu kommen, sind die alljährlich im Juli in München stattfindenden Tage der 



Deutschen Kunst und die damit verbundene Eröffnung der Großen Deutschen 
Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst. 

Wenn wir das Ergebnis dieser echten Auslese der Talente vergleichen mit dem des Jahres 
1937, da mit dieser Arbeit begonnen wurde, so können wir zu unserer tiefen Befriedigung 
eine ständig zunehmende Hebung des Niveaus unserer Arbeit auf dem Gebiet der bildenden 
Kunst feststellen. Die Reinigung unseres Geschmack- und Kunstempfindens hat auch einem 
ganz neuen deutschen Stilwillen den Weg frei gemacht. Und damit verbunden ist eine 
frappante Anteilnahme des Volkes selbst an diesen künstlerisch kulturellen Bestrebungen. 
Es ist notwendig, das immer wieder aufs neue zu betonen; denn die Ergebnisse, die hier 
zutage liegen, lassen uns manchmal ihre Ursachen vergessen. Die Ursachen aber müssen 
erkannt bleiben, damit die künstlerische Entwicklung in Deutschland nicht wieder in 
dieselben Fehler verfällt, die wir überwunden haben. 

Am morgigen Sonntag nun werden Sie, mein Führer, zum drittenmal die Große Deutsche 
Kunstausstellung im Hause der Deutschen Kunst eröffnen. Sie werden dabei mit 
Befriedigung die sichtbarsten Erfolge ihrer großzügigen Reformarbeit feststellen können, 
die sich nicht darauf beschränkte, nur das Schlechte und Kranke auszumerzen, sondern auch 
-211- 

bestrebt war, dem Edlen und Schönen eine möglichst breite und umfassende 

Entwicklungsmöglichkeit zu geben. 

Als Sie vor zwei Jahren zum erstenmal Ihren großen Appell an die deutsche Künstlerschaft 

richteten, gab es noch einige, die abseits standen. Sie sind mittlerweile längst schon in die 

gemeinsame Front eingeschwenkt. Die heute um Sie versammelten deutschen Künstler 

stellen eine neue Generation dar. Sie haben nichts mehr mit der knochenerweichten, sterilen 

und dekadenten Ästhetik zu tun, der Sie vor zwei Jahren den Garaus machten. 

Dafür möchten Ihnen die deutschen Künstler bei ihrer diesjährigen Jahrestagung ihren Dank 

abstatten. Sie wissen nun, daß in diesem, nun schon der deutschen Kunstgeschichte 

angehörenden Vorgang eigentlich die Geburt einer neuen deutschen Kunst zu erblicken ist. 

Sie haben Ihren Appell verstanden; im Rahmen der von Ihnen gezogenen Richtlinien haben 

sie sich an die Arbeit gemacht. Das Ergebnis dieser Arbeit wird am morgigen Mittag vor 

das Auge der Öffentlichkeit treten. 

Und am morgigen Nachmittag wird sich dann zum drittenmal durch die Straßen dieser 

schönen, in der ganzen Welt berühmten Kunststadt München der Festzug der deutschen 

Kunst, der zugleich eine Apotheose der zweitausendjährigen deutschen Geschichte 

darstellen soll, hinziehen. 

Diese Schau deutscher historischer Entwicklung, in künstlerischer Vollendung dargestellt, 

muß uns alle mit tiefem nationalem Stolz erfüllen. Wer aber könnte ungerührt bleiben beim 

Gedanken, daß mitten unter uns ein Mann sitzt, der zu unserer Zeit und mit uns und für uns 

zu dieser Geschichte jetzt schon einen Beitrag zugesteuert hat, der unvergänglich die 

Jahrhunderte überdauern wird? 

Wenn Männer die Geschichte machen, so ist es die Aufgabe der Künste, ihre Taten zu 

preisen und zu verherrlichen und sie damit durch Lied, Wort, Melodie, Farbe oder Stein in 

die fernsten Jahrhunderte hineinzutragen. So werden die Künste dienende Werkzeuge am 

ewigen Leben eines Volkes. Diesem Volk entstammen wir alle. In ihm und in seiner großen 

Aufgabenstellung treffen sich Politik und Kunst. Aus ihm ziehen wir die Kraft, Werke der 

Ewigkeit zu schaffen und damit einzugehen in seine große und glänzende Geschichte. 

-212- 



Jugend und Film 

Rede zur Eröffnung der 
Filmfeierstunde der HJ. und des BDM. 

5. November 1939 

Im ganzen Reiche hat sich um diese Stunde die deutsche Jugend in allen Kinotheatern 
versammelt. Sie ist mit uns durch die Ätherwellen verbunden. Ich habe deshalb die 
Möglichkeit, mich in meiner Eröffnungsansprache der heutigen Filmfeierstunde an euch alle 
zu wenden. Zum ersten Male tretet ihr in solcher Geschlossenheit in dieser ernsten Zeit 
zusammen. Es soll damit nicht gesagt sein, daß die deutsche Jugend bisher teilnahmlos 
neben dem Kriege gelebt hätte. Im Gegenteil, ihr habt euch nach euren besten Kräften und 
auf allen Gebieten unseres inneren Lebens betätigt und auch bewährt. Keine Aufgabe war 
euch zu schwer und zu mühevoll. Ihr habt, wo sie euch übertragen wurde, sie auch gelöst, ja 
euch zu ihr hingedrängt, um auch eurerseits einen wenn auch bescheidenen Beitrag zu 
dieser geschichtlichen Zeit zuzusteuern. 

Aber nicht genug damit, viele aus euren Reihen haben auf die männlichste Weise das 
Gelöbnis, das ihr so oft auf euren Kundgebungen und Heimabenden dem Führer in Reden 
und Liedern gegeben habt, wahr gemacht. Eure Führer stehen zum größten Teil unter den 
Soldaten des Reiches im Felde, zum Teil sind sie im Polenfeldzug verwundet worden, und 
25 1 von ihnen sind gefallen. 

Ihr seid also im besten Sinne des Wortes eine politische Jugend gewesen. Wir Deutsche 
waren zu unserem Unglück früher ein unpolitisches Volk. Uns fehlte oft die Kenntnis der 
tieferen Zusammenhänge unseres geschichtlichen Lebens. So sind wir auch als Volk im 
August 1914 in den Großen Weltkrieg hineingezogen. Nur wenige wußten damals, worum 
es eigentlich ging. Es fehlte der deutschen Nation an der notwendigen politischen Bildung 
und Erziehung. Wir hatten kein klares Kriegsziel, das für jedermann sichtbar und erkennbar 
über dem Vaterlande aufgerichtet war; es war deshalb auch unmöglich, über den Rausch der 
ersten Begeisterung hinaus auf viereinhalb lange Jahre alle Kräfte 
-213- 

des Verstandes, des Mutes und der Hingabefreudigkeit unseres Volkes auf die gemeinsame 
Sache zu vereinen. Das ist heute anders. Jetzt weiß es in Deutschland jedermann, daß wir 
um unsere nationale und soziale Existenz kämpfen. 

Wir sind nicht mehr unpolitisch wie damals, sondern im besten Sinne des Wortes politisch 
geworden. Deshalb kämpfen wir diesen Krieg auch auf allen Gebieten durch. Es ist ein 
totaler Krieg. Daß unser Volk sich mit seiner ganzen Kraft für diesen Krieg einsetzt, ist zum 
bedeutendsten Teil eine Folge unserer jahrelangen nationalsozialistischen Erziehungsarbeit. 
Nun ernten wir die Früchte unserer weltanschaulichen Ausrichtung. Diese Erziehungsarbeit 
darf nun aber im Kriege nicht etwa abbrechen. Sie muß noch verstärkt werden; denn sie ist 
heute wichtiger denn je, und zwar gerade bei einer Jugend, die eben im Begriffe steht, in die 
Generation der kämpfenden Soldaten hineinzuwachsen. 

Wir haben es mit voller Absicht vermieden, in diesem Kriege das deutsche Volk in einen 
Rausch von Hurrapatriotismus zu versetzen. Wir wollten kein Strohfeuer anzünden, das 
ebenso schnell verlöscht, wie es angefacht wird. Für diesen Krieg ist eine harte und feste 
Entschlossenheit vonnöten, die sich mehr in der täglichen Pflichterfüllung als in lärmenden 
Siegesfeiern äußert. Darauf haben wir auch unsere ganze deutsche Nachrichten-, 
Aufklärungs- und Propagandapolitik aufgebaut. Jedes Pathos und jedes hohle Schlagwort ist 



ihr fremd. Aber das uns feindliche Ausland irrt sehr, wenn es glaubt, das sei ein Mangel an 
Begeisterung. Niemals war das deutsche Volk begeisterter für seine nationale Sache als 
heute. Es ist entschlossen, diese nationale Sache mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln 
und Kräften zu verteidigen. Es bedarf dabei keiner hohlen Schlagworte und leeren 
Redensarten. Denn die Begeisterung, die uns erfüllt, ist eine innere Glut; sie beseelt uns zu 
starkem Handeln und zu charakterfestem Aus- und Durchhalten auch in den schwierigen 
und kritischen Stunden unseres nationalen Existenzkampfes. Wir arbeiten unverdrossen und 
besessen für Führer, Volk und Staat und bewähren dabei jene innere nationale Leidenschaft, 
von der Heimich von Treitschke einmal sagte, daß sie die höchste politische Tugend sei. 
Weil wir wissen, worum es geht, deshalb sind wir auch gänzlich immun gegen ausländische 
und vor allem gegen englische Betörungs versuche. Die 
-214- 

dummen und albernen Flugblätter, die von englischen Flugzeugen über deutschen Städten 
und Dörfern abgeworfen werden, können unserer inneren Moral nichts anhaben. In 
Deutschland hört niemand mehr auf Stimmen, die aus dem feindlichen Ausland zu uns 
herüberdringen; wir hören heute alle nur noch auf die Stimme des Führers. Auch die wie im 
Weltkrieg wiederum zu uns herüberdringenden englischen Lügen können das deutsche Volk 
und vor allem die deutsche Jugend nicht mehr aus ihrer Ruhe bringen. Wir stehen den 
englischen Verführungsversuchen vollkommen teilnahmlos gegenüber. Während die 
britischen Staatsmänner und Propagandisten im Weltkrieg wahre Schreckensgespenster für 
die deutsche Kriegführung waren, sind sie heute für unser Volk in allen seinen Schichten 
und Altersklassen nur noch Witzfiguren, die den Eindruck erwecken, als wären sie aus dem 
Großen Kriege übriggeblieben und nicht rechtzeitig abgeholt worden. 
Ihren Lügen gegenüber führen wir Deutschen den Kampf für das Recht. Unser Appell an 
unser eigenes Volk sowohl wie auch an die Welt ist von diesem Recht getragen. Wir haben 
es nicht nötig, Lügen mit Lügen zu beantworten. Wir stellen der Verleumdungskampagne 
unserer Gegner die blanke Wahrheit entgegen, und wir erleben zu unserer Genugtuung, daß 
die Wahrheit sich mehr und mehr in der Welt durchzusetzen beginnt. 

Dieser Kampf ist ein politischer; er geht nicht nur die Staatsführung, er geht das deutsche 
Volk und er geht vor allem die deutsche Jugend an. Denn die deutsche Jugend wird einmal 
die Früchte dieses Krieges ernten. Für sie wird er durchgefochten. Der Sieg, den wir 
erringen werden, ist ein Sieg für unsere Jugend, für unsere Kinder und für unsere Kindes- 
kinder. 

Deshalb ist es politische Pflicht jedes deutschen Jungen und jedes deutschen Mädel, sich 
den Aufgaben des Staates und des Volkes mit allen Kräften zur Verfügung zu stellen. Es hat 
sich nun als notwendig erwiesen, die deutsche Jugend in regelmäßigen Abständen im 
ganzen Reiche zusammenzufassen, um sie für diese große Aufgabe auszurichten. Da es aber 
einerseits überall an Sälen für diese Zusammenkünfte fehlte, da andererseits die 
Abendstunden vor allem in den Gebieten des Reiches, die verdunkelt werden müssen, nicht 
geeignet erscheinen, um die Jugend zu versammeln, habe ich mich entschlossen, die 
deutschen Kinotheater 
-215- 

an den Sonntagvormittagen für diese Zwecke zur Verfügung stellen zu lassen. Ich habe auch 
mit dem Reichsjugendführer Vorsorge getroffen, daß die geldlichen Voraussetzungen für 
diese sich regelmäßig wiederholenden Zusammenkünfte der deutschen Jugend gesichert 
sind. Diese Filmfeierstunden an den Sonntagvormittagen sollen dazu dienen, den deutschen 



Jungen und Mädeln die so außerordentlich notwendige politische Ausrichtung zu geben, 
darüber hinaus aber ihnen auch die Möglichkeit verschaffen, einen Einblick in unser 
nationalpolitisches künstlerisches Filmschaffen zu tuen. 

Heute steht auch der Film im Dienste der nationalen Erziehung. Wir haben keinen Grund, 
das zu leugnen. Wir gehören nicht zu jenen Heimlichtuern, die eine kindliche, alberne 
Scheu vor dem Wort Propaganda oder Tendenz besitzen. Alles, was unserem Volke dient, 
ist gut, auch die Propaganda und auch die Tendenz. Die Propaganda wird nur dann eine 
gefährliche Waffe sein, wenn sie sich gegen das Volk richtet. Arbeitet sie jedoch für das 
Volk, dann kann sie ungeheuren Segen im Dienste des Volksganzen stiften. Auch der Film 
hat eine Aufgabe im Rahmen der nationalen Erziehung zu erfüllen. Wenn es das typische 
Merkmal des bürgerlich-liberalen Staates war, dem Kinde zwar die Anfangsgründe der 
Bildung, das ABC und das Einmaleins, in staatlichen Schulen beizubringen, es jedoch, 
wenn es im Besitze dieser Voraussetzungen der Bildung war, nichtstaatlichen und meistens 
zerstörerischen Kräften zu überlassen, vertritt der Nationalsozialismus demgegenüber den 
Standpunkt, daß die Erziehung des deutschen Menschen nicht nur in der Jugend, sondern 
auch im Mannesalter eine Sache des Staates und der Bewegung ist, daß der Staat deshalb 
nicht nur Volksschulen oder bestenfalls noch Universitäten zu unterhalten hat, sondern daß 
es darüber hinaus auch seine Pflicht und Aufgabe ist, das Volk in den Jahren zu erziehen, in 
denen es für den Einsatz für große nationale Ziele reif und bereit sein muß. Deshalb ist die 
politische Führung der Presse, des Rundfunks, des Films und des Theaters nicht Sache von 
Einzelmenschen oder Privatgesellschaften, die für sich das Recht der freien Meinung, auch 
wenn sie sich gegen den Staat und seine elementarsten Interessen richtet, in Anspruch 
nehmen, sondern Sache des Staates und der Staatsführung, der Partei und der Parteiführung. 
Und somit steht auch der Film, vor allem 
-216- 

in Zeiten, wie wir sie jetzt durchleben, im Dienste einer großen Aufgabe, die wir für unser 

Volk und für den nationalsozialistischen Staat zu erfüllen haben. 

Wenn wir also euch, deutsche Jungen und Mädel, nun an den Sonntagvormittagen in die 

Kinotheater führen, so ist das auch ein Stück nationale Erziehungsarbeit; und wende ich 

mich in dieser ersten Filmfeierstunde der deutschen Jugend mit meinen Worten an euch alle, 

so soll das, was ich euch zu sagen habe, durch den Film als den künstlerischen Verfechter 

unserer Weltanschauung ergänzt und bestätigt werden. 

Diese Feierstunde ist für die ganze deutsche Jugend gedacht. Viele weitere solcher Stunden 

werden ihr folgen. Ich hoffe und erwarte, daß sie für euch alle in dieser ernsten Zeit zu 

einem Kraftquell werden mögen. 

In diesem Sinne richte ich an euch alle meinen Gruß. Ich sehe euch im Geiste um mich 

versammelt, in Nord und Süd und Ost und West. Ich weiß, daß ihr mit klopfendem Herzen 

diese Stunde, die euch alle zusammenfaßt, erwartet habt. Wie alle Ereignisse des 

Gemeinschaftsgedankens unseres Volkes, so wollen wir auch diese Stunde mit einem Gruß 

an den Führer beginnen. In schwerer Zeit steht das ganze deutsche Volk und vor allem die 

deutsche Jugend in Treue und fester Entschlossenheit um ihn versammelt. Er ist für uns alle 

der Garant unseres Sieges und einer großen leuchtenden Zukunft, die sichtbar schon vor 

unseren geistigen Augen steht. 

Wir grüßen den Führer mit unserem alten Gruß. 

-217- 



Das Kulturleben im Kriege 

Rede zur Jahrestagung der Reichskulturkammer 
und der NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" 

27. November 1939 
Wenn kein Krieg wäre, so würden wir heute den Gründungstag der Reichskulturkammer 
und der NS.-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" in traditioneller Weise feiern. Nun aber ist 
der Krieg da; er hat uns vor neue Probleme und schwerere Sorgen gestellt. Aber trotzdem 
glaubten wir, diesen Tag nicht ohne jede Erinnerung vorübergehen lassen zu sollen. 
Organisatorische Fragen sind in Deutschland heute in den Hintergrund getreten, und 
Organisationen besitzen nur insofern noch eine Bedeutung, als sie sich auch im Kriege als 
notwendig erweisen und bewähren; es ist damit in aller Klarheit erwiesen, daß sie immer 
nur Mittel zum Zweck sind, und daß sie ihre Existenzberechtigung verlieren, wenn sie 
gerade in schweren und kritischen Zeiten, wie wir sie heute durchleben, überflüssig werden. 
Das kann nun von den beiden Organisationen, die heute über 3000 Soldaten, Arbeiter und 
Kunstschaffende in das Theater des Volkes gerufen haben, nicht gesagt werden. Sie haben 
sich zur gemeinsamen kulturellen Arbeit am deutschen Volke zusammengetan, und diese 
Arbeit hat gerade im Kriege ihre erhöhte Bedeutung gewonnen. Damit ist auch diesen 
Organisationen erst ihr eigentlicher Daseinszweck gegeben und bestätigt worden. 
Selbstverständlich ist vieles an organisatorischer Arbeit und Planung, die wir im Frieden 
geleistet haben und die uns damals auch als unvermeidlich erschien, über Bord geworfen 
worden. Wir mußten das Wichtige vom Unwichtigen und das Lebensnotwendige vom nicht 
so unmittelbar Notwendigen scheiden. Denn die Kraft des Volkes wird in vielerlei 
Beziehung in diesen schweren Zeiten so stark in Anspruch genommen, daß wir sie auf ganz 
wenige Einzelprobleme konzentrieren müssen. 
-218- 

Aber der Krieg beweist es zur Genüge, daß der Mensch nicht allein vom Brote lebt. Auch 
der Geist und die Seele wollen Nahrung und Stärkung empfangen. Die kulturelle Tätigkeit 
am deutschen Volk, insbesondere an der deutschen Wehrmacht, ist eine der wichtigsten 
Voraussetzungen für die Standhaftigkeit und Durchhaltekraft der ganzen Nation in ihrem 
Schicksalskampf. Die hier im Theater des Volkes versammelten Soldaten, Arbeiter und 
Künstler wollen das in aller Deutlichkeit der Öffentlichkeit zum Bewußtsein bringen. 
Der Krieg hat schon an seinem Anfang eine Unmenge neuer Probleme aufgeworfen. Sie 
sind von so handgreiflicher Bedeutung, daß ihnen gegenüber eine Reihe von Problemen aus 
Friedenszeiten vollkommen in den Schatten zurückgetreten sind. Viele Dinge haben 
unterdes einen anderen Sinn bekommen. Solche, die uns früher fast selbstverständlich 
erschienen, sind heute wichtig und bilden den Hauptteil unserer täglichen Sorge. Andere 
wieder, die wir früher für wichtig hielten, sind heute zu vollkommener Bedeutungslosigkeit 
herabgesunken. Die durch den Krieg neu heraufgeführten Probleme erscheinen uns oft 
schwer und manchmal fast unlösbar. Aber überall fangen wir wieder an, das Kleine und 
scheinbar Unwichtige in seinem richtigen Wert einzuschätzen und es auch dankbar zu 
empfinden. 

In gleicher Weise hat der Krieg auch eine Menge neuer Sorgen mit sich gebracht, und es ist 
nur zu natürlich, daß diese Sorgen, weil sie so neu und manchmal auch so groß sind, das 
Gemüt unseres Volkes belasten. Der Alltag erscheint uns vielleicht grauer und schwerer, als 
das sonst der Fall war. 

In solchen Zeiten nun ist es um so notwendiger, daß die Staatsführung eifrig darum bemüht 
bleibt, hier rechtzeitig für Ausgleich zu sorgen und dem Volke gerade in so schweren Zeiten 



Entspannung und Erholung zu geben, auf die es heute mehr denn je Anspruch erheben kann. 

Ohne Optimismus ist kein Krieg zu gewinnen; er ist genau so wichtig wie die Kanonen und 

die Gewehre. Gerade in kritischen Stunden hilft der Optimismus Schwierigkeiten 

überwinden und Hindernisse beiseiteschieben. 

Diesen Optimismus wollen wir im ganzen Volke pflegen. Was aber wäre mehr dazu 

geeignet, das Volk, unsere Soldaten und arbeitenden 

-219- 

Menschen in diesem Optimismus seelisch aufzurichten und innerlich zu erneuern, als die 
Kunst? Jetzt wird es wohl auch denen, die das früher nicht verstehen konnten, klar, warum 
wir immer den Standpunkt vertreten haben, daß es gänzlich falsch wäre, in der Kunst nur 
einen Zeitvertreib für glückliche Stunden zu sehen. Wir haben niemals die Kunst nur für 
Friedenszeiten reserviert. Für uns hatte das Wort, daß im Waffenlärm die Musen schweigen, 
keine Berechtigung. Im Gegenteil, wir vertraten immer den Standpunkt, daß sie da erst recht 
ihre Kraft entfalten müßten; denn je sorgenvoller die Zeitläufte sind, um so mehr verlangen 
die Menschen nach innerer Aufrichtung und Erhebung durch die Kunst. 
Das liegt unserem deutschen Volkscharakter mehr als dem Charakter jedes anderen Volkes. 
Es ist kein Zufall, daß in England und Frankreich bei Beginn des Krieges die Theater und 
Kinos geschlossen wurden und die Filmproduktion beispielsweise gänzlich ins Stocken 
geriet. Bei uns ist das Umgekehrte der Fall. Unsere Theater und Kinos sind überfüllt. Wir 
sind auf das eifrigste bemüht, das künstlerische und kulturelle Leben unseres Volkes nicht 
nur im alten Umfang aufrechtzuerhalten, sondern nach allen Seiten und Möglichkeiten hin 
zu erweitern. 

Damit aber ist die umfassende kulturelle Tätigkeit der beiden großen Organisationen, der 
Reichskulturkammer und der NS. -Gemeinschaft "Kraft durch Freude", nicht nur nicht 
überflüssig geworden, sondern sie hat im Gegenteil durch den Krieg erst recht an Bedeutung 
gewonnen. Diese Arbeit ist heute notwendiger denn je. Wir müssen uns auf den Standpunkt 
stellen, daß, je dunkler die Straßen sind, desto heller unsere Theater und Kinosäle im 
Lichterglanz erstrahlen sollen. Je schwerer die Zeit ist, desto leuchtender muß sich über ihr 
die Kunst als die Trösterin der Menschenseele erheben. 

Das verlangen vor allem auch unsere Soldaten. Sie wollen nicht gedeckt sein von einer 
Heimat, die in Trübsinn und Melancholie versinkt. Es war mehr als typisch, daß, als der 
deutsche Rundfunk an die Wehrmacht die Frage richtete, welche Musik sie hören wolle, aus 
ihren Reihen einstimmig der Ruf nach optimistischer, lebensbejahender und herzen- 
erhebender Musik kam. 

In diesem Sinne haben wir deshalb auch unsere kulturelle Arbeit bei der Wehrmacht 
ausgerichtet. Die deutschen Künstler haben es für ihre 
-220- 

erste und wichtigste Aufgabe angesehen, unseren Soldaten Unterhaltung und Entspannung 

zu bringen. 

Der Laie macht sich gar keine Vorstellung davon, in welch umfassender Weise diese Arbeit 

sowohl im Osten wie auch im Westen bereits aufgenommen ist. 

Millionen Bücher gingen bereits an unsere Soldaten heraus. 

Ungezählte Theater-, Variete- und Filmaufführungen wurden allüberall hinter der Front 

veranstaltet. 

Der deutsche Film hat dabei einen Siegeslauf angetreten, der auch für die Optimisten in 

diesem Umfang unerwartet kam. Das mag wohl mit daran liegen, daß er bemüht war, dem 



Volke in einer wöchentlich erscheinenden aktuellen Wochenschau einen plastischen 
Überblick über das geschichtliche Zeitgeschehen zu vermitteln. Diese deutsche Wochen- 
schau begegnet kaum noch einer Kritik. Sie ist modern und großzügig aufgebaut. Unsere 
Kameramänner, die unter Einsatz ihres Lebens mitten in den schwersten Schlachten diese 
Wochenschauen drehten, verdienen unseren höchsten Dank. Eine ganze Reihe von ihnen hat 
ihren heldenmütigen Einsatz mit ihrem Leben bezahlt. 

Daneben steht unsere Rundfunkarbeit, die an Umfang, an Klarheit der Führung und 
Präzision der Durchführung, an Volksnähe und damit Volkstümlichkeit alles bisher 
Dagewesene bei weitem übertrifft. Vielleicht erinnern wir uns noch mit einem mitleidigen 
Lächern der Zeit, in der es auch unter uns Literaten gab, die es für ihre kulturelle Pflicht 
hielten, den Rundfunk in Bausch und Bogen zu verdammen. Wie oft haben wir uns gegen 
Argumente zur Wehr gesetzt, die dem Rundfunk überhaupt seine Existenzberechtigung den 
echten Künsten gegenüber absprachen! All dieses hohle Gerede hat der Krieg mit einem 
Schlage weggefegt; es wiegt heute nicht mehr so viel wie ein Dankesbrief eines einsamen 
Bunkers im Westen oder einer weit im Osten vorgeschobenen Infanteriekompanie an den 
Rundfunk, die einzig und allein durch die Ätherwellen mit der fernen Heimat und mit ihren 
Lieben verbunden waren. 

Welch ein Vorteil ist heute darin zu sehen, daß es uns rechtzeitig gelungen ist, die 
Errungenschaften der modernen Technik in Übereinstimmung zu bringen mit den 
Forderungen der politischen Staats- 
-221- 

führung und der Verpflichtung unserer kulturellen Sendung gegenüber! Die Technik erweist 
sich heute in ihrer Verbindung mit der Kunst selbst als die stärkste seelische Macht unserer 
neuen Zeit. Rundfunk, Film und Presse sind damit zu den modernsten Volksführungsmitteln 
geworden. Die Technik hat nicht, wie Skeptiker das glaubten voraussehen zu müssen, die 
Herrschaft über den Menschen, sondern der Mensch hat unter unserer Führung die 
Herrschaft über die Technik angetreten. In ihrem vereinten Einsatz ersetzen sie in der 
seelischen Durchdringung der Nation manchmal ganze Armeekorps. 

Daneben steht die Presse als die machtvolle Wortführerin des geistigen und 
propagandistischen Kampfes, den Deutschland heute einer feindlichen Welt gegenüber mit 
allen Mitteln der Überzeugungskraft durchzufechten hat. 

Welch eine Wandlung können wir auf diesem Gebiet dem Weltkrieg gegenüber feststellen! 
Damals war es in Deutschland gänzlich unbekannt, wie ein geistig-propagandistischer 
Kampf gegen die uns feindlichen Mächte durchgeführt werden müßte. Auch die Technik 
stand noch in ihren Anfängen. Sie begann erst, ihre ersten zaghaften Schritte zu tun. Heute 
stehen wir in unserem geistigen Kampf gegen die Feindmächte auf der Höhe unserer 
technischen Vollkommenheit. Der deutsche Geist bedient sich der Technik. In souveränem 
Einsatz von Geist und Technik schlagen wir auch auf dem Felde der propagandistischen 
Auseinandersetzungen die großen Schlachten unserer modernen Kriegführung. Wir besitzen 
nicht nur die Mittel der Technik, um diesen Kampf siegreich zu bestehen, sondern auch die 
Menschen, die sich der Technik zu bedienen wissen. 

In dieser Stunde nun appellieren wir von dieser Kundgebung der Soldaten, Arbeiter und 
Kulturschaffenden aus an die deutsche Volksgemeinschaft und in ihr besonders an die 
deutsche Wehrmacht. Soldaten, Arbeiter und Künstler haben sich um diese 
Nachmittagsstunde im Theater des Volkes versammelt, und sie sind mit der ganzen Nation 
bis zum letzten Bunker und bis zur letzten einsam vorgeschobenen Kompanie im Osten 
durch die Ätherwellen verbunden. Sie wenden sich an das ganze deutsche Volk. Sie wollen 



durch diese Kundgebung, die in der Zeit des Krieges eine erhöhte Bedeutung bat, vor aller 
Welt dartuen, daß die 

-222- 

Kunst kein Zeitvertreib für den Frieden, sondern auch eine scharfe geistige Waffe für den 

Krieg ist. Wir haben diese geistige Waffe unserem Volk in die Hand gelegt, und auch mit 

ihr und für sie tritt die deutsche Nation zum Kampfe um ihre Existenz an. Wir Deutschen 

verteidigen in diesem Krieg gegen die feindlichen plutokratischen Mächte nicht nur unseren 

Lebensraum, unser tägliches Brot und unsere Maschinen, wir verteidigen auch unsere 

deutsche Kultur und mit ihr den großen Segen, den sie dem ganzen Volke bringt. Dafür soll 

diese Nachmittagsstunde ein Beweis sein. 

In diesem Sinne sind hier Soldaten, Arbeiter und Künstler zusammengekommen. Sie 

verbinden sich im Glauben an den Führer, im Vertrauen auf unser Volk und Reich und auf 

unsere große nationale Zukunft. 

Ein Volk sind wir; ein Weltvolk wollen wir werden! 

-223- 

Weihnachten 1939 

Ansprache zur Weihnachtsfeier der Saarland- und Baltendeutschen 

22. Dezember 1939 
In diesem Jahre feiern wir ein ernsteres Weihnachten als in allen vorangegangenen Jahren 
des nationalsozialistischen Regimes. Es ist ein Kriegs Weihnachten, ein Weihnachten der 
geschlossenen und entschlossenen Bereitschaft eines ganzen Volkes. 

Trotzdem haben wir hier, traditionellem Brauch entsprechend, Männer, Frauen und Kinder 
zu einer gemeinsamen vorweihnachtlichen Stunde zusammenberufen und sie dieses Mal aus 
den Kreisen der ins Reich umgesiedelten Baltendeutschen und der aus dem Saargebiet 
Evakuierten gewählt. Sie sind die Träger der großartigsten und modernsten 
Volkswanderung der neueren Geschichte. Ihre Umsiedlung ins Reich verfolgt ein wahrhaft 
historisches Ziel, und es ist deshalb nicht zu vermeiden gewesen, daß sie vor allem für Sie 
persönlich auch mit Sorgen und Schwierigkeiten verbunden ist. Das trifft in erhöhtem Maße 
für die aus dem Saargebiet Evakuierten zu. Aber Sorgen und Schwierigkeiten haben wir 
Deutschen heute ja alle. Es gibt niemanden mehr in unserem Volke, der nicht daran 
mitzutragen hätte. Keiner kann sich der Last, die ein Krieg nun einmal mit sich zu bringen 
pflegt, entziehen, und man darf wohl auch sagen: Keiner will das mehr. Das deutsche Volk 
ist erst recht in diesen wenigen Kriegsmonaten eine Gemeinschaft der Brüderlichkeit und 
der Zusammengehörigkeit geworden. 

Vielfach wird das im Ausland gar nicht richtig erkannt und eingeschätzt. Denn wie sollte 
man es sich sonst erklären, daß in den feindlichen Ländern immer wieder Versuche gemacht 
werden, das deutsche Volk vom Führer zu trennen? 

Demgegenüber können wir zu unserer Freude und zu unserem Stolz feststellen, daß die 
nationale Solidarität bei uns noch niemals so stark und so für jedermann verpflichtend 
gewesen ist wie gerade in dieser Zeit, in 
-224- 

der alles darauf ankommt, daß die deutsche Nation in Einigkeit und Entschlossenheit den 
kommenden Ereignissen gegenübertritt. 



Daß diese Ereignisse von uns den Einsatz der ganzen Nation erfordern werden, ist für jeden 
klar, der offenen Auges die Lage überprüft. Vielfach allerdings wird das bei den 
Unbelehrbaren noch gar nicht richtig erkannt. Sie wollen nicht einsehen, daß Krieg Krieg 
ist, wo und mit welchen Mitteln er auch immer geführt wird. Es wäre für unser ganzes Volk 
verhängnisvoll, wenn wir uns darüber irgendeiner Täuschung hingeben wollten. Es ist in der 
Vergangenheit bei uns alles so reibungslos und glatt vor sich gegangen, daß man vielleicht 
auf den Gedanken kommen könnte, der Krieg wäre gar nichts Absonderliches, dem man mit 
starkem Herzen entgegentreten muß. Vor allem in der Heimat gibt es Menschen, die da zu 
glauben scheinen, daß das Leben an der Front heute jenseits jeder Gefahr sei und im 
wesentlichen ausgefüllt werde mit militärischen Übungen und Warten. So ist das denn doch 
nicht; davon kann in Wirklichkeit gar keine Rede sein. Der Soldat tut seine harte Pflicht; 
selbst in dieser Zeit, in der der Krieg noch nicht in voller Schärfe entbrannt ist, fordert sein 
Leben ungleich viel größere Opfer von ihm als das Leben in der Heimat. Der Dienst ist 
schwer. Der Soldat lebt fern von Zuhause und Familie. Er muß in täglichem Einsatz den 
Unbilden der Witterung, Frost, Regen, Schlamm und Kälte und oft auch schwerster Gefahr 
für Leben und Gesundheit entgegentreten. Dazu fehlt es ihm meistens an jeder Möglichkeit, 
neben dem Dienst Erholung und Entspannung zu suchen. Er muß schon glücklich sein, 
irgendwo einen Rundfunkapparat aufzutreiben, der ihm dann wenigstens eine gewisse 
Verbindung mit der Heimat gibt. Dazu muß er Verzicht leisten auf einen ihm 
liebgewordenen Beruf, dessen Sorgen und Kümmernisse ihn trotzdem vielfach begleiten. 
Gewiß tun wir in der Heimat alles, um ihm seine Last zu erleichtern; aber es bleibt davon 
noch so viel übrig, daß er genug und übergenug daran zu tragen hat. Daß wir für ihn nach 
besten Kräften einzutreten versuchen, ist unsere elementarste Pflicht und gar nichts 
Besonderes oder Rühmenswertes. 

Deutschland führt heute einen totalen Krieg, der Front und Heimat wenn nicht mit 
denselben Opfern, so doch mit denselben nationalen Verpflichtungen umfaßt. 
-225- 

Es geht in diesem Krieg um unsere nackte Existenz. Immer klarer wird das aus den 
Zeugnissen, die aus London und Paris zu uns herüberdringen, sichtbar. Wenn in den ersten 
Wochen dieses Krieges die maßgebenden englischen Politiker noch versucht haben, dem 
deutschen Volk einzureden, sie führten nur Krieg gegen den Hitlerismus, ohne dem 
deutschen Volk Schaden zufügen zu wollen, so machen sie heute keinen Hehl mehr daraus, 
daß es ihr Ziel ist, Deutschland niederzuschlagen, es als Nation zu zerstückeln und 
aufzuteilen und damit in politische und wirtschaftliche Ohnmacht zurückzuwerfen. 
Es handelt sich also nicht etwa um eine Art Kartoffelkrieg, den Deutschland heute führt, 
und es geht auch nicht um Prestigefragen von mehr oder minder großer Bedeutung. Im 
Gegenteil, in diesem Krieg wird die geschichtliche Entscheidung über unser zukünftiges 
nationales Schicksal gefällt. Wir müßten entweder als Großmacht abdanken und als Volk 
zugrunde gehen, oder wir gewinnen diesen Krieg. 

Es ist dabei auch für unsere nationale Zukunft ziemlich unerheblich, wer im einzelnen auf 
der Gegenseite diesen Krieg gewollt hat und ob das englische oder das französische Volk 
ihn gern und mit Freuden führen oder nicht. Sie führen ihn; das ist ausschlaggebend. Es ist 
auch ein Irrtum anzunehmen, die Kriegshetzerclique etwa in Paris wollte uns mehr schonen 
als die in London. Die eine ist in ihren offen verlautbarten Zielen genau so brutal und 
zynisch wie die andere. Das heißt also, die plutokratischen Welt hat sich in ihrer Gesamtheit 
gegen das deutsche Volk in seiner sozialen Gemeinschaft erhoben und will es 
niederschlagen und vernichten. 



Wir aber setzen uns dagegen zur Wehr, und zwar als geeintes Volk; 

denn wir wissen dieses Mal, worum es geht. Bei uns hat der Krieg nichts mit einer 

kapitalistischen Führungsschicht zu tun. Er ist ein Volkskrieg in des Wortes wahrster 

Bedeutung. Das deutsche Volk setzt sich deshalb auch in seiner Gesamtheit gegen diese 

internationale Bedrohung zur Wehr, und zwar verteidigt es nicht nur seine Ehre, seine 

geistige Welt, seine sozialen Vorstellungen und Errungenschaften oder seine soziale 

Gemeinschaft, — nein: es verteidigt sein Leben! 

Die Mächte und Kräfte, die uns heute gegenübertreten, haben uns seit jeher in unserem 

Kampf gegenübergestanden. Es sind die des Rück- 

-226- 

schritts, der plutokratischen Ausplünderung des arbeitenden Volkes, der Anhäufung riesiger 
Vermögen, gepreßt aus dem Elend der unterdrückten Nationen. 

Wir unterschätzen die Träger dieses Kampfes auf der Gegenseite nicht. Wir kennen auf das 
genaueste ihre Hilfsmittel und Methoden. Sie kommen zu uns mit verlogenen Phrasen, aber 
sie sind reißende Wölfe. 

Weil wir sie kennen, deshalb überschätzen wir sie jedoch auch nicht. Sie werden fallen, 
wenn wir ihnen mit der geballten Kraft unseres Neunzigmillionenvolkes gegenübertreten. 
Wir haben sie vor sieben Jahren zusammengeschlagen, als sie uns in unserem 
innerpolitischen Kampf von der Macht zurückstoßen wollten. Auch da wiegten sie sich in 
billigem Triumph, die Juden, Pluto- und Demokraten, auch da erklärten sie den Führer in 
ihren feilen Gazetten für eine gefallene Größe; aber auch da konnte ein aufmerksames Ohr 
aus ihrem Geschrei schon die Angst heraushören, und wenig später lagen sie zerschmettert 
am Boden. 

Und wie sie damals ihre letzte Hoffnung darauf setzten, die nationalsozialistische 
Bewegung vom Führer zu trennen oder sie doch zu zerspalten, so setzen sie heute ihre letzte 
Hoffnung darauf, das nationalsozialistische deutsche Volk vom Führer zu trennen oder es 
doch zu zerspalten. Es wird ihnen diesmal so wenig; gelingen, wie es ihnen damals 
gelungen ist. Wir kennen sie, und das deutsche Volk kennt sie auch. Ihr Lügengestammel 
prallt wirkungslos an der Geschlossenheit der deutschen Nation ab. Sie werden nicht noch 
einmal wie 1918 einen Sieg der Täuschung erleben. 

In dieser inneren Verfassung begehen wir das Weihnachtsfest 1939. Wir feiern es in einer 
ernsten Entschlossenheit. Der Sieg wird unser sein. Das hoffen wir nicht nur, das wissen wir 
auch. Dieses Weihnachten begehen wir mit jener tiefen inneren Gläubigkeit, die immer 
noch die Voraussetzung des Sieges war. Wir lasse o es trotz allem erst recht nicht an jenem 
Optimismus fehlen, der nötig ist) zum Leben und zum Kämpfen. Nicht Schmerz und Trauer 
bewegen uns in diesen Tagen, sondern Stolz und Zuversicht. Wir fühlen uns als Volk wie 
eine große brüderliche Familie und werden entschlossen die notwendigen Lasten und Opfer 
des Kampfes und der Arbeit auf uns nehmen. Mit jedem Soldaten sind wir in diesen Tagen 
auf das innigste verbunden. Wir versprechen der 
-227- 

kämpfenden Front, gewissenhaft darüber zu wachen, daß die Heimat genau so ihre Pflicht 
erfüllt wie sie. Wo Lasten und Opfer gemildert werden können, haben wir das getan und 
werden wir es auch in Zukunft tun; wo sie unvermeidlich sind, werden wir sie gemeinsam 
tragen, damit sie leichter werden und jeder im Nebenmann ein Beispiel und ein Vorbild 
erkenne. Vom Frieden aber, der immer noch der Inhalt des Weihnachtsfestes war, wollen 
wir erst nach dem Siege reden. 



So wende ich mich an Sie, meine Volksgenossen aus dem Baltendeutschtum und aus dem 
Saargebiet. Auch Sie haben in den letzten Wochen und Monaten Opfer bringen müssen. Sie 
verließen ihre Wohnstätten, Häuser und Höfe, mit denen Sie eine lange Geschichte und 
Tradition verband. Sie folgten dem Ruf des Reiches, und das Reich hat Sie in seine Arme 
aufgenommen. Sie kamen aus nationalem Pflichtgefühl und weil Ihnen in Wahrheit 
Deutschland über alles geht. Ihnen wollten wir in diesem Jahr ein bescheidenes 
Weihnachtsfest richten. Mitten in Ihrem Vaterlande, das Sie sich wieder eroberten, oder das 
wir Ihnen neu bereiteten, sind Sie mit uns versammelt. Seien Sie uns willkommen mit Ihren 
Kindern, die nun zu der Millionenkinderschar unseres Volkes hinzutreten, für die und für 
deren Leben und Zukunft unsere Soldaten die Waffen tragen und führen. 
Stellen wir uns bei dieser Kriegs Weihnacht alle fest und geschlossen hinter den Führer und 
zeugen wir mit ihm in Deutschlands großer und schwerster Zeit für unseres Reiches Zukunft 
und unseres Volkes Ewigkeit. 
-228- 

Jahreswechsel 1939/40 

Silvesteransprache an das deutsche Volk 

31. Dezember 1939 

Es fällt mir diesmal etwas schwerer als in früheren Jahren, in einer kurzen 
Silvesteransprache noch einmal das abgelaufene Jahr vor dem geistigen Auge meiner 
Zuhörer in Erscheinung treten zu lassen. Nicht als wenn es mir dabei am notwendigen Stoff 
mangelte. Im Gegenteil, das Jahr 1939 war so dramatisch bewegt und so großartig in seinen 
historischen Vorgängen, daß man eine ganze Bibliothek darüber schreiben könnte, und doch 
weiß man kaum, womit man anfangen soll. 

Vieles von dem, was sich in diesem Jahr ereignete, liegt uns heute schon so fern, als wenn 
Jahre oder gar Jahrzehnte darüber verstrichen wären. Es ist ein Jahr, das unauslöschlich in 
das Buch der Geschichte eingetragen worden ist. Es wird gewiß noch viele Jahrzehnte lang 
den Geschichtsforschern Material und Unterlage für eine Unzahl von wissenschaftlichen 
Untersuchungen geben. Sie werden sich dabei bemühen, Vorgänge und handelnde Personen 
in ihren Motiven und Triebkräften aufzuzeigen und darzustellen. Sie werden alles das, was 
wir mit heißen, glühenden Herzen erlebt und gestaltet haben, mit wissenschaftlicher 
Objektivität kritisch untersuchen und festlegen und ihm trotzdem vermutlich nicht ganz 
gerecht werden. Aber Freund und Feind, Anhänger und Gegner werden doch konstatieren 
müssen, daß es ein großes und bewegtes Jahr war, daß in ihm Geschichte gemacht wurde, 
daß es das Gesicht Europas geändert und der Landkarte dieses Erdteils neue Umrisse 
gegeben hat. Mehr noch: was unser Volk betrifft, wird man feststellen, daß sein nationales 
Leben sich im Jahre 1939 endgültig zu festigen begann, daß es in einer großen 
Kraftanstrengung anfing, die Ketten der Beengtheit und Unfreiheit endgültig abzuwerfen 
und zum erstenmal wieder nach seinem tiefen Fall als Großmacht in die Erscheinung zu 
treten. Dann, wenn dieses Jahr einmal mit wissenschaftlichem Fleiß von der 
Geschichtsschreibung untersucht wird, werden Sorgen und 
-226- 

Kümmernisse, die wir dabei zu tragen hatten, vergessen sein; die gebrachten Opfer werden 
in einem milderen und schöneren Lichte erstrahlen, die vergossenen Tränen sind versiegt, 
und das geopferte Blut bildet dann den Kitt, der unser Reich für ewig zusammenhält. 



Schon bei seinem Regien war es für jeden, der Geschichte nicht nur zu lesen, sondern 
Geschichte auch zu erleben versteht, klar, daß dieses Jahr tief in das Schicksal Deutschlands 
und der europäischen Völker eingreifen würde. Wenn es in seinen beiden ersten Monaten 
noch gemessen und gleichmäßig verlief, so wußte der Tieferblickende, daß das nur die Ruhe 
vor dem Sturm war. Jedermann fühlte, daß es ein Entscheidungsjahr erster Ordnung werden 
würde. 

Als am 13. Februar aus Volksdeutschem Munde in Böhmen und Mähren erklärt wurde, daß 
die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Stellung der Deutschen in der ehemaligen 
Tschecho-Slowakei seit der Lösung der sudetendeutschen Frage nicht verbessert, sondern 
eher verschlechtert worden sei, als am 22. Februar aus slowakischem Munde der Ruf nach 
Selbständigkeit ertönte, als Anfang März schwere Ausschreitungen gegen Deutsche in Prag, 
Brunn und anderen Städten Böhmens und Mährens gemeldet wurden, als am 8. März die 
karpatho-ukrainische Regierung in Prag gegen die Einsetzung eines tschechischen Generals 
zum karpatho-ukrainischen Innenministe:" protestierte, als gar am 10. März die Absetzung 
der slowakischen 1 Legierung durch Prag erfolgte, als darauf die Ausschreitungen gegen 
Deutsche im Gebiet von Böhmen und Mähren auf ihren Höhepunkt stiegen, wußte man, daß 
nun die Frage dieser beiden seit Jahrhunderten von Deutschen kultivierten Länder endgültig 
spruchreif geworden war. Am 13. März erschien der slowakische Führer Tiso beim Führer, 
und am 11. März erfolgte dann durch den tschechischen Staatspräsidenten Dr. Hacha in 
Berlin die Übergabe des Schicksals Böhmens und Mährens in die Hände des Führers. 
Die Göttin Geschichte neigt sich auf die Erde hernieder. Deutsche Truppen rücken in 
Böhmen und Mähren ein, und unter atemloser Spannung vernimmt das deutsche Volk und 
mit ihm die ganze Welt, daß der Führer in Prag auf der Burg Wohnung genommen hat. Am 
selben Tage erfolgt die Selbständigkeitserklärung der Slowakei, und am 
-230- 

darauffolg enden Tage erläßt der Führer seinen geschichtlichen Erlaß über das Protektorat 
Böhmen und Mähren. Die Slowakei stellt sich unter den Schutz des Reiches. Die Frage 
Böhmen und Mähren hat damit ihre endgültige historische Lösung gefunden. Am 22. März 
erfolgt im Zuge dieser Entwicklung die Rückgliederung des Memelgebiets in den Bestand 
des Deutschen Reiches. 

Parallel damit läuft die krisenhafte Zuspitzung der polnischen Frage. Schon am 5. Januar 
hatte der Führer den polnischen Außenminister Beck auf dem Obersalzberg empfangen. Er 
hatte ihm den deutschen Charakter Danzigs dargelegt und eine Anregung zur endgültigen 
Bereinigung des deutsch-polnischen Verhältnisses gegeben. Diese Vorschläge trafen bei der 
polnischen Regierung auf taube Ohren. Warum, das konnte man sehr bald aus der Reaktion 
auf diese Vorgänge in der Londoner und Pariser Öffentlichkeit entnehmen. 
Am 31. März, also kurz nach der Errichtung des Protektorats über Böhmen und Mähren 
schon, erscheinen in Londoner Hetzblättern Lügen von deutschen Truppenansammlungen 
an der polnischen Grenze. Chamberlain berichtet vor dem Unterhaus über englisch- 
polnische Verhandlungen und gibt eine formelle britische Beistandserklärung für Polen ab. 
Damit hat die Londoner Kriegshetzerclique nach außen hin bewußt das Gesetz des Handelns 
in die Hand der Warschauer Straße gelegt mit dem geheimen Wunsch, von Warschau aus 
möge jener Konflikt entfesselt werden, den die Londoner Plutokratie benötigte, um die von 
ihr erhoffte und seit langem vorbereitete kriegerische Auseinandersetzung mit dem Reich 
beginnen zu können. 

Die Warschauer Regierung versteht diesen Wink richtig. Schon seit Anfang April beginnen 
die seit Jahren im polnischen Gebiet geübten Terrormaßnahmen und Ausschreitungen gegen 



Volksdeutsche jedes bisher gewohnte und überhaupt noch erträgliche Maß zu überschreiten. 
Am 13. April werden schwere deutsch-feindliche Ausschreitungen an der Danziger Grenze 
gemeldet. Die terroristischen Überfälle auf Deutsche häufen sich in ganz Polen 
bezeichnenderweise seit Beginn der deutschen Bemühungen um die endgültige Regelung 
der deutsch-polnischen Beziehungen. Unzählige Berichte der deutschen konsularischen 
Ver- 
-231- 

tretungen über polnische Ausschreitungen laufen Tag für Tag in Berlin ein. Am 8. Mai 
werden dreihundert Volksdeutsche aus dem Kreise Neutomischel ausgewiesen. Am 9. Mai 
wird in Bromberg die Deutsche Bühne geschlossen. Am 15. Mai werden in Lodsch zwei 
Deutsche von Polen getötet. Am 21. Mai wird in Kalthof ein Danziger Staatsbürger von 
Polen ermordet. 

Das alles versteht man erst, wenn man dazu in Parallele stellt, daß am 15. Mai der polnische 
Kriegsminister Kasprzycki in Paris zu geheimen Militärbesprechungen eingetroffen ist, daß 
am 8. Mai schon der deutsche Geschäftsträger in Warschau nach Berlin berichten mußte, 
daß in den polnischen Städten Landkarten ausgestellt werden, in denen die polnische 
Grenze über Beuthen, Oppeln, Gleiwitz, Breslau, Stettin und Kolberg hinweg in deutsches 
Gebiet verlegt wird. 

Die Lage in Danzig verschärft sich unter polnischem Druck zusehends. Am 15. Juni muß 
der deutsche Botschafter in Warschau feierlich Protest einlegen gegen Beschimpfungen und 
Beleidigungen des Führers. Im Verlaufe des Juni und Juli steigern sich die Zwischenfälle 
und Grenzverletzungen in Danzig wiederum. Am 4. August erdreistet sich sogar die 
polnische Regierung, ein freches und provokatorisches Ultimatum an Danzig zu stellen auf 
Grund unkontrollierter Gerüchte über angeblichen Widerstand gegen polnische Zollbeamte 
in Danzig. Am 7. August erfolgt von Danzig aus eine scharfe Zurückweisung dieses 
Ultimatums nach Warschau, und am 9. August drückt die deutsche Reichsregierung ihr 
Befremden gegenüber dem polnischen Geschäftsträger über diese diplomatische Maßnahme 
Polens aus. Polen fühlt sich offenbar sicher im Schütze Englands und erteilt am 10. August 
auf diese Note eine herausfordernde Antwort. Am 18. August erfolgt zum Schütze Danzigs 
die Aufstellung der SS-Heimwehr in dieser deutschen Stadt. Die Dinge um Polen sind ins 
Rollen gekommen. 

Die englische Plutokratie versucht, vor der Öffentlichkeit ihre Hände in Unschuld zu 
waschen und sich für den von ihr gewünschten und vorbereiteten Ausbruch des Krieges ein 
moralisches Alibi zu verschaffen. Aber auch ein Blinder sieht, was London im Schilde 
führt. 

Am 24. August werden infolge der polnischen Intransigenz die Danzig -polnischen 
Zollverhandlungen ergebnislos abgebrochen. Polen beruft 
-232- 

weitere Reservistenjahrgänge ein und treibt die Provokation auf die Spitze, indem es am 25. 
August ein deutsches Flugzeug mit einem Staatssekretär des Reiches an Bord auf freiem 
Meer beschießen läßt. 

Was die Londoner Kriegshetzerclique mit diesen von ihr inspirierten Vorgängen plant, 
erhellt aus der Tatsache, daß sie am 25. August demonstrativ den britisch-polnischen 
Beistandspakt unterzeichnet. Am folgenden Tage befinden sich eineinhalb Millionen Polen 
unter den Waffen. 



Am 27. August spricht der Führer vor dem Deutschen Reichstag. Er gibt bekannt, daß er 
gewillt sei, drei Fragen zu lösen: erstens die Frage Danzig, zweitens die Frage des Korridors 
und drittens dafür zu sorgen, daß im Verhältnis Deutschlands zu Polen eine Wendung 
eintritt, die ein friedliches Zusammenleben sicherstellt. 

Zwischen dem 28. und 31. August erfolgt dann eine rege diplomatische Tätigkeit zwischen 
Berlin, Rom, London und Paris. Der Führer versucht nochmals eine friedliche Lösung mit 
der Erklärung, daß die deutsche Reichsregierung einen polnischen Unterhändler erwarte. 
Polen antwortet darauf am 30. August in der provokatorischsten Weise mit der allgemeinen 
Mobilmachung. Der polnische Rundfunk erklärt am 31. August die deutschen Vorschläge 
zur Lösung der strittigen Probleme für unannehmbar. Zwischen dem 25. und 31. August 
gehen unterdes allein 55 Meldungen der deutschen konsularischen Vertretungen über 
schwere und schwerste polnische Überfälle auf Volksdeutsche bei der deutschen 
Reichsregierung ein. Am 31. August verüben polnische Truppen eine Reihe ganz grober 
Grenzverletzungen. 

Am 1. September erfolgt dann der Einmarsch deutscher Truppen nach Polen. Der Führer 
spricht vor dem Reichstag und erklärt, daß nun Gewalt mit Gewalt beantwortet werde. Am 
selben Tage proklamiert Danzig die Vereinigung mit dem Reich. 

Und nun erfolgt ein Blitzfeldzug in Polen, der einzigartig in der ganzen Geschichte dasteht. 
Am 2. September wird der Jablunka-Paß bezwungen. Am 4. September ist die polnische 
Korridor- Armee vernichtet. Am 6. September wird Bromberg genommen. Am 7. September 
ergibt sich die We sternplatte. Am 10. September wird Lodsch erobert. Am 12. September 
ist die Einkesselung im Räume von Radom vollendet. 52 000 Polen strecken die Waffen. 
Am 13. September werden Posen, 
-233- 

Thom, Gnesen und Hohensalza besetzt. Am 15. September befindet sich Gdingen in 
deutscher Hand. Am 17. September fällt Brest-Litowsk. Am 18. September ist die 
Einkreisungsschlacht im Weichselbogen um Kutno siegreich beendet. 170000 Polen 
marschieren in die Gefangenschaft. Am 27. September kapituliert Warschau. Zwei Tage 
später wird Modlin als gefallen gemeldet. Das polnische Heer ist geschlagen und vernichtet. 
Schon am 18. September war eine deutsch-russische Erklärung über den Einmarsch in Polen 
bekanntgegeben worden. Am 22. September wird die deutsch-russische Demarkationslinie 
in Polen festgelegt. Am 8. Oktober werden die beiden neuen Reichsgaue Westpreußen und 
Posen errichtet. Der Feldzug in Polen ist zu Ende. Der polnische Nationalitätenstaat liegt 
zerschmettert am Boden. 

Über 700 000 Polen sind gefangen. Die Siegesbeute ist unübersehbar. Allein über eine halbe 
Million Gewehre, 16000 Maschinengewehre, 3200 Geschütze und über 3 l A Millionen Schuß 
Artillerie-Munition sind in unsere Hand gefallen. 

Die Londoner Kriegshetzerclique hat nicht eine Hand gerührt, um ihrer 
Beistandsverpflichtung Polen gegenüber praktischen Ausdruck zu verleihen. England hatte 
die Lösung des deutsch-polnischen Problems nur als Anlaß genommen, um das Reich mit 
Krieg zu überziehen und die so lange schon erwünschte und herbeigesehnte 
Auseinandersetzung mit dem deutschen Volk zu beginnen. 

Die englischen Kriegshetzer haben damit ihr erstes Ziel erreicht. Seit den Abmachungen in 
München schon hatten sie in London immer mehr und mehr die Oberhand gewonnen. Sie 
zwangen nach und nach die Regierungen in London und Paris in ihr Fahrwasser hinein. Das 
Jahr 1939 ist insgesamt gekennzeichnet durch eine auf die Einkreisung Deutschlands und 
den Krieg gegen das Reich hinzielende aufs äußerste angespannte diplomatische Tätigkeit 



der Londoner Plutokratie. Am 10. Januar schon erscheinen Chamberlain und Halifax in 
Paris. Am 5. Februar erklärt Chamberlain vor dem Unterhaus, daß alle Streitkräfte des 
Empire Frankreich zur Verfügung ständen. Am 18. März erfolgen englische und 
französische Demarchen in Berlin wegen der Errichtung des Protektorats über Böhmen und 
Mähren. Wenn es damals noch nicht zum Kriegsausbruch kam, so deshalb, weil England 
und Frankreich noch 
-234- 

nicht fertig waren. Aber im Anschluß an die Errichtung des Protektorats erreicht dann die 
antideutsche Pressekampagne in London und Paris ihren ersten Höhepunkt. 
Hand in Hand damit geht die Ausstreuung von alarmierenden und den wahren Tatbestand 
vernebelnden Gerüchten von selten der Londoner Kriegshetzerclique. Am 19. März schon 
wird lügnerischerweise gemeldet, daß die deutsche Regierung Rumänien ein Ultimatum 
gestellt habe. Am 21. März sieht sich der norwegische Außenminister veranlaßt, Pariser 
Hetzmeldungen zu dementieren betreffs angeblicher Drohungen Deutschlands gegen die 
nordischen Staaten. Am 24. März erfolgt die englische Garantierung für Holland, Belgien, 
die Schweiz und die Oststaaten. Es vergeht von nun an kein Tag mehr, an dem die englische 
Presse nicht irgendeinen deutschen Angriff prophezeit oder Lügen in die Welt setzt von 
Bedrohung kleiner Staaten durch deutsche Gewalt. 

In Paris wird in dasselbe Hörn geblasen. Am 28. März erläßt die französische Regierung 
Notverordnungen zur Verstärkung der Kriegsmarine. Der englische Generalstabschef Gort 
trifft in Frankreich ein. 

Es erfolgt nun ein verzweifelter Versuch der englisch-französischen Kriegshetzerclique, 
Rußland mit in die Einkreisungsfront gegen Deutschland hineinzuziehen. Schon am 28. 
März war der englische Außenhandelsminister Hudson nach Moskau gereist. Am 31. März 
bringen Londoner Zeitungen die Lüge von deutschen Truppenansammlungen an der 
polnischen Grenze. Am selben Tage proklamiert Chamberlain im Unterhaus die 
Beistandserklärung für Polen und Rumänien. 

Der Führer nimmt am darauffolgenden Tage Veranlassung, in einer Rede von 
Wilhelmshaven aus die englischen Einkreisungspolitiker auf das eindringlichste zu warnen. 
Am 5. April erklärt Lord Stanhope, daß die Luftabwehr der englischen Flotte in 
Verteidigungszustand gesetzt sei. Am 20. April schon erfolgt in London die Errichtung des 
Munitionsministeriums, das nur für den Ernstfall geplant war. Am 28. April antwortet der 
Führer vor dem Deutschen Reichstag auf dieses kriegshetzerische Treiben der englischen 
Plutokratie. Er erklärt die Voraussetzungen für den deutsch-englischen Flottenvertrag durch 
Englands Politik für hinfällig, desgleichen die deutsch-polnischen Abmachungen vom Jahre 
1934. 
-235- 

Am Tage vorher schon hat England die Wehrpflicht eingeführt, und am 14. Juni beginnen in 
Moskau die vielwöchigen englisch-französisch-sowjetrussischen Verhandlungen. London 
hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland im Osten und im Westen angreifen zu lassen. 
Parallel damit geht ein dummdreister Versuch, durch englische Flugzettel-, Rundfunk- und 
Pressepropaganda das deutsche Volk zu verwirren und es, wie so oft schon in der 
Vergangenheit, aufs neue zu zerspalten. Beide Pläne mißlingen. Das deutsche Volk steht 
einig und geschlossen hinter dem Führer. Die englischen Versuche, Rußland in die 
Einkreisungsfront hineinzubeziehen, scheitern. 



Am 25. August kehrt der britische Botschafter von London nach Berlin zurück. Der Führer 
übergibt ihm den Vorschlag zu einer großzügigen und dauerhaften Verständigung zwischen 
Deutschland und England. Die englische Regierung hat nicht die Absicht, auf diesen 
konstruktiven Lösungsvorschlag einzugehen. Am 28. August erfolgt die Antwort der 
englischen Regierung auf das Angebot des Führers. Zum Schein wird mitgeteilt, daß 
England von der polnischen Regierung die Zusicherung erhalten habe, mit der 
Reichsregierung in Verhandlungen einzutreten. Am 29. August antwortet der Führer der 
englischen Regierung, daß die Reichsregierung bereit sei, den englischen Vorschlag 
anzunehmen und das Eintreffen des polnischen Unterhändlers für Mittwoch, den 30. 
August, erwarte. Am Abend des 30. August teilt der Reichsaußenminister trotz des 
Ausbleibens des polnischen Unterhändlers dem englischen Botschafter in Berlin einen in 
sechzehn Punkten zusammengefaßten deutschen Vorschlag zur Regelung der Danziger 
Frage und des Korridor-Problems sowie der deutsch-polnischen Minderheitenfrage mit. 
Polen beantwortet diesen Vorschlag mit Gewalt, und es bleibt dem Führer nichts anderes 
übrig, als Gewalt gegen Gewalt zu setzen. 

Am 1. September fordern Paris und London die Zurückziehung der deutschen Truppen aus 
Polen. Die deutsche Reichsregierung lehnt diese Forderung ab. Der Vermittlungsvorschlag 
Mussolinis vom 2. September scheitert an Englands ablehnender Haltung; am 3. September 
richten London und Paris ein kurzbefristetes Ultimatum an Deutschland und erklären dann 
dem Reich den Krieg. 
-236- 

Nun ist der Augenblick gekommen, daß die Londoner Kriegshetzerclique die Maske fallen 
lassen kann. Bei der Regierungsumbildung am 3. September treten die Häupter dieser 
Krieg shetzerclique mit ins Kabinett ein; Churchill und Eden werden damit auch offiziell die 
Einpeitscher der britischen Kriegspolitik. 

Der Krieg der Westmächte gegen das Reich nimmt seinen Anfang. Der Außenpolitik des 
Führers ist es gelungen, den britischen Einkreisungs versuch zunichte zu machen. England 
und Frankreich stehen allein gegen Deutschland. 

Damit ist das Reich erneut auf die Probe gestellt. Im Innern des Landes sind alle 
Maßnahmen getroffen, um diesen Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen. Schon am 28. 
August wird zur rationellen Verteilung der uns zur Verfügung stehenden Nahrungs- und 
Gebrauchsmittel die allgemeine Bezugscheinpflicht eingeführt. Am 30. August erfolgt die 
Bildung eines Ministerrats für die Reichs Verteidigung. Am 1. September wird eine 
umfassende Kriegswirtschaftsverordnung erlassen, und am 5. September erfolgt die 
Einsetzung von mit großen Vollmachten ausgestatteten Reichsverteidigungskommissaren. 
Am 20. Oktober werden in einem Erlaß klare und sehr weitgehende Bestimmungen über die 
Verbesserung der Lebenshaltung für Angehörige Einberufener herausgegeben. Am 6. 
November schon können wir großzügige Verbesserungen in der Zuteilung von 
Lebensmitteln festlegen. Am 16. November erfolgt die Einführung der Reichskleiderkarte, 
und am 20. November wird die Verbesserung der Lebensmittelversorgung für Nacht- und 
Langarbeiter geregelt. 

Das Weihnachtsfest verleben Front und Heimat in einer festen und unerschütterlichen 
Gemeinschaft. Der Führer weilt bei seinen Truppen am Westwall, um mit ihnen gemeinsam 
den Heiligen Abend und das Weihnachtsfest zu begehen. Das Jahr 1939 endet für das 
Deutsche Reich und für das deutsche Volk mit der unerschütterlichen Gewißheit des Sieges. 
Wiederum liegt ein Jahr, das größte und stolzeste des nationalsozialistischen Regimes hinter 
uns. Wir nehmen mit Ehrfurcht und Dankbarkeit von ihm Abschied. Es war ein deutsches 



Jahr in der Geschichte Europas. Ehrfurcht erfüllt uns vor den Opfern, die das ganze 
deutsche Volk in 

-237- 

diesem Jahr gebracht hat. Sie trafen den einen stärker, den anderen weniger stark. Aber wir 
haben alles getan, um die Lasten, die getragen werden mußten, gerecht auf alle Schultern zu 
verteilen. Dieser Krieg wird vom ganzen Volke gefühlt. Es ist ein Krieg um unser nationales 
Leben. Es hat dabei gar nichts zu sagen, daß er noch nicht auf allen Fronten in voller 
Schärfe entbrannt ist. Es kann nicht mehr daran gezweifelt werden, daß die 
Kriegshetzercliquen in London und Paris Deutschland zerstückeln und das deutsche Volk 
vernichten wollen. Sie geben das heute auch offen zu. Nur für die Dummen halten sie noch 
ihre scheinheiligen Phrasen bereit, daß sie nur den Hitlerismus beseitigen, dem deutschen 
Volke aber nichts Böses zufügen wollen. Das kennen wir aus der Vergangenheit, und 
gebranntes Kind scheut das Feuer. Darauf fällt in Deutschland heute niemand mehr herein. 
Sie wollen im Führer den Hitlerismus, im Hitlerismus das Reich und im Reich das deutsche 
Volk treffen. Alle Bemühungen des Führers um den Frieden haben bei ihnen nichts 
gefruchtet. Wir stehen ihnen als Reich der 90 Millionen in ihren brutalen 
Weltbeherrschungsplänen im Wege. Sie hassen unser Volk, weil es anständig, tapfer, 
fleißig, arbeitsam und intelligent ist. Sie hassen unsere Anschauungen, unsere sozialen 
Vorstellungen und Errungenschaften, sie hassen uns als Gemeinschaft und Reich. Sie haben 
uns einen Kampf auf Leben und Tod aufgezwungen. Wir werden uns dagegen entsprechend 
zur Wehr setzen. Es ist nun keine Unklarheit mehr offen zwischen unseren Feinden und uns. 
Alle Deutschen wissen jetzt, woran sie sind; und deshalb ist das ganze deutsche Volk von 
einer fanatischen Entschlossenheit erfüllt. Ein Vergleich mit dem Weltkrieg ist hier gänzlich 
unangebracht. Deutschland ist heute wirtschaftlich, politisch, militärisch und geistig bereit, 
dem Angriff seiner Gegner die Stirn zu bieten. 

Es wäre vermessen, das neu anbrechende Jahr in seinen Einzelheiten festlegen oder 
analysieren zu wollen. Es ruht noch im Schoß der Zukunft. Nur soviel steht fest: Es wird ein 
hartes Jahr werden, und es gilt, die Ohren steif zu halten. Der Sieg wird uns nicht geschenkt 
werden. Wir müssen ihn uns verdienen, und zwar nicht nur an der Front, sondern auch in 
der Heimat. Jeder hat daran mitzuarbeiten und dafür mitzukämpfen. 
-238- 

Und deshalb richten wir in dieser Stunde, da wir Abschied nehmen von einem großen Jahr 
und eintreten in ein neues, großes Jahr, unseren Gruß von der Heimat an die Front. Wir 
richten ihn an alle Soldaten in den Bunkern und Vorpostenstellungen, auf den 
Fliegerhorsten und auf den Einheiten unserer Kriegsmarine. Heimat und Front aber 
vereinigen sich in dieser Stunde in ihrem gemeinsamen Gruß an den Führer. Möge ein 
gütiges Geschick ihn uns in Gesundheit und Kraft erhalten; dann können wir ruhig und 
sicher in die Zukunft schauen. Er ist heute mehr noch als je zuvor für uns alle Deutschland, 
der Glaube an unser Volk und die Gewißheit seiner Zukunft. Wir verneigen uns in Ehrfurcht 
vor den großen Opfern unseres Volkes. Sie sollen nicht umsonst gebracht worden sein und 
nicht umsonst im kommenden Jahre gebracht werden. Das sind wir dem Reich und seiner 
Zukunft schuldig. 

Indem wir unsere Herzen in ehrfürchtigem Dank zum Allmächtigen emporheben, erbitten 
wir uns von ihm auch für das kommende Jahr seinen gnädigen Schutz. Wir wollen es ihm 
nicht schwer machen, uns seinen Segen zu geben. Wir wollen kämpfen und arbeiten und 



dann mit jenem preußischen General sprechen: "Herrgott, wenn du uns nicht helfen kannst 
oder nicht helfen willst, so bitten wir dich nur, hilf auch unseren verfluchten Feinden nicht! " 
-239- 

1940 



Gelobt sei, Was hart macht 

Rede auf der Großkundgebung in Münster i. W. 

28. Februar 1940 

Vor einigen Tagen sind zehn Jahre vergangen, daß Horst Wessel starb. 
Er fiel als Student und Arbeiter für den Führer und für die nationalsozialistische Idee und 
wurde zum symbolhaften Träger des Märtyrertums unserer Bewegung. Wenn wir heute die 
Blicke zurückschweifen lassen über das seitdem vergangene Jahrzehnt, so möchte es uns 
fast erscheinen, als läge eine ganze Zeitepoche dazwischen; so viele große geschichtliche 
Vorgänge haben sich im Verlaufe dieser zehn Jahre abgespielt, daß ein Teil von ihnen schon 
aus unserem Gedächtnis entschwunden ist. Wie ein verwirrender Traum ist in diesen Tagen 
in meiner und in meiner Kameraden Erinnerung noch einmal jener naßgraue 
Februarnachmittag aufgestiegen, an dem wir Horst Wessel durch die Straßen des Berliner 
Ostens zu Grobe trugen. Heute sind diese Kameraden in alle Winde verstreut; die meisten 
stehen an der Front, ein Teil von ihnen tut in der Heimat Dienst für den Führer und die 
nationalsozialistische Bewegung. Damals mußten unser Parteigenosse Göring und ich nach 
polizeilichem Befehl in hundert Meter Entfernung vom Totenwagen hinter den sterblichen 
Überresten des gefallenen Kameraden zum Berliner Nikolai-Friedhof fahre. Dort betteten 
wir ihn in den Schoß der mütterlichen Erde zurück. 

Da sang unsere kleine Schar von gläubigen Nationalsozialisten, fest um das Grab des 
gefallenen Kameraden geschart, zum erstenmal öffentlich das Horst- Wessel-Lied. Als ich 
dann an die offene Gruft herantrat, um dem Toten unsere letzten Grüße mitzugeben, rief ich 
unseren SA.Männern zu, es würden nur ein paar Jahre vergehen, dann sängen Arbeiter, 
Bauern, Studenten und Soldaten dieses Lied; ja, es würde dann von einem ganzen Volk 
gesungen. Man würde es hören in den Schulen und in den Kasernen auf den Straß und in 
den Gassen. Es würde dann gewiß die Freiheitshymne der deutschen Revolution sein. 
-243- 

Am anderen Tage fiel die Berliner Judenpresse aller Schattierungen mit geiferndem Hohn 
über mich her. Sie erklärte mich für verrückt, die von mir ausgesprochenen Prophezeiungen 
könnten nur einem kranken Gehirn entspringen. 

Genau drei Jahre später wurde das Horst-Wessel-Lied neben dem Deutschlandlied zur 
Nationalhymne des nationalsozialistischen Reiches erhoben. Die lauten Schreier von damals 
waren mittlerweile feige ins Ausland geflohen, wo sie heute am Londoner, Pariser oder 
Straßburger Sender weiterhetzen und die politische Zukunft weissagen. 
Diese jüdischen und plutokratischen Volksaufwiegler, die uns vor allem Anfang des Jahres 
1930, als wir im Reich noch eine kleine verschworene Gemeinschaft von 
nationalsozialistischen Kämpfern waren, entgegentraten, befinden sich allesamt nicht mehr 
in unserem Lande. Ihre Macht ist zerstoben wie Spreu vor dem Winde. Sie haben den Staub 
des Reiches von ihren Füßen geschüttelt und sich anderswo eine bequemere Möglichkeit 
gesucht, ihr parasitäres Drohnendasein weiter fortzusetzen. 



Sie haben nicht viel gelernt aus der Katastrophe, die, beginnend mit dem 30. Januar 1933, 
über sie hereinbrach. Alle ihre damals so lärmend und selbstsicher vorgetragenen 
Prophezeiungen haben sich als gänzlich illusorisch und falsch erwiesen. 
Was also sollte uns veranlassen, ihren heutigen Prophezeiungen auch nur die geringste 
Beachtung zu schenken. Sie und ihre jüdischen Vettern und Vettersvettern sind jetzt die 
geistigen Hauptwortführer -soweit man bei ihnen überhaupt von Geist sprechen kann - des 
plutokratischen Krieges, den England und Frankreich gegen das Reich vom Zaune 
gebrochen haben. Aber wie damals, so machen sie sich auch heute stärker als sie sind. Sie 
tun so, als könnten sie vor lauter Kraft, wie man in Berlin sagt, nicht loofen. Sie gediehen 
immer nur, wenn unser Volk uneins war, wie ja auch England seine Weltherrschaft über 
Europa und über die ganze Erde nur aufrichten konnte, weil das deutsche Volk sich nur sehr 
selten der ihm innewohnenden Kraft bewußt wurde oder sie gar in inneren Kämpfen 
vergeudete. Deshalb lief ja auch das Bestreben der westlichen Plutokratie immer darauf 
hinaus, das deutsche Volk innerlich zu zerreißen und aufzuspalten, weil sie Deutschland nur 
so niederhalten konnte. 

Wenn das deutsche Volk im Verlaufseiner vielhundertjährigen 
-244- 

Geschichte nicht immer nur groß und tapfer, sondern auch klug und zielbewußt geführt 
gewesen wäre, so würden wir heute eine gänzlich freie, unabhängige imperiale Nation sein. 
Wir sind im Verlauf unserer Geschichte niemals so recht zum Zuge gekommen. Wir müssen 
deshalb heute alles das, was wir in unserer Geschichte versäumt haben, nachzuholen 
versuchen. Deutschlands Zeit ist nicht abgelaufen, unsere Zeit beginnt erst. 
Wenn wir beispielsweise das tragische Verhängnis näher ins Auge fassen, das infolge des 
Dreißigjährigen Krieges über das deutsche Volk hereinbrach, wenn wir uns 
vergegenwärtigen, wieviel an deutscher Volkskraft wir damals verbrauchten, um Probleme 
zu lösen, deren Bedeutung heute vollkommen verblaßt ist, so bekommen wir eine ungefähre 
Vorstellung davon, wieviel wir allein durch diese eine völkische Tragödie verloren haben. 
Zwar können wir uns heute kaum noch vorstellen, daß wir einmal um die Frage 
"Protestantismus oder Katholizismus?" dreißig Jahre lang Krieg geführt haben; aber die 
machtpolitischen Folgen dieses verheerenden Waffenganges sind geblieben. Der 
Westfälische Frieden löste Deutschland in seine einzelnen Bestandteile auf Das größte 
Reich der nachantiken europäischen Geschichte wurde zerschlagen. Da erst erhielt 
Frankreich das Elsaß, das rechtsrheinische Breisach und dazu das Recht, schutzeshalber 
eine Besatzung in der Festung Philippsburg zwischen Heidelberg und Karlsruhe zu halten 
mit Durchmarschrecht dieser Festungstruppen. Schweden erhielt Vorpommern mit Stettin, 
Wismar und die Bistümer Bremen und Verden. Da erst wurde die Unabhängigkeit der 
Schweiz und der Niederlande anerkannt; die dezimierte Bevölkerung Deutschlands zählte 
nur noch 3,6 Millionen. Das Reich aber wurde in 400 Reichsstände zerlegt; rund 2000 
Enklaven wurden zugunsten, der kleinen Dynastien errichtet. Der Kaiser selbst aber war 
ohne Macht, die Fürsten erhielten ihre volle Scheinsouveränität, und damit schien die 
Zerstückelung Deutschlands für alle Zeiten gesichert. Es wurde im Westfälischen Frieden 
festgelegt, daß "in Angelegenheiten des Reiches inskünftig nichts geschehen oder 
fürgenommen werden solle, es geschehe denn mit Versammlung und Einwilligung aller 
Stände des Reiches". Gegen einen etwaigen Friedensbrecher sollten alle an dem 
Friedensschluß Beteiligten mit ihrer gesamten Macht die Waffen ergreifen und die 
Durchführung der Bestimmungen erzwingen. Da auch Frankreich zu den 
-245- 



Beteiligten gehörte, hatte es also das Recht, sich als Garant des Friedens jederzeit auch in 
innerdeutsche Verhältnisse einzumischen. 

Das war das furchtbare Ergebnis eines dreißigjährigen furchtbaren Krieges, der Deutschland 
bis an den Rand des Abgrundes brachte. Welcher Anstrengungen es bedurfte, e, um das 
Reich allmählich wieder zur Höhe emporzuführen, das wissen wir aus der preußischen und 
deutschen Geschichte. 

Friedrich der Große war der erste, der, diesen Zustand innerer deutscher Ohnmacht langsam 
überwindend, von Preußen aus begann, eine neue Reichsidee zu bilden. Welch eines Mutes 
und welch einer vermessenen Kühnheit bedurfte es, angesichts des verzweifelten inneren 
Zustandes des Reiches den Plan zu fassen, von Preußen aus eine neue deutsche 
Machtbildung zu versuchen. Wie oft stand Preußen im Siebenjährigen Krieg nahe vor dem 
Zusammenbruch? Nach der verlorenen Schlacht von Kolin am 18. Juni 1757 rückten 
Franzosen.. Russen, Schweden und die Reichsexekutionsarmee gegen das kleine 
geschlagene Heer Friedrichs vor. Aber trotzdem griff er an. In der Schlacht bei Roßbach am 
5. November 1757 trat er mit 22000 Preußen 50000 Franzosen und sonstigen Truppen 
entgegen. Er schrieb damals an seine Schwester Wilhelmine: "Wir können wohl unglücklich 
sein, aber nicht ehrlos." Vor der Schlacht bei Leuthen am 5. Dezember 1757 wandte er sich 
in einer Rede an seine Generale: "Ich werde gegen alle Regeln der Kunst die beinahe 
dreimal stärkere Armee des Prinzen Karl angreifen, wo ich sie finde. Ich muß diesen Schritt 
wagen, oder es ist alles verloren. Wir müssen den Feind schlagen oder uns von seinen 
Batterien begraben lassen." Am 12. August 1759 erleidet er seine vernichtendste 
Niederlage bei Kunersdorf Preußen steht vor dem Zusammenbruch. Der König schreibt, 
niedergebeugt vor Schmerz und gram, in einem Brief an seinen Minister Graf Finckenstein: 
"Ich habe keine Hilfsmittel mehr. Ungelogen - ich halte alles für verloren. Den Untergang 
meines Vaterlandes werde ich nicht überleben." Aber schon vier Tage nach der Schlacht 
rafft der große Reichsidee, deren Gestaltung von Friedrich dem Großen begonnen und 
König sich aufs neue auf. In einem Brief an seinen Bruder Heinrich von Bismarck 
fortgesetzt wurde. Er vollstreckt heute ein geschichtliches erklärt er: "Rechnen Sie darauf, 
daß ich, solange ich die Augen offen habe, den Staat aufrechterhalten werde, wie es meine 
Pflicht ist." Scheinbar hoffnungslos beginnt das Kriegsjahr 1760. Dann erringt er den Sieg 
-246- 

bei Liegnitz gegen eine fast dreifache Übermacht. Bis zum Jahre 1763 schlägt er sich mit 
heroischer Kühnheit durch und begründet dann als geschichtliches Ergebnis des 
Siebenjährigen Krieges das neue Preußen. 

Es ist also nicht an dem, als sei das Reich, in dem wir heute leben und atmen, das Ergebnis 
des Zufalls oder eines unverdienten Glückes. Wenn die preußische Idee Friedrichs des 
Großen von Bismarck zur Reichsidee weiterentwickelt wurde, so war auch sein Kampf um 
das neue Deutschland von tausend Schwierigkeiten, ja manchmal von der tödlichsten 
Bedrohung der Existenz seines historischen Werkes begleitet. Schon als er im Jahre 1862 
zum Ministerpräsidenten berufen wurde, schollen ihm aus dem ganzen Lande 
Schmähartikel, Hohn, Haß und Abscheu entgegen. Er wandte sich in seiner berühmten 
Landtagsrede gegen seine Widersacher mit dem Wort, daß nicht durch Reden und 
Majoritätsbeschlüsse die großen Fragen der Zeit entschieden würden. In jedem seiner drei 
Kriege würfelte er um die Existenz Preußens, jedesmal mußte er sich die bange Frage 
vorlegen, wie sich die europäischen Mächte zu seinen verwegenen Entschlüssen stellen 



würden. Auch nach dem großen Sieg über Frankreich 1870/71 und nach der 

Neubegründung des Kaiserreiches 

unter Preußens Führung war er noch der Feindschaft der parlamentarischen Parteien 

ausgeliefert. Im Jahre 1888 aber konnte er dann in seiner großen Reichstagsrede zur 

Militärvorlage mit Stolz erklären: "Wenn wir in Deutschland noch einmal Krieg führen mit 

der vollen Wirkung unserer Nationalkraft, so wird es ein Krieg sein, mit dein alle, die ihn 

mitmachen, alle, die ihm Opfer bringen, kurzum, mit dem die ganze Nation einverstanden 

ist. Es muß ein Volkskrieg sein." 

Sein Staat war noch ein Staat der Fürsten, in seiner ganzen Struktur an die Zeit und ihre 

Gegebenheiten gebunden. Der Weltkrieg hat dann jene große Revolution vorbereitet, die - 

in der Novemberrevolte 1918 schmählich verfälscht - erst im Nationalsozialismus ihre volle 

Auslösung gefunden hat. Der Führer ist der Vollender der neuen deutschen Schicksal, dem 

wir alle in Ehrfurcht und Treue dienen. 

Sein Werk ist der deutsche Volks- und Sozialstaat. Er begründete das erste Volksreich der 

Deutschen. Es umschließt über 80 Millionen 

-247- 

Menschen gleicher Art, gleicher Sitte und gleicher Rasse. Diese wohnen in einem 
geschlossenen Siedlungsraum in Mitteleuropa. Das deutsche Volk ist unüberwindlich an 
Kraft und Intelligenz. Es hat ein Recht, von der übrigen Welt die Erfüllung seiner vitalen 
Lebensansprüche zu fordern. Es hat sich im Laufe der vergangenen sieben Jahre im Innern 
eine neue soziale Ordnung gegeben. Es verwirklicht in ihr die edelste Form der Demokratie: 
es regiert sich selbst durch seine besten Söhne. Seine Führung ist nicht abhängig von 
kleinen Cliquen von Dynasten oder Kapitalisten; sie gehorcht ausschließlich dem Gesetz 
des Volkswohles. Das deutsche Volk ist damit zum erstenmal in seiner Geschichte einig 
geworden. In seiner Einheit liegt seine Kraft. 

In dieser Einheit aber schon sieht die sterile plutokratische Welt des Westens eine 
Herausforderung. Das deutsche Volk hatte wie der Führer die ernste Absicht, in Frieden zu 
leben und in Ruhe seiner Arbeit nachzugehen. Wenn die plutokratische Welt ihm den ihm 
gebührenden Anteil an den Reichtümern der Erde vorenthielt, so hat es sich dagegen auf 
seine Weise friedlich zu helfen versucht. Im Vierjahresplan hat es sich eine großartige 
Organisation dieser wirtschaftlichen Selbsthilfe geschaffen. Aber selbst das wollte die 
plutokratische Welt nicht zulassen. Sie wollte Deutschland weiter in Abhängigkeit halten. 
Sie wollte das Reich für ewige Zeiten auf das Niveau des Westfälischen oder doch 
mindestens des Versailler Friedens zurückdrängen. Schon die Tatsache, daß Deutschland 
einig war und zur Selbsthilfe schritt, empfand diese plutokratische Welt als eine 
Provokation. Deshalb überfiel sie das Reich in dem ihr günstig erscheinenden Augenblick. 
Der Krieg ist damit Wirklichkeit geworden; die plutokratische Welt hat Deutschland zum 
Existenzkampf herausgefordert. 

Was verstehen wir nun unter Plutokratie? Die Plutokratie ist jene Art der politischen und 
wirtschaftlichen Führung, in der ein paar hundert Familien, die alles andere, nur keine 
sittliche Berechtigung dazu mitbringen, die Welt beherrschen. Sie beurteilen und behandeln 
die großen Völkerprobleme nicht nach den Interessen der Völker selbst, sondern 
ausschließlich nach ihren eigenen Geldsackinteressen. Ihr ganzes Bestreben läuft darauf 
hinaus, die Völker diesen Interessen dienstbar zu machen. Sie sind damit eine europäische, 
ja, eine Weltgefahr geworden. 
-248- 



Diese Art von Plutokratie sehen wir heute vor allem in England am Werke. Ihr ist unser 
neuer sozialer Volksstaat schon auf Grund ihres durchaus kapitalistischen Charakters ein 
Dorn im Auge. Sie fürchtet, daß er eventuell in der Welt, vor allem in ihrer Welt, Schule 
machen könnte. Darum hat sie das Reich mit Krieg überzogen. Ihre lügnerische 
Behauptung, daß Deutschland die Welt erobern wolle, ist nur eine faule Ausrede; was soll 
diese auch bedeuten angesichts der Tatsache, daß heute der größte Teil der Erde von der 
westlichen, vor allem der englischen Plutokratie beherrscht wird! 

Zur Plutokratie gehört wie der Absatz zum Schuh jene widerliche Art von politischer 
Heuchelei, die fromme Sprüche und Gebete murmelt, während sie die ganze Welt in ihre 
brutale und räuberische Tyrannei zwingt. 46 Millionen Engländer besitzen 40 Millionen 
Quadratkilometer der Erde. Im französischen Mutterlande leben 80 Menschen auf einem 
Quadratkilometer; daneben besitzt Frankreich 9 Millionen Quadratkilometer Kolonialraum. 
Deutschland dagegen lebt mit seinen 80 Millionen Menschen auf 600000 
Quadratkilometern; bei uns müssen also 140 Menschen mit einem Quadratkilometer 
auskommen. Das ist das schreiende geschichtliche Umecht, das man uns Deutschen 
aufgezwungen hat und mit Gewalt und Krieg weiter aufzwingen will. 
Das ist das, was wir unter Plutokratie verstehen: Eine zahlenmäßig begrenzte westlerische 
Herrenschicht hat sich in den Besitz der Erde gesetzt und versucht nun, den aufstrebenden 
jungen Völkern den Platz an der Sonne zu verwehren und ihnen eine ihrer Zahl und ihrem 
Wert angemessene Höherentwicklung vorzuenthalten. Mit welchen Methoden, das hat 
Winston Churchill einmal im Burenkrieg mit den zynischen Worten zum Ausdruck 
gebracht: "Es gibt nur ein Mittel, den Widerstand zu brechen: das ist die härteste 
Unterdrückung. Mit anderen Worten: wir müssen die Eltern töten, damit ihre Kinder 
Respekt vor uns haben." 

Diese Plutokratie aber hält ihr tyrannisches Regiment nicht nur über andere Völker aufrecht, 
sie zwingt auch ihre eigenen Völker in die unsozialste Sklaverei, die die Geschichte jemals 
sah. Der bekannte irische Dichter Bernard Shaw schrieb darüber noch am 6. Dezember 1935 
in der "Yorkshire Post": "Der Boden Englands besteht vorwiegend aus den sterblichen 
Überresten englischer Männer und Frauen, die über 
-249- 

arbeitet und unterernährt gewesen sind von der Zeit an, wo sie als kleine Kinder zuerst in 
der Lage waren zu arbeiten bis zu ihrem Tode im Arbeitshaus." 

Das ist die britische Plutokratie in Reinkultur, jene Plutokratie, die heute noch bei allen 
humanen Phrasen in England die Prügelstrafe aufrechterhält und sie mit einer 
"neunschwänzigen Katze" vollziehen läßt, deren Narben das Leben hindurch bleiben; jene 
Plutokratie, die, wenn sie es könnte, sofort in der ganzen kultivierten Welt wieder den 
Sklavenhandel einführen würde, aus dem sie ja auch die Begründung ihres Reichtums 
herleitet. Heute, mitten im Kriege, zählt das plutokratische England noch am 31. Januar 
1940 1380000 Arbeitslose. Wie sollte ihm unser sozialer Volksstaat nicht ein Dorn im Auge 
sein! Es hat seine eigenen Arbeiter proletarisiert in einem Ausmaße, von dem wir uns gar 
keine Vorstellung machen können. Jetzt möchte es die jungen, aufstrebenden Völker, vor 
allem Deutschland, für alle Zeiten zu Proletariern stempeln. 

Dieses England maßt sich an, die Welt zu beherrschen! Es bringt das heute auch ganz 
unverblümt zum Ausdruck. Wenn die Chamberlain und Churchill heuchlerischerweise 
behaupten, sie wollten sich nur gegen die deutsche Aggression zur Wehr setzen, sie führten 
gegen das deutsche Volk nichts Böses im Schilde, sie verfolgten nur das Ziel, den 
Hitlerismus zu vernichten, so werden sie von ihren eigenen literarischen und 



journalistischen Wortführern Lügen gestraft. Kürzlich veröffentlichte die deutsche Presse 
den Brief eines britischen Diplomaten, den er von Peking an eine verwandte Familie nach 
England geschrieben hatte. Dabei lüftete dieser Diplomat, weil er sich unbeobachtet glaubte, 
ganz naiv und dummfrech die Maske der englischen Heuchelei. Er erklärte ganz 
unumwunden, "er sehe in diesem Kriege eine ungeheure Tragödie, in der das deutsche Volk 
zum Wohl der ganzen Menschheit geopfert werden müsse. Es stehe fest, daß zwei so 
dynamische Völker wie England und Deutschland nicht in der gleichen Welt 
zusammenleben könnten. Die Welt sei nicht groß genug für sie; einer müsse gehen. Er sei 
deshalb der Ansicht, daß Deutschland und nicht nur Hitler vernichtet werden müsse, 
so daß es sich niemals wieder erholen könne. Es dürfe kein Mißverständnis darüber geben, 
daß Hitler und Deutschland ein Begriff seien. Wenn er sage, 
-250- 

Deutschland müsse zerstört werden, so meine er damit, es müsse zerstört werden als ein 
erstrangiger Machtstaat. Der einzige ernsthafte Rivale, der die englische Vorherrschaft in 
Frage stelle, sei Deutschland, und deshalb müsse es zerstört werden." 

Und dann gibt dieser englische Diplomat eine klassische Definition der britischen Moral, 
die heute von den Chamberlain und Churchill so laut im Munde geführt wird; er erklärt: "Da 
unsere in der Vergangenheit begangenen Missetaten uns in die Lage versetzt haben, daß wir 
zur Zeit anscheinend moralisch handeln können, sollten wir diese unsere Gelegenheit 
benutzen, um die moralische Ordnung der Welt zu fördern." 

So sieht also ein englischer Diplomat das europäische Gemeinschaftsleben. England hat 
durch eine Kette von Unmoralitäten sein Weltreich aufgerichtet. Es ist heute, wie dieser 
offenherzige britische Diplomat erklärt, in der glücklichen Lage, "zur Zeit anscheinend 
moralisch handeln zu können"; es soll sich also diese Gelegenheit, die nach englischen 
Begriffen moralische Ordnung der Welt zu fördern, nicht entgehen lassen. 
Hier sehen wir die plutokratischen, frommen Engländer unter sich. Es nützt dem Londoner 
Rundfunk nichts, wenn er auf Befehl des englischen Lügenministeriums erklärt, daß es sich 
hier um den Brief "eines jungen, naseweisen Burschen" handle, der "als Student an der 
Pekinger Botschaft" tätig sei. Dieser "junge, naseweise Bursche" ist ein englischer 
Vizekonsul, und er hat einmal ausnahmsweise das geschrieben, was die britischen 
Plutokraten sonst nur denken oder sich in ihren Klubs und Konventikeln, wenn sie sich 
unter sich glauben, auch wohl heimlich und mit Wohlgefallen zuflüstern. Hier sehen wir die 
englischen Plutokraten ohne Gebetbuch. Hier haben sie die Röcke ausgezogen und die 
Hemdsärmel aufgekrempelt. Ihre Bibeln haben sie in die Ecke gefeuert, da sie nur für den 
öffentlichen Gebrauch bestimmt sind, und nun erscheinen sie vor den Augen der staunenden 
Mitwelt wieder als jene uns aus ihrer Geschichte ja längst bekannten brutalen und zynischen 
Egoisten, denen die Moral nur ein bequemes Aushängeschild ist. Hier unterhalten sie sich in 
dem ihnen eigenen ordinären Jargon wie die alten Vetteln, wenn sie vom Gottesdienst 
zurückkehren und schlüpfrige Jugenderinnerungen austauschen. 
Wir haben sie längst durchschaut. Uns imponieren ihre Phrasen von 
-251- 

Humanität und Zivilisation nicht mehr. Wir entdecken dahinter die wut- und haßentstellte 
Fratze jener Plutokratie, die im heutigen England ihre machtpolitische Verkörperung 
erfahren hat. Das kapitalistische Britentum ist erkannt. Wir können jenem englischen 
Diplomaten nur dankbar sein, daß er durch seinen etwas unvorsichtigen Brief in das 
geheimnisvolle Dunkel der englischen Kriegführung hineingeleuchtet hat. Wir können nur 



dankbar sein all den anderen literarischen und journalistischen Wortführern des englischen 
Krieges, die aus ihrer Meinung im Gegensatz zu den offiziellen Persönlichkeiten nur wenig 
Hehl machen. 

Herr Chamberlain hat sich am ersten Kriegstage in einer Rede an das deutsche Volk 
gewandt. Woher er die Qualifikation dazu nahm, hat er uns dabei leider nicht verraten. Er 
erklärte in dieser heuchlerischen Ansprache, daß England nicht die Absicht habe, das 
deutsche Volk anzugreifen; es wolle vielmehr dem deutschen Volk nur einen Liebesdienst 
tun, indem es uns Deutsche von der Tyrannei des Hitlerismus befreie. Wer England dazu 
aufgefordert hat und ob das deutsche Volk überhaupt von ihm befreit werden will, 
verschweigt Herr Chamberlain wohlweislich. Das Kriegsziel Englands besteht nach ihm 
also nur darin, den Hitlerismus zu vernichten. 

Diese plumpe, dummdreiste Lüge kennen wir! England hat bekanntlich in seiner ganzen 
Geschichte niemals gegen Völker, sondern immer nur gegen Systeme gekämpft, die es 
dabei nicht verfehlte, als besonders niederträchtig und verachtenswert vor der Welt 
anzuprangern. Es hat auch im Weltkrieg nicht gegen das deutsche Volk gefochten, sondern 
nur gegen den "Kaiserismus" - was es dann allerdings nicht daran hinderte, dem deutschen 
Volk im Versailler Vertrag das schimpflichste Friedensdiktat aufzuzwingen, das jemals 
einem Kulturvolk zugemutet wurde. Es hat auch im Burenkrieg nicht gegen die Buren 
gekämpft, sondern nur gegen den Krügerismus - was es bekanntlich nicht daran hinderte, 
die Kinder und Frauen der kämpfenden Buren in Konzentrationslager zu sperren und sie 
dort verheerenden Seuchen und schleichendem Hungertod preiszugeben. Auch diesmal will 
es nicht gegen das Reich oder gegen das deutsche Volk kämpfen, da sei Gott davor; es will 
nur in Vollzug seines ihm von einer höheren sittlichen Ordnung anvertrauten Auftrags den 
Hitlerismus beseitigen. 
-252- 

Aber das deutsche Volk ist durch die Erfahrungen der letzten drei Jahrzehnte zu gewitzt 
geworden, um auf diesen durchsichtigen Schwindel noch einmal hereinzufallen. England 
will den Hitlerismus beseitigen, um das Reich zu fällen; es will das Reich fällen, um das 
deutsche Volk zu vernichten. So lautet das Kriegsziel, das die englische Plutokratie sich 
gesetzt hat! Das ist die Wahrheit, und so sehen die britischen Humanitätsfanatiker bei Licht 
besehen aus. So auch unterhalten sie sich, wenn sie unter sich sind. Der "junge Bursche", 
der den eben genannten berüchtigten Brief schrieb - der "Student" der "Pekinger Botschaft" 
-, spricht die unverfälschte Sprache der britischen Plutokratie mit Dialekt. Er unterscheidet 
sich von den Chamberlain und Churchill nur dadurch, daß er das sagt, was er denkt. 
Das deutsche Volk muß sich also im klaren darüber sein, daß es in dieser kriegerischen 
Auseinandersetzung zwischen dem Reich und der westlichen Plutokratie auf Leben und Tod 
geht. Ein Ausweichen ist jetzt nicht mehr möglich. England hat den Plan gefaßt, das Reich 
zu vernichten 

und es wieder auf den Zustand des Westfälischen Friedens zurückzuwerfen. Wir wissen 
also, woran wir sind. Wir brauchen uns keine Illusionen mehr zu machen. Wenn die 
englische Plutokratie zum Erfolg käme, so würde sie keinen Augenblick zögern, das 
deutsche Volk in seiner Gesamtheit zu vernichten. 

Das haben auch alle Deutschen sehr klar erkannt. Wenn man sich im neutralen Ausland 
manchmal darüber wundert, daß wir diesen Krieg, ja nicht einmal den triumphalen Sieg 
über Polen mit lauten und rauschenden Siegesfeiern festlich begehen, so können wir darauf 
nur zur Antwort geben, daß dieser Krieg für uns eine Angelegenheit festester 
Entschlossenheit ist. Wir brauchen für eine Sache, die notwendig und unabweisbar ist, kein 



Strohfeuer der Begeisterung anzufachen. Wir Deutschen sind uns darüber klar geworden, 
daß den englischen Provokationen und Rechthabereien ein Ende gemacht werden muß. Wir 
wollen es nicht länger dulden, daß ein ganzer Erdteil unter die freche und heuchlerische 
Vormundschaft einer kleinen plutokratischen Clique gestellt wird. Wir glauben, damit ganz 
Europa einen Dienst zu tun. 

Darum brauchen wir uns über den Krieg auch keine Illusionen mehr zu machen. Wir 
unterschätzen unseren Gegner nicht, aber wir über 
-253- 

schätzen ihn auch nicht. Wir kennen auf das genaueste unsere Hilfsmittel, aber auch die 
seinen. Keinen Augenblick jedoch zögern wir, in der Rechnung für die kommenden Dinge 
auch jene unwägbaren Werte des Glaubens mit einzukalkulieren, die die deutsche Nation in 
den letzten sieben Jahren so stark und unüberwindlich gemacht haben. Die englischen 
Plutokraten sollen sich ruhig für den Hausgebrauch eine Revolution in Deutschland an die 
Wand malen, ja selbst sogar daran glauben. Das haben ihnen die jüdischen Emigranten, die 
Deutschland bei Nacht und Nebel verließen, ins Ohr geblasen. Das aber beweist die 
Geschichte, daß Emigranten immer die schlechtesten Ratgeber sind. Und diese Sorte von 
Ratgebern hat sich einmal schon über uns so verhängnisvoll getäuscht, als wir ihnen auf 
innerpolitischem Gebiet begegneten. Immer wenn sie sich täuschten, haben sie eine gute 
Gelegenheit nach der anderen verpaßt. Ja, man könnte fast sagen, daß der Aufstieg der 
nationalsozialistischen Bewegung zum Teil die Geschichte der verpaßten Gelegenheiten 
ihrer Gegner war. Sie sollen heute getrost unsere U-Boote am laufenden Band versenken, so 
daß danach auf dem Grunde des Meeres fast mehr deutsche U-Boote ruhen, als wir 
überhaupt besitzen; sie sollen ruhig die Güte und Brauchbarkeit unserer Waffen bezweifeln, 
die Qualität unserer Flugzeuge ironisieren; sie können uns dadurch nicht nervös oder 
kopfscheu machen. Auch die polnische Herrenkaste, die Deutschland im Sommer des 
vergangenen Jahres herausforderte, hat sich solchen Täuschungen hingegeben. Sie hat sich 
und dem polnischen Volk vorgeschwindelt, daß es in Deutschland nichts mehr zu essen 
gäbe, daß unsere Soldaten miserabel gekleidet seien, ja in Zivil Militärdienst machten, daß 
unsere deutschen Waffen gar nichts taugten, daß die deutschen Tanks aus Pappe beständen 
und ähnliches. Die Folge davon war, daß ganze polnische Kavallerieregimenter mit 
gezogenem Degen gegen deutsche Tanks anritten in der Annahme, sie könnten die 
Pappwände dieser Tanks mit der blanken Waffe durchstoßen. Sie dachten immer nur an die 
Vernichtungsschlacht, die sie Deutschland nach Voraussage ihrer Führung vor den Toren 
von Berlin liefern wollten; und ehe sie sich versahen, waren sie in einem Blitzfeldzug von 
achtzehn Tagen zu Boden geworfen. Dann kam ein Erwachen, fürchterlicher, als selbst wir 
es geglaubt hatten. Erst waren sie monatelang mit Hohn und 
-254- 

überlegenem Spott über Deutschland hergefallen, und dann brach der polnische Saisonstaat 
unter den Vernichtungsschlägen der deutschen Wehrmacht zusammen. Was sollte uns heute 
dazu veranlassen, die englischen Drohungen und Großsprechereien ernster zu nehmen, als 
sie das verdienen? Wir gehen mit souveräner Verachtung darüber hinweg. 
Wenn ein maßgebender englischer Journalist erklärt, "der Polnische Korridor müsse 
abgeschafft werden, indem Ostpreußen an Polen komme, ebenso seien die sudetendeutschen 
Gebiete wieder unter die Herrschaft des kommenden tschechischen Staates zu stellen, und 
die in diesen Gebieten lebenden unliebsamen Deutschen müßten deportiert werden; die 
alliierten Regierungen dürften diesmal nicht wieder in den Fehler verfallen, die 



Friedensbedingungen so milde durchzuführen wie jene von Versailles, denn darin liege die 
Wurzel zu neuen Konflikten" - so zieht das deutsche Volk aus diesen Erklärungen seine 
harten Lehren. Wenn der französische Marineminister Campinchi erklärt, "der 
Friedensvertrag, der den nächsten Krieg beenden werde, müsse nach dem Muster des 
Westfälischen Friedens ausfallen und das Reich völlig zerstückeln und in seine Teile 
zerlegen", so wissen wir gottlob alle, woran wir sind. Und wenn gar eine englische 
Schreiberseele in der Zeitschrift "Cavalcade" mit geradezu widerlicher Heuchelei erklärt: 
"Ist es das deutsche Volk,' das wir hassen, oder das Böse, das in ihm steckt? Aus dem Alten 
Testament haben wir gelernt, wie mehr als einmal auf Befehl Gottes eine ganze Generation 
ausgerottet werden mußte; offensichtlich gab es keinen anderen Weg, um das Böse 
loszuwerden, das sich in gewissen Nationen eingenistet hatte. Wir finden sogar, daß bei 
einer Gelegenheit diejenigen, die Gottes Befehl der Ausrottung eines gewissen Volkes dicht 
nachkamen, selbst gezüchtigt wurden. Befinden wir uns jetzt nicht in der Zeit, von der die 
Bibel spricht?", so kann man mit Fug und Recht darauf zur Antwort geben: ja, gewiß 
befinden wir uns jetzt in dieser Zeit, nur umgekehrt gesehen, als sich das diese englische 
Schreiberseele vorstellt! 

Im übrigen haben unsere Gegner nie anders gehandelt. Sie haben die nationalsozialistische 
Bewegung und ihre Führung stets unterschätzt und sind deshalb ihren vernichtenden 
Schlägen meistens unvorbereitet und gänzlich ahnungslos entgegengetreten. Unsere alten 
Parteigenossen 
-255- 

erinnern sich gewiß noch der Jahre von 1925 bis 1930. Da höhnten unsere innerpolitischen 
Gegner und ihre außenpolitischen Schrittmacher über die nationalsozialistische Bewegung, 
übergössen den Führer mit Geifer, Hohn und Verachtung, witzelten über den 
"Bierkellerputsch" vom November 1923 in München, von dem die nationalsozialistische 
Bewegung sich niemals wieder erholen werde, Damals hätten sie noch Zeit und 
Möglichkeiten genug gehabt, die nationalsozialistische Bewegung durch das Übergewicht 
ihrer Macht zu erdrücken. Sie haben es nicht getan, weil sie uns nicht ernst nahmen und sich 
in ihrer Selbsttäuschung über uns nur Illusionen machten. Als wir dann am 14. September 
1930 mit 107 Mandaten in den Reichstag einzogen, erklärten sie zu ihrer eigenen 
Beruhigung, das sei eine Fieberkurve, die ebenso schnell wieder absteigen werde, wie sie 
hochgestiegen sei. Da hätten sie uns vielleicht auch noch erledigen können. Aber wiederum 
taten sie es nicht, weil sie uns nicht ernst nahmen. Als es dann zu spät war, im Frühling und 
Sommer 1932, gründeten sie die sogenannte "Eiserne Front", schlössen parlamentarische 
Gruppen und Verbände zusammen in der Annahme, daß man aus 10 Toten einen 
Lebendigen machen könne. Noch im Januar 1933, als die nationalsozialistische Bewegung 
im Wahlkampf in Lippe zum letzten vernichtenden Schlag ansetzte, höhnten sie in ihren 
feilen Zeitungen: "Hitler geht aufs Land - ein sichtbares Zeichen für den Zusammenbruch 
der nationalsozialistischen Bewegung!" Man lese noch einmal die Leitaufsätze, die die 
jüdischen Journalisten, heute die geistigen Wortführer des plutokratischen Krieges gegen 
Deutschland, am 29. Januar 1933 in den Berliner Judenblättern aller Schattierungen gegen 
den Nationalsozialismus schrieben, und erkenne die Wahrheit des Wortes: "Wen der Herr 
strafen will, den schlägt er zuvor mit Blindheit." 

Aber wie immer, so handelten sie nach verlorener Schlacht auch hier. Am Abend des 30. 
Januar überließen sie die von ihnen verführten Anhänger ihrem tragischen Schicksal; sie 
selbst aber saßen in den Nachtzügen, die sie über die rettende Grenze hinwegtrugen. Haben 
sie etwa aus dieser Katastrophe gelernt? Nein. Vom sicheren Port des Auslands aus 



erklärten sie, daß der Nationalsozialismus höchstens sechs Wochen an der Macht bleiben 
werde. Als die sechs Wochen um waren, erhöhten sie unsere Gnadenfrist auf sechs Monate. 
Aus den sechs Monaten sind 
-256- 

mittlerweile sieben Jahre geworden. Sie standen im Verlauf dieser sieben Jahre im Lager 
von Schuschnigg, machten ihm den Rücken steif, bis das österreichische Terrorregime unter 
der Wucht des nationalen Aufstandes des deutschösterreichischen Volkes zusammenbrach. 
Von Wien flüchteten sie nach Prag und führten dann für Benesch das große Wort. Als 
Böhmen und Mähren besetzt wurden, brachen sie wieder ihre Zelte ab und zogen nach 
Warschau. Hier wiegelten sie die Straße gegen das nationalsozialistische Deutschland auf. 
Nun traten sie für Beck und Genossen ein, fabrizierten Schlagworte von der Zerhackung der 
deutschen Armee bei Berlin, logen, die deutschen Waffen taugten nichts, und es bedürfe nur 
einer geringen Anstrengung für die polnische Armee, um Deutschland in Stücke zu 
schlagen. Polen wurde zu Boden geworfen, und nun sitzen sie in London und Paris und 
führen von dort aus das große Wort. Man braucht kein Prophet zu sein, um haargenau 
voraussagen zu können, wie das enden wird. Wo sie auftauchen, da riecht es nach 
Untergang und Verwesung. Wenn man nichts von Politik verstände, so müßte man aus den 
bisher mit ihnen gemachten Erfahrungen wissen, daß die Sache, die diese verwahrlosten 
journalistischen Subjekte vertreten, schon an sich verloren ist. Jetzt machen sie die 
deutschfeindliche Propaganda für die Chamberlain und Churchill. Hier treffen sich zwei 
Gruppen von politischen Unterweltsfiguren, die einander wahrhaft würdig sind. 
Die englischen Plutokraten hatten sich eine bequeme Kriegsrechnung aufgemacht. Sie 
hatten sich den Überfall auf Deutschland so ausgedacht, daß in kurzer Zeit das 
nationalsozialistische Regime durch eine innere Revolution gestürzt würde. Es wäre dann 
für sie ein leichtes gewesen, das führerlos gewordene Reich ein zweites Mal zu Boden zu 
schlagen und ihm einen neuen, diesmal aber endgültig vernichtenden Friedensvertrag 
aufzuzwingen. 

Die ganze Tendenz ihrer deutschfeindlichen Propaganda lief deshalb darauf hinaus, mit 
scheinheiligen Phrasen das deutsche Volk zu verwirren und es an der Sicherheit und 
Gradlinigkeit seiner Führung irrezumachen. Chamberlain selbst leitete ja diese Methode mit 
seiner berüchtigten Ansprache an das deutsche Volk am ersten Kriegstag ein. Aber er 
mußte, gewiß zu seinem maßlosen Erstaunen, bemerken, daß 
-257- 

in Deutschland niemand auf ihn hörte. Das deutsche Volk hatte in den vergangenen sieben 
Jahren gelernt, nur noch dem Wort seines Führers Gehör zu schenken. Wenn man sich heute 
vergegenwärtigt, daß ein ausländischer Diplomat eines deutschfeindlichen Staates in Berlin 
noch kurz vor Ausbruch dieses Krieges an seine Regierung berichtete, er nehme an, daß, 
wenn der Krieg Tatsache werde, der Nationalsozialismus in Deutschland in fünf Tagen 
durch eine innere Revolution gestürzt werde, so weiß man, auf welchen katastrophalen 
Illusionen die plutokratische Kriegsrechnung aufgebaut ist. 

So also schätzen sie dich, deutsches Volk, ein! Einmal, im November 1918, ist ihnen das 
verruchte Experiment gelungen, dich in eine Revolution zu stürzen und dich dann in deiner 
Wehrlosigkeit brutal niederzuschlagen. Dieses Experiment wollten sie noch einmal 
wiederholen. Gleich bei Beginn des Krieges legten sie wieder die alten, etwas abgespielten 
Grammophonwalzen auf Wiederum erheben- sie gegen die deutsche Führung scheinheilige 
Anklagen, die aufs Haar genau denen gleichen, die sie im Weltkrieg gegen das Reich 



erhoben haben; diesmal nur mit dem Unterschied, daß in all diesem wirren Zeug eine 
Behauptung der anderen widerspricht. Die jüdischen Emigranten, die heute ihre Ratgeber 
sind, können ihnen nur wenig dienen. Sie haben ein Deutschland vor Augen, das vielleicht 
im Jahre 1932 noch vorhanden war, heute aber längst nicht mehr existiert. Und selbst das 
haben sie niemals verstanden. Sie werfen über Deutschland Flugblätter ab, die in ihrer 
bornierten Albernheit alles bisher Dagewesene weit in den Schatten stellen. Sie wenden sich 
in ihrer Rundfunkpropaganda an das deutsche Volk und ahnen anscheinend gar nicht, daß 
ihnen in Deutschland kein Mensch zuhört. Es gehört bei uns zu den selbstverständlichen 
Pflichten jedes Staatsbürgers, der ausländischen Lügenpropaganda kein Gehör zu schenken. 
Das weiß jeder Deutsche, und jeder Deutsche handelt danach. So wie der Soldat sich 
körperlich nicht selbst verstümmeln darf, um sich damit für den Krieg untauglich zu 
machen, so darf der deutsche Volksbürger sich nicht durch die feindliche Lügenpropaganda 
seelisch selbst verstümmeln, um damit, wenn auch nur einen Augenblick lang an Kampf- 
und Glaubenskraft zu verlieren. 

Was ist auch schon Rares den Rundfunkkanonaden, die von London 
-258- 

und Paris zu uns herüberdringen, zu entnehmen 1 Ich muß sie täglich berufsmäßig anhören 
und kann nur sagen, daß sie mich auf die Dauer zu Tode langweilen. Das alles haben wir 
nun schon fast 20 Jahre lang zu hören bekommen. Dort drüben an den Mikrophonen stehen 
nämlich dieselben Juden, die wir von 1918 bis 1933 zur Genüge kennengelernt haben. Es 
sind verwahrloste literarische Subjekte, die hinter der Maske des Biedermannes nur ihre 
ohnmächtige Wut verbergen und diese durch keifendes Geschimpfe abzureagieren suchen. 
Ihr Lügengestammel, aber klingt hohl und leer. Es sind dieselben, die Horst Wessel noch 
nach seinem Tode durch ihre feigen Verleumdungen zu schänden versuchten, dieselben, die 
heute das deutsche Volk verführen möchten, um es wieder in seine alte Ohnmacht 
zurückzuwerfen. Sie haben sich nicht geändert; aber Gott sei Dank hat das deutsche Volk 
sich geändert. Es erkennt sie alle wieder, und es wird auch diesmal mit ihnen fertig zu 
werden wissen. Eine ständig auf der Wacht stehende offensive deutsche Gegenpropaganda 
bleibt ihnen die Antwort nicht schuldig. Wir kennen unsere Pappenheimer. Wir 
Nationalsozialisten haben uns mit ihnen vierzehn Jahre lang 

in Deutschland herumgerauft und, wie man wohl sagen kann, mit einigem Erfolg. Wir 
wissen, wo und wie sie anzufassen sind. Es imponiert uns auch gar nicht, wenn sie im 
trauten Verein mit den Chamberlain, Churchill und Genossen die deutsche Führung 
persönlich anzugreifen versuchen. Das kennen wir, das ist alles schon dagewesen. Wir 
geben ihnen Schlag auf Schlag mit verdoppelter Wucht zurück. Wir haben ja schon einmal 
mit ihnen die Klingen gekreuzt, damals in den Jahren von 1919 bis 1933. 
Da waren wir noch eine verhältnismäßig kleine Sekte, und trotzdem haben wir ihnen, wo sie 
uns in die Quere kamen, Zunder gegeben, daß die Fetzen flogen. Heute nehmen wir ihr 
Lügengeschrei gar nicht mehr ernst. Das erledigen wir mit der linken Hand. 
Das deutsche Volk schenkt diesen lügnerischen Verleumdungen kein Gehör; es hört heute 
nur noch auf ein Kommando. Einen November 1918 wird es in Deutschland niemals, 
niemals wieder geben. Die Juden und Plutokraten sollten sich die Mühe sparen. Es lohnt 
nicht einmal das Papier, das sie dazu verwenden. Wir sind für sie und von ihnen nicht zu 
bekehren. Sie sollten nicht weiter Begriffe von Humanität und Zivilisation strapazieren, die 
ihnen ja doch völlig fremd sind und ewig 
-259- 



fremd bleiben werden. Das deutsche Volk kennt sie, und gebe Gott, daß sie das deutsche 
Volk noch einmal kennenlernen! 

Wie sollte das auch anders sein angesichts der Tatsachen, die immer härter sind als leere 
Worte. Wenn England noch einmal wie im Weltkrieg versuchen will, Deutschland zu 
blockieren, es von der Nahrungsmittelzufuhr abzuschneiden und damit seine Frauen und 
Kinder dem Hungertod preiszugeben, so ist das im Weltkrieg einmal gelungen, aber das 
gibt's eben nur einmal, das kommt nicht wieder. Im Gegenteil, die deutsche Staats- und 
Kriegführung hat die Blockade großenteils bereits wirkungslos gemacht. Der Pfeil richtet 
sich bald schon gegen den eigenen Schützen. 

Die Sicherheit des Reiches liegt in den Händen einer Wehrmacht, die die beste und 
durchgebildetste militärische Organisation darstellt, die die Geschichte jemals gekannt hat. 
Diese Wehrmacht hat in achtzehn Tagen den polnischen Staat zerschmettert. Sie ist 
entschlossen und in der Lage, auf Befehl des Führers alle Maßnahmen zu treffen und 
durchzuführen, die zur siegreichen Beendigung dieses Krieges nötig erscheinen. Hinter ihr 
steht voll innerster, geschlossenster Bereitschaft das ganze deutsche Volk. Diese 
Bereitschaft ist eine bedingungslose und totale. Sie wird geführt und repräsentiert von der 
nationalsozialistischen Bewegung und zusammengefaßt im nationalsozialistischen Staat, 
dessen Struktur bis ins Letzte durchgebildet ist. Die bestfunktionierende 
Organisationsmaschinerie, die überhaupt nur denkbar ist, gibt dem Reich und dem Volke 
den inneren Zusammenhalt. Wir sind 80 Millionen Deutsche, die um ihre vitalsten 
Lebensrechte kämpfen. Jeder deutsche Volksbürger sieht die Berechtigung und die 
Notwendigkeit dieses Kampfes ein. Jeder deutsche Volksbürger ist deshalb entschlossen, 
alles einzusetzen, um diesen Kampf zu einem siegreichen Ende zu führen. Wir wissen alle 
genau, was man mit uns machen würde, wenn man uns noch einmal zu Boden zwänge. Es 
gibt bei uns keine Unklarheit mehr. Die deutsche Nation wird mit der plutokratischen 
Welttyrannei Schluß machen. Die Gelegenheit, die sie uns aufgezwungen hat, soll 
ausgenutzt werden. 

Dabei stehen wir gar nicht an, frei und offen zu erklären, daß wir in der Durchsetzung 
unserer Lebensrechte und in der Führung dieses Krieges selbstverständlich eine ganze 
Menge von Schwierigkeiten zu 
-260- 

überwinden haben. Das liegt nun einmal in der Natur eines Krieges, daß er für das ganze 
Volk erhöhte Sorgen und Anforderungen mit sich bringt. Wir machen kein Hehl daraus, 
selbst auf die Gefahr hin, daß die Londoner und Pariser Lügenzentralen uns aufs neue das 
Wort im Munde herumdrehen. Die Schwierigkeiten, die wir überwinden, machen uns nur 
stärker. Wichtig ist nur, daß die Lasten und Schwierigkeiten gerecht verteilt werden; und 
dafür ist im nationalsozialistischen Deutschland hinreichend gesorgt. In unserem sozialen 
Volksstaat hat eine Bevorrechtung der Reichen oder Begüterten keinen Platz mehr. 
Jedermann nimmt zu gleichen Teilen an den Sorgen und Beschwernissen, die der Krieg mit 
sich bringt, teil. 

Die Hauptschwierigkeit, mit der wir uns abgemüht haben und noch abmühen müssen, ist die 
Kohlenfrage. Es ist daher ein offenes und klärendes Wort darüber am Platze. Der abnorm 
lange und strenge Frostwinter war ein Naturereignis, unter dem ganz Europa und nicht nur 
Deutschland zu leiden hatte. Der augenblickliche Kohlenmangel ist zu einem großen Teil 
auf diese Katastrophe zurückzuführen. In Wirklichkeit leidet Deutschland auch gar nicht an 
Kohlen-, sondern an Transportmittelmangel. Und zwar ist das in der Hauptsache darauf 
zurückzuführen, daß die Wasserwege, die in normalen Wintern einen großen Teil unserer 



Kohlentransporte sicherstellen, wochenlang zugefroren waren oder noch zugefroren sind. 
Die Reichsbahn selbst hatte, und das wäre auch unter normalen Verhältnissen der Fall 
gewesen, mit großen Schneeverwehungen, gefrorenen Weichen und Signalanlagen zu 
kämpfen, und zum Teil leidet sie selbstverständlich auch unter der Verdunkelung, deren 
militärische Notwendigkeit außer aller Debatte steht, die aber das Zusammenstellen der 
Transportzüge sehr verzögert. Alle diese Gründe liegen auf der Hand. Sie stellen eine Art 
von höherer Gewalt dar, gegen die Menschenkraft und Menschenumsicht wehrlos sind. 
Es stimmt auch nicht, wenn man etwa einwendet, daß hier nicht rechtzeitig vorgesorgt 
worden wäre; denn in der Zeit, in der wir hätten Vorsorgen müssen, hat die deutsche 
Wehrmacht den Polenfeldzug geschlagen, der das Reich in seiner östlichen Flanke 
freigemacht hat. Außerdem mußte die Ernte, die vielfach noch auf den Feldern lag, unter 
Dach und Fach gebracht werden. Und die deutsche Staatsführung war mit 
-261- 

Recht der Meinung, daß es im Augenblick wichtiger sei, für das tägliche Brot unseres 
Volkes zu sorgen, als die wenn auch noch so wichtige 
Kohlentransportfrage unmittelbar zu lösen. 

Es wird im Augenblick alles getan, um diesem Mangel beizukommen. Die Bevölkerung hat 
ein großes und wahrhaft beglückendes Verhalten gegenüber diesen Schwierigkeiten gezeigt. 
In großen Teilen des Reiches sind die Bürger unter Führung der Partei, der Wehrmacht und 
der Polizei zur Selbsthilfe übergegangen. Alle verfügbaren Organisationen beteiligen sich 
am Kohlentransport. Partei und HJ. helfen beim Ausladen. Es gibt ungezählte brave 
Männer, die sich für diese wichtige Aufgabe zur Verfügung gestellt haben und seit Wochen 
keinen freien Abend und keinen Sonntag mehr gekannt haben. Es wird also alles getan, um 
hier möglichst bald zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Wir wissen sehr wohl, 
wie schmerzlich es ist, in ungeheizten Räumen zu leben. Niemand aber soll dabei vergessen, 
daß es noch schmerzlicher wäre, wenn wir, statt den Polenfeldzug zum siegreichen Ende zu 
führen, Kohlen transportiert hätten und unter Umständen heute der Feind in Wirklichkeit 
vor den Toren Berlins stände. Augenblicklich kommen beispielsweise nach Berlin mehr 
Kohlen, als in normalen Wintern Bahnen und Wasserstraßen zusammen transportieren. Es 
besteht also die begründete Hoffnung, daß langsam aber sicher dieser Not gesteuert werden 
kann. Im Augenblick aber ist es notwendig, daß alle zusammenhalten, daß in einer wirklich 
nationalsozialistischen Nachbarschaftshilfe einer dem anderen hilft und wir damit um so 
schneller zur Lösung dieses schwierigen Problems kommen. 

Der abnorm harte und lange Frost hat auch Transportschwierigkeiten bei der Versorgung 
der Bevölkerung mit Kartoffeln und Gemüse mit sich gebracht. Beispielsweise ist der 
Winterspinat meist unter dem Schnee vergraben und kann im Augenblick der Bevölkerung 
noch nicht zur Verfügung gestellt werden. Die Herstellung von Sauerkraut war fast doppelt 
so groß als in anderen Jahren. Aber es ist selbstverständlich auch hier ein starkes Steigen 
des Verbrauchs festzustellen. Es mußte deshalb eine Weisung an die Fabriken ergehen, von 
Januar bis April nur eine Ausgabe bestimmter Hundertsätze zu tätigen, weil wir sonst zu 
früh auf diesem Gebiet ausverkauft wären. Die Konserven aber, mit denen wir im großen 
-262- 

Umfange eingedeckt waren, mußten aus verständlichen und für jedermann einleuchtenden 
Gründen für den Bedarf der Wehrmacht sichergestellt werden. 

Es bedarf keiner Betonung, daß die Kaufkraft des deutschen Volkes im Augenblick auf 
einer Reihe von Gebieten nicht voll befriedigt werden kann. Denn selbstverständlich bringt 



der Krieg die Notwendigkeit von Einschränkungen mit sich, die unabweisbar sind und 
deshalb von der ganzen Bevölkerung getragen werden müssen. Um so notwendiger aber ist 
es, daß sich im täglichen Warenaustausch ein festes Vertrauensverhältnis zwischen 
Verkäufern und kaufendem Publikum herausbildet, jede Hausfrau wird Verständnis dafür 
haben, daß heute nicht alle ihre Wünsche beim Einkauf befriedigt werden können. Sie wird 
aber um so lieber eine Absage entgegennehmen, wenn sie vom Verkäufer in einer Art und 
Weise erteilt wird, die auch psychologisch der Schwere der heutigen Zeit Rechnung trägt. 
Es ist also angebracht, erstens unsere Hausfrauen dahin zu ermahnen, daß sie an den 
Verkäufer keine Wünsche richten, die billigerweise nicht erfüllt werden können, 
andererseits aber muß vom Verkäufer erwartet werden, daß er dem kaufenden Publikum mit 
Höflichkeit und Zuvorkommenheit entgegentritt. Eine Absage, die in freundliche und 
aufklärende Form gekleidet ist, erweckt meistens weder Ärger noch Verdruß. Keinesfalls 
aber ist es erträglich, daß vom Verkäufer eine Haltung zur Schau getragen wird, die in 
keiner Weise den schweren Sorgen Rechnung trägt, die das kaufende Publikum auf sich zu 
nehmen hat. Ein zuvorkommendes Wesen müßte heute selbstverständliche Ehrenpflicht 
jedes Verkäufers sein. Auch er ist ein Träger der Volksstimmung, und wenn die Parole vom 
Dienst am Kunden irgendwann einmal einen Sinn gehabt hat, dann doch gerade in dieser 
schweren Zeit, in der das kaufende Publikum vom Verkäufer so abhängig ist. Diese 
Abhängigkeit betont zur Schau zu tragen, ist gänzlich unnationalsozialistisch und verstößt 
gegen die elementarsten Sitten nationalsozialistischer Gemeinschaft. 

Daß im Kriege die Kaufkraft unseres Volkes innerhalb unserer Volkswirtschaft keine volle 
Befriedigung finden kann, braucht nicht weiter betont zu werden. Vorerst müssen wir uns 
darauf beschränken, die elementarsten Lebensbedürfnisse unseres Volkes zu befriedigen. 
Die 
-263- 

überschüssige Kaufkraft aber wird am besten im Sparen angelegt. Die Grundlagen der 
Spartätigkeit unseres Volkes sind das Vertrauen zu unserer Währung und eine auf vollen 
Touren laufende deutsche Volkswirtschaft. Das gilt vor allem auch in Kriegszeiten. Wenn 
unsere Währung nicht durch Gold gedeckt ist, so hat sie eine bessere Deckung als Gold sie 
darstellt: Sie wird garantiert durch den Führer und durch das ganze deutsche Volk. Wir 
sehen deshalb auch mit tiefer Befriedigung, wie 

schon von den ersten Kriegsmonaten an die Spareinlagen des deutschen Volkes rapide 
steigen. Das bedeutet für den Sparenden nicht nur die Sicherung des eigenen Lebensabends 
und der Zukunft der Kinder, das Geld fließt auch völlig normal wieder in die deutsche 
Wirtschaft und Produktion zurück und hilft so in wesentlicher Weise mit im Abwehrkampf 
gegen die plutokratische Blockade. Das deutsche Volk wird deshalb auf das eindringlichste 
ermahnt, das freiliegende Geld nicht für unnütze Dinge auszugeben, nur um zu kaufen, 
sondern gerade jetzt zu sparen, damit es nach siegreichem Kriege für die eigene Zukunft 
und für die der Kinder verwandt werden kann. Wer also in diesen Zeiten spart, nützt nicht 
nur sich selbst, er stärkt die deutsche Wirtschaft, und er hilft auch auf einem wesentlichen 
Gebiet dem Führer und dem nationalsozialistischen Staat. 

Es ist klar, daß in dieser Zeit des Wartens die deutschen Nachrichtenmittel dem Volk nicht 
täglich in so umfangreicher Weise mit Neuigkeiten dienen können, wie das im Verlaufe 
großer militärischer Operationen der Fall ist. Die deutsche Nachrichtenpolitik lehnt es im 
Gegensatz zur französischen und vor allem zur englischen grundsätzlich ab, Vorgänge und 
Ereignisse künstlich aufzubauschen, nur um damit dem Nachrichtenhunger des Publikums 
zu dienen. Sie ist ausschließlich darauf eingestellt, der Wahrheit zu dienen und die 



Vorgänge politischer und militärischer Art so darzustellen, wie sie sich in Wirklichkeit 
abgespielt haben. Fehlt es also einmal an einzelnen Tagen an welterschütternden 
Neuigkeiten, so wäre es gänzlich ungerecht, darum den Nachrichtenmitteln, also der Presse 
oder dem Rundfunk Vorwürfe machen zu wollen. Die Presse und der Rundfunk können 
immer nur das zur Kenntnis der Öffentlichkeit bringen, was sich tatsächlich abgespielt hat. 
Es wäre gänzlich unnationalsozialistisch und entspräche nicht der guten Tradition 
-264- 

unserer nationalsozialistischen Nachrichtenpolitik, Vorgänge zu erfinden, um in dieser Zeit 
des Wartens die Neugierde oder den Nachrichtenhunger zu befriedigen. 
Hier vor allem erscheint es uns notwendig, daß die nationalsozialistische Bewegung in 
weitestgehender Weise zur Aufklärung des deutschen Volkes beiträgt. Sie hat überhaupt in 
dieser Zeit Aufgaben von wichtigster Bedeutung zu erfüllen. Diese Aufgaben versieht sie in 
bewundernswerter Weise neben ihrem großartigen Einsatz an der Front. 95 Prozent aller 
Hitlerjugendführer stehen heute in der Wehrmacht. 400 Hitlerjugendführer sind allein im 
Polenfeldzug gefallen. 68 Prozent der nationalsozialistischen SA.-Männer stehen in den 
Reihen der Wehrmacht, und zwar in direktem Einsatz. Von 38 Gruppenführern der aktiven 
SA. -Führer stehen 32 im Felde. Von 16 Kriegsblinden aus dem Polenfeldzug liegen allein in 
einem Berliner Lazarett fünf SA. -Angehörige und zwei Angehörige der HJ. Die SS ist in 
weitestem Umfange sowohl am Feldzug in Polen beteiligt gewesen als auch beim Einsatz an 
der Westfront. 713 ihrer Kameraden sind im Polenfeldzug gefallen. Die Partei hat also auch 
auf diesem Gebiet ihre Pflicht getan und ist entschlossen, sie auch weiter zu tun. Es ist das 
so selbstverständlich, daß es gar keiner besonderen Betonung bedarf 

In dieser Zeit des Wartens schaut nun die ganze Welt und vor allem auch das deutsche Volk 
mit verhaltener Spannung den kommenden Ereignissen entgegen. Das ist natürlich und 
selbstverständlich. Die Bierbankstrategen üben sich im Entwerfen neuer Operationspläne, 
die feindliche Auslandspresse wimmelt von unkontrollierbaren Gerüchten, jeden Tag 
werden neue Offensiven angekündigt oder neue Friedensfühler, ausgestreckt. Wir haben 
keine Veranlassung, zu diesen nervösen Hysterien irgendwie Stellung zu nehmen. Sollen 
unsere Feinde selbst mit ihrer Angstneurose fertig werden. Sie machen durch ihr Geschrei 
nur sich und ihre eigenen Völker nervös. Sie gleichen dabei jenem Knaben, der durch einen 
dunklen Wald geht und vor Furcht zu schreien beginnt: "Ich habe keine Angst!" Haben sie 
sich dann aber selbst nervös gemacht, dann werfen sie der nationalsozialistischen 
Staatsführung vor, wir führten ihnen gegenüber einen zermürbenden Nervenkrieg, mit dem 
Ziel, sie auf diese Weise zur Kapitulation zu bringen. 
-265- 

Deutschland tut weder das eine noch das andere. Alles das ist dummes Gerede, darauf 

angelegt, die Welt in Verwirrung zu stürzen. 

Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit schaut heute nur mit unbändigem Vertrauen auf 

den Führer. Für uns alle in der Heimat wie an der Front aber gilt der Satz: "In Bereitschaft 

sein, ist alles ! " 

Wir haben auch gar keinen Grund, nervös zu sein; denn mit tiefer Befriedigung können wir 

bei einem Überblick über die weltpolitische Lage feststellen, daß der bisherige Gang der 

Ereignisse uns recht gegeben hat, und daß unsere Sache so gut steht, wie wir das überhaupt 

nur wünschen können. Die bisherigen Pläne Englands und Frankreichs sind offenbar 

gescheitert. Wir sind nicht Hungers gestorben. Die Einschränkungen, zu denen wir 

gezwungen waren, sind vom Volke willig und gern auf sich genommen worden. Auch ist in 



Deutschland noch keine Revolution ausgebrochen, mit der man vor allem in London so 
weitgehend gerechnet hatte. Man tut in London und Paris klug daran, auch für die Zukunft 
in keiner Weise damit zu rechnen. Die westliche Plutokratie steht nicht mehr deutschen 
Parteien gegenüber, sie hat es mit dem deutschen Volk zu tun. Es gibt in Deutschland 
keinerlei politische Gruppen mehr, an die sich die ausländische Propaganda irgendwie 
wenden könnte. Die Meinung des deutschen Volkes dem Krieg, seinem Zweck und seinen 
Zielen gegenüber ist eine absolut einheitliche, geschlossene und unmißverständliche. 
Die Voraussetzungen, unter denen wir diesen Krieg führen und gewinnen werden, sind die 
denkbar günstigsten. Ernährungsmäßig sind wir vollauf gesichert. Unsere Wirtschaft ist 
konsolidiert; sie versorgt das Land mit den nötigsten Rohstoffen und Fertigprodukten. 
Unsere Rüstungsindustrie arbeitet auf Hochtouren. Es ist so, wie der Führer schon in seiner 
jüngsten Sportpalast- Rede feststellte: "Wir haben in den vergangenen fünf Monaten nicht 
geschlafen." Selbstverständlich konnten wir es nicht so weit bringen wie die Engländer, die 
vor einigen Tagen bombastisch verkündeten, daß sie ein neues Flugzeug erfunden hätten, 
das aus mehreren tausend Metern aus der Luft auf die Erde herniederstürze, ohne dabei 
irgendeinen Schaden zu nehmen. 

Die britische Plutokratie und die dortige von Juden gespeiste öffentliche Meinungsmache 
soll nur weiterhin das englische Volk so in 
-266- 

Illusionen wiegen; sein Erwachen wird dann eines Tages um so grausamer und 
fürchterlicher sein. Man mag unsertwegen beispielsweise weiterhin in London die 
weitreichenden wirtschaftlichen Austauschpläne zwischen Deutschland und Rußland zu 
bagatellisieren suchen. Man soll Rußland, um das man sich viele Monate vergeblich bemüht 
hat, heute als gar nicht in Betracht kommenden Lieferanten einschätzen. Uns kann das alles 
nur recht sein. Je weniger ernst man uns und unsere Entschlossenheit zum Siege jenseits des 
Kanals nimmt, um so vernichtender wird eines Tages die Wucht der deutschen Schläge sein. 
Es sei mir in diesem Zusammenhang auch ein Wort an die neutralen Staaten gestattet. Wir 
weisen es dabei weit von uns, von den neutralen Staaten etwa nach dem Muster des Herrn 
Churchill zu verlangen, daß sie aktiv und mit militärischen Kräften auf der Seite 
Deutschlands in diesen Krieg eingreifen sollen. Wir denken nicht daran, in denselben Fehler 
zu verfallen. Aber es erscheint uns doch notwendig, den Begriff der Neutralität in diesem 
Krieg in seiner echten Bedeutung wieder herzustellen. Wir können uns dabei in keiner 
Weise mit einer Definition einverstanden erklären, die dahin geht, daß unter Neutralität nur 
eine militärische, nicht aber auch eine politische zu verstehen sei. Wenn beispielsweise ein 
großes neutrales Blatt kürzlich schrieb, man müsse der öffentlichen Meinung in den 
neutralen Staaten jede Freiheit erlauben, es genüge, daß die Regierung eines neutralen 
Staates ihre neutrale Haltung in diesem Krieg bekanntmache, so ist das weit über das Ziel 
geschossen. Es darf kein in die Augen springender Gegensatz zwischen der Neutralität eines 
Staates und der Neutralität seiner öffentlichen Meinung bestehen. 

Die neutralen Staaten tun gut daran, sich wirklich neutral zu verhalten, d. h. sich nicht damit 
zu begnügen, daß die an der Regierung befindlichen Exponenten ihres politischen Lebens 
schüchterne Neutralitätserklärungen abgeben, ihrer öffentlichen Meinung dagegen erlaubt 
ist, in wüsten Schimpfkanonaden gegen das Reich und gegen das nationalsozialistische 
Regime zu Felde zu ziehen. Neutral sein heißt, sich in jeder Beziehung aus dem Konflikt 
heraushalten. Wir möchten auch privat nicht gern beleidigt werden. Vor allem geziemt sich 
eine solche Haltung für die Staaten, die nicht müde werden zu erklären, daß ihr höchstes 
-267- 



rationales Interesse gebiete, in keiner Weise in den Konflikt hineingezogen zu werden. 
Wenn man Zuschauer bei einem Boxkampf ist, so tut man als körperlich schwächlicher 
Mensch gut daran, sich respektvoll aus der unmittelbaren Nähe der beiden Kämpfer zu 
halten. Begibt man sich aber in die Nähe des Rings, klettert man sogar über die Seile 
hinweg mitten in den Ring hinein, um seinen Favoriten mit aufmunternden Zurufen zu 
bedenken, ja ihm noch gute Ratschläge zu erteilen, wie er am wirksamsten seinen Gegner k. 
o. schlagen könne, dann darf man sich nicht wundern, daß man in der Hitze des Gefechtes 
den einen oder den anderen Hieb mit abbekommt. 

Was soll man beispielsweise dazu sagen, wenn heute in einer Reihe von neutralen Staaten 
ein gemeines und niederträchtiges Pamphlet eines deutschen Emigranten gegen das 
nationalsozialistische Regime und gegen den Führer im offenen Buchhandel vertrieben, 
dagegen der Vertrieb einer Rede des Führers unter Staatsverbot gestellt wird! Was soll man 
dazu sagen, wenn in einem anderen neutralen Staat, der zwischen beiden kämpfenden 
Parteien liegt, ein Universitätsprofessor über den französischen Rundfunk erklärt, es sei eine 
Tatsache, daß die Regierung seines Staates neutral, das Volk aber nicht neutral sei, man 
könne mit vollkommenem Recht feststellen, daß das Volk in seiner großen Mehrheit 
moralisch an der Seite Englands und Frankreichs stehe. So ein übereifriger 
Universitätsprofessor ist sich wahrscheinlich gar nicht im klaren darüber, welchen Schaden 
er seinem Lande zufügt. Wäre die Regierung seines Landes gut beraten, so würde sie mit 
einem solchen Feuereinbläser Fraktur reden; denn es war ja noch immer so, wie Bismarck 
in seiner großen Reichstagsrede vom 6. Februar 1888 sagte, daß "jedes Land auf die Dauer 
doch für die Fenster, die seine Presse einschlägt, verantwortlich ist; die Rechnung werde an 
irgendeinem Tage präsentiert". 

Man kann uns in der Verfechtung dieses durchaus klaren und auch absolut billigen 
Standpunktes nicht entgegentreten mit dem Einwand, wir hätten also die Absicht, die 
Freiheit der Meinung in den neutralen Staaten zu unterdrücken oder doch zu 
beeinträchtigen. Nichts, was uns ferner liegt! Das Gesetz der Freiheit der Meinung aber darf 
auch in neutralen Staaten nicht dazu mißbraucht werden, kriegführende Groß- 
-268- 

mächte bewußt und systematisch zu insultieren; denn es könnte eines Tages der Augenblick 
eintreten, in dem das den Großmächten zu dumm wird und sie zu entsprechenden 
Gegenmaßnahmen schreiten. Wir jedenfalls haben keine Lust, uns auf die Dauer von 
armseligen Schreiberlingen, die nicht wissen, was sie tun, anpöbeln zu lassen. Es wäre 
deshalb gut, wenn die Verantwortlichen dieser Frage eine erhöhte Aufmerksamkeit 
schenkten. Denn schließlich und endlich geht es nicht an, daß ausgerechnet die Bürger der 
kleinsten Staaten in Europa das Recht haben sollen, den Führer des größten Staates 
ungestraft und auf das Ordinärste zu beschimpfen. 

Im übrigen ist es nicht mehr so, wie das während des Weltkrieges war; Deutschland ist nicht 
mehr isoliert, an seiner Seite stehen die volkreichen und größten Weltmächte der Erde. Es 
ist deshalb auch gänzlich absurd, wenn englische Zeitungen jetzt noch die englische 
Meinung als die Weltmeinung darzustellen belieben. Englische Zeitungen vertreten heute 
nur die Meinung eines kleinen plutokratischen Klüngels, der zu den Interessen der ganzen 
gesitteten Menschheit in schreiendem Gegensatz steht. Vor allem kann diese sogenannte 
englische Weltmeinung den Völkern nicht mehr die Illusion vorgaukeln, als handele es sich 
bei Deutschland um einen gänzlich vereinsamten Staat. Das ist ein Wunschtraum der 



englischen Politik; aber die von England geplante und zunächst auch klug eingefädelte 

Einkreisung ist auf der ganzen Linie mißlungen. 

Wir haben heute im Gegensatz zum Weltkrieg im Osten den Rücken gänzlich frei. Der 

Zweifrontenkrieg gehört der Vergangenheit an. Die deutsche Nation wendet ihr Gesicht 

ausschließlich zum Westen. Dorthin richten sich alle deutschen Ziele, alle Hoffnungen und 

alle Wünsche. Es ist ganz gut, wenn ein Volk weiß, was es will. Besser aber noch ist es, 

wenn ein Volk will, was es weiß. 

Aber was gelten in dieser Zeit der künstlichen Verwirrung der öffentlichen Meinung durch 

die englischen und französischen Lügenfabrikanten noch realpolitische Erwägungen? Wir 

schmeicheln uns nicht, die Exponenten der Gegenseite von der Aussichtslosigkeit ihres 

Tuns überzeugen 

zu können. Sie werden wahrscheinlich, wie alle bisherigen Gegner der 

nationalsozialistischen Bewegung und des nationalsozialistischen Regimes, 

-269- 

nur durch Taten belehrt werden können. Letzten Endes ist auch der Sieg, den eine junge 
revolutionäre Bewegung an ihre Fahnen heftet mehr das Ergebnis eines fanatischen 
Glaubens, einer verbissenen nationalen Besessenheit und einer unbändigen Willenskraft als 
das Ergebnis nur realpolitischer Voraussetzungen. Wir haben in der Vorbereitung dieser 
realpolitischen Voraussetzungen nichts versäumt; aber darüber hinaus haben wir in die 
Seele unseres Volkes diesen fanatischen Glauben, diese verbissene nationale Besessenheit 
und diese unbändige revolutionäre Willenskraft hineingepflanzt. Der nationale Idealismus, 
der heute das ganze deutsche Volk erfüllt, ist zugleich auch die realste Sache in der 
deutschen Politik und Kriegführung. 

Das hat uns der Führer gelehrt; und dabei lernte das deutsche Volk auch, geschult durch 
immer wiederkehrende Erfolge, die die Folgen von immer wieder angewandten, ewig 
gleichbleibenden Methoden unseres Kampfes waren, an ihn und an seine geschichtliche 
Mission zu glauben. Er war es, der schon in den ersten Jahren der nationalsozialistischen 
Bewegung die Augen seiner Anhänger auf das Testament des Generals Carl von Clausewitz 
lenkte, der in den Zeiten der tiefsten Erniedrigung Preußens jene denkwürdigen Worte 
schrieb, die auch für uns heute noch Richtschnur unseres politischen Handelns sein können 
und müssen. Mit ihm haben wir uns losgesagt von der leichtsinnigen Hoffnung auf eine 
Errettung durch die Hand des Zufalls, von der dumpfen Erwartung der Zukunft, die ein 
stumpfer Sinn nicht erkennen will, von dem unvernünftigen Mißtrauen in die uns von Gott 
gegebenen Kräfte, von der sündhaften Vergessenheit aller Pflichten für das allgemeine 
Beste, von 

der schamlosen Aufopferung aller Ehre des Staates und Volkes, aller persönlichen und 
Menschenwürde. Mit ihm glauben und bekennen wir, daß ein Volk unter den meisten 
Verhältnissen unüberwindlich ist in dem großmütigen Kampf um seine Freiheit. Mit ihm 
erklären und beteuern 

wir der Welt und Nachwelt, daß wir die falsche Klugheit, die sich der Gefahr entziehen will, 
für das Verderblichste halten, was Furcht und Angst einflößen können; daß wir die 
warnenden Begebenheiten alter und neuer Zeit, die weisen Lehren ganzer Jahrhunderte, die 
edlen Beispiele berühmter Völker nicht vergessen und die Weltgeschichte hingeben für das 
Blatt einer lügenhaften Zeitung. 
-270- 



Fest fußend auf den Lehren dieses politischen Glaubensbekenntnisses, das im 
Nationalsozialismus späte Gestalt fand, stehen wir heute, in einer festen Gemeinschaft 
zusammengeschlossen, um den Führer geschart. Jeden Morgen und jeden Abend, ja man 
kann fast sagen, jede Stunde richten sich die Blicke unseres ganzen Volkes auf ihn. Wenn 
wir seinen Namen im Herzen tragen, dann werden uns allen die Lasten des Krieges leichter 
und seine Sorgen erträglicher. Dann fassen wir wieder an, Arbeiter, Bauer und Soldat, fester 
und härter als je zuvor. An ihn denken unsere Flieger, wenn sie in ihren Flugzeugen über 
der weiten Nordsee gegen England fliegen, an ihn denken unsere U-Boot-Männer, wenn sie 
auf eisigem Meer auf den Feind lauern, unsere Soldaten, wenn sie in frostklirrender Nacht 
weit draußen im Vorfeld auf der Wacht stehen, unsere Bauern, wenn sie für die kämpfende 
Nation das tägliche Brot bereiten, unsere Arbeiter, wenn sie die Waffen schmieden, mit 
denen das Reich sein Leben verteidigt und festigt, unsere Frauen, wenn sie in den Fabriken 
ihr schweres und ungewohntes Tagewerk verrichten, unsere Mütter, wenn sie durch Schnee, 
Regen und Kälte auf Einkauf ausgehen, vor den Geschäften stehen und warten, manchmal 
das werdende Leben unseres Volkes unter dem Herzen tragend, vielleicht von dem 
geliebten Mann, der in einem einsamen Soldatengrab in Polen oder verweht von den Wogen 
auf dem Grunde des Meeres ruht. Um eines Tages mit seinem Volke neu aufzuerstehen. 
Denn die, die für das Reich fallen, sind nicht tot, sie schlafen nur. Und derweil wir kämpfen 
und arbeiten, warten sie. Sie haben ihr Teil getan; sie brachten für ihr Volk das größte 
Opfer, das ihres Lebens. Haben sie nicht ein Recht, von uns zu fordern, daß wir unsere 
Herzen täglich in beide Hände nehmen und gläubig gehorchen und dienen, auf daß das 
Reich bleibe und wachse und niemals vergehe! 

So laßt uns denn arbeiten und kämpfen nach dem Wort: "Gelobt sei, was hart macht ! " 
-271- 



Wirtschaft und Krieg 

Rede zur Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse 

3. März 1940 

Die Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse ist seit jeher ein nationalpolitisches Ereignis 
erster Ordnung im deutschen Wirtschaftsleben gewesen. Sie stellt eine Gesamtschau der 
wirtschaftlichen Möglichkeiten und Beziehungen des Reiches zu anderen Ländern im 
weitesten Umfange dar. Sie ist sozusagen die Visitenkarte, die die deutsche Wirtschaft all- 
jährlich der Welt überreicht. Darum hat sie auch im In- und Ausland immer allerstärkste 
Beachtung gefunden, und diese hat sich nach der Machtübernahme durch den Führer nicht 
etwa verringert, sondern eher noch vergrößert. Der rapide wirtschaftliche Aufschwung des 
Reiches zog eine umfassende Ausweitung auch der Leipziger Messe nach sich und bedingte 
damit auch ihre viel stärkere Ausstrahlungskraft in die Welt hinein. 

Es ist nun bekannt, daß das Reich in seiner Wirtschaft niemals ein politisches 
Kampfinstrument gesehen hat. Die Wirtschaft diente dem deutschen Volke nur als Quelle 
der Arbeit, der Ernährung und des nationalen Wohlstandes. Deutschland wollte durch eine 
intensive Wirtschaft den sozialen Standard seines Volkes heben. Denn wir Deutschen sind 
ja auf Grund unserer geopolitischen Lage und der beengten raumpolitischen Bedingungen, 
unter denen wir als Volk leben, seit jeher auf eine solide und fleißige Arbeit angewiesen 
gewesen. Die deutsche Nation ist infolge ihres Mangels an vielen wichtigen natürlichen 
Reichtümern und Rohstoffen von den eigentlichen Lebensquellen einer nationalen 
Wirtschaft ausgeschlossen. Im allgemeinen aber verdanken die Völker gerade diesen 



Voraussetzungen ihren sozialen und nationalen Wohlstand und hohen Lebensstandard. 
Wenn also Deutschland auch in dieser Beziehung mit den anderen Kulturvölkern 
konkurrieren wollte, so mußte es den Versuch machen, die Dissonanz zwischen dem 
Mangel an natürlichen Reichtümern einerseits und dem rassischen und kulturellen Hoch- 

-272- 

stand seines Volkstums andererseits durch besonders intensive Arbeit und eine bis ins letzte 
durchorganisierte nationale Wirtschaft auszugleichen. 

Das und nichts anderes haben wir Deutschen seit jeher getan. Daß dieser Versuch durch den 
Nationalsozialismus eine gigantische Steigerung erfahren würde, lag in der Natur dieser 
revolutionären Bewegung, die sich ja im wesentlichen zum Ziel gesetzt hatte, die Kräfte des 
deutschen Volkes zu vereinheitlichen und sie zusammengefaßt auf große nationale Ziele 
anzusetzen. Wir haben diesen Versuch in zwei Vierjahresplänen praktisch durchgeführt. Sie 
stellen nicht nur wirtschafts-, sondern auch nationalpolitisch gesehen großartige Beispiele 
einer nationalen Selbsthilfe dar. 

Aber selbst das wollten die dem Reich feindlichen plutokratischen Mächte des europäischen 
Westens nicht dulden. Selbst diesem auf der nationalen Selbsthilfe basierenden Versuch der 
Ausgleichung sozialer Spannungen standen sie nur neid- und haßerfüllt gegenüber. Wir 
Deutschen jedoch wollten damit nur noch einmal zu allem Überfluß beweisen, daß wir ein 
starkes, unabhängiges, in seiner eigenen Sicherheit ruhendes Deutschland auf friedliche 
Weise aufbauen wollten. 

Der Führer hat sich jahrelang geweigert, die immer deutlicher auftretenden Absichten 
unserer Gegner, die auf die bewußte innere Aufspaltung und Vernichtung des Reiches 
hinzielten, als endgültig anzusehen. Daraus erklären sich auch seine damaligen 
unermüdlichen Friedensbemühungen. Die Male sind nicht zu zählen, daß er über die 
Grenzen seines Landes hinweg den westlichen Mächten die Hand der Versöhnung 
entgegenstreckte. Jedesmal aber begegnete er dort nur entweder eisiger Ablehnung oder gar 
offenem Hohn und zynischer Verachtung. Trotzdem setzte er seine Bemühungen um einen 
europäischen Ausgleich fort und richtete danach auch in weiser Beschränkung seine 
außenpolitischen Zielsetzungen aus. Die von ihm durchgeführte Beseitigung mittel- und 
osteuropäischer Brandherde bezweckte nichts anderes, als einem echten europäischen 
Frieden den Weg zu bahnen; denn diese Brandherde waren ja bewußt so angelegt, daß ein 
paar gewissenlose Kriegshetzer jederzeit aus ihnen die Flammen kommender kriegerischer 
Auseinandersetzungen hochblasen konnten. 
-273- 

Die ewigen Mahnungen des Führers, den bestehenden, so außerordentlich gefährlichen 
Versailler Zustand auf friedliche Weise zu beseitigen, fanden im plutokratischen Westen 
kein Gehör. Es erwies sich, daß alle diese Bemühungen umsonst waren. London und Paris 
wollten einfach ein starkes und unabhängiges Reich nicht dulden. Sie versetzten Deutsch- 
land in eine Lage, in der der Frömmste nicht im Frieden leben kann, wenn es dem bösen 
Nachbarn nicht gefällt. 

Solange der plutokratische Westen sich auf theoretische oder auch nur publizistische 
Ablehnung der deutschen Unabhängigkeitsbestrebungen beschränkte, war hierin keine 
besondere politische Gefahr zu erblicken. Aber Hohn und Verachtung, die uns und dem 
Friedenswerk des Führers aus dem Westen entgegengebracht wurden, wichen bald 
wirtschaftlichen Druckmitteln. Die wirtschaftlichen Druckmittel wurden von einer groß- 
angelegten infamen Kriegshetze abgelöst, bis man dann den Augenblick für geeignet und 



günstig ansah, das Reich in einem brutalen und provokatorischen kriegerischen Angriff zu 
überfallen. Ich kann es mir ersparen, in diesem Zusammenhang noch einmal auf die wahren 
Ursachen des Krieges im einzelnen einzugehen. Die Welt kennt sie und ist sich darüber 
durchaus im klaren. 

Wenn wir heute nach sechsmonatiger Kriegsdauer einen Rückblick auf das vergangene 
halbe Jahr werfen und die aus den dort gemachten Erfahrungen resultierenden 
Siegeschancen gegeneinander abwägen, so werden wir, ohne rabulistische Kunststücke 
anstellen zu müssen, unschwer zu der Feststellung kommen, daß sich allmählich auch für 
den Laien sichtbar die Waage des Erfolgs auf die deutsche Seite herniedergesenkt hat. 
Wenn die britische Plutokratie den Plan gefaßt hatte, wie 1917 und 1918 Deutschland noch 
einmal wirtschaftlich abzuwürgen, um es damit ihren politisch-imperialen Zielen gefügig zu 
machen, so kann dieser Plan schon heute als vollkommen gescheitert angesehen werden. 
Englands Blockade ist nicht zum Zuge gekommen. Deutschland hat im Gegensatz zum 
Weltkrieg diesmal schon rechtzeitig zum Gegenschlag ausgeholt. Es kann deshalb auch 
keine Rede davon sein, daß es der britischen Plutokratie irgendwann oder irgendwie einmal 
gelingen könnte, Deutschland ernährungspolitisch auszuhungern. Die politische Haltung des 
deutschen Volkes den kriegerischen Ereignissen gegenüber ist eine 
-274- 

über jeden Zweifel erhabene. Das deutsche Volk tritt heute dem plutokratischen Westen 
nicht mehr in einer Vielzahl von Parteien, sondern als geschlossene nationale Gemeinschaft 
gegenüber. Die militärische Bereitschaft des Reiches aber zur Niederwerfung des 
plutokratischen Angriffs ist unbestreitbar. Mit welcher Wucht sie in Aktion treten kann, das 
hat der 18tägige Feldzug in Polen, in dem eine Großmacht sozusagen über Nacht 
hinweggefegt wurde, zur Genüge bewiesen. 

Es ist auch ebenso kindlich wie naiv, an einen Erfolg der von London aus wie im Weltkrieg 
erneut gegen das Reich betriebenen Lügenpropaganda zu glauben. Wenn diese 
Lügenpropaganda an das deutsche Volk gerichtet war oder ist, so steht das deutsche Volk 
solchen Versuchungen vollkommen immun gegenüber. Wenn diese Lügenpropaganda sich 
aber an die Welt richtet, so ist die Welt durch die Erfahrungen des Weltkriegs belehrt, über 
die wahren Absichten des englischen Imperialismus so hinreichend unterrichtet, daß keine 
Gefahr besteht, daß sich die Vorgänge aus dem Weltkrieg noch einmal wiederholen 
könnten. 

Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit arbeitet und kämpft heute ausschließlich für den 
Sieg. Die deutsche Nation ist dabei von einer ruhigen und souveränen Sicherheit erfüllt. An 
der siegreichen Beendigung des Krieges zweifelt bei uns heute kein Mensch mehr. 
Selbstverständlich hat sich in Deutschland wie auch überall anderswo nicht nur in den 
kriegführenden, sondern auch in den neutralen Ländern das Leben vollkommen auf den 
Krieg umgestellt. Sonst aber geht dieses Leben seinen normalen Gang; ja, das Auge des 
durchreisenden Ausländers, der Deutschland nur flüchtig kennenlernt, vermag kaum einen 
Unterschied zwischen dem Friedens- und dem Kriegszustand im Reich zu entdecken. 
So empfindet man es heute fast als selbstverständlich, daß Deutschland auch in der 
Kriegszeit die Leipziger Frühjahrsmesse mit nur geringen Einschränkungen gleichwie 
mitten im Frieden eröffnet und durchführt. 

Die besondere Bedeutung der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse ist darin zu sehen, daß 
das Reich damit den Beweis erbringt, daß es entschlossen und fähig ist, auch mitten im 
Kriege weiterhin eine unverminderte Qualitätsarbeit zu leisten. Geordnet und stark erfüllen 
-275- 



Deutschlands Handelsplätze auch im Kriege ihre lebenswichtigen Punktionen. Dafür sind 
die Ausstellerzahlen der heute zur Eröffnung kommenden Frühjahrsmesse 1940 ein beredtes 
Zeugnis. Sie sind fast gleich so hoch wie früher. Während die Zahl der Aussteller auf der 
Leipziger Frühjahrsmesse 1939 auf der Mustermesse 6411 betrug, beträgt sie in diesem 
Jahre wieder nahezu 6400; die Zahl der Aussteller ausländischer Rohstoffe und 
Nahrungsmittel, die im Jahre 1939 271 betrug, beträgt in diesem Jahre rd. 200. Insgesamt 
's* die Ausstellerzahl von 6682 im Jahre 1939 nur auf 6600 im Jahre 1940 gesunken. Die 
bisher belegte Aus Stellungsfläche beträgt in diesem Jahre rd. 1 10.000 Rechnungsmeter. Und 
was die Pessimisten nicht glauben wollten, das ist doch eingetroffen: 
das Ausland, das vielfach unter stärksten englischen Druck gestellt war, ist trotzdem auch 
im Kriegsjahr 1940 zur Leipziger Frühjahrsmesse gekommen. Es bringt damit in der 
sichtbarsten Weise zum Ausdruck, daß es das Reich wirtschaftlich genau so nötig hat, wie 
Deutschland das Ausland nötig hat. Auf der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse sind 
zahlreiche Länder vertreten. Belgien, Bulgarien, Estland, Griechenland, Iran, Italien, 
Jugoslawien, Lettland, Luxemburg, die Niederlande, Rumänien, Schweden, die Schweiz, 
die Slowakei und Ungarn treten auch diesmal wieder mit Kollektivausstellungen oder 
offiziellen Vertretungen auf. Die große Zahl der ausländischen Aussteller ist der beste 
Beweis dafür, daß Deutschland auch im Kriege seine Wirtschaft intakt gehalten hat, daß sie 
auf höchsten Touren läuft, daß Deutschland in seiner Wirtschaft ein geschätzter 
Handelspartner ist, mit dem man engste Verbindung aufrechterhält und schlechterdings 
auch aufrechterhalten muß, daß neben einem zäh schaffenden Binnenhandel der deutsche 
Außenhandel auch im Kriege außerordentlich aktiv geblieben ist. 

Somit wird also die Leipziger Frühjahrsmesse trotz Fehlens der Großen Technischen und 
der Baumesse auch in diesem Jahre wieder bei allen in- und ausländischen Besucher den 
stärksten Eindruck hinterlassen. 

Damit wird auch auf eine wirksame Weise der katastrophale Blockadeirrtum, dem die 
britische Plutokratie unterliegt, ad absurdum geführt. Denn der Unterschied zwischen 
1914/18 und heute ist in die Augen springend. Damals wehrte das Reich sich gegen die 
brutalen britischen Blockadeabsichten auch auf wirtschaftlichem Gebiet nur in zögernder 
und 
-276- 

hinhaltender Weise. Demnach mußten auch die Abwehrmaßnahmen, die das Reich traf, 
immer hinter der voreilenden Entwicklung herhinken. Diesmal aber sind durch eine 
weitblickende nationalsozialistische deutsche Staatsführung schon vorbeugend und 
vorsorglich alle Maßnahmen getroffen worden, die geeignet erscheinen, die englischen 
Blockadeabsichten zu durchkreuzen. So geht heute jeder Schlag der britischen Plutokratie 
auch auf wirtschaftlichem Gebiet ins Leere. Die hinterhältigen wirtschaftlichen 
Zwangsmaßnahmen Englands, die auf eine Hungerblockade gegen Deutschland hinzielen, 
sind von vornherein zur Aussichtslosigkeit verurteilt. 

Dazu kommt die Tatsache, daß die deutsche Wehrwirtschaft in reibungslosester Weise in 
die deutsche Kriegswirtschaft übergeführt worden ist. Seit Beginn des Vierjahresplans und 
der damit zusammenhängenden Maßnahmen auf dem Rohstoffgebiet und dem Ernährungs- 
sektor war Deutschlands Wirtschaft bereits in weitestem Umfange wehrhaft. Die 
Umstellung dieser wehrhaften Wirtschaft zur eigentlichen Kriegswirtschaft war deshalb nur 
mit verhältnismäßig geringen Reibungen verbunden. Man vergegenwärtige sich, daß 
Deutschland Ende Dezember 1933 noch 4,059.000 Arbeitslose zählte, daß es uns gelungen 



ist, diese bis Ende Dezember 1939, also mitten im Kriege, auf 128.000 freigesetzte 
Arbeitskräfte zu reduzieren, von denen nur 18.000 überhaupt voll einsatzfähig waren, man 
halte dem gegenüber, daß in England am 3 1. Januar 1940, also auch mitten im Kriege, noch 
1,380.000 Arbeitslose gezählt wurden, und erkenne daran, daß der Reichtum eines Volkes 
nicht in seinen Devisen- und Goldvorräten, auch nicht einmal ausschließlich in seinen 
weitverstreuten Rohstoffgebieten zu suchen ist, daß er vielmehr im wesentlichen auf der 
angesetzten und nutzbar gemachten Arbeitskraft seiner Bürger beruht. 
Der intensiv gesteigerten inneren deutschen Produktion steht eine außerordentlich rührige 
deutsche Handelspolitik gegenüber. Vom Beginn des nationalsozialistischen Regimes an ist 
ein zielbewußter Ausbau der handelspolitischen Beziehungen Deutschlands mit den 
Ländern betrieben worden, bei denen sich die beiderseitigen Volkswirtschaften wechsel- 
seitig ergänzen. Wir suchen in der Welt natürliche Handelspartner, und es liegt nur im Zuge 
dieser Entwicklung, daß gerade der Krieg eine 
-277- 

Verstärkung dieser lebendigen und organischen Austauschbeziehungen mit sich gebracht 
hat. Das deutsch-russische Wirtschaftsabkommen ist gewissermaßen als Schlußstein dieser 
weitsichtigen und konstruktiven deutschen Wirtschafts- und Handelspolitik anzusehen. Die 
Versuche der britischen Plutokratie, Deutschland von seinen natürlichen Handelspartnern zu 
trennen, sind gescheitert; sie werden auch in der Zukunft erfolglos bleiben, weil sie dem 
modernen Wirtschaftsdenken als vollkommen altmodisch und dumm erscheinen. Unsere 
natürlichen Handelspartner haben längst erkannt, daß sie in Deutschland einen Abnehmer 
finden, der auf sie genau so angewiesen ist, wie sie auf ihn angewiesen sind. Solche 
Abnehmer werden auf lange Sicht gesehen zu natürlichen Dauerkunden. Ein Käufer 
dagegen, der aus politischen Spekulationen heraus, wie das heute bei der britischen 
Plutokratie Mode geworden zu sein scheint, ein Saison- und Gelegenheitsgeschäft machen 
will oder der natürliche wirtschaftliche Beziehungen durch politische Zweckbeziehungen 
abzulösen versucht, ist im allgemeinen ein fauler Kunde. 

Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelt sich auch das Bedürfnis mit Deutschland Handel 
treibender Völker, die gegenseitigen Beziehungen auf eine dauerhafte und bleibende Basis 
zu stellen. Und gerade daran scheitern mehr und mehr die wirtschaftlichen 
Drosselungsversuche, die von Seiten der britischen Plutokratie diesen Bestrebungen 
entgegengesetzt werden. 

Dazu kommt nun noch eine machtvolle Verbreiterung der innerdeutschen Rohstoffbasis, die 
durch den Vierjahresplan eingeleitet und durchgeführt worden ist. Auch in den 
Kriegsmonaten findet ein verstärkter Ausbau unserer in diesem Rahmen produzierenden 
Fabriken statt. Unsere deutsche Werkstoff-, Zellwoll-, Buna- und Treib Stofferzeugung hat 
einen bisher kaum für möglich gehaltenen Umfang erreicht. Daneben steht die zielbewußte 
Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit der deutschen Exportindustrie, die auch für 
unseren inneren Markt von ausschlaggebender Bedeutung ist. 

Die deutsche Wirtschaft selbst läuft auf höchsten Touren. Sie sichert damit die unbedingt 
notwendige Inlandserzeugung und sorgt andererseits dafür, daß auch die deutsche 
Ausführfähigkeit in weitestem Umfange erhalten bleibt. 
-278- 

Dazu kommt ein intensiver wirtschaftlicher Aufbau in den neuen Ostgebieten. Er ergänzt 
die sorgsame Pflege unseres Außenhandels, unsere vermehrte Rohstofferzeugung, die 
unerhörte Steigerung unserer Produktion von Kriegsmaterialien und die Erweiterung 



unserer landwirtschaftlichen Erzeugungsschlacht. Ich brauche in diesem Zusammenhang 
nur einige Beispiele für die Zunahme der deutschen Produktionskraft durch die 
Rückgliederung von Ostoberschlesien, Posen und Westpreußen zur Kenntnis der 
Öffentlichkeit zu bringen: 

Durch die vom Versailler Diktat erzwungene Teilung Oberschlesiens verlor Deutschland 
1922 von 2800 qkm der Gesamtfläche des oberschlesischen Steinkohlenreviers 2200 qkm. 
Die Polen erhielten einen erheblichen Teil der deutschen Erzgruben und schwerindustriellen 
Betriebe, z. B. alle 7 Eisenerzgruben, 5 von 8 Hochofenwerken, 22 von 37 Hochöfen, 7 von 
10 Stahlwerken, 37 von 54 Siemens-Martin-Öfen, 8 von 12 Walzwerken, 60 von 75 
Walzenstraßen, 10 von 15 Blei- und Zinkerzgruben, alle 12 Zinkhütten, beide Bleihütten, 5 
von 8 Zinkwalzwerken und das einzige Bleiwalzwerk. 

Man kann sich also eine ungefähre Vorstellung davon machen, wie stark die Kapazität der 
deutschen Wirtschaft durch die Rückgliederung dieser deutschen Provinzen gestiegen ist. 
Wichtigste Voraussetzung aber der Durchhaltekraft des deutschen Volkes und der 
Standfestigkeit der deutschen Wirtschaft ist ihre von höchstem nationalen Arbeitsethos 
erfüllte soziale Ordnung. Der Krieg zwischen Deutschland und der englischen Plutokratie 
ist ja gewissermaßen eine waffenmäßige Auseinandersetzung zwischen dem deutschen 
Sozialstaat und dem englischen Kapitalismus. Deutschlands Wirtschafts stärke ist das 
Ergebnis der zusammengefaßten Arbeitskraft von 80 Millionen Menschen. Diese 
Arbeitskraft ist organisch gegliedert und in einem System höchster sozialer Verpflichtung 
aufgebaut. Der Nationalsozialismus sieht im Schutz und in der Pflege dieser Arbeitskraft 
gerade auch im Kriege die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg der deutschen 
Wirtschaft. Die Volksgemeinschaft sorgt in einer großzügigen Familienunterstützung für die 
Familien, deren Ernährer eingezogen ist. Vergleicht man damit die britisch-plutokratische 
Methode, in der das Ringen der Arbeiter um selbstverständlichste Lebensrechte bis heute 
noch ohne 
-279- 

nennenswerten Erfolg geblieben ist, so wird man wissen, auf welcher Seite in dieser 
kriegerischen Auseinandersetzung der moderne soziale Gemeinschaftsgedanke des 20. 
Jahrhunderts seinen Platz gefunden hat und wo die plutokratisch-liberale Auffassung des 19. 
Jahrhunderts steht. Kapitalistische Krankheitserscheinungen wie Kriegsgewinnlertum und 
Profitjägerei, schwindelerregende Dividendenhascherei, Dinge, die heute noch in England 
zu den Selbstverständlichkeiten gehören, sind in Deutschland längst überwunden. Man 
könnte sich kaum noch vorstellen, daß es bei uns möglich wäre, daß wie in London die 
Werkzeugmaschinenfabrik Craven Brothers (Manchester) 22/4% und die Flugzeugbau 
Hawker Siddeley Aircraft Company sogar 42/4% Dividende ausschüttet. Fragt man da noch, 
auf welcher Seite die Siegeschancen liegen? 

Siegen wird in diesem Kriege das Volk, das im Innern den größten sozialen Ausgleich 
besitzt und damit der Welt gegenüber die kraftvollste nationale Einheit repräsentiert. Das 
Reich wird siegen, weil seine Wirtschaft gesund, seine Währung konsolidiert, seine 
Volksgemeinschaft gehärtet und sein Wille unerschütterlich ist. 

Damit ist unsere politische Beweisführung eine lückenlose geworden. Wir treten dem 
imperialistischen Wahnsinn Londons bewaffnet entgegen. Bei uns verfangen Drohungen, 
die vielleicht noch auf kleine wehrlose Völker eine Wirkung ausüben können, nicht mehr. 
Wir lassen uns von London nicht ins Bockshorn jagen. Der Führer hat uns in den 
vergangenen sieben Jahren zu so vielen außenpolitischen Siegen geführt, daß es gar nicht 
möglich ist, daß wir im entscheidenden Waffengang unterliegen könnten. Man spricht heute 



so viel von Hilfsmitteln materieller Art, die angeblich diesen Krieg entscheiden würden. 

Uns imponiert das nicht; 

wir sind unseren Gegnern wirtschaftlich gewachsen. Aber auch 1918 hat nicht die 

wirtschaftliche Übermacht Deutschland zu Fall gebracht, wir sind geschlagen worden, weil 

wir in der entscheidenden Stunde die Nerven verloren. 

Das kommt für diesen Krieg nicht mehr in Frage. Und das beweist die Geschichte, daß 

Kriege am Ende immer von Männern entschieden und gewonnen worden sind. Das größte 

nationale Kapital also, das ein Volk besitzen kann, ist ein Mann, der führt. Das ist dieses 

Mal bei uns wie noch nie vordem in unserer Geschichte der Fall. Darum vor allem ist 

-280- 

das deutsche Volk in seiner Gesamtheit des Sieges gewiß. In dieser festen Sicherheit 
arbeiten und kämpfen wir für die Niederringung der Feinde, die unser nationales Leben 
bedrohen. Für unseren Sieg und damit für die endgültige Befreiung des deutschen Volkes 
wird auch die diesjährige Leipziger Frühjahrsmesse zum Einsatz gebracht, die ich hiermit 
für eröffnet erkläre. 
-281- 

Führergeburtstag 1940 

Rundfunkrede zum Geburtstag des Führers 

19. April 1940 

Am 3. September des vergangenen Jahres, zwei Stunden nachdem die englische Plutokratie 
dem Deutschen Reich den Krieg erklärt hatte, wandte sich der britische Ministerpräsident 
Chamberlain in gebrochenstem Deutsch in einer Rundfunkrede an das deutsche Volk. Es 
war das sozusagen die erste englische Kriegshandlung, und sie stellte, wie sich sehr bald 
danach schon erweisen sollte, auch den ersten, aber schwersten und verhängnisvollsten 
psychologischen Fehler dar, den die britische Plutokratie überhaupt begehen konnte. 
Chamberlain verriet in seiner Rede nicht, wer ihm das Mandat übertragen hatte, kraft dessen 
er sich überhaupt an die deutsche Nation wenden konnte. Er war gewiß der Meinung, daß 
das deutsche Volk, zu dem er zu sprechen versuchte, sich noch genau oder doch ungefähr in 
demselben geistigen und seelischen Zustande befand, in dem es nach seiner Kapitulation am 
9. November 1918 der Willkür und der Rachsucht der Westmächte preisgegeben war. Der 
Rede kurzer Sinn war der, daß England nicht die Absicht habe, gegen das deutsche Volk 
Krieg zu führen, es im Gegenteil zu schonen trachten werde. Es brauche nur auf den 
simplen britischen Vorschlag einzugehen, sich vom Führer bzw. vom sogenannten 
Hitlerismus zu trennen, dann könne es einen baldigen und billigen Frieden haben. Wir 
brauchen nur am Rande zu vermerken, daß die britische Plutokratie mittlerweile im Verlauf 
eines siebenmonatigen Krieges längst davon Abstand genommen hat, weiterhin mit diesen 
scheinheiligen Phrasen vor der Weltöffentlichkeit hausieren zu gehen. Ihre gewandten und 
redseligen Publizisten haben längst schon die englische Meinung dahingehend definiert, es 
sei das Ziel der britischen Plutokratie, Deutschland insgesamt als Reich und als Volk zu 
vernichten; man wolle es auf den Zustand des Westfälischen Friedens vom Jahre 1648 
zurückwerfen. 
-282- 

Aber damals, am Anfang des Krieges, sang man noch das andere, alte Lied. Allerdings kam 
es unseren Ohren allzu bekannt vor, um noch seine Wirkung zu tun. Seine Melodie war 



stumpf und abgeleiert. Genau so hatte die britische Plutokratie im Burenkrieg dem 
burischen Volke klarzumachen versucht, daß England nur gegen den Krügerismus kämpfe, 
was es bekanntlich nicht daran hinderte, ungezählte burische Frauen und Kinder in 
englischen Konzentrationslagern verhungern und verkommen zu lassen. Auch im Weltkrieg 
kämpfte England angeblich nur gegen den Kaiser, nicht gegen das deutsche Volk; dieses 
selbe Volk aber wurde, wie bekannt, im Jahre 1919 in Versailles, als es auf den britischen 
Schwindel hereingefallen war, unter den schimpflichsten und demütigendsten 
Friedensvertrag gezwungen, den die neuere Geschichte kennt. 

Aber das nur nebenbei. Das deutsche Volk, soweit es den etwas weinerlichen Ausführungen 
des englischen Ministerpräsidenten überhaupt Beachtung schenkte, hörte schon am ersten 
Kriegstage den falschen Zungenschlag heraus. Es hatte an dieser Rede nur noch 
psychologisches Interesse. Herr Chamberlain hatte sich vermutlich keine Rechenschaft 
darüber abgelegt, daß das deutsche Volk sich durchaus im klaren darüber war, daß nun sein 
Schicksalskampf anbrechen würde, und daß es nur von einer beispiellosen Infamie und 
darüber hinaus von einer grenzenlosen Torheit zeuge, wenn ausgerechnet der britische 
Oberplutokrat versuchen wollte, in diesem Schicksalskampf dem deutschen Volke die 
schärfste und schneidendste Waffe seiner nationalen Verteidigung aus der Hand zu 
schlagen, nämlich die Verbundenheit zwischen dem Führer und der Nation. Es war das so 
ungefähr das Dümmste, was London in diesem kritischen Augenblick überhaupt vorbringen 
konnte. Denn mit seiner Aufforderung, sich vom Führer zu trennen, rührte Chamberlain 
offenbar an die empfindlichste Stelle der deutschen Volksseele. Ebensogut könnte man ein 
gläubiges und vertrauensvolles Kind ermahnen, seine Eltern in schwerster Gefahr im Stich 
zu lassen. 

Das ist ein Zeugnis mehr für die ganze grenzenlose Borniertheit, mit der die führende und 
regierende englische Plutokratenschicht die Welt außerhalb Englands zu betrachten beliebt. 
Sie hat nicht einmal eine blasse Vorstellung davon, welche Wandlung das deutsche Volk 
seit 1918 und 
-283- 

vor allem in den letztvergangenen sieben Jahren durchgemacht hat. Es mag sein, daß unser 
Volk in geruhsamen Zeiten über Kleinigkeiten und Nichtigkeiten mit Hitze debattiert und 
auch zuweilen in Streit gerät. Dem einen paßt dann dieses und dem anderen jenes nicht. Wir 
Deutschen von heute kommen ja bekanntlich aus den verschiedensten politischen Lagern. 
Ehe es den Nationalsozialismus gab, waren wir erwachsenen Deutschen von heute ja alle 
schon da. Auch da hatten wir, wenn auch sehr vage, politische und weltanschauliche 
Ansichten und Überzeugungen. Ungezählte Deutsche waren damals Mitglieder anderer 
Parteien und anderer Weltanschauungsgruppen. Es ist auch möglich, daß der eine oder der 
andere sozusagen für den Sonntagnachmittagsgebrauch noch Überbleibsel seiner damaligen 
Vorstellungen mit sich herumträgt. Das mag sein, und das ist, bei Licht besehen, auch gar 
nicht so schlimm Aber in einem stimmen wir Deutschen alle überein; wenn das Wort 
Einigkeit überhaupt einen Sinn hat, dann muß es für diesen Fall angewandt werden: Es gibt 
nichts, was die Deutschen untereinander unterscheidet in der Liebe, im Gehorsam und im 
Vertrauen zum Führer. Und wir sind uns auch alle klar darüber, daß das der stärkste Panzer 
ist, der die deutsche Nation in ihrem Schicksalskampf umgibt. 

Es ist das erstemal in unserer deutschen Geschichte, daß der politische Instinkt unseres 
Volkes in einer führenden Persönlichkeit seinen Ausdruck und seine letzte Erfüllung findet. 
Darum ist dieses Verbundenheitsgefühl mit dem Führer bei uns allen auch so tief 
verwurzelt, und gerade darum erreicht dieses Vertrauensverhältnis zwischen Führer und 



Volk bei uns besonders in großen und ernsten Zeiten eine so starke Intensität, daß es für die 

sogenannten demokratischen Völker meistens gänzlich unverständlich bleibt. 

Unsere jetzige Zeit ist eine harte Probe darauf. Der moderne Krieg wird nicht nur mit den 

Waffen ausgefochten; wir können im Verlauf der jüngsten Vergangenheit eine zunehmende 

Totalisierung des Kriegsgedankens überhaupt feststellen. Krieg wird heute an allen Fronten 

geführt: auf der Front der militärischen Behauptung, auf der Front des wirtschaftlichen 

Kampfes und vor allem auch auf der Front des Kampfes um die Seelen der Völker. Dieser 

Krieg ist ein gigantisches Ringen, das tief in alle Funktionen des Volkslebens selbst 

hineingreift. 

-284- 

Und es ist uns auch nicht unbekannt geblieben, daß gerade die britische Plutokratenschicht 
seit jeher in Kriegszeiten eine ihrer Hauptangriffswaffen in der Zerstörung der seelischen 
Voraussetzungen eines Sieges bei den Völkern fand, die sie aus Eigennutz und aus 
schmutzigstem persönlichen Interesse unterwerfen wollte. 

Darum ist auch London gerade auf dem Gebiete des Kampfes um die Volksseele immer 
besonders tätig gewesen. Das kostet nicht viel, spart vielmehr Blut und Geld. Und solange 
der Nationalsozialismus Deutschland noch nicht in seine politische Schule genommen hatte, 
war das deutsche Volk in dieser Beziehung besonders anfällig. So nur ist es zu erklären, daß 
wir am 9. November 1918 zuerst seelisch gefällt wurden, und dann erst die Nation auch auf 
allen anderen Gebieten zerbrach. Die Erziehungsarbeit des Führers nun hat das deutsche 
Volk für alle Zukunft gegen solche Versuchungen gefeit gemacht. Das plutokratischen 
England — und das ist auch ein Grund dafür, warum es mehr und mehr von den Betörungs- 
und Verführungsphrasen, die es in den ersten Kriegswochen noch dem deutschen Volke 
gegenüber anzuwenden beliebte. Abstand nahm — redet heute in den Wind hinein, wenn es 
sich überhaupt mit dem deutschen Volk unterhalten will. Das deutsche Volk lacht über eine 
solche Auseinandersetzung. Es hat von London weder Befehle noch Ratschläge noch 
überhaupt Ermunterungen entgegenzunehmen. Die ganze von London gegen das Reich 
losgelassene Lügenflut prallt wirkungslos an Deutschland ab. 

Das kommt daher, daß das deutsche Volk im Führer die Inkarnation seiner völkischen Kraft 
und das leuchtendste Beispiel seiner nationalen Zielsetzung gefunden hat. Er ist ein 
Volksführer in des Wortes echtester Bedeutung. Das ist uns allen besonders im Verlaufe 
dieses Krieges wieder klar geworden. Wir erinnern uns in diesem Augenblick eines 
Bildstreifens, den in den ersten Wochen des Polenkrieges die Filmwochenschau dem 
deutschen Volke vermittelte. Im Beratungszimmer des Frontzuges des Führers stehen seine 
Generale um eine Landkarte versammelt. Es werden Gedanken erwogen und Pläne 
geschmiedet. Jedermann sieht sofort, daß hier die ernstesten Kriegsprobleme zur Debatte 
stehen. Dann schwenkt die Kamera langsam von der Gruppe der beratenden Generale ab 
und faßt an einer Seite des Raumes sitzend 
-285- 

den Führer ins Bild; und mit tiefer Ergriffenheit entdeckt das Auge des Betrachters dann den 
Mann, auf den wir alle schauen, sein Gesicht von Sorgen erfüllt, von der Last der Gedanken 
überschattet, eine geschichtliche Persönlichkeit, ganz groß und ganz einsam. Wir sahen 
dieses Bild aus dem Polenfeldzug viel später bei Gelegenheit der Uraufführung des Films 
der Luftwaffe "Feuertaufe" an einem Abend in einem großen Berliner Lichtspieltheater. 
Man rühmt den Berlinern im allgemeinen nicht allzuviel Ehrfurcht nach. Als das Gesicht 
des Führers plötzlich auf der Leinwand erschien, ging eine tiefe, stumme und lautlose Be- 



wegung durch den weiten, menschenüberfüllten Raum. Keiner sagte ein Wort, und doch 
fühlten in diesem Augenblick alle dasselbe. Seitdem haben Millionen Menschen dieses Bild 
gesehen, und immer wieder übte es, wie wir aus ungezählten Briefen und Zuschriften 
entnehmen können, auf den Beschauer dieselbe tiefgehende und erschütternde Wirkung aus. 
Wenn im Polenfeldzug der OKW. -Bericht von den großen Vernichtungsschlachten gegen 
das polnische Heer Kunde gab, dann blätterten alle Leser nach schneller Lektüre weiter und 
suchten die Spalten ab, ob nicht irgendwo zu lesen stände, wo der Führer weile, wie es ihm 
ginge, und was er tat. Selten hat ein Volk das Leben eines Mannes mit seinen Gedanken und 
Wünschen so umhegt wie hier. Und das ist auch ganz natürlich und könnte gar nicht anders 
sein. Alle Deutschen empfinden instinktiv so, vor allem in ernsten und gefahrvollen 
Stunden. Sein Wort, ja, sein Wunsch ist für uns Deutsche Befehl. 

Wie könnte das eine englische Krämerseele verstehen? Herr Chamberlain erklärte kürzlich 
bei einem opulenten Frühstück, das die Stadt London ihm zu Ehren gab und bei dem er mit 
wohltemperiertem Beifall empfangen wurde, er werde nicht auf Bestellung beklatscht, wie 
das in Deutschland Mode geworden sei. Darüber können wir nur lächern. Wie wenig kennt 
doch der gegenwärtige britische Ministerpräsident jenes deutsche Volk, das er in einer 
leichtsinnigen Stunde skrupellos zum Kampf um seine Existenz herausgefordert hat, und 
wie wird dieses Volk ihn und die hinter ihm stehende britische Plutokratenschicht einmal 
enttäuschen! In ihr erhebt sich tatsächlich eine alte, dahinsinkende Welt noch einmal gegen 
ein junges, modernes Volk, das seit 1918 durch eine 
-286- 

furchtbare Leidensschule hindurchgegangen ist, und nun endlich zu sich selbst 
zurückgefunden hat, das sich dieser Tatsache auch mit tiefem inneren Glück bewußt 
geworden ist, das im Nationalsozialismus die Verwirklichung seines politischen Glaubens 
und im Führer die Verlebendigung seines Persönlichkeitsinstinktes gefunden hat. 
Wir durchleben heute große und wahrhaft entscheidende Zeiten. Die deutsche Nation rafft 
ihre ganze Kraft zusammen, um ihr völkisches Leben zu verteidigen. Front und Heimat 
bilden eine geschlossene Einheit, die in Brüderlichkeit zusammensteht, da es um die 
Existenz des deutschen Volkes geht. Und dabei sind — die ausländischen Beobachter und 
Berichterstatter vermerken das immer wieder mit stets neuer Verwunderung — alle 
Deutschen von einer ganz ruhigen, fast souverän wirkenden Zuversicht erfüllt. Bei uns wird 
heute nur gekämpft und gearbeitet. Keiner klagt und keiner fragt. Gewiß hat unser Volk 
durch den Krieg bedingte besondere Lasten und Sorgen zu tragen. Und trotzdem warten alle 
auf den Befehl des Führers. Wenn er sie ruft, dann sind sie alle da. 

Ihm wollen wir vertrauen und gehorsam folgen! So sagen heute die deutschen Menschen. 
Und diese Entschlossenheit gibt uns als Volk und Nation jene ungeheure Kraft, die das 
Ausland als das deutsche Wunder bezeichnet und wohl auch empfindet. Ein Rätsel für die 
Welt, für uns eine Selbstverständlichkeit! Wir könnten uns kaum noch vorstellen, daß es 
einmal anders sein würde oder auch nur anders gewesen wäre. 

Morgen begehen wir nun den 51. Geburtstag des Mannes, der dieses Wunder vollbrachte, 
nicht in lauten und rauschenden Feiern, sondern als Volk in Kampf und Arbeit. Während 
wir sonst, vor allem in Berlin, an den Straßenseiten der großen Ost- West-Achse standen, 
seine Soldaten an unseren Augen vorbeimarschieren ließen und, wenn er selbst erschien, ihn 
mit stürmischen Heilrufen begrüßten, findet diesmal keine Parade statt, kein klingendes 
Spiel ist zu vernehmen. Aber die Liebe, die uns mit ihm verbindet, und das Vertrauen, das 
wir ihm schenken, ist deshalb nur herzlicher, tiefer und inniger geworden. 



Im Geiste soll deshalb am morgigen Tage vor seinem Auge die große Parade unseres 
ganzen Volkes vorbeidefilieren, die Front und die Heimat, 

-287- 

Soldaten, Bauern und Arbeiter — alle, alle, die, von seinem Geist erfüllt, schützend vor 

Deutschlands Leben stehen. 

Und ein Wunsch bewegt dabei die ganze Nation, die an der Front und die in der Heimat, die 

deutschen Soldaten in Norwegen und in Dänemark, die Männer unserer U-Boote und 

Kriegsschiffeinheiten, die Soldaten im vordersten Vorfeld an der Westfront, die Millionen 

in den Bunkern und in den rückwärtig gelegenen Stellungen, die todesmutigen Flieger hoch 

oben in den Lüften, die Bauern, die den Acker pflügen, die Arbeiter an den brausenden 

Maschinen, die Schaffenden des Geistes und der Stirn und vor allem die Millionen 

deutscher Mütter mit ihren Kindern: 

Das ganze Volk wünscht an diesem Tage: Lang lebe der Führer! Er führe uns wie bisher, 

wenn auch durch ernste und schwere Zeiten, 

zum glänzenden deutschen Sieg. Und bleibe dabei, was er uns ist und 

immer war: Unser Hitler! 

288- 



Die Zeit ohne Beispiel 

26. Mai 1940 

Die Geschichte wiederholt sich nicht. Sie ist, wie alles Schöpferische, eben deshalb auch 
unerschöpflich in ihrer Phantasie und in ihren grenzenlosen Möglichkeiten. Sie vollzieht 
sich aber immer nach denselben, sich ewig gleichbleibenden Gesetzen; und nur, weil oft 
diese Gesetze in gleicher oder ähnlicher Weise von Völkern oder Menschen verkannt oder 
übertreten werden, führt sie oft zu scheinbar gleichen Situationen oder Resultaten. 
Es ist deshalb gänzlich ungeschichtlich, den Krieg von heute mit dem Weltkrieg zu 
vergleichen oder in seinen verschiedenen Entwicklungsphasen Parallelen zu ihm zu ziehen. 
Die Zeit, die wir heute durchleben, und ihr Krieg sind einmalig und in Anlage und 
Durchführung gänzlich ohne Beispiel in der Geschichte. Wer sie nach den damaligen 
Maßstäben zu analysieren versucht, läuft Gefahr, den schlimmsten politischen und 
militärischen Irrtümern anheimzufallen. 

Schon unsere nationale und die ganze internationale Situation bei Ausbruch dieses Krieges 
war eine vollkommen andere als die von 1914. Was die diplomatische Konstellation betrifft, 
so war Deutschland im Jahre 1914 gänzlich eingekreist. Es stand in der Tat infolge der voll- 
kommen sterilen Außenpolitik seiner führenden Kreise damals einer Welt von Feinden 
gegenüber. Es war zu einem Zweifrontenkrieg gezwungen, der die militärische Belastung 
fast unerträglich machte. Zudem war dieser Krieg auch im Volke in keiner Weise 
psychologisch vorbereitet. Das Volk wußte weder, worum es ging, noch hatte es eine klare 
Vorstellung vom Ziel dieses Krieges, und die damaligen regierenden Kreise taten auch 
nichts, um dem Volke Gewißheit über das, was war, und das, was kommen sollte, zu 
verschaffen. Die deutsche Staatsführung hatte vom Beginn der von London geplanten und 
durchgefühlten Einkreisung ab jede große diplomatische Chance verpaßt. Sie hatte dem 
Gegner die Trümpfe geradezu in die Hand gespielt. Sie war beim 
-289- 



Beginn des Krieges nur auf die günstigste Konstellation vorbereitet und wurde deshalb von 
der ungünstigsten überrascht. Sie hat sich damit, obschon sie vorher viel bessere und 
erfolgversprechendere Möglichkeiten gehabt hätte, den nun einmal unvermeidlich 
gewordenen Krieg in günstigeren Situationen an sich herantreten zu lassen, in der 
ungünstigsten vom Krieg überrumpeln lassen und ihn dann auch noch in der entscheidenden 
Stunde, was psychologisch von ausschlaggebender Bedeutung war, selbst erklärt. 
Heute ist die Lage umgekehrt. Dem überragenden staatsmännischen Genie des Führers ist es 
durch unermüdliche diplomatische Vorbereitungsarbeit gelungen, die Einkreisung zu 
sprengen bzw. sie unter Ansatz von militärischen Machtmitteln aufzulösen. Jene falsche 
Neutralität, die nur dazu gedacht war. Aufmarschfeld gegen Deutschland zu bilden, wurde 
zerschlagen, der Zweifrontenkrieg mit seinen außerordentlichen Gefahren vermieden. Damit 
hat Deutschland in seinem Schicksalskampf den Rücken frei. Zudem wird dieser Krieg auf 
das erfolgreichste psychologisch geführt, und zwar nicht nur beim eigenen Volke, sondern 
auch in der Welt. Die Nation weiß heute auf das genaueste, worum es geht. Sie kennt ihren 
Einsatz, sie ist sich auch klar darüber, was mit ihr geschehen würde, wenn sie den Krieg 
verlöre, und welche Chancen sie besitzt, wenn sie ihn gewinnt. Jede nur denkbare 
Möglichkeit ist in diesem gigantischen Ringen ausgenutzt. Dem Gegner ist schon vor Aus- 
bruch dieses Krieges ein Trumpf nach dem anderen aus der Hand geschlagen worden. Der 
Führer hat sich in dieser geschichtlichen Auseinandersetzung vorsichtig und 
vorausberechnend auf die ungünstigste Konstellation eingestellt und die günstigste damit 
vorbereitet. Dazu kommt noch der Umstand, daß die westlichen Plutokratien in der ent- 
scheidenden Stunde Deutschland den Krieg erklärten und sich damit auch nach außen 
sichtbar ins Umecht setzten. 

Was die wirtschaftliche Seite anbelangt, so waren wir während des Weltkriegs in der Tat 
von einer tödlich wirkenden Blockade eingeschlossen. Deutschland hatte sich auf den 
Weltkrieg ausschließlich militärisch, und das nur in unvollkommener Weise, vorbereitet; 
der Blockade gegenüber war es wehrlos. Es hatte in ihrer Abwehr weder Übung noch 
Erfahrung, und es traf deshalb die notwendigen Maßnahmen entweder 
-290- 

gar nicht oder doch zu spät, so daß sie sich eher zum Schaden als zum Nutzen des Landes 
auswirkten. Das ganze Rationierungssystem war zudem überlagert von einem Wust von 
Korruption, der einerseits dem Volke gegenüber die schwersten psychologischen 
Belastungen mit sich brachte, anderseits eine konsequente Durchführung der notwendigen 
wirtschaftlichen Maßnahmen überhaupt unmöglich machte. Es konnte deshalb nicht wunder 
nehmen, daß das Reich im November 1918 auch auf diesem Gebiet dem Druck seiner 
Feinde erlag. 

Heute sind wir hier in einer Lage, die mit der damaligen gar nicht mehr verglichen werden 
kann. Zwar hat die englisch-französische Plutokratie wiederum versucht, das alte Mittel der 
wirtschaftlichen Einschnürung gegen das Reich anzuwenden; aber dieses Mittel ist jetzt 
unwirksam. Wir haben uns auf die Blockade vorbereitet. Wir kennen ihre tödliche Wirkung 
aus dem Weltkrieg und haben deshalb nichts unversucht gelassen, uns gegen sie zu 
wappnen. Wir sind auch auf wirtschaftlichem Gebiet gerüstet in den Krieg eingetreten. Die 
Erfahrungen des Weltkriegs kommen uns hier zunutze. Der von unseren Feinden so viel 
verspottete Vierjahresplan hat uns zudem ein Terrain erobert, das uns auch durch die 
härteste Blockade nicht mehr streitig gemacht werden kann. Auch hat das Reich auf 
wirtschaftlichem und ernährungspolitischem Gebiet seine Maßnahmen so rechtzeitig 
getroffen, daß es vor jeder unangenehmen Überraschung gesichert ist. Korruption ist durch 



Androhung härtester Strafen unmöglich gemacht. Das Reich besitzt so viel Rohstoffe, daß 

es den Krieg wirtschaftlich auf unbegrenzte Zeit durchhalten kann. 

Auch militärisch sind wir in den Weltkrieg eingetreten, ohne die uns zur Verfügung 

stehende ungeheure Volkskraft völlig ausgeschöpft zu haben. Wir besaßen damals zwar die 

stärkste Militärmacht der Erde, waren aber dem Ansturm der ganzen Welt nicht gewachsen. 

Es war die Tragik der ersten geschichtlichen Wochen dieses gigantischen Ringens, daß uns 

ausgerechnet auf dem gefährdeten rechten Flügel die Divisionen fehlten, die wir aus unserer 

Volkskraft nicht ausgeschöpft hatten. Dagegen konnten auch alle später getroffenen 

überstürzten Maßnahmen nichts mehr helfen. 

Heute besitzt die deutsche Wehrmacht die modernste technische Aus- 

-291- 

rüstung, die man sich überhaupt nur denken kann. Die deutsche Volkskraft ist in ihrer 
Gesamtheit ausgeschöpft. Die deutsche Wehrmacht ist damit jeder Offensive gewachsen. 
Alles vollzieht sich planmäßig und nach einem festen System. Die Leistungen unserer 
Armee sind über jedes Lob erhaben. Sie werden von der ganzen Welt bewundert. 
Psychologisch waren wir 1914 vollkommen in der Defensive. Das Reich faßte den Krieg 
von der biedermännischen Seite auf, ohne sich darüber im klaren zu sein, daß es einer Front 
von Feinden gegenüberstand, die entschlossen waren, jedes Mittel der Verhetzung und Lüge 
zur Anwendung zu bringen. Es fehlte der deutschen Staatsführung auf dem Gebiet des 
Kampfes um die öffentliche Meinung alle Erfahrung. Sie hatte keine blasse Vorstellung 
vom Dynamismus des Volkes selbst. Sie ließ lautes Geschrei und lärmenden Patriotismus 
an die Stelle jener inneren Sicherheit und souveränen geistigen Haltung treten, die allein den 
Sieg verbürgten. Demgegenüber standen haßerfüllte, in List und Verleumdung geübte 
internationale Gegner, die die Führung des Reiches in jeder Frage von Bedeutung ins 
Umecht zu setzen verstanden. 

Wie anders sind wir heute auf diesem Gebiet vorbereitet! Auch hier ist Deutschland klar im 
Angriff. Es weiß die Waffe der Wahrheit mit souveräner Sicherheit zu handhaben. Seine 
Nachrichtenpolitik ist schnell, geübt, klar und durchschlagend. Es hat ein System höchster 
Vollkommenheit in der Behandlung der Meinung des Volkes selbst und der öffentlichen 
Meinung der Welt bis in die letzte Verästelung durchgebildet. Die deutsche Nation ist nicht 
im Scheine des Strohfeuers einer momentanen Begeisterung in diesen Krieg eingetreten; er 
wird vom deutschen Volke mit Klarheit und mit Erbitterung geführt. Deshalb ist es auch 
heute nicht mehr möglich, gegen das Reich die im Weltkrieg so außerordentlich gefährliche 
internationale Greuelhetze zu entfachen. 

Dazu kommt noch, daß die deutsche Armee heute, was auch psychologisch von ungeheurer 
Bedeutung ist, den Zauber der Unbesiegbarkeit und die Magie einer glorreichen Revolution 
vor sich herträgt. Die Welt schwankt zwar noch in der Beurteilung dieses sogenannten 
deutschen Wunders zwischen hemmungslosem Haß und schrankenloser Bewunderung. In 
Wirklichkeit aber vollzieht sich hier gar kein Wunder. Hier wird unter der führenden Hand 
eines geschichtlichen Genius das von 
-292- 

ihm erdachte und planmäßig vorbereitete nationalsozialistische System zum Siege geführt. 
Unter der befeuernden Wirkung dieses Mannes sind die alten deutschen Nationaltugenden 
im Geiste eines neuen Ideals erwacht: die Präzision des Denkens und der Arbeit, der 
Fanatismus einer systematischen Vorbereitung, die Hingabefreudigkeit, höchste Intelligenz, 
gepaart mit Phantasie und Erfindungsgabe, ein souveränes Wissen, eine einschränkungslose 



Begeisterung des ganzen Volkes, ein jugendlicher Angriffsgeist — mit einem Wort: die 
Kunst, aus der uns von unseren Feinden aufgezwungenen deutschen Not eine glänzende 
Tugend zu machen. Was ist es denn anderes, was auf allen Schlachtfeldern, auf denen die 
deutsche Wehrmacht bisher angetreten ist, von Anfang an den festen Sieg verbürgte? Der 
schöpferische deutsche Genius ist zum erstenmal in seiner Geschichte von allen 
bürokratischen und dynastischen Hemmungen befreit und voll zur Entfaltung gebracht 
worden. Deutschland ist immer so stark gewesen, wie es sich heute zeigt; es hat das nur 
nicht gewußt. Es hat niemals vorher in seiner Geschichte die Kunst beherrscht, sich selbst 
zu disziplinieren, seine Kraft voll auszuschöpfen und sich für den Ansatz seiner politischen 
und militärischen Möglichkeiten jene innere Staatsstruktur zu schaffen, die sie ganz zur 
Entfaltung brachte. 

Deshalb gerade ist hier auch ein Vergleich mit 1914 gänzlich fehl am Orte. Wenn das 
deutsche Volk damals über vier Jahre durchhielt, dann nur, weil seine innere Kraft so groß 
war, daß sie alle Mängel und Fehler seines staatlichen Aufbaues trotzdem überwand. Heute 
ist das anders. Das deutsche Volk ist in diesem Kriege in der glücklichen Lage, seine 
nationalen Kraftreserven voll ausschöpfen zu können. Was heute siegt, ist deshalb ein 
System, das in 14 Jahren kämpferisch vorbereitet und in sieben Jahren praktisch geübt 
wurde, dem ein politischer und militärischer Genius seinen schöpferischen Atem einhauchte 
und das nun aus seiner eigenen Kraft heraus lebt und sich auswirkt. 

Es ist sehr billig, wenn das Ausland unsere politischen und militärischen Erfolge auf eine 
Kette unwahrscheinlichen Glückes zurückführt. Es könnte sich hier nur um jene Art von 
Glück handeln, von dem Moltke einmal sagte, daß es auf die Dauer immer nur der Tüchtige 
habe. Es kann deshalb auch in der weiteren politischen und militärischen 
-293- 

Entwicklung dieses Krieges keine wirklich ernsthafte Bedrohung geben. Wenn unsere 
Gegner sich unter dem Druck der Entwicklung schließlich dazu entschließen müssen, unsere 
ihnen so verhaßten Maßnahmen nachzuahmen — man sagt im feindlichen Lager vielfach, 
der Nationalsozialismus könne nur durch nationalsozialistische oder ähnliche Methoden 
überwunden werden — , so wissen wir allzu gut, wieviel Fleiß, wieviel Tüchtigkeit, wieviel 
Erfahrung und vor allem wieviel Zeit dazu gehört, damit auch nur zu anfänglichen Erfolgen 
zu kommen. Heute erschallt im gegnerischen Lager der Kampfruf: "Rüsten, rüsten! Her mit 
den Flugzeugen und her mit den Tanks!" Blinde Narren! Wir haben unter Anspannung 
unserer ganzen Volkskraft mit einem nationalen Rhythmus ohnegleichen unter Aufopferung 
von Ruhe und Bequemlichkeit unseres Volkes die von uns erzielten Erfolge herbeigeführt. 
In den sieben Jahren, in denen unsere Wehrmacht systematisch unter Aufopferung unseres 
nationalen Wohlstandes aufgebaut wurde, hat das Ausland gespottet über unsere Parole: 
"Zuerst Kanonen und dann Butter!" Heute erweist es sich mit eindringlicher Deutlichkeit, 
daß man mit Butter keine Kanonen, mit Kanonen aber sehr wohl Butter erobern kann. Man 
hatte uns im Jahre 1918, vom heutigen Standpunkt aus gesehen, den Gefallen getan, uns 
unsere alten Waffen zu nehmen. Wir mußten also in der Wiederaufrüstung der deutschen 
Wehrmacht ganz von vorn anfangen, konnten somit nicht nur die größte, sondern auch die 
modernste Armee der Welt aufbauen. Wir haben kein Geld, kein Opfer, keine Mühe dabei 
gespart, immer nur im Hinblick darauf, daß, wenn ein Krieg käme, wir ihn gewinnen 
mußten, mußten, mußten, oder aber wir verlören unser nationales Leben überhaupt. 
Die Herren Churchill und Reynaud werden die Welt nicht glauben machen wollen, daß 
Frankreich und England sich nach den ersten vernichtenden Schlägen noch einmal erholen 
könnten. Die Parallelen, die ihre Zeitungen zu 1914 ziehen — Parallelen, die ihnen die 



Angst und das schlechte Gewissen eingeben — , sind vollkommen verfehlt. 1914 hatten wir 
in unserer nationalen Verteidigung tatsächlich Lücken, die unsere Feinde ausnutzen 
konnten. Heute ist das nicht mehr der Fall. Wenn man heute auf der Gegenseite alte 
Generale Mitte der 70 und 80 aus der Pension herausholt, um von ihnen ein zweites 
"Wunder an der 
-294- 

Marne" zu verlangen, so kann ihnen auch hier gesagt werden, daß die Geschichte sich nicht 
wiederholt. Das wäre denn doch zu billig: jahrelang nichts zu tun als nur zu hetzen, zu 
drohen und die Welt zu terrorisieren, und dann, wenn es ernst wird, den Gegner durch ein 
unverdientes Wunder zu überrumpeln. 

Auch Wunder müssen verdient werden. Es gibt für die Plutokratien keinen Ausweg mehr. 
Sie sitzen fest. Sie haben diesen Krieg leichtfertig vom Zaune gebrochen, glaubten ihn ohne 
Bluteinsatz nur mit der Waffe der inneren Zersetzung Deutschlands und der 
Wirtschaftsblockade führen zu können, und stehen nun vor der harten Tatsache, kämpfen zu 
müssen. Sie haben uns auch Gott sei Dank nicht im Zweifel darüber gelassen, was sie mit 
uns als Volk anfangen würden, wenn wir unterlägen. Sie prophezeiten uns Auflösung, 
Aufteilung, Vernichtung von Reich und Nation. Das weiß nun jeder Deutsche. Während der 
langen schrecklichen Wintermonate haben wir Zeit genug gehabt, darüber nachzudenken, 
wir alle, die deutschen Soldaten, Bauern und Arbeiter. 

Mit diesen Soldaten müssen nun die Heere der westlichen Plutokratien zum Kampf antreten. 
Diese Bauern schaffen diesen Soldaten das tägliche Brot, und diese Arbeiter hinter der 
Front, schmieden ihnen ihre Waffen. Sie wissen alle, daß in diesen Tagen, Wochen und 
Monaten das deutsche Schicksal für tausend Jahre entschieden wird. Sie sind tief von der 
Erkenntnis durchdrungen, in einer Zeit ohne Beispiel zu leben. Sie wollen sich ihrer würdig 
erweisen dadurch, daß sie ein Volk ohne Beispiel sind. 
-295- 

Die verpaßten Gelegenheiten 

2. Juni 1940 

Wenn man in Deutschland sagt, der Führer habe immer recht, so sagt man dagegen im 
Ausland, der Führer habe immer Glück. Aber das mit dem Glück ist nur in einem gewissen 
Sinne richtig. Der Führer verdient sich sein Glück. Er macht es dem Schicksal 
gewissermaßen leicht, ihm zu helfen. Er handelt nach dem Grundsatz, daß man auch im 
politischen Leben immer bereit sein muß, seine Chancen auszunutzen. Es gibt nichts 
Verächtlicheres für einen Staatsmann, als große Stunden nicht zu ergreifen. Beim Führer ist 
das so, daß ihm, solange er politisch wirkt, seine Gegner geradezu in die Hand arbeiten. Es 
ist das ein Beweis mehr dafür, daß sie vom Schicksal gezeichnet und reif zum Abbau sind. 
Wenn eine morsche und verbrauchte Welt dahinsinkt, dann geht sie nicht nur an ihrer 
Schwäche, sondern vor allem auch an ihren Versäumnissen, an ihren Illusionen, an ihrem 
Mangel an Wirklichkeitssinn und an ihren verpaßten Gelegenheiten zugrunde. Es 
bewahrheitet sich dann des Sprichwort: Wen Gott strafen will, den schlägt er zuvor mit 
Blindheit. Das beweist in bezug auf unsere Gegner die ganze Geschichte der 
nationalsozialistischen Bewegung. 

Am 14. September 1930 beispielsweise errang der Führer seinen ersten großen Wahlsieg. 
Die NSDAP, zog mit 107 Mandaten in den deutschen Reichstag ein. Die demokratische 
Republik stand vor der Alternative, den Führer entweder anzuerkennen oder ihn zu 



vernichten. Das erste wäre logisch und vernünftig, das zweite zwar schwer, aber nicht un- 
möglich gewesen. Nichts von beiden tat diese Republik. Sie ließ vielmehr die Dinge an sich 
herankommen, schaute wie das Kaninchen auf die Schlange, ergab sich fatalistisch in ihr 
Schicksal, und erst, als es zu spät war, gründete sie die sogenannte Eiserne Front, erst als die 
nationalsozialistische Bewegung zu groß war, um mit Gewalt unterdrückt werden zu 
können, versuchte die Republik dieses Mittel, und erst als Hitler der Mann des Tages war, 
ließ sie sich dazu herab, ihn ernst zu 
-296- 

nehmen. Am 13. August 1932 wurde ihr die letzte Chance geboten. Wiederum verpaßte sie 
diese und ließ damit dem Führer Zeit und Gelegenheit zur Vorbereitung des endgültigen 
Durchbruchs der nationalsozialistischen Bewegung durch die parlamentarische 
Widerstandsfront. Die demokratische Republik bezahlte diese verpaßte Gelegenheit mit 
ihrem Leben. 

Dasselbe wiederholte sich, mit dem Tage der Machtübernahme beginnend, auf 
außenpolitischem Felde. Für England und Frankreich war der eigentliche Stichtag, sich mit 
der nationalsozialistischen Bewegung und dem aus ihr hervorgegangenen 
nationalsozialistischen Staat so oder so auseinanderzusetzen, der 30. oder spätestens der 31. 
Januar 1933. 

Die westeuropäischen Plutokratien standen vor der Wahl, dieses neue Deutschland entweder 
sofort gänzlich zu vernichten oder mit ihm einen endgültigen Frieden zu versuchen. Das 
erste wäre damals vielleicht noch möglich gewesen; das zweite war zwar mit einigen 
Opfern verbunden, aber nicht allzu teuer und vor allem vernünftig, klar und zweckent- 
sprechend. Weder das eine noch das andere geschah. Wieder wartete man im Lager des 
Feindes ab, berauschte sich an Illusionen, die Deutschland nichts schadeten, seinen Gegnern 
aber jeden gesunden Menschenverstand raubten. 

Beim Austritt aus dem Völkerbund war eine neue, wenn auch schon schwerere Chance für 
das feindliche Ausland gegeben. Man mußte entweder den Krieg erklären oder einen ganzen 
Frieden schließen. Wiederum tat man keines von beidem, wieder schaute das Kaninchen 
wie hypnotisch gebannt auf die Schlange. Man setzte seine Hoffnung auf eine innere 
deutsche Revolution, man gab sich in vollkommener Verblendung über die noch 
übriggebliebenen Möglichkeiten nicht einmal die Mühe, die nationalsozialistische 
Bewegung zu studieren, von der man wußte, daß sie im Begriff stand, das ganze 
europäische Kräftegewicht zu verschieben. 

Bei der Proklamation der Wehrfreiheit schimpfte man, aber man tat nichts. Die Besetzung 
des Rheinlandes wurde auf der Gegenseite mit leeren Drohungen beantwortet; aber man 
handelte nicht. Es gab eine einzige Ausnahme im feindlichen Lager, eine mittlere Lösung zu 
versuchen: das Flottenabkommen mit England. Aber das wiederum wurde neutralisiert 
durch eine infame Kriegshetze, die von London ausging 
-297- 

und die etwa möglichen positiven Auswirkungen des Flottenabkommens wieder zunichte 

machte. 

Schuschnigg beispielsweise hatte — und der Führer wies ihm den Weg dazu — die 

Möglichkeit, zum Retter Österreichs und zum praktischen Vollzieher des Anschlusses zu 

werden. Stattdessen verpaßte er seine Gelegenheit, vertraute auf Englands Schutz und stand 

in der entscheidenden Stunde ganz allein. Es ist geradezu tragikomisch zu beobachten, wie 

die Gegner des Führers immer auf dem falschen Bein Hurra schrien. Benesch war in der 



Lage, in einem frühen Stadium der Entwicklung durch eine halbe Autonomie an die 
Sudetendeutschen dem Reich jede Angriffsfläche zu entziehen. Er wartete zu lange, machte 
seine Zugeständnisse immer zu spät und mußte, wie alle seine Vorgänger in den Ver- 
säumnissen, am Ende bezahlen. Wie billig konnten Beck und Rydz-Smigly mit Deutschland 
ins reine kommen. Sie brauchten nur Danzig zum Reich heimkehren zu lassen und einen 
schmalen Korridor durch den Korridor zu akzeptieren. Man kann sich heute kaum noch vor- 
stellen, daß das noch vor einem Jahre Polen gerettet hätte. Aber in Warschau wurde 
lamentiert; man vertraute auf England, und der polnische Saisonstaat wurde dann in 18 
Tagen zusammengeschlagen. 

Es behaupte noch einer, daß die Geschichte dazu da sei, um daraus zu lernen! Nach den 
Erfahrungen der letzten drei Jahre muß das bestritten werden. Jeder, der sich der 
nationalsozialistischen Bewegung oder dem nationalsozialistischen Staat entgegenstellte, 
hatte den Ehrgeiz, es selbst auch nur einmal auszuprobieren und dafür dann auch die teure 
Zeche zu bezahlen. Wir denken dabei nicht einmal an die lauten und lärmenden 
Schwadroneure der feindlichen Propaganda, die so beleidigend dumm sind, daß wir es für 
unter unserer Würde halten, ihnen auch nur ein Wort zu gönnen. Aber es gab doch auf der 
Gegenseite immer auch Staatsmänner, deren Aufgabe und Pflicht es gewesen wäre, 
gesünder zu denken, die gegebenen realen Tatsachen zu berücksichtigen und ihre 
Weisheiten nicht aus bezahlten Leitartikeln zu schöpfen. Noch im Oktober des vergangenen 
Jahres bot der Führer nach der siegreichen Beendigung des Polenfeldzuges, auf der Höhe 
seines militärischen Triumphes Stehend, in seiner berühmten Reichstagsrede London und 
Paris zu durchaus erträglichen und billigen Bedingungen die Friedenshand. 
-298- 

Welcher Teufel muß die westeuropäischen Plutokratien geritten haben, daß sie, statt 
begierig danach zu greifen, höhnisch hineinspucken! Eine ausländische Zeitung schrieb vor 
einigen Tagen, man würde, wäre diese Friedenshand heute wiederum zu den alten 
Bedingungen ausgestreckt, sämtliche Londoner Geldkatzen hineinlegen und mit Freuden 
einschlagen. Aber wenn sie schon drüben den Krieg mit aller Gewalt wollten, warum haben 
sie sich dann nicht wenigstens von diesem Zeitpunkt ab mit aller Gewalt auch darauf 
vorbereitet? 

Man fragt oft: was denken die sich nun eigentlich, die Churchill und Chamberlain und 
Reynaud und Daladier? Ich antworte: gar nichts. Sie denken sich ebensowenig, wie sich die 
Scheidemann und Braun und Brüning was gedacht haben. Sie sind von einer so protzigen 
und arroganten Überheblichkeit, daß sie glauben, sie könnten es sich leisten, nichts zu 
denken. Wenn ich Engländer oder Franzose wäre, so würde ich heute verzweifelt fragen, 
was denn eigentlich meine Regierung während der fünf harten Wintermonate getan habe. 
Und die Antwort müßte lauten: gar nichts als nur schwadroniert, billige Papiersiege er- 
funden, Verleumdungen und Bosheiten fabriziert und im übrigen den verhaßten Deutschen 
zu allem Überfluß auch noch genau auseinandergesetzt, daß sie eine Revolution zu machen 
hätten, wenn sie partout besiegt werden wollten, daß die Folge der damit herbeigeführten 
Niederlage die Aufteilung des Reiches sein würde, daß man einen politischen Gigolo vom 
Schlage jenes Habsburgers Otto zum Kaiser von Österreich und Bayern machen wolle, daß 
Rhein und Ruhr zu Frankreich, Pommern, Schlesien und Brandenburg zu Polen fallen 
würden und die Deutschen froh sein müßten, ihr Essen zwischen feindlichen Bajonetten aus 
französischen Feldküchen holen zu dürfen. 
du heilige Einfalt! 



Nun bricht die Westoffensive über diese Plutokratien herein. Jetzt müssen sich ihre Heere, 

die in dem Glauben erzogen worden sind, sie brauchten nur in der Maginotlinie zu warten 

und würden an der Siegfriedlinie ihre Wäsche aufhängen, zu hartem und blutigem Kampf 

stellen. 

Man sollte nun annehmen, daß ihren Staatsmännern, wenigstens nach ihren bisherigen 

Reden zu urteilen, nichts Erwünschteres hätte passieren können: jetzt haben sie ja den 

Krieg, den sie wollten und ausdrücklich 

-299- 

erklärt haben. Nun aber schreien sie plötzlich Zeter und Mordio, daß wir sie angreifen. So 
sei das nicht gemeint gewesen. Sie hätten einen unblutigen Krieg im Sinne gehabt, bei dem 
nicht die deutschen Soldaten kämpfen, sondern die deutschen Frauen und Kinder hungern 
sollten. Jetzt sind sie plötzlich aus dem Konzept gebracht. Sie sitzen in ihren Kirchen i n 1 
beten. In einer aufreizenden Heuchelei reklamieren sie den lieben Gott als Bundesgenossen, 
flennen die ganze Welt an, man möge für sie die Kastanien aus dem Feuer holen und die 
Suppe auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben. Scheinheilig beklagen sie das Schicksal 
der Völker, die sie selbst in das Unheil mit hineingezogen haben, um im selben Atemzug 
die andern einzuladen, ein Gleiches mit sich tun zu lassen. 

Was soll man diesen Gesinnungsathleten auf ihre vollkommen wirren Behauptungen und 
Erklärungen überhaupt noch antworten? Sie werden nicht müde, die Luft mit ihrem 
penetranten Hilfegeschrei zu erfüllen. Dabei bleiben sie weiterhin frech, überheblich, dumm 
und feige, kleine Handwerker der Politik, die vermessen genug waren, sich einem ge- 
schichtlichen Genius entgegenzustellen, der einmal mit Recht sagte, daß er es dem 
Schicksal nicht verzeihen könne, ihm immer nur Nullen als Gegner zu bescheren. 
Ist noch jemand da im weiten Umkreis, der sich von London beschützen lassen möchte? 
Aus allen Himmelsrichtungen tönt uns als Antwort ein vielstimmiges Nein entgegen. Und 
was machen wir mit den redseligen alten Herren in London und Paris, die, wie einstmals 
unsere innerpolitischen Gegner, alle Gelegenheiten verpaßt haben und nun plötzlich ganz 
kleinlaut geworden sind? Das beste ist, wir überlassen sie ihren eigenen Völkern zur 
gefälligen Bedienung. Wenn denen die Größe der nahenden Katastrophe einmal ganz 
klargeworden ist, werden sie schon einen geeigneten Verwendungszweck für Staatsmänner 
haben, die gewogen und zu leicht befunden worden sind. 

In die Geschichte aber werden sie eingehen als die Totengräber einer Welt, die morsch und 
faul geworden ist und die man nun stoßen muß, damit sie falle. 
-300- 

Von der Gottähnlichkeit der Engländer 

16. Juni 1940 

Es ist nicht nur für einen Deutschen, sondern überhaupt für einen normalen Europäer 
schwer, die Mentalität der englischen Plutokraten, ihr Gefühlsleben und ihre Art zu denken 
zu verstehen. Sie sind im Grunde genommen doch immer Inselbewohner geblieben. Sie 
stehen Europa fremd und verständnislos gegenüber, ja, sie geben sich nicht einmal die 
Mühe, es zu verstehen. Sie sind dazu zu hochmütig, zu ungebildet und wohl auch zu 
denkfaul. Eine Herrenschicht, die in ihrer ganzen Geschichte nur mit Kolonialvölkern 
umgegangen ist, deren gesamte politische Weisheit seit jeher darin bestand, sie — 
zugegeben, nicht ohne sichtbaren geschichtlichen Erfolg — mit List, Tücke, Lüge und 
Gewalt zu unterwerfen, sich ihrer Reichtümer zu bemächtigen und daraus sozusagen ein 



System politischer Moral zu machen, ist allzu leicht geneigt, auch einen ganzen 
benachbarten Kontinent, den sie gar nicht versteht, weil sie ihn nicht kennt, wenn nicht nach 
denselben Maximen zu behandeln, so doch nach denselben Maximen zu beurteilen. Aus 
alledem resultiert das, was wir am britischen Plutokraten so hassenswert und verächtlich 
empfinden: sein grenzenlos bornierter Hochmut, seine Trägheit im Denken, sein 
aufreizendes Phlegma den Sorgen und Interessen anderer Völker gegenüber, seine 
heuchlerische und gleisnerische Moral, seine dummdreiste Naivität in der Verbreitung von 
Lügen und Verleumdungen, die von ihm gewissermaßen zu einer Art politischer Kunst 
entwickelt und unter seinen Händen so weit gediehen ist, daß diese britischen Jingos sich 
angewöhnt haben, bestimmte Dinge mit genau den gegenteiligen Worten zum Ausdruck zu 
bringen, und zwar mit einer so beständigen Hartnäckigkeit, daß man annehmen muß, sie 
glauben am Ende selbst daran. Ein Sprichwort sagt ja schon: "Wenn sie von Gott reden, 
dann meinen sie Kattun." 

Wir haben in den letzten Wochen Gelegenheit genug gehabt, diese britische Nationaltugend 
sich in voller Blüte entfalten zu sehen. Die Eng- 
-301- 

länder sind beispielsweise im Ernst fest davon überzeugt, daß der liebe Gott auch ein 
Engländer sei, dessen einzige Aufgabe darin bestehe, dafür zu sorgen, daß England keinen 
Schaden nimmt und ihm kein Unglück widerfährt. Wenn es ihnen schlecht geht, dann 
fangen sie an zu beten. Sie nehmen es anderen Völkern persönlich übel, wenn sie ihnen in 
der Not nicht zu Hilfe eilen, und finden gar nichts Absonderliches dabei, daß sie zur 
höheren Ehre des englischen Empire ihre Haut zu Markte tragen, und daß sie selbst sie zum 
Dank dafür im kritischen Augenblick feige im Stiche lassen. Sie fordern z. B. Norwegen 
auf, sie um ihren Schutz zu bitten; sie kommen dann auch, mit Tennisschlägern, Fußbällen 
und pikfeinen Bademänteln ausgerüstet, und wenn es dann mulmig wird, dann hauen sie, 
ohne vorher ein Zeichen zu geben, ab, verabschieden sich durch Funkspruch und meinen 
noch wunder was getan zu haben, wenn sie dem verführten Opfer, das nun auf den 
Trümmern seiner zerstörten Heimat sitzt, ein paar alte verbrauchte Waffen zur gefälligen 
Bedienung zurücklassen. 

Das ist nun nicht etwa ein Ausnahmefall, den man mit dem Schleier der Liebe zudecken 
soll, sondern die Regel. So oder ähnlich haben sie's mit den Polen, mit den Holländern und 
mit den Belgiern gemacht, und so machen sie es augenblicklich auch mit den Franzosen. 
Jedem anderen Volk würde man das übernehmen und nie verzeihen; bei den Engländern 
erwartet man erst gar nichts anderes. Und es geniert sie auch nicht im geringsten, nachdem 
sie gerade ein Land auf solche Weise ins Unglück gestürzt haben, sofort am nächsten Tage 
einem anderen Lande einen gleichen Schutz anzubieten. Es hat schon etwas Großartiges an 
sich, wenn sie dann nach einer Niederlage, die jedes andere Volk wenigstens moralisch 
schwer erschüttern würde, mit der scheinheiligsten Miene vor die Welt hintreten, um die 
Katastrophe in einen gloriosen Sieg umzulügen. Wir haben das in Flandern erlebt. Niemals 
standen Prophezeiungen einer politischen und militärischen Führung in so schreiendem 
Gegensatz zum schließlichen Erfolg oder besser gesagt Mißerfolg. Aufgerieben, 
zerschunden, schweiß- und blutbedeckt kamen die letzten zertrümmerten Reste ihres 
Expeditionskorps, von den Franzosen noch in Dünkirchen gedeckt, in Dover an. 
Ihr meint, die englische Plutokratie sei nun in sich gegangen, habe reu- 
-302- 



mutig an ihre Brust geklopft und ihre Sünden bekannt? Weit gefehlt! Als die Katastrophe in 
voller Schärfe ausbrach, trat sie mit frecher Stirn vor die Welt hin und erklärte, das Wunder 
sei geschehen, aus der Niederlage sei nun doch noch durch die gnädige Hilfe des englischen 
Gottes ein Sieg geworden, und die Schlacht in Flandern, von der die bösen Deutschen 
behaupteten, sie sei ihr militärischer Triumph, stelle eines der reizvollsten Kapitel der 
englischen Militärgeschichte dar. Da steht man machtlos vis-a-vis. Wir haben es uns längst 
abgewöhnt, uns darüber zu wundern oder gar zu ärgern. Uns interessiert das nur noch von 
der psychologischen Seite her. 

Die Engländer haben einen Informationsminister — so was muß unsereins als Gegenspieler 
in Kauf nehmen — , Duff Cooper heißt die Kanaille. Diese Musterausgabe der Plutokratie, 
wie Bernard Shaw ihn einmal nannte, ist gerade in Paris vorrätig, als deutsche Flugzeuge 
die französische Hauptstadt bombardieren. Immerhin lernte das Volk von Paris bei dieser 
Gelegenheit zum erstenmal die Schrecken des Krieges kennen, und man hätte wohl 
erwarten dürfen, daß besagter Musterknabe, wenn er überhaupt etwas zu vermelden für 
nötig befand, wenigstens ein Wort des Bedauerns oder des Mitgefühls für ein Volk 
gefunden hätte, das doch schließlich die Last des Krieges auf sich nimmt, um wenigstens 
vorläufig das englische Volk davor zu bewahren. Weit gefehlt! Da kennt ihr die englischen 
Plutokraten schlecht. Kaum ist genannter Duff Cooper nach dem Bombardement aus dem 
Luftschutzkeller herausgekrochen und hat das unterbrochene Frühstück zu Ende geführt, da 
eilt er gleich zum Mikrophon, um einer staunenden Welt mitzuteilen, die Deutschen hätten 
gar kein Gefühl für Behaglichkeit: gerade zur Frühstückszeit zu kommen! Aber sie irrten 
sich sehr, wenn sie etwa geglaubt hätten, eine Lordschaft beim Essen gestört zu haben. Man 
habe gleich nach dem Bombardement weitergegessen; ein Heer von befrackten Kellnern 
habe — ätsch! — eine Unmenge von leckeren Genüssen herangetragen, und im übrigen 
werde unsere tapfere Royal Air Force und so weiter. 

So ein Stück Malheur spielt in England Minister. Der Duce hat in seiner geschichtlichen 
Rede vom Balkon des Palazzo Venezia der Welt mit tiefstem sittlichen Ernst die Gründe 
dargelegt, die Italien dazu bewogen haben, an der Seite des kämpfenden Bundesgenossen in 
den Krieg ein- 
-303- 

zutreten. Kein rechtlich denkender Mensch wird sich der geschichtlich zwingenden 
Beweiskraft dieser Argumente entziehen können. Aber dieser denkfaule politische Snob mit 
Namen Duff Cooper besitzt die Stirn, sich in seiner ganzen fettigen Breite vor die 
Weltöffentlichkeit hinzustellen und fromm und gortesfürchtig zu erklären, Mussolini trete in 
den Krieg ein, weil er Blut sehen wolle. Er und seinesgleichen würden, ohne mit der 
Wimper zu zucken, behaglich zuschauen, wenn sie unser Volk mit Frauen, Greisen und 
Kindern durch eine infame Blockade zum Verhungern brächten. Das wäre dann christlich, 
moralisch und gottwohlgefällig. Wenn wir uns aber dagegen zur Wehr setzen, wenn wir den 
Krieg, den sie uns erklärt haben, nun zu führen beginnen und gar noch die Unverschämtheit 
besitzen, dabei zu siegen, dann ist das unchristlich, unmoralisch und wider den Heiligen 
Geist. Und die Herren Lords erwarten dann in allem Ernst, daß die ganze Welt 
zusammenläuft, um mit ihnen zu beten, zu wehklagen und für ihre Interessen zu bluten und 
zu sterben. 

So sind sie! Gebt euch keine Mühe, sie ganz zu verstehen. Sie werden uns Europäern ewig 
ein Rätsel bleiben. In ihrem Charaktergemisch von Brutalität, Verlogenheit, frömmelnder 
Heuchelei und pietistischer Gottähnlichkeit sind sie die Juden unter den Ariern und gehören 



zu jener Sorte von Menschen, denen man zuerst die Backenzähne einschlagen muß, bis man 

hoffen darf, mit ihnen vernünftig reden zu können. 

-304- 

Heimkehr 

Ansprache zur Rückkehr der 218. Infanterie-Division nach Berlin 

18. Juli 1940 

Soldaten der ersten von der Front heimkehrenden Berliner Division! Als Gauleiter von 
Berlin heiße ich euch auf dem Boden eurer Vaterstadt herzlichst willkommen. Die 
Reichshauptstadt hat heute zu euren Ehren ihr festlichstes Gewand angelegt. Ihre 
Bevölkerung steht zu Hunderttausenden an den Vorbeimarschstraßen, um euch mit einem 
Begeisterungsorkan ohnegleichen zu empfangen. Mitten unter dem jubelnden Volk stehen 
eure Frauen, Kinder, Mütter und Geschwister. Durch ihr begeistertes Massenspalier sollt ihr 
Soldaten, die ihr sieg-und ruhmgekrönt von der Front heimkehrt, in die Reichshauptstadt 
einmarschieren. 

Es ist das für euch die stolzeste, für eure Angehörigen die glücklichste Stunde eures Lebens. 
Wir wissen es und können es alle aus tiefstem Herzen mitempfinden, daß eure Gedanken 
jetzt hochfliegen in stürmischer Freude. Diesen Ehrentag habt ihr euch verdient. Als ihr im 
August des vorigen Jahres zu den Waffen eiltet, gingt ihr einem unbekannten Schicksal 
entgegen. Der Führer und das Vaterland hatten euch gerufen, und keiner von euch, der 
diesem Ruf nicht freudig Folge geleistet hätte. Ein Krieg, der unsere nationale Existenz 
vernichten sollte, war dem Reich aufgezwungen worden. Unsere Feinde wollten uns den 
sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und nationalen Aufstieg unseres Landes nicht gönnen, 
der mit der Machtübernahme durch den Führer eingeleitet worden war. Sie wollten wieder 
einmal, wie 1914, das Reich einkreisen, durch eine übermächtige Koalition uns überfallen, 
unsere nationale Moral unterhöhlen, unsere Frauen und Kinder durch eine feige Blockade 
dem langsamen Hungertod preisgeben und uns dann durch eine innere Revolution die 
Waffen aus der Hand schlagen. Diesen niederträchtigen Plan haben wir und habt vor allem 
ihr, Soldaten, zunichte gemacht. 
-305- 

Über die Hälfte von euch hat schon im Weltkrieg Deutschlands Leben mit dem eigenen 
Leben gedeckt und beschützt. Aber wie anders war das damals als jetzt! Als dieser Krieg im 
September des vergangenen Jahres ausbrach, war die Einkreisung schon mißlungen. Die 
kluge und weitsichtige Vorkriegspolitik des Führers hatte den Ring, den unsere Feinde um 
das Reich legen wollten» zersprengt. Die Blockade, die man uns angedroht hatte, wurde 
durch die Gewalt unserer Waffen sehr bald in eine würgende Gegenblockade umgewandelt. 
Die militärische Ausrüstung des Reiches war eine vollkommene. Ihr zogt als Soldaten der 
modernsten Wehrmacht, die die Weltgeschichte kennt, ins Feld. Ihr wart mit den besten 
Waffen ausgerüstet, und die beste soldarische Moral erfüllte euch, Offizier wie Mann. Ihr 
brauchtet nicht zu befürchten, daß euch in der entscheidenden Stunde von der Heimat aus 
der Dolch in den Rücken gestoßen würde. Die innere Revolution, mit der unsere Feinde 
rechneten, hat auf sich warten lassen und wird ewig auf sich warten lassen müssen. Im 
Rücken gedeckt durch eine entschlossene und opferbereite Heimat, konntet ihr im 
September des vergangenen Jahres euren Siegeszug durch Polen antreten. Ihr kämpftet 
heldenhaft an der Brahe und in der Tucheier Heide. Ihr machtet den härtesten Winter, den 



wir überhaupt kennen, bei über 40 Grad Kälte im Generalgouvernement mit. Ihr zogt zum 

Westen, als dort die Stunde der Entscheidung gekommen war. 

Ihr habt euer Teil dazu beigetragen, Frankreich in einem kühnen Ansturm niederzuwerfen. 

Nach tagelang währendem siegreichem Durchbruch durch die für uneinnehmbar gehaltene 

Maginot-Linie verzeichnetet ihr die Gefangennahme von 74 000 Franzosen, darunter einem 

Kommandierenden General und drei Divisionskommandeuren mit ihren Stäben, dazu eine 

ungeheure Beute an Pferden, Kraftfahrzeugen und Geschützen. 

Mit heißem Herzen hat eure Vaterstadt Berlin diesen euren Siegeszug verfolgt. Wir sind bei 

euch gewesen, und unsere innigsten Wünsche haben euch Tag und Nacht begleitet. 

Während ihr aber kämpftet und siegtet, hat die Heimat, die ihr hinter euch ließet, nichts 

versäumt, um sich eurer würdig zu erweisen. Wir haben euch für eure Bewaffnung und 

Ausrüstung vor dem Kriege nicht die Militärkredite verweigert, 

-306- 

wie das vor dem Weltkrieg der Fall war. Wir haben, als ihr euren Vormarsch begannt, in der 
Heimat kein Biertischstrategentum geduldet. Nicht mit hohlem patriotischen Pathos und zu 
nichts verpflichtenden Phrasen, sondern mit harter Pflichterfüllung haben wir euch zu 
dienen und zu helfen gesucht. Wir haben euch, während ihr kämpftet und siegtet, keine 
defaitistischen Briefe und Zeitungen an die Front geschickt, auch nicht im verflossenen 
Winter, der für Berlin härter war als für jede andere Stadt im Reich. Ihr brauchtet euch in 
keiner Stunde wie 1917 und 1918 der Heimat zu schämen, weil sie etwa Munitions Streiks 
organisierte, während ihr draußen euer Leben für das Vaterland einsetztet. Wir haben in der 
Heimat gearbeitet, wie man überhaupt nur arbeiten kann. Von dieser Tribüne aus werdet ihr 
bei eurem Vorbeimarsch auch von den Berliner Rüstungsarbeitern begrüßt, die euch Tag 
und Nacht die Waffen geschmiedet haben, mit denen ihr das Reich verteidigtet. 
Auch im Dezember 1918 wurdet ihr, Soldaten der damaligen Weltkriegsarmeen, von dieser 
Stelle aus von einer sogenannten Regierung empfangen. Dieser Empfang aber war auch 
danach. Er wurde durchgeführt von denselben politischen Unterweltsfiguren, die in den 
Jahren 1917 und 1918 die Munitions Streiks organisiert hatten und die, als das Schicksal des 
Reiches auf des Messers Schneide stand, durch eine feige innere Revolution der Front die 
Waffen aus der Hand schlugen. Landesverräter und Juden haben euch damals empfangen. In 
ihren Begrüßungsreden erklärten sie den Krieg, den ihr viereinhalb Jahre mit einem 
Heroismus, wie ihn die Weltgeschichte bis dahin noch nicht kannte, durchgefochten hattet, 
für eine sinnlose Menschenschlächterei. Die Disziplin der deutschen Armee bezeichneten 
sie als Kadavergehorsam, und das einzige, was sie euch als Errungenschaft des neuen 
Systems ankündigen konnten, war, daß, wie sie erklärten, auf den Amtsgebäuden die roten 
Fahnen wehten und Arbeiter- und Soldatenräte gebildet worden seien. 
Ihr Soldaten unseres Krieges dagegen findet die Heimat so wieder, wie ihr sie verlassen 
habt. An ihrer Spitze steht derselbe Führer, auf ihren Gebäuden weht dieselbe Fahne, ihr 
Volk ist von demselben Geist und von demselben Willen erfüllt. Diesmal also braucht ihr 
euch der Heimat nicht zu schämen, für die ihr euer Leben eingesetzt habt. 
-307- 

So seid uns denn willkommen, Soldaten! Ihr wißt, wofür ihr gekämpft habt. Und die in 
euren vorwärts stürmenden Reihen fielen, sind nicht gestorben für ein leeres Phantom, 
sondern für das größere und schönere, freie Vaterland, dessen Söhne wir alle sind. Wir 
verneigen uns in Ehrfurcht vor dem heroischen Opfer, das sie für das Reich und seine 



Zukunft gebracht haben. Wir grüßen ihre Angehörigen und versprechen ihnen, daß diesmal 

der Dank des Vaterlandes ihnen wirklich gewiß sein soll. 

Soldaten! Noch ist der Krieg nicht zu Ende. Seine letzte Etappe muß noch gewonnen 

werden. Dann sollen die Friedensglocken über dem Vaterland läuten, dann bauen wir ein 

größeres Reich und ein besseres Europa auf. Dafür, Soldaten, habt ihr gekämpft. Wir 

können euch nicht wie die, die euch im Dezember 1918 an dieser Stelle empfingen, ein 

Paradies auf Erden versprechen; wir versprechen euch nur, daß wir auch in Zukunft, im 

Kriege wie im Frieden, kämpfen und arbeiten werden für die Größe, das Glück, die Freiheit 

und den Ruhm unseres Vaterlandes. 

Berliner und Berlinerinnen! Jetzt werden unsere Soldaten sieg- und ruhmgekrönt durch das 

Brandenburger Tor marschieren. Es sind eure Männer, Väter, Söhne und Brüder. Empfangt 

sie mit dem Jubel und der stürmischen Begeisterung, mit der ihr ihren stolzen Siegeszug in 

den vergangenen Monaten verfolgt habt. Überschüttet sie mit Blumen, als den äußeren 

Zeichen eurer heißen Dankbarkeit. Zeigt ihnen, wie wir alle diese Stunde ersehnt haben in 

den langen Monaten, da wir um ihr Leben bangten und doch so stolz auf sie waren. 

Frankreich, das uns vernichten wollte, liegt zerschmettert am Boden. Wer sich der Freiheit 

und der Ehre des Reiches entgegenstellt, wird wie es zerschmettert werden. 

Die erste große Vorhut der Soldaten, die das Reich beschützten, kehrt in die Heimat zurück. 

Wir werden ihnen im Namen unseres Volkes den Dank abstatten, der ihnen gebührt. 

So wollen wir uns denn vereinigen im Glauben an das Reich, an seine Größe und seine 

Unsterblichkeit. So wollen wir unsere heißen Wünsche zusammenfassen im Gedanken an 

den Mann, der das Reich aus seiner tiefsten Ohnmacht erhob und es wieder in Krieg und 

-308- 

Frieden emporführte zur stolzesten Weltmacht, die die moderne Geschichte kennt. 

Soldaten! Berliner und Berlinerinnen! 

Im Glauben an das Reich, an seine Größe und an seine Zukunft vereinigen wir uns in dem 

Ruf: 

Es lebe der Führer! Es lebe unser Volk und unser Vaterland! 

-309- 

Kunst und Krieg 

Ansprache zur Eröffnung der 
"Großen Deutschen Kunstausstellung 1940" in München 

27. Juli 1940 

Der Feldzug gegen Frankreich ist mit dem großartigsten Sieg unserer Geschichte beendet 
worden. Vielfach kehren nun schon die kampferprobten Divisionen unserer Wehrmacht in 
ihre Heimatstandorte zurück. Der Führer hat vor dem Deutschen Reichstag unserem Volk 
und der Welt Bericht gegeben über diesen Krieg, seine Ursachen, Wirkungen und Siege. 
Noch bleibt ein Feind übrig. Das deutsche Volk wird auch ihm gegenüber seine nationale 
Existenz und seinen Lebensraum mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften verteidigen. 
Niemand bei uns zweifelt am endgültigen Sieg. 

In dieser weltgeschichtlichen Situation soll nun die Große Deutsche Kunstausstellung 1940 
in München eröffnet werden. Wie paßt beides zusammen? Es geht jetzt um unser nationales 
Schicksal im weitesten Sinne des Wortes." Alles andere erscheint uns dagegen 
nebensächlich und bedeutungslos. Unsere Soldaten haben in einem einmaligen militärischen 
Siegeszug die Feinde des Reiches niedergeworfen. Die ganze Nation richtet ihre gespannten 



Blicke auf die nun folgende Fortsetzung des großen, Deutschland aufgezwungenen 
kriegerischen Dramas, das über die Zukunft Europas entscheiden soll. Das deutsche Volk ist 
in seiner Gesamtheit eine kämpfende Nation. Der totale Krieg ist Wirklichkeit. Soldaten, 
Bauern und Arbeiter sind bereit, das Reich zu beschützen, ihm das tägliche Brot zu schaffen 
und seiner Wehrmacht die Waffen zu schmieden, die zur Verteidigung unseres Landes 
notwendig sind. Das Leben des Deutschen Volkes ist ganz dem einzigen Gedanken des 
Krieges untergeordnet. Der einzelne Mensch ist in seinen privaten Wünschen und Interessen 
vollkommen zurückgetreten hinter das Gesamtinteresse. Es gilt jetzt nur noch das Leben 
unseres Volkes, und darum — gerade darum! — werden wir es gewinnen und für alle 
Zukunft sichern. 
-3 10- 
Was soll nun da, so könnte man fragen, die Eröffnung einer Kunstausstellung? Die Kunst, 
so meint man vielfach, ist doch lediglich eine Verschönerung des Lebens, nicht aber eine 
Lebensnotwendigkeit. Sie mag deshalb für den Frieden nützlich und angenehm sein, für den 
Krieg aber, so wendet man vielleicht ein, hat sie kaum eine Existenzberechtigung. Das 
meint ja auch das Sprichwort, wenn es sagt, daß im Waffenlärm die Musen zu schweigen 
haben. 

Wir Nationalsozialisten vertreten demgegenüber einen anderen Standpunkt. Der 
Nationalsozialismus als Idee und Weltanschauung erfaßt das Leben unseres Volkes in seiner 
Gesamtheit; und gerade in dieser totalen Lebens- und Weltauffassung ist er ein System 
geworden, das eben deshalb auf allen Gebieten von Erfolg zu Erfolg schreitet. 
Darauf ist auch das zurückzuführen, was vielfach heute im Ausland als das deutsche 
Wunder bezeichnet wird. Es bedeutet nichts anderes als die vollkommene Ausschöpfung der 
deutschen Volkskraft nach jeder Richtung und in jeder Beziehung zur Sicherung und zur 
Behauptung unseres völkischen Lebens. 

So haben wir auch seit je die Kunst in den Dienst des Volkes gestellt. Sie war und ist für uns 
kein Zeitvertreib, sondern eine unabdingbare Lebensnotwendigkeit. Unsere Soldaten, die 
von Sieg zu Sieg schreiten, beschützen nicht nur die deutschen Städte, unsere Fabriken, 
Felder und Menschen, sie beschützen auch das erste europäische Kulturland, das Land eines 
Beethoven und Wagner, eines Schiller und Goethe, eines Dürer und Grünewald. Man kann 
die Kunst nicht nach Belieben und nach Zeitumständen einsetzen und auch wieder absetzen. 
Sie ist da; 

sie ist eine Daseinsäußerung unseres Volkes. Sie gehört mit zu unserem nationalen Leben, 
genau wie die Wirtschaft oder die Politik. 

Darum haben wir auch, seit Beginn des Krieges den größten Wert darauf gelegt, das 
deutsche Kulturleben vollkommen und ungestört in Gang zu halten. Bei uns sind im 
Gegensatz zu den Ländern der feindlichen Plutokratien während des ganzen Krieges die 
Theater, Kinos, Schulen, Universitäten und eine große Anzahl der Museen offengehalten 
worden. Sie hatten die Aufgabe, dem Volk in diesen schweren Zeiten Halt und Aufrichtung 
zu geben. Sie waren dazu aufgerufen, die nationale Moral unseres Volkes zu kräftigen, zu 
heben und zu fördern. Ja, sie sind 
311- 

zu unseren Soldaten an die Front gegangen und haben ihnen bis in die Bunker des 
Westwalls hinein eine Erinnerung an das Leben gebracht, das sie verteidigen und in das sie 
nach dem Frieden des Sieges wieder zurückkehren wollen und sollen. Wir Deutschen sehen 
darin nicht nur kein Zeichen von Schwäche, sondern im Gegenteil ein Zeichen unerhörter 



Stärke und einer souveränen inneren Sicherheit. So auch hat das unsterbliche Preußen 
gehandelt, als es in der Zeit seiner schwersten nationalen Bedrängnis und Not neue 
Universitäten gründete. Und auch heute sind wir der festen Überzeugung, daß wir uns mit 
der Pflege der deutschen Kulturgüter im Kriege nicht in Gegensatz zum heroischen Leben 
unserer Soldaten stellen. Das wäre vielleicht so, wenn die deutsche Kunst auch im Zeichen 
des Nationalsozialismus immer noch ein Vorrecht der sogenannten Kreise von Besitz und 
Bildung geblieben wäre. Das aber ist längst nicht mehr der Fall. Heute ist die Kunst im 
nationalsozialistischen Staat Besitztum des ganzen Volkes. 

Wenn wir also jetzt die Pforten der "Großen Deutschen Kunstausstellung 1940" in München 
im Haus der Deutschen Kunst öffnen, dann werden in diese weiten Hallen die Mütter, 
Frauen, Geschwister und Kinder unserer Soldaten hineinströmen; ja diese selbst, die Ver- 
wundeten und Urlauber unserer Wehrmacht, werden vor den Bildern und Plastiken dieser 
Kunstausstellung stehen und auch in ihnen den Wandel der Zeit deutlich erkennen. Sie 
werden in ihnen nicht eine ästhetisierende Spielerei sehen, sondern ein Ringen um die 
künstlerische Gestaltung des Lebensausdrucks unseres Volkes auch auf diesem Gebiet. 
Das ist vor allem nötig in Kriegszeiten, wie wir sie jetzt durchleben. Wie nützlich und 
notwendig erscheint uns nun die Maßnahme, die der Führer vor drei Jahren mit der großen 
Säuberung des deutschen Kunstlebens vornahm. Wäre das damals nicht geschehen, würde 
hier durch die deutsche bildende Kunst auch heute noch jene entartete Typisierung des 
Menschen und des Lebens gezeigt, die im schreiendsten Gegensatz zum Heroismus unserer 
Front stände, dann allerdings müßten wir uns vor unseren Soldaten schämen, und sie 
würden nur mit Ingrimm feststellen können, wie wenig es sich mindestens auf diesem 
Gebiete lohnte, für eine solche Heimat sein Leben einzusetzen. Aber heute ist das anders. 
Heute präsentiert sich auf der Großen Deutschen Kunstausstellung 1940 
-312- 

in München die deutsche bildende Kunst wieder als der ewige und unveränderliche 
Ausdruck unseres deutschen Lebens. 

Drei große Ausstellungen der deutschen Malerei und Plastik haben wir nun in diesem 
festlichen Hause erlebt. Es ist die vierte Große Deutsche Kunstausstellung, die heute zur 
Eröffnung kommen soll. Die Zahl der Aussteller beträgt im Jahre 1940 751 gegen 767 im 
Jahre 1939, die Zahl der ausgestellten Werke 1397 gegenüber 1323 im Jahre 1939. Die Aus- 
stellung zeigt einen repräsentativen Saal der Malerei, einen repräsentativen Saal der 
Plastiken, drei Säle sind dem Kriegsgeschehen gewidmet, ein weiterer Raum speziell dem 
Feldzug in Polen, eine Wand bringt Darstellungen aus dem Gebiet der deutschen Luftwaffe 
und eine Wand Landschaften aus Norwegen. Es ist, seit 1937 beginnend, ein immer 
strengerer Maßstab an die Auslese unter den eingesandten Kunstwerken angelegt worden. 
Nicht alle Aussteller können in diesem Jahre unter uns weilen. Viele von ihnen stehen als 
Soldaten bei der Wehrmacht und treten mit der Waffe in der Hand für Führer und Volk ein, 
so wie sie im Frieden mit ihrer Kunst Führer und Volk dienen. 

Der Führer selbst, der sonst diese Ausstellung zu eröffnen pflegte, kann heute nicht unter 
uns weilen. Er hat mir die ehrenvolle Aufgabe übertragen, ihr ein Geleitwort mitzugeben. 
Die Kunstfeste, die sonst mit der Eröffnung dieser Ausstellung in München verbunden 
waren, sind in diesem Jahre verstummt. Hier gilt's jetzt nur der Kunst, einer echten, 
lebensbejahenden deutschen Kunst, die auch im Kriege und trotz des Krieges ihre ewige 
Daseinsberechtigung behält. Sie soll den Menschen Halt und Erbauung geben. Sie soll sie 
stärken in dieser Zeit erhöhter Sorgen und Nöte, aber auch stolzester Triumphe. 



In fester Zuversicht und unerschütterlichem Glauben grüßen wir den Führer. Wir wünschen 

ihm eine gesegnete Hand und unserem Volk den Endsieg, für den wir alle arbeiten und 

leben. 

Damit erkläre ich die "Große Deutsche Kunstausstellung 1940" im Haus der Deutschen 

Kunst in München für eröffnet. 

-313- 

Das kommende Europa 

Rede an die tschechischen Kulturschaffenden und Journalisten 

11. September 1940 

Ich begrüße es, daß ich Gelegenheit habe, vor Ihnen eine Reihe von Fragen zu besprechen, 
die meiner Ansicht nach zur Bereinigung des Verhältnisses des Reiches zum Protektorat 
einmal in aller Offenheit ausgesprochen werden müssen. Und zwar halte ich es trotz der 
kriegerischen Ereignisse für nötig, daß dies zum jetzigen Zeitpunkt geschieht. Denn es steht 
zu befürchten, daß, wenn der Krieg zu Ende ist, diese Fragen nicht mehr mit der 
Sachlichkeit besprochen werden können, wie das jetzt der Fall ist. 

Sie werden sich als geistige Menschen darüber im klaren sein, daß sich augenblicklich das 
größte historische Drama abspielt, das die Geschichte der europäischen Menschheit 
überhaupt kennt. Ich bin fest davon überzeugt — wie sollte es anders sein! — , daß dieses 
Drama sich zu unseren Gunsten entscheidet. 

In dem Augenblick, in dem die englische Macht zu Boden stürzt, ist uns die Möglichkeit 
gegeben, Europa neu zu organisieren, und zwar nach Gesichtspunkten, die den sozialen, 
wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts entsprechen. 
Unser Deutsches Reich hat vor etwa hundert Jahren einen ähnlichen Prozeß durchgemacht. 
Es ist damals genau so in viele Teile, größere und kleinere, zerspalten gewesen, wie das 
heute mit Europa der Fall ist. Diese Kleinstaaterei war so lange erträglich, als die 
technischen Hilfsmittel, vor allem die Verkehrsmittel, noch nicht so weit ausgebaut waren, 
daß der Übertritt von einem kleinen Land ins andere eine zu kurze Zeit beansprucht hätte. 
Durch die Erfindung der Dampfkraft aber wurde der alte Zustand unmöglich gemacht. 
Denn, wenn man bisher, um von einem kleinen Land ins andere zu kommen, etwa 
vierundzwanzig Stunden brauchte, so benötigte man nun nach der Begründung der 
Eisenbahn für 
-314- 

diesen Weg sagen wir nur noch drei oder vier Stunden. Wenn man also vor Erfindung der 
Dampfkraft immerhin vierundzwanzig Stunden reisen mußte, bis man an eine neue 
Zollschranke kam, dann brauchte man jetzt zuerst fünf, dann drei, dann zwei, schließlich 
eine halbe Stunde, so daß dieser Zustand dann auch für den föderalistischsten Fanatiker ein 
Nonsens wurde. 

Es hat auch damals Kräfte im Reich gegeben, die versuchten, diesen Zustand auf dem 
Verhandlungswege zu überwinden. Diese Kräfte sind durch die geschichtliche Entwicklung 
widerlegt worden, und zwar auf eine Weise, wie sie häufiger festzustellen ist. Die 
Geschichte vollzieht sich doch nach härteren Gesetzen, als sie im allgemeinen am Verhand- 
lungstisch zu gelten pflegen. Sie kennen vielleicht das Wort Bismarcks aus den damaligen 
Jahren, daß nicht durch Reden und Beschlüsse die deutsche Einheit vollzogen würde, 
sondern daß sie einmal mit Blut und Eisen geschmiedet werden müsse. Dieses Wort ist 
damals viel umstritten worden, es hat aber später seine geschichtliche Berechtigung erhärtet. 



Tatsächlich ist ja auch die Einheit des Reiches in den Schlachten geschmiedet worden. Es 
wurden dabei eine ganze Menge von Eigentümlichkeiten der einzelnen Länder, von 
Vorurteilen, Beengtheiten, kirchturms-politischen Vorstellungen überwunden. Sie mußten 
überwunden werden; denn sonst wäre das Reich nicht in der Lage gewesen, seine Einheit 
zu vollziehen, um in dem großen Konkurrenzkampf der Mächte in Europa mit anzutreten. 
Daß wir überhaupt eine Staatspolitische Einigung vollziehen konnten, ist darauf 
zurückzuführen, daß wir damals diese beengenden Schranken überwunden haben. 
Selbstverständlich hat sich damals der Bayer oder der Sachse oder der Württemberger oder 
der Badener oder der Schaumburg-Lipper irgendwie übervorteilt gefühlt; bis dann am Ende 
doch unter der Dynamik dieses neuen Zustandes sich die Vorurteile mehr und mehr 
abschliffen und die Blicke der Menschen sich stärker auf die großen Ziele hin richteten, die 
nun dem Reich gestellt waren. 

Es ist selbstverständlich, daß der Bayer ein Bayer blieb, der Sachse ein Sachse, der Preuße 
ein Preuße. Aber sie haben über diese stammesmäßigen Beengtheiten hinaus eine 
Gemeinsamkeit gesehen und dann auch im Laufe der Jahrzehnte verstehen gelernt, daß erst 
unter Berücksichti- 
-315- 

gung dieser Gemeinsamkeit eine ganze Reihe Fragen wirtschaftlicher, finanzieller, 
außenpolitischer und militärischer Art gelöst werden konnten. 

Die Größe des Reiches ist auf diesen Prozeß zurückzuführen — einen Prozeß, der uns heute 
fast selbstverständlich erscheint, den damals aber die Zeitgenossen nicht immer verstehen 
wollten und konnten. Sie waren so in der Zeit und ihren Vorurteilen verhaftet, daß sie nicht 
die Kraft besaßen, über diese Zeit hinauszublicken und sich einen Zustand konstruktiv 
vorzustellen, der einmal kommen würde, den aber nur die Seher der damaligen Zeit 
vorausgesehen und auch vorbereitet haben. 

Heute nun ist nicht mehr die Eisenbahn das moderne Verkehrsmittel unserer Zeit, sie ist 
mittlerweile vom Flugzeug abgelöst worden. Den Raum, den wir ehedem mit der Eisenbahn 
in zwölf Stunden durchquerten, durchqueren wir heute in einem modernen Flugzeug in 
anderthalb oder einer Stunde. Die Technik hat nicht nur Stämme, sondern auch Völker viel 
näher zusammengerückt, als das früher überhaupt vorstellbar war. Während man früher 
vierundzwanzig Stunden benötigte, um auf dem Umweg über die Presse von Berlin nach 
Prag zu sprechen, brauche ich heute dafür nicht eine Sekunde. Wenn man an dieses 
Mikrophon herantritt, kann man im selben Augenblick in Prag, in der Slowakei, in 
Warschau, in Brüssel und Den Haag gehört werden. Während ich früher zwölf Stunden 
brauchte, um mit der Eisenbahn nach Prag zu fahren, fliege ich heute im Flugzeug in einer 
Stunde dorthin. Das heißt: die Technik hat wiederum einmal ein Jahrhundert später nun die 
Völker näher zusammengerückt. Es ist gewiß kein Zufall, daß diese technischen Hilfsmittel 
gerade jetzt entstanden sind. Denn es sind ja der Menschen mehr geworden in Europa, und 
die Vielzahl von Menschen hat die europäische Gesellschaft vor ganz neue Probleme 
gestellt — Probleme ernährungs- und wirtschaftspolitischer, finanzieller und militärischer 
Art. Durch die Zuhilfenahme dieser technischen Errungenschaften sind nun 
selbstverständlich auch die Kontinente einander näher gerückt. Unter den europäischen 
Völkern aber bricht sich mehr und mehr das Bewußtsein Bahn, daß vieles von dem, was wir 
untereinander auszumachen haben, im Grunde doch nur Familienstreitigkeiten sind, 
gemessen an den großen Fragen, die heute die Kontinente zu lösen haben. 
-316- 



Ich bin nun fest davon überzeugt: genau so, wie wir heute nur noch mit einem gewissen 
Lächern auf die kirchturmshorizontartigen Auseinandersetzungen der deutschen Stämme 
aus den vierziger und fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zurückschauen, werden 
sich in fünfzig Jahren unsere nachfolgenden Geschlechter mit einer gewissen Belustigung 
die Auseinandersetzungen vor Augen führen, die sich augenblicklich politisch in Europa 
abspielen. Sie werden in den "dramatischen Völkerkonflikten" mancher kleinen 
europäischen Staaten nur noch Familien-Streitigkeiten sehen. Ich bin überzeugt, in fünfzig 
Jahren wird man nicht mehr nur in Ländern denken — viele unserer heutigen Probleme sind 
dann vollkommen verblaßt, und es wird nicht viel mehr von ihnen übriggeblieben sein, man 
wird dann auch in Kontinenten denken, und ganz andere, vielleicht viel größere Probleme 
werden auch das europäische Denken erfüllen und bewegen. 

Sie dürfen nun keineswegs glauben, daß wir, wenn wir einen gewissen Ordnungsprozeß in 
Europa vollziehen, das tun, um einzelnen Völkern das Leben abzuschneiden. Es muß 
meiner Ansicht nach der Freiheitsbegriff eines Volkes in Übereinstimmung gebracht werden 
mit den Gegebenheiten, vor denen wir heute stehen, und mit einfachen Fragen der Zweck- 
mäßigkeit. Wie in einer Familie nicht ein Familienmitglied das Recht haben kann, dauernd 
durch seine Eigensüchte den inneren Frieden zu stören, so darf auch ein Einzelvolk in 
Europa auf die Dauer nicht die Möglichkeit haben, sich einem allgemeinen Ordnungsprozeß 
zu widersetzen. 

Wir haben nun an sich niemals die Absicht gehabt, diesen Ordnungs- oder 
Umorganisationsprozeß Europas mit Gewalt durchzuführen. Wenn wir als großdeutsch 
denkende Menschen kein Interesse daran haben, die wirtschaftlichen, kulturellen oder 
sozialen Eigenheiten etwa des bayerischen oder des sächsischen Stammes zu verletzen — so 
kann es ebensowenig in unserem Interesse liegen, die wirtschaftlichen, kulturellen oder 
sozialen Eigenheiten, sagen wir des tschechischen Volkes zu verletzen. Nur muß dann doch 
zwischen diesen beiden Völkern eine klare Verständigungsbasis geschaffen sein. Wir 
müssen uns entweder als Freunde oder als Feinde begegnen. Und ich glaube, so weit kennen 
Sie uns nun schon aus unserer Vergangenheit; die Deutschen können furchtbare 
-317- 

Feinde, aber auch sehr gute Freunde sein. Wir können einem Freund die Hand reichen und 
wirklich loyal mit ihm zusammenarbeiten, wir können aber auch einen Feind bekämpfen bis 
zur Vernichtung. 

Die Völker, die sich in diesen Ordnungsprozeß schon hineingefügt haben oder noch 
hineinfügen, stehen nun vor der Frage, ob sie diesen Einfügungsprozeß gern und aus 
willigem Herzen, sozusagen aus Loyalität mitmachen, oder ob sie sich ihm innerlich 
widersetzen wollen. An den Tatsachen selbst ändern sie dadurch nichts. Sie dürfen 
überzeugt sein, daß die Achsenmächte, wenn England zu Boden geworfen ist, an den 
machtpolitischen Tatsachen einer Neuorganisation Europas nach großen politischen, 
wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten nichts mehr ändern lassen werden. Wenn 
England daran nichts zu ändern vermag, wird das auch das tschechische Volk nicht 
fertigbringen. Wenn Sie aus der Geschichte der jüngsten Zeit gelernt haben, dann werden 
Sie wissen, daß an dem machtpolitischen Zustand von heute nichts mehr geändert werden 
kann und auch nichts mehr geändert werden wird. 

Deshalb also, meine Herren — und ich spreche jetzt einmal ganz realpolitisch, ohne jeden 
Appell an das Sentiment — : Ob Sie diesen Zustand billigen oder nicht, ist gleichgültig; ob 
Sie ihn mit dem Herzen begrüßen oder nicht, ist unerheblich; an dem Zustand selbst ändern 
Sie nichts. Nun bin ich der Meinung: wenn man an einem Zustand nichts ändern kann und 



die gewiß auch vorhandenen Nachteile dieses Zustandes sowieso in Kauf nehmen muß, 
dann würde man töricht sein, wollte man sich nicht auch seine Vorteile sichern. Wenn Sie 
sowieso Bestandteil des Reiches geworden sind, dann sehe ich nicht ein, weshalb das 
tschechische Volk sich in eine innere Oppositionsstellung zum Reich stellen und nicht lieber 
die Vorteile des Reiches für sich in Anspruch nehmen sollte. 

Sie haben gewiß eine ganze Reihe von politischen Zugeständnissen machen müssen. Ich 
weiß, daß das für Sie nicht angenehm gewesen sein mag, niemand kann das besser 
verstehen als ich. Ich weiß, daß Sie auf gewisse Dinge, die Sie in der Vergangenheit geliebt 
und geschätzt haben, verzichten mußten, und ich weiß, daß man sich an einen so neuen 
Zustand nicht von heute auf morgen sozusagen über Nacht angleichen kann. Da sind 
gewisse Reibungsflächen, die sich an Ort und Stelle viel härter und schärfer ansehen als 
etwa aus der Perspektive des Reiches heraus. 
-318- 

Aber nochmals: Wenn Sie die Nachteile nun einmal für sich in Kauf nehmen müssen, bin 
ich der Meinung, daß Sie dann auch die Vorteile in Anspruch nehmen sollten. Ich möchte 
das an einem Beispiel erklären: 

Wir haben 1933 vor der Frage gestanden, die Judenfrage zu lösen. Daß wir Judengegner 
waren, hatte sich auch schon bis 1933 allgemein in der Welt herumgesprochen. Die 
Nachteile des Antisemitismus in der Weltpropaganda bekamen wir also sowieso zu spüren; 
da konnten wir uns also getrost auch die Vorteile sichern und die Juden heraussetzen. Wenn 
wir sowieso in der Welt als Judengegner bekämpft und verleumdet wurden — warum 
sollten wir da nur die Nachteile für uns in Kauf nehmen müssen, nicht aber zugleich auch 
die Vorteile, nämlich den Ausschluß der Juden aus dem Theater, dem Film, dem 
öffentlichen Leben und der Verwaltung. Wenn wir dann noch weiter als Judengegner an- 
gegriffen wurden, konnten wir wenigstens mit gutem Gewissen sagen: 
Es lohnt sich, wir haben ja etwas davon. 

Sie, meine Herren, haben jetzt einen Einblick in das Reich getan, und ich habe großen Wert 
darauf gelegt, daß Sie diese Reise machten, bevor ich mit Ihnen zusammenkam. Sie haben 
das Reich im Kriege gesehen, und Sie werden sich ungefähr eine Vorstellung davon machen 
können, was es im Frieden bedeuten wird. Dann wird unser großes volksstarkes Reich 
neben Italien praktisch die Führung Europas übernehmen. Daran ist gar nichts mehr zu 
drehen und zu, deuteln. Das heißt also für Sie: Sie sind jetzt schon ein Glied eines großen 
Reiches, das sich eben anschickt, Europa eine neue Ordnung zu geben. Es will die 
Schranken, die die europäischen Völker noch voneinander trennen, niederreißen und ihnen 
den Weg zueinander ebnen. Es will einen Zustand beenden, der auf die Dauer 
selbstverständlich die Menschheit nicht befriedigen kann. Wir vollziehen hier also ein 
Reformwerk, von dem ich überzeugt bin, daß es einmal mit ganz großen Buchstaben in das 
Buch der europäischen Geschichte eingeschrieben werden wird. Können Sie sich vorstellen, 
was das Reich dann nach dem Kriege bedeuten wird? 

Sie wissen, daß wir uns auf das eifrigste bemühen, neben dem politischen Aufstieg des 
Reiches auch einen solchen auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet durchzuführen. Sie 
wissen, daß wir das Volk selbst an diesen Maßnahmen und ihren Ergebnissen teilnehmen 
lassen wollen. Ich 
-319- 

nehme ein Beispiel: Während wir bisher mit dem deutschen Film unsere 86 Millionen 
Deutschen versorgten, steht uns in Zukunft ein Absatzgebiet von unermeßlicher 



Ausdehnung zur Verfügung. Es liegt bei Ihnen, ob Sie daran teilhaben oder ob Sie sich in 
eine stille Passivität zum Reich stellen wollen. Sie werden uns zutrauen, daß wir im zweiten 
Falle genügend Mittel und Möglichkeiten hätten, um beispielsweise den tschechischen Film 
zu unterdrücken. Das wollen wir aber gar nicht. Im Gegenteil, wir möchten ihn an unserem 
großen Absatzgebiet teilnehmen lassen. Ebensowenig wollen wir Ihr Kulturleben 
unterdrücken. Im Gegenteil, wir möchten, daß Ihnen ein reicher Austausch ermöglicht wird. 
Das kann natürlich nur auf der Basis der Loyalität geschehen. Sie müssen sich also innerlich 
zu dem heutigen Zustand bekennen und dürfen sich nicht ein Hinterpförtchen offenlassen 
und dabei denken: "Wenn es mal schiefgeht, kann ich dadurch entschlüpfen." 
Nehmen Sie ein Beispiel aus der Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung als 
Vergleich: Eine Anzahl von Mitgliedern unserer Partei trägt ein besonderes Abzeichen mit 
einem goldenen Kranz darum; damit dokumentieren sie: "Ich habe schon zum 
Nationalsozialismus gestanden, als es da noch nichts zu erben gab; ich habe für diese 
Bewegung gekämpft, als sie noch nicht an der Macht war." Sie haben ihr Bekenntnis zu ihr 
schon zu einer Zeit vollzogen, in der der Sieg der Bewegung noch nicht ganz eindeutig war. 
Denn sich zu einer Sache bekennen, wenn sie eindeutig ist, ist keine Kunst. Wenn Sie also 
Ihre Loyalität erst bekunden wollen, wenn der Sieg endgültig errungen ist — meine Herren, 
dann werden uns so viele ihre Loyalität versichern, daß wir dann daran kein sonderliches 
Interesse mehr haben. 

Ich bin der Meinung, daß Sie sich mit diesem Problem auseinandersetzen müssen. Auch ich 
habe das getan. Ich habe beispielsweise in der letzten Zeit eine ganze Reihe von 
tschechischen Büchern gelesen, eine ganze Reihe von tschechischen Filmen gesehen, ich 
habe eine ganze Reihe von Berichten über tschechische Kulturarbeit entgegengenommen; 
und ich habe es eigentlich bedauert, daß ich diese Ergebnisse Ihres Kulturlebens nicht in 
größerem Umfang dem deutschen Volke zur Kenntnis bringen konnte. Aber zunächst muß 
diese Bereinigung stattfinden. Von einer Reihe von tschechischen Filmen zum Beispiel 
wünschte ich, daß ich 
-320- 

sie dem deutschen Volk zeigen könnte. Wollen Sie sich für Ihre Filme mit Ihrem 
tschechischen Volk als Absatzgebiet begnügen, oder wollen Sie sie nicht lieber im ganzen 
Reich verbreitet sehen? Erfüllt es nicht auch Sie mit Stolz, daß Sie, wenn Sie nach Hamburg 
kommen, sich sagen können: "Das ist auch meine Hafenstadt." Und wenn Sie die deutsche 
Flotte sehen: "Das ist die Flotte, die auch unser Leben beschützt!", und wenn Sie die 
heroischen Heldentaten der deutschen Wehrmacht verfolgen: "Das ist die Wehrmacht, die 
auch unser Volk beschützt, die auch um uns die eiserne Klammer ihres Schutzes gelegt 
hat!" Das würde ich für viel nutzbringender und befriedigender halten, als zu sagen: "Na, 
wir müssen zwar mitgehen!", aber in der letzten, tiefsten Falte Ihres Herzens noch 
Vorbehalte zu machen. 

Darüber müssen Sie sich und muß auch das tschechische Volk sich entscheiden. Sagen Sie 
nicht, das tschechische Volk will so oder will so. Ich glaube, ich kann auf dem Gebiet der 
Volksführung einige Erfahrungen für mich in Anspruch nehmen. Ein Volk denkt so, wie 
seine Intelligenzschicht es zu denken lehrt; es hat immer die Vorstellungen, die seine 
geistige Führung besitzt. Sollte Ihre geistige Führung nun nicht in allem Ernst vor das 
tschechische Volk hintreten und ihm klarmachen, daß es sich jetzt entscheiden muß? Sollte 
sie ihm nicht sagen, daß. dieses tschechische Volk vielleicht doch den besten Teil gewählt 
hat? — Sie haben Rotterdam gesehen; gerade Sie können jetzt den damaligen geschicht- 
lichen Entschluß Ihres Staatspräsidenten in seinem vollen Werte ermessen. 



Niemand soll sagen: "Ja, man hätte das überhaupt vermeiden können!" Unser Handeln 
entspringt keineswegs einer Laune. Auch wir sind ja nur Diener eines geschichtlichen 
Schicksals; wir können gar nicht anders handeln, als wir es tun. Wir sind nur die Vollzieher 
und Vollstrecker eines geschichtlichen Auftrages. Man soll nicht sagen: "Wenn es keine 
Nationalsozialisten gäbe, dann wäre Ruhe in Europa." Nein, dann wären eben andere da, die 
an unserer Stelle handeln müßten. Wenn eine Zeit reif geworden ist, muß sie sich erfüllen, 
so wie der Apfel vom Baum fällt, wenn er reif ist. Wir können uns nicht gegen das 
Schicksal zur Wehr setzen, es würde uns überrennen. 

Mit anderen Worten: Sie stehen vor der Wahl, Ihrem Volk diesen Tatbestand klarzumachen, 
ihm unter größeren Gesichtspunkten, als es 
-321- 

bisher geschehen ist, die geschichtlichen Aufgaben vor Augen zu führen, vor denen Europa 
steht. Ich glaube, wenn Sie sich die Entwicklung gerade des vergangenen Kriegsjahres noch 
einmal ins Gedächtnis zurückrufen, werden Sie doch zu dem Ergebnis kommen: "Vielleicht 
haben wir Tschechen den besten Teil gewählt. So, wie es vorher war, ging es doch nicht 
mehr. Es wäre nur möglich gewesen, wenn Deutschland ständig zu Boden gedrückt worden 
wäre, das aber ist undenkbar." 

Sie haben heute die Möglichkeit, sich sämtliche Vorteile zu eigen zu machen, die das große 
Deutsche Reich zu bieten hat. Sie haben unseren garantierten Schutz. Niemand greift Sie an. 
Sie hätten auch die Möglichkeit, nun die Vorteile Ihres Volkstums ganz Deutschland zu 
vermitteln. Sie hätten die Möglichkeit, Ihre Musik in das Reich auszuführen. Ihre Filme, 
Ihre Literatur, Ihre Presse, Ihren Rundfunk. Sie wissen, daß das deutsche Volk kulturell 
immer sehr aufgeschlossen und empfangsfreudig gewesen ist. Wir wollen und können das 
auch gar nicht ändern. Denn wir sind keine Diktatoren, sondern Vollstrecker des Willens 
unseres Volkes. 

Wie gesagt, wir bieten Ihnen die Möglichkeit zur Mitarbeit. Ich habe Sie hierher gebeten, 
um Ihnen eine Basis zu verschaffen, auf der wir uns verständigen könnten. Wir verlangen 
gar nicht von Ihnen, daß Sie etwas gegen die Ehre Ihres Volkstums tun, wir verlangen nicht, 
daß Sie etwas tun, was Sie als Parvenüs oder Speichellecker oder was weiß ich, deklassieren 
würde. 

Auf die Dauer könnte man an einem solchen Verhältnis doch kein Vergnügen haben. Ich 
glaube aber, daß es nicht zuviel gefordert ist, in diesen dramatischen Stunden einer 
europäischen Auseinandersetzung, die zu ganz neuen Formen des menschlichen 
Zusammenlebens führen wird, sich nun über diese Dinge zu verständigen, sich Klarheit zu 
verschaffen und darüber ins reine zu kommen, ob man nun als Freund oder als Feind 
miteinander verkehren will. 

Wir wollen wissen, wie wir zu der Intelligenz eines Volkes stehen, ob wir uns als Feind 
oder als Freund begegnen. Daß wir uns als Feind zu benehmen wissen, haben Sie wohl im 
Laufe des letzten Jahres beobachten können. Daß wir uns als Freund benehmen können, 
würden Sie dann beobachten können, wenn sich eine positive und aktive Loyalität zwischen 
-322- 

den beiden Volkstümern, zwischen dem deutschen und dem tschechischen Volke 

entwickeln würde. 

Dies Ihnen klarzumachen, habe ich heute für meine Aufgabe gehalten; 

ich glaube, daß wir uns auf dieser Basis verständigen könnten und auch verständigen 

würden. Ich bin der festen Überzeugung, daß Sie, wenn Sie dieses Fundament der Loyalität 



legen würden, uns selbstverständlich einen Gefallen tun, daß Sie andererseits aber Ihrem 
tschechischen Volk einen großen geschichtlichen Dienst erweisen. Man darf nicht nach dem 
urteilen, was heute die Menschen sagen. Der Durchschnittsmensch vermag nun einmal nicht 
weit zu sehen. Es ist aber die Aufgabe der Intelligenz, sich über den engen Gesichtskreis zu 
erheben und in einem weiteren Kreise Umschau zu halten, sich in der Phantasie einen 
Zustand vorzustellen, der einmal sein wird und gegen den nicht die Tatsache zeugt, daß er 
noch nicht da ist. Es ist immer Aufgabe der Intelligenz eines Volkes, Bahnbrecher eines 
kommenden Zustandes und nicht blinder Anbeter eines gegenwärtigen Zustandes zu sein. 
Ich fordere Sie deshalb auf, in diesem Sinne zum tschechischen Volke zu sprechen. Wenn 
wir das täten, würde das tschechische Volk uns nicht glauben, weil es uns nicht kennt, weil 
es nicht weiß, wie wir Nationalsozialisten sind, weil es in uns vielleicht nationalen 
Egoismus vermutete, wo wir nur die Absicht haben, ein bereinigtes Verhältnis zwischen 
zwei Volkstümern zu schaffen, die sich ja doch miteinander verstehen müssen. Sie leben da, 
wir leben hier. Nur eine gigantische Naturkatastrophe, die unser Volk vernichtete, könnte 
eine einseitige Lösung bringen. Da das nicht zu erwarten ist, müssen wir uns irgendwie 
verständigen. Ob wir uns sympathisch sind oder nicht, steht gar nicht so sehr zur Debatte. 
Das ist unerheblich. Erheblich ist nur, daß wir den vielen Millionen in Europa eine 
gemeinsame Lebensbasis und auch ein gemeinsames Lebensideal geben. Gestört worden ist 
dieses Ideal bisher von England. England hat Europa in Unruhe halten wollen, weil es darin 
die beste Sicherung für seine insulare Existenz sah. Dieser Unruheherd wird jetzt durch die 
gigantischen Schläge unserer Wehrmacht beseitigt werden. Dann haben wir die 
Möglichkeit, Europa seinen Frieden zu geben. Sie sind dazu herzlich eingeladen. 
-323- 

Die Jugend und der Krieg 

Ansprache zur Eröffnung der Jugendfilmstunden in Berlin 

29. September 1940 

Am heutigen Sonntagmittag sollen die Jugendfilmstunden, die von der HJ. und vom BDM. 
in Zusammenarbeit mit der Reichspropagandaleitung der NSDAP, durchgeführt werden, 
wieder für den Winter 1940/41 neu eröffnet werden. Sie stellen damit also auch für die 
kommenden Monate wiederum wie in den vergangenen Jahren ein zusätzliches außer- 
ordentlich wichtiges Element der praktischen Jugenderziehungsarbeit dar. 
Die Jugendfilmstunden wurden im Jahre 1934/35 begründet. Sie umfaßten damals 371 
Veranstaltungen mit im ganzen 217.354 Besuchern. Im Verlauf der darauffolgenden Jahre 
ist die Jugendfilmarbeit dann bis zum Kriegsjahre 1939/40 auf 8244 Veranstaltungen mit 
3,538.224 Besuchern angestiegen. Im Rahmen der Winterarbeit von 1934 bis 1940 hat sich 
diese Aktion im ganzen auf 19694 Jugendfilmstunden mit 9,411.318 Besuchern erstreckt. 
Ein wahrhaft imponierendes Ergebnis dieser Arbeit, die, wie alles, was der 
Nationalsozialismus gründete und schuf, von klein auf angefangen hat und sich allmählich 
in diesem großartigen Umfang auswirkte. Die erste Jugendfilmstunde wurde im Frühjahr 
1934 in Köln veranstaltet. Mit Beginn der zweiten Spielzeit 1935/36 konnten wir eine 
Ausbreitung der Jugendfilmstunden auf Grund der in Westdeutschland gesammelten 
Erfahrungen auf das Reichsgebiet durchführen. Von Jahr zu Jahr nahmen die 
Jugendfilmstunden an Umfang und Bedeutung zu und wurden nun auch in kleinen Städten 
und jetzt bereits sogar in kinolosen Orten durchgeführt. 

Das Ziel der Jugendfilmarbeit war von Anfang an bis zum heutigen Tage darin zu sehen, 
dem deutschen Film durch eine planmäßige filmische Erziehung der Jugend zu dienen. 



Anderseits aber sollte auch der Jugend selbst ein zusätzliches Ausrichtungs- oder auch 
Unterhaltung- und Belehrungsmittel zur Verfügung gestellt werden. In einer Spielzeit soll 
nach der Planung dieses großen Werkes der Jugend ein 

-324- 

Überblick über alle Sparten des deutschen Filmschaffens gegeben werden. Daher erfolgt 
auch die Filmauswahl aus der gesamten Jahresproduktion. Neben den Staatspolitischen 
Programmen werden gute Unterhaltungs- und Kulturfilme gezeigt. Diese Jugendfilmarbeit 
wird zentral vom Presse- und Propagandaamt der Reichsjugendführung in Verbindung mit 
der Reichspropagandaleitung der NSDAP., Hauptamt Film, durchgeführt. In jeder 
Gaufilmstelle ist ein HJ. -Beauftragter tätig, der als Stellenleiter Jugendfilm die unmittelbare 
Organisation der Jugendfilmstunden leitet. 

Wir steuern damit alle einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Jugendfrage, besonders 
auch im Kriege, zu. Das Problem der Jugend ist in schwierigen Zeiten immer auch 
besonders schwierig gewesen. Der Krieg stellt seine harten Anforderungen an die gesamte 
Nation, und auch die Jugend bleibt davon nicht verschont. Sie muß deshalb durch besondere 
Haltung und stärkstens ausgeprägten Persönlichkeitscharakter versuchen, der damit 
verbundenen Schwierigkeiten Herr zu werden bzw. den Erziehungsberechtigten und - 
verpflichteten zu helfen, die hier auftauchenden Probleme zu meistern. Oft steht der Vater 
im Felde, oder er ist an anderer kriegswichtiger Stelle so stark in Anspruch genommen, daß 
er sich um die Erziehung seiner Kinder nicht in dem Umfang bekümmern kann, wie das 
wünschenswert wäre und wie es meistens auch in Friedenszeiten der Fall ist. Die Mutter ist 
dann mit Arbeit und Sorgen belastet und überlastet; manchmal ist sie sogar in der 
Kriegsarbeit selbst tätig, sie schafft in Rüstungsbetrieben und sorgt mit dafür, daß unseren 
Soldaten Waffen und Munition nicht ausgehen, sie betätigt sich als Helferin im Roten 
Kreuz, in der Mütterfürsorge, in der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt oder im 
Winterhilf s werk. Da geht die Jugenderziehung nicht immer so ihren ruhigen und sicheren 
Gang wie in normalen Zeiten. Und gerade hier hat die HJ. und der BDM. die doppelte 
Verpflichtung, helfend einzuspringen und dem Elternhaus nach Möglichkeit Lasten 
abzunehmen, die es nach Lage der Dinge nur schwer oder gar nicht tragen kann. Zwar ist 
auch die Erziehungs- und Ausrichtungsarbeit der HJ. und des BDM. gerade in Kriegszeiten 
durch tausend Schwierigkeiten behindert, die man im Frieden kaum kennt. Einmal fehlt es 
an den notwendigen Sälen, um die Jugend regelmäßig 
-325- 

zu versammeln; sie sind von der Wehrmacht mit Beschlag belegt oder als Vorratsräume in 
Anspruch genommen. Zu zweit verbietet es sich durch die Verdunkelung, den Abend, der 
für die Jugenderziehung so außerordentlich wichtig ist, voll in Anspruch zu nehmen. In 
einer Reihe von Gebieten des Reiches herrscht Luftgefahr, die eine systematische 
Durchführung der für die Erziehung der Jugend notwendigen Arbeiten vielfach unmöglich 
macht. Um so größer aber sind demgemäß auch die Aufgaben, die HJ. und BDM. zusätzlich 
zu ihren sonstigen Pflichten zu erfüllen haben, und die Verantwortlichkeiten, die sie damit 
dem Führer und dem Volke, aber auch dem Elternhaus gegenüber übernehmen. 
Die Jugenderziehung kann im Kriege überhaupt nur in engstem Zusammenwirken mit der 
Jugend selbst erfolgreich durchgeführt werden. Die Jugend ist nicht nur Objekt, sondern 
auch Subjekt ihrer eigenen Erziehung. Vieles, was im Frieden mit Hilfe der Organisation, 
des Elternhauses und der Schule wie selbstverständlich durchgeführt werden kann, fallt im 
Kriege ebenso selbstverständlich weg. Gerade darum muß die Jugend durch ihre Haltung 



und durch ihre Lebensweise einen großen Teil der Erziehungsarbeit überflüssig machen, die 
im Frieden durch die dazu bestimmten Organe geleistet wird. Der Krieg ist nicht nur ein 
großer Gleichmacher, er ist auch ein großer Erzieher. Er macht alle Phrasen und 
Schlagworte hinfällig. Vor seinem harten Gesetz hat auf die Dauer nur die reale 
Wirklichkeit Bestand. Er ist der größte Umwerter aller Werte. Was uns im Frieden 
wesentlich und manchmal sogar unentbehrlich erscheint, darauf verzichten wir im Kriege 
gern und dienen damit der gemeinsamen Sache. Der Krieg erfaßt heute nicht, wie in 
früheren Zeiten, nur einen kleinen Teilausschnitt des Volkes; er ist die heroischste 
Gemeinschaftsleistung einer Nation. Da er von unseren Feinden auch und gerade gegen die 
Kinder geführt wird, muß er ebenso auch von den Kindern pariert werden. Im Weltkrieg 
richtete sich besonders in den Jahren 1917 und 1918 die schärfste Spitze der englischen 
Blockadewaffe gegen deutsche Frauen und deutsche Kinder, und es ist zum großen Teil 
auch darauf mit zurückzuführen, daß wir in der entscheidenden Stunde nicht mehr die Kraft 
aufbrachten, uns gegen die englisch-französische Bedrohung zur Wehr zu setzen. 
-326- 

Auch in diesem Kriege hatten unsere Feinde die Absicht, die gleiche Waffe nach 
Möglichkeit mit dem gleichen Erfolge zur Anwendung zu bringen. Die deutsche 
Staatsführung hat beizeiten dafür gesorgt, daß die englische Blockade zur 
Wirkungslosigkeit verurteilt wurde. Trotzdem aber richtet sich der Krieg in seinem letzten 
Sinn weiter gegen die heranwachsende deutsche Generation, und es ist deshalb auch mehr 
als symbolisch, daß gerade sie sich in hellen Scharen zu den Fahnen gedrängt hat, um auf 
den Schlachtfeldern die deutsche Sache mit zu verteidigen. Die Zahlen der gefallenen und 
verwundeten Mitglieder, vor allem aber der Führer der HJ. in diesem Kriege sind der 
Öffentlichkeit zu bekannt, als daß sie noch einmal besonders aufgefühlt werden müßten. Sie 
stellen einen beredten Beweis dar für die Tatsache, daß die Jugend diesen Krieg in 
weitestem Umfang zu ihrer Sache gemacht hat. 

Die nachwachsende Jugend muß den Krieg in der Heimat mit führen. Aber sie ist deshalb 
nicht etwa unbeteiligt daran. Sie muß ihm mit starkem Charakter und mit aufrechter Haltung 
entgegentreten. Wenn eine ganze Nation um ihr Leben kämpft und schließlich in der Haupt- 
sache doch um die Zukunft ihrer Kinder, dann muß gerade die Jugend diesen Kampf 
mittragen und nach besten Kräften unterstützen. Sie hat sich durch Disziplin, durch 
Ordnung, Fleiß und Haltung der Zeit, die sie durchlebt, und der Männer, die für sie ihr 
Leben einsetzen, würdig zu erweisen. Da wirkt naseweise Besserwisserei oder gernegroßes 
Schwadronieren nur aufreizend und dumm. Gerade im Kriege, in dem Millionen Männer ihr 
Leben vor das der Nation stellen, muß die Jugend wieder lernen, Achtung vor der 
opferbereiten Männlichkeit zu haben und in der Frau und Mutter die weibliche Kämpferin 
für den ewigen Fortbestand der Volkes zu ehren und zu würdigen. Sie selbst aber soll sich 
in Gehorsam und Bescheidenheit üben und damit vor allem die Pflichten erfüllen, die der 
Krieg an sie stellt. Das soll nicht heißen, daß sie aufgefordert werden müßte, nach dem 
Sprichwort zu handeln: "Mit dem Hute in der Hand kommt man durch das ganze Land"; das 
war ein spießbürgerliches Ideal der Vergangenheit, das wir überwunden haben. 
Bescheidenheit ist nicht dasselbe wie Unterwürfigkeit, und ein guterzogener, 
charaktervoller und disziplinierter Junge braucht deshalb nicht gleich ein Duckmäuser zu 
sein. So viele Millionen Männer ver- 
-327- 



bringen heute als Soldaten ihr Leben ausschließlich in Gehorsam und Pflicht. Sie haben sich 
gern und freudig ihrer eigenen freien Willensbestimmung begeben, um in der Gemeinschaft 
der Wehrmacht dem Vaterlande zu dienen. Wie viel eher kann das vor allem jetzt im Kriege 
von einem deutschen Jungen und einem deutschen Mädel verlangt werden! Sie sollen ja 
einmal erwachsene und reife Menschen unseres großen und stolzen Volkes werden, und 
viele von ihnen sind dazu berufen, in ihrem späteren Leben zu befehlen. Gerade deshalb 
müssen sie jetzt gehorchen lernen. Das gilt vor allem für eine Zeit, in der von der 
Pflichterfüllung und vom Gehorsam alles abhängt. 

Die HJ. und der BDM. sind also dazu da, zusätzliche Erziehungsarbeit auch für das 
Elternhaus, das diese heute vielfach nur in unvollkommener Weise durchführen kann, mit 
zu übernehmen. Jeder Vater im Felde und jede Mutter zu Hause oder im Beruf muß ihr 
Kind, das ja schließlich ihr Liebstes ist, bei der HJ. oder beim BDM. wohl aufgehoben 
wissen. Sie muß davon überzeugt sein können, daß Jungen und Mädel hier im Laufe der 
Jahre zu aufrechten Männern und Frauen erzogen werden. 

Die Zeit, die wir heute durchleben, ist einmalig. Sie bringt für jedermann, auch für unsere 
Jugend, erhöhte Pflichten und Anforderungen mit sich. Der eine oder der andere ist 
manchmal vielleicht geneigt, Pflichten und Anforderungen der Größe der Zeit gegenüber zu 
überschätzen. Später aber, wenn der Krieg vorbei ist und ein stolzer Sieg ihn krönt, dann 
werden wir alle an die Pflichten und Anforderungen, die diese Zeit an uns stellte, nur mit 
Freude und Stolz zurückdenken. Die Sorgen, die uns heute belasten, werden dann vergessen 
sein, und die Monate, die wir heute in Glauben und Tapferkeit durchleben, werden dann für 
uns nur noch in Glanz und Licht erstrahlen. So war das früher auch in der Kampfzeit der 
nationalsozialistischen Bewegung. Kaum war der Kampf zu Ende und hatte der Führer die 
Macht angetreten, da sehnten sich schon die alten Kämpfer wieder nach der Zeit zurück, in 
der wir um die Macht rangen. Die Zeit, da wir für die Bewegung unsere Arbeit und 
manchmal auch unser Leben einsetzen mußten, erschien uns dann vergoldet und verklärt. 
Wer von den jungen Menschen, die damals in der Kampfzeit der nationalsozialistischen 
Bewegung manchmal im Alter 
-328- 

von 14, 15 und 16 Jahren zu uns stießen, möchte diese Zeit in seiner Erinnerung missen! 

Wie schön ist es heute noch für den damaligen Jungen und das damalige Mädel, sich an 

diese Jahre zurückzuerinnern und sich dabei klar darüber zu werden, daß sie sie bewußt 

erlebt haben und in einer Haltung, die ihrer würdig war! Heute ist das für sie die schönste 

Erinnerung. 

So wird es auch einmal mit diesem Kriege sein. Nach seinem Ende werden wir uns des 

Sieges erfreuen, und wir alle werden dann mit Rührung, aber auch mit Stolz an die Zeit 

zurückdenken, da wir uns mit ganzer Kraft und ganzer Persönlichkeit für den Sieg einsetzen 

mußten. 

Darum tut die deutsche Jugend gut daran, diese große Zeit mit wachen Sinnen zu erleben. 

Sie soll ihr Bestes hergeben für den Krieg und seine Aufgaben: ihre Kraft, ihren Mut, ihren 

Idealismus und ihre stärkste Glaubensfähigkeit. 

Dazu sollen auch die heute wieder zur Eröffnung kommenden Jugendfilmstunden dienen. 

Im ganzen Reich ist die deutsche Jugend jetzt zur ersten großen Filmstunde des Jahres 

1940/41 versammelt. Diese Filmstunden werden sich in regelmäßigen Abständen 

wiederholen, und sie haben die Aufgabe, der deutschen Jugend mit den besten Werken der 

deutschen Filmproduktion im Winter Erholung, Belehrung und Erbauung zu geben, und 

immer wieder sollen sich die deutschen Jungen und Mädel aufs neue daran begeistern. 



Wir lehren unsere deutsche Jugend nicht wie die englischen Plutokraten ihre Kinder, in 
jungen Jahren Frack und Zylinder zu tragen. Wer das später im Leben nötig hat, der kann es 
auch später noch lernen. Wir lehren unsere Jugend etwas, was sie im späteren Leben nur 
sehr schwer noch nachholen kann, nämlich Haltung und Charakter. Dazu müssen die ersten 
Keime bereits in jungen Jahren gelegt werden. Wir huldigen damit in unserer 
Jugenderziehung einem neuen Ideal, so wie der Führer es uns lehrte. Nach ihm hat die 
Hitlerjugend ihren Namen erhalten. Sie ist die einzige Organisation im Reich, die sich nach 
dem Führer benennen darf. Das auferlegt ihr eine große Verantwortung; das vor allem auch 
gibt ihr die Verpflichtung, dem Manne nachzuleben und nachzustreben, nach dem sie ihren 
Namen führt. 
-329- 

Der Führer ist das leuchtendste Beispiel für die deutsche Jugend. Er verlangt von ihr in der 

harten Zeit des Krieges Haltung, Charakter, Gehorsam und Disziplin. In seinem Sinne und 

nach seinem Gebot muß deshalb die deutsche Jugend leben, schaffen und arbeiten. 

Indem ich meine wärmsten und herzlichsten Grüße an die ganze deutsche Jugend, die heute 

in den Filmtheatern des Reiches versammelt ist. richte, erkläre ich damit die 

Jugendfilmstunden 1940/41 für eröffnet. 

-330- 

Wunschkonzert 

Ansprache zum 50. Wunschkonzert für die Wehrmacht 

1. Dezember 1940 

Zum 50. Wunschkonzert für die Wehrmacht entbiete ich meine herzlichsten Grüße an das 
ganze deutsche Volk und schließe darin gleichermaßen die Front wie auch die Heimat ein. 
Ich grüße unsere deutschen Soldaten, die von Kirkenes im hohen Norden bis zur Biskaya 
Wacht halten für die deutsche Freiheit und unseres Reiches Sicherheit. Ich grüße unser 
kampferprobtes, sieg- und lorbeerumkränztes Heer, unsere stolze Kriegsmarine in den 
Häfen und auf den Meeren und unsere tapfere Luftwaffe, die Tag für Tag und Nacht um 
Nacht Vernichtung in das Herz des Feindes trägt. Ich schließe in diese Grüße ein die 
Vielmillionenzahl unserer Soldaten, die vom hohen Norden, wo jetzt schon fast ewige 
Nacht herrscht, bis an die Atlantikküste auf Posten stehen, unsere Truppen im 
Generalgouvernement, im Protektorat, in Belgien, Holland und Frankreich und überall 
anderswo, wo sie in hartem Dienst ihre Pflicht tun. 

Sie sitzen nun um die Lautsprecher versammelt und fühlen sich durch die Ätherwellen mit 
der Heimat verbunden. 

Für diese Heimat spreche ich in dieser Stunde. Ich spreche im Namen der Millionen 
Arbeiter und Arbeiterinnen, die für die Front die Waffen schmieden und nicht wie 1917 und 
1918 zum Streik aufgerufen werden und den deutschen Soldaten die Munition verweigern. 
Sie kennen heute nur einen Gedanken: den an den Sieg. Ich spreche im Namen der 
Millionen Bauern, die für Front und Heimat das tägliche Brot herbeischaffen, der Millionen 
Geistesarbeiter, Ärzte, Beamten, Künstler und Lehrer, die mit beitragen zur geistigen und 
seelischen Rüstung unseres Volkes. Ich spreche im Namen der Millionen Mädchen und 
Frauen, die gern und willig alle Sorgen und Lasten des Krieges auf sich nehmen und nur 
von dem einen Wunsch beseelt sind: Wie helfen wir mit, daß unsere Wehrmacht den Feind 
schlägt? Ich gedenke dabei der ungezählten Mütter, die trotz des Krieges und unter doppelt 
erschwerten Umständen 



-331- 

in dieser Zeit deutschen Kindern das Leben schenken, auf daß die Nation ewigen Bestand 

habe. In ihrer aller Namen grüße ich unsere deutsche Front, grüße ich alle unsere Soldaten 

in Nord und Süd und Ost und West und bringe ihnen den heißen Dank und die tiefe 

Bewunderung der ganzen Heimat zum Ausdruck. Sie sollen wissen, daß wir immer bei 

ihnen sind, daß wir durch unermüdliche Arbeit ihrer würdig sein und ihnen nach besten 

Kräften helfen wollen, daß der Sieg bald komme. 

Über unsere Grenzen hinaus aber grüße ich unsere deutschen Brüder in fernen Ländern und 

Erdteilen, oft durch Ozeane von uns und von der Heimat getrennt und doch mit den 

Gedanken so nahe bei uns und so fest mit uns vereint. Beim 50. Wunschkonzert für die 

Wehrmacht schlagen wir wiederum, wie so oft schon in der Vergangenheit, die Brücke von 

hüben nach drüben und schlingen ein festes Band um alle, die zu uns gehören. 

Dabei lassen wir die Blicke zurückschweifen auf die stolze Reihe dieser Veranstaltungen, 

die ungezählten Millionen deutschen und mit uns sympathisierenden Menschen weit über 

unsere Grenzen hinaus in den vergangenen Kriegsmonaten so manchen Sonntagnachmittag 

Freude, Erholung, Erbauung und Entspannung gebracht haben. 

Was ist uns Deutschen der Rundfunk — vor einigen Jahren noch ein verlachtes 

Experimentierfeld für Ästheten und Literaten — im Kriege geworden! Das, was uns 

ehedem, bevor der Führer die Macht übernahm, bereits als Ideal vorschwebte, das ist jetzt 

Wirklichkeit: Der Rundfunk als modernstes technisches Instrument der Volksführung ist in 

der Tat der kraftvollste Mittler zwischen Führung und Volk geworden. 

In dieser festlichen Stunde fühle ich mich verpflichtet, Worte des Dankes und der 

Anerkennung zu richten an alle die, die in den vergangenen Jahren und vor allem in den 

harten Monaten des Krieges unermüdlich Tag und Nacht am Werke waren, um dem 

Großdeutschen Rundfunk ein eigenes Gepräge und das dieser großen Zeit entsprechende 

politische und kulturelle Gesicht zu geben. 

Ich danke zuerst und vor allem denen, die als unbekannte Mitarbeiter dem Rundfunk in 

unermüdlicher und rastloser Arbeit dienten, den ungezählten Technikern, Arbeitern und 

Kunstschaffenden, die ihm ihre ganze Zeit und die Kraft ihres Idealismus zur Verfügung 

stellten. 

-332- 

Ich danke seinem Reichsintendanten Dr. Glasmeier, dem Leiter der Rundfunk- 
Kommando stelle Ministerialdirigent Berndt und dem Reichs sendeleiter Hadamovsky. Sie 
haben sich an der Front im Weltkrieg und in diesem Krieg als tapfere Soldaten und in der 
Heimat als politische Vorkämpfer der großdeutschen Idee bewährt. In unermüdlicher Arbeit 
haben sie den Rundfunk zum Volke geführt. Nicht vergessen will ich unter ihnen den Leiter 
der Inlandspresseabteilung Ministerialdirigent Hans Fritzsche, der vor allem im Kriege 
seine Rundfunk- und Presseschau zu einem unentbehrlichen Bestandteil der politischen 
Volksführung erhob. 

Besonders herzlichen Dank aber richte ich in dieser Stunde an den Gestalter der 
Wunschkonzerte, Heinz Goedecke. Sie, lieber Parteigenosse Goedecke, haben das Übermaß 
von Arbeit, das mit der Vorbereitung von fünfzig Wunschkonzerten für die Wehrmacht 
verbunden war, mit Idealismus und Fanatismus bewältigt, und was noch mehr ist als das, 
Sie haben dabei niemals den Humor und die gute Laune verloren. Sie haben es verstanden, 
mit einem Erfindungsreichtum ohnegleichen dieser Reihe der Großveranstaltungen des 
Deutschen Rundfunks ein Interesse bei den breiten Volksmassen an der Front und in der 



Heimat zu erwerben, das unsere kühnsten Erwartungen übertreffen hat. Sie und Ihre Mit- 
arbeiter, die ungezählten Musiker, Künstler, Chöre und Vortragenden haben damit aus dem 
Wunschkonzert für die Wehrmacht eine der populärsten Einrichtungen dieses Krieges 
überhaupt gemacht. 

Ich danke mit Ihnen den Dichtem und Komponisten unserer zündenden Volksweisen, die 
wie niemals zuvor in einem Kriege die Herzen unseres Volkes erwärmt und entflammt 
haben. An ihrer Spitze nenne ich dabei den Gestalter unserer populärsten 
Massenkriegsgesänge, Herms Niel, der uns das England- und das Frankreich-Lied und dazu 
eine Unzahl von volkstümlichen Soldatenliedern schenkte. 

Daneben aber möchte ich Worte des Dankes auch an die stillen Mitarbeiter des 
Großdeutschen Rundfunks richten, an die Intendanten unserer Großdeutschen Sender, an 
ihre Techniker und an ein Heer von Unbekannten, die jetzt im Geiste vor unseren Augen 
aufmarschieren. Mitten unter ihnen ist ein Platz frei. Ich gedenke mit Wehmut und Trauer 
unseres unvergeßlichen Rundfunkintendanten Dr. Adolf Raskin. 
-333- 

Unsere dankbaren Grüße entbieten wir in dieser festlichen Stunde den Männern unserer 
Propagandakompanien, die mit Schneid, Einsatzbereitschaft und Tapferkeit das 
Kriegserleben zu einem Erlebnis auch für die ganze Heimat gemacht haben. Mitten im 
Schlachtengetümmel haben sie ihre unvergeßlichen Rundfunkberichte gesprochen, und 
manch einer von ihnen hat seine Einsatzbereitschaft mit dem Tode bezahlt. An ihrer Spitze 
steht unser unvergessener Sprecher Arno Hellmis, der im Frankreichfeldzug in treuer 
Pflichterfüllung sein Leben ließ. 

Sie alle haben mit dazu beigetragen, den Rundfunk aus der blutlosen Atmosphäre öden 
Literatentums der Systemzeit herauszuheben. Sie haben ihn mitten ins Leben hineingestellt 
und damit auch das Leben selbst mitgestaltet. 

An ihrer Seite stehen die ungezählten Sprecher des Großdeutschen Rundfunks, deren 
Gesichter den meisten Hörern zwar vollkommen unbekannt sind, deren Stimmen aber dem 
ganzen deutschen Volk bekannt und vertraut sind. 

Dankbar gedenken muß ich dabei auch der vielen Sprecher unseres Sprachendienstes, die in 
zeitweilig über dreißig Sprachen die deutsche Wahrheit gegen Lüge und Verleumdung über 
die ganze Welt bis in die fernsten Erdteile verbreiteten. Wenn einmal die Geschichte dieses 
Krieges geschrieben wird, dann kann auch der Großdeutsche Rundfunk dabei ein eigenes 
Kapitel für sich in Anspruch nehmen. 

Sie, lieber Parteigenosse Goedecke, haben in dem ungeheuer weiten Wirkungskreis der 
großdeutschen Rundfunkarbeit eine der wichtigsten Aufgaben, das Wunschkonzert für die 
Wehrmacht, betreut. Es muß Sie mit tiefem Stolz erfüllen, daß an jedem Sonntag, wenn die 
Fanfaren dazu erklingen, sich damit jedesmal für Front und Heimat ein richtiges 
Volksereignis ankündigt. Ungezählte Soldaten bleiben an den Sonntagnachmittagen, auch 
wenn sie Urlaub haben, in den Kasernen, um keines Ihrer Wunschkonzerte zu versäumen. In 
den großen Städten leeren sich kurz vor Beginn des Wunschkonzertes die Straßen, weil alle 
dabei sein wollen, wenn Ihre allen vertraute Stimme über den Äther erklingt, um die endlose 
Reihe unserer deutschen Künstler, die dafür ihre Kunst mit Freude und Idealismus zur 
Verfügung stellen, anzukündigen. Sie haben mit diesen Veranstaltungen den Beweis dafür 
erbracht, daß man sehr 
-334- 



wohl Krieg führen und seine Pflicht tun kann, ohne den Kopf hängen zu lassen und den 

Humor und die gute Laune zu verlieren. So soll es nicht nur bei den Wunschkonzerten, 

sondern so soll es überall im kriegerischen Leben der deutschen Nation auch für die Zukunft 

bleiben! Nur mit Optimismus kann das Leben gemeistert werden. 

So habe ich für die weiteren Veranstaltungen dieser Art auch einen Wunsch, nämlich den, 

daß sie so bleiben mögen, wie sie sind, daß sie für das ganze deutsche Volk eine Lehre und 

ein Ansporn sein sollen, sich nicht von den Widrigkeiten des Alltags unterkriegen zu lassen, 

sondern mutig und erhobenen Hauptes der Zeit entgegenzutreten und ihr in die Augen zu 

schauen. 

Einmal wird die Stunde kommen, da auch der letzte uns verbliebene Feind, England, fällt. 

Dann werden wir die glücklichste Stunde unseres Lebens feiern. Bis dahin aber wollen wir 

kämpfen und arbeiten und auch unsere geistigen und seelischen Kräfte stählen. Die besten 

Helfer dafür sind Humor und Musik. Erfreuen Sie alle also auch weiterhin das deutsche 

Volk an der Front und in der Heimat, geben Sie ihm damit in diesen Wochen und Monaten 

Kraft und Stärke in seinem harten Daseinskampf. Erheben Sie es im Glauben und im 

Vertrauen auf den Führer, der unser ein und alles ist. 

So gehe denn mein Gruß an alle Deutschen in alle Himmelsrichtungen. Im Geiste wollen 

wir uns über die Ätherwellen hinweg in einem großen Neunzig-Millionen-Kreis die Hände 

reichen. Lang lebe der Führer und ewig bestehe sein Volk und sein Reich! 

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Eine andere Welt 

22. Dezember 1940 

Den Herren Engländern geht es augenblicklich nicht gut. Das hat sich allmählich auch 
überall herumgesprochen. Sie hatten sich vorgenommen, den Krieg sozusagen vom Kamin 
aus zu führen und zu gewinnen. Sie wollten im Reich nach dem Muster von 1918 eine 
Revolution entfachen, die das Volk in zwei Teile aufteilte. Diese ist nun, wie nicht anders 
zu erwarten war, ausgeblieben. Dann hofften sie, nach dem Modell von 1917/18 die 
deutsche Kriegs- und Ernährungswirtschaft durch eine Neuauflage der damals so wirksamen 
Blockade vernichten zu können. Diese Blockade ist durch entsprechende deutsche 
Maßnahmen in eine Gegenblockade umgewandelt worden, mit dem Erfolg, daß der 
britische Ernährungsminister vor ein paar Tagen ankündigte, die Butter- und Fleischrationen 
in England müßten weit unter die in Deutschland auch im Kriege üblichen heruntergesetzt 
werden. Die Aushungerer werden also mehr und mehr in die Rolle des Ausgehungerten 
hineingedrängt. 

Wenn England seit Jahrhunderten keinen Feind mehr auf seinem eigenen Boden sah, so 
muß es heute erleben, daß Nacht für Nacht und Tag um Tag deutsche Kampfflugzeuge Tod 
und Verderben in seine Industrie-, Hafen- und Rüstungszentren hineintragen. Europas Tore 
sind ihm für eventuell geplante kontinentale Aktionen verschlossen; die Aufschrift darüber 
lautet: "Eintritt nur auf eigene Gefahr!" Seine Betteleien um Hilfe finden in der ganzen Welt 
nur taube Ohren und werden bestenfalls mit ein paar unverbindlichen, zu nichts 
verpflichtenden Phrasen beantwortet. 

Angesichts dieser Tatsachen interessiert es, wie Großbritannien auf diese verzweifelte 
Situation reagiert. Wir schalten das englische Volk dabei vollkommen aus, denn das hat in 
England im Zeichen der Demokratie, die bekanntlich nur eine Funktion der herrschenden 
Plutokratie ist, nur sehr wenig zu melden. So weit es eigene Meinungen besitzt und 
-336- 



diese unter normalen Umständen auch geäußert werden können, stehen sie heute unter einer 
rücksichtslos durchgreifenden Zensur jener Herrenschicht, die aus dem Abenteuer Krieg, in 
das sie mit so bequemen, aber auch so gänzlich falschen Vorstellungen frivol hineinstieg, 
nicht mehr heraus kann. 

Sie versucht nun, sich selbst, dem eigenen Volke und vor allem der Welt etwas 
vorzumachen. Das fing schon an, als bei Beginn des Krieges Lord Derby in England 
ankommende australische Einheiten mit dem Satz begrüßte: "Ihr werdet einen reizenden 
Krieg erleben!" Später wurde die katastrophale Niederlage der Engländer und Franzosen in 
der Flandernschlacht zu dem gloriosen Rückzugssieg von Dünkirchen umgefälscht. Der 
berüchtigte englische Informationsminister Duff Cooper hatte die Stirn, nach dem ersten 
Bombenangriff auf Paris, bei dem er sich zufällig in der französischen Hauptstadt befand, 
gleich ans Mikrophon zu eilen und triumphierend der aufhorchenden Welt zu verkünden, 
daß er sich nicht im geringsten in seinem Frühstück habe stören lassen, das nach dem 
Bombardement mit einer stattlichen Anzahl von Gängen fortgesetzt worden sei. Was würde 
bei uns mit so einem Stück Minister geschehen? 

Heute hausieren die Engländer in der öffentlichen Weltmeinung mit unverbindlich 
hingemurmelten Phrasen herum, sie hätten die Absicht, bei sich bietender günstiger 
Gelegenheit einen Einbruchsversuch nach Europa zu machen. Jedermann weiß 
Selbstverständlich, daß sie froh sind, die letzten Reste ihrer Truppen auf dem Kontinent aus 
Dünkirchen heraus gerettet zu haben. Aber was macht das einem englischen Legenden- 
erzähler aus? Es ist fast imponierend, mit welch einer dummdreisten Frechheit die britisch- 
plutokratische Oberschicht das eigene Volk und die Welt hinters Licht zu führen versucht. 
Und dabei nimmt sie gar keinen Anstand, mit einer Naivität, die ebenso arrogant wie 
englisch ist, ihre Tricks zu verraten oder aber auch ihre amüsante Unbeholfenheit modernen 
politischen und militärischen Fragen gegenüber öffentlich in ihren Zeitungen zu diskutieren. 
Es redet beispielsweise ein bekannter Radioredner, mit Namen Priestley, monatelang im 
englischen Rundfunk. Plötzlich überrascht er das englische Volk mit der Mitteilung, er habe 
den Eindruck, daß er seine Hörer nur langweile, und er werde deshalb 
-337- 

in Zukunft von seinen Reden Abstand nehmen. Großbritannien hat einen Luftmarschall mit 
Namen Joubert, sozusagen ein Oldenburg-Januschau der Royal Air Force. Er hat sich in den 
letzten Wochen des öfteren in öffentlichen Verlautbarungen gestellt. Zuerst erklärte er, es 
sei nun notwendig, daß die englische Luftwaffe rücksichtslos deutsche zivile Ziele angreife. 
Als ihm dann durch die deutschen Vergeltungsangriffe entsprechende Antwort erteilt 
wurde, meinte er ebenso unbefangen, er hasse den Luftkrieg, der nur von den Deutschen zu 
Zwecken des Terrors erfunden worden sei, und ein paar Tage später erschien er wieder vor 
dem Mikrophon, um seinen Landsleuten den tröstlichen Rat zu geben, wenn sie angesichts 
der verheerenden Verwüstungen in London von Trauer und Hoffnungslosigkeit befallen 
seien. Weihnachtseinkäufe zu machen, um sich zu zerstreuen. Das erinnert an jene 
französische Prinzessin, die, als bei Ausbruch der Französischen Revolution die Massen vor 
dem Königsschloß erschienen, eine Hofdame fragte, was diese Menschen eigentlich 
wollten, und, als man ihr zur Antwort gab "Brot!", naiv meinte: "Wenn die Menschen kein 
Brot haben, so sollen sie doch Kuchen essen!" 

Der englische Unterstaatssekretär Cranborne hat dieser Tage über den Luftkrieg 
gesprochen. Er tat das sinnigerweise in einer Kirche in vollem Talar als Priester verkleidet 
von der Kanzel herab. Wir können uns so etwas überhaupt gar nicht vorstellen. Wir haben 



dazu keine Vergleichsmöglichkeiten. In Deutschland würde die Rede eines politischen 
Heuchlers vom Schlage des Mr. Cranbome im Gelächter unseres ganzen Volkes erstickt. In 
England findet man anscheinend nichts dabei. Die Heuchelei ist der herrschenden Schicht in 
Fleisch und Blut übergegangen. Sie ist so eine Art nationaler Passion, der man, durch 
jahrhundertelange Übung daran gewöhnt, heute ganz unbewußt zu fronen pflegt. 
Gebt euch keine Mühe, die englische Oberschicht ganz zu verstehen; es wird euch nie 
gelingen. Sie lebt in einer anderen Welt. Von der Sicherheit ihrer bisher unbedrohten Insel 
aus sieht sie in Europa nur so eine Art von Kolonialgebiet, und wir wetten zehn gegen eins, 
daß sie bisher die inneren Streitigkeiten auf unserem Erdteil ungefähr so ansah und 
einschätzte wie die zwischen verschiedenen religiösen Sekten, sagen 
-338- 

wir in Indien, die man klug gegeneinander ausspielen muß, um sie um so besser beherrschen 
zu können. 

Diesmal nun tritt das Schicksal selbst mit unerbittlicher Härte vor das Leben der britischen 
Inseln. Dumpf beginnt es in den englischen Gehirnen zu dämmern, daß es sich hier um 
etwas mehr als um einen Kolonialkrieg handelt, daß England um seine Existenz kämpft, und 
daß dieser Kampf keinerlei Chance mehr zum Siege bietet. Daher die Verwirrung und die 
vollkommene Ratlosigkeit in der englischen öffentlichen Meinung. Eine alte Welt stürzt vor 
den Augen des Durchschnittsengländers zusammen. Man muß etwas tun, denken die Herren 
Plutokraten. Und da sie zu phantasielos sind, um sich etwas Neues und Originelles 
auszudenken, greifen sie in die alten Weltkriegskarteien, putzen längst verbrauchte 
Schlagworte neu auf und wundem sich dann, wenn sie gar nicht mehr ziehen wollen. 
Sie hatten beispielsweise die Absicht, bei Beginn des Frankreich-Feldzuges die altbewährte 
Greuelpropaganda des Weltkrieges wieder aufleben zu lassen. Mit ein paar wohlgezielten 
Hieben haben wir ihnen diese Waffe aus der Hand geschlagen. Als die Vergeltungsflüge 
gegen englische Industrie- und Rüstungszentren begannen, spielten sie zuerst den 
Harmlosen, steckten wahrhaft vernichtende Schläge, nach außen hin wenigstens, ohne mit 
der Wimper zu zucken ein und erklärten, daß sie noch lebten und mithin alles in bester 
Ordnung sei. Dann pulverisierten sie zur Auffrischung der öffentlichen Meinung im eigenen 
Lande auf dem Papier Hamburg, zerstörten in Kommuniques einen Berliner Bahnhof nach 
dem anderen, spielten mit längst vergessenen Potentaten und abgetakelten Ministem nicht 
mehr vorhandener Länder, die sie aus Dekorationsgründen in den letzten noch heil 
gebliebenen Londoner Hotels durchfüttern, Europa im Sandkasten, erhoben Griechenland, 
das seit über vier Jahren diktatorisch regiert wird, zum Vorkämpfer der Demokratie, 
machten die Kirchen und die Juden und die Intellektuellen und die Kapitalisten in aller Welt 
mobil, um das Auge der Öffentlichkeit von ihrer eigenen hoffnungslosen Lage abzulenken. 
Augenblicklich beginnen sie nun eine neue Masche in Arbeit zu nehmen. Sie wollen, wie 
sie pompös verkünden, der staunenden Mitwelt ihre Kriegsziele verraten. Zwar hat 
Churchill noch vor ein paar Wochen 
-339- 

erklärt, England kämpfe, um überhaupt zu leben, aber nun haben sie es sich anscheinend 
anders überlegt. In ihren Zeitungen diskutieren sie ganz offen und mit einer wahrhaft 
beneidenswerten dummdreisten Dickfelligkeit darüber, ob man es noch einmal mit Aussicht 
auf Erfolg genau so wie Wilson im Weltkrieg machen könne, ob die Möglichkeit bestände, 
sich über den Kopf der deutschen Führung an das deutsche Volk zu wenden, es für die 
englischen sogenannten Kriegsziele einzufangen und damit das Reich aufs neue zu spalten. 



Sie haben also, wie man sieht, keine blasse Ahnung davon, daß die Welt und vor allem 
Deutschland seit 1918 einen gewaltigen Schritt vorwärts gegangen ist. Sie versprechen wie 
1917 und 1918 so auch 1940 für das Ende dieses Krieges alles das, was sie am Ende des 
Weltkrieges hätten tun sollen, aber damals in der Eile des Sieges anscheinend vergessen 
haben. Sie handeln dabei heute genau so wie unsere innerpolitischen Gegner im Jahre 1932, 
die auch versuchten, uns die Parolen zu stehlen, um, wenn es nun auf gar keine andere 
Weise ging, dann doch den Nationalsozialismus wenigstens durch den Nationalsozialismus 
zu töten. Und da die Churchill und Genossen ganz genau wissen, daß sie in der Welt keinen 
Kredit mehr genießen, lassen sie ihr soziales Europa, das sie nach dem Kriege aufrichten 
wollen, durch ihre bezahlten Lohndiener aus der Labour Party proklamieren. 
Unterdes aber zahlen sie sich lustig weiter 30, 40 und bis zu 130% Dividende für ihre 
Rüstung saktien aus. Sie finden gar nichts dabei. Das ist alles in bester Ordnung; so will es 
die Demokratie, und so gehört es sich für die Plutokraten. Und das Volk, das arme kleine 
Volk, das in England, im freiesten Lande der Welt, weniger zu sagen hat und erbärmlicher 
lebt als in irgendeinem anderen Lande, das Volk steigt Nachmittag für Nachmittag in die U- 
Bahn-Schächte hinunter, sitzt dort 14 Stunden in Schmutz, Elend, Jauche und Epidemien 
und wartet auf das Wunder, das die Churchill ihm versprochen haben, oder irrt weinend 
zwischen den Trümmern von Coventry, Bristol, Birmingham oder Sheffield herum, nur von 
dem einen Gedanken beseelt, wie es zu einem Stück Brot und zu einem Dach über dem 
Kopf kommt. 

Wie gesagt: Bemüht euch nicht, das alles mit unseren Maßstäben zu messen oder nach 
unseren Gewohnheiten zu verstehen. Es ist eine 
-340- 

andere, eine fremde, böse Welt, die sich da vor unseren Augen auftut. Wann der Tag 

kommt, an dem sie plötzlich und wie von einem Erdbeben erschüttert zusammenbrechen 

wird, das wissen wir nicht; aber 

daß er kommt, das wissen wir. Denn diese Welt ist reif, sie ist überreif zum Sturz. 

Arbeiten und kämpfen wir also für diese Stunde, die Europa sein Glück und unserem Volke 

den Frieden zurückgeben wird. Es soll die Stunde unseres stolzen Sieges sein. 

-341- 

Weihnachten 1940 

Ansprache zur Volksweihnacht 1940 

24. Dezember 1940 

Trotz des Krieges haben wir uns auch in diesem Jahre entschlossen, für die deutschen 
Kinder ein Volksweihnachtsfest zu rüsten. Es kann nicht in dem großen Umfange 
durchgeführt werden wie in den vergangenen Jahren, und es hat uns auch, wie ihr euch 
denken könnt, viele Schwierigkeiten bereitet, für euch alle etwas Passendes, ein Geschenk 
oder andere schöne oder nützliche Sachen, auszusuchen und zu beschaffen. Aber gerade 
deshalb sind wir mit um so größerer Liebe und Sorgfalt an diese Arbeit herangegangen. Gilt 
es doch, bei diesem Weihnachtsfest das ganze deutsche Volk durch euch, Kinder, zu einer 
einzigen großen Familie zusammenzuschließen. 

Nicht nur Millionen Väter, sondern auch ungezählte Kinder aus deutschen Familien können 
in diesem Jahr das Weihnachtsfest nicht unter dem Lichterbaum, den die Mutter geputzt und 
angezündet hat, feiern. Mehr als hunderttausend Deutsche aus den Gebieten Bessarabiens 
sind ins Reich heimgekehrt. Ihre Kinder begehen das diesjährige Weihnachtsfest zwar in 



Deutschland, aber zum größten Teil noch in Auffang- und Sammellagern. Die 
Rückwanderer aus dem Baltikum und aus Wolhynien haben zwar zum großen Teil schon 
ihre neue Heimat auf eigener Scholle gefunden. Aber die Bessarabien- und Buchenland- 
deutschen sind in über 120 Lagern noch im Gau Niederdonau zusammengefaßt und hören 
dort zusammen unsere Feier mit, die über den Rundfunk von Berlin in ihre Gemeinschaften 
übertragen wird. Dazu kommen noch eine Unzahl von deutschen Kindern, die zur Schonung 
ihres Gesundheitszustandes aus den luftgefährdeten Gebieten in andere Gaue verschickt 
worden sind. Der Vater steht oft an der Front, die Mutter muß, wenn ihre Kinder verschickt 
sind, das Weihnachtsfest ganz allein oder sonst doch die Familie ohne den Vater verleben. 
Denn es ist im Kriege leider nicht möglich, zu Weihnachten in jedem gewünschten 
-342- 

Umfang Sonderbeurlaubungen für unsere Frontsoldaten durchzuführen. Aus den Städten des 

Westens, aus Berlin und aus Hamburg sind viele Kinder in die östlichen und südlichen Teile 

des Reiches verschickt worden. Auch sie konnten zu Weihnachten nicht nach Hause 

kommen. Ihre Mütter haben zum Teil den Mann im Felde, sie verbringen also diesmal 

Weihnachten ohne ihre Familie. 

Das ist für die Betroffenen sehr schwer und wird manchem Vater, mancher Mutter und vor 

allem vielen Kindern einiges Herzeleid bereiten. Aber das ist nun einmal so im Kriege. Da 

müssen wir alle Opfer bringen; 

daran läßt sich nichts ändern. Was wir tun können, ist lediglich, dafür zu sorgen, daß die 

Opfer auf ein erträgliches Maß beschränkt und, wo sie unvermeidlich sind, gemeinsam vom 

ganzen Volke getragen werden. 

Deshalb ist auch in diesem Falle die nationalsozialistische Bewegung und die 

Nationalsozialistische Volkswohlfahrt in größtem Umfange helfend eingesprungen. Ein 

Weihnachtsfest soll auch im Kriege jedes deutsche Kind haben, und jeder Vater im Felde, 

jede Mutter, die diesmal allein zu Hause sitzt, soll wissen, daß ihr Kind vor allem zum 

Weihnachtsabend umgeben ist von lieben deutschen Menschen, die ihm, auch wenn es vom 

Elternhaus getrennt ist, dieses schönste deutsche Familienfest wirklich zu einer Feier von 

unauslöschlicher Erinnerung machen. Sie sitzen zwar nicht alle zu Hause in der Familie, 

aber sie sind alle versammelt in unserer großen deutschen Volksfamilie, die in diesen 

Stunden durch den Rundfunk miteinander verbunden ist. 

Viele Mütter, deren Kinder in Ferienheimen oder Gemeinschaftslagern ihr Weihnachten 

verleben müssen, haben mich gebeten, über den Rundfunk ihre persönlichen Grüße an ihre 

Kinder auszurichten. Es ist mir das im einzelnen leider gar nicht möglich. Ich müßte 

Stunden darauf verwenden, nur um die Namen zu nennen. Ich entledige mich dieses 

Auftrags insgesamt und grüße alle Kinder, die von ihren Müttern oder Vätern getrennt sind, 

auf das herzlichste. Sie sollen wissen, daß ihre Eltern jetzt an sie denken und sich mit ihnen 

vereint fühlen. 

Aber auch die Väter im Felde können beruhigt und zufrieden sein. Die Heimat klagt nicht 

vor ihnen. Sie sucht mit ihren Sorgen allein fertig zu werden und nimmt der Front nach 

Möglichkeit noch einen Teil ihrer Sorgen ab. 

-343- 

Das, was wir heute alle als Liebe und Sehnsucht empfinden, ist auch ein Opfer für unser 
Volk und unser Vaterland. Es macht uns nur noch stärker, allen Aufgaben, die die Zukunft 
in sich birgt, mutig und aufrechten Herzens entgegenzutreten. 



Im vorigen Jahr war auch schon Krieg. Auch da saßen wir in einer bunten Schar von 

Müttern und Kindern in diesem Saal. Auch da feierten wir Volksweihnachten. Die Kinder, 

die wir zu Gaste geladen hatten, stammten aus dem Saargebiet. Sie hatten ihre Heimat 

verlassen müssen, weil sie vom Feinde bedroht war. 

Wie grundlegend hat sich seitdem ihre Lage gewandelt! Sie sitzen nun schon wieder mit 

ihren Vätern und Müttern vereint im wieder befreiten Saargebiet um den Weihnachtsbaum 

versammelt. Sie haben ihre alte liebe Heimat schon wiedergefunden. 

Und so wird es auch euch, Kinder, die ihr heute um mich versammelt seid oder in lausenden 

von Gemeinschaftslagern meine Worte hört, einmal wieder ergehen. Einmal wird die 

Stunde kommen, da euer Vater von der Front heimkehrt und eure Mutter euch weinend vor 

Freude wieder in ihre Arme schließt. Dann wird der Krieg zu Ende sein und Glück und 

Frieden wieder unter den Menschen Einkehr halten. 

Für diese schönste Stunde unseres Lebens wollen wir heute gerne jede Mühsal tragen und 

jedes Opfer bringen und wollen darüber hinaus versuchen, uns Mühsal und Opfer in 

gegenseitiger Hilfsbereitschaft möglichst leicht zu machen. Dann wird uns später vielleicht 

einmal dieses Weihnachtsfest als das schönste und gehaltvollste unseres ganzen Lebens in 

der Erinnerung zurückbleiben, weil es nämlich so tief von Liebe und Sehnsucht erfüllt war, 

weil es so große Opfer von uns allen verlangte und weil es uns im Verzicht auch wieder die 

Kraft gab, stark zu bleiben und damit dem Siege näher zu kommen. 

Darum wollen wir gerade bei diesem Kriegsweihnachtsfest 1940 den Kopf hoch tragen und 

uns als deutsche Menschen und Mitglieder einer großen Volksfamilie fühlen, die ein 

späteres nationales Glück um so mehr verdient, je bereitwilliger sie die Beschwernisse der 

Gegenwart auf sich nimmt. 

Es war seit jeher der tiefste Sinn des Weihnachtsfestes, nicht so sehr den Frieden als 

Beglückung zu empfinden, als vielmehr für den Frieden 

-344- 

zu arbeiten und zu kämpfen. So wollen wir es auch diesmal tun und dabei dem Führer 

danken, daß er uns die Kraft und jede Möglichkeit dazu gegeben hat. 

In seinem Namen grüße ich euch alle, Kinder in der Heimat und Kinder, die ihr von euren 

Eltern getrennt seid, grüße ich euch Mütter, die ihr hier vor mir sitzt, die ihr in ungezählten 

Gemeinschaftslagern oder am Rundfunkapparat mit uns verbunden seid, und euch Väter, die 

ihr fern von der Heimat im Kreise eurer Kameraden in dieser Stunde mit Liebe und 

Sehnsucht an eure Frauen und an eure Kinder denkt. 

Von diesem Weihnachtsfest im Kriegsjahr 1940 soll ein Strom von Mut und Willensstärke 

in unser ganzes Volk hineinfließen. Es soll uns befestigen in der Zähigkeit und Ausdauer, 

und vor allem soll es uns Kraft geben, zu kämpfen für den Sieg und für den Frieden, den wir 

allen bringen, die guten Willens sind. 

-345- 

Was denkt sich Churchill eigentlich? 

28. Dezember 1940 

Kürzlich ist auch auf dem deutschen Buchmarkt unter dem Titel "Selbstbildnis eines 
Gentleman" der Roman eines Engländers mit Namen Macdonell in Übersetzung erschienen, 
den man gelesen haben muß, wenn man das Wesen und die Seele der heute auf den 
britischen Inseln und im englischen Weltreich regierenden plutokratischen Herrenschicht 
ganz verstehen will. Man wird dieses Buch nicht aus der Hand legen, ohne auf das tiefste 



erschüttert zu sein. Ja, ein Mensch, der sich noch einen letzten Rest von natürlichem 
moralischem Empfinden bewahrt hat, kann es überhaupt nur in Etappen verdauen. Soviel 
Frivolität, soviel kaltschnäuziger Zynismus, soviel aufreizende Verachtung von Anstand, 
Sauberkeit des Denkens und Handelns und soviel empörende Heuchelei ist darin enthalten. 
Man könnte ihm auch den Titel "Selbstentlarvung der britischen Plutokratie" geben. Es ist 
einfach grauenhaft. Eine schlimmere sittliche Verwilderung in gesellschaftlichen, 
geschäftlichen und politischen Dingen läßt sich überhaupt gar nicht denken. Dieses Buch 
würde, von einem Deutschen in Deutschland über eine deutsche Führungsschicht geschrie- 
ben, bei uns wahrscheinlich zu einer ganz schweren Erschütterung des öffentlichen Lebens 
führen. In England dagegen macht das gar nichts aus. Man kann es sich leisten; die 
Plutokratie ist so alleinherrschend, daß sie gar keine Rücksicht mehr auf die misera plebs zu 
nehmen braucht. Sie enthüllt bereits ihre geheimsten Praktiken, ein Beweis dafür, daß sie 
den Höhepunkt ihres Siegeszuges längst überschritten hat und schon auf dem rasenden Weg 
nach unten ist. 

Diese Plutokratie hat den Krieg gewollt, sie hat ihn vorbereitet, erklärt und führt ihn heute 
auch durch. Niemand hatte ein Interesse daran als sie allein. Er war für die 
Aufrechterhaltung ihrer schrankenlosen Kapitalsherrschaft nötig, und darum kam er auch. 
Was weiß diese stupide Herrenschicht von Danzig, vom Korridor, was von dem leidenden 
deutschen 
-346- 

Volkstum oder von der dynamischen Kraft einer neuen nationalen Idee? Das sind ihr alles 
böhmische Dörfer. Das nationalsozialistische Reich fing an, ihr und ihren Interessen lästig, 
ja gefährlich zu werden. Es suchte Ideen zu kolportieren und Pläne zu verwirklichen, die 
vielleicht die Macht des Geldes über die Menschen brechen konnten. Da war Gefahr im 
Verzuge, und deshalb mußte gehandelt werden, so meinte man, ehe es zu spät war. 
Es gab darum auch gar keine Möglichkeit, diesen Krieg zu vermeiden. Wir hätten mit 
Engelszungen reden, wir hätten uns bis zur nationalen Würdelosigkeit demütigen, wir 
hätten auf unsere elementarsten Lebensrechte verzichten können — dieser Krieg kam, weil 
wir überhaupt da waren, weil unsere bloße nationale Existenz von 86 Millionen eine Be- 
drohung für die unter Londons Führung stehende Weltplutokratie darstellte, weil schon in 
unserer Lehre von der Gemeinschaft und der Unterordnung des Geldes unter die Wirtschaft 
und der Wirtschaft unter das Volk eine Häresie gesehen werden mußte, über die man den 
Bannfluch zu schleudern und die man bei der ersten besten Gelegenheit mit Feuer und 
Schwert auszurotten hatte. 

Das ist die britische Plutokratie. Und ein Musterexemplar aus der Kollektion echt englischer 
Gentlemen ist ihr gegenwärtiger Sprecher Winston Churchill. Man kann die zwiespältige 
Erscheinung dieses Mannes nur verstehen, wenn man die Kreise kennt, die ihn stützen. Es 
sind heute nicht einmal mehr ausschließlich Cityleute, in deren Gehirnen es wahrscheinlich 
langsam zu dämmern beginnt und die zu erkennen anfangen, was Churchill England am 
Ende kosten wird. Hinter ihm stehen vor allem die Juden, deren Geschäfte er Zeit seines 
Lebens führte und betrieb und die an ihn ihre letzte Hoffnung geklammert haben, stehen die 
Bankrotteure und Hasardeure, die in das Geschäft Krieg schon so viel hineinsteckten, daß 
sie wie Glücksspieler in Monte Carlo auch den letzten Einsatz wagen wollen, um vielleicht 
doch noch die Riesensummen, die sie bereits verloren haben, wieder zurückzugewinnen, 
und steht der kleine Kreis von Vabanquepolitikern vom Schlage eines Eden, Duff Cooper u. 
ä., die genau wissen, daß ein verlorener Krieg das Ende ihrer politischen und geschäftlichen, 



wenn nicht gar auch ihrer physischen Existenz bedeutet, das sie solange wie möglich 
hinauszuzögern versuchen. Churchill selbst 

-347- 

hat niemals ein Hehl daraus gemacht, daß er diesen Krieg gewollt hat. Er ist sein Werk. 
Solange der Nationalsozialismus am Ruder ist, das heißt Deutschland wieder zur 
Selbstbesinnung gekommen ist, hat er ihn unermüdlich gepredigt. Man mag ihn einen 
Narren schelten, aber darin ist er konsequent geblieben. Er wollte und will Deutschland 
zerstören, ja, er gibt sich nicht einmal mehr die Mühe, das zu verschleiern. Er sagt es offen 
heraus, jedem der es hören will, und ohne Rücksicht auf die psychologische Wirkung beim 
Deutschen Volk. Die stellt er in seinem stumpfsinnigen Haß überhaupt nicht mehr in 
Rechnung. Er sieht deshalb auch nicht, wie gänzlich aussichtslos die Chancen seines 
Unternehmens sind. Seine politischen und militärischen Vorstellungen haben ihre Wurzeln 
im Weltkrieg, und so entwirft er ein Bild von der Lage, das 1918 vielleicht stimmen mochte, 
das aber 1940/41 gänzlich falsch, absurd und überhaupt undiskutabel ist. 
Wir könnten uns für unsere Interessen für die Kriegführung in England keinen besseren 
Premier wünschen als ihn. Seine Reden sind eine Fundgrube für politische Psychologie. Sie 
gleichen einander, wie ein Ei dem anderen. Wenn Reuter morgens mitteilt, daß er am Abend 
im Unterhaus spricht, dann machen wir uns manchmal den Spaß, uns auszudenken, was er 
wohl sagen wird. Es stimmt immer. Er kann auch gar nicht anders reden, als er spricht. Da 
er den Krieg weiterführen will und auch weiterführen muß — denn er ist ja sein Werk, mit 
dem er steht und fällt — , und zwar ohne Rücksicht auf die tödlichen Wunden, die England 
Woche um Woche von der deutschen Wehrmacht geschlagen werden, kann er ja wohl 
schlecht seinen Zuhörern sagen, daß Großbritannien am Ende seiner Kraft sei, daß es nicht 
in der Lage wäre, noch lange die Schläge der deutschen Luftwaffe und Kriegsmarine 
auszuhalten, daß ihm der Weg nach Europa verschlossen bleibe, daß es lediglich hier und da 
Erfolge am Rande des kriegerischen Geschehens erringen könne, daß die aber für den 
weiteren Fortgang des Krieges keinerlei Bedeutung hätten, daß das britische Mutterland 
jedoch auf das tödlichste bedroht sei und eines Tages unter einer erdbebenhaften 
Erschütterung zusammenbrechen werde. Wie gesagt, so kann er nicht sprechen, weil das 
nicht mit der Folgerung, die er aus seiner Beweisführung zu ziehen gezwungen ist, nämlich 
daß England noch eine Chance zum Siege habe, übereinstimmt. Also 
-348- 

muß er, da die Folgerung für ihn feststeht, die Beweisführung, die er vorbringt, nach der 
Folgerung und darf nicht die Folgerung nach der Beweisführung ausrichten. Er befindet sich 
in der Rolle eines Managers, der seinem Boxer, obschon der bereits während der dritten 
Runde röchelnd am Boden lag und bis sieben ausgezählt wurde, in der Pause zwischen 
Gong und Gong Mut zuspricht, ihm gute Ratschläge erteilt, die vor Beginn des Kampfes 
angebracht waren, jetzt aber geradezu komisch wirken. So allein auch nur läßt sich die 
englische Kriegführung erklären. Warum greift die Royal Air Force deutsche Städte und 
zivile Ziele an, obschon Churchill doch wissen müßte, daß sie kaum Schaden damit an- 
richtet und jeder Angriff hundertfach vergolten wird? Ja, warum schlägt ein Boxer, der 
schon aus Augen, Nase und Mund blutet, der bereits taumelnd zwischen den Seilen 
herumirrt und gar keine Chance mehr zum Siege hat, immer noch, wenn auch mit ganz 
unüberlegten und ungefährlichen Schlägen auf den Gegner ein, obschon er weiß, daß er 
damit gar nichts anderes erreichen kann als höchstens den anderen so wütend zu machen, 
daß er ihm um so eher den betäubenden K. o. versetzt? Warum? Weil einem Boxer, auch 



wenn er sich selbst schon verloren gibt, gar nichts anderes übrig bleibt, als zu schlagen oder 
sich auszählen zu lassen. Es ist deshalb auch müßig zu fragen, was Churchill sich denn 
dabei eigentlich dächte. Wenn man im Ring herumtaumelt und kaum noch atmen kann, 
dann pflegt man im allgemeinen nicht mehr viel zu denken, als höchstens: Wie bringe ich es 
fertig, wenigstens noch ein paar Minuten auf den zitternden Beinen stehenzubleiben? 
Im übrigen begehen wir Deutschen allzu leicht den Fehler, weil wir selbst soviel denken, 
anzunehmen, daß auch unsere Gegner soviel dächten. Das ist aber keineswegs der Fall. Wir 
wissen das ja aus der Vergangenheit. Wie oft sind wir früher gefragt worden: Was denkt 
sich denn eigentlich Herr Brüning oder Herr Schuschnigg oder Herr Benesch oder Herr 
Beck oder Herr Reynaud? Weil sie für unsere Begriffe so gänzlich abrupt und unüberlegt 
handelten, waren wir leicht geneigt zu vermuten, daß sich irgend etwas ganz besonders 
Intelligentes dahinter verberge, das wir zwar noch nicht kannten, das aber eines Tages in die 
Erscheinung treten würde; weil wir uns nämlich gar nicht vorzustellen vermochten, daß man 
so dumm sein konnte. Und wenn wir sie dann besiegt hatten, 
-349- 

wenn sie zerschmettert zu unseren Füßen lagen, wenn wir dann die Möglichkeit bekamen, 
ihre Dokumente und Akten zu studieren, die Protokolle ihrer Konferenzen zu durchprüfen, 
dann stellten wir immer wieder mit nicht geringem Erstaunen fest, daß sie gar nichts 
gedacht, daß sie einfach von der Hand in den Mund gelebt, daß sie auf der Stelle getreten, 
ihre Verlegenheiten nur diskutiert, aber nicht gelöst und im übrigen auf ein Wunder 
gewartet hatten. Bei Schuschnigg, Benesch, Beck und Reynaud hieß dieses Wunder 
England; bei Churchill heißt es USA. Man glaubt gar nicht, mit wie wenig Intelligenz diese 
plutokratische Welt regiert wird. 

Darum ist es an der Zeit, sie so einzuschätzen, wie sie das verdient. Sie hat sich selbst so 
entlarvt, daß wir nur auf ihre eigenen Zeugnisse zu verweisen brauchen, um sie hinreichend 
zu charakterisieren. Es ist dabei nichts wegzulassen und auch nichts hinzuzufügen. Wir 
haben auch gar keinen Grund, uns von ihren Rodomontaden irreführen zu lassen. Das sind 
nur Angstrufe der Verzweiflung. Es ist kein Zeichen von Mut, durch einen finsteren Wald 
zu gehen, und aus Furcht laut zu schreien. In der Kriegführung wie in der Politik 
entscheiden am Ende nicht die lärmenden Worte, sondern nur die harten Tatsachen. Und die 
stehen auf unserer Seite, ausnahmslos. Wir haben in den vergangenen zwanzig Jahren zuviel 
ähnliche Situationen wie die jetzige mitgemacht, um nicht ganz genau zu wissen, wie und 
wo das endet. Darum soll Mr. Churchill reden, der Führer aber handelt. Und eines Tages 
wird dann die Rechnung gelegt; 

dann wird sich zeigen, was Churchill sich eigentlich gedacht hat. Dann sind Schaum und 
Traum zu Ende. Dann hat die harte Wirklichkeit wieder das Wort, auch für England. 
Es sollte uns wundem, wenn wir ihn dann nicht in die Reihe derer stellen könnten, die wir 
besiegten, die auch immer den Mund so voll nahmen, solange sie überhaupt noch auf den 
Beinen standen, um sich dann eines Tages ganz plötzlich hinzulegen und sich auszählen zu 
lassen. Gesagt hatten sie sehr viel, gedacht aber nur sehr wenig. Keiner von ihnen ist seinem 
Schicksal entronnen. Es erreichte sie immer in dem Augenblick, in dem die Situation reif 
dazu und ihre geschichtliche Stunde gekommen war. 
-350- 

Jahreswechsel 1940/41 

Silvesteransprache an das deutsche Volk 



31. Dezember 1940 

Eines der entscheidungsvollsten Jahre der deutschen Geschichte geht heute zu Ende. In 
seinem Verlauf haben nicht nur das Reich, sondern ganz Europa ihr Gesicht verändert. In 
erdbebenartigen Erschütterungen sind Staaten, Länder und Völker umgeformt worden, 
machtpolitische Umschichtungen vollzogen sich, die man in einem Ablauf von Jahrzehnten, 
geschweige eines kurzen Jahres, nicht für möglich gehalten hätte. Man hätte mich 
wahrscheinlich für einen Narren und Phantasten, nicht aber für einen ernst zu nehmenden 
Politiker gehalten, hätte ich am Silvesterabend 1939, als ich von dieser Stelle aus zur 
Jahreswende zum deutschen Volke sprach, prophezeien wollen, daß am Ende dieses damals 
eben anbrechenden Jahres 1940 die deutsche Front von Kirkenes bis zur Biskaya reichen 
würde, daß dann überall diese ganze 5000 km lange Grenze herunter deutsche Soldaten auf 
der Wacht ständen, um das Reich in ihren sicheren Schutz zu nehmen, daß Norwegen dann 
bis an den Polarkreis in deutsche Obhut genommen sei, daß Frankreich militärisch 
vollkommen zerschmettert und England durch die deutsche Gegenblockade und durch Tag 
und Nacht in seine Lebenszentren hineingetragene Vergeltungsangriffe der deutschen 
Luftwaffe ins Herz getroffen sein würde, so daß es, taumelnd unter den schweren Schlägen 
unserer Wehrmacht, mühsam um sein nacktes Leben ränge, daß London in aller Welt um 
Hilfe betteln würde, um, wenn auch nur für Monate, überhaupt weiter existieren zu können. 
Man hätte mir wahrscheinlich — Hand aufs Herz! — entgegengehalten: "Wie wollt ihr denn 
überhaupt bis Kirkenes heraufkommen? Wo sind die Schiffe, wo die Transport- 
möglichkeiten dazu? Und was Frankreich betrifft: Der Franzose ist ein zäher und tapferer 
Soldat. Seine Armee ist vorbildlich ausgebildet und ausgerüstet. Dazu kommt der Reichtum 
dieses Landes, seine unerschöpflichen Hilfsquellen, und die Maginot-Linie nicht zu 
vergessen! 
-351- 

Wir haben den Weltkrieg noch in schmerzender Erinnerung, wo wir um einen halben 
Kilometer Landgewinn wochenlang kämpfen mußten und die französische Erde mit 
Strömen deutschen Blutes düngten." Das alles würde man mir entgegengehalten haben und 
mehr noch dazu. 

Und heute gehören diese Einwände längst der Vergangenheit an. Wir erinnern uns ihrer 
kaum noch. Wir können nicht mehr verstehen, daß sie im Ernst überhaupt einmal 
vorgebracht worden sind. So schnell lebt diese Zeit, und so großzügig sind wir alle 
geworden im fast selbstverständlichen Hinnehmen von Erfolgen und geschichtlichen 
Siegen, wie sie in dieser atemberaubenden Dynamik noch niemals in der Geschichte zu 
verzeichnen waren. 

Es ist also ein undankbares Geschäft, den Propheten zu spielen. Die Zeit holt immer noch 
weiter aus als unsere Phantasie. Sie ist nun einmal im Zuge und greift in diesem 
geschichtlichen Umbruch mit harter, aber auch ordnender Hand in die Vorurteile, 
Verbogenheiten und tödlichen Komplikationen der Vergangenheit hinein. Wer wollte sich 
unterfangen zu sagen, was morgen sein wird, da unsere Vorstellungskraft kaum dazu 
ausreicht, das Heute ganz zu begreifen! 

Es ist das aber eine der wesentlichsten Voraussetzungen für ein klares politisches Urteil, die 
Zukunft aus der Vergangenheit verstehen zu lernen, nicht am Heute zu kleben, sondern 
mutig über den Tag hinaus zu denken, hinaus zu forschen, aber auch hinaus zu handeln. Nur 
die Ehrfurcht vor dem Gewesenen gibt die Kraft, das Kommende zu erkennen und mitzu- 
gestalten. Der Spießer hat meist Angst vor der Aktion, während sein Mut sich an den 
errungenen Erfolgen und Siegen berauscht. Er vergißt die gewonnenen Schlachten und 



vollbrachten Leistungen deshalb so leicht, weil er an ihrer Vorbereitung und Durchführung 
meist ziemlich unbeteiligt gewesen ist. Vor der Aktion kann er nicht genug Furcht und nach 
der Aktion nicht genug Courage haben. 

Als wir uns am Silvesterabend 1939 Rechenschaft ablegten über die ersten vier Monate 
dieses gigantischen Krieges, da konnten wir zwar schon auf große, stolze und einmalige 
Siege der deutschen Wehrmacht verweisen. Das ehemalige Polen lag zerschmettert am 
Boden. Die deutschen Armeen standen bis an die Grenze des heutigen General- 
gouvernements. Die Bedrohung des Reiches aus dem Osten war 
-352- 

beseitigt, der Gedanke des Zweifrontenkrieges gehörte endgültig der Vergangenheit an. 
Aber die Kernfrage der militärischen Auseinandersetzung blieb noch ungelöst. In dumpfer 
Erwartung harrten die Völker der Dinge, die sich wie ein fern angrollendes Gewitter in 
langsam sich heranziehenden Erschütterungen anzukündigen begannen. Waffenstarrend und 
finster drohend in Gesten und Reden stand uns der Westen, der das Reich zu seinem 
Schicksalskampf herausgefordert hatte, gegenüber. Hätte man den damals in Frankreich 
regierenden Staatsmännern Glauben schenken wollen, so handelte es sich nur noch um 
Wochen, und das Reich zerfiel in seine Bestandteile. An den französischen Feldküchen, so 
schrieben die Pariser Zeitungen, sollten wir Schlange stehen und um Essen betteln. 
Reden heute Mr. Churchill und seine Trabanten etwa anders? Bedienen sie sich in ihrer 
wilden Verzweiflung und lähmenden Hilflosigkeit nicht desselben frivolen Jargons, um ihre 
Angst vor den kommenden Dingen zu überschreien, und greifen sie in ihren vagen 
Hoffnungen nicht nach denselben Strohhalmen fader Wunschträume, die an dem Tage 
'zerbrechen werden, an dem sie wirklich ernsthaft glauben, sich daran halten zu können? 
Unsere Gegner haben immer mehr geredet als wir. Sie haben vor den Aktionen den Mund 
stets sehr voll genommen, um während der Aktionen plötzlich ganz zu verstummen. Vor 
allem in Zeiten, in denen scheinbar nicht viel geschah, stellten sie sich dreist vor die 
Öffentlichkeit hin und ergingen sich in prahlerischen Drohungen gegen uns. Es ist immer — 
auch früher schon im Kampfe um die Macht im Reich — ihr fast tragikomisches Schicksal 
gewesen, den Führer nicht ernst zu nehmen, seine warnenden Worte in den Wind zu 
schlagen und aus seinem zeitweiligen Schweigen zu schließen, daß er nichts zu sagen wüßte 
oder gar nichts täte. Drei Wochen vor der Übernahme der Macht im Reich noch erklärte der 
damals regierende Reichskanzler, daß Hitler eine Größe von gestern sei. Schuschnigg 
prahlte gegen das Reich noch zwei Stunden, bevor er mit Schimpf und Schande aus dem 
Wiener Bundeskanzlerpalais hinausgejagt wurde. Benesch hatte schon seine Koffer gepackt, 
als er noch behauptete, er habe einen Plan in der Tasche, um die ausweglos scheinende 
Situation zu retten. Die polnischen Staatsmänner träumten 
-353- 

noch von einem Sieg vor den Toren Berlins, als die deutschen Geschütze schon Warschau 
beschossen. Zwei Monate vor Frankreichs Zusammenbruch noch hausierte Monsieur 
Reynaud nichtsahnend in Diplomatenkreisen mit seiner neuen Europakarte herum und 
erklärte umständlich und in aller Gemütlichkeit, wie Deutschland in seine Bestandteile auf- 
geteilt werden müßte. Verfolgt Mister Churchill heute etwa eine andere Methode? Er spricht 
in seinen Reden und Zeitungen von den Friedensbedingungen, die er dem Reich nach 
gewonnenem Kriege auferlegen will, während die britischen Inseln in Wirklichkeit bereits 
aus allen Pulsadern bluten und mühsam um Atem ringen. Alle unsere Gegner haben, scheint 
es, von den Anfängen der nationalsozialistischen Bewegung an bis heute nur den einen 



Ehrgeiz gehabt, an sich die Wahrheit des Wortes zu erhärten: "Wen der Herr strafen will, 
den schlägt er zuvor mit Blindheit." 

Ist es da nicht erlaubt, die Frage aufzuwerfen, was wohl Monsieur Reynaud vor 12 Monaten 
getan haben würde, wenn er gewußt hätte, was das Jahr 1940 für Frankreich bringen sollte, 
und weiter, was Mister Churchill heute tun würde, wenn er wüßte, was Englands Schicksal 
im Jahre 1941 sein wird? Wir Nationalsozialisten haben zwar selten, aber noch niemals 
falsch prophezeit. Hätte man dem Führer beizeiten geglaubt und Gehör geschenkt, der Welt 
wäre wahrscheinlich viel Leid erspart geblieben. Aber es muß wohl so sein, daß eine neue 
Ordnung von den gigantischen Ausmaßen wie die heute sich vollziehende nur unter 
Schmerzen geboren werden kann, und daß die geschichtlichen Sünden der westlichen 
Demokratien auch ihre geschichtliche Sühne finden müssen. 

Sei dem, wie ihm wolle: das neue Deutschland ist als Vollstrecker dieses historischen 
Schicksals bereit. Wir bilden als Front und Heimat eine große, starke 90-Millionen- 
Gemeinschaft, die jeder Gefahr und jeder Bedrohung gewachsen ist. Wir haben das Glück, 
einen Führer zu besitzen, der uns aus kleinsten Anfängen beginnend immer den geraden 
Weg nach oben führte. Er kann sich auf seine Soldaten, auf seine Arbeiter, Bauern, Beamten 
und Geistesschaffenden verlassen. Sie verstehen ihn, so wie er sie versteht. Bei uns zulande 
gibt es in diesen harten Monaten des Krieges nur noch einen Gedanken: den an den Sieg. 
Dafür arbeiten und kämpfen wir, bis der Angriff auch des letzten Feindes zerbrochen sein 
wird. 
-354- 

In dieser bewegenden Stunde kurz vor der Jahreswende wollen wir uns das alles noch 
einmal vor Augen halten, wollen wir in dankbarer Erinnerung an die großen Siege, die das 
Schicksal uns im abgelaufenen Jahre vergönnte, vor aller Welt feierlich geloben: Niemals 
wollen wir müde werden und niemals verzagen. Die Opfer, die wir für den Krieg bringen 
müssen, legen wir freudigen Herzens unserem Vaterlande zu Füßen. Keine Macht der Welt 
kann uns dann dazu zwingen, unsere Pflicht zu verleugnen und die große geschichtliche 
Aufgabe der Rettung der Freiheit unseres Volkes auch nur einen Augenblick zu vergessen. 
So grüße ich denn in dieser letzten Stunde eines zu Ende gehenden großen und 
geschichtlichen Jahres unser ganzes deutsches Volk. Ich grüße seine Männer, die in der 
Heimat in harter Arbeit den Krieg durchführen helfen, seine Arbeiter auf den Werften und 
in den Munitionsfabriken. Ich grüße seine Frauen, die alle Beschwernisse und Mühsale des 
Krieges willig auf sich nehmen, die überall da eingesprungen sind, wo die Männer an die 
Front mußten, und die in einem Heroismus ohnegleichen in dieser harten Zeit der Nation 
auch noch Kinder schenkten. Die Kinder grüße ich, die ungezählten deutschen Kinder, die 
auch schon vom harten Zugriff des Krieges mit angefaßt werden, die vielfach in den 
häufiger luftbedrohten Gebieten ihre Mütter und ihr Vaterhaus verlassen mußten. Ich grüße 
unsere Arbeiter, unsere Bauern, unsere Geistesschaffenden, die in ihrer Gesamtheit als Volk 
sich der großen Zeit, die wir durchleben, würdig erwiesen haben. 

Mein besonderer Gruß gilt dabei unseren Auslandsdeutschen, all denen, die über die 
Grenzen hinaus in fremden Ländern und fernen Kontinenten, manchmal durch Ozeane von 
uns getrennt, für das Reich denken, leiden und arbeiten. 

Unsere heißesten und dankbarsten Grüße und Wünsche aber gehen in dieser Stunde zu 
unseren Soldaten. Es sind Wünsche und Grüße der ganzen Heimat, die ich hier ausspreche. 
Aus tiefstem Herzen kommend richten sie sich an unser tapferes Heer, an unsere glorreiche 
Luftwaffe und an unsere sieggekrönte deutsche Kriegsmarine. 



Heimat und Front wollen in dieser Stunde, da wir Abschied nehmen von einem Jahr voll 
von Sorgen, aber auch voll von großen geschichtlichen Siegen, eine große Familie bilden. 
Wir verneigen uns als deutsches 

-355- 

Volk in dieser Stunde in tiefer Ehrfurcht vor dem Allmächtigen, der uns in diesem 
abgelaufenen Jahr so sichtbar seinen Segen gegeben hat, der über unseren Schlachten stand 
und unsere Waffen mit Sieg krönte. Er weiß, daß wir diesen Krieg für einen besseren 
Frieden führen, daß wir eintreten für das Glück der Menschen, das bisher so oft von den 
Regierenden mit Füßen getreten wurde. 

Die ganze deutsche Nation aber, Front und Heimat, vereint sich in dieser Stunde in einem 
heißen Dankgefühl für den Führer. Sie grüßt ihn aus 90 Millionen glühenden Herzen. Sie ist 
bei ihm in den schweren und in den glücklichen Stunden unseres Volkes, so wie sie das 
Gefühl hat, daß der Führer gerade dann auch immer bei ihr ist. Wir Deutschen alle 
wünschen ihm Glück und Segen für das neue Jahr, eine starke, feste, sichere Hand, 
Gesundheit und Kraft in allen seinen Werken. Lang möge er leben, lang möge er über dem 
Volke stehen als des Reiches Schutz und Schirm, als der erste Kämpfer für einen wahren, 
echten Frieden und für das Glück, die Ehre und den Ruhm seines Volkes. Die Welt 
bewundert ihn, wir aber sind bevorzugt, ihn lieben zu dürfen. Reichen wir uns alle die 
Hände und schließen uns fest und unzertrennbar um ihn zusammen. 

Das alte Jahr ist zu Ende. Ein neues steigt herauf. Möge es dem scheidenden nicht 
nachstehen an Glück, Segen und stolzem Sieg! 
-356- 



1941 



England und seine Plutokraten 

5. Januar 1941 

Man könnte das englische Regierungssystem eine als Demokratie getarnte Plutokratie 
nennen. Das heißt, man versucht, den Anschein zu erwecken, als herrsche das Volk, in 
Wirklichkeit aber regiert das Geld. Und zwar das Geld im weitesten Sinne: der Besitz, die 
Landmagnaten, die Grubenbarone, die City und die Juden. Sie haben das Land und darüber 
hinaus das Empire fest in ihrer Hand. Für das Volk bedienen sie sich aus Tarnungsgründen 
demokratischer Spielregeln, wie Parlament, Wahlen, freie Meinungsäußerung, Freiheit der 
Presse usw. Aber auch der Gebrauch dieser Spielregeln wird nur von ihnen bestimmt. Es 
handelt sich um ein paar Dutzend Familien, die einen märchenhaften Reichtum ihr eigen 
nennen. Dahinter steht eine größere Schicht von Bürgertum, die von den von den Tischen 
der Reichen herabfallenden Brosamen lebt, und die breite Masse des Volkes, die in einer für 
uns gänzlich unvorstellbaren Armut dahinvegetiert. Die plutokratische Herrenschicht hat 
natürlich — wie das immer bei so unsozial geschichteten Staatssystemen der Fall ist — 
nichts verabsäumt, das sogenannte Volk möglichst dumm und unaufgeklärt zu halten. 
Nirgendwo auf der Erde ist die Vorstellung s weit des Mannes von der Straße so veraltet, so 
primitiv und von so engem Horizont wie in Großbritannien. Der Durchschnittsengländer hat 
überhaupt keine Ahnung von den beispielsweise geographischen Gegebenheiten auf dem 



Kontinent, ganz zu schweigen von den damit zusammenhängenden Volkstums- und 
rassepolitischen Problemen. Die sind ihm böhmische Dörfer. Während der tschechischen 
Krise erschien in dem bekannten Londoner Witzblatt "Punch" eine Karikatur, auf der ein 
Mann von seiner Frau ausgeschimpft wurde, weil er zu lange einem Redner im Hyde-Park 
zugehört hatte, worauf er zur Antwort gibt, das sei gar nicht so zwecklos gewesen, denn er 
wisse nun, daß die Tscheche-Slowakei keine Blume, sondern ein Land sei. 
Ein Witz ist bekanntlich immer nur ein Witz, wenn ihm wenigstens ein Kern von Wahrheit 
oder Möglichkeit zugrunde liegt. So auch hier. 
-359- 

Die Engländer sind gar nicht das hochentwickelte, politisch reife Volk, als das sie auf dem 
Kontinent so gern angesehen werden. Sie beweisen nur in den kritischen Augenblicken ihrer 
Geschichte einen gewissen Instinkt für das Notwendige und Gegebene, haben aber ansonst 
nicht einmal eine blasse Vorstellung von den Problemen, die die Welt bewegen. 
Die Plutokratie hat dieses System der Volksverdummung durch die Demokratie so 
eingespielt, daß sie kaum Angst zu haben braucht, eines Tages entlarvt zu werden. Sie kann 
sich deshalb schlechterdings auch alles leisten. Es passieren in diesem Kriege in England 
Dinge, die in jedem anderen Lande die Volksseele zum Kochen bringen und einen Sturm 
der Empörung und Entrüstung entfachen würden. In England schüttelt man das ab wie 
Wasser von einer Teerjacke. Neutrale Zeitungen berichten beispielsweise, daß die Londoner 
jeunesse doree bei den letzten Bombenangriffen, bei denen Feuer und Vernichtung auf die 
britische Hauptstadt herniederregneten, in den bombensicheren Unterständen der großen 
Luxushotels weitergetanzt habe, daß jetzt unter diesem Auswurf ein moderner Swing, der 
sogenannte Bomber-Swing, die große Mode sei, daß nie in diesen Kreisen so flott und so 
amüsant gelebt worden sei wie jetzt, wo London fast allnächtlich den pausenlosen 
furchtbarsten Luftangriffen ausgesetzt ist. Man halte dem die Elendsbilder gegenüber, die 
selbst englische Zeitschriften aus den Londoner U-Bahn-Schächten bringen: Menschen, 
Männer, Frauen und Kinder zu Tausenden und aber Tausenden zusammengepfercht, fast 
übereinander liegend, verkommend in Schmutz und Elend, ein Inferno menschlichen Leids, 
und stelle sich vor, was in einem Lande mit hochentwickelter sozialer Moral bei ähnlichen 
Zuständen geschehen würde. Es fällt nicht schwer, sich das auszumalen. Aber man muß das 
alles wissen und in Rechnung stellen, um England und seine vermutliche Widerstandskraft 
richtig einzuschätzen. 

Die vielgerühmte englische Zähigkeit ist ein Gemisch aus kaltherzigem brutalem Zynismus 
der führenden Herrenschicht und stumpfsinniger Unbeweglichkeit der breiten Volksmassen. 
Überlegungen, die bei anderen Völkern spontan einzusetzen pflegen, werden beim 
englischen Volk nur sehr spät angestellt, dann aber häufig auch, wie die englische 
Geschichte das vielfach beweist, um so radikaler und durchgreifender. Die Männer, 
-360- 

die heute England regieren, werden sich deshalb wohl auch im klaren darüber sein, daß sie 
um Kopf und Kragen spielen. So auch nur läßt sich ihre so frech zur Schau getragene 
Arroganz erklären. Sie ist nichts anderes als Angst vor den kommenden Dingen. Diese 
Herren Plutokraten wissen ganz genau, daß sie den Krieg militärisch nicht mehr gewinnen 
können. Was sie von kommenden englischen Offensiven schwafeln, ist nur Schaum- 
schlägerei. Sie sind eifrigst auf der Suche nach einer verwundbaren Stelle in der 
psychologischen Haltung der Gegenfront, und wo sie eine solche zu entdecken glauben, 
stoßen sie gleich aus vollen Kräften zu. Sie lassen dabei in ihrer panischen Angst schon 
jedes psychologische Fingerspitzengefühl vermissen. So eilig haben sie es, daß sie gänzlich 



unüberlegt den Gegner, den sie gewinnen wollen, mit dem Holzhammer auf den Kopf 
schlagen. Aus der Sicherheit auch unserer seelischen und geistigen Situation heraus ist das 
manchmal außerordentlich amüsant zu beobachten. 

Die Engländer haben von unserem Achsenfreunde auf einem ganz am Rande liegenden 
Kriegsschauplatz, der für die Endentscheidung von keinerlei Bedeutung sein kann, Gebiete 
zurückerobert, die sie, als die Italiener sie ihnen abnahmen, als gänzlich wertlose Wüste 
bezeichneten. Sie lohne kaum zu verteidigen, sagten sie damals. Dann aber warfen sie all 
ihre verfügbaren Kräfte an diese Stelle, um in ihrer furchtbaren Bedrängnis wenigstens 
irgendwo zu einem Prestigeerfolg zu kommen. Es versteht sich am Rande, daß sie aus dieser 
für den weiteren Kriegsverlauf vollkommen untergeordneten Angelegenheit einen 
historischen Sieg machen, der alle bisherigen Siege der Weltgeschichte weit in den Schatten 
stellt. Gönnen wir ihnen das. Sie haben bisher in diesem Krieg sowieso so wenig Grund zur 
Freude gehabt. 

Das aber läßt Mr. Churchill nicht ruhen. Er bindet sich gleich einen Rüssel vor und gebärdet 
sich dann erfolgreich als Elefant im Porzellanladen. In einer Rundfunkrede appelliert er an 
das italienische Volk, genau so wie er am Anfang des Krieges an das deutsche Volk 
appelliert hat, und fordert es auf, das zu tun, was vor allem in einer solchen Situation nur 
Verräter zu tun pflegen, nämlich die Fahne im Such zu lassen und zum Feind überzulaufen. 
Er tut das mit einer geschichtlichen Begründung, die in Italien und in Deutschland jeder 
Knabe aus der vierten Volksschul- 
-361- 

klasse widerlegen könnte. Er setzt also in seiner insularen Borniertheit bei denen, die er 
verwirren will, eine historische Bildung voraus, die beim englischen Volk zwar zutrifft, bei 
den Völkern der Achse aber nur mitleidig belächelt werden kann. 

Das italienische Volk hat es nicht nötig, von uns vor englischen Beleidigungen geschützt zu 
werden. Das hat die italienische öffentliche Meinung in den letzten zwei Wochen Mr. 
Churchill gegenüber so ausgiebig selbst besorgt, daß dem gar nichts mehr hinzuzufügen ist. 
Uns interessiert hier nur noch die psychologische Seite dieser Angelegenheit. Dieser dicke 
Zyniker mit dem unausstehlichen Stummel in der breiten Visage, dieser Freund der Juden 
und Schirmherr der Plutokraten, dieses millionenschwere Stück von Versager, dieser 
politische und militärische Dilettant, den England sich zum Premier bestellt hat, um diesmal 
nur ja nicht seinen vollkommenen Ruin zu verpassen, wagt es, einen Mann vom 
geschichtlichen Format des Duce als Signor Mussolini anzuflegeln. Er erbittet sich die Hand 
des italienischen Volkes selbst zur Mithilfe bei der Aufgabe, Italien wieder in den Zustand 
eines nationalen Museums, geeignet für den Besuch englischer Gouvernanten, aber nicht für 
große Weltpolitik, zurückzuführen, aus dem der Faschismus es in einer einmaligen 
historischen Leistung herausgehoben hat. Er streicht die beleidigenden Sanktionen des 
Abessinien-Krieges, die dieses selbe Volk für englische Interessen aushungern sollten, mit 
einer souveränen Handbewegung weg, rechnet sich die Italien von sehen Englands 
zugefügten nationalen Demütigungen sogar noch als Aktivposten an, beleidigt die 
italienische Wehrmacht so gründlich und so niederträchtig, wie man das, wenn man ein 
Volk in Raserei bringen will, überhaupt nur tun kann, und glaubt dann, die Italiener würden 
nun und eben deshalb mit fliegenden Fahnen zu ihren alten Todfeinden überlaufen. Uns 
Deutsche sucht er gegen Italien und die Italiener gegen das Reich aufzuwiegeln. Das ist so 
durchsichtig, so plump, so stümperhaft, das ist eine so ausgemachte Schülerarbeit auf dem 
Gebiet der Propaganda, daß man nur sagen kann: 
echt englisch. 



Man komme uns nicht und sage, die Herren britischen Plutokraten seien gute Psychologen. 
Wir haben bisher noch nichts davon bemerkt. Sie haben uns im Weltkrieg nur überrunden 
können, weil sie in Deutsch- 
-362- 

land auch nicht die Spur einer Gegenwehr fanden. Unsere politische Führung war damals 

noch dümmer als die englische, und diese hat nur gesiegt nach dem Sprichwort, daß unter 

Blinden der Einäugige König ist. 

Es wäre Mr. Churchill zuviel Ehre angetan, seinem plumpen Verführungsversuch am 

italienischen Volk gegenüber die Solidarität der Achse und die seelische Festigkeit des 

deutschen wie des italienischen Volkes noch einmal zu betonen. Er würde das auch gar 

nicht verstehen und, verstände er es doch, nicht wahrhaben wollen. Es paßt nicht in seine 

trügerische Rechnung hinein. Auf solchen Faktoren der inneren Uneinigkeit und 

Zwiespältigkeit bei den Völkern der Achse baut er ja seine Siegeschancen auf. In seinem 

stumpfsinnigen Gehirn malt sich das Bild eines Europa ab, das nicht mehr existiert, das 

einmal da war, eine bequeme Kolonie englischer Machtgelüste, die man in ihren einzelnen 

Teilen klug gegeneinander ausspielen mußte, deren oberster politischer und militärischer 

Grundsatz nach englischer Auffassung die "balance of power" hieß, womit man sie um so 

gefahrloser beherrschen, terrorisieren, bevormunden und ausplündern konnte. 

Dieses Europa ist dahin. Eine neue Ordnung ist auf unserem Erdteil im Werden. Der 

Kontinent wird englandfrei, nicht englandhörig sein. Deutschland und Italien haben sich in 

Europa und für Europa gefestigt, gestählt und konsolidiert. Sie werden Großbritannien 

besiegen, weil sie die Jüngeren, die Besseren und auch die Würdigeren zum Siege sind. Mr. 

Churchill kann daran nichts mehr ändern. Ihm bleibt nur noch übrig, zu warten und 

zuzuschauen. 

Er will das nicht glauben; wir aber werden es ihm beweisen. 

-363- 



Aus Churchills Lügenfabrik 

12. Januar 1941 

Es hat gar keinen Zweck, mit Mr. Churchill in eine Debatte über englische Schiffs Verluste 
oder durch deutsche Luftangriffe angerichtete Schäden einzutreten. Er geht da einfach nach 
dem altbewährten britischen Schema vor, immer nur das zuzugeben, was unter keinen 
Umständen mehr bestritten werden kann, davon dann regelmäßig die Hälfte abzuziehen und 
zum Ausgleich dafür die Verlustzahlen des Gegners zu verdoppeln oder zu verdreifachen. 
Das ergibt eine glatte Rechnung. Das Imponierende dabei ist nur, daß er als echter John Bull 
grundsätzlich bei der einmal ausgesprochenen Lüge bleibt und sich durch nichts und nie- 
manden daran hindern läßt, sie so lange zu wiederholen, bis er sie am Ende wenigstens 
selbst glaubt. Es ist das ein alter englischer Trick, auf dessen Originalität sich Mr. Churchill 
nichts einzubilden braucht, der vielmehr zu den in aller Welt bekannten Kunstkniffen der 
britischen Politik gehört. Man hat ihn auch im großen Krieg ausgiebig zur Anwendung 
gebracht, nur mit dem Unterschied zu diesem Kriege, daß damals die öffentliche 
Weltmeinung noch darauf hereinfiel, wovon heute selbstverständlich gar nicht mehr die 
Rede sein kann. Und das ist so zu erklären: als der Weltkrieg zu Ende war, glaubte die 
britische Plutokratie, Deutschland liege so am Boden, daß es sich nie wieder erholen werde. 



Sie beging deshalb, teils aus Gleichgültigkeit, teils aber auch aus selbstgefälliger 
Geschwätzigkeit, den Fehler, der Welt die Kniffe zu verraten, mit denen sie das Reich zu 
Fall gebracht hatte. In den Memoiren der britischen Staatsmänner, die England im 
Weltkrieg geführt haben, vor allem in denen eines gewissen Mr. Churchill, konnte man also 
einige Jahre nach dem Kriege des längeren und breiteren nachlesen, daß man in der 
Londoner Plutokratie während des Krieges gar nichts dabei gefunden hatte, das Blaue vom 
Himmel herunterzulügen, ja, daß man sich noch viel darauf zugute hielt und stolz darauf 
war, Deutschland auf eine so simple Weise an der Nase herumgeführt und mit Pfiffigkeit 
-364- 

überlistet zu haben. Damit waren nun diese Methoden entlarvt. Sie genießen deshalb heute 
auch keinerlei Glaubwürdigkeit mehr. Man braucht von unserer Seite nur auf den Weltkrieg 
zu verweisen und zu betonen, daß augenblicklich fast dieselben Männer die englische Nach- 
richtenpolitik machen, die sie auch von 1914 bis 1918 gemacht haben, und man weiß 
Bescheid. 

Das ist natürlich für die Betroffenen mehr als peinlich. Man soll im allgemeinen seine 
Führungsgeheimnisse nicht verraten, zumal man nicht weiß, ob und wann man sie noch 
einmal gut gebrauchen kann. Das hauptsächlichste englische Führungsgeheimnis ist nun 
nicht so sehr in einer besonders hervorstechenden Intelligenz als vielmehr in einer 
manchmal geradezu penetrant wirkenden dummdreisten Dickfelligkeit zu finden. Die 
Engländer gehen nach dem Prinzip vor, wenn du lügst, dann lüge gründlich, und vor allem 
bleibe bei dem, was du gelogen hast! Sie bleiben also bei ihren Schwindeleien, selbst auf 
die Gefahr hin, sich damit lächerlich zu machen. 

Das gilt auch für die augenblicklich sich abspielenden dramatischen Ereignisse in der Luft- 
und Seekriegführung. Mr. Churchill behauptet einfach, selbstverständlich wider besseres 
Wissen und im Gegensatz zu allen realen Tatsachen, England sei dabei im Vorteil, und er 
läßt sich durch keinerlei, wenn auch noch so handgreifliche Beweise vom Gegenteil 
überzeugen. Die Royal Air Force hat Hamburg pulverisiert, sie hat, wie bekannt, sämtliche 
Berliner Bahnhöfe zerstört, die deutschen Kriegsindustrie statten in Schutt und Asche gelegt, 
dabei aber peinlichst darauf geachtet, daß nirgendwo etwa einmal ein Lazarett, ein 
Krankenhaus, ein Alters- oder Säuglingsheim oder überhaupt ein ziviles Ziel getroffen 
wurde. Die deutsche Luftwaffe dagegen hat merkwürdigerweise niemals besonderen Wert 
auf militärische oder industrielle Ziele gelegt. Sie fühlte sich ausschließlich mit einer 
seltsamen magnetischen Kraft von Kirchen, Schulen, Heimstätten für obdachlose Kinder 
und Arbeiterwohnungen angezogen. Insbesondere aber haben Botschaften, Konsulate oder 
Geschäftshäuser, die den Amerikanern gehören, es ihr angetan. Sie fliegt ziel- und planlos 
über englischen Städten herum, sucht so lange, bis sie ein derartiges Ziel ausfindig gemacht 
hat, und stürzt sich dann mit wohlgezielten Bombenabwürfen darauf los. Aus lauter Bosheit 
nimmt sie es 
-365- 

aufs Korn, und zwar zu dem ganz durchsichtigen Zweck, die USA. in den Krieg 
hineinzutreiben. Findet dagegen ausnahmsweise einmal ein Angriff der deutschen Luftwaffe 
auf eine reine Industriestadt wie Cardiff oder Coventry statt, dann wird das der staunenden 
Mitwelt seitens des englischen Reuterbüros etwa mit den sibyllinischen Worten mitgeteilt: 
"Unbekannte Flugzeuge griffen irgendwann irgendwo mit unbekannten Kräften irgend 
etwas an. Der Schaden ist noch nicht übersehbar, es steht nur fest, daß keine militärischen 
oder industriellen Ziele getroffen wurden. Nähere Einzelheiten folgen noch." Und auf diese 



Einzelheiten kann dann die Öffentlichkeit getrost bis Kriegsende warten. Spricht sich ein 
besonders verheerender Schaden trotz aller englischen Zensurmaßnahmen durch die 
neutrale Presse dann doch herum, dann wird der King bemüht, zu dem ausgesprochenen 
Zweck, auf die Tränendrüsen der Welt zu drücken. Er muß die zerstörte Stadt höchstselbst 
besichtigen. Es fehlt dabei natürlich nicht an den über die angerichteten Verwüstungen 
geradezu in einen Begeisterungstaumel verfallenden englischen Arbeitern, die angesichts 
ihrer zerstörten Häuser nichts Eiligeres zu tun haben, als auf den noch rauchenden Ruinen 
den Union Jack aufzupflanzen, zwischen den kohlenden Mauerresten den Lambeth Walk zu 
tanzen und den König mit aufmunternden Zurufen anzufeuern, auf diesem 
glückverheißenden Weg weiter fortzufahren, bis in ganz England kein Stein mehr auf dem 
anderen steht und damit der ersehnte Augenblick gekommen ist, gegen die dreimal 
verfluchten deutschen Teufel die glorreiche englische Offensive zu ergreifen. Was auf Seine 
Majestät verständlicherweise einen so tiefen Eindruck macht, daß er sich bemüßigt fühlt, 
200 Pfund — macht ungefähr 2000 Reichsmark — aus der Westentasche zu ziehen und in 
die Armenkasse zu legen. Der Besuchtstag Seiner Majestät wird dann sinnigerweise damit 
abgeschlossen, daß der König im Hafen mit Interesse dem Ausladen eines Schiffes 
zuschaut. Es handelt sich, wie das Reuterbüro triumphierend verkündet, um amerikanisches 
Gefrierfleisch, was da ausgeladen wird, womit zur Genüge dargetan ist, daß ad eins der 
Atlantikverkehr noch durchaus normal funktioniert und ad zwei Seine Majestät sich trotz 
des Ernstes der Lage voller geistiger und körperlicher Frische erfreut. 
Seht euch demgegenüber die Deutschen an! Spricht der Führer nicht, 
-366- 

so ist das ein Beweis dafür, daß er sich in tödlicher Verlegenheit befindet und keinen 
Ausweg mehr sieht. Spricht er dagegen, so kann man unschwer daraus schließen, daß die 
Lage im Reich katastrophal ist und dringend einer höchsten Aufmunterung bedarf. Sagt er 
nichts vom baldigen Sieg, dann glaubt er selbstverständlich selbst nicht mehr daran. Sagt er 
dagegen etwas darüber, dann will er der Welt nur Sand in die Augen streuen. Trifft er sich 
mit dem Duce, dann nur, weil die Achse einen Riß bekommen hat; trifft er sich nicht mit 
ihm, dann ist dieser Riß schon so tief, daß er auch durch eine Zusammenkunft nicht mehr 
geheilt werden kann. Geht er zu seinen Truppen, dann ist das eine Flucht vor der Stimmung 
in der Heimat; geht er nicht zu ihnen, dann natürlich nur aus Angst vor den Soldaten. In 
England pflegen die Menschen drei donnernde Hurras anzustimmen, wenn die Fett- und 
Fleischrationen heruntergesetzt werden. In Deutschland dagegen würde das eine Revolution 
zur Folge haben. In England wirken Schnee und Frost befeuernd auf die Personen- und 
Transportzüge, wogegen sie in Deutschland das ganze Transportsystem über den Haufen zu 
werfen pflegen. Die deutschen Methoden der Kriegführung sind verächtlich und gänzlich 
undiskutabel; aber man geniert sich nicht, sie in England nachzuahmen. Die englischen 
Methoden dagegen sind vorbildlich, human, liberal und fortschrittlich; bloß sie taugen 
nichts, sie führen zu keinem Erfolg und werden deshalb stillschweigend abgeschafft. Als 
wir vor Jahren erklärten, wir wollten zuerst Kanonen bauen und dann Butter essen, stieß 
ganz England einen einzigen entrüsteten Protestschrei aus. Jetzt haben die Engländer die 
Butter gegessen, und wir haben die Kanonen, und nun müssen sie auch nach demselben 
Prinzip verfahren, nach dem wir unsere Wehrmacht aufrüsteten, was natürlich nichts daran 
ändert, daß diese Methode, weil der Nationalsozialismus sie erfunden hat, dumm, 
kurzsichtig, engstirnig und geistlos ist. Gebt euch keine Mühe, es den Engländern recht zu 
machen. Solange Mr. Churchill am Ruder ist, gewinnt John Bull jede Ruhepause. Nur 
schade, daß er immer auch die Offensive verliert. 



Mr. Churchill ging kürzlich nach einem der verheerendsten deutschen Luftangriffe durch 
die Ruinen der Londoner City spazieren. Es fehlte natürlich nicht, wie das Reuterbüro zu 
berichten wußte, an beifallsfreudigem Publikum, das ihm lebhaft applaudierte und begeistert 
zurief: 
-367- 

" Guter, alter Winston! Nur weiter so!" Und als man ihn nach dem Frieden fragte, antwortete 
er: "Wenn wir gesiegt haben!" Man könnte das für Größe halten, wenn man ihn nicht so gut 
kennte. Aber wir kennen ihn. Wir wissen, daß das alles bloße Pose ist, daß er keinen 
Ausweg mehr weiß, daß er sich in seine verbrecherische Politik so verrannt hat, daß es für 
ihn kein Zurück mehr gibt, daß er nun die Partie mit eiserner Stirn weiterspielen muß, wenn 
er auch keine Atouts mehr in der Hand hat und lediglich darauf hoffen kann, daß ein 
Wunder geschieht. 

Solche Wunder aber gibt es nicht. Das Glück stellt sich immer nur auf die Seite dessen, der 
es verdient, und am Ende hat in der Geschichte doch immer der recht behalten, der für hohe 
Ideale eintrat und kämpfte und sich durch nichts vom einmal eingeschlagenen Weg 
abbringen ließ. Mr. Churchill verficht solche Ideale nicht. Er vertritt eine Welt, die im 
Innern schon gänzlich verfault und korrupt ist. Es ist die Welt des 18. Jahrhunderts, die sich 
mit den Symbolen des 19. Jahrhunderts drapiert hat und damit das 20. Jahrhundert erobern 
will. Diese Welt eines schrankenlosen individualistischen Bereicherungstriebes auf Kosten 
der Menschen und Völker ist in Europa bereits durch neue staatsaufbauende Prinzipien 
ersetzt worden. Ihnen gehört die Zukunft. Um ihre Fahnen hat sich eine opferbereite und 
gläubige Jugend versammelt. Diese Jugend siegt nicht nur deshalb, weil sie modern 
ausgerüstet ist, weil in ihren Diensten der Motor und die neue Technik steht; sie siegt, weil 
sie eben jung ist, weil sie eine Revolution repräsentiert, weil sie Kräfte mobilisiert hat, die 
durchschlagend und dynamisch wirken, gegen die es kein Halten mehr gibt. Das Rad der 
Geschichte läßt sich nicht zurückdrehen, auch nicht von Mr. Churchill. In seinen stillen 
Stunden wird er sich wohl manchmal schon eingestehen, daß er auf verlorenem Posten 
kämpft, daß seine Zeit vorbei ist, daß er längst schon hinter der Entwicklung herläuft und 
keine Hoffnung mehr haben kann, sie jemals noch einmal einzuholen. 
Er ist in der Tat ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft. 
Er erst hat unserer Revolution den entscheidenden letzten Stoß gegeben. Wäre er nicht 
gewesen, sie hätte vermutlich viel mehr Zeit gebraucht, um sich endgültig durchzusetzen, 
als das nun der Fall sein wird. So müssen wir ihm am Ende noch dankbar dafür sein. Weil 
-368- 
er war, weil er wirkte, werden wir wahrscheinlich nur so viele Monate gebrauchen, wie wir 
sonst Jahre oder gar Jahrzehnte nötig gehabt hätten, um zum großen Ziel zu kommen. 
Es wäre zwecklos, ihm das erklären zu wollen. Er gehört zu jenen unbelehrbaren Menschen, 
die nur durch Tatsachen überzeugt werden können. Also müssen wir diese Tatsachen 
schaffen. 
-369- 



Auf den Pfaden des Nationalsozialismus 

19. Januar 1941 



Es ist eine bekannte Tatsache, daß die britische Plutokratie sich unter dem steigenden Druck 
des von ihr angezettelten Krieges und seiner verheerenden Folgen für England gezwungen 
sieht, in ständig sich vergrößerndem Umfang nationalsozialistische Methoden der Staats- 
und Kriegführung zur Anwendung zu bringen. Wäre es also wahr gewesen, was uns die 
dortigen demokratischen Kapitolswächter seit 1933 ununterbrochen vorwarfen, daß wir 
nämlich den teuflischen Plan verfolgten, andere Völker, vor allem aber das britische, 
allmählich mit dem Gift des Nationalsozialismus zu verseuchen — eine merkwürdige Art 
übrigens, starke Ideen, die das eigene Volk gerettet haben, auch noch mit Gewalt seinen 
Gegnern aufzuoktroyieren — , so könnte man hierin eigentlich den Triumph und die 
Krönung unserer nationalsozialistischen Propagandaarbeit erblicken. Was will man 
schließlich mehr, als daß der Gegner genötigt ist, das, was er bekämpft, wenn auch 
unvollkommen und im Vorbild nie erreicht, zu kopieren! Das fing bei Beginn des Krieges in 
England mit der autoritären Führung der öffentlichen Meinung an — aber frag' mich nur 
nicht wie! — und endet vorläufig mit dem mit dröhnenden englischen Baßstimmen 
vorgetragenen Grundsatz, daß Kanonen vor Butter gehen. Es wäre zwar nett und 
lobenswert, wenn die britischen Wortführer wenigstens so viel Anstand besäßen, die 
Urheberschaft dieser Binsenwahrheit uns zuzusprechen. Aber im Kriege nimmt man das mit 
dem geistigen Eigentum ja bekanntlich nicht so genau. Sei dem, wie ihm wolle: die 
Engländer fangen an, erste Anfangsübungen in Nationalsozialismus zu veranstalten. 
Es bereitet uns einiges Amüsement zu beobachten, wie man also auch auf den britischen 
Inseln nach und nach zu der Erkenntnis zu kommen scheint, daß der Nationalsozialismus, 
wenn überhaupt, dann nur mit nationalsozialistischen Methoden wirksam angegriffen 
werden kann. Und so wirft man denn, wie immer, wenn es um den allerheilig st en 
-370- 

Geldsack geht, die alten urenglischen Grundsätze der Demokratie, wie Freiheit der Meinung 
und Heiligkeit der Person und des Individuums mitsamt Bibel und Gebetbuch über Bord, 
setzt sich die revolutionäre Jakobinermütze auf und betritt die Barrikaden der europäischen 
Neuordnung. Ein wahrhaft komisches Bild, sozusagen ein Anblick für die Götter und eine 
Augenweide für politische Kenner und Feinschmecker. 

Selbst die alte, etwas vertrottelte "Times" — bekanntlich die Anstandsdame unter den 
klatschenden und laut schwadronierenden Backfischen im englischen Blätterwald — wird 
letzthin häufiger auf den Pfaden des Nationalsozialismus entdeckt. Dort tummelt sie ihre 
Rosinante oder schreitet ächzend und stöhnend zu Fuß fürbaß. Man sieht ihr förmlich den 
Ekel an, so ordinäre Ausdrücke wie Solidarität, wirtschaftliche Neuordnung, Arbeiterrechte 
und Volksgemeinschaft in den Mund nehmen zu müssen. Das ist genau so, wie wenn ein 
besonders kapitalistischer Fabrikbesitzer sich unter dem Druck eines Streiks dazu herabläßt, 
seinem Betriebsrat die Hand zu geben und sich danach schleunigst einer gründlichen 
Reinigung unterzieht und sich von oben bis unten mit Kölnischwasser besprengt. Ja, man 
hat schon seine liebe Not mit der Zeit! Wenn man jetzt schon gezwungen ist, ihr solche 
Zugeständnisse zu machen, wie wird das erst im Frühling sein, wenn die Bäume aus- 
schlagen und noch einiges andere dazu! 

Wir haben das alles schon einmal erlebt und sind deshalb gar keine Propheten, sondern nur 
Menschen, die den Vorteil eines guten Gedächtnisses ihr eigen nennen, wenn wir 
voraussagen, daß das beim Gegner der Anfang vom Ende ist. Als der Nationalsozialismus 
im Sommer 1932 die marxistischen und bürgerlich-kapitalistischen Parteien in der Zange 
hatte und sie unter seinem würgenden Druck auf die Kehle kaum noch atmen konnten, 
versuchten sie in ihrer höchsten Not ein letztes verzweifeltes Mittel: die Massen liefen in 



Millionenscharen zu ihm über; was war nun näherliegend, als einfach seine Parolen zu 
okkupieren und sich nationalsozialistischer als die Nazis selbst zu gebärden? Sogar der 
"Vorwärts", ein altbewährter Haudegen des Klassenkampfes, entdeckte damals plötzlich 
sein Herz für die Volksgemeinschaft. Die Wirtschaftspartei legte eine warme Lanze nach 
der anderen gegen den Parlamentarismus ein, und die Giftpfeile der bürgerlichen Presse 
-371- 

trafen zielsicher die eigene Vergangenheit, die nun auf einmal nicht mehr wahr sein sollte. 
Nach einem kurzen, verblüfften Erstaunen sahen wir uns plötzlich von lauter 
Nationalsozialismus umgeben. Man konnte meinen, wir hätten bisher nur gegen 
Windmühlenflügel gekämpft. Keiner wußte mehr, was rechts und links und was weiß und 
schwarz war. In den Lautsprechern dröhnten unsere Parolen wider; nur daß sie nicht von 
uns vorgetragen wurden. Das größte Plagiat der innerdeutschen Politik setzte ein. Wären wir 
da nicht so schlau gewesen und hätten nicht gleich den Braten gerochen, dann wären wir 
glatt überfahren worden. 

Damals prägten wir in unseren Versammlungen das Wort von der politischen 
Erbschleicherei. Man stahl uns die Parolen — nicht etwa die Ideen, die Gehirne unserer 
Gegner waren zu klein, als daß sie ihnen hätten Platz bieten können — , um uns damit auch 
die Massen zu stehlen. Der harmlose Wähler sollte zu der Überzeugung kommen, man 
könnte bei der nächsten Wahl eigentlich jede Partei wählen, denn Hitler sei überall zu 
Hause, nur nicht mehr in seiner eigenen Bewegung. Wir haben diesen Spuk damals in ein 
paar Wochen weggeputzt. Er wiederholt sich jetzt auf außenpolitischem Felde. Besagte 
"Times", die Mutter aller Weisheit und Wohlanständigkeit, tritt plötzlich für eine radikale 
europäische Neuordnung ein. Sie tut das mit einem Stimmaufwand, der verdächtig macht. 
Das sei überhaupt das große Unglück Europas, so meint die "Times", daß man nach dem 
Weltkrieg keine klare Ordnung geschaffen habe. Der Versailler Vertrag habe Haß statt 
Frieden gesät. Daraus müsse man für die Zukunft lernen. Am Ende dieses Krieges könne 
man unter gar keinen Umständen wieder da anfangen, wo man an seinem Beginn aufgehört 
habe. Europa müsse nach den Gesichtspunkten völkischer Gerechtigkeit und 
wirtschaftlicher Vernunft neu geordnet werden, und was derlei Augenauswischereien mehr 
sind. Wenn man das liest, kommt man sich eigentlich recht belämmert vor. Ein naiver 
Zeitgenosse könnte sogar Verdacht schöpfen, daß vielleicht die Deutschen den Weltkrieg 
gewonnen und die Engländer ihn verloren hätten, daß der Versailler Vertrag unser 
Rachediktat gegen den Westen gewesen sei, und daß die Herren Lords nur erneut Krieg 
gegen uns führten, um dieses Schanddokument zu beseitigen und Europa damit endlich, 
endlich seinen Frieden zu geben. Wir sehen uns wiederum 
-372- 

einmal von lauter Nationalsozialismus umgeben. Nur bei uns soll er nicht mehr zu Hause 
sein. Man stiehlt uns die Parolen — wiederum nicht etwa die Ideen, weil die Gehirne 
unserer Gegner wiederum zu klein sind, als daß sie ihnen Platz bieten könnten — , um uns 
die Menschen und Völker zu stehlen. Und wiederum werden wir diesen Spuk wie damals, 
so auch heute in ein paar Wochen wegputzen. 

Wenn den Herren Churchill und Genossen so viel an einer vernunftgemäßen Neuordnung 
Europas gelegen ist, warum haben sie sie eigentlich 1919 in Versailles, als sie alle Macht 
und alle Möglichkeiten dazu besaßen, nicht durchgeführt ? Warum haben sie von 1933 an 
den Nationalsozialismus mit allen Mitteln bekämpft, der doch neben der Gleich- 
berechtigung des Reiches nichts anderes wollte als das? Warum haben sie 1939 Deutschland 



den Krieg erklärt, als und weil es eben im Begriff stand, die letzten Reste des Versailler 
Vertrags immerhin auf eine faire Weise und in bescheidenem Umfang zu beseitigen? 
Warum ist man auf der Gegenseite zu feige, mutig und erhobenen Hauptes für das ein- 
zutreten, was die eigentliche Ursache dieses Krieges gewesen ist? Warum sagt man nicht 
frank und frei heraus, daß der Versailler Vertrag für die britische Plutokratie überhaupt das 
ideale Verfassungs Statut für Deutschland und Europa war, daß man damit das Reich und 
den ganzen Kontinent in Unfrieden und Rechtlosigkeit halten wollte, um auf den britischen 
Inseln Zeit und Muße zu haben, das Weltreich zu verwalten und auszuplündern? Wo sind 
die plutokratischen Wortgewaltigen, die wenigstens soviel Schneid besitzen, das offen 
auszusprechen? Warum dieses Versteckspiel, dieses unwürdige Jonglieren mit unseren 
Bällen, dieses Kopieren unserer "ordinären" Vorstellungen und Ideen? 
Soviel Fragen, soviel fehlende Antworten. Diese verkommene Plutokratie weiß ganz genau, 
daß, wenn sie offen sagte, was sie wollte, sie von der Entrüstung der ganzen Welt, ihr 
eigenes Volk eingeschlossen, weggefegt würde. So muß sie also mit den Wölfen heulen. 
Man tut, was man kann. Mr. Woolton, der englische Ernährungsminister, kündigt für das 
ganze englische Volk für die nächste Zukunft Gemeinschaftsküchen an. Ist das eine Sache 
oder ist das keine Sache? Stinkt das nicht geradezu nach Nationalsozialismus? Könnten wir 
eine radikalere Maßnahme treffen, wenn wir uns in einer ähnlichen Lage wie augenblicklich 
England 
-373- 

befänden? Nur schade, schade, daß justament an demselben Tage, an dem Mr. Woolton am 
Rundfunk das britische Gemeinschaftsgefühl strapazierte und den Antilukullus spielte, ein 
amerikanischer Korrespondent die Eden, Duff Cooper, Beaverbrook und den ehrsamen 
Proletarierführer mit der schwieligen Faust Bevin in einem der wenigen noch heil 
gebliebenen Londoner Luxusrestaurants beobachtete, wie sie sich die verwöhnten Zungen, 
von denen sonst nur der Honig der Volksgemeinschaft fließt, mit Austern, Kaviar und 
Nachtigallenbrüstchen delektierten, das auch noch in seiner Zeitung schrieb und damit in 
der ganzen, mitnichten etwa erstaunten Welt ein verständnisvolles Schmunzeln hervorrief. 
Es ist ein Unterschied zwischen Diarrhöe und Praxis, sagte der unsterbliche Onkel Bräsig 
schon. Ein goldenes Wort, das auf das heutige England ausgezeichnet paßt. Schaut euch 
diese plutokratischen Strauchdiebe und Glücksritter bei Licht an! Die feinen Herren von 
Eton, die schon als Jungen zu lernen pflegen, wie man den Zylinder trägt, haben sich, von 
Ekel geschüttelt, die proletarische Ballonmütze aufgesetzt. Sie spielen Neuordnung 
Europas. Sie tun so, als könnten sie Bäume ausreißen vor ungenutzter Kraft. Laßt mal den 
Krieg zu Ende sein, und dann laßt uns auf Europa los! Wir werden diese Wüste in ein 
Paradies verwandeln. Unter Palmen ewigen Friedens werdet ihr gehen und Hymnen 
anstimmen zum Preise der englischen Saulusse, die zu sanften Paulussen geworden sind. 
Was wollt ihr von den Nazis erwarten ? Die sind uns gegenüber nur Anfänger! Wenn wir 
einmal richtig beginnen, dann wird Europa ein Wunder sehen. Natürlich müssen wir zuerst 
den Krieg gewinnen, und dabei müßt ihr uns helfen. Aber dann, meint die "Times", werden 
wir die alten Fehler wieder gutmachen und Ordnung schaffen! 

Wir glauben nicht, daß die Herren Lords heute noch viel zu lachen haben. Aber wenn sie 
noch irgendwo in einem letzten unversehrten Klubzimmer in der Londoner City 
zusammensitzen und die "Times" lesen, dann stößt wohl einer den anderen leise an und 
weist auf diese Stellen und dann zwinkern sich beide mit den Augen zu und lächeln das 
Lächeln der Auguren. 
-374- 






PseudoSozialisten 

26. Januar 1941 

Wir müssen es tiefbewegten Herzens eingestehen: die britischen Lords, sonst nur damit 
beschäftigt, ihre Riesenbesitzungen abzugrasen und ihren märchenhaften Reichtum auf eine 
möglichst amüsante Weise zu verjuxen, sind neuerdings unter die Sozialethiker gegangen. 
Sie schlagen in ihren Reden und Zuschriften an die "Times" ein Tönchen an, das einem 
waschechten Kapitalisten das Blut in den Adern gefrieren macht. Das hallt nur so wider von 
Lobpreisungen des goldenen sozialen Zeitalters, das nach Beendigung des Krieges in 
England und den näheren und weiteren dazugehörigen Kolonialgebieten anbrechen wird. 
Dagegen sind wir nur Anfänger auf diesem Sektor, und die Welt wird offenbar in Zukunft 
noch allerhand zu staunen haben. Man werfe seinen Reichtum ab und verteile ihn unter die 
Armen! 

Nun ist es eine alte Regel, daß einem das Hemd immer näher sitzt als der Rock, und daß im 
Krieg ein warmes Essen und ein Dach über dem Kopf besser tut als die Vertröstung auf 
Kaviar und Austern im Frieden. Man könnte also mit Fug und Recht die Frage aufwerfen, 
warum die Herren Plutokraten, die mit bebender Ungeduld das Ende des Krieges erwarten, 
um mit ihren weltbeglückenden sozialen Umwälzungen einzusetzen, nicht schon jetzt ein 
bißchen damit anfangen, und, sagen wir, vorläufig einmal zugunsten der Armen, die sie zu 
Objekten ihrer menschenfreundlichen Tätigkeit ausersehen haben, statt 120 nur 80 Prozent 
Dividende auf ihre Rüstungsaktien nehmen. Das wäre zwar nicht viel, aber doch schon 
etwas; man sähe wenigstens den guten Willen, und das ist auch nicht zu verachten. 
So aber sägen sie nur zum Schein den Ast des reichbehängten Pflaumenbaumes ab, auf dem 
sie sitzen. Sie spielen aus lauter Angst und Beklommenheit Karl Marx, überschreien sich 
gegenseitig in radikalen Sozialphrasen und denken sich das ihrige dabei. Ihre Welt ist ins 
Wanken gekommen. Es beginnt ihnen dumpf zu dämmern, daß eine 
-375- 

neue Zeit im Anbruch ist, und daß man ihr irgend etwas, und seien es auch nur ein paar gute 
Worte oder joviale Gesten, zum Opfer bringen muß. Die Öffentlichkeit hat mit 
verständnisinnigem Schmunzeln zur Kenntnis genommen, daß zur selben Zeit, in der die 
englischen Zeitungen der Bevölkerung Mohrrüben und ungeschälte Kartoffeln als Ersatz für 
das fehlende Fleisch empfehlen, die führenden britischen Minister in den Londoner 
Luxusrestaurants sitzen und ihren Bäuchen mit den auserlesensten Genüssen Vergnügen 
bereiten. Das hat auch in England nicht gut gewirkt. Also begibt sich Mr. Churchill am 
anderen Tag ins Savoy und bestellt für 3 Shilling inklusive ein mageres Hühnerbein mit 
einer Wassersoße und drei Erbsen dazu. Es fehlt natürlich nicht an den dazugehörigen 
Fotografen und Filmoperateuren, die dieses im wahrsten Sinne des Wortes einmalige 
Ereignis auf die Platte und auf das Zelluloidband nehmen, um es für die Welt und Nachwelt 
zu erhalten. Reuter funkt es in alle Länder und Erdteile, und die Plutokratie auf den fünf 
Kontinenten beugt sich vor der Last solcher antiken Größe. 

Da kann sich auch der Londoner Rundfunk nicht lumpen lassen. In einem hochtrabenden 
Vortrag erklärt er seinen erstaunten Hörern, die zwischen Tür und Angel sitzen, um beim 
ersten Ton der Luftschutzsirenen in die Keller und U-Bahn-Schächte zu retirieren, daß sich 
der Lebensstandard in England — seit dem vorigen Jahrhundert gewaltig gebessert habe. 
Auch der Familienetat sei bedeutend größer geworden. Wie nach dem Weltkrieg eine 
internationale, so werde nach diesem Kriege eine soziale Ordnung geschaffen werden 
müssen, und zwar sollten dabei, wie der Arbeitsminister Greenwood hinzufügt, alle sozialen 



Übelstände zum Verschwinden gebracht werden. Es sei wenig bekannt, so psalmodiert Mr. 
Woodworth, daß England schon einen Fünfjahresplan für den Wohnungsbau aufgestellt 
habe, und Professor Harold Daskin versteigt sich gar zu der düsteren Prophezeiung, daß 
kein Zweifel bestehen könne, Großbritannien werde eines Tages unbedingt sozialistisch 
sein. Aber nicht genug damit: nicht nur das englische Mutterland, auch seine Kolonien 
sollen zu Pflegestätten der sozialsorgerischen Tätigkeit der englischen Plutokratie werden. 
Lord Lloyd, der britische Kolonialminister und einer der reichsten Millionäre des 
Inselreiches, sieht es als die Hauptaufgabe der englischen Kolonialverwaltung an, der 
-376- 

Eingeborenenbevölkerung zu helfen, ihr Leben zu genießen. Großbritannien werde in seiner 
Mitte nicht mehr das tragische Schauspiel der abscheulichen Armut dulden. Und der King 
höchstselbst setzt dem allen die Krone auf mit der lapidaren Feststellung, daß England 
fortfahren werde, weniger an sich selbst und mehr an den Nächsten zu denken. 
Das ist nur eine ganz kleine Auslese aus dem Kranz bunter Sozialblümchen, die auf den 
Beeten der britischen Plutokratie wachsen. Aber sie zeigen doch, was gemeint ist. Hier soll 
der Bock zum Gärtner gemacht werden. Mr. Churchill frühstückt für 3 Shilling, um den 
wohnungs- und arbeitslosen Proletariern in Coventry, Bristol und Birmingham das Hungern 
etwas leichter zu machen. Und daß sich der Lebensstandard Englands seit dem vorigen 
Jahrhundert gewaltig gebessert hat, kann ja wohl auch nicht als Ergebnis eines profunden 
sozialen Gewissens der führenden englischen Oberschicht geweitet werden. Sollte aber die 
geplante soziale Ordnung nach diesem Kriege etwa auch nur der internationalen Ordnung 
nach dem Weltkrieg ähnlich sein, dann gnade uns Gott! Wir können uns dann ungefähr 
vorstellen, wie Mr. Greenwood alle sozialen Übelstände beseitigen wird und was es mit 
dem schon fix und fertig in der Schreibtischschublade liegenden Fünfjahresplan für den 
englischen Wohnungsbau auf sich hat. 

Es gibt ein französisches Sprichwort, das sagt, daß man mit Erzbischöfen keine Revolution 
machen kann. Seine Anwendung auf diesen Fall liegt auf der Hand. Die Herren Lords 
können nicht nur nicht, sie wollen auch keine Zugeständnisse an die neue Zeit machen. Sie 
haben augenblicklich nur Angst, und zwar Angst vor Deutschland, Angst vor dem eigenen 
Volk und Angst vor sich selbst. Sie haben eine Katastrophe über England 
heraufbeschworen, die sie in diesem Umfang auch nicht im entferntesten haben ahnen 
können. Sie dachten, dieser Krieg würde so eine gemütliche Parforcejagd werden. Sie waren 
seit je zu hochmütig und wohl auch zu dumm, das Reich, sein Volk und seine führenden 
Männer zu studieren. Sie haben geglaubt, was ihnen unsere jüdischen Emigranten, denen 
man doch noch einmal ein Denkmal setzen muß, ins Ohr bliesen. Das war ja alles so 
angenehm und bequem: Deutschland sollte eine rohe Kriegsmaschine ohne Kopf sein. Das 
Volk seufzte unter der Last der nationalsozialistischen Tyrannei und wünschte nichts 
-377- 

sehnlicher, als ausgerechnet von den britischen Lords davon befreit zu werden. Die 
Uniformen unserer Soldaten waren aus Papier und ihre Tanks aus Pappe. Einmal gingen uns 
die Flugzeuge und einmal das Benzin aus. Wenn wir eine Pause machten, um 
nachzudenken, dann schrien sie, wir wüßten vor lauter Ratlosigkeit keinen Ausweg mehr, 
und wenn wir zuschlugen, schimpften sie, wir handelten unüberlegt und aus purer 
Verzweiflung. Sie erklärten uns den Krieg und klagten uns dann an, wir hätten sie 
angegriffen. Sie prügelten die Eingeborenen in ihren Kolonien, die sie sich 
zusammengeräubert hatten, und warfen uns vor, wir seien zu kolonisatorischer Tätigkeit 



nicht fähig, weil wir kein Gefühl für Humanität hätten. Machte der Führer ihnen ein 
großzügiges Friedensangebot, dann lamentierten sie, er wolle sie hinters Licht führen. 
Bekriegte und besiegte er sie, dann waren ihre Niederlagen ihre Triumphe und unsere 
verlorene Schlachten. 

Und nun sitzen sie in der Patsche. Der würgende Ring um ihre Inseln wird immer enger 
geschlossen. Womit sie uns erdrosseln wollten, das legt sich als tödlicher Griff auf ihre 
eigene Kehle. Sie begannen den Luftkrieg mit Nachtangriffen, und nun erzittert das 
englische Mutterland unter den vernichtenden Schlägen unserer Bombengeschwader. 
Nimmt es da wunder, daß das von ihnen irregeführte und betrogene Volk nun langsam 
anfängt, mit lästigen Fragen zu kommen, nach den Ursachen dieses Krieges zu forschen und 
vor allem Vergleiche zu ziehen zwischen den Opfern, die die dafür verantwortliche 
Plutokratenschicht für Englands großes Unglück bringt, und denen, die es selbst bringen 
muß? Das geht auf die Nerven auch hartgesottener Sünder. Da muß man etwas tun. Und da 
man für die Gegenwart, die sowieso dunkel genug ist, nichts aufzuweisen hat, ergeht man 
sich in wirren Fieberphantasien über die Zukunft: man wolle das tragische Schauspiel einer 
abscheulichen Armut in Englands Mitte nicht mehr dulden. Wie das klingt! Vor dem 
lyrischen Wohllaut dieses Satzes soll der harmlose Zuhörer vergessen zu fragen, wer denn 
die Schuld an diesem tragischen Schauspiel in Englands Mitte habe und ob die Armut denn 
nur, wie bekanntlich Onkel Bräsig herausgefunden hat, von der Powerteh herrühre. 
Daß man mit solchen Schaumschlägereien das englische Volk dumm zu machen versucht, 
wundert uns nicht und geht uns auch nichts an. 
-378- 

Daß man uns aber damit kommt, das ist denn doch ein zu starkes Stück. Eine englische 
Zeitung schrieb vor ein paar Tagen, Deutschland sei ein Sozialstaat, aber es entwickele sich 
zum Feudalstaat; England dagegen sei ein Feudalstaat, aber es entwickele sich zum 
Sozialstaat. Man bringt also im Ernst das plumpe Argument gegen uns vor: du hast die 
Tugend hinter dir — ich habe den Vorteil, sie vor mir zu haben. Das ist die Moral der alten 
Vettern, die in die Kirche laufen, weil es höchste Zeit ist, Buße zu tun. Sie sind bekanntlich 
immer frömmer als die braven Leute, und sie haben ja auch allen Grund dazu. Aber ihre 
Frömmigkeit stinkt nach Heuchelei. Sie triefen von heiligen Sprüchen, weil sie den Spaß 
hinter sich haben und insgeheim fürchten, daß sie doch einmal dafür bezahlen müssen. 
So einfach geht das nicht. Die Herren Lords sollten nicht so viel von der Zukunft, sondern 
mehr von der Gegenwart sprechen. Sie brauchen uns gar nicht zu sagen, was sie später 
einmal tun wollen; wir möchten nur gern wissen, was sie bisher getan haben. Also heraus 
mit der Sprache! Die Zeit der faulen Ausflüchte ist vorbei. Die Völker verlangen Klarheit. 
Ein ganzer Kontinent ist in Beben verfallen. Millionen Menschen in den von Englands 
Plutokratie verführten Völkern sehen ihr Glück und ihr Leben zerbrochen. Sie wollen von 
London keine Phrasen mehr hören, sie sind auch nicht gewillt, noch einmal den Bock zum 
Gärtner zu machen. 

Darum werden wir nicht müde werden, den falschen Sozialisten in London, die da als 
Menschheitsbeglücker vor uns aufkreuzen wollen, die Maske herunterzureißen und sie der 
Welt in ihrer ganzen Erbärmlichkeit zu zeigen: seht, das sind sie, die Europa ins Unglück 
stürzten und nun so tun, als hießen sie Hase, wohnten im Walde und wüßten von nichts! 
-379- 



Winston Churchill 

2. Februar 1941 

"Es gibt nur ein Mittel, den Widerstand der Buren zu brechen; das ist die härteste 
Unterdrückung. Mit anderen Worten, wir müssen die Eltern töten, damit ihre Kinder 
Respekt vor uns haben." 

So schrieb während des Burenkrieges ein englischer Zeitungskorrespondent an die 
"Morning Post". Es war derselbe, der über eine Straf expedition der Engländer im Mamund- 
Tal berichtete: "Wir gingen systematisch vor, von Dorf zu Dorf, zerstörten als 
Strafmaßnahmen die Häuser, warfen die Brunnen zu, legten die Türme um, fällten die 
großen, schattenspendenden Bäume brannten die Ernten ab und zerstörten die 
Wasserreservoirs ... Jedenfalls war nach Ablauf von vierzehn Tagen das Tal eine Wüste und 
unserer Ehre Genüge getan." 

Als der Weltkrieg ausbrach, quittierte besagter Kriegsberichterstatter, der mittlerweile zum 
Ersten Lord der britischen Admiralität avanciert war, das nach Aussage der Lady Asquith, 
der Gattin des damaligen englischen Premierministers, mit einem fröhlichen Gelächter. Bei 
einer Rede in Dundee rief ihm einmal eine Frau von der Galerie zu: "Von dir hat man noch 
nie die Wahrheit gehört. Wahrheit ist dir etwas Unbekanntes." Er hat in die Weltsprache 
den Begriff der "terminologischen Ungenauigkeit". das ist eine diskrete Umschreibung des 
etwas derberen Ausdrucks Lüge, eingeführt. Zu ihm nimmt er regelmäßig seine Zuflucht, 
wenn er bei einer Unwahrheit ertappt wird. Seine Schwindeleien sind weltbekannt. Als am 
27. Oktober 1914 das englische Schlachtschiff "Audacious" unterging, leugnete er das nicht 
nur, nein, er veröffentlichte sogar gefälschte Aufnahmen eines Schwesterschiffes der 
"Audacious" mit der Unterschrift: "Die reparierte "Audacious" kehrt in den Flottenverband 
zurück." Er schrieb schon 1900 in einem seiner Bücher: , Damals hatte ich noch keine 
Ahnung, welch große und fraglos hilfreiche Rolle der Schwindel im Dasein derjenigen 
Völker spielt, die sich des Zustandes der demokratischen Freiheit erfreuen." 
-380- 

Der liebe Leser wird es schon erraten haben, wen wir gerade auf der Lanze hochheben: es 
ist Mr. Winston Churchill,, genannt W. C, weiland englischer Premierminister und erste 
Geige im Höllenkonzert, das augenblicklich die gesamte demoplutokratische Welt gegen 
die Achsenmächte angestimmt hat. 

Es ist nicht leicht, ein Charakterbild dieses Mannes ohne Charakter zu zeichnen. Er gehört 
zu jener Art von politischen Chamäleons, die ihre Farbe je nach Bedarf und Laune 
tausendfach zu wechseln imstande sind und von dieser Fähigkeit auch den ausgiebigsten 
Gebrauch machen. Er lügt nicht nur aus Not, sondern auch aus Wollust, aus Spaß an der 
Unwahrheit, die sozusagen sein Lebenselement darstellt. Er ist ein, genial tuender Dilettant, 
von dem eine maßgebende englische Zeitung nach den bitteren Erfahrungen des Weltkriegs 
schrieb, er sei ein politischer Gaukler, der zum Unglück seines Landes schon immer auf das 
falsche Pferd gesetzt habe. 

Man muß Churchill kennen, um Englands gegenwärtige Politik und Kriegführung zu 
verstehen. Sie sind, wie er selbst auch, ganz ohne Linie und ohne System, eine endlose 
Kette von Augenblickseinfällen und Improvisationen, die hin und wieder am Anfang zu 
gelingen scheinen', um am Ende regelmäßig haarscharf danebenzugehen. 
Im Frühjahr des vergangenen Jahres beispielsweise faßt Mr. Churchill den Plan, in einem 
verrückten Spiel Norwegen zu besetzen. Der Führer kommt ihm um Nasenlänge zuvor, was 
ihn jedoch nicht davon abhalten kann, trotzdem auf seinem tollen Versuch zu bestehen. Die 
englischen Landungstruppen wurden von der deutschen Wehrmacht mit Glanz und Gloria 



aus Norwegen hinausgeworfen, und Churchill hält dann vor den Überlebenden der 

britischen Zerstörer "Hardy" und "Ellipse" eine Rede, in der er sagt: "Ihr seid die Vorhut 

der Armeen, die wir im Laufe des Sommers einsetzen werden, um Norwegen von der 

ekelerregenden Verschmutzung durch die Nazi-Tyrannei zu reinigen." 

Jedermann weiß, wie es dann in Wahrheit gekommen ist, daß England froh sein mußte, die 

letzten Trümmer seiner geschlagenen Divisionen aus Westeuropa zu retten, und daß von 

einer erneuten Besetzung Norwegens überhaupt keine Rede mehr sein konnte. Aber das 

geniert einen Churchill nicht. Er hatte ja dasselbe im Weltkrieg bei seinem total 

verunglückten 

-381- 

Gallipoli-Unternehmen erlebt Er war ja schon durch Ströme vergossenen englischen 
Volksbluts hindurchgeschritten und entsprechend abgehärtet gegen sentimentale 
Empfindungen, die jeden anderen angesichts solcher Fehlschläge befallen wurden. Sein 
Zynismus dem Krieg gegenüber, der doch im allgemeinen über Millionen Menschenleben 
zu entscheiden pflegt, ist beispiellos. Er legt in seiner Selbstbiographie bei Gelegenheit der 
Betrachtung der Indienkämpfe das Bekenntnis einer schönen Seele ab, wenn er dort 
schreibt: "Denn schließlich war das Niederwerfen der armen Inder im Vergleich mit der 
Teilnahme an einem richtigen europäischen Krieg doch etwa nur so, wie wenn man eine 
Schnitzeljagd anstatt des Großen Derby reitet. Nun, man muß trotzdem alles mitzunehmen 
suchen, was einem die Zeit bietet" 

Das ist Churchill, wie er leibt und lebt. Man muß ihn auf aktuellen Bildern sehen, um der 
ganzen Verworfenheit der Plutokratie mitten in die Visage zu schauen. Dieses Gesicht hat 
nicht einen einzigen gütigen Zug. Es ist ganz gezeichnet von Zynismus. Diesen eiskalten 
Augen sieht man an, daß ihnen jede Rührung fremd ist. Dieser Mann geht über Leichen, 
um seinem blinden und vermessenen persönlichen Ehrgeiz zu frönen. Der Zigarrenstummel 
in seinem Munde ist das letzte Zeichen eines genießerischen Lebens, das ausgelebt ist. Der 
englische Arbeiterführer Lansbury schrieb über ihn am 12. Juli 1919 im "Daily Herald": "Er 
kennt keine Skrupel außer der Sorge um sich selbst und außer den Interessen der 
besitzenden Klassen. Bei all seinen Streifzügen als politischer Glücksritter hat er es immer 
wieder fertiggebracht, eine Ecke an der Futterkrippe des Staates für sich selbst zu sichern 
und im allgemeinen sogar eine der am besten bezahlten und ertragreichsten Ecken." 
Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen. England wird diesen Mann einmal sehr teuer 
bezahlen müssen. Wenn die große Katastrophe über Inselreich hereinbricht, so wird sich 
das britische Volk bei ihm dafür bedanken können. Er ist, solange er öffentlich wirkt, der 
Wortführer jener plutokratischen Kaste gewesen, die Krieg wollte, um Deutschland zu ver- 
nichten. Er unterscheidet sich von seinen Hintermännern nur durch einen ausgeprägteren 
Zynismus und eine skrupellosere Menschenverachtung. Er will Krieg um des Krieges 
willen. Krieg ist ihm zum Selbstzweck geworden. Er hat ihn gewünscht, gefordert und 
vorbereitet aus einem 
-382- 

dumpfen, zerstörerischen Trieb heraus. Er ist eine Figur jener politischen Unterwelt, die mit 
dem Chaos aufsteigt, das Chaos ankündigt und bringt. Für ungezählte Menschen ist der 
Krieg verbunden mit namenlosem Leid, für ungezählte Kinder mit Hunger und Siechtum 
und für ungezählte Mütter und Frauen mit Strömen von Tränen; für ihn ist das nur ein 
Großes Derby, das man mitzunehmen suchen muß. 



Er hat nun erreicht, was er wollte. England steht im schwersten Existenzkampf seiner 
Geschichte, aus dem es kaum mehr als seine nackte Existenz retten wird. Das Große Derby 
hat begonnen, und der es so sehnlich herbeiwünschte, ist dabei auf den Sessel des 
englischen Premiers gestiegen. Er wird sich in der entscheidenden Stunde nicht mehr ver- 
drücken können. Als Chamberlain vor ihm stand, hatte er immer noch die Möglichkeit, die 
letzte Verantwortung von sich abzuschieben. Das ist nun vorbei. Er muß stehen und 
fechten. 

Es wundert uns nicht, daß er das auf die ihm gemäße Weise tut. Keiner kann aus seiner 
Haut heraus, auch Mr. Churchill nicht. Wenn er sich bei seinen Reden in wirren 
Fieberphantasien ergeht und ein Wunschbild als Realität vorzutäuschen versucht, das in 
keiner einzigen Tatsache seine Rechtfertigung findet, wenn er in Situationen, die ihm gar 
keinen Ausweg mehr lassen, mit mystisch klingenden Phrasen um sich wirft, wenn er sich 
in seinen Ausbrüchen gegen das Reich und den Führer eines ordinären Gassenjargons 
bedient, der sonst auch unter Feinden im Kriege verachtet und verpönt ist, wenn er seine 
von ohnmächtiger Wut diktierten Injurien gegen das deutsche Volk ausspuckt, dann sehen 
wir ihn ganz ohne Maske, eine Karikatur des John Bull, ein Eisenfresser ohne Zähne, eine 
Spottgeburt aus Dreck und Feuer, die man unschädlich machen muß, damit die Welt ihren 
Frieden bekommt. 

Es ist das tragische Unglück der englischen Nation, sich vor ihn gestellt zu haben und ihr 
Schicksal mit dem seinen zu verbinden. Er war es, der Großbritannien überredete, seine 
historische Chance zu verpassen und damit auf den rasenden Weg nach unten zu geraten. 
Wenn einmal die Geschichte des Zusammenbruchs des Inselreichs geschrieben wird, so 
muß der Titel des entscheidenden Kapitels Churchill heißen. 

Es ist immer gut, ein feindliches, tyrannisches System in einem Manne verkörpert zu sehen. 
Das ist hier der Fall. Das macht uns den Angriff 
-383- 

leicht. Wir wissen wenigstens, woran wir sind. Churchill - das heißt, solange dieser Mann 

zu bestimmen hat, Krieg. Er hat nie etwas anderes gewollt und wird nie etwas anderes 

wollen können. 

Nun hat er ihn, und mit ihm sein Volk, das ihn führen und aushalten muß. Er wird mit ihm 

und an ihm scheitern, und über sein Grab hinaus werden ihn einmal Millionen Flüche derer 

begleiten, die er dazu verführte. So und nicht anders hat England es gewollt. 

-384- 

Besuch aus USA. 

9. Februar 1941 

Mr. Churchill spielt den Bärenführer. Er führt Mr. Hopkins, den Abgesandten des 
amerikanischen Präsidenten Roosevelt, von einer englischen Stadt zur anderen und schiebt 
Propaganda. Er zeigt ihm die durch die deutschen Vergeltungsangriffe zerstörten Gebiete, 
einerseits um auf die amerikanischen Tränendrüsen zu drücken, andererseits um die 
Notwendigkeit einer schnellen, ja unverzüglichen Hilfeleistung seitens der Vereinigten 
Staaten ad oculos zu demonstrieren. Und siehe da, aus den Ruinen der Industrieviertel in 
den großen Städten strömen plötzlich und ganz spontan die Proletarier, Männer, Frauen und 
Kinder, in Scharen heraus und rufen dem dicken, alten Herrn mit der Zigarre freundliche 
Aufmunterung s worte zu, wie etwa, "Nur weiter so" oder "Uns macht das fast gar nichts"; 
worauf Mr. Churchill das Haupt entblößt und ganz unmotiviert ein dreifaches Hoch auf 



Roosevelt ausbringt, in das die Menge, wie Reuter hinzufügt, donnernd einstimmt. Was 
wiederum Mr. Churchill zu der Erklärung anfeuert: "Ich weiß, daß wir siegen werden ich 
weiß nur noch nicht wie." 

Das ist der ganze Churchill. Hier kann man ihn, wenn man keinen Kleister in den Augen 
hat, wie auf einer Röntgenplatte ins Innere schauen. Hier steht er vollkommen demaskiert 
vor uns, dieses seltsame Gemisch aus Dilettantismus, Großsprecherei und Lügenhaftigkeit, 
ein politischer Edelkomparse in des Wortes wahrster Bedeutung. Er hat für seine weitere 
Kriegführung amerikanisches Material nötig; nicht nur das, er macht von seiner prompten 
Lieferung an England seine höchste Entscheidung darüber abhängig, ob die USA. noch das 
Recht haben, sich zur Demokratie zu rechnen. Was demokratisch ist, bestimmt bekanntlich 
London ganz allein. Vor allem und zuerst aber ist es demokratisch, England zu helfen, wenn 
es sich in Not befindet. Lord Halifax, der neue britische Botschafter in USA. teilte schon 
gleich nach seiner Ankunft auf amerikanischem Boden Fleißzensuren aus. Zuerst pöbelte er 
Oberst Lindbergh, der 
-385- 

bekanntlich nach bestem Wissen und Gewissen nur für amerikanische Interessen eintritt, 
maßlos an, und dann tat er in seinen Ansprachen und Interviews so, als wenn es die 
selbstverständlichste Sache von der Welt sei, daß die Vereinigten Staaten Großbritannien 
aus der Patsche helfen. Niemand in USA würde gefragt, als England dem Reich den Krieg 
erklärte. Aber daß die Staaten London den Krieg bezahlen, ihn das fehlende Kriegsmaterial 
zuschießen, daß sie dabei großzügig auf die Begleichung der Weltkriegsschulden 
verzichten, um sich nun mit flammender Begeisterung in neue Schulden hineinzustürzen, 
die ebenfalls niemals beglichen werden können, darüber redet man in London eigentlich gar 
nicht mehr. Das ist eben demokratisch. Ja, dazu sind die Staaten moralisch verpflichtet, 
wenn sie überhaupt noch zu den zivilisierten Nationen gerechnet werden wollen. 
Wie England siegen wird, das weiß Mr. Churchill noch nicht Wir könnten uns auch nicht 
vorstellen, welche Gründe er dafür anführen wollte, wenn er nicht gleich das Bedürfnis 
hätte, von der ganzen Welt ausgelacht zu werden. Er hat das auch nicht gewußt, als er 
darauf drängte, daß England dem Reich den Krieg erklärte. Hauptsache Krieg, das andere 
wird sich schon finden. Das mag stimmen, wenn man schwache Völker und kurzsichtige 
Regierungen vor den Läufen hat. Bei uns wird sich ganz etwas anderes finden, als was Mr. 
Churchill sich vorstellt. Und was die begeisterten Proletariermassen anlangt, die ihn in den 
zerstörten Industriestädten anstacheln, nur so weiterzumachen die Plutokratie möglichst zu 
schonen und alle Lasten des Krieges auf die Schultern der Armen abzuwälzen, die 
Verwüstungen in London und den andern übervölkerten Gebieten gar nicht so ernst zu 
nehmen, sondern zu Siegen, wenn man auch nicht weiß wie, nun, wir haben zwar niemals 
viel von der politischen Urteilskraft des englischen Volkes gehalten, aber den Bären soll 
Mr. Churchill anderen aufbinden, nicht uns. 

Mr. Willkie, Roosevelts Gegenkandidat bei der letzten amerikanischen Präsidentenwahl war 
auch zu Gast in London. Es versteht sich am Rande, daß der gerissene Alte ihn gleich nach 
seiner Ankunft in die Mache nahm. Mr. Churchill schickte ihm sofort vier Stahlhelme zum 
Schutz gegen deutsche Luftangriffe, lud ihn ins Unterhaus wo man eigens zu Ehren des 
hohen amerikanischen Gastes eine gestellte Debatte über die Freiheit 
-386- 

der Presse abhielt - mit dem Resultat übrigens, daß die englischen kommunistischen 
Zeitungen verboten wurden, was wiederum Ausdruck einer höheren Demokratie ist, die wir 



Wilde nur nicht begreifen wollen -, und schleppte ihn ansonst von Lunch zu Lunch und von 
Dinner zu Dinner. Als Mr. Willkie eines Nachmittags ins Savoy-Hotel zurückkehrte, 
passierte etwas Unvorhergesehenes und durchaus Programm widriges: die Halle des 
vornehmen Luxushotels war angefüllt mit laut schreienden und gestikulierenden 
Arbeiterfrauen, die Plakate trugen mit der Inschrift: "Schluß mit dem Krieg für die Reichen, 
bei dem die Armen hungern müssen" Wie gesagt, das war nicht eingerechnet. Darum 
quittierte das Reuterbüro diesen peinlichen Zwischenfall etwas pikiert mit der wahrhaft 
entwaffnenden Bemerkung, Mr. Willkie habe die Frauen selbstverständlich kaum eines 
Blickes gewürdigt. 

Man gebe sich die Mühe, diese Szene einmal mit veränderten Vorzeichen auf Deutschland 
zu übertragen ein maßgebender Mann aus USA, weilt zum Studium deutscher 
Kriegsverhältnisse in Berlin und erlebt in der Halle eines unserer großen Hotels einen 
derartigen Vorgang. Unsere Phantasie reicht nicht aus die Berichte wiederzugeben, die das 
Reuterbüro darüber in die Welt funken würde. Auf diesem Gebiet sind wir nur Anfänger. 
Wenn die englischen Lügenblätter in Mailand und Turin, wo rein gar nichts passiert ist, 
Volksauf stände erfinden, bei denen, vier italienische Generale und ungezählte Soldaten den 
Tod finden, die niedergeschlagen werden von deutschen Truppen, die weder in Mailand 
noch in der näheren oder weiteren Umgebung überhaupt vorhanden sind, was erst würde 
man dort aus einem Zwischenfall machen, der wie der im Savoy-Hotel tatsächlich einen 
Wahrheitskern besitzt! Geschieht so etwas allerdings in London, dann ist das natürlich ganz 
etwas anderes. Da würdigt man eine Szene, die sonst und vor allem bei uns den Anbruch 
einer Revolution anzukündigen pflegt, kaum eines Blickes. 

Daß die britische öffentliche Meinung, die ja unter der Fuchtel des großen und erfahrensten 
Lügners der neueren Geschichte steht, sich so bloßstellt, ist verständlich und kann nicht 
mehr weiter wundernehmen. Was sollen sich auch die Schreiberseelen in der "Times" und 
im "Daily Telegraph" anderes abquälen? Das Wasser steht ihnen bis zum Halse. Sie müssen 
sich weiter durchschwindeln, wenn sie nicht wollen, daß man 
-387- 

ihnen die Bude überm Kopf anzündet. England ist im Krieg, und zwar in einem, in dem 
seine ganze imperiale Existenz auf dem Spiele steht. Da pflegt man in der Wahl seiner 
Mittel nicht allzu wählerisch zu sein, und das geht uns auch nicht besonders viel an. Jedes 
Volk frißt so viel an Lügen, wie es verdauen kann, und der Magen des britischen Volkes ist 
da durch Überfütterung in den vergangenen Jahrhunderten an Riesen-Portionen gewöhnt. 
Die USA. -Presse dagegen müßte, wenn sie wirklich amerikanischen Interessen dienen 
wollte, solchen Meldungen gegenüber eine größere Vorsicht walten lassen. Wir wollen gar 
nicht erst den Versuch machen, die Hintergründe aufzudecken, warum, sie das 
augenblicklich nicht tut. Es stände sonst zu befürchten, daß wir ein Höllenkonzert über uns 
heraufbe seh wörten. Denn jenseits des Großen Teiches pflegt man deutschen Ansichten 
gegenüber, sie mögen noch so bescheiden vorgebracht werden, empfindlich, ja 
überempfindlich zu sein, wogegen man sich zum Ausgleich dafür das Recht herausnimmt, 
alles in Deutschland, Personen, Zustände, Vorgänge und Meinungen a priori abzulehnen 
und nach Bedarf und Laune mit wechselnder Tonstärke anzupöbeln. Es gehört schon ein 
Riesenmaß an Geduld und Langmut dazu demgegenüber unentwegt zu schweigen. 
In seiner letzten Sportpalastrede hat der Führer nur am Rande bemerkt, daß er die 
Vereinigten Staaten nicht fürchte, und gleich war der Teufel los. Man gab sich vielfach gar 
nicht die Mühe, seine Rede zur Kenntnis der Leser der freiesten Demokratie der Welt zu 
bringen. Man lehnte sie nur ab, man charakterisierte sie als Drohung und erging sich in 



unflätigen Beschimpfungen und nicht wiederzugebenden Verbalinjurien. Man irrt allerdings 
drüben, wenn man glaubt, wir ließen uns dadurch aus der Ruhe bringen. Wir nehmen das 
nur Zar Kenntnis. Der Führer hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß das Reich sich auf 
alle Eventualitäten vorbereitet hat Wenn die Presse der USA. plötzlich daraus eine Drohung 
machen will, so ist das ihre Sache. Sie beweist damit nur, daß ihr eine wirkliche Drohung 
lieber gewesen wäre, um den gewünschten Effekt beim amerikanischen Volk zu erzielen, 
als diese nüchterne Feststellung einer einfachen und klaren Tatsache. 

Sei dem, wie ihm wolle, Mr Churchill und seine Plutokratenclique werden ihrem verdienten 
Schicksal nicht entgehen. Sie stellen zwar mit 
-388- 

gespielter Erleichterung fest, daß die Führerrede im Sportpalast nur defensiven Charakter 
gehabt habe. Sie schlagen also seine Warnungen und Prophezeiungen in den Wind und 
steigern sich in eine künstliche Siegeszuversicht hinein. Aber das tat ja Monsieur Daladier 
nach der Sportpalastrede des Führers vom 30. Januar 1940 auch so. Mit welchen Folgen für 
Frankreich, das zu beschreiben ist nicht mehr Sache der Zeitungen und Rundfunksender, 
sondern Sache der Historiker. Wir haben einen langen Atem. Wir haben schon so oft in der 
Vergangenheit unserer Bewegung und in der neueren Geschichte des Reiches einige Zeit 
auf große historische Erfolge gewartet und unterdessen dafür kämpfen und arbeiten müssen, 
daß wir gar nichts Besonderes mehr dabei finden, auch nicht, wenn unsere Gegner, auf die 
wir eben anzulegen im Begriff sind, die kurze Galgenfrist, die ihnen dabei noch verbleibt, 
dazu ausnützen, uns ein letztes Mal anzupöbeln, uns als schwach und säumig hinzustellen 
und sich an ihrer sinkenden Sonne zu sonnen. Das ist einer Henkersmahlzeit zu vergleichen, 
die man jedem Verbrecher gönnt, bevor er hingerichtet wird. 

Darum wollen wir uns auch darüber gar nicht ärgern, das schadet nur unserer Gesundheit 
und unserem guten Aussehen. Wir wollen unseren Gegnern in dieser Zeit mit Güte und 
Nachsicht nahen. Sie haben es nötig, heute mehr denn je. "Höflich bis zur letzten 
Galgensprosse sagte einmal Bismarck, aber gehängt wird doch." So auch hier. Sie mögen in 
London ruhig ihr Narrentheater für die Galerie weiterspielen; eines Tages wird ein 
zuckender Blitz in ihre ganze Flitter- und Kulissenwelt hineinschlagen. Sie haben dann 
wenigstens keine Ausrede mehr, daß sie das nicht gewußt hätten. Alle Gegner, die wir 
vernichteten, wurden vorher noch einmal vom Führer gewarnt und hatten demgemäß auch 
die Möglichkeit zur Umkehr, ob sie nun Brüning oder Schuschnigg, Benesch oder Beck, 
Daladier oder Reynaud hießen. Sie haben nicht hören wollen, so mußten sie denn fühlen. 
Mr. Churchill ist auch einer dieser unbelehrbaren Halbstarken. Er hat, wie seine Vorgänger, 
offenbar keinen anderen Ehrgeiz, als in die Reihe der Gescheiterten einzutreten. Dem Mann 
kann geholfen werden. Er mag sich heute drehen und winden, wie er will, es hilft ihm nichts 
mehr. Ob er auf den Winter oder auf den Frühling, auf Frankreich oder USA., 
-389- 

auf General Hunger oder auf General Revolution wartet, er wartet vergebens. Sein Urteil ist 

geschrieben und gesiegelt. 

Unter den gedämpften Applaus der ihm hörigen Londoner Presse versehrt er eben seine 

Henkersmahlzeit, und dann wird es vollstreckt werden. 

-390- 



Im Gelächter der Welt 

16. Februar 1941 

Die englische Nachrichten- und Propagandapolitik hat augenblicklich einen sehr schweren 
Stand: Deutschland gegenüber muß sie die Dinge weiß in weiß, und USA. gegenüber muß 
sie sie schwarz in schwarz malen. Man kann deshalb verstehen, daß sie, zudem noch 
genährt und befruchtet von der geradezu hysterischen Angst der wahren Kriegsschuldigen, 
von einem Extrem ins andere fällt. Vor uns tut sie so, als hätte London die Absicht, den 
weiteren Verlauf des Krieges sozusagen mit der linken Hand zu erledigen. Die militärischen 
Erfolge Englands in Afrika — übrigens peripherische Vorgänge, die das endgültige 
Schicksal des Inselreiches nicht im geringsten aufhalten können, — hätten eine 
entscheidende Wendung der ganzen strategischen Position Großbritanniens herbeigeführt. 
Jetzt gelte es nur noch, den Winter durchzuhalten — vor einigen Monaten hieß es, man 
brauche nur noch den Herbst zu überstehen, weil im Winter bekanntlich General Nebel den 
Engländern zu Hilfe eilen werde — , dann wolle man im Frühjahr mit Gottes und der 
Vereinigten Staaten Hilfe die glorreiche englische Offensive beginnen. Man verrät uns zwar 
nicht, wo und wann diese stattfinden soll, aber das kann man ja verstehen, weil es sich dabei 
um ein militärisches Geheimnis handelt. Wir forschen auch gar nicht danach. Der Führer hat 
nur in seiner letzten Sportpalastrede eventuelle nähere Angaben erbeten, um die ganze 
Prozedur dieser doch einigermaßen schwierigen Operation etwas zu vereinfachen; er wolle 
dann das Gebiet, in das die Engländer einzurücken gedächten, räumen, damit sie un- 
gehindert nach Europa hereinkämen: das Weitere werde Sache der deutschen Wehrmacht 
sein. Wie man sieht, ist London uns gegenüber also nicht gerade mit Bescheidenheit 
gesegnet. Die dortigen Tamboure der Propaganda tun was fürs Geld und strapazieren das 
Kalbfell, daß es nur so eine Art hat. 

Ganz anders im Gegensatz dazu USA. gegenüber. Da möchte man am liebsten in eine Art 
von Dauerschluchzen ausbrechen. Die 
-391- 

eingebildetsten Lords aus den ältesten englischen Häusern, in denen es sonst zum guten Ton 
zu gehören pflegt, auf die Parvenüs aus New York, Boston und Washington mit 
hochmütiger Verachtung herabzuschauen, sind sich heute nicht zu gut dazu, in USA. um 
Hilfe betteln zu gehen, und zwar so dringend, als stände Großbritannien morgen schon vor 
dem totalen Zusammenbruch. Dementsprechend ist auch das Bild, das sie von der Lage 
Englands entwerfen. Da wird in beweglichen Tönen Klage geführt über die furchtbaren 
Verheerungen, die in den englischen Industrie- und Handelszentren durch die deutschen 
Vergeltungsangriffe angerichtet worden sind. Die vornehmen Herren aus der City schreiten 
im Büßergewand einher und treiben vor aller Öffentlichkeit eine Art von schamloser 
Selbstkasteiung. Sie weinen bitterlich über ihre bisherigen Versäumnisse in der 
Vorbereitung des Krieges, den sie so frivol und leichtfertig vom Zaune gebrochen haben, 
und flehen die Vereinigten Staaten händeringend an, ihnen diesmal doch noch einmal zu 
Hilfe zu kommen und ihre guten Dollars in eine Sache hineinzustecken, die, wenn auch 
aussichtslos, so doch moralisch sei, und tapfer zu tun, was Gott selbst, der ja bekanntlich 
auch ein echter Engländer ist, ihnen im Interesse und zur Erhaltung der Demokratie befiehlt. 
Was man nun dem englischen Volke selbst sagt, das hält so ungefähr die goldene Mitte 
zwischen dem, was man Deutschland und was man USA. gegenüber zu vertreten beliebt. 
Das ist ein ewiges Pendeln zwischen Furcht und Hoffnung. Wohl noch niemals in der 
Geschichte hat eine Führungsschicht im Kriege ein so schlechtes Gewissen ihrem eigenen 
Volke gegenüber gehabt wie die augenblicklich in England am Ruder befindliche. Daher 



auch die geradezu gottserbärmlichen Selbstanklagen gegenüber den unbeschreiblichen 
sozialen Übelständen, an denen das Inselreich bis in den Kern erkrankt ist. Mit den 
schmerzenden Peitschenhieben antiplutokratischer Empörungsausbrüche schlagen sich die 
edlen Lords, die nebenbei aus den Mietgeldern verwahrloster Londoner Slums Jahr für Jahr 
ungezählte Millionen herauspressen, gegenseitig die Rücken wund, und wenn man sie dabei 
betrachtet, hat man eher den Eindruck, eine Schar mittelalterlicher Flagellanten vor sich zu 
haben, als die Auslese der englischen Hocharistokratie, die seit Jahrhunderten die Welt 
regiert. 
-392- 

Es wird auch höchste Zeit, daß sie etwas tun. Der würgende Druck der deutschen 
Umklammerung sitzt Großbritannien an der Kehle. Die deutsche Luft- und U-Boot- Waffe 
erledigt ein Transportschiff nach dem anderen aus den englischen Geleitzügen heraus. Die 
Rohstoffe und Lebensmittel auf den Inseln fangen an, knapp zu werden. Wohin soll das erst 
führen, wenn der Mai kommt und die Bäume und die Deutschen ausschlagen! Uns 
gegenüber erklärt man bieder und treu, was die Lebensmittelfrage anlange, so habe man 
bereits einen ebenso einfachen wie naheliegenden Ausweg gefunden. Die englischen 
Nahrungsmittelchemiker stellten eine Suppe her, die alle für die menschliche Ernährung 
notwendigen Vitamine enthalte. Man brauche sie nur zu essen, und der Hunger sei für zwölf 
Stunden wie weggeblasen. Ein gekaufter neutraler Journalist hat es probiert, und er wußte 
Wunder darüber in seiner Zeitung zu berichten. 

Sieh da, die Engländer! Seit Jahrzehntausenden quält sich die Menschheit um das tägliche 
Brot ab. Ungezählte Millionen sind im Laufe der Zeiten in Kriegen, Revolutionen, 
Pestilenzen und Katastrophen Hungers gestorben; aber niemals ist jemand auf den doch so 
simplen Einfall gekommen, auch dieses Süppchen zu erfinden, mit dem die Herren Eng- 
länder nun ihre leeren Mägen füllen, ob schon doch bei ihnen, wie sie nicht müde werden zu 
betonen, keine Spur von Hungersnot herrscht, sondern nur die Lebensmittel gelegentlich 
verknappt sind und selbst von ernsten Mangelerscheinungen überhaupt keine Rede sein 
kann. Wir auf dem Kontinent mühen uns im Schweiße unseres Angesichts ab, säen, mähen, 
ernten, dreschen und mahlen das Köm, bitten den lieben Gott um Sonnenschein und Regen, 
alles für das liebe tägliche Brot. In England macht man das mit einem Süppchen ab. Du hast 
es noch nicht ganz ausgelöffelt, und du fühlst die Lebenssäfte in dir hochsteigen, eine bis 
dahin ungekannte Kraft erfüllt dich; nimm also ein Schießgewehr in die Hand und besiege 
die Deutschen! 

Das alles ist so denkbar blödsinnig und albern, daß man manchmal annehmen möchte, die 
englische Propaganda würde von kompletten Narren gemacht. Für wie dumm miß man uns 
jenseits des Kanals halten, daß man glaubt, wir fielen auf solche Stupiditäten herein, und 
wodurch haben wir das verdient? Es gibt auch bei uns noch Leute, die 
-393- 

die Engländer nach alten, eingewachsenen Vorurteilen für wahre Ausbünde von Schlauheit 
und Gerissenheit halten. Wir müssen gestehen, daß wir, die wir uns doch Tag für Tag mit 
ihnen auseinanderzusetzen haben, bisher noch wenig davon zu merken bekamen. Manchmal 
landen sie einen Treffer, der so abgrundtief dumm und verblödet ist, daß wir im ersten 
Augenblick argwöhnen, es sei nur ein Köder, auf den wir hereinfallen sollen, und dann 
käme dahinter der Witz zum Vorschein. Es ist nie ein Köder, sondern immer nur eine 
stupide Dummheit, und der Witz ist weit und breit nicht zu entdecken. So erging es uns 
auch früher mit den Juden, als wir mit ihnen im Innern um die Macht kämpften. Auch die 



wurden von unseren Siebengescheiten immer für unüberwindlich klug und raffiniert 
gehalten. Man sagte uns, auch wenn wir recht hätten, würden wir ihrer doch nicht Herr 
werden, weil sie zu schlau seien. Wir haben uns dadurch nicht beirren lassen, sondern zu- 
gepackt; und was ist von dieser vielgerühmten Schlauheit der Juden übriggeblieben? 
Wenn einer die halbe Erdoberfläche besitzt, dann tut er sich leicht, überlegen zu sein. Er 
erdrückt den anderen dann einfach durch sein Gewicht. Aber die Geschichte beweist, daß 
am Ende doch immer das mechanische Gewicht vom Gewicht der geistigen Überlegenheit 
aufgehoben wird. So ist das auch hier. Man darf nur nicht müde werden, sondern muß dem 
Gegner unentwegt an der Klinge bleiben. Solange der deutsche Spießer feige und devot dem 
Juden zu Füßen lag, konnte er ihn natürlich nicht überwinden. Als wir ihn jedoch anfaßten 
und ihm nicht mehr von der Pelle wichen, zeigte sich bald, daß seine gespielte geistige 
Superiorität nur Schein war und demgemäß auch seine Macht wie Zunder auseinanderfiel. 
Das ist beim Engländer genau so. Nicht umsonst nennt man ihn den Juden unter den Ariern. 
Nimmt man ihn eines Tages mit harter und rauher Hand in die Mache, dann wird er sich als 
ein Koloß auf tönernen Füßen erweisen. Es ist gar nicht denkbar, daß es anders wäre. Es 
stellt auch keinen Gegenbeweis dar, wenn man die Tatsache ins Feld führt, daß England 
schon einige Jahrhunderte als Weltmacht besteht. In dieser Zeit kommt es nicht so sehr 
darauf an, wieviel Geschichte man hinter sich, sondern wieviel Geschichte man vor sich hat, 
und das wird nicht nur von der Beharrungskraft eines 
-394- 

Volkes, sondern auch und mehr noch von seinem revolutionären Lebenswillen entschieden. 
Da sind wir England überlegen, ganz abgesehen von der besseren Staats- und 
Volksorganisation, der größeren Zahl, der besseren Bewaffnung und militärischen 
Ausbildung und den an allen Fronten günstigeren Positionen und Chancen. 
Wir besitzen einen Führer, der bisher immer noch die richtige Karte zog. Warum sollte er 
diesmal die falsche ziehen? England besitzt einen Premierminister, der bisher immer nur 
Niederlagen einstecken mußte. Warum sollte er ausgerechnet jetzt, wo Großbritanniens 
Lage hoffnungslos ist, sein Volk zum Siege führen? Lebten wir auf einem anderen Planeten, 
wo man von den europäischen Wirren nichts weiß, und man hielte uns die Fotografien 
beider Männer vor und fragte: "Wer wird siegen?", wir wüßten sofort Bescheid. Es kann da 
gar keinen Zweifel geben. 

Seht euch einmal diesen Churchill genau an! Goya sagt irgendwo, es gebe Menschen, deren 
Physiognomie das Schamloseste ihrer ganzen Erscheinung sei, und es wäre gut, wenn die, 
die ein so unglaubliches und lächerliches Gesicht hätten, es in die Tasche steckten. Dem 
haben wir in diesem Falle kaum noch etwas hinzuzufügen. Es ist, als habe der große Spanier 
dabei den augenblicklichen englischen Premierminister vorweggenommen. Wenn wir den 
Zynismus zu malen hätten, wir würden sein Gesicht zum Modell nehmen. Er liebt es 
manchmal, in seinen Reden Gott zum Zeugen anzurufen. Es klingt in seinem Munde wie 
Blasphemie. Dieser frivole alte Sünder wird einmal als Totengräber des englischen Empire 
in die Geschichte eingehen, eine Rolle, um die ihn keiner seiner Landsleute beneiden wird. 
Aber was geht das uns an! Wenn England sich vor ihn stellt, so geht der Weg nur über 
dieses Opfer zu seinem Verführer. Und er muß weg, wenn die Welt ihren Frieden haben 
will. Es bleibt uns also keine andere Wahl, als zu kämpfen und zu siegen. 
Was das englische Volk dann mit ihm machen wird, das ist seine Sache. Vielleicht zwingt 
man ihn nach dem Kriege, noch einmal alle Reden, die er während des Krieges gehalten hat, 
zur Verlesung zu bringen. Er erfreute sich dann der originellsten Todesart, die je einem 
Sterblichen zuteil wurde: er würde im Gelächter der Welt ertrinken. 



-395- 



Im Gelächter der Welt 

16. Februar 1941 

Die englische Nachrichten- und Propagandapolitik hat augenblicklich einen sehr schweren 
Stand: Deutschland gegenüber muß sie die Dinge weiß in weiß, und USA. gegenüber muß 
sie sie schwarz in schwarz malen. Man kann deshalb verstehen, daß sie, zudem noch 
genährt und befruchtet von der geradezu hysterischen Angst der wahren Kriegsschuldigen, 
von einem Extrem ins andere fällt. Vor uns tut sie so, als hätte London die Absicht, den 
weiteren Verlauf des Krieges sozusagen mit der linken Hand zu erledigen. Die militärischen 
Erfolge Englands in Afrika — übrigens peripherische Vorgänge, die das endgültige 
Schicksal des Inselreiches nicht im geringsten aufhalten können, — hätten eine 
entscheidende Wendung der ganzen strategischen Position Großbritanniens herbeigeführt. 
Jetzt gelte es nur noch, den Winter durchzuhalten — vor einigen Monaten hieß es, man 
brauche nur noch den Herbst zu überstehen, weil im Winter bekanntlich General Nebel den 
Engländern zu Hilfe eilen werde — , dann wolle man im Frühjahr mit Gottes und der 
Vereinigten Staaten Hilfe die glorreiche englische Offensive beginnen. Man verrät uns zwar 
nicht, wo und wann diese stattfinden soll, aber das kann man ja verstehen, weil es sich dabei 
um ein militärisches Geheimnis handelt. Wir forschen auch gar nicht danach. Der Führer hat 
nur in seiner letzten Sportpalastrede eventuelle nähere Angaben erbeten, um die ganze 
Prozedur dieser doch einigermaßen schwierigen Operation etwas zu vereinfachen; er wolle 
dann das Gebiet, in das die Engländer einzurücken gedächten, räumen, damit sie un- 
gehindert nach Europa hereinkämen: das Weitere werde Sache der deutschen Wehrmacht 
sein. Wie man sieht, ist London uns gegenüber also nicht gerade mit Bescheidenheit 
gesegnet. Die dortigen Tamboure der Propaganda tun was fürs Geld und strapazieren das 
Kalbfell, daß es nur so eine Art hat. 

Ganz anders im Gegensatz dazu USA. gegenüber. Da möchte man am liebsten in eine Art 
von Dauerschluchzen ausbrechen. Die 
-391- 

eingebildetsten Lords aus den ältesten englischen Häusern, in denen es sonst zum guten Ton 
zu gehören pflegt, auf die Parvenüs aus New York, Boston und Washington mit 
hochmütiger Verachtung herabzuschauen, sind sich heute nicht zu gut dazu, in USA. um 
Hilfe betteln zu gehen, und zwar so dringend, als stände Großbritannien morgen schon vor 
dem totalen Zusammenbruch. Dementsprechend ist auch das Bild, das sie von der Lage 
Englands entwerfen. Da wird in beweglichen Tönen Klage geführt über die furchtbaren 
Verheerungen, die in den englischen Industrie- und Handelszentren durch die deutschen 
Vergeltungsangriffe angerichtet worden sind. Die vornehmen Herren aus der City schreiten 
im Büßergewand einher und treiben vor aller Öffentlichkeit eine Art von schamloser 
Selbstkasteiung. Sie weinen bitterlich über ihre bisherigen Versäumnisse in der 
Vorbereitung des Krieges, den sie so frivol und leichtfertig vom Zaune gebrochen haben, 
und flehen die Vereinigten Staaten händeringend an, ihnen diesmal doch noch einmal zu 
Hilfe zu kommen und ihre guten Dollars in eine Sache hineinzustecken, die, wenn auch 
aussichtslos, so doch moralisch sei, und tapfer zu tun, was Gott selbst, der ja bekanntlich 
auch ein echter Engländer ist, ihnen im Interesse und zur Erhaltung der Demokratie befiehlt. 



Was man nun dem englischen Volke selbst sagt, das hält so ungefähr die goldene Mitte 
zwischen dem, was man Deutschland und was man USA. gegenüber zu vertreten beliebt. 
Das ist ein ewiges Pendeln zwischen Furcht und Hoffnung. Wohl noch niemals in der 
Geschichte hat eine Führungsschicht im Kriege ein so schlechtes Gewissen ihrem eigenen 
Volke gegenüber gehabt wie die augenblicklich in England am Ruder befindliche. Daher 
auch die geradezu gottserbärmlichen Selbstanklagen gegenüber den unbeschreiblichen 
sozialen Übelständen, an denen das Inselreich bis in den Kern erkrankt ist. Mit den 
schmerzenden Peitschenhieben antiplutokratischer Empörungsausbrüche schlagen sich die 
edlen Lords, die nebenbei aus den Mietgeldern verwahrloster Londoner Slums Jahr für Jahr 
ungezählte Millionen herauspressen, gegenseitig die Rücken wund, und wenn man sie dabei 
betrachtet, hat man eher den Eindruck, eine Schar mittelalterlicher Flagellanten vor sich zu 
haben, als die Auslese der englischen Hocharistokratie, die seit Jahrhunderten die Welt 
regiert. 
-392- 

Es wird auch höchste Zeit, daß sie etwas tun. Der würgende Druck der deutschen 
Umklammerung sitzt Großbritannien an der Kehle. Die deutsche Luft- und U-Boot- Waffe 
erledigt ein Transportschiff nach dem anderen aus den englischen Geleitzügen heraus. Die 
Rohstoffe und Lebensmittel auf den Inseln fangen an, knapp zu werden. Wohin soll das erst 
führen, wenn der Mai kommt und die Bäume und die Deutschen ausschlagen! Uns 
gegenüber erklärt man bieder und treu, was die Lebensmittelfrage anlange, so habe man 
bereits einen ebenso einfachen wie naheliegenden Ausweg gefunden. Die englischen 
Nahrungsmittelchemiker stellten eine Suppe her, die alle für die menschliche Ernährung 
notwendigen Vitamine enthalte. Man brauche sie nur zu essen, und der Hunger sei für zwölf 
Stunden wie weggeblasen. Ein gekaufter neutraler Journalist hat es probiert, und er wußte 
Wunder darüber in seiner Zeitung zu berichten. 

Sieh da, die Engländer! Seit Jahrzehntausenden quält sich die Menschheit um das tägliche 
Brot ab. Ungezählte Millionen sind im Laufe der Zeiten in Kriegen, Revolutionen, 
Pestilenzen und Katastrophen Hungers gestorben; aber niemals ist jemand auf den doch so 
simplen Einfall gekommen, auch dieses Süppchen zu erfinden, mit dem die Herren Eng- 
länder nun ihre leeren Mägen füllen, ob schon doch bei ihnen, wie sie nicht müde werden zu 
betonen, keine Spur von Hungersnot herrscht, sondern nur die Lebensmittel gelegentlich 
verknappt sind und selbst von ernsten Mangelerscheinungen überhaupt keine Rede sein 
kann. Wir auf dem Kontinent mühen uns im Schweiße unseres Angesichts ab, säen, mähen, 
ernten, dreschen und mahlen das Köm, bitten den lieben Gott um Sonnenschein und Regen, 
alles für das liebe tägliche Brot. In England macht man das mit einem Süppchen ab. Du hast 
es noch nicht ganz ausgelöffelt, und du fühlst die Lebenssäfte in dir hochsteigen, eine bis 
dahin ungekannte Kraft erfüllt dich; nimm also ein Schießgewehr in die Hand und besiege 
die Deutschen! 

Das alles ist so denkbar blödsinnig und albern, daß man manchmal annehmen möchte, die 
englische Propaganda würde von kompletten Narren gemacht. Für wie dumm miß man uns 
jenseits des Kanals halten, daß man glaubt, wir fielen auf solche Stupiditäten herein, und 
wodurch haben wir das verdient? Es gibt auch bei uns noch Leute, die 
-393- 

die Engländer nach alten, eingewachsenen Vorurteilen für wahre Ausbünde von Schlauheit 
und Gerissenheit halten. Wir müssen gestehen, daß wir, die wir uns doch Tag für Tag mit 
ihnen auseinanderzusetzen haben, bisher noch wenig davon zu merken bekamen. Manchmal 



landen sie einen Treffer, der so abgrundtief dumm und verblödet ist, daß wir im ersten 
Augenblick argwöhnen, es sei nur ein Köder, auf den wir hereinfallen sollen, und dann 
käme dahinter der Witz zum Vorschein. Es ist nie ein Köder, sondern immer nur eine 
stupide Dummheit, und der Witz ist weit und breit nicht zu entdecken. So erging es uns 
auch früher mit den Juden, als wir mit ihnen im Innern um die Macht kämpften. Auch die 
wurden von unseren Siebengescheiten immer für unüberwindlich klug und raffiniert 
gehalten. Man sagte uns, auch wenn wir recht hätten, würden wir ihrer doch nicht Herr 
werden, weil sie zu schlau seien. Wir haben uns dadurch nicht beirren lassen, sondern zu- 
gepackt; und was ist von dieser vielgerühmten Schlauheit der Juden übriggeblieben? 
Wenn einer die halbe Erdoberfläche besitzt, dann tut er sich leicht, überlegen zu sein. Er 
erdrückt den anderen dann einfach durch sein Gewicht. Aber die Geschichte beweist, daß 
am Ende doch immer das mechanische Gewicht vom Gewicht der geistigen Überlegenheit 
aufgehoben wird. So ist das auch hier. Man darf nur nicht müde werden, sondern muß dem 
Gegner unentwegt an der Klinge bleiben. Solange der deutsche Spießer feige und devot dem 
Juden zu Füßen lag, konnte er ihn natürlich nicht überwinden. Als wir ihn jedoch anfaßten 
und ihm nicht mehr von der Pelle wichen, zeigte sich bald, daß seine gespielte geistige 
Superiorität nur Schein war und demgemäß auch seine Macht wie Zunder auseinanderfiel. 
Das ist beim Engländer genau so. Nicht umsonst nennt man ihn den Juden unter den Ariern. 
Nimmt man ihn eines Tages mit harter und rauher Hand in die Mache, dann wird er sich als 
ein Koloß auf tönernen Füßen erweisen. Es ist gar nicht denkbar, daß es anders wäre. Es 
stellt auch keinen Gegenbeweis dar, wenn man die Tatsache ins Feld führt, daß England 
schon einige Jahrhunderte als Weltmacht besteht. In dieser Zeit kommt es nicht so sehr 
darauf an, wieviel Geschichte man hinter sich, sondern wieviel Geschichte man vor sich hat, 
und das wird nicht nur von der Beharrungskraft eines 
-394- 

Volkes, sondern auch und mehr noch von seinem revolutionären Lebenswillen entschieden. 
Da sind wir England überlegen, ganz abgesehen von der besseren Staats- und 
Volksorganisation, der größeren Zahl, der besseren Bewaffnung und militärischen 
Ausbildung und den an allen Fronten günstigeren Positionen und Chancen. 
Wir besitzen einen Führer, der bisher immer noch die richtige Karte zog. Warum sollte er 
diesmal die falsche ziehen? England besitzt einen Premierminister, der bisher immer nur 
Niederlagen einstecken mußte. Warum sollte er ausgerechnet jetzt, wo Großbritanniens 
Lage hoffnungslos ist, sein Volk zum Siege führen? Lebten wir auf einem anderen Planeten, 
wo man von den europäischen Wirren nichts weiß, und man hielte uns die Fotografien 
beider Männer vor und fragte: "Wer wird siegen?", wir wüßten sofort Bescheid. Es kann da 
gar keinen Zweifel geben. 

Seht euch einmal diesen Churchill genau an! Goya sagt irgendwo, es gebe Menschen, deren 
Physiognomie das Schamloseste ihrer ganzen Erscheinung sei, und es wäre gut, wenn die, 
die ein so unglaubliches und lächerliches Gesicht hätten, es in die Tasche steckten. Dem 
haben wir in diesem Falle kaum noch etwas hinzuzufügen. Es ist, als habe der große Spanier 
dabei den augenblicklichen englischen Premierminister vorweggenommen. Wenn wir den 
Zynismus zu malen hätten, wir würden sein Gesicht zum Modell nehmen. Er liebt es 
manchmal, in seinen Reden Gott zum Zeugen anzurufen. Es klingt in seinem Munde wie 
Blasphemie. Dieser frivole alte Sünder wird einmal als Totengräber des englischen Empire 
in die Geschichte eingehen, eine Rolle, um die ihn keiner seiner Landsleute beneiden wird. 



Aber was geht das uns an! Wenn England sich vor ihn stellt, so geht der Weg nur über 
dieses Opfer zu seinem Verführer. Und er muß weg, wenn die Welt ihren Frieden haben 
will. Es bleibt uns also keine andere Wahl, als zu kämpfen und zu siegen. 
Was das englische Volk dann mit ihm machen wird, das ist seine Sache. Vielleicht zwingt 
man ihn nach dem Kriege, noch einmal alle Reden, die er während des Krieges gehalten hat, 
zur Verlesung zu bringen. Er erfreute sich dann der originellsten Todesart, die je einem 
Sterblichen zuteil wurde: er würde im Gelächter der Welt ertrinken. 
-395- 



Im richtigen Augenblick 

23. Februar 1941 

Mr. Churchill macht neuerdings manchmal den Eindruck, als wenn er etwas schielte. Das 
kommt daher, daß er ständig gezwungen ist, mit einem Auge nach USA. hinüberzublinzeln. 
Er sagt und schreibt und tut nichts, was nicht irgendwie auf die Mentalität der Vereinigten 
Staaten berechnet wäre. Er hat drüben natürlich seine Lautsprecher stehen, die vom frühen 
Morgen bis in die tiefe Nacht hinein seine Heldentaten mit wechselnder Tonstärke säuselnd 
oder dröhnend besingen. Er kann sich nicht beklagen. Und das ist auch nicht mehr als recht 
und billig. Was zueinander gehört, das muß auch zusammenhalten; und wenn schon die 
Plutokratie im allgemeinen kein besonders stark ausgeprägtes Gefühl für Solidarität hat, hier 
jedenfalls glaubt sie, ihre vitalsten Interessen, und das sind die des Geldes und des 
mühelosen Gewinns, auch gemeinsam vertreten zu müssen. 

Der befindet sich in einem schweren Irrtum, der da glaubt, die Völker der sogenannten 
Demokratie könnten auf solche Entwicklungen irgendeinen Einfluß ausüben. Nirgendwo 
haben sie weniger zu sagen und mitzubestimmen, als wo sie sich selbst regieren. Sie sind 
dann nur wehrlose Opfer einer öffentlichen Meinung, die von gerissenen Geldmagnaten und 
ihnen hörigen Schreiberseelen gemacht wird. Theoretisch hat natürlich jeder das Recht, 
seine Ansichten auch öffentlich zu vertreten; praktisch jedoch kann er nur in dem Falle 
davon Gebrauch machen, in dem sie mit denen der regierenden Cliquen übereinstimmen. 
Das kommt schon dadurch sinnfällig zum Ausdruck, daß die Völker in demokratischen 
Staaten immer auch von den fürchtbarsten sozialen Krankheiten heimgesucht werden. Da 
haben die kleinen Bürger am Ende dann nur die Freiheit und das Recht, gemeinsam 
arbeitslos zu sein, zu hungern, in verwahrlosten Slums zu vegetieren, den Reichtum der 
Reichen zu bewundern und die Armut der Armen schweigend zu ertragen. Ein Krieg läßt 
diese Krebsschäden erst recht sichtbar werden, und je 
-396- 

schreiender dann die Gegensätze zwischen Hoch und Niedrig sind, desto eifriger muß die 
herrschende Schicht bemüht bleiben, dem Volke einen blauen Dunst vorzumachen, seine 
Augen von der Erkenntnis der wahren Lage abzulenken und ihm mit billigen, aber um so 
moralischeren Phrasen ein Kriegsziel vorzugaukeln, das alles andere als wahr und nur dazu 
erdacht ist, über die gefährliche Zeit der schweren Opfer hinwegzutäuschen. 
Mr. Churchill hat in diesen Dingen einige Übung. Allerdings ist das diesmal ungleich viel 
schwerer als im Weltkrieg. Damals konnte er noch mit Leichtigkeit die Völker 
beschwindeln, die fassungslos und dummgläubig den englischen Verführungskünsten 
erlagen. Und als sie dann nach einigen Jahren, durch Wirtschaftskrisen und 
Währungskatastrophen, durch ewig neu aufflammende Volkstumskämpfe ernüchtert, aus 



der Narkose erwachten, war es zu spät. Aber das alles ist noch nicht so lange her, als daß 
sie, vor allem aber das deutsche Volk, das schon vergessen hätten. So verlockend es also 
auch erscheinen möchte, das Experiment von 1917/1918 noch einmal zu wiederholen, so 
besteht doch kaum Aussicht, daß es beim deutschen Volke und auch beim größten Teil der 
Neutralen zum Erfolg führt. Man kann nicht zum zweiten Male wie zuerst 1917 einen 
amerikanischen Präsidenten wie einen deus ex machina erscheinen lassen, der höchst 
moralische und für alle annehmbare Kriegsziele proklamiert, die man dann, wenn man 
gesiegt hat, mit einem derben Fluch über Bord wirft, um sich der einträglicheren 
Beschäftigung der materiellen und physischen Ausrottung des Unterlegenen zuzuwenden. 
Man würde mit einem solchen Verführung s versuch heute nur den Spott und den blutigen 
Hohn der auserwählten Opfer dieser Betäubungskampagne ernten. Es bleibt also Mr. 
Churchill nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und zu kämpfen, eine 
Notwendigkeit, mit der er, als England in der Hauptsache auf sein Betreiben Deutschland 
den Krieg erklärte, offenbar gar nicht gerechnet hatte, und der er sich auch heute nur 
knurrend und mit stärkstem Widerwillen unterzieht. 

Es ist deshalb auch außerordentlich schwer, aus seinem sonst so redseligen Munde etwas 
über die Ziele herauszuziehen, für die England diesen Krieg führt. Gibt er die wirklichen an, 
so versteift er damit nur das deutsche Volk in seinem Fanatismus und in seiner 
Entschlossenheit; gibt 
-397- 
er die falschen an, mit denen er uns wie 1917 betrügen möchte, so wird sich das englische 
Volk mit Recht fragen, ob das denn überhaupt die ungeheuren Opfer lohne. Und so stellen 
wir denn die geradezu erstaunliche Tatsache fest, daß England einen Krieg auf Leben und 
Tod führt, ohne daß der dafür verantwortliche Mann in der Lage wäre zu sagen, wofür; 
mehr noch, daß die Presse in USA. sich dieses Kriegsziel, das doch offenbar in tiefes 
Geheimnis gehüllt ist, trotzdem zu eigen macht. Denn es wird doch wohl niemand an uns 
die Zumutung stellen wollen, daß wir die billigen Phrasen von Menschlichkeit, Zivilisation 
und Kultur, die die englischen Publizisten, wenn sie gestellt werden, unverbindlich vor sich 
hinmurmeln, für die wahren Kriegsziele Großbritanniens ansehen. 

Kürzlich fand im Unterhaus eine Debatte über diese Frage statt. Der Lordsiegelbewahrer 
Attlee antwortete einem allzu neugierigen Interpellanten, die Verkündung der englischen 
Kriegsziele könnte gewiß als eine wesentliche Waffe angesehen werden, aber sie müsse im 
richtigen Augenblick erfolgen. England kämpfe nicht nur für sich selbst, sondern für Europa 
und für die Zivilisation. Die nationale Einigkeit drücke sich mehr und mehr in einer 
Einigkeit hinsichtlich der Friedensziele aus. Werde eine Erklärung über diese Ziele nötig, 
dann werde sie die Tendenz haben, die Verbindung mit den Vereinigten Staaten und mit 
allen zivilisierten Ländern enger zu gestalten. Das ist Churchill! Seht, wie er schielt! 
Es wird uns niemand widersprechen, wenn wir behaupten, daß diese Erklärung Attlees eine 
reine Augenauswischerei ist. Man gibt also offen zu, daß man entweder keine Kriegsziele 
hat oder nicht den Mut besitzt, sie beim Namen zu nennen. Das sei eine Waffe, sagt Mr. 
Attlee, und man werde sie im richtigen Augenblick zur Anwendung bringen. 
Eine Waffe? Wofür? Doch wohl nur für die englische Propaganda, und offenbar berechnet 
für die deutsche Mentalität. Sie soll die Tendenz haben, behauptet man, die Verbindung mit 
den Vereinigten Staaten enger zu gestalten. Und da steht denn der Churchill des Weltkrieges 
wieder in alter Schale vor uns. Man möchte uns also, wenn man das könnte, wieder einmal 
düpieren, hält nur noch nicht den richtigen psychologischen Augenblick für gekommen. 
Und im übrigen — weiß man, wie die Dinge sich weiterentwickeln werden? Sollte es der 



Fall sein, anders als man wünscht und hofft und so, wie man fürchtet, wer will sich da 

festlegen? 

-398- 

Es ist schon zweckmäßig, sich ein Hintertürchen offenzuhalten und einem allzu 
wißbegierigen Interpellanten nichts Genaues nicht zu sagen, sondern ihn mit ein paar 
unverbindlichen Redensarten, Kartotheknummer Zivilisation, abzuspeisen. 
Da loben wir uns doch die Herren Franzosen. Die waren im vorigen Jahr viel redseliger zu 
uns und keineswegs bereitzufinden, aus ihrem Herzen eine Mördergrube zu machen. Die 
ließen uns in apokalyptischen Zukunftsvisionen an ihren dampfenden Feldküchen Schlange 
stehen und um Essen betteln, und Monsieur Reynaud wurde mit dem USA. -Abgesandten 
Sumner Welles auf einem Bilde gezeigt, auf dessen Hintergrund die Karte des neuen Europa 
zu sehen war: Deutschland in seine Atome aufgelöst und Europa in eine Anarchie zerrissen, 
der gegenüber das Versailler Statut noch als eine sinnvolle höhere Ordnung angesprochen 
werden mußte. Mr. Churchill ist da vorsichtiger. Gebranntes Kind scheut das Feuer. Und 
warum sollte man heute sagen, was man morgen tun möchte, ohne daß man weiß, ob man 
jemals einmal Gelegenheit dazu finden wird? Mr. Churchill wurde vor einigen Wochen 
auch selbst im Unterhaus nach den englischen Kriegszielen gefragt. Er erwiderte nur barsch, 
England kämpfe um sein nacktes Leben. Diese Antwort war mehr als alles andere Beweis 
dafür, wie peinlich ihm solche Interpellationen sind und welches Alpdrücken sie ihm 
bereiten. 

Uns allerdings kann er keinen Sand in die Augen streuen. Wir wissen genau, daß er, wenn 
er die Macht dazu hätte, Deutschland ausradieren würde. Das ist ja seit jeher sein Ziel 
gewesen. "Das Reich wird mir zu stark!" hat er schon 1936 gesagt, und "Deutschland muß 
für hundert Jahre ohnmächtig gemacht werden! " schrieb vor ein paar Tagen noch eine seiner 
Schreiberseelen in einem unbewachten Augenblick in der "Daily Mail". Deutschland würde, 
wenn es nach diesen Herren Lords ginge, wieder in rund vierzig kleine Staaten zerlegt, mit 
plutokratischen Cliquen an der Spitze, die nach der Pfeife eines englischen Aufpassers zu 
tanzen hätten. Die Juden würden natürlich in ihre alten Rechte eingesetzt, das heißt sie 
beherrschten wieder Politik, Wirtschaft, Geldwesen und Kultur. Wir hätten nur die 
Befugnis, bescheidene Parlamente mit je dreißig Parteien zu wählen, die die einzige 
Aufgabe hätten, den Erpressungen Londons ein legales Gesicht zu geben. Und ansonsten 
dürften 
-399- 

wir Romane schreiben, Sinfonien komponieren, Bilder malen und dichten und denken. 
Unser Lebensstandard würde auf ein Minimum heruntergedrückt, damit wir nicht mehr auf 
böse Gedanken kämen, in unseren Kurorten räkelten sich spinöse englische Misses und 
aufgeblasene britische Lords herum, denen wir die Stiefel putzen und Verbeugungen 
machen müßten. Und in London sänge man uns zum Spott: "We have the men, we have the 
ships, we have the money too." 

So ungefähr sieht das Wunschbild aus, das sich in den verkalkten Gehirnen englischer 
Plutokraten als Kriegsziel abmalt. Das kann man natürlich öffentlich nicht sagen. Darum 
drückt man sich um eine klare Antwort herum, redet von einem neuen Europa, von 
Zivilisation und ähnlichem. "Erklärungen über Kriegsziele werden von den Ministem Seiner 
Majestät bei solchen Gelegenheiten abgegeben, die dem öffentlichen Interesse entsprechen." 
Das war Mr. Churchills Schlußantwort bei besagter Debatte im Unterhaus. Wir wissen also 
Bescheid und werden uns auf die Lauer legen. 



Im übrigen ist das alles von Seiten der Engländer nur Spiegelfechterei. Ein Blick auf die 
Landkarte wird jedem mit gesundem Menschenverstand auch jenseits des Kanals zeigen, 
daß Londons Kriegsziele am Ende des Krieges ziemlich unerheblich sein werden. Sie 
spielen nur so lange eine Rolle, als die deutschen Waffen noch nicht das letzte Wort 
gesprochen haben. Fangen die aber wieder an zu reden, dann wird diese ganze Debatte jäh 
verstummen. Dann wird England sich wieder der düsteren Worte Churchills erinnern, daß es 
um sein nacktes Leben kämpfe. 

Auf diese Stunde warten wir, und für sie arbeiten wir. Sie wird den Schleier der Phrasen 
zerreißen und die Dinge wieder in schmerzender Klarheit zeigen. Für England wird es die 
Stunde eines furchtbaren Erwachens sein. Wenn der Lärm der Waffen anhebt, pflegen die 
lauten Worte zu verstummen. Dann kann nur das bestehen, was zum Leben reif und stark 
genug ist. Die britische Plutokratie gehört nicht mehr dazu. Deshalb wird sie fallen und 
stürzen und unter ihren Trümmern ein System begraben, das der Jugend Europas den Weg 
zur Neuordnung dieses Kontinents versperrte. 

Das ist dann auch der richtige Augenblick, aber für uns und nicht für Mr. Churchill und 
seine Rüsselputzer. 
-400- 

• • 

Über die geistige Kriegführung 

2. März 1941 

Der moderne Krieg hat den ihm vorangegangenen gegenüber vollkommen sein Gesicht 
verändert, und zwar nicht nur in bezug auf seine Anlage und Methodik, sondern auch und 
vor allem in bezug auf seine Zielsetzung. Es geht heute nicht mehr um die Mehrung der 
Hausmacht einer Monarchie oder einer Dynastie, auch nicht einmal mehr um die bloße 
Korrektur von unnatürlich oder geschichtlich widersinnig gezogenen Grenzen, es geht 
vielmehr um die Durchsetzung der vitalsten Lebensinteressen von jungen Völkern, die 
bisher bei der Verteilung der Erde, ihrer Reichtümer und Rohstoffe zu kurz gekommen sind. 
Entsprechend diesen über alle alten traditionellen Vorstellungen hinaus ausgeweiteten 
Zielsetzungen des Krieges haben sich auch natürlicherweise seine Dimensionen und 
Methoden geändert. Der Krieg wird nicht mehr nur von der bewaffneten Macht 
ausgefochten; er spielt sich auf allen Ebenen unseres öffentlichen und privaten Lebens ab, 
und ganze Völker sind angetreten, um ihn zu bestehen. 

Es ist zweifellos das Verdienst des Nationalsozialismus, diese so gänzlich neuartige Struktur 
des modernen Krieges rechtzeitig vorhergesehen und das ganze Volk auch rechtzeitig 
darauf vorbereitet zu haben. Der Weltkrieg schon hatte in seinem späteren Verlauf diesen 
Strukturwandel der modernen militärisch-politischen Auseinandersetzung erkennen lassen. 
Die damalige Führung des Reiches allerdings war den damit verbundenen erhöhten 
Anforderungen an ihre Tatkraft und Intelligenz nicht gewachsen. Sie hatte ihre 
Vorbereitungen nur auf militärischem Gebiet, und selbst da höchst unvollkommen 
getroffen. England aber trug, vor allem wohl auch in der Erkenntnis, daß es der deutschen 
Armee auf dem Schlachtfelde niemals gewachsen sein würde, den Krieg auf das 
wirtschaftliche und psychologische Gebiet hinüber. Hier waren wir nicht vorbereitet, 
erkannten auch nicht die Gefahren, die mit dieser Ausweitung des vorerst nur militärisch 
eingeleiteten Dramas verbunden waren, und 
-401- 



unterlagen dann, mit unseren Heeren mitten im Feindesland stehend, da, wo wir verwundbar 
waren. Wie vollkommen unvorbereitet wir damals dem würgenden Griff der englischen 
Wirtschaftsblockade gegenüberstanden, ist allgemein bekannt. Wir trafen auf dem Gebiet 
der Rationierung unserer Lebensmittel und Rohstoffe erst dann unsere ersten schüchternen 
Maßnahmen, als es zu spät war, und lebten schließlich bis zum Ende des Krieges und noch 
darüber hinaus von der Hand in den Mund. 

Schlimmer noch war es um die seelische Bereitmachung des deutschen Volkes für seinen 
entscheidenden geschichtlichen Schicksalskampf bestellt. Das Reich besaß kein Kriegsziel, 
das die deutsche Nation in ihrer Gesamtheit hätte entflammen und begeistern können. Wo 
ein solches amtlich oder halbamtlich verlautbart wurde, stieß es auf die kühle Inter- 
esselosigkeit des Volkes in seinen breiten Schichten. Der Krieg selbst wurde von der Nation 
in ihrer Gesamtheit getragen und durchgeführt; 

von seinem Sinn, Ziel und Zweck hatte nur eine dünne Oberschicht eine gänzlich 
unzulängliche und lückenhafte Vorstellung. 

Demgegenüber traten England und Frankreich mit wenn auch nur vorgetäuschten, so doch 
immerhin ganz präzisen und scharf formulierten Forderungen auf. Sie waren klug auf die 
Mentalität des deutschen Volkes, das sie sich als Opfer ihrer Verführung ausersehen hatten, 
eingestellt. Sie ließen keinen Fehler und kein Versagen in unserer inneren Staatsstruktur und 
Führung unbeachtet. In einem ewig sich wiederholenden propagandistischen Trommelfeuer 
wurden sie dem Denken der breiten Massen unseres Volkes eingeimpft. Die Führung des 
Reiches wartete nicht nur nicht mit Gegenparolen auf, sie war nicht einmal in der Lage, sich 
der Hypnose dieser mit souveräner Sicherheit vorgetragenen feindlichen Thesen wirksam zu 
erwehren. Wir können uns heute kaum noch eine Vorstellung davon machen, wie gänzlich 
begriffsstutzig und ahnungslos die damalige politische Führung des deutschen Volkes dieser 
in ihrem Effekt wahrhaft tödlichen Entwicklung gegenüberstand. Ein bekannter deutscher 
Dichter schrieb Anfang Oktober 1918 an das Große Hauptquartier — bei der politischen 
Führung des Reiches hielt er einen Appell an die nationale Vernunft anscheinend schon für 
gänzlich hoffnungslos — einen von tiefster patriotischer Sorge erfüllten Brief, in dem er 
darum bat, man möge doch die Reden englischer Staatsmänner im britischen Unterhaus, 
-402- 

die ja doch nur propagandistisch gemeint seien, nicht ohne jede Erwiderung und 
erläuternden Kommentar in der ganzen deutschen Presse veröffentlichen. Er bekam einige 
Wochen später die Antwort, man habe seinen interessanten Vorschlag in eine wohlwollende 
Erwägung gezogen. Zehn Tage darauf brach in Kiel, München und Berlin die November- 
revolte aus. 

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Aber es genügt, um darzutun, wie hoffnungslos der 
ganze Fall lag. Es ist nicht wahr, daß die englische Propaganda im Weltkrieg, wie das auch 
in einer Reihe von historischen Untersuchungen unterstellt wird, so besonders überlegen, 
schlau und raffiniert angelegt gewesen wäre. Wir haben neuerdings häufiger Gelegenheit 
gehabt und genommen, sie zu Studienzwecken noch einmal in ihrer Gesamtheit zu 
überprüfen. Sie war damals genau so plump, so roh, so stupide und durchsichtig wie heute; 
nur daß ihr niemand entgegentrat. Im Gegenteil, es gab im Reich eine ganze Reihe 
parlamentarischer Parteien, die sich ihre Parolen zu eigen machten, sie wie hingeworfene 
Bälle aufgriffen, um sie von Hand zu Hand weiterzugeben. Die Führung des Reiches aber 
starrte gebannten Auges auf die zunehmende seelische Krise, in die das Volk hineingeriet, 
so wie das Kaninchen auf die Schlange schaut, ließ sich von der Hypnose der wachsenden 
Wirkung der Feindparolen selbst einfangen und steckte naturgemäß mit ihrer eigenen Läh- 



mung auch die Kreise des Volkes an, die bei zielbewußter Initiative von oben sehr wohl 

auch in letzter Stunde noch zur Abwehr fähig und bereit gewesen wären. 

Es ist weit mehr als nur geschichtlich interessant, sich das alles heute noch einmal vor 

Augen zu halten. Am Anfang unseres Krieges hat London ja wiederum versucht, das alte 

Experiment der politischen Verführung erneut am deutschen Volke auszuprobieren. Wenn 

die englische Plutokratie heute wenigstens im großen und ganzen von diesem Versuch läßt 

und ihre Propaganda im wesentlichen auf die Defensive einstellt, so ist das nicht darauf 

zurückzuführen, daß sie den Versuch, sondern vielmehr darauf, daß sie das Objekt für 

untauglich hält. Sie verspricht sich offenbar nichts mehr davon. Die Weltkriegsparolen 

ziehen nicht mehr; 

das deutsche Volk ist durch eine vieljährige Schulungs- und Aufklärungsarbeit auf solche 

Versuche vorbereitet worden. So klingen denn die 

-403- 

Schlagworte, die 1917 und 1918 eine ganze feindliche und neutrale Welt in Raserei 
versetzten, heute hohl und leer. Sie sind durchschaut. Sie beginnen kaum ihren Lauf um den 
Erdball, dann werden sie schon eingeholt. Die jungen deutschen Männer, die heute den 
Ruhm unserer Waffen auf ihren Fahnenspitzen tragen, sind nicht nur militärische, sie sind 
auch politische Soldaten. Sie vertreten eine neue Weltanschauung. Damit aber sind sie 
vollkommen immun gegen heimtückische Verführungskünste. Sie wissen genau, daß sie 
gegen feindliche Systeme antreten, die morsch und faul sind, und daß sie an ihnen den 
Auftrag zu erfüllen haben zu stoßen, was da fällt. Und hinter ihnen steht eine Heimat, die in 
einem gänzlich unpathetischen, aber um so fanatischeren Heroismus ihr nationales Leben 
verteidigt. In diesem Lande findet eine Parole aus London keinen Widerhall. Sie wird nicht 
aufgenommen, sondern verhallt. Übrig bleiben die harten Realitäten des Krieges, eine 
militärische Situation, ungleich viel günstiger für uns als die im Weltkriege, die bekanntlich 
auch nicht zur Kapitulation gezwungen hätte, wenn nicht der Zusammenbruch des 
deutschen Volkes auf seelischem Gebiet dazu den Anlaß gegeben hätte. 
Es ist ganz klar, daß Mr. Churchill nicht die Weite des Horizonts besitzt, um diese so 
gänzlich radikale Umwandlung der europäischen Lage dem Weltkrieg gegenüber zu 
begreifen. Er stammt noch aus der Schule von 1917/1918. Sein hartnäckiger Eigensinn 
verbietet es ihm zuzugeben, daß eine Aktion, die im November 1918 gelang, im Frühjahr 
1941 gänzlich aussichtslos ist. Er kennt die treibenden Kräfte, die heute den 
Umgestaltungsprozeß Europas bestimmen, überhaupt nicht. Er denkt nur in 
Weltkriegsnormen. Seine ganze Führung dieses Ringens ist eine stupide Wiederholung von 
damals. Er hat nichts vergessen, aber auch nichts hinzugelernt. Redet er, so klingt das wie 
eine Stimme aus dem Grabe. Seine Formulierungen atmen den Geist der Vergangenheit. 
Wenn er von der Zukunft spricht, auch von der seines eigenen Volkes, so hat man den 
Eindruck des mühsam Abgequälten. Er macht dann nur widerwillig Zugeständnisse an eine 
Zeit, deren Geheimnisse ihm ewig verschlossen bleiben werden. Deshalb läßt er sich auch 
nicht gern dazu bereitfinden, etwas über die Kriegsziele Englands auszusagen. Wird er im 
Unterhaus danach gefragt, dann knurrt er nur, das werde sich schon 
-404- 

finden, jetzt gelte es, das nackte Leben zu verteidigen. Er kann auch nicht mehr sagen. Dazu 
fehlt ihm die Phantasie, fehlt ihm jedes konstruktive Denken und jedes nationale Pathos. Er 
sieht nur sein eigenes Milieu. Er ist eine typisch insulare Erscheinung, ohne Blickweite und 
ohne gedankliche Kühnheit. 



Es wäre auch im Weltkrieg keine unlösbare Aufgabe gewesen, mit ihm und seinesgleichen 

fertig zu werden. Daß das nicht gelang, lag nur daran, daß auch der damaligen Führung des 

Reiches jene Elastizität des Denkens und des Handelns fehlte, die dazu erforderlich 

gewesen wäre. Mag dem sein, wie ihm wolle — wir jedenfalls wissen, woran wir heute 

sind. Das Reich ist nicht nur militärisch, sondern auch seelisch und geistig gegen einen 

erneuten Versuch, uns heimtückisch niederzuwerfen, abgeschirmt. Mr. Churchill muß sich 

also mit der Tatsache abfinden, daß der Konflikt auf dem ihm ureigenen Gebiet ausgetragen 

werden wird: dem der militärischen Auseinandersetzung. 

Wie es da um Englands Chancen bestellt ist, weiß er wahrscheinlich ebenso gut wie wir. 

Das mag man schon daran erkennen, daß seine militärischen Prognosen auf purer Phantasie 

beruhen. Sie haben keine Substanz. Sie sind ohne jede reale Beziehung zur tatsächlichen 

Situation. 

Dieser eigensinnige alte Mann wird England eines Tages teuer zu stehen kommen. Es 

gehört schon eine gute Portion Verbohrtheit dazu, sich den Luxus eines politischen 

Amokläufers zu leisten und dafür mit der schwersten Erschütterung eines Weltreiches zu 

bezahlen. Aber das ist nicht unsere Sache. Man kann Spielernaturen wie Mr. Churchill nicht 

klarmachen, daß es besser ist, mit dem verbliebenen Rest des Vermögens nach Hause zu 

gehen, als ihn in einem letzten wilden Spiel für eine aussichtslose Sache einzusetzen und zu 

verlieren. 

So soll denn Mr. Churchill spielen und England bezahlen. 

-405- 

Wirtschaftlicher Austausch 

Rede zur Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse 

2. März 1941 

Ich danke den Vertretern der Stadt und der Reichsmesse Leipzig sehr herzlich für den so 
freundlichen Empfang, den sie mir bereitet haben. Ich bin gern hierher gekommen, um auch 
in diesem Jahr der Entscheidung, wie früher so oft schon, die Reichsmesse Leipzig, Früh- 
jahr 1941, zu eröffnen. Es ist seit altersher Sitte gewesen, diese Gelegenheit, die ein weithin 
sichtbares Podium für die öffentliche Meinung aufstellt, zu benutzen, einige Worte zu den 
aktuellen Problemen zu sagen, die die Völker bewegen. Wann aber wäre das mehr 
angebracht gewesen als gerade jetzt, wo Europa, ja die ganze Welt mit verhaltener 
Spannung der weiteren Entwicklung des militärischen Dramas zuschauen, das über die 
Zukunft von ungezählten Millionen Menschen entscheiden wird! Die Fragen, um die es sich 
dabei handelt, sind allgemein bekannt. Eine auch noch so verlogene und heimtückisch 
arbeitende Feindpropaganda hat sie nicht verwischen oder verfälschen können. Wenn die 
Londoner Plutokratie heute, genau wie im Weltkrieg, versucht, in letzter Minute 
Schlagworte wie Kultur, Zivilisation und Menschlichkeit in die internationale Debatte 
hineinzuwerfen, um damit die klare Frontstellung der kriegführenden Mächte einzunebeln, 
so ist das sowohl bei uns wie auch bei den anderen europäischen Völkern ein untauglicher 
Versuch am untauglichen Objekt. 

Die Krise, die 1939 offen ausbrach, hat ihre Wurzeln im Versailler Vertrag, jenem absurden 
Versuch, die volkreichste Nation Mitteleuropas mit den verwerflichsten Mitteln an ihrer 
weiteren natürlichen Entfaltung zu verhindern, mehr noch, ihr den Lebensfaden so 
gründlich abzuschneiden, daß sie einfach vor der Wahl stand, entweder ganz als Großmacht 
abzudanken oder sich zur Wehr zu setzen. 

Wir Nationalsozialisten sind, schon als wir noch in der Opposition standen, und mehr noch, 
seitdem wir die Macht besitzen, nicht müde 



-406- 

geworden, unserem eigenen Volke und der Welt die wirtschaftliche Unsinnigkeit eines 
solchen Versuchs klarzumachen und vor allem auch den ehemaligen sogenannten 
Siegernationen eindringlich vor Augen zu führen, daß der Zusammenbruch des Reiches zur 
überhaupt schwersten Erschütterung des europäischen Kontinents führen müßte. Unsere 
Warnungen haben nichts gefruchtet. Es fehlte den in Frankreich und England führenden 
plutokratischen Schichten an der Weite des Horizonts, aber auch an jenem letzten Rest von 
gesundem Menschenverstand, um zu erkennen, daß das wirtschaftliche und nationale 
Unglück des deutschen Volkes nicht die Basis zum Glück der anderen Völker darstellen 
konnte. 

Nun geht es aber nicht an, einen ganzen Erdteil einfach in der grauesten Hoffnungslosigkeit 
versinken zu lassen, bloß weil kleine egoistische, jeder Vernunft bare Führungscliquen kein 
Einsehen haben wollen. Der Konflikt, der im September 1939 ausbrach, hätte, wenn auf der 
Gegenseite auch nur ein letzter Rest von Einsicht und gutem Willen vorhanden gewesen 
wäre, mit ein paar Handbewegungen gelöst werden können. Paris und London haben das 
nicht gewollt. Sie entschlossen sich, anzutreten gegen ein 86-Millionen-Volk, das sich 
durchaus im klaren darüber war, daß es nun um sein nacktes Leben kämpfen müsse, und 
daß dies wahrscheinlich die vorläufig letzte Chance sei, seine historischen Fehler aus vier 
Jahrhunderten zu revidieren und wieder gutzumachen. Es ist für die Kriegführung 
außerordentlich dienlich, wenn ein Volk das weiß. Es sieht dann im Kriege nicht eine 
zeitbedingte Gelegenheit, sein Leben zu verbessern, sondern eine geschichtliche Probe, die 
überhaupt über sein weiteres Leben entscheidet. Es macht sich dann auch keine Illusionen 
mehr. Es ist sich im klaren darüber, daß es siegen muß, wenn es überhaupt weiter existieren 
will. Eine andere Alternative bleibt ihm nicht übrig. 

Es ist das auch vielleicht die tiefste Ursache der geschichtlichen Siege, die die deutsche 
Wehrmacht bisher erfochten hat und in näherer Zukunft weiter erfechten wird. Nicht nur die 
Mechanik entscheidet im Kriege, auch im modernen nicht allein, sondern auch der Geist, 
der Wille und die kämpferische Entschlossenheit eines Volkes. Wir Deutschen haben klar 
erkannt, daß wir, um weiter leben zu können, der Unvernunft und dem Widersinn in der 
politischen und wirtschaftlichen Führung Europas 
-407- 

ein Ende machen müssen. Und zwar fangen wir mit diesem Reformwerk nicht von außen, 
sondern von innen an. Wir haben keine weltmissionarischen Ehrgeize; uns geht es um das 
Leben unseres Volkes, und was darüber hinausreicht, interessiert uns nur insofern, als es 
damit in Beziehung steht. 

Damit finden wir auch den realsten Ausgangspunkt für eine Reform der zwischenstaatlichen 
Wirtschaftsbeziehungen der Völker. Wir Deutschen haben viel zu geben, wollen aber auch 
viel nehmen. Wir treiben keine Politik der Autarkie um der Autarkie willen. Wir müssen als 
Volk leben. Wo die Welt uns die Möglichkeiten dazu zu nehmen versucht, sind wir 
gezwungen, uns selbst zu helfen, und zwar tun wir das als Nationalsozialisten auf eine 
gründliche Weise. Aber eben deshalb auch sind wir jederzeit und gern bereit, mit jedem 
anderen Lande wirtschaftliche Beziehungen aufzunehmen und zu pflegen, das sich mit uns 
auf der Basis des Grundsatzes "Gib und nimm" einigen will. 

Ich würde mich schämen, vor diesem Kreise ein Programm des wirtschaftlichen Austauschs 
zu proklamieren, das sich eines inhaltlosen Phrasements bediente. Es würde ja doch morgen 
schon, wenn die Einkäufe und Verkäufe auf der Messe beginnen, durch die geschäftliche 



Praxis widerlegt werden. Und was nützen schon theoretische Programme in einer Zeit, die 
wie die unsere nur noch von harten Realitäten bestimmt wird! Wir Deutschen haben in den 
vergangenen Jahren etwas gelernt, was wir bis dahin in unserer Geschichte leider sehr zu 
unserem nationalen Schaden oft vermissen ließen: klares, logisches, auf das Leben selbst 
und seine Zweckbestimmungen ausgerichtetes Denken. Wir schweben nicht mehr wie 
früher in Wolkenkuckucksheimen, während die anderen in der Welt die Erz- und 
Ölvorkommen in Besitz nehmen. Wir wollen leben, aber auch leben lassen. Wir versuchen 
das nach einer neuen und modernen Verfahrensweise, da die alte sich als unzulänglich 
erwiesen hat. Sie führte zur Katastrophe des Weltkriegs, ließ die Völker danach von einer 
Krise in die andere taumeln und hat jetzt wiederum die Weltmächte vor die militärische 
Bewährungsprobe gestellt. Eine solche Ordnung kann nicht gut sein. Sie muß durch eine 
neue, bessere ersetzt werden, und zwar ist der dazu berufen, hier gangbarere Wege zu 
zeigen, der unter der alten Ordnung am meisten zu leiden hatte. Und das sind wir. 
-408- 

Lassen Sie mich versuchen, das am Beispiel der deutschen Kriegswirtschaft, die ja die 
Elemente einer solchen neuen Verfahrensweise am sichtbarsten offenbaren muß, zu 
erläutern. Auch im zweiten Kriegsjahr läuft die deutsche Wirtschaft entgegen allen 
pessimistischen Voraussagen im plutokratischen feindlichen Ausland auf höchsten Touren. 
Die deutsche Kriegsproduktion ist für jedes kommende Ereignis vollkommen gerüstet. Ja, 
wie die Reichsmesse Leipzig, Frühjahr 1941, einer staunenden Welt beweisen wird, kann 
auch die deutsche Exportindustrie ungezählten Wünschen der mit uns in 
Wirtschaftsbeziehungen stehenden Nationen Rechnung tragen. England dagegen ist im 
zweiten Kriegsjahr erst dazu übergegangen, nach den Gründen der offenbaren Mißstände in 
seiner Kriegswirtschaft Ausschau zu halten. Mr. Churchill tut das auf seine Weise, indem er 
Ausschüsse und Unterausschüsse zur Hebung der Produktion einsetzt. Er bedient sich dabei 
einer Methode, die in einer geradezu penetranten und vollkommen unzulänglichen Weise 
nationalsozialistische Erkenntnisse und Grundsätze anzuwenden versucht. Demgegenüber 
steht die deutsche Kriegswirtschaft auf dem festen Boden eines klaren, realistischen 
theoretischen Programms, das durch eine achtjährige zielbewußte Praxis erfolgreich erhärtet 
worden ist. 

Die Voraussetzungen dieser Erfolge, die sich vor allem in denen der deutschen 
Kriegswirtschaft manifestieren, sind in folgenden Tatsachen zu sehen: Der konzentrische 
Einsatz aller Kräfte unseres wirtschaftlichen Lebens erfolgt unter der Lenkung des 
Reichsmarschalls im Vierjahresplan. Es war deshalb auch möglich, die deutsche 
Friedenswirtschaft reibungslos in die Wehrwirtschaft umzuwandeln. Dies vollzog sich wie 
das Herumwerfen des Kommandohebels einer Schiffsmaschine, die nun nicht mehr mit 
halber, sondern mit voller Kraft läuft. Das Rückgrat unserer Wirtschaftskraft im Frieden wie 
im Kriege ist der deutsche Qualitätsarbeiter. Wir haben ihn durch systematische Schulung 
und Pflege bis zu einem früher unvorstellbaren Höchststand emporentwickelt. Und zwar 
sehen wir den Qualitätsarbeiter heute verkörpert im deutschen Facharbeiter und im 
deutschen Forscher, der auf dem Gebiet vor allem der Chemie und Technik ungeahnte 
Wunderleistungen moderner Erfindung vollbracht hat. Trotz aller feindlichen 
Wirtschaftspropaganda verbindet die Welt gerade heute mit dem deutschen Erzeugnis den 
-409- 

Begriff der Qualität; und zwar beruht das in der Hauptsache auf dem grundlegenden 
Unterschied, der die deutsche Volkswirtschaft beispielsweise von der englischen 



unterscheidet. Es stehen sich hier in der Tat zwei Welten gegenüber. Mitten im zweiten 
Kriegsjahr hat England heute noch mehrere hunderttausend Arbeitslose. Die Dividenden der 
britischen Rüstungsgewinnler erreichten auch in diesem Kriege fast utopische Höhen; es 
wurden solche — vor allem in Kriegsbetrieben — bis zu 140 Prozent verteilt. 
Demgegenüber arbeitet die deutsche Wirtschaft unter Einberechnung eines 
vernunftgemäßen Gewinns lediglich und ausschließlich für die Erkämpfung des deutschen 
Sieges. Der Führer hat dafür dem ganzen deutschen Volke ein großes Friedensziel gegeben: 
Das Reich soll der erste Sozialstaat der Erde werden. Und zwar wird dieses Friedensziel 
nicht in propagandistischen Parolen proklamiert, wie sich deren heute die englische 
Plutokratie in ihrer panischen Angst vor den kommenden Dingen zu bedienen beliebt; unser 
Friedensziel liegt in einem klar fixierten Programm der Öffentlichkeit vor Augen. Es enthält 
den Plan einer großzügig organisierten Altersversorgung und das Projekt eines gigantischen 
Wohnungsbauprogramms, zwei Aufgaben, die der nationalsozialistische Staat nach 
Beendigung des Krieges mit der ihm eigenen und bei allen bisherigen Aufgaben bewährten 
Tatkraft in Angriff nehmen wird. 

Jedermann bei uns weiß, daß der deutsche Sieg die Voraussetzung für die Verwirklichung 
dieser großen Pläne ist. Der Gedanke an ihn treibt Front und Heimat zu unermüdlicher 
Leistung an. Damit ist dieser Krieg für die ganze deutsche Nation ein Volkskrieg in des 
Wortes bester Bedeutung geworden. 

In diese großen Aufgaben unserer wirtschaftlichen und politischen Reformarbeit fügt sich 
die Leipziger Reichsmesse sinnvoll und organisch ein. Was Deutschland an großen Werken 
schafft, zeigt es in Leipzig. Selbst im Kriege scheut es den Konkurrenzkampf mit 
ausländischen Erzeugnissen keineswegs. Die Messe ist das beste Werbemittel für die 
kleineren und mittleren Unternehmen des Reiches. Die Einkäuferwerbung des 
Reichsmesseamtes ersetzt ihnen die kostspielige Auslands Werbung. Wir haben dabei 
größten Wert darauf gelegt, ein günstiges Verhältnis zwischen Werbungsaufwand und 
Messeumsatz herbeizuführen. 6222 Aussteller 
-410- 

zahlten für die Beteiligung an der Messe insgesamt 5, 5 Millionen Reichsmark. Diesem 
Gesamtaufwand jedoch steht ein Umsatz von 344 Millionen Reichsmark gegenüber. 
Ich möchte diese Ausführungen vervollständigen durch eine Charakterisierung des 
deutschen Messe- und Ausstellungswesens in seiner volkswirtschaftlichen, nationalen und 
internationalen Bedeutung. Sie läßt .sich mühelos in den weitergespannten Rahmen dieser 
Betrachtungen einfügen. Das deutsche Messe- und Ausstellungswesen hat schon in der 
Vergangenheit ungeheuer an Bedeutung gewonnen. Es wird in Zukunft mehr denn je in das 
Blickfeld der Öffentlichkeit treten angesichts der großen Aufgaben, die die Führung des 
Reiches dem deutschen Volke nach Beendigung des Krieges stellen wird und die, sei es auf 
politischem, kulturellem oder wirtschaftlichem Gebiet, messe- und ausstellungsmäßig 
getrennt oder gemeinsam behandelt werden sollen. Hierfür die beste Lösung und die 
ansprechendste Form zu finden, erfordert eine Konzentration aller auf diesem Gebiet tätigen 
Kräfte, die nunmehr ihre Spitze im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda 
gefunden haben. Seine Planungsarbeit erstreckt sich weitausschauend und umfaßt nicht nur 
alle diesbezüglichen innerdeutschen Probleme der Messe- und Ausstellungspolitik, sondern 
auch die in Frage kommenden Probleme von internationalem Belang. 

Die deutsche Messepolitik und Messeordnung erfordert Festigung und Wahrung der 
Interessen der Reichsmesse Leipzig als der alleinigen Messe für umfassende Förderung des 
deutschen Außenhandels in allen Teilen der Welt. Hierzu gehört vor allem die Schaffung 



der finanziellen und technischen Voraussetzungen zur Unterbringung der sich ständig 

vergrößernden Zahl der Aussteller. Hand in Hand hiermit geht die Sorge um die Betreuung 

der Messebesucher aus dem In- und Ausland. Die Frage ihrer Unterbringung bedarf gerade 

in Leipzig einer großzügigen Lösung. Die in Betracht kommenden Reichsstellen werden 

hierzu herangezogen und ihren Beitrag liefern müssen. 

Neben der Reichsmesse Leipzig stehen die Messen Wien, Köm, Breslau und Königsberg, 

deren Ausrichtung sinngemäß in der Tendenz einer Ergänzung der Leipziger Messe durch 

Zuteilung wichtigster Spezialaufgaben gefunden werden soll. Sie sind in erster Linie 

regionale 

-411- 

Veranstaltungen, also von Bedeutung für den durch ihre Standorte beherrschten engeren 
Wirtschaftsraum. Ihr internationales Gepräge liegt in der speziellen Pßege der 
Handelsbeziehungen mit den ihnen geographisch und geopolitisch günstig angrenzenden 
Ländern. 

Die Zuweisung von Spezialaufgaben an diese Messen wird Hand in Hand gehen mit der 
Schaffung der politischen und wirtschaftlichen Ordnung des großdeutschen Raumes und 
seines Aus Strahlungsgebietes. 

Messen und Ausstellungen sind Künder des Gestaltungs- und Schöpfungswillens und der 
realen Leistungen der Völker. Sie sind die unwiderlegbaren Zeugen des kulturellen und 
wirtschaftlichen Hochstandes und Lebens der Nationen. Das deutsche Volk hat vermöge der 
staatlichen Regelung dieser Gebiete in den Jahren des Wiederaufstiegs Leistungen 
vollbracht, die die Bewunderung und Anerkennung von Millionen von Ausländern fanden. 
Es hat seine diesbezüglichen Bemühungen auch während des Krieges nicht aufgegeben und 
wird diesen Weg zielbewußt fortsetzen. 

Der Ordnung des inneren Gebietes wird eine Ordnung der europäischen Belange folgen, 
und zwar im Interesse und zum Schütze der Beziehungen der europäischen Nationen 
untereinander. Den anerkennenswerten Bemühungen von Vereinigungen in dieser Richtung 
konnten in der vergangenen Zeit wenig Erfolge beschieden sein, weil ihnen die staatliche 
Initiative und der staatliche Rückhalt fehlten. Unbestritten hat die rege Beteiligung der 
deutschen ausstellenden gewerblichen Wirtschaft, haben die amtlichen Beteiligungen des 
Deutschen Reiches sehr stark zur Entwicklung der europäischen Messen beigetragen. Die 
weitere Pflege dieser sich für die betreffenden Völker so vorteilhaft auswirkenden 
Beziehungen kann aber nur dann fortgesetzt werden, wenn auch im internationalen 
Messewesen eine Ordnung herbeigeführt wird, die allen Bedürfnissen und Belangen 
Rechnung trägt. Die Vorarbeiten hierzu sind bereits in Angriff genommen worden, und 
zwar in dem Bewußtsein der Notwendigkeit und des Beifalls, den diese Bemühungen bei 
allen Gutmeinenden finden werden. Sofern gleichlaufenden Bestrebungen dienende 
Vereinigungen hierzu ihren Beitrag zu liefern gewillt sind, werden wir das auf das 
dankbarste begrüßen. 
-412- 

Es wird die Aufgabe der Zukunft sein, auf gesundem Boden Gewachsenes zu schützen und 
der natürlichen Entwicklung, wenn sie dem Ganzen dient, größte Förderung zuteil werden 
zu lassen; künstliche und ungesunde Zeiterscheinungen einer überlebten alten 
Wirtschaftsauffassung werden beseitigt werden müssen. Ordnung und Vernunft sollen auch 
auf diesem Gebiet die Kennzeichen des gesunden Denkens der jungen Völker sein, die das 
Gesicht des Europa von morgen bestimmen werden. 



Meine Damen und Herren! Ich habe mit Absicht vermieden, meine Darlegungen in der 
Hauptsache auf Zahlen zu basieren. Ich habe Ihnen Grundsätzlichkeiten zu unterlegen 
versucht. Sie sind deshalb am überzeugendsten, weil sie, wie ja schon das Wort sagt, den 
Dingen auf den Grund gehen und nicht peripherische Erscheinungen für das Wesentliche 
ausgeben. Die Eröffnung der Reichsmesse Leipzig, Frühjahr 1941, hat dazu den 
willkommenen Anlaß geboten. Vereinigt sie doch in sich alles das, was das Reich in seiner 
weiten Ausdehnung an wirtschaftlicher Kraft und Initiative auch noch im Kriege und gerade 
im Kriege hervorzubringen vermag. Daß die schwere Zeit, die wir heute durchleben, hierin 
keinen Stillstand gebracht hat, das kommt uns gerade in Leipzig besonders beglückend zum 
Bewußtsein. Diese Tatsache muß auch jeden hier anwesenden Ausländer auf das tiefste 
beeindrucken und ihm ein Gefühl respektvoller Bewunderung einflößen. Wie muß es um 
die innere Kraft eines Volkes bestellt sein, welche unausgeschöpften Reserven müssen ihm 
noch zur Verfügung stehen, wenn es sich mitten im Kriege zu solchen Leistungen, die selbst 
im Frieden höchster Anerkennung wert wären, emporschwingt! Ich weiß nicht, wie die 
Londoner Lügenpropaganda auf die Dauer der Welt klarmachen will, daß ein Regime, das 
wie das nationalsozialistische falsch, dumm, kurzsichtig und verächtlich sei, trotzdem auf 
allen Gebieten von Erfolg zu Erfolg schreitet. Wenn eine Theorie so von der Praxis 
widerlegt wird, dann gerät auf lange Sicht gesehen die Theorie der Praxis gegenüber immer 
mehr in den Geruch der Lächerlichkeit, bis sie dann endgültig das Feld räumen muß. 
So ist das hier. Überlassen wir es also den kommenden militärischen Operationen, ein 
übriges zu tun und damit endgültig die Wege zur Neuordnung auch der wirtschaftlichen 
Beziehungen der Völker untereinander freizulegen. Was hier an Vorarbeiten geleistet 
werden konnte, 
-413- 

ist geleistet worden. Die Reichsmesse Leipzig, Frühjahr 1941, mit ihrem imposanten 
Überblick über die Leistungskraft des Reiches auf wirtschaftlichem Gebiet ist ein beredter 
Beweis dafür. 

Wir grüßen bei ihrer Eröffnung in Ehrfurcht den Führer, der auch diesem Werk, wie jedem, 
das im neuen Reich gestaltet wurde, Sinn und Inhalt gab. Er führt heute das deutsche Volk 
in seinem schwersten Schicksalskampf. Von Sieg zu Sieg schreitend, wird er auch noch die 
letzten Reste europafeindlicher Mächte zu Boden werfen und damit seinem Volke und der 
Welt den heißersehnten Frieden geben. 

Für dieses Hochziel kämpft unsere Front und arbeitet unsere Heimat. Einen wertvollen 
Beitrag dazu liefert auch die diesjährige Reichsmesse Leipzig, Frühjahr 1941, die ich 
hiermit mit den besten Wünschen für ihren erfolgreichen Verlauf für eröffnet erkläre. 
-414- 

Wenn der Frühling auf die Berge steigt 

9. März 1941 

Der Führer und der Duce haben in ihren letzten Reden das Thema des kommenden 
Frühlings nur anklingen lassen, etwa so, daß der harte Winter ja nun auch bald zu Ende sei 
und wieder schöneres und für die weitere Fortsetzung des Krieges ergiebigeres Wetter zu 
erwarten stände; 

und gleich war in London der Teufel los. Nach der ersten Schrecksekunde zwar versuchte 
man dort den Harmlosen zu spielen, tat so, als gingen einen die Reden der Sprecher der 
Achsenmächte gar nichts an, als hätten diese, wie man jenseits des Kanals wegwerfend zu 



sagen beliebt, keinerlei Neuigkeiten gebracht und könnten deshalb mit vollkommener 
Nichtachtung gestraft werden. Aber das dauerte nur ein paar Stunden, und dann sah man 
förmlich, wie der Angstschweiß aus sämtlichen Plutokratenporen brach. Nichts mehr blieb 
übrig von der krampfhaft zur Schau getragenen Selbstsicherheit. Die Lautsprecher der 
britischen Führungsclique verstummten langsam, und dann setzte mit einem Schlag ein 
markerschütternder Angstschrei ein. Die Nebel begannen zu weichen, und England sah für 
einen Augenblick den harten und unerbittlichen Tatsachen ins Gesicht. Man gab sich nicht 
einmal mehr Mühe, sie irgendwie zu beschönigen. Der Schiffsraum reiche nicht aus, um die 
lebens- und kriegsnotwendigen Zufuhren zu sichern. Der U-Boot- und Luftwaffenkrieg 
reiße Lücken in die englische Tonnage, die nicht wieder geschlossen werden könnten. Hier 
liege die verwundbare Stelle Großbritanniens. Das Schiffahrtsministerium unter seinem 
Minister Croß habe in keiner Weise für die kommende, wahrscheinlich katastrophale 
Entwicklung vorgesorgt. Ein neuer Mann müsse her, um das auf diesem Gebiet herrschende 
Chaos zu entwirren und was derlei Zeugnisse edler Selbsterkenntnis mehr sind. 
Es war auch nicht mehr viel die Rede von den glorreichen britischen Erfolgen in Afrika, die, 
wie man noch kurz vorher mit eherner Stirn behauptet hatte, den Krieg überhaupt 
entscheiden würden. Man erklärte frank und frei, daß der Sieg auf den Inseln selbst 
erfochten werden müsse und, wenn die nicht mehr leben könnten, auch das Weltreich 
verloren sei. 
-415- 

Es müßte sich nicht um Engländer handeln, und an der Spitze Großbritanniens dürfte nicht 
ein Mann mit Namen Churchill stehen, wenn man erwarten wollte, daß solche Ausbrüche 
von gesundem Menschenverstand in London von langer Dauer seien. Nach ein, zwei Tagen 
war alles vorbei. Es war nicht schwer zu bemerken, wie von oben die Weichen umgestellt 
wurden und die Züge der öffentlichen Meinung wieder mit voller Dampfkraft in die 
Bahnhöfe der Illusion hineinrollten. Nur eine leichte Patina von Einsicht blieb übrig. 
Sie liegt seitdem wie eine dünne Schicht von Melancholie und Hoffnungslosigkeit über 
allen englischen Reden und Darstellungen. Man sitzt nicht mehr so wie sonst auf hohen 
Rossen. Man ist leicht angestoßen. Von Offensive auf dem Kontinent und Vernichtung 
Deutschlands wird nicht mehr gesprochen. Man ringt vielmehr mühsam um Atem und 
strengt sich sichtlich und mit aller Kraft an, Haltung zu bewahren. Solche Bilder sehen wir 
gerne! 

Es wird auch höchste Zeit, daß London anfängt, in sich zu gehen und den harten Tatsachen 
Rechnung zu tragen. Der lange Winter neigt sich seinem Ende zu. Man hat nicht mehr drei 
oder vier Monate zur Verfügung, wo die Illusionen billig sind wie Brombeeren, wo man die 
Generale Winter und Nebel und Revolution als Bundesgenossen und Zeugen kommender 
englischer Siege anrufen kann. Die Sonne scheint wieder, und der Frühling steigt auf die 
Berge. So schön das auch für uns sein mag, es bedeutet Schlechtwetter für englische 
Illusionsfabrikanten. Man läuft Gefahr, mit vorlauten und bombastischen Prophezeiungen 
morgen schon Lügen gestraft zu werden. Und wer verspürte auch wohl Lust, von kom- 
menden Siegen zu fasern, wenn die deutschen U-Boote rudelweise im Atlantik erscheinen 
und sich unter den schlecht gesicherten sogenannten Geleitzügen, die besser Leidzüge für 
die daran Beteiligten hießen, ihre Opfer suchen. Gewiß, man kann einfach mit dreister Stirn 
erklären, die deutschen Angaben seien ungenau — daß sie erlogen seien, wagt man 
angesichts der wachsenden Besorgnis im englischen Volk und vor allem in den doch über 
alles orientierten Fachkreisen schon gar nicht mehr zu behaupten — , aber deshalb gibt 



Poseidon die mit gierigem Munde geschluckten Opfer nicht zurück und werden der langsam 
dahinsiechenden Vorräte an Lebensmitteln und Rohstoffen nicht mehr. Im Winter ging 
-416- 

das noch an: da konnte man wenigstens wochenweise mit verhältnismäßig kleinen Zahlen 
versenkter Tonnage renommieren und im übrigen von den noch vorhandenen Lagern 
zehren. Aber das ist auch einmal zu Ende, und dann meldet sich Schmalhans als 
Küchenmeister. 

Bleibt nur noch Amerika. Lord Halifax wandelt getreulich in den Spuren seines 
verstorbenen Vorgängers, drückt USA. -Ministern, die ihn mit Filzhut und Zigarre 
empfangen, leicht indigniert die Hand und versäumt keine Gelegenheit, den 
angelsächsischen Vetter zur Eile anzuspornen. Aber mit dem guten Willen und dem 
plutokratischen Solidaritätsgefühl allein ist das auch nicht zu schaffen. Der Führer selbst, 
wohl der beste Rüstungsspezialist und Fachmann auf diesem Gebiet, hat ja in seiner letzten 
Münchener Rede die etwas allzusehr ins Kraut geschossenen Hoffnungen Londons auf die 
amerikanische Materialhilfe auf das entsprechende Maß zurückgeführt. Es ist besser, in 
England ein Flugzeug zu besitzen, als in USA. zehn Flugzeuge zu bestellen. Und was man 
allein für die Bestellung an nationalem Prestige und internationalem Einfluß opfern muß, 
das genieren sich ja amerikanische Publizisten, die sich in diesem Wirrwarr der Meinungen 
ihren klaren Blick bewahrt haben, auch gar nicht offen auszusprechen. Sie sagen ganz 
unumwunden, daß England ruhig den Krieg verlieren solle; dann werde eben Amerika an 
seine Stelle treten und das Weltreich liquidieren. Man kann also, wenn man nicht stark 
übertreiben will, keineswegs von guten Chancen sprechen, die London zum Siege besitzt. 
Und das alles ist nur der Anfang. Es hat noch gar nicht richtig begonnen. Der Frühling 
kündigt sich erst an, aber er ist noch nicht da. Die Menschen spüren ihn erst im Blut, teils 
mit freudigen, teils aber auch mit gemischten Gefühlen. Der Winter jedenfalls, auf den 
England seine ganze Hoffnung setzte, ist im Begriff, das Feld zu räumen. Seine Generale 
Hunger, Nebel, Frost und Revolution warten schon auf den blauen Brief. Und nun heißt es 
wieder Stehen und Fechten. Es wird nicht mehr lange dauern, dann haben die Zeitungen und 
Rundfunksender wieder weniger theoretische Polemik und mehr Tatsachen zu bringen. Uns 
ist darum nicht bange. Nicht als wenn wir im Streit der Meinungen in den vergangenen 
Monaten nicht unseren Mann gestanden hätten. Wir haben uns von den englischen 
Propagandastümpern nicht die Butter vom Brot 
-417- 

kratzen lassen. Wo man uns zu nahe kam, haben wir auf einen Schelmen anderthalbe 
gesetzt. Aber auch wir sind des trockenen Tons nun satt. Solange nicht geschlagen wird, ist 
es nicht gefährlich, davon zu reden, daß man die Absicht habe, demnächst auch einmal 
selbst zu schlagen. Aber wenn dann wieder die Waffen das Wort ergreifen, dann sprechen 
eben auch die Waffen und nicht die Lautsprecher. 

Einen kleinen Vorgeschmack dessen, was Großbritannien bevorsteht, haben die Engländer 
ja schon durch die jüngsten Schläge der deutschen U-Boot- und Luftwaffe bekommen. 
Diese haben auf der Insel geradezu alarmierend gewirkt. Eine Kampagne des Unwillens und 
der Bestürzung setzte in den Zeitungen ein, und die wackligsten Lords mußten vor das 
Mikrophon bemüht werden, um die öffentliche Meinung zu beruhigen. Wenn man das jetzt 
schon für nötig befindet, was wird man erst tun wollen, wenn es richtig losgeht? Vielleicht 
denkt man in London einmal darüber nach, daß es ein billiges Vergnügen war, sich über die 
nicht ganz so hohen Versenkungsziffern in den Wintermonaten lustig zu machen, und daß 



man besser daran getan hätte, den kargen Witz dafür zu sparen, einmal darüber 
nachzugrübeln, womit denn wohl die deutschen U-Boot-Kommandanten und - 
Mannschaften ihre Zeit verbrächten, wenn nicht damit, britischen Schiffsraum auf den 
Grund des Meeres zu schicken. Aber es hat ja gar keinen Zweck, so mit den Engländern zu 
reden. Es ist ihr individualistischer Stolz, von der Improvisation zu leben, und sie können 
sich gar nicht vorstellen, daß es Menschen gibt, die eine Sache, wenn sie über ihr Leben 
entscheidet, zäh und gründlich vorbereiten, sich dabei auf alle nur irgendwie denkbaren 
Möglichkeiten einrichten und dafür auch gern einen augenblicklichen Stillstand in Kauf 
nehmen, um in der entscheidenden Stunde um so vernichtender zuzuschlagen. Die 
Engländer bewitzeln das als deutsche Pedanterie. Sie werden in diesem Frühling und 
Sommer Gelegenheit haben, die Erfolge der sogenannten ' Pedanterie gebührend und 
respektvoll zu bewundern. Vielleicht wird ihnen dann die Erkenntnis aufdämmern, daß es 
im Winter besser gewesen wäre, weniger zu prahlen und mehr zu arbeiten, weniger Witze 
und mehr Flugzeuge zu produzieren. 

A propos Witze! Wir haben das zweifelhafte Vergnügen, täglich englische 
Rundfunksendungen, auf vielen Blättern zusammengestellt, zur 
-418- 

Kenntnis nehmen zu dürfen. Dort üben sich halb ausgewachsene Eton-Schüler in trautem 

Verein mit deutschen Emigrationsjuden im Witzemachen. Es geht einem dabei wie bei 

einem miserablen Film, wo man ständig versucht ist, an der falschen Stelle zu lachen. Das 

ist so gottserbärmlich ungekonnt, daß einem schlecht dabei werden kann. Etwa so: 

wer keine Lust mehr in Deutschland habe, der solle sich eine Fahrkarte dritter Klasse nach 

England besorgen, aber ohne Rückfahrtbillett. Darüber kann man, wie jedermann zugeben 

wird, nicht einmal kichern. Solch einem Witzbold möchte man nur freundlich auf die 

Schultern klopfen und ihm auf gut berlinisch sagen: Sie haben's gut. Sie sind doof! 

Wir erinnern uns eines Spaßmachers vom Pariser Rundfunk, der uns vor einem Jahr 

allabendlich mit seinen blöden Plattheiten anödete, uns plump vertraulich kam, aus der 

Höhe seiner stupiden Talentlosigkeit mit uns zu polemisieren versuchte, uns sogar 

persönlich apostrophierte und dann erwartete, wir würden nun ausgerechnet mit ihm in 

einen fruchtbaren Gedankenaustausch eintreten; und straften wir ihn mit schweigender 

Verachtung, dann behauptete so ein Stück Gehirnleere auch noch, wir wüßten ihm nicht zu 

antworten. Dieser Mann sitzt jetzt mit abgewetztem Hosenboden und zertretenen Schuhen 

in Vichy und ist froh, wenn er für das Abschreiben eines Aktenstücks ein paar Francs 

bekommt. Vielleicht erkundigen sich die Londoner Grocks einmal bei ihm, wie schnell so 

etwas geht und was am Ende von der ganzen politischen Witzemacherei übrig bleibt. Wir 

sahen in unserer vieljährigen politischen Tätigkeit so viele solcher Schwadroneure und 

Angeber kommen und verschwinden, daß uns kaum noch einer davon aufregen kann. Wir 

erledigen das linkshändig. Bedauerlich bleibt nur, daß man sich überhaupt, wenn auch nur 

für kurze Zeit, mit so einem Kroppzeug herumschlagen muß. 

Genug davon! England wird bald andere Sorgen haben. Die kommenden Ereignisse werfen 

schon ihre Schatten voraus. In unserem Rundfunk werden bereits die Fanfaren für die 

Sondermeldungen geputzt. Front und Heimat sind auf Aktion eingestellt. Alles wartet auf 

den Befehl des Führers. 

Bald werden die Kinder singen, daß das fernste tiefste Tal blüht und auch das 

Menschenherz der Qual vergessen soll. 

Und dann muß sich ja, wie der Dichter schon sagt, alles, alles wenden. 

-419- 



kratzen lassen. Wo man uns zu nahe kam, haben wir auf einen Schelmen anderthalbe 
gesetzt. Aber auch wir sind des trockenen Tons nun satt. Solange nicht geschlagen wird, ist 
es nicht gefährlich, davon zu reden, daß man die Absicht habe, demnächst auch einmal 
selbst zu schlagen. Aber wenn dann wieder die Waffen das Wort ergreifen, dann sprechen 
eben auch die Waffen und nicht die Lautsprecher. 

Einen kleinen Vorgeschmack dessen, was Großbritannien bevorsteht, haben die Engländer 
ja schon durch die jüngsten Schläge der deutschen U-Boot- und Luftwaffe bekommen. 
Diese haben auf der Insel geradezu alarmierend gewirkt. Eine Kampagne des Unwillens und 
der Bestürzung setzte in den Zeitungen ein, und die wackligsten Lords mußten vor das 
Mikrophon bemüht werden, um die öffentliche Meinung zu beruhigen. Wenn man das jetzt 
schon für nötig befindet, was wird man erst tun wollen, wenn es richtig losgeht? Vielleicht 
denkt man in London einmal darüber nach, daß es ein billiges Vergnügen war, sich über die 
nicht ganz so hohen Versenkungsziffern in den Wintermonaten lustig zu machen, und daß 
man besser daran getan hätte, den kargen Witz dafür zu sparen, einmal darüber 
nachzugrübeln, womit denn wohl die deutschen U-Boot-Kommandanten und - 
Mannschaften ihre Zeit verbrächten, wenn nicht damit, britischen Schiffsraum auf den 
Grund des Meeres zu schicken. Aber es hat ja gar keinen Zweck, so mit den Engländern zu 
reden. Es ist ihr individualistischer Stolz, von der Improvisation zu leben, und sie können 
sich gar nicht vorstellen, daß es Menschen gibt, die eine Sache, wenn sie über ihr Leben 
entscheidet, zäh und gründlich vorbereiten, sich dabei auf alle nur irgendwie denkbaren 
Möglichkeiten einrichten und dafür auch gern einen augenblicklichen Stillstand in Kauf 
nehmen, um in der entscheidenden Stunde um so vernichtender zuzuschlagen. Die 
Engländer bewitzeln das als deutsche Pedanterie. Sie werden in diesem Frühling und 
Sommer Gelegenheit haben, die Erfolge der sogenannten ' Pedanterie gebührend und 
respektvoll zu bewundern. Vielleicht wird ihnen dann die Erkenntnis aufdämmern, daß es 
im Winter besser gewesen wäre, weniger zu prahlen und mehr zu arbeiten, weniger Witze 
und mehr Flugzeuge zu produzieren. 

A propos Witze! Wir haben das zweifelhafte Vergnügen, täglich englische 
Rundfunksendungen, auf vielen Blättern zusammengestellt, zur 
-418- 

Kenntnis nehmen zu dürfen. Dort üben sich halb ausgewachsene Eton-Schüler in trautem 
Verein mit deutschen Emigrationsjuden im Witzemachen. Es geht einem dabei wie bei 
einem miserablen Film, wo man ständig versucht ist, an der falschen Stelle zu lachen. Das 
ist so gottserbärmlich ungekonnt, daß einem schlecht dabei werden kann. Etwa so: 
wer keine Lust mehr in Deutschland habe, der solle sich eine Fahrkarte dritter Klasse nach 
England besorgen, aber ohne Rückfahrtbillett. Darüber kann man, wie jedermann zugeben 
wird, nicht einmal kichern. Solch einem Witzbold möchte man nur freundlich auf die 
Schultern klopfen und ihm auf gut berlinisch sagen: Sie haben's gut. Sie sind doof! 
Wir erinnern uns eines Spaßmachers vom Pariser Rundfunk, der uns vor einem Jahr 
allabendlich mit seinen blöden Plattheiten anödete, uns plump vertraulich kam, aus der 
Höhe seiner stupiden Talentlosigkeit mit uns zu polemisieren versuchte, uns sogar 
persönlich apostrophierte und dann erwartete, wir würden nun ausgerechnet mit ihm in 
einen fruchtbaren Gedankenaustausch eintreten; und straften wir ihn mit schweigender 
Verachtung, dann behauptete so ein Stück Gehirnleere auch noch, wir wüßten ihm nicht zu 
antworten. Dieser Mann sitzt jetzt mit abgewetztem Hosenboden und zertretenen Schuhen 
in Vichy und ist froh, wenn er für das Abschreiben eines Aktenstücks ein paar Francs 



bekommt. Vielleicht erkundigen sich die Londoner Grocks einmal bei ihm, wie schnell so 

etwas geht und was am Ende von der ganzen politischen Witzemacherei übrig bleibt. Wir 

sahen in unserer vieljährigen politischen Tätigkeit so viele solcher Schwadroneure und 

Angeber kommen und verschwinden, daß uns kaum noch einer davon aufregen kann. Wir 

erledigen das linkshändig. Bedauerlich bleibt nur, daß man sich überhaupt, wenn auch nur 

für kurze Zeit, mit so einem Kroppzeug herumschlagen muß. 

Genug davon! England wird bald andere Sorgen haben. Die kommenden Ereignisse werfen 

schon ihre Schatten voraus. In unserem Rundfunk werden bereits die Fanfaren für die 

Sondermeldungen geputzt. Front und Heimat sind auf Aktion eingestellt. Alles wartet auf 

den Befehl des Führers. 

Bald werden die Kinder singen, daß das fernste tiefste Tal blüht und auch das 

Menschenherz der Qual vergessen soll. 

Und dann muß sich ja, wie der Dichter schon sagt, alles, alles wenden. 

-419- 

Die alten Zyniker 

16. März 1941 

Wir sind im allgemeinen nicht schadenfroh; aber es hat uns doch einen Anblick 
ungetrübtester Heiterkeit verschafft, die englische Plutokratenclique nach dem Beitritt 
Sofias zum Dreimächtepakt und dem Einmarsch deutscher Truppen in Bulgarien sich im 
Schweiße ihres Angesichtes abmühen zu sehen, Stimmung zu machen. Da saßen die er- 
lauchtesten Geister der britischen Publizistik zusammen und brüteten stöhnend darüber 
'nach, wie man es seinem Kinde sagen soll. Man hatte sich offenbar arg in die Brennesseln 
gesetzt. Es waren noch keine acht Tage vergangen, da hatte man von der Höhe der 
Londoner Alles- und Besserwisserei herab mit dem Brustton tiefster Überzeugung erklärt, 
daß die bösen Deutschen die Absicht hätten, Bulgarien zu vergewaltigen, daß sie aber in 
diesem tapferen Bergvolk einen Gegner gefunden hätten, mit dem nicht leicht Kirschen 
essen sei. Ein zweites Griechenland tue sich auf, und Englands Hilfe und Unterstützung sei 
ihm gewiß. Überhaupt sei dieser Sache wegen der ganze Balkan in Gärung geraten, und 
man gehe wohl nicht fehl in der Annahme, daß dort für die nächste Zeit einiges zu erwarten 
stehe. 

Diese Annahme hat dann auch in der Tat nicht getrogen. Aber daß sie sich so ganz anders 
verwirklichen würde, als man sich das in London gedacht hatte, das war denn doch gegen 
die Abmachung, und es gab in der englischen Presse und Öffentlichkeit auch trotz strengster 
Handhabung der Zensur doch einige naseweise Neugierige, die mit gedämpftem 
Temperament Aufklärung verlangten. Was sollte man antworten? Daß man von der 
Entwicklung selbst keine blasse Ahnung gehabt, daß man vor lauter Bäumen den Wald 
nicht gesehen hatte und wie ein Blinder durch stockfinstere Nacht geirrt war? Das konnte 
man nicht sagen, ohne der englischen Diplomatie und dem in aller Welt als besten 
Nachrichtendienst ausposaunten Secret Service eine schwere Autoritätseinbuße zuzufügen. 
Blieb also nichts anderes übrig, als einfach den Spieß umzudrehen, 
-420- 

den Bulgaren mit finsteren Drohungen zu kommen und den Deutschen vorzurechnen, 
welchen Schaden sie sich selbst durch diese unüberlegte Aktion, die man im übrigen längst 
vorausgesehen und erwartet hatte, zugefügt hätten. Sie wären nun näher an das englische 
Operationszentrum herangerückt, — als wenn wir das nicht gewollt hätten! Sie verzettelten 



ihre militärischen Kräfte und handelten -damit der fundamentalsten Grundregel des 
Kriegführens zuwider, nämlich auf möglichst engem Raum zu schlagen und sich zur 
Erkämpfung des Sieges nicht über Gebühr mit peripherischen Vorgängen abzugeben. Man 
vergaß dabei ganz, daß London schon seit Monaten bemüht ist, weitab vom Schuß einen 
Kriegsschauplatz nach dem anderen aufzumachen, und zwar nicht zur vernichtenden 
Niederkämpfung des Gegners, sondern offenbar nur zur Erringung mehr oder weniger 
zweifelhafter Prestigeerfolge zwecks Hebung der allmählich doch langsam absinkenden 
englischen Volks Stimmung. 

Aber das nur nebenbei. Eine Londoner Zeitung verstieg sich in ihrer schwitzenden Angst 
sogar zu der grotesken Behauptung, Hitler habe sich bei seinem bulgarischen Abenteuer 
endgültig als Dilettant entlarvt. Er habe offenbar die Nerven verloren, suche nun Lorbeeren 
zu ernten auf Kriegsschauplätzen, die außerhalb jedes deutschen Interesses lägen, und die 
katastrophalen Folgen seines leichtsinnigen Vorgehens würden sich ja nun bald schon 
zeigen. Diese Litanei kennen wir. Sie würfle in London auch gebetet, als deutsche Truppen 
im April des vergangenen Jahres in Norwegen einrückten und Mr. Churchill einen fetten 
Bissen vor der Nase wegschnappten, den er eben in aller Gemütlichkeit zu verzehren im 
Begriff war. Mr. Chamberlain seligen Angedenkens erklärte damals, Hitler habe den 
Autobus verpaßt, während Mr. Churchill sich doch nicht so weit in der Gewalt hatte, daß 
ihm nicht die wütende Drohung entschlüpft wäre, er werde dafür sorgen, daß der Fluch der 
Nazityrannei noch in diesem, das heißt im vergangenen Sommer, vom geheiligten Boden 
Norwegens vertrieben würde. Ob wir oder die Engländer den Autobus verpaßt haben, 
darüber wird eine spätere Geschichtsschreibung befinden müssen. Daß aber Mr. Churchill 
seine finstere Drohung nicht verwirklichen konnte, das wird sich auch jetzt schon allgemein 
herumgesprochen haben. Seine Schiffe dürfen sich norwegischem Territorium 
-421- 

nur nächtlicherweise in der Nähe einer einsam gelegenen und unbefestigten Lofoteninsel 
nähern, und selbst da müssen sie nach ein paar Stunden Aufenthalt wieder bei Nebel und 
Dunkel retirieren. 

Und so ist das auch mit dem Balkan, der einmal das Pulverfaß Europas genannt wurde. Dort 
sind die Herren Engländer, die sich in den Hauptstädten des europäischen Südostens mit 
ihren Spitzelbanden wohnlich eingerichtet hatten, Zug um Zug hinauskomplimentiert 
worden. Sie haben da nichts mehr zu bestellen. Sie müssen die Wahrung ihrer Interessen 
den Diplomaten ihrer Vettern jenseits des großen Teiches überlassen, die sich auch nach 
besten Kräften bemühen, in den Bars von Sofia das Tipperary-Lied anstimmen zu lassen, 
wofür sie dann bisweilen ein paar hinter die Ohren bekommen. 

Sonst aber tut sich dort unten gar nichts, was das englische Auge oder Ohr erfreuen könnte. 
Der Einmarsch der deutschen Truppen in Bulgarien ist reibungslos vonstatten gegangen. 
Das bulgarische Volk hat ihnen vielfach begeistert zugejubelt. Die von den Engländern 
prophezeite levee en masse hat nicht stattgefunden. Und nun sitzen die betrübten Lohgerber 
in London an den Bächen ihrer Illusionen, um den weggeschwommenen Fellen 
nachzutrauern. Wir gehören nun nicht zu denen, die einen diplomatisch-militärischen Erfolg 
über Gebühr aufbauschen und jetzt meinen, der Krieg sei zu Ende. Das nicht! Aber es kann 
auch kaum bezweifelt werden, daß das Reich einen großen Sieg davongetragen hat und 
London eine Einbuße seines Prestiges erlitt, die kaum wieder gutzumachen sein wird, ganz 
abgesehen von den militärischen und wirtschaftlichen Chancen, die ihm dabei verloren- 
gingen. 



Mag sein, daß man das in England nicht einsieht. Wahrscheinlicher aber ist, daß man nur so 
tut, daß man den Balkan kaltschnäuzig abschreibt, weil einem die Trauben zu hoch hängen. 
Aber das ist auch unerheblich. Entscheidend ist nur der Effekt. Ein lebenswichtiges Gebiet 
Europas, das man in London bei Beginn des Krieges fast wie selbstverständlich für 
Englands Interessen reklamierte, hat sich ganz und gar dem Einfluß Großbritanniens 
entzogen. Die ehemaligen Schüler von Eton und Oxford, die dort bekanntlich die politische 
Weisheit mit Löffeln fressen, haben sich wieder einmal übertölpeln lassen. Während sie 
schwadronierten und 
-422- 

intrigierten, hat das Schicksal seinen Lauf genommen. Und nun sind im Südosten für die 
weitere Kriegführung unabänderliche Tatsachen geschaffen worden, mit denen man sich 
auch in London abfinden und die man dort mit in Rechnung stellen muß. 
Hier ist guter Rat teuer. Im englischen Rundfunk hat kürzlich ein junger Mann des Mr. 
Churchill — sein Name tut nichts zur Sache — einen Vortrag gehalten, in dem er Ausschau 
nach neuen Köpfen hielt. Er erklärte mit einer in London sonst seltenen Freimütigkeit, die 
jetzige englische Führung sei zu alt und zu zynisch. Man müsse sie zu verjüngen suchen. Im 
Parlament zwar könne man keine hoffnungsvollen Talente finden; vielleicht aber seien sie, 
wenn auch noch unbekannt, in der Industrie oder beim Luftschutz vorhanden. Jedenfalls 
solle man es mal mit einem versuchen, und wenn der Versuch auch mißlinge, da ja jeder 
Anfänger in der Regierung doch von den Routiniers aus der Plutokratie überspielt werde, so 
sei damit doch etwas gewonnen. Man wisse dann wenigstens, woran man sei. Die Obernazis 
seien nur groß im Haß; die kommenden englischen Führer aber müßten groß in der Liebe 
sein. 

Ja, auch wir trauten zuerst unseren Augen nicht, als wir das lasen. -So also steht es um 
England! Man muß den Fernstecher nehmen, um das Gelände nach Köpfen abzusuchen. 
Wenn sie aber im Parlament nicht zu finden sind, wozu dann überhaupt ein Parlament? 
Denn wir können doch nicht annehmen, daß die geheiligten Einrichtungen der britischen 
Demokratie nur dazu da sind, eine negative Menschenauslese zu betreiben. Und was den 
englischen Luftschutz anlangt — wir kennen zwar die Güte dieser Organisation zu wenig, 
um uns darüber ein endgültiges Urteil erlauben zu können, aber wir glauben doch wohl 
nicht, zuviel zu sagen, wenn wir bescheiden bemerken, daß sich die gegenwärtigen Führer 
der englischen Politik wahrscheinlich besser für den Luftschutz als die Führer des 
Luftschutzes sich für die Politik eignen. Immerhin aber müssen wir dem .geschätzten 
Sprecher des englischen Rundfunks in einem beipflichten: man soll es wenigstens einmal 
versuchen. Der hoffnungsvolle Luftschutznachwuchs wird sich schon sehr anstrengen 
müssen, wenn er es noch schlechter machen will als die vergilbten Lords, die augenblicklich 
die Geschicke des englischen Weltreichs 
-423- 

lenken. Und sollte er versagen, dann kann man es ja immer noch mit einer Anleihe bei der 
Feuerwehr probieren. 

Aber so was kritisiert von der Höhe einer souveränen Besserwisserei herab unser 
nationalsozialistisches Führungs- und Ausleseverfahren. So was erdreistet sich, uns 
naseweise Ratschläge zu erteilen und die Welt mit dem hysterischen Geschrei von der 
besseren, geistigeren und moralischeren Sache, die England angeblich verficht, zu erfüllen. 
Diese alten Zyniker erregen mit ihrer stupiden Talentlosigkeit schon fast die Auf- 
merksamkeit der Polizei. Und trotzdem versuchen sie immer wieder, ob gerufen oder 



ungerufen, sich den Völkern als die wahren Erretter von Kultur, Zivilisation und Ethik 
anzubieten. Merken sie denn gar nicht, daß sie anfangen, lästig zu fallen? Haben sie denn 
überhaupt kein Gefühl dafür, daß die neue Welt längst über sie hinweggeschritten ist, und 
daß sie beispielsweise im modernen Europa eine Figur spielen, die eher zum Lachen als zur 
Bewunderung Anlaß bietet? 

Und nun warten wir gespannt auf die neuen britischen Führer, die groß in der Liebe sind. 
Viel Rares wird wahrscheinlich nicht dabei herauskommen. Aber es interessiert uns doch 
vom psychologischen Standpunkt aus, wie man diese Sache in London aufputzen will. Wir 
sehen sie im Geiste schon vor uns, diese Jesusse in Cut und Zylinder, die auf Bauernfang 
ausgehen, mit der Bibel unter dem einen und mit der Hungerpeitsche unter dem anderen 
Arm, bereit zu hassen, wenn sie gewinnen, und ebenso bereit zu lieben, wenn sie verlieren. 
Hätten wir nicht so viel Sinn für Humor und für unfreiwillige Komik, dann würden wir 
dieses Bild über die Maßen ekelhaft und abscheuerregend finden. So aber können wir uns 
nur darüber amüsieren. Die britische Plutokratie ist eine Menschensorte für sich. Sie kann 
mit nichts anderem überhaupt verglichen werden. Wenn wir uns auch Mühe geben, sie zu 
verstehen — sie wird uns nie verstehen. Man ist sich bei ihr manchmal direkt im Zweifel 
darüber, ob das, was sie sagt, nun purer Schwindel ist oder ob sie wenigstens selbst das 
glaubt, was sie behauptet. Es wird wohl beides oft der Fall sein. Diese alten Zyniker haben 
durch jahrzehntelange Übung die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge so gründlich 
verwischt, daß sie sich am Ende selbst nicht mehr auskennen. 
-424- 

Wer weiß, ob sie sich nicht auch in allem Ernst eingeredet haben, daß wir und nicht sie auf 
dem Balkan die Verlierer sind. Aber das ist ja nicht einmal so wichtig. Wichtig ist nur, daß 
sie eines Tages einzusehen beginnen, daß sie wirkliche Prügel beziehen, und zwar überall 
da, wo sie uns eine dafür geeignete Körperfläche hinhalten. 
So was muß man doch auf die Dauer merken. 
425- 

Der deutsche Osten 

Rede zur Eröffnung der umgestalteten Theater in Posen 

18. März 1941 

Seit jeher ist der Osten deutscher Schicksalsraum gewesen. Durch die Jahrhunderte 
hindurch ziehen die endlosen Züge deutscher Kolonisatoren gen Osten, um hier als Pioniere 
unser Volkstum und Vorboten unserer Rasse unsere Kultur zu festigen und zu verankern. 
Zahllose Spuren hinterlassen sie in diesem Raum. Burgen, Dome und Städte zeugen von der 
kulturschöpferischen Fähigkeit und Tätigkeit der Germanen, die den Osten überhaupt erst 
zu einem bewußten zivilisatorischen Leben erwecken. Hierhin verlagert sich 
jahrhundertelang das ganze Schwergewicht unseres nationalen Lebens. Von hier auch 
bezieht das Reich dann einen großen Teil seiner bedeutenden Männer. Eine Befruchtung der 
nationalen Führung durch Menschenaustausch findet statt, deren großartige Ergebnisse aus 
unserer Geschichte überhaupt nicht mehr wegzudenken sind. Immer, wenn das Reich stark 
und mächtig ist, wenn sich seine Bürger, sei es auch nur unbewußt und instinktiv, ihrer 
großen Mission Europa und der Menschheit überhaupt gegenüber bewußt bleiben, ist diese 
Wechselbeziehung in Funktion und spendet dem Deutschtum einen zusätzlichen 
Kräftezuschuß, der gar nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Immer aber auch, wenn 
das Reich, von schweren Krisen, Kriegen, Religions Streitigkeiten oder Revolutionen 
heimgesucht, seinen inneren Zusammenhalt verliert, gehen gleichzeitig und fast 



zwangsläufig die starken Bindungen zu seinen östlichen Raumfunktionen verloren. Das 
Reich besitzt dann nicht mehr die magnetische Kraft, um seine peripherischen Teile an sein 
starkes Zentrum heranzuziehen. Die Grenzen zerfallen, die endlosen Züge der Kolonisation 
ergießen sich wieder zurück, teils dem Zwang der politischen Gegenkraft, teils aber auch 
einer schwermütigen Sehnsucht gehorchend, die sie zurückruft in das Reich selbst, wenn es 
seine tragischen Stunden durchlebt. 

Dann aber erhebt auch immer wieder das Polentum sein Haupt. Zu 
-426 

einer staatlichen Schöpfung vollkommen unbegabt, ohne jede konstruktive politische 
Gestaltungskraft, besitzt es nur die Fähigkeit, das vom Germanentum in verschwenderischer 
Fülle hinterlassene kulturelle und wirtschaftliche Erbteil eine Zeitlang verwaltend und 
verteilend aufzuzehren, um dann wieder in die narkotische Erstarrung der geschichtlichen 
Formlosigkeit zurückzusinken. Hier setzen dann auch die krampfhaften Versuche der 
jeweiligen polnischen Saisonstaaten ein, die vom Germanentum hinterlassenen stolzen 
Zeugen seiner Schöpferkraft frech für sich zu okkupieren, sich in seinen Burgen, Domen 
und Rathäusern wohnlich einzurichten und darin ein staatliches und kulturelles Eigenleben 
vorzutäuschen, das in Wirklichkeit nur Schein und Fassade ist. 

In Stunden der Einkehr und Besinnung mögen wir Deutschen von heute manchmal die 
endlosen Züge germanischen Kultur- und Kolonisationswillens, die nach Osten zogen, hier 
lebten und schufen, zurückfluteten oder in den endlosen Steppen der weiten östlichen 
Ebenen vergingen, noch einmal vor unserem geistigen Auge Revue passieren lassen. Man 
könnte sich dabei vielleicht die Frage vorlegen, ob diese verschwenderischen Opfer sich 
überhaupt gelohnt haben, ob der Osten sie wert gewesen sei und ob der dabei erzielte 
völkische Nutzen in einem noch erträglichen Verhältnis zum gemachten Aufwand stehe. 
Diese Frage müßte rundweg verneint werden, wenn dieser ganze Prozeß in unserer Zeit 
nicht seine Erfüllung fände, wenn nicht wir das Erbe vollstrecken wollten, das unsere Väter 
uns, mit Blut gesegnet, zu treuen Händen übergaben. 

Wir sprechen also nicht für uns und nicht von uns, wenn wir vom deutschen Osten reden; 
wir sind dabei Wortführer ungezählter deutscher Generationen vor uns und ungezählter 
deutscher Generationen nach uns. Wir sind das Bindeglied zwischen einer vergangenen 
Romantik zu einem kommenden völkisch und national bestimmten Realismus der 
Problematik des Ostens. Wir haben die Aufgabe zu vollstrecken, was unsere Väter in immer 
aufs neue sich wiederholenden kühnen Anstürmen begannen, aber nicht zu Ende führen 
konnten. 

Es hat das vielleicht seinen tiefsten Grund in der Tatsache, daß der Osten für alle unsere 
Vorgänger doch mehr oder weniger ein Siedlungs- und nicht so sehr ein Volkstumsproblem 
war. Erst der Nationalsozialismus 
-427- 

hat uns die Augen geöffnet für die Verzahnung von Fragen der Kolonisation und der Rasse. 
Wir sehen deshalb heute die Fragestellung des Ostens in einem ganz anderen Lichte, als 
unsere Vorfahren das auf Grund der ihnen gegebenen und möglichen Erkenntnisse 
überhaupt konnten. Der Osten ist für uns nicht mehr Schuttabladeplatz für im Reich ge- 
scheiterte Beamte und Offiziere, nicht mehr Experimentierboden neuer Wirtschaftstheorien, 
kein Strafversetzungsfeld für kurzsichtige Behörden, die nach dem Grundsatz verfahren, 
daß das, was in unserem Vaterlande sich als unbrauchbar erwiesen hat, für den Osten immer 
noch gut genug, wenn nicht eigentlich sogar zu schade sei. Böse Zungen behaupten, daß 



dieser Grundsatz auch heute noch gelegentlich hier und da praktiziert werde. Er stellt so 
ungefähr das genaue Gegenteil von dem dar, was wir Nationalsozialisten unter Ostpolitik 
verstehen. Denn entweder ist dieses Land deutsches Land, dann muß es aber auch in all 
seinen Funktionen dem Reich eingegliedert und einverleibt werden, dann ist die Tatsache, 
daß es infolge seiner tragischen geschichtlichen Entwicklung auf diesem oder jenem Gebiet 
anderen Teilen des Reiches gegenüber etwas zurücksteht, nur ein Beweis dafür, daß hier 
mehr getan werden muß als anderswo, und daß das Beste an Menschenmaterial und 
wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungsmöglichkeiten für den Osten gerade gut 
genug ist. Oder aber wir sehen in diesem Land, wie das wilhelminische Deutschland, nur 
einen Appendix des Reiches, — warum dann aber so viel Aufwand, und warum vor allem 
die leeren Klagen über die Wandelbarkeit des geschichtlichen Zustandes im Osten, wenn 
wir seine Ursachen und eigentlichen Bedingungen nicht beseitigen wollen? 
Es ist deshalb kein Zufall, wenn jetzt sogar mitten im großen Schicksalskampf unseres 
Volkes schon der nationalsozialistische Aufbau des Ostens kraftvoll begonnen wird, und 
zwar nicht nur auf Gebieten, die für den gegenwärtigen Krieg, sondern auch auf solchen, die 
für den kommenden Frieden von ausschlaggebender Bedeutung sind. Theater und Schulen, 
die wir im Osten eröffnen, sind unsere Ordensburgen. Sie sind die Bollwerke unseres 
Kolonisationswillens. Sie repräsentieren das neue Großreich und bauen es aus nach der 
Richtung hin, die für uns einfach eine Lebensfrage darstellt. Es widerspricht also nicht der 
gegenwärtigen Zeit und ihren Erfordernissen, wenn wir in Posen das neugestaltete 
-428- 

Theater mitten im Krieg zur Eröffnung bringen und es in einem Festakt seiner Bestimmung 
übergeben. Im Gegenteil, es ist nur ein anderer, ergänzender Ausdruck dieser harten, 
männlichen Zeit. 

Als die Pläne zur Umgestaltung dieses Theaters schon gleich nach der Wiedereingliederung 
des Warthegaues in das Reich an mich herangetragen wurden, habe ich sofort mit Freuden 
dafür meine Unterstützung zur Verfügung gestellt. Ich wollte den Männern, die dieses 
Projekt faßten, nicht mit der billigen Ausrede kommen, das werde sich alles nach dem 
Kriege schon finden, wir hätten heute größere und wichtigere Sorgen. Mag sein, daß andere 
Sorgen aktueller sind, — größer und wichtiger können sie nicht sein. Es ist ungeschichtlich, 
mit Volksblut Provinzen zu erobern und sie dann sich selbst zu überlassen. Wir wollen im 
Osten endgültige Klarheit schaffen, und vor allem ein Gau an der Grenze des Reiches 
bedarf der Sicherheit seiner politischen Existenz, die niemals auf die Dauer allein durch die 
militärische Macht garantiert werden kann. Man muß den Mut haben, sich wohnlich 
einzurichten. Man darf ein Gebiet, das man für immer behalten will, nicht nur besetzen, man 
muß es im wahrsten Sinne des Wortes einnehmen. 

Ich habe schon vor drei Jahren in Breslau gelegentlich der Übernahme der dortigen 
Ehrenbürgerschaft die Stellung des nationalsozialistischen Reiches zum Osten öffentlich 
zum Ausdruck gebracht. Sie hat sich seitdem nicht geändert. Geweitet hat sich für uns nur 
das Blickfeld des Ostens. Es sind radikalere Lösungen möglich geworden. Wir brauchen uns 
nicht mehr mit Halbheiten und Kompromissen zufrieden zu geben. Ich sagte damals, daß es 
das Charakteristikum eines wirklich völkischen Lebens sei, gefährdete Stellen rechtzeitig 
abzuschirmen und gerade da die nationalen Reserven zusammenzuziehen, wo der Ansturm 
der feindlichen Kräfte am ehesten zu erwarten ist. Auch der menschliche Körper 
funktioniert nach dieser Grundregel. Auch er pflegt eine kranke Stelle nicht aufzugeben, 
sondern gerade an dieser alle Abwehrkraft, die überhaupt an anderen Stellen ohne deren 
eigene Gefährdung entbehrlich erscheint, zu konzentrieren und zum Schütze des 



Gesamtorganismus einzusetzen. Wo könnte diese Grundregel größere Berechtigung haben 
als gerade im politischen Leben unseres Volkes? Der Osten ist unsere nationale Peripherie. 
Hier gerade muß die Zirkulation unseres Volksbluts 
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immer wieder angeregt und beschleunigt werden. Hier gerade müssen wir die hellsten 
Gehirne und die stärksten Herzen, über die das Vaterland verfügt, einspannen. Sie sind dazu 
da, und es ist ihre nationalpolitische Aufgabe, dafür zu sorgen, daß der Pulsschlag des 
Reiches bis in seine letzten Zellen fühlbar und hörbar wird. 

Ich habe dem damals Gesagten heute nichts mehr hinzuzufügen. Es ist das Programm des 
Nationalsozialismus für den deutschen Osten. Es wird sich in ungezählten Menschen und 
Einrichtungen verwirklichen müssen. Jahre und Jahrzehnte werden darüber vergehen; aber 
es wird einmal so sein, wie wir es früher oft erträumten, wie wir es in unseren Liedern 
sangen und wie unsere Dichter es uns beschrieben: Auf weiten Äckern werden hier gelbe 
Ähren wogen, Brot für unser Volk, auf eigener Scholle gewachsen. Harte 
Bauerngeschlechter werden im Osten die Wacht halten. Schwert und Pflug stehen bereit, 
den Frieden zu bewahren und zu gestalten. Ein reiches und unerschöpfliches deutsches 
Kulturleben wird sich hier entfalten können. Das Reich wird hier zu Hause sein in allen 
Menschen und auf allen Feldern. Jeder junge deutsche Mann wird es für seine Ehre halten 
müssen, wenigstens ein paar Jahre seines Lebens dem Osten zu weihen. Ungezählte 
darunter werden hier bleiben und den Wall der Leiber verstärken, der unser Vaterland 
beschirmt. 

Das Theater in Posen, im Jahre 1910 nach den Entwürfen von Professor Littmann erbaut, ist 
einzigartig in seiner architektonischen Anlage wie in seiner zweckmäßigen, für die 
Bühnenkunst bestimmten Konstruktion. Es wurde nun neu getreu im Sinne seines Schöpfers 
und Erbauers gestaltet. Es galt dabei, eine Unmenge von noch aus der Polenzeit 
stammenden Stil- und Geschmacklosigkeiten zu entfernen, das Haus in seiner 
ursprünglichen Gestalt wiederherzustellen und es in neuem Glanz wieder erstehen zu lassen. 
Dieses bauliche Wunder wurde trotz des Krieges in kürzester Zeit verwirklicht. Die Kosten 
dazu hat das ganze deutsche Volk beigesteuert. Es wollte damit zum Ausdruck bringen, daß 
es den Osten nicht als unwillkommenen Gast, sondern als vollwertiges Glied der Familie in 
seine Gemeinschaft aufgenommen hat. 

Die Neugestaltung dieses Theaters ist der Anfang einer großzügigen und umfassenden 
Planung kulturellen Aufbaues in diesem und in den anderen Ostgauen. Ich nenne in diesem 
Zusammenhang nur Städte wie 
-430- 

Danzig, Königsberg, Breslau und Kattowitz, die von jetzt ab in die besonders pflegliche 
Fürsorge des Reiches genommen werden sollen. Es ist für uns gänzlich unvorstellbar, den 
Osten anders zu behandeln als die Mitte oder den Norden, den Westen oder den Süden des 
Reiches. Gerade hier gilt es vor allem, starke kulturelle Kräfte zu konzentrieren und den 
Aufbau in diesem Gebiet so zu beschleunigen, daß in absehbarer Zeit ein Abstand zwischen 
dem Kulturstand in anderen Teilen des Reiches und dem im Osten nicht mehr bemerkt 
werden kann. Nach dem Kriege gleich beginnend soll dieses Programm verwirklicht 
werden. Es ist, wie alles, was wir Nationalsozialisten einmal in Angriff nehmen, nicht ein 
Programm der Theorie, sondern tatkräftiger und energischer Praxis. Der Führer selbst hat 
dazu den Befehl und die Initiative gegeben. Wir vollstrecken in der Verwirklichung dieses 
Programms nur seinen Willen. 



In diesem neugestalteten Hause soll die Theaterkunst der Oper, des Schauspiels, aber auch 
der Operette und der heiteren Muse eine bleibende Pflegestätte erhalten. Was zur 
Durchführung eines geregelten und gesicherten Theaterbetriebs an Geldmitteln vonnöten ist, 
wird, soweit Gau und Stadt Posen nicht in der Lage sind, solche Summen aufzubringen, 
vom Reiche beigesteuert werden. Denn Theater und Schulen sind die Bollwerke unseres 
nationalsozialistischen Behauptungswillens. In ihnen verkörpert sich nicht nur die 
kulturelle, sondern auch die politische Kraft des Reiches. 

Wenn ich also die Gelegenheit der Wiedereröffnung dieses Hauses ergreife, um zum 
deutschen Osten zu sprechen, so soll damit auch die Proklamation eines kulturellen 
Aufbauprogramms verbunden sein, das weit über den Bezirk dieser Stadt hinaus für 
sämtliche Ostprovinzen des Reiches gelten wird. Ich richte deshalb von dieser Stelle aus den 
Gruß der Reichsregierung an den ganzen deutschen Osten. Er ist nun in die Obhut des 
Reiches aufgenommen. Ich richte diesen Gruß an die Gauleiter unserer ostdeutschen Gaue 
und an ihre tapferen politischen Kämpfer, die hier auf der Wacht stehen, um das, was unsere 
Soldaten mit ihrem Blut erkämpft haben, treulich zu behüten und zu bewahren. 
In diesen neugestalteten Räumen umfängt uns beim ersten Betreten des Hauses schon gleich 
die Atmosphäre, die wir in deutschen Theatern anzutreffen gewohnt sind. Das ruhige 
Ebenmaß der Formen und Dimen- 
-431- 

sionen, der wunderbare Zusammenklang von Licht und Farbe vermittelt dem Besucher jene 
Stimmung, die notwendig ist, um ihn zum beglückendsten Erlebnis der Theaterkunst 
überhaupt kommen zu lassen. Dazu ist dieses Haus auch bestimmt. Es soll ungezählten 
Menschen, die hier im Osten für das Reich arbeiten und kämpfen, an ungezählten Abenden 
Freude, Erholung und Erbauung geben. Es soll sie aber vor allem auch mit jenem Stolz auf 
das Deutschtum erfüllen, den die Bürger des Reiches gerade in diesen Provinzen so 
dringend nötig haben. Sie sollen wissen, was sie hier festhalten und verteidigen. Ihnen soll 
auch im Alltag stets das große Reich mit seinen unerschöpflichen kulturellen und 
wirtschaftlichen Hilfsquellen vor Augen stehen. Hier soll das Deutschtum zu Hause sein, 
hier soll es eine Pflegestätte finden, die sich an Idealismus und Hingabebereitschaft an das 
große Werk von keiner anderen im Reich übertreffen lassen will. 

Wir grüßen alle in dieser Stunde in Treue und Gehorsam den Führer. Er hat dieses Land 
zurückgeholt in den Verband des Reiches. Es ist sein Wille, daß es nach allen Richtungen 
hin ausgebaut und gesichert werde. Seine staatsmännische und soldatische Tat bedeutet die 
endgültige Rettung des deutschen Ostens. Durch sie wird die vielhundertjährige 
Kolonisationsarbeit in diesem schweiß- und blutgetränkten Lande erst ihre Erfüllung finden. 
Wenn heute das Reich unter seiner starken Führung in seinem schwersten Schicksalskampf 
steht, so begleiten unsere Gedanken und heißesten Wünsche ihn auf seinem geschichtlichen 
Weg. Der Gruß an ihn in dieser festlichen Stunde ist der Gruß des Ostens an das ganze 
Deutsche Reich. 

Die Menschen, die in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren in diesem Hause 
Entspannung und Erbauung suchen und finden werden, sollen damit auch dieses Theater 
liebgewinnen. Es wird ein Publikum sein, das mehr als anderswo im Reich in der Bühne 
eine moralische Anstalt im Schillerschen Sinne erblickt. Hier wird das Deutschtum von der 
Bühne zum Publikum, aber auch wieder vom Publikum zur Bühne sprechen. Damit 
übernehmen aber auch die schaffenden Künstler dieses schönen Hauses eine besonders 
große nationalpolitische Verpflichtung. Auch sie stehen auf vorgeschobenem deutschem 



Kulturposten. Auch sie sind Pioniere unseres Volkstums und unserer Kunst. Möge diese 
Aufgabe 

-432- 

ihnen immer vor Augen stehen, dann werden sie auch in der Mitarbeit am großen 
Aufbauwerk des Ostens niemals eine lästige Pflicht, sondern immer nur eine stolze Ehre 
sehen. 

So wende ich mich denn zum Schluß an die, die dieses Theater mit Leben erfüllen sollen. 
Wie oft werden sie von nun ab von dieser Bühne herab in Versen und Melodien die Herzen 
der Menschen erheben, anfeuern und beschwingen! Möge ihnen dabei immer das Wort als 
Motto dienen, das Richard Wagner im "Tannhäuser" durch den Mund des Landgrafen an die 
schaffenden Künstler richtet: 

"Auf, liebe Sänger, greifet in die Saiten! Die 
Aufgab' ist gestellt, kämpft um den Preis Und 
nehmet all' im voraus unsern Dank!" 

Damit erkläre ich die Theater in Posen nach ihrem Umbau für eröffnet und übergebe sie im 

Auftrage des Führers ihrer Bestimmung. 

-433- 

Der Frömmste unter uns allen 

23. März 1941 

Lord Halifax ist der Frömmste unter uns allen. Er hat sich sogar m London eine eigene 
Kirche angelacht, und dort pflegte er, solange er noch britischer Außenminister war, jeden 
Sonntagmorgen vor Antritt seines im übrigen auch der Beglückung der Menschheit 
geweihten Dienstes in der Downingstreet vor einer Gemeinde von Kennern und Mitwissern 
zu predigen. Da saßen sie dann in ihren hohen Kirchenstühlen, die alten, leicht vergilbten 
Misses mit den welken Halshäuten und die glattrasierten feinen Plutokratenlords mit dem 
diskret angedeuteten Embonpoint, frisch gesäubert und eben erst dem Bad der Unschuld 
entstiegen, und hörten mit zustimmendem Kopfnicken zu, wenn der erlauchte Gottes Streiter 
Sätze aus der Bibel auf Englisch erklärte, wie etwa: "Liebet einander!" oder "Du sollst die 
Hungernden nähren und die Durstigen tränken!" Hin und wieder schlief wohl einer dabei 
ein, aber die Mehrzahl war mit ganzem Herzen dabei. Es tut so gut, nach einer Woche 
angestrengter Arbeit, in der man seinen Geldgeschäften nachgegangen ist und hier und da 
wohl auch eine kleinere oder größere Schiebung mit unterlaufen lassen mußte, am Sonntag 
dem Herrn zu dienen. Das gibt ein wohliges Gefühl seelischer und moralischer 
Ausgeglichenheit, und wohin kämen wir Engländer, wenn Gott, unser erhabenster 
Landsmann, nicht mit von der Partie wäre! 

Diese zu Herzen gehenden Erb auungs stunden sind ja nun zu Ende. Lord Halifax ist, mit laut 
geschmetterten Lobessprüchen und leise hingemurmelten Verwünschungsflüchen Mr. 
Churchills ausgestattet, über den großen Teich gezogen, um in den Vereinigten Staaten das 
verwaiste Erbe des verblichenen Lord Lothian anzutreten. Keine dankbare Aufgabe 
angesichts der Tatsache, daß England viel verlangt und wenig, nach Möglichkeit sogar 
nichts bezahlen will. Auch ist es noch nicht so ganz ausgemacht, ob die Yankees bei dem 
Geschäft nicht doch vielleicht dunkle Pläne verfolgen, die darauf hinauslaufen, 
Großbritannien 
-434 



so tief wie möglich in das Kriegsabenteuer zu verstricken, um es später nach seinem 
Zusammenbruch um so gründlicher beerben zu können. Es gibt Witzbolde, die heute schon 
behaupten, die USA. wären fest entschlossen, bis zum letzten Engländer zu kämpfen. Bis 
jetzt zwar haben die britischen Lords es noch verstanden, den Amerikanern für ihre Schiffe 
und Waffen Stützpunkte auf der anderen Hemisphäre anzudrehen, die sich als elende und 
fast wertlose Sumpfgebiete entpuppten. Aber irgendwann und irgendwo wird man wohl 
Federn lassen müssen. Und die Volksstimmung in den Vereinigten Staaten, zwar durch eine 
großangelegte jüdische Presse- und Rundfunkmache künstlich erhitzt, ist denn doch noch 
nicht so, daß man die Aufgabe Lord Halifax* schon jetzt als geradezu gelöst bezeichnen 
könnte. 

Da gibt es beispielsweise in den USA. eine Gruppe von Männern, die sich in all dem 
Wirrwarr der Meinungen noch so viel Menschlichkeit und gesunden Verstand bewahrt 
haben, daß sie die Forderung aufstellen, man müsse wenigstens den unschuldigen Kindern 
jener belgischen Männer, die schließlich für England, wenn sie auch von London den 
denkbar schlechtesten Lohn dafür erhielten, unter Einsatz ihres Lebens gekämpft haben, 
etwas von dem Überfluß an Nahrungsmitteln zukommen lassen, an dem Amerika zu 
ersticken droht. 

Und nun. erscheint Lord Halifax auf der Bildfläche. Ohne Talar, und statt einer Bibel, aus 
der er sonst so gerne fromme Sprüche vorliest, schwenkt er diesmal ein diplomatisches 
Schriftstück in der Hand, und darauf steht schwarz auf weiß zu lesen, daß von einem 
ungefährdeten Transport amerikanischer Lebensmittel für hungernde belgische Kinder 
durch die sogenannte englische Blockade gar keine Rede sein könne. Wer davon spreche, 
huldige einer falschen Humanität. Jedes Land müsse für Englands glorreichen Sieg die 
notwendigen Opfer bringen; und was gelte schon das Leben belgischer Kinder, wenn nur 
die britische Plutokratie auch diesmal wieder mit einem blauen Auge davonkomme. 
Seht dieses Geschöpf Gottes! Ach wie fromm, ach wie traut! 

Wir haben mit Frankreich einen kurzen, aber harten Feldzug geführt. Seine plutokratische 
Herrenschicht hat es teuer bezahlen müssen, daß sie das Reich mitten im Frieden überfiel 
und mit Krieg überzog. Das 
-435- 

aber hat uns nicht davon abhalten können, die Leiden der französischen Bevölkerung, auch 
wenn die Pariser Hetzer unserem Volke im Falle ihres Sieges ganz etwas anderes zugedacht 
hatten, soweit wie möglich zu mildern. Als sich kurz vor der Einnahme von Paris die 
Millionenzüge französischer Flüchtlinge nach dem Süden des Landes in Bewegung setzten 
— wir kennen alle noch die Bilder dieser die Landstraßen übervölkernden Prozessionen des 
Grauens — , als unsere motorisierten Truppen über sie hinweg dem fliehenden Feind 
nachstießen, da waren es deutsche Soldaten, dieselben, die von den englischen Lords als 
Barbaren und Diener des leibhaftigen Antichrist angepöbelt werden, die an ihren Feld- 
küchen ohnmächtig umfallende französische Männer, Frauen und Kinder mit Nahrung 
versorgten. Hätte damals die von den Franzosen im Frieden jahrelang bespöttelte 
Nationalsozialistische Volkswohlfahrt nicht eingegriffen, dann wären in Frankreich 
Hunderttausende von Flüchtlingen verhungert in den Straßengräben liegengeblieben. 
So sind wir nun mal, wir Deutschen! Und wir schämen uns nicht einmal, so zu sein. Auch 
im Kriege tun wir nur das, was zur Erringung des Sieges notwendig ist; darüber hinaus aber 
bleiben wir Menschen, Ebenbilder Gottes, um mich im Jargon Lord Halifax' auszudrücken. 
Wenn heute in den besetzten Gebieten Lebensmittelknappheit herrscht, so ist das 
ausschließlich darauf zurückzuführen, daß die geflohenen oder abgesetzten 



Feindregierungen, die so leicht bei der Hand waren, als der Krieg provoziert und erklärt 
wurde, sich auf diesen Krieg in keiner Weise weitsichtig genug vorbereitet haben. Sie 
stellten sich die Sache mit Deutschland offenbar zu leicht vor. Und nun müssen die Völker 
büßen, was die Regierungen versäumten. Niemand verlangt von den Herren Engländern, 
daß sie aus ihren eigenen schmalen Vorräten abgeben, um die Länder, die sie in den Krieg 
hineinstürzten, zu ernähren. Aber daß sie sich dagegen stemmen, daß andere mit ihrem 
Überfluß zu Hilfe eilen, daß sie überhaupt schon eine solche Absicht mit leichter 
Handbewegung als falsche Humanität abtun, das ist so infam, so bar jeder Menschlichkeit, 
ist Ausdruck einer so verrohten Gesinnung, daß es mit Worten gar nicht charakterisiert 
werden kann. 

Klar, daß sie versuchen, uns die Schuld daran in die Schuhe zu schieben. Es war ja seit jeher 
Grundsatz ihrer Politik, den Ermordeten 
-436- 

und nicht den Mörder zum Karnickel zu machen. Sie behaupten fromm und gottesfürchtig, 
die Deutschen hätten die fehlenden Lebensmittel weggeschleppt. Kürzlich hat der 
stellvertretende französische Ministerpräsident, Admiral Darlan, diese Lüge öffentlich 
zurückgewiesen; ei nannte in klaren Zahlenreihen die Getreidemengen, die das Reich über 
seine Verpflichtungen hinaus dem französischen Volke zur Verfügung gestellt hat, und 
betonte dabei, daß die Deutschen sich als Feinde überaus viel humaner benähmen als die 
Engländer als Bundesgenossen. Dem haben wir nichts mehr hinzuzufügen. Wir wissen ganz 
genau, daß die britische Plutokratie das deutsche Volk ein zweites Mal wie 1917/18 aus- 
hungern würde, wenn sie das könnte, und daß das Lord Halifax in keiner Weise hindern 
würde, in vollem Talar und mit der Bibel unter dem Arm die Kanzel zu besteigen, um etwa 
über das Wort: "Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen" zu predigen und, auf uns mit 
dem Finger zeigend, zu beten: "Herr, wie danke ich Dir, daß ich nicht bin wie die Zöllner da 
unten!" 

So sind sie, die Herren Engländer. Nicht, daß sie sich schlecht und unmenschlich benehmen, 
ist das Entscheidende; aber daß sie dabei fromme Gebete leiern und sich als die leibhaftigen 
Söhne Gottes aufzuspielen versuchen, das muß jeden anständigen Menschen mit Ekel und 
Abscheu erfüllen. Sie selbst haben anscheinend vollkommen das Gefühl dafür verloren, wie 
abstoßend sie damit wirken. Man kann sie hundertmal entlarven, sie setzen immer wieder 
die alte, verbrauchte und durchsichtige Maske des Pharisäertums auf. Sie fühlen sich sicher 
in ihrer so aufdringlich zur Schau getragenen Frömmelei. Im Unterhaus halten sie jetzt 
mitten im Kriege eine große Debatte ab, ob es moralisch und christlich sei, sonntags ins 
Theater zu gehen. Was sie werktags an, das steht nicht zur Aussprache. 
Wenn ihnen heute angesichts der Kriegslage der Angstschweiß aus allen Poren bricht, dann 
kann man darüber nur frohlocken. Es gibt in der ganzen Welt nur wenige Menschen, die 
Großbritanniens herannahende Katastrophe beklagen. Wenn wir England besiegen, dann ge- 
winnen wir uns damit mehr Freunde, als wir überhaupt nötig haben. Denn im Gegensatz 
zum Weltkrieg ist John Bull heute durchschaut. Er kann fromm tun, den Himmel zum 
Zeugen seiner guten Sache 
-437- 

anrufen und in Engelszungen reden, es nutzt ihm nichts mehr. Zu deutlich sind die Spuren 
von Blut und Elend, die sein Wirken unter den Völkern hinterlassen hat, sichtbar geworden. 
Zu offen hat er seine Karten aufgedeckt, als daß die Völker ihm auch nur noch über den 
Weg trauten. Daher klingen auch seine Argumente leer und hohl. Seine Macht steht auf 



tönernen Füßen, da hinter ihr nicht mehr das Prestige, die unantastbare Autorität und vor 
allem die magische Anziehungskraft eines unversehrten englischen Weltreichs zu sehen 
sind, die bisher auf die Völker so faszinierend wirkten. England steht vor dem tiefsten Fall 
seiner Geschichte. Seine plutokratische Führung hat es nicht anders gewollt. Es werden 
Schläge auf sein Haupt herniederprasseln, daß es in seinen Grundfesten zu beben beginnt. 
Der Schleier ist zerrissen, den es um seine Schwächen zu legen pflegte. Es steht ganz nackt 
und bloß vor dem Auge der Welt. Ein großes Reich fällt unter den vernichtenden Streichen 
junger Völker, die leben wollen, und die im Kampf um ihre gute Sache von einem stärkeren 
Glauben und einer reineren Gesinnung erfüllt sind. 

Möglich, daß es noch eine Weile dauert, bis Englands Sturz kommt. Das ist nicht erheblich. 
Bei Entwicklungen von so weltweiter Bedeutung spielen Wochen und Monate keine 
ausschlaggebende Rolle. Sie werden nach Vollzug des geschichtlichen Schicksals vor dem 
historischen Ergebnis zu Minuten oder Sekunden zusammenschrumpfen. Die Fronten sind 
klar gegeneinander abgegrenzt. Es führen keine Wege mehr von hüben nach drüben und 
umgekehrt. England muß fechten. Es muß sein imperiales Leben verteidigen, mehr noch, es 
muß seine nationale Existenz in die Waagschale der Entscheidung werfen. Uns ist um den 
Ausgang dieses Ringens nicht bange. Wir haben nicht nur die mehreren und besseren 
Menschen, das erfolgversprechendere Material und die günstigeren Chancen auf unserer 
Seite, auf unserer Seite steht auch und nicht zuletzt die reinere Moral und die 
entschlossenere Willenskraft. 

Wir reden angesichts des nahenden entscheidenden Schicksalskampfes unseres Volkes nicht 
so viel wie die Engländer von Gott, aber wir glauben an ihn. Wir vertrauen darauf, daß er 
uns seine Hand leihen wird, wenn wir daran gehen, die Menschheit von ihrem ewigen Quäl- 
undPlage-438 

geist zu befreien und der Welt ihre Ruhe und ihren Frieden zurückzugeben. 
Die frommen Lords sollen also ruhig ihre Talare ausziehen. Sie haben uns zum Krieg und 
nicht zum Bibelkränzchen eingeladen. Im Krieg wird gekämpft, und helfen wird Gott dem, 
der am besten und tapfersten ficht, nicht dem, der am lautesten betet. 
-439- 

Britannia rules the waves 

30. März 1941 

Wenn die Engländer einiges getrunken haben und sich in alkoholischer Stimmung befinden, 
auch wenn sie ein kleines Volk wie die Buren feige überfallen, um ihnen ihre Goldfelder zu 
rauben, oder wenn sie unter mittelalterlichem Zeremoniell einem neuen König die Krone 
aufs Haupt setzen, dann pflegen sie dieses Lied zu singen. England muß Herr sein über die 
Meere; das Weitere wird sich finden. Daraufhaben sie ihre ganze Macht aufgebaut, und hier 
sind sie deshalb auch am verwundbarsten. Es gibt nur wenige Ereignisse im politischen oder 
militärischen Geschehen, die die Aufmerksamkeit des ganzen britischen Volkes bean- 
spruchen können. Wird an seiner Herrschaft zur See gerüttelt, dann hört auch beim letzten 
Engländer die Gemütlichkeit auf. Deshalb muß die britische Regierung immer bemüht 
bleiben, diese empfindlichste Stelle im Nationalcharakter ihres Volkes nach Möglichkeit zu 
schonen, und daraus auch ist es zu erklären, daß Mr. Churchill, wenn man ihn zwingen will, 
England reinen Wein über seine Schiffs Verluste einzuschenken, in ein verlegenes Stottern 
ausbricht und Erklärungen von sich gibt, die ein Gemisch aus pfiffig gespielter 
Wahrheitsliebe und ganz plumper Schwindelei darstellen. Das, was wirklich ist, kann er gar 
nicht sagen; 



er würde damit seine politische Existenz untergraben. 

Es ist bekannt, daß die deutschen Zahlenangaben in diesem Kriege immer noch der 
Wahrheit entsprachen. Wir haben auch niemals Veranlassung gehabt, etwas wegzulassen 
oder hinzuzufügen. Die Unterlagen zu den von uns verlautbarten Ziffern stammen von 
aufrechten deutschen Offizieren. Sie sind immer von soundsovielen Augenzeugen bestätigt. 
Ein Irrtum ist dabei nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen, von einer bewußten 
Unter- oder Übertreibung ganz zu schweigen. Danach haben die Engländer in diesem Krieg 
weit über 9 Millionen Bruttoregistertonnen an Schiffsraum verloren. Nach langem Drängen 
unsererseits geben sie nun keuchend und stöhnend um die 5 Millionen zu. Das 
-440- 

aber besagt an sich nicht viel. Eine maßgebende amerikanische Zeitung, die "New York 
Times", die gewiß nicht im Geruch der Deutschfreundlichkeit steht, schrieb kürzlich noch, 
die wirklichen Schiffsverluste Englands lägen in der Tat etwa 75 Prozent höher als die 
amtlichen britischen Angaben. Rechnet man also diese 75 Prozent noch zu den englischen 
Eingeständnissen hinzu, dann ist man nicht mehr so sehr weit von der Zahl entfernt, die wir 
auf Grund genauester Unterlagen angegeben haben. 

So ist die Lage, und nur aus ihr heraus kann man verstehen, warum die Engländer sich so 
benehmen, wie sie sich benehmen. Mr. Churchill gibt hier wie überall im englischen 
öffentlichen Leben den Ton an. USA. ist modern und schick. Der neue Botschafter der 
Vereinigten Staaten in London kann sich der plumpen Liebenswürdigkeiten, mit denen er 
von der englischen Regierung überschüttet wird, kaum noch erwehren. Mr. Churchill hat 
anläßlich eines Frühstücks der Londoner Pilgrims-Gesellschaft auf ihn eine Rede gehalten, 
die so ungefähr das Tollste an nationaler Würdelosigkeit darstellt, das sich ein britischer 
Premier bisher überhaupt geleistet hat. Er sprach von der tödlichen Prüfung, der England , 
in der Schlacht um den Atlantik unterzogen wurde, und bat dann so inständig und 
flehentlich um USA.-Hilfe, um schleunige und unverzügliche USA.-Hilfe, daß man kein 
Zeichendeuter zu sein braucht, um zu wissen, wie es um Englands Lage bestellt ist. 
Über 9 Millionen Tonnen, das ist schon etwas. Das schlägt zu Buch, und man kann das 
überhaupt nicht bagatellisieren, zumal England sich darüber im klaren sein muß, daß das 
alles nur der Anfang ist. Solche Zahlen lassen sich auf die Dauer auch nicht unterschlagen, 
und es nutzt Mr. Churchill gar nichts, wenn er mit seinen Kommuniques ein paar Monate 
hinter den Tatsachen herhinkt. Irgendwann muß er doch mit der Wahrheit heraus, und zwar 
dann, wenn die Folgen sichtbar werden, wenn der versenkte Schiffsraum zu fehlen beginnt, 
wenn die Bürger auf den Inseln ihre Leibriemen enger schnallen müssen und Schmalhans 
Küchenmeister wird; vor allem aber, wenn die für die Kriegsproduktion notwendigen 
Rohstoffe ausgehen. In Stunden allgemeiner Ratlosigkeit hat die englische Propaganda zwar 
noch den Ausweg, von neuen Geheimwaffen zu faseln, von außerordentlich wirkungsvollen 
kleinen Schiffen, 
-441- 

die ausschließlich die Aufgabe haben, deutschen U-Booten den Garaus zu machen. Ein 
englischer Minister, wie alle seine Kollegen nicht mit Überfluß an Weisheit gesegnet, kam 
sogar auf den rettenden Gedanken, einfach zu erklären, es sei gar nicht so schlimm, wenn 
die Deutschen jetzt mehr U-Boote besäßen; um so eher bestände die Möglichkeit, eines 
davon zu treffen und zu versenken. Aber das sind, wie man zugeben wird, nur Redensarten 
für die Galerie. Damit kommt man nicht weit, und in Fachkreisen kann das nur allgemeine 
Heiterkeit erregen. 



Näher der Wahrheit steht ein bekannter, in London tätiger amerikanischer Journalist, der bei 
einer Wochenstatistik von 100.000 versenkten Tons erklärte, man müsse dabei in 
Wirklichkeit mit 200.000 Tons rechnen. Die hunderttausend mehr seien in der Regel auf 
Unwetter und Stürme zurückzuführen. Diese Erklärung ist gar nicht so originell, wie es auf 
den ersten Anblick scheinen möchte. Sie stellt nur eine verblümte Umschreibung des 
wahren Tatbestandes dar; und das mit den Unwettern und Stürmen ist natürlich ein 
aufgelegter Unsinn. Kein Mensch würde auf solch eine alberne Ausrede kommen, wenn 
man in London nicht gezwungen wäre, allmählich mit den richtigen Zahlen herauszurücken, 
die ja schließlich doch schon wegen der damit verbundenen katastrophalen Folgen für die 
englische Produktion und Versorgungslage nicht lange mehr verheimlicht werden können. 
Ähnlich ist das auch mit den im Augenblick noch reichlich vagen englischen Angaben über 
die Erfolge der deutschen Luftangriffe. Da verfolgt London die Taktik, gleich am frühen 
Morgen nach dem nächtlichen Bombardement eine nichtssagende Erklärung abzugeben, aus 
der man aber auch nicht das geringste über die Schwere des Angriffs und seine Folgen 
entnehmen kann. Schlimmer ist die Sprache nicht zu mißbrauchen, als das hier geschieht. 
Könnten wir uns nicht durch unsere eigenen Unterlagen einen ungefähren Überblick 
verschaffen, etwa durch die Zahl der an den Angriffen beteiligten Flugzeuge, der 
abgeworfenen Bombenmengen usw., auch wir würden auf die Dauer annehmen müssen, es 
handele sich bei diesen Aktionen im allgemeinen um militärische Lappalien, die überhaupt 
nicht der Rede wert wären. Einige Tage später sickert dann meistens auch in London die 
Wahrheit durch. Dann kann man Korrespondentenberichte in der englischen oder USA.- 
Presse lesen, 
-442- 

die den zuerst herausgegebenen amtlichen britischen Bericht in einem Umfang Lügen 
strafen, der eigentlich die ganze englische Glaubwürdigkeit erschüttern müßte. Man sagt 
beispielsweise am Morgen nach einem schweren deutschen Luftangriff auf große englische 
Städte, es seien auch einige Menschenleben zu beklagen. Eine Woche später erfährt man 
dann so nebenbei durch das Reuterbüro, daß es sich dabei um tausend Tote gehandelt habe. 
So ähnlich wird es auch mit den Schäden an industriellen und militärischen Zielen sein. 
Man streitet zunächst einmal nach alter englischer Grundregel rundweg alles ab. Läßt die 
Lüge sich nicht länger aufrechterhalten, dann gibt man zögernd zu, aber immer nur so viel, 
als man beim besten Willen nicht mehr leugnen kann. 

Man muß also schon ein sehr geübter Rechenkünstler sein, um Londoner Berichte mit 
Verstand lesen zu können; und seit Beginn des Krieges in dieser Tätigkeit geübt, haben wir 
uns im Laufe der Monate allmählich zu wahren Zeichendeutern ausgebildet. Uns können die 
Engländer überhaupt nichts mehr vormachen. Wir beurteilen die militärische Lage nicht 
nach Mutmaßungen, Wünschen, Hoffnungen oder gar Illusionen, sondern ausschließlich 
nach harten und unbestreitbaren Tatsachen. 

Man wird auch als vorsichtiger Rechner wohl nicht zuviel sagen, wenn man behauptet, daß 
es augenblicklich um Englands Situation viel schlechter bestellt ist, als wir uns überhaupt 
vorstellen können. Und trotzdem ist es gut, wenn wir unsere Prognosen auf absolut fest- 
stehenden Tatbeständen aufbauen, auch wenn sie vielleicht weit hinter der Wirklichkeit 
zurückbleiben. Um so weniger Enttäuschungen werden wir erleben. Eine Kriegführung, die 
sich auf Schwierigkeiten gefaßt macht, die sie dann am Ende doch nicht vorfindet, fährt 
immer besser als eine Kriegführung, die solche Schwierigkeiten nicht mit einberechnet, um 
dann zuletzt doch von ihnen überrascht zu werden. Stell dich auf den ungünstigsten Fall ein! 



sagt eine alte Regel der Politik. Wie angenehm ist es dann, einen günstigeren oder gar den 

günstigsten anzutreffen! 

Wir halten es für ausgeschlossen, daß Mr. Churchill oder seine Regierung Laut geben 

werden, bevor England wirklich nicht mehr kann. Er ist ein routinierter und geübter Spieler, 

der vor allem jene Portion Zynismus und Gefühlsroheit besitzt, die dazu gehört, ein Volk für 

eine aussichtslose 

-443- 

Sache bis zum Weißbluten einzusetzen. Er wird sich ja auch im klaren darüber sein, daß er 
nicht nur um Großbritanniens, sondern auch um seine eigene Existenz würfelt. Dieser Krieg 
ist sein Krieg. Verliert er ihn, so bedeutet das für ihn und seinesgleichen den Verlust der 
politischen Karriere und vielleicht noch mehr. Er kann nicht mehr zurück. Es wird ihm 
deshalb auch jedes Mittel recht sein, um den Krieg fortzusetzen. Er ist von uns niemals 
anders eingeschätzt worden. Ihm trauten wir schon zu, daß er Deutschland ausrotten, unser 
Volk vernichten und unser Reich in Schutt und Asche legen würde, wenn er das könnte. Er 
kann es nicht. Er ist nicht einmal mehr in der Lage, die Hand zu einem schweren Schlag 
gegen uns zu erheben. Überall, wo er das auch nur versuchen wollte, fällt ihm die deutsche 
Wehrmacht gleich in den Arm. Unterdes aber erhält England einen betäubenden Stoß nach 
dem anderen, und eines Tages wird es tödlich getroffen zu Boden sinken. Wie oft hat er 
über den weiteren Verlauf des Krieges vorlaute Prophezeiungen gemacht! Ist eine dieser 
Prophezeiungen eingetroffen? Hat er sich nicht bezüglich Polens, Norwegens, Hollands, 
Belgiens und Frankreichs auf der ganzen Linie geirrt? Hat er nicht noch von bevorstehenden 
Siegen gefaselt, als die von ihm verführten Völker schon zerschmettert am Boden lagen? Er 
wird sich auch diesmal täuschen, sich selbst, sein Land und den Teil der Welt, der noch auf 
ihn hört. Die Tatsachen sind gegen ihn. Der eiserne deutsche Ring hält England 
umklammert. Schon atmet es schwer, und der Ring schließt sich enger und enger. Es gibt 
keine Möglichkeit mehr, daß Großbritannien sich ihm entwindet. 

Das militärische Drama, dessen Zeugen wir augenblicklich sind, wird über die Zukunft 
Europas entscheiden. Es liegt vielleicht eine tiefe englische Tragik darin, daß London diesen 
Krieg provozierte, ohne dazu gezwungen zu sein, daß ihm im Gegenteil vor seinem 
Ausbruch und noch in seinem Verlauf die ehrenvollsten Angebote gemacht wurden, die es 
aber in den Wind schlug, um nun langsam, aber sicher, an diesem Krieg zu zerbrechen. Es 
gibt Gelegenheiten in der Geschichte, bei denen die Vollstrecker großer Völkerschicksale 
zuerst gegen ihren Willen von den Opfern einer fällig gewordenen Entwicklung zur Aktion 
gezwungen und dann am Ende doch dazu berufen werden zu stoßen, was da im Begriff war 
zu fallen. 
-444- 

Vor einer solchen Gelegenheit stehen wir heute. Günstiger, als sie sich uns augenblicklich 
darbietet, kann sie überhaupt nicht gedacht werden. England beherrscht nicht mehr die 
Wogen. Es kämpft auf seinen umklammerten Inseln um sein Leben. Um es niederzuwerfen, 
haben wir nur etwas Intelligenz und viel Mut nötig. Wir wollen es daran nicht fehlen lassen. 
-445- 

Lord Halifax als Bankettredner 

6. April 1941 



Trotz aller unserer Bemühungen, die britische Plutokratie aus ihrem Dachsbau 
herauszulocken, ist es uns bis jetzt noch nicht gelungen, sie dazu zu bewegen, Farbe zu 
bekennen und uns und der Welt etwas Näheres über die Ziele des Krieges zu verraten, den 
sie so leichtfertig und zynisch vom Zaune gebrochen hat und in dessen Verlauf nun 
Großbritannien glücklich so weit gekommen ist, daß es mühsam und keuchend um sein 
nacktes Leben ringt. Es ist das vielleicht überhaupt das Merkwürdigste in diesem an 
Merkwürdigkeiten gewiß nicht armen Krieg. Denn schließlich setzt man ja nicht ein 
Weltreich aufs Spiel, ohne zu wissen, warum. Wir sind auch nicht so naiv zu glauben, 
England wäre sich überhaupt nicht im klaren darüber, wofür es kämpfe, und seine 
Führungsschicht habe keine blasse Vorstellung, welches System und welche allgemeine 
Lebensform sie einrichten wolle, wenn Großbritannien siegte. Man weiß es schon, aber man 
geniert sich, es zu sagen. Es besteht keine Möglichkeit mehr, wie 1917/18, einen Trick 
anzuwenden und uns einfach zu übertölpeln. Dagegen haben wir rechtzeitig vorgesorgt. 
Man kann auch keinen Eindruck damit machen, daß man in London einfach erklärt, man 
wolle nach dem Kriege wieder da anfangen, wo man vor dem Kriege aufgehört habe. Das 
würde weder dem eigenen Volke noch der Welt auch nur im mindesten imponieren. Auch 
würde das englische Volk mit Recht fragen, warum dann überhaupt Krieg, warum diese 
Opfer und diese Angst, wenn man dasselbe auch ohne Krieg hätte erreichen können? Kurz 
und gut: 

Mr. Churchill befindet sich in der Frage der englischen Kriegsziele in einer argen 
Zwickmühle, und darum antwortet er auch immer so barsch und unwirsch, wenn man ihn im 
Unterhaus oder in der Londoner Presse daraufhin stellt. Er erklärt dann einfach, England 
kämpfe um sein Leben. Eine etwas faule Ausrede, da ja niemand England in seinem Leben 
bedrohte, als es dem Reich den Krieg ansagte. 

Diese simple Antwort genügt denn auch offenbar den angelsächsischen Vettern jenseits des 
großen Teiches, die England für seine Kriegführung 
-446- 

Geld, Schiffe und Material zur Verfügung stellen sollen, nicht. Sie haben präzisere 
Auskünfte verlangt. Und so mußte denn Lord Halifax, der britische Botschafter in 
Washington, sich stellen und helfend eingreifen, wo Mr. Churchill sich mit Schweigen aus 
der Affäre zu ziehen versuchte. Er tat das in einer Rede auf dem Bankett der amerikanischen 
Pilgrims-Gesellschaft in New York. Ein Bankett in New York ist ja sicherlich auch die 
geeignetste Gelegenheit, der Welt mitzuteilen, warum Großbritannien den Krieg provoziert 
hat und aus welchem Grunde es nun bis zum Weißbluten zu kämpfen entschlossen sein 
muß. Lord Halifax' Ausführungen sind für den amerikanischen Hausgebrauch 
zurechtgeschnitten. Sie enthalten alles, was man zu diesem Thema sagen kann, ohne sich 
irgendwie festzulegen, und würden sich deshalb auch besser zu einem Leitartikel in einem 
New Yorker Boulevardblatt als zu einer für die internationale Öffentlichkeit bestimmten 
amtlichen Erklärung eignen. Der fromme Lord meinte, England kämpfe für einen gerecht 
verteilten Wohlstand. Wieso kämpfen? London hätte ja den Wohlstand der Welt, der sich 
zum größten Teil in seinen Händen befindet, auch schon vor dem Kriege gerecht verteilen 
können. Vielleicht wäre dann der Krieg überhaupt überflüssig gewesen. Denn unseres 
Wissens hat England sich doch entgegen all unseren friedlichen Vorstellungen konstant 
geweigert, irgend etwas an der Verteilung der Reichtümer der Welt zu ändern. In London 
wurde doch die entehrende Klassifizierung der Völker in Besitzende und Habenichtse 
erfunden und diese Ordnung als die gottgewollte ausgegeben. Für ihre Neuregelung kann 
Großbritannien also nicht Krieg führen. 



Lord Halifax sagte weiter, England habe dem Reich den Krieg erklärt, um die Welt vor 
einer Wiederholung der Tragödie des Krieges zu beschützen. Merkwürdige Logik! Also 
London führt Krieg, um die Welt vor Krieg zu bewahren. Das ist dasselbe, wie wenn einer 
Selbstmord begeht, um den Tod abzuschaffen. Es sei nicht möglich, meint Lord Halifax, 
jetzt schon bis ins einzelne gehende Pläne zur Errichtung des Zukunftsgebäudes der 
Gemeinschaft der Nationen auszuarbeiten. Wir wollen auch gar keine Einzelheiten wissen; 
es genügte uns schon, wenn Lord Halifax uns dieses Zukunftsgebäude wenigstens in rohen 
Umrissen aufzeichnen wollte. Aber auch darüber schweigt er sich in seiner sonst so 
wortreichen Rede vernehmlich aus. Oder sollen wir uns etwa mit seiner 
-447- 

doch reichlich naiven Forderung zufrieden geben, die Völker müßten zusammenarbeiten für 
das gemeinsame wirtschaftliche Wohl? Das ist eine Binsenwahrheit, die bei uns schon die 
Schüler von der vierten Volksschulklasse an kennen. Um die einer aufhorchenden Welt als 
englisches Kriegsziel zur Kenntnis zu bringen, dazu brauchte sich der britische Botschafter 
in Washington nicht in geistige Unkosten zu stürzen. Daß sich alle die Hände reichen sollen, 
die aufrichtig und loyal den Frieden und das Wohl der Völker suchen, diese Forderung Lord 
Halifax' wird ja wohl auch nirgendwo auf nennenswerten Widerstand stoßen. Aber warum 
um des Himmels willen mußte England deshalb dem Reich den Krieg erklären? 
Näher kommt der edle Lord schon dem in Frage stehenden Problem, wenn er behauptet, der 
gegenwärtige Kampf sei ein tödlicher Konflikt zwischen zwei Philosophien, und er gebe 
sich keinen Illusionen hin, wenn er annehme, daß die Zivilisation, wie er sie verstehe, einen 
Sieg der Nazis nicht überleben könne. Und damit sind wir ihm nun auf der Spur. Zwar 
handelt es sich nicht um zwei Philosophien — Lord Halifax bewegt sich als echter 
Engländer bei der Verwendung des Begriffs Philosophie auf einem ihm etwas ungewohnten 
Terrain — , aber um zwei Anschauungen. Die eine geht dahin, daß England alles besitzen 
soll, und die andere geht dahin, daß die Achsenmächte auch etwas mithaben wollen. Die 
eine erklärt, daß Gott selbst die Reichtümer der Erde der britischen Plutokratie anvertraut 
hat, die andere dagegen, daß das gar nichts mit göttlicher Ordnung zu tun habe, sondern eine 
höchst ungöttliche Unordnung sei, und daß man diese ändern müsse, wenn nötig, mit 
Gewalt, damit alle Völker leben können und nicht zuerst in London anfragen müssen, ob es 
ihnen gestattet sei, Baumwolle oder Gummi zu kaufen oder nachmittags eine Tasse Kaffee 
zu trinken. 

Was Lord Halifax unter Zivilisation versteht, das wissen wir ganz genau. Er meint damit das 
luxuriöse, parasitäre Drohnenleben der führenden englischen Gesellschaftsschicht, der er 
entstammt und deren Wortführer er auch ist. Was deren Schicksal sein wird, wenn Groß- 
britannien den Krieg verliert, das läßt uns vollkommen kalt. Daß die Möglichkeit besteht, 
daß diese Art von Zivilisation einen Sieg der Nazis nicht überlebt, wollen wir nicht so ohne 
weiteres von der Hand weisen. Aber dafür zu sorgen, wäre dann Sache des englischen 
Volkes. Uns inter- 
-448- 

essiert nur, ob diese Talmi-Zivilisation das Recht hat, den elementarsten Lebensansprüchen 
des deutschen Volkes im Wege zu stehen; und diese Frage verneinen wir. Die Tödlichkeit 
der Philosophien ist eine durchaus einseitige, indem die englische Philosophie uns 
Deutschen einfach die nationale Existenz verweigert. Lord Halifax soll sich da nicht 
dümmer stellen, als er ist, und nicht so tun, als planten wir einen geistigen Angriff auf seine 
Bigotterie und hätten die Absicht, ausgerechnet auf ihn und seinesgleichen einen Zwang 



auszuüben, um sie zum Nationalsozialismus zu bekehren. Wenn er Spaß daran hat, von der 
Kanzel herunter die Bibel auf Englisch auszulegen, wer von uns hätte je etwas anderes dafür 
übriggehabt als nur ein Augenzwinkern? Und wenn er unter persönlicher Freiheit nicht 
mehr versteht als das ungeschmälerte Recht, am wärmenden Kaminfeuer eines Londoner 
Klubs die herzlich langweiligen Leitartikel der "Times" zu lesen, wir haben nie versucht, 
ihn in dieser Freiheit zu behindern, und schließlich ist jeder so frei, wie er es auf Grund 
seiner geistigen Möglichkeiten vermag. Wir verstehen unter persönlicher Freiheit etwas 
Umfassenderes und auch Moralischeres, als das ein britisches Plutokratengehirn überhaupt 
begreifen kann. Aber wo hätten wir jemals versucht, z. B. Lord Halifax überhaupt auch nur 
damit bekannt zu machen, geschweige ihn dazu zu bekehren? 

Darum brauchten er und seinesgleichen dem Reich nicht den Krieg zu erklären. Sie konnten 
vollkommen beruhigt sein. Was sie unter Zivilisation verstehen, war und ist uns 
vollkommen gleichgültig, soweit es nicht unsere Lebensinteressen bedroht. Lord Halifax hat 
es sich also offenbar etwas zu leicht gemacht, als er daran ging, der amerikanischen Welt 
die englischen Kriegsziele näherzubringen. Er trat damit nur in die Fußtapfen der Londoner 
Leitartikler. Was er sagte, waren aufgewärmte britische Humanitätsphrasen, und nach seiner 
Rede stehen wir genau da, wo wir vor seiner Rede standen. 

Mr. Churchills eigener Sohn Randolph Churchill erklärte kürzlich im englischen Unterhaus: 
"Wenn der Krieg einen neuen Himmel und eine neue Erde hervorzubringen vermöchte, 
warum haben wir ihn dann nicht lange vorher schon begonnen?" Worauf ein konservativer 
Kommentator sehr offenherzig mit der Bemerkung replizierte, in Kriegszeiten neige man 
immer zum Sozialismus, was aber um Gottes willen nicht so ausgelegt 
-449- 

werden dürfe, als wolle England derartiges auch für die Friedenszeit zulassen. Und das ist 
die echte Meinung der britischen Plutokratie. Hin und wieder rutscht ihr in einer 
unbedachten Bemerkung wie hier die Wahrheit aus dem Munde. Aber wenn Lord Halifax 
offiziell zum amerikanischen Volke spricht, dann ist das nur für die Galerie bestimmt. 
Um das Bild der englischen Geistesverwirrung vollständig zu machen, ergreift dann noch 
der bekannte britische Historiker Arthur Bryant das Wort und erklärt mit einer geradezu 
impertinenten Frechheit, man werde vielleicht gut tun, nach dem Kriege die besten Ideen 
des deutschen Nationalsozialismus als Programm für die neue Ordnung in Europa auf- 
zustellen. England habe immer die Revolution in der Welt bekämpft und gegen die 
ausländischen Schöpfer der Revolutionen so lange Krieg geführt, bis die Völker sich von 
ihren Führern trennten. Dann machte sich England stets daran, das Beste aus der Revolution 
anderer für sich zu verwerten. In der englischen Geschichte stoße man ständig auf das 
gleiche Rezept: Erst freundliche Sympathien mit neuen Ideen, dann Herausforderung und 
Beseitigung der Anführer und Träger dieser Ideen und schließlich ein Adoptieren alles 
dessen, was an der ganzen Sache für England brauchbar gewesen sei. 

Diese Sätze müßten in Deutschland und Italien öffentlich plakatiert, sie müßten jedem 
Soldaten als Vademekum mit in den Tornister gegeben werden. Denn sie enthalten alles 
das, was England von diesem Krieg denkt. Hier wird dem materiellen Diebstahl der offene 
geistige Diebstahl hinzugefügt. Die politische Sterilität der englischen Führungsschicht ist 
hier zum zynischen Prinzip erhoben. Hat man kein Geld, dann nimmt man es dem 
Nachbarn, verspürt man Appetit auf neue Kolonien, dann raubt man sie dem Feind, den man 
mit Tücke und Hinterlist niedergeschlagen hat; und fehlen einem die Ideen, dann stiehlt man 
sie dem, der mehr Gehirn, aber weniger Goldbarren besitzt. 



Das ist das England von heute. Lord Halifax bemüht sich vergebens, ihm ein moralisches 
Mäntelchen umzuhängen. Seine Blößen schauen durch alle Öffnungen hindurch. Wir 
wissen, woran wir mit ihm sind. Ein Trafalgar und Waterloo wird sich nicht wiederholen. 
Wir haben rechtzeitig dagegen vorgesorgt. Die Inseln sind umklammert, und der Weg nach 
Europa ist England versperrt. Es wird also keine Gelegenheit mehr 
-450- 

haben, unseren revolutionären Krieg in eine falsche Bahn zu lenken oder die Völker von 

ihren Führern zu trennen. Es muß kämpfen, und zwar nicht um dieses oder jenes, sondern 

um sein Leben. 

Seine Kriegsziele, ob ausgesprochen oder unausgesprochen, werden nach unserem Siege 

Papier, die Ideen unserer Revolution aber nicht Dünger für Englands Regeneration sein. Sie 

werden Europa umgestalten, ohne England, und, wenn nötig, auch gegen England. 

-451- 

Das alte Lied 

8. April 1941 

In diesen Tagen werden sich wohl ungezählte Millionen Menschen in der Welt die Frage 
vorlegen, wie es nur möglich sei, daß eine verbrecherische Generalsclique in Belgrad nach 
all den bösen Erfahrungen, die große, mittlere und kleine Staaten in jüngster Vergangenheit 
im Vertrauen auf englische Hilfe mit einem Eintritt in den Krieg gemacht haben, dennoch 
den frivolen Mut und den zynischen Leichtsinn aufbringt, ihr Volk für Großbritanniens 
Interessen auf die Schlachtbank zu führen. Man kann diese Frage nicht mehr mit 
Argumenten des gesunden Menschenverstandes beantworten. Die Ereignisse in Polen, 
Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich sind noch zu frisch in jedermanns Erinnerung, 
als daß man sie ausgerechnet in Jugoslawien vergessen haben könnte. Dieser 
Vielvölkerstaat verfügt auch nicht über genügend Machtmittel, um seinen gegenwärtig 
Regierenden irgendeine Hoffnung auf langandauernden Widerstand, geschweige auf Sieg zu 
erlauben. Man muß also wohl annehmen, daß die Verantwortlichen, die die nötige Frivolität 
besaßen, dieses Drama über ihr Volk heraufzubeschwören, bestochene Subjekte des Secret 
Service oder des britischen Außenamtes sind, die eine Zeitlang für gute englische Pfund 
Widerstand leisten, um dann, wie die Beck und Rydz-Smigly, die Hambro und Koht und 
Biesterfeld und Pierlot, in der kritischen Stunde die bereitstellenden Flugzeuge zu besteigen 
und ihr Volk dem von ihnen angerichteten Elend zu überlassen. Wir gehen wohl nicht fehl 
in der Annahme, sie später in einem Seitenflügel eines Londoner Luxushotels 
wiederzufinden, wo sie dann mit den Benesch, Zogu und Sikorski Europa im Sandkasten 
spielen. 

Man ist ja allerhand bei dieser Art von Talmi-Staatsmännern gewöhnt, aber diese 
Wiederholung des alten Liedes, das schon so oft in der jüngsten Vergangenheit mit 
schreienden Dissonanzen angestimmt wurde, macht doch nachdenklich. Wie tief muß die 
politische Moral in diesem vergreisten, zusammenbrechenden liberalen Europa gesunken 
sein, daß es 
-462- 

solche Vorgänge überhaupt noch erträgt! Eine Regierung unterschreibt in Wien feierlich 
einen Vertrag mit drei Großmächten und wird am anderen Tage durch den Theaterputsch 
einer kriminellen Generalsclique, die Übung in solchen Dingen hat, unter dem Beifall der 
künstlich aufgewiegelten Straße gestürzt. Ein noch nicht achtzehnjähriger Junge, der von 



der feilen Londoner Presse gleich zu "Peter dem Großen" ernannt wird, übernimmt zur 
Deckung dieser politischen Unterweltfiguren die Staatsführung. Man bezeichnet diesen Tag 
im Londoner Rundfunk als einen der glücklichsten der englischen Geschichte und bringt 
sogar die Blasphemie auf zu erklären, er stelle eine Art Gottesurteil dar, da er auf einen 
englischen Bettag gefolgt sei. Das Wunder von Dünkirchen habe sich wiederholt. Jeder 
Engländer fühle sich heute wie eine Million Pfund, denn jetzt sei der britische Sieg zur 
Gewißheit geworden. In Belgrad ergreift unterdes der Pöbel das Wort. Nicht genug damit, 
daß man das Reich und Italien durch den politischen Vorgang an sich bewußt und frech 
provozierte, man insultiert den deutschen Gesandten und den Militärattache, demoliert die 
Häuser und Geschäftslokale der Deutschen und läßt gegen die Bürger des Reiches eine 
Terror- und Verfolgungswelle los, die überhaupt nichts anderes zum Ziele haben kann, als 
Deutschland zum militärischen Eingreifen geradezu zu zwingen. Als unsere Truppen 
marschieren, erklärt der britische Minister Morrison in aller Öffentlichkeit, England habe 
das erwartet — er vergißt nur hinzuzufügen, gewünscht! — , es sei das nur eine Frage der 
Zeit gewesen. 

London hat also wieder einmal sein Ziel erreicht. Es ist den Kriegshetzern an der Themse 
gelungen, einen Teil Europas, den in Ruhe und Frieden zu halten das Ziel langer und 
geduldiger Bemühungen des Führers war, in das militärische Drama mit hineinzuziehen. 
Das ändert nichts am Ausgang des Krieges, im Gegenteil, es wird den deutschen Totalsieg 
nur beschleunigen. Es zwingt uns auch nicht, wie man in London frohlockend erklärt, eine 
neue Front auf und bindet Truppen, die für andere Zwecke notwendig gewesen wären, und 
es stört auch unsere Berechnungen nicht im mindesten. Es stürzt nur nach dem Muster des 
polnischen, des norwegischen, des holländischen, belgischen und französischen Volkes ein 
neues Volk in namenloses Unglück, nur zu dem 
-453- 

einzigen Zweck, den Verbrechern an der Themse für eine kurze Zeit zu erlauben, erlogene 
Siegesnachrichten in die Welt zu posaunen und damit den langsam sinkenden Mut des 
englischen Volkes für kurze Zeit wieder etwas zu beleben. Du glaubst nicht, mein Sohn, 
sagt Oxenstierna, mit wie wenig Intelligenz die Welt regiert wird. 

Nun ergreift Schmock das Wort. In London erfundene Stimmungsbilder aus Belgrad und 
Athen werden über den Äther gefunkt. Sie stellen alle bisherigen Höchstleistungen des 
britischen Propagandadilettantismus weit in den Schatten. Eine Welle der 
Volksbegeisterung gehe in Jugoslawien durch das ganze Land. In den Militärlazaretten in 
Griechenland verließen alle Verwundeten, denen dies möglich war, das Bett, um gemein- 
schaftlich die Nationalhymne zu singen — man stelle sich das plastisch vor! — , 
Volksmassen drängten sich in den Straßen Athens und bejubelten die Verkündung des 
Kriegsausbruchs, und in Belgrad erkläre man sogar, die Serben zögen in die Schlacht wie 
andere Leute zur Hochzeit. Wohlgemerkt, das erfährt man nicht aus diesen Städten selbst, 
sondern aus London. Aus Belgrad beispielsweise hört man dagegen anderes: daß die Stadt, 
die man vorher schlauerweise entgegen allen den widersprechenden Tatsachen zu einer 
offenen erklärt hatte, um sie damit der bevorstehenden Abrechnung zu entziehen, nach den 
verschiedenen Luftangriffen an allen Ecken und Enden brenne, daß sich der Bevölkerung 
eine heillose Panik bemächtigt habe, daß sie auf allen Straßen, die aus Belgrad 
herausfühlten, mit Sack und Pack flüchte und dabei in keiner Weise den Eindruck eines 
Hochzeitszuges erwecke. 

Die Herren Engländer hatten solche Folgen entgegen ihren heutigen so pomphaft 
abgegebenen Erklärungen nicht im mindesten erwartet. Im Gegenteil: am 29. März noch 



triumphierte der Londoner Rundfunk, die ganze Welt warte mit Spannung und nicht ohne 
Schadenfreude, wie Hitler sich aus der jugoslawischen Klemme ziehen werde. Den Feldzug 
in Jugoslawien könne er nicht entfesseln; müsse er aber weiter warten, so würde auch dies 
einen Rückschlag bedeuten. Worin dieser Rückschlag bestehen sollte, das liegt klar auf der 
Hand. Der superschlaue Mr. Churchill wollte sich in den nächsten Wochen und Monaten in 
Jugoslawien und Griechenland wohnlich einrichten — bei Griechenland ist das ja schon, 
wie das Reuterbüro frohlockend verkündet, geschehen — , um dann bei erster 
-454- 

bester Gelegenheit in unsere Flanke hineinzustoßen. Und die Wut in London ist nur darauf 
zurückzuführen, daß man jetzt dieses saubere Plänchen durchkreuzt sieht. Der Führer ist 
wieder mal, wie im Falle Norwegen, schneller als die Lords gewesen; er hat nicht den 
Autobus verpaßt, und die uns in London übertölpeln wollten, sitzen nun an den Bächen ihrer 
entschwundenen Hoffnungen und trauern den weggeschwommenen Fellen nach. 
Es ist schade, daß das serbische und griechische Volk keine blasse Ahnung haben, eine wie 
geringfügige Rolle sie selbst in den gegenwärtig in der britischen Plutokratie angestellten 
Berechnungen spielen. Es würde sonst in Belgrad und Athen zu ganz anderen Reaktionen 
kommen, als Schmock in London sie in seiner unbekümmerten Phantasie sieht. Aber das ist 
nun einmal so, daß die Völker von den Erfolgen ihrer Staatsmänner leben und ebenso auch 
ihre Fehler und Sünden bezahlen müssen. In diesem Falle gibt es für die von diesem 
Verhängnis Betroffenen keine Rettung mehr. Auch der achtzehnjährige Peter der Große in 
Belgrad hat dagegen kein wirksames Mittel. Die englischen Plutokraten werden, wie wir sie 
nach unseren bisherigen Erfahrungen mit ihnen kennen, wenn es so weit ist, kaltschnäuzig 
über Elend, Jammer und Verlassenheit von Millionen Menschen, die sie auch hier ins 
Unglück gelockt haben, zur Tagesordnung übergehen, und nur für die Simowitsch und 
Genossen hält man die Appartements im Hotel Savoy frei. 

Es wäre interessant zu erfahren, so orakelt Reuter am Sonntagmorgen nach Überwindung 
der ersten Schrecksekunde, wie man im Innern Deutschlands auf diese letzten Ereignisse 
reagiert. Da sind wir gerne zu näherer Auskunft bereit. Das deutsche Volk begrüßt den 
kühnen und weitsichtigen Entschluß des Führers. Es vertraut auf den Mut und die 
Schlagkraft seiner Wehrmacht und weiß, daß sie auch diesen Feldzug, der in seinen 
Schwierigkeiten nur mit dem in Norwegen verglichen werden kann, zum siegreichen Ende 
führen wird. Es sitzt, wo es nur eine freie Minute hat, an den Lautsprechern und verfolgt in 
seinen Zeitungen mit leidenschaftlicher Anteilnahme den Fortgang der Operationen. Es ist 
durch diesen Feldzug nicht überrascht, ganz zu schweigen etwa unangenehm überrascht 
worden. Es hat in den letzten Tagen immer nur gefragt, wie lange der Führer noch die 
Geduld aufbringen werde, sich die 
-455- 

frechen und unverschämten Provokationen der Serben gefallen zu lassen. Der britische 
Minister Greenwood erklärte am Sonntag, Hitlers Siege seien Pyrrhus-Siege, und er 
verkenne die wirkliche Lage. Hier feiert also der verpaßte Autobus des seligen Mr. 
Chamberlain fröhliche Urständ. Und was unsere Pyrrhus-Siege anlangt — unsere Phantasie 
reicht nicht aus, uns vorzustellen, was die Engländer aus einem Sieg, wie ihn unsere 
Wehrmacht zu Dutzenden errungen hat, machen würden, wenn sie schon mangels Masse 
ihre Niederlagen so rauschend und pompös in ihren Zeitungen zu feiern pflegen. 
Nun sollen sie also, wie Mr. Churchill am 29. März erklärte, mit Jugoslawien Schulter an 
Schulter marschieren. Die Serben werden, wie die Norweger, schon früher, als ihnen lieb 



ist, erfahren, was das heißt. Wenn die Stunde gekommen ist, werden die Tommies good bye 
sagen und verduften; und unterwerfen sich dann die besiegten Völker, dann sind sie 
Englands Feinde und werden von der Lebensmittel- und Rohstoffzufuhr abgesperrt. Man 
erkundige sich in Vichy, was das heißt. Es ist immer wieder das alte Lied. 
Die New Yorker Zeitung "Times Herald" schrieb — sonderbarer Zufall — am vergangenen 
Sonntag: Nachdem sich bei der neuen jugoslawischen Regierung die erste Begeisterung 
über ihren Staatsstreich gelegt hätte, wollte sie wissen, wann denn die von Roosevelt 
versprochene Materialhilfe kommen werde. Man fragte daher diskret bei den Griechen an, 
was sie denn von den USA. erhalten hätten. Die Griechen gaben die sehr entmutigende 
Antwort, daß sie bis dahin auch noch nicht ein einziges Stück von den USA. bekommen 
hätten. Am 31. März habe Roosevelt, offensichtlich auf Grund dieser Anfrage, öffentlich 
verkündet, er werde den Griechen einige alte 75-mm-Kanonen schicken. Ein Grund, 
weshalb die USA. nichts nach Griechenland sandten, sei, daß nicht viel zum Schicken da 
sei. Aber noch wichtiger sei die Tatsache, daß, als der griechische Gesandte hier um 
Kriegsmaterial bat, er sofort von der Englischen Botschaft scharf zurechtgewiesen wurde. 
Man eröffnete ihm, daß England alle Ankäufe von den Vereinigten Staaten für sich in An- 
spruch nehme. Die Griechen sollten ihre Gegner besiegen und ihnen ihr Kriegsmaterial 
abnehmen. 

Ist das klar? Bedarf das noch eines erläuternden Kommentars? 
-456- 

Wer mit England geht, geht in den Tod. Polen, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich 

haben das erfahren. Dieser Anschauungsunterricht hat den Serben und Griechen nicht 

genügt. Sie wollen es selbst auch noch einmal probieren. Es ist unserem guten Zureden 

nicht gelungen, sie daran zu hindern. 

Dann müssen also wieder einmal die deutschen Waffen diese blutige Lehre bestätigen. 

-457- 



Er ist es 

16. April 1941 

Wir haben jetzt fast eine Woche schon auf ein Zeichen von Bekennermut aus London 
gewartet. Vergeblich! Man muß also wohl annehmen, daß die britische Plutokratie die 
Absicht hat, ihre bisher vorgetragene Darstellung der militärischen Operationen auf dem 
Balkan und m Nordafrika wenigstens vorläufig als endgültig zu betrachten. Danach aber 
befindet sich England in der Rolle eines Angeklagten, der schon durch Dutzende von 
direkten und indirekten Beweisen überführt ist, auf inquisitorische Fragen auch gar nichts 
mehr zu erwidern weiß und nur weiterredet, um überhaupt etwas zu sagen. Es gibt solche 
Delinquenten, die, wenn sie ganz in die Enge getrieben sind, etwa erklären: "Ich beantrage 
einen neuen Vorsitzenden!" oder: "Kann ich diese Fragen nicht schriftlich beantworten?" 
oder: "Wollen wir die Sache nicht lieber vertagen?" Sie erwecken damit im Zuhörerraum 
meistens stürmische Heiterkeit. Und so auch hier. Die ganze Welt hat für die 
hingestammelten Ausflüchte und Entschuldigungen, mit denen London augenblicklich nur 
so um sich wirft, nichts anderes als höhnisches Gelächter übrig. Nach diesen Sprüchen also 
stellt der Fall England sich ungefähr folgendermaßen dar: 

Man sagte zuerst: "Bengasi statt Butter." Die ganze englische Propaganda wurde damit 
beschäftigt, das Auge des britischen Volkes von den Leiden und Entbehrungen des 



Mutterlandes auf Nordafrika zu lenken. Hier erkämpfte der sagenhafte General Wavell 
einen gloriosen englischen Sieg nach dem anderen. Man sah in London im Geiste schon das 
italienische Imperium zusammenbrechen und damit die Achsenmächte zitternd ihr letztes 
Stündlein erwarten. Was gelten da zeitweilige Einschränkungen in der 
Lebensmittelversorgung auf den Inseln! Das haben wir von den Deutschen gelernt: Wir 
wollen Bengasi statt Butter! Der King räusperte sich gerade, um General Wavell zum 
Viscount of Bengasi auszurufen, da kommt die lähmende Botschaft, daß dieses 
gottverfluchte 
-458- 

Wüstenkaff in die Hände der deutsch-italienischen Truppen gefallen ist. Hier war guter Rat 
teuer. Aber wenn es sich um eine handfeste Lüge handelt, dann ist Mr. Churchill nie 
verlegen. Er erklärt einfach ganz treuherzig, das sei ja überhaupt der Witz bei der 
Geschichte. Man sei durch den Vormarsch der deutsch-italienischen Truppen in Nordafrika 
gar nicht etwa überrascht; im Gegenteil, man habe Deutschland und Italien in eine Falle 
gelockt und geradezu genial getäuscht, die in Nordafrika operierenden Truppen seien 
heimlich nach Griechenland geschafft worden, und dort warteten sie nun heißen und 
glühenden Herzens auf ihr erstes Zusammentreffen mit den Germans. April, April! Der Satz 
"Bengasi statt Butter!" wird also erweitert und lautet nunmehr: "Griechenland statt 
Bengasi!" 

Die griechische Regierung ist nicht müde geworden, uns vor Ausbruch des Konflikts 
vorzutragen, daß sich keine englischen Truppen auf ihrem Territorium befänden. Hier sind 
sie! Mr. Churchill selbst erklärt, daß sie schon seit Februar ihre festen Stellungen bezogen 
hätten. Doch wohl nicht nur, um Tennis zu spielen und zu plündern! Und auch der 
Generalputsch in Belgrad wurde von Mr. Churchill doch nicht deshalb so enthusiastisch 
begrüßt, weil er ihm als das geeignetste Mittel erschien, dem Balkan den Frieden zu 
erhalten, im Gegenteil: der Putsch sollte ja zum Kriege führen, und gerade deshalb 
triumphierte Mr. Churchill vor dem Ausschuß der Konservativen Partei, als ihm ein Zettel 
mit der Nachricht vom gelungenen Aufstand der Belgrader Militärclique vorgelegt wurde: 
"Ich bringe eine gute Botschaft!" 

Somit steht also fest: Die britische Plutokratie kürzte dem englischen Volk die Butterration, 
um Bengasi zu nehmen. Sie gab Bengasi auf, um Griechenland Hilfe zu leisten. Sie stürzte 
die Regierung Zwetkowitsch, um Jugoslawien in den Krieg zu treiben. Ihre 
Brandstifterpläne auf dem Balkan sind demnach gelungen, allerdings in einem ganz anderen 
Sinne, als man sich das in London vermutlich vorgestellt hat. Der deutsche Durchbruch 
durch die Metaxas-Linie, den man auch nach den Erfahrungen mit der Maginot-Linie für 
gänzlich 'unmöglich hielt, vollzog sich in wenigen Tagen. Unsere Truppen besetzten 
Saloniki, das vor dem Beginn der Feindseligkeiten in London als wichtigster Knotenpunkt 
ausgegeben wurde, nun aber mit einemmal als gänzlich 
-459- 

wertlos hingestellt wird. Belgrad und Agram wurden eingenommen, und die deutschen und 
italienischen Truppen reichten sich am Ochridasee die Hand. 

Man hat diese Hiobsposten in London mit lähmendem Entsetzen vernommen. Man kann 
sich nicht mehr dicke tun mit der faulen Ausrede, der Führer müsse nun sehr gegen seinen 
Willen an mehreren Fronten kämpfen. Es wirkt auch nicht mehr auf die Weltöffentlichkeit, 
wenn man in London behauptet, der Balkanfeldzug zersplittere die deutschen Kräfte und 
lasse nunmehr eine Ruhepause für das englische Mutterland erwarten; denn zu derselben 



Zeit, in der die Metaxas-Linie durchbrochen, Saloniki genommen, die serbischen 
Divisionen zerschmettert und die englischen Streitkräfte in Nordafrika bis über Sollum 
hinausgetrieben werden, versenken deutsche U-Boote und Flugzeuge ein englisches 
Transportschiff nach dem anderen und hageln Nacht für Nacht deutsche Spreng- und 
Brandbomben in bisher unvorstellbaren Dimensionen auf die britischen Hafenstädte und 
Industriezentren herab. Mit einem Wort: 

England steht einem deutsch- italienischen Großangriff gegenüber, der das Schlimmste 
befürchten läßt, so daß man in Washington und New York schon anfangt, die Segel einer 
überlauten pro-englischen Propaganda beizudrehen und selbst Judenzeitungen im Führer 
das größte militärische Genie aller Zeiten entdecken. 

In der ganzen Welt wird nun von Stunde zu Stunde zunehmend die Frage laut, wo denn 
eigentlich jetzt die britischen Streitkräfte ständen, die Bengasi nahmen, wofür das englische 
Volk auf seine Butter verzichten mußte, und die dann nach Griechenland verschifft wurden, 
um dort Englands Hilfsvölkern in ihrem Schicksalskampf zur Seite zu treten, und was diese 
Streitkräfte überhaupt zu tun gedächten. Es wird zuerst merklich still um die pompöse 
Prahlerei, sie warteten brennend darauf, mit den Deutschen zusammenzutreffen. Wir 
vernahmen dann ein paar Tage lang nur noch von ihnen, daß sie in und um Saloniki die 
Öltanks in Brand stecken, im Wardartal die Brücken sprengen, alle Lebensmittelvorräte, 
deren sie habhaft werden können, entweder mitnehmen oder vernichten und dann 
schleunigst das Weite suchen. Sie hatten sich bis dahin, wie das Reuterbüro kleinlaut 
erklärte, in der Reserve gehalten, nun aber ständen sie Gewehr bei Fuß. Es ist uns trotz 
vielfacher Umfrage bei Sprach- und 
-460- 

Schriftgelehrten nicht gelungen, den fundamentalen Unterschied zwischen diesen beiden 
Tätigkeiten herauszufinden. Wir müssen also wohl annehmen, daß diese Erklärung nur eine 
faule Ausrede war, und nun kommt die für die ganze plutokratische Welt 
niederschmetternde Nachricht, daß die Herren Engländer eben dabei sind, das Beispiel 
Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich zu wiederholen, nämlich, da die Sache anfängt 
zu stinken, bei Nacht und Nebel zu verduften. Uns wundert das gar nicht. Bei den 
Engländern wundern wir uns überhaupt über nichts mehr. Mr. Churchill hat sich wieder mal 
verrechnet. Er hatte auf einen langen Balkankrieg getippt und alles darauf vorbereitet und 
eingestellt; und nun hat ihm die deutsche Wehrmacht erneut einen dicken Strich durch die 
Rechnung gemacht. 

Wie grotesk die Illusionen sind, denen man sich im plutokratischen Lager über die Situation 
im Südosten hingab, mag man daraus ersehen, daß, wie ein amerikanischer 
Rundfunksprecher uns vor ein paar Tagen verriet, die Familie Roosevelt die Absicht hatte, 
ihren etwas ungeratenen Sprößling Jimmy in schneidiger Uniform als amerikanischen 
Beobachter nach Jugoslawien zu entsenden. Man habe, so meinte besagter Kommentator 
treuherzig, mittlerweile Abstand davon genommen, diese Absicht durchzuführen; das junge 
Reis vom Stamme der Roosevelts wäre ja auch selbst bei Benutzung des schnellsten 
Clipperflugzeuges nach Europa kaum zeitig zum Einmarsch der deutschen Truppen in 
Belgrad eingetroffen. Und da Kriegsmaterial bekanntlich zu Schiff über das weite Weltmeer 
transportiert werden muß, nehmen wir an, daß der naßforsche General Simowitsch, der 
seinem serbischen Volk diese Suppe eingebrockt hat, die Empfangsbestätigung für die erste 
Sendung veralteter amerikanischer Weltkriegskanonen vermutlich im Zimmer 327 des 
Londoner Savoy-Hotels unterzeichnen wird. 



Es ist schwer, darüber keine Satire zu schreiben. Das alles ist ein derartiger Hexensabbat an 
Lüge, Illusion, Großsprecherei, bewußter Täuschung und Selbsttäuschung, an 
Talentlosigkeit und Dilettantismus, daß einem das Grausen ankommt. Zu bedauern bleiben 
nur die Völker, die von so etwas regiert und geführt werden, und wahrhaft bemitleidenswert 
sind die Sprecher des Londoner Rundfunks, die Abend für Abend am Mikrophon dazu ihre 
Entschuldigungen stottern müssen. Nur gut, 
-461- 

daß die moderne Technik trotz all ihrer bewundernswerten Errungenschaften es noch nicht 
erlaubt, Zwischenrufe vom Hörer zum Sprecher vernehmbar zu machen. Die Stimmen der 
Londoner Kommentatoren würden dann vermutlich noch um einiges kleinlauter werden, als 
sie das ohnehin schon sind. Wir schrieben vor einigen Wochen in einer deutschen 
Zeitschrift, in unserem Rundfunk würden bereits für den kommenden Frühling die Fanfaren 
für die Sondermeldungen geputzt, worauf man sich im Londoner Rundfunk die Bäuche hielt 
vor Lachen. Man nannte uns nur noch die Fanfarenputzer und kam sich dabei ungeheuer 
witzig und geistreich vor. Wir nehmen an, daß den talentlosen Propagandastümpern in 
London mittlerweile die Lust zum Lachen so ziemlich vergangen ist. Sie machen auch keine 
Witze mehr. Wo sie heute die Welle Deutschland einstellen, hören sie nur noch die Prinz- 
Eugen-Fanfare in kleiner und großer Fassung, lediglich hin und wieder von der England- 
Fanfare abgelöst für Meldungen aus Nordafrika, die erneut für das englische Volk die 
peinliche Frage aufwerten, was man nun statt Butter oder Bengasi oder Derna oder Sollum 
zu erwarten habe. Vielleicht lautet nun das Schlagwort sinngemäß: Bengasi statt Butter! 
Griechenland statt Bengasi! Nichts statt Griechenland! Das ist eine moderne Neuauflage 
vom Hans im Glück, der mit einem Goldklumpen auszog und mit leeren Händen nach 
Hause kam. 

Wir zweifeln keinen Augenblick daran, daß Mr. Churchill, dieses alte, geübte Lügenmaul, 
für den Rückzug der englischen Truppen aus Griechenland eine Ausrede finden wird. Jetzt 
müssen, wie wir ihn einschätzen, vermutlich die Serben und die Griechen daran glauben. 
Sie werden schuld daran sein, daß Großbritannien leider daran gehindert wurde, seine ganze 
Kriegsmacht glorreich zu entfalten. Frage, ob es denn überhaupt kein Mittel gibt, ihn 
mundtot zu machen. Antwort: Ja, doch! Nämlich, England weiter angreifen, wo es sich 
stellt, ihm auf den Hacken bleiben und keine Ruhe lassen, bis es eines Tages zusammen- 
bricht. So etwas dauert manchmal eine Zeitlang — wir wissen das noch aus unserem 
innerpolitischen Kampf um die Macht — , aber eines Tages beginnt dann doch die 
gegnerische Front zu wanken, dann kommt eins zum anderen, dann fängt das große Laufen 
an, und dann ist der Zusammenbruch da. 
-462- 

Siegesgewisser denn je kämpfen und arbeiten wir für diesen Tag. Unsere Soldaten im 
Südosten und in Nordafrika haben uns ihm wieder ein großes Stück näher gebracht. Sie 
haben eine neue englische Illusion zerschlagen. Die ganze feindliche Plutokratenwelt steht 
heute angsterfüllt vor der bangen Frage, die vor ein paar Tagen eine deutschfeindliche New 
Yorker Zeitung in die klassischen Worte kleidete: 
"Ist denn Hitler wirklich unschlagbar?" 

Die Antwort auf diese Frage wird von der deutschen Wehrmacht erteilt. Sie lautet: Er ist es! 
-463- 



Führergeburtstag 1941 

Rundfunkrede zum Geburtstag des Führers 

19. April 1941 

Wir Deutschen von heute besitzen zu der Zeit, die wir durchleben und die wir alle, jeder zu 
seinem Teil, mitgestalten dürfen, nicht so viel Abstand, daß wir sie jetzt schon in ihrer 
ganzen Weite und Größe überschauen könnten. Wir sind Kinder dieser Zeit. So wie sie uns 
geformt hat, so formen wir sie, und erst späteren Generationen wird es vorbehalten bleiben, 
sie richtig zu würdigen und im einzelnen festzustellen, was an ihr wirklich bewundernswert 
und was an ihr alltäglich gewesen ist. Zweifellos aber werden alle kommenden Geschlechter 
uns darum beneiden, daß wir sie kämpfend erlebt haben, daß wir das Glück hatten, eine 
große politische Leidenschaft zu besitzen, von der Heimich von Treitschke einmal sagte, 
daß das Herz der Mehrzahl der Menschen nur wenig Raum dafür biete. 
Die Augenblicke sind selten in unserem engen und kleinen Leben, da wir plötzlich 
innehalten in unserer Arbeit und uns ein Gefühl tiefen Schauers überfällt bei dem 
Gedanken, daß alles das, was um uns vor sich geht, Geschichte ist, daß in unseren Jahren 
eine neue Welt geboren wird, unter Schmerzen zwar, wie alles Junge und Neue, das zum 
Licht drängt, und daß diese Welt heute dabei ist, die alte, dahinsinkende mit all ihren 
Verschrobenheiten, Verkrampfungen und Vorurteilen abzulösen. Wenn es die Männer sind, 
die Geschichte machen, wenn große historische Entwicklungen von Einzelpersönlichkeiten 
eingeleitet und geformt werden, dann ist das Rätsel auch unserer Zeit nur aus der 
Begnadung des genialen Menschen zu erklären. Es ist keine Phrase, wenn man sagt, daß 
das, was wir heute erleben und woran wir alle mit unseren besten Kräften mitarbeiten, nicht 
wäre, wenigstens nicht so wäre, wie es ist, hätte nicht ein Mann als Wegweiser und 
Bahnbrecher dem Zug der Zeit Sinn, Inhalt und Richtung gegeben. Wir erleben das größte 
Wunder, das es in der Geschichte überhaupt gibt: Ein Genie baut eine neue Welt. 
-464- 

An welchem Tage käme uns das tiefer zum Bewußtsein als heute, da die ganze deutsche 
Nation und weit über ihre Grenzen hinaus ungezählte Millionen Menschen sich anschicken, 
dem Führer zu seinem 52. Geburtstag ihre Gefühle der Dankbarkeit, der Verehrung und 
Bewunderung, aber auch der stärksten Hoffnung und des unerschütterlichsten Glaubens an 
ihn und an seine historische Sendung zum Ausdruck zu bringen? Es sind das Gefühle, die 
vor allem jeden Deutschen auf das tiefste bewegen. Und wenn sie in diesem harten 
Kriegsjahr nicht in rauschenden Volksfesten, in klingenden Paraden und glanzvollen 
öffentlichen Schauspielen zum Ausdruck kommen, wenn das deutsche Volk den morgigen 
Tag in seinem besten männlichen Teil an den kämpfenden Fronten und in der Heimat in der 
Rüstungsindustrie an den Maschinen oder in der Erfüllung der Tagespflichten verbringt, so 
sind gerade darum diese Gefühle nur um so inniger und herzlicher. Die deutsche Nation 
huldigt dem Führer an seinem Geburtstag durch das Gelöbnis verdoppelten Einsatzes an 
seinem Werk. Die Liebe und Verehrung zu ihm beflügelt unseren Kampf und unsere Arbeit 
für den Sieg. 

Als wir vor zwei Jahren seinen 50. Geburtstag durch die glanzvollste Parade feierten, die die 
Reichshauptstadt jemals sah, wurde dem deutschen Volke zum ersten Male in voller 
Deutlichkeit klar, wie stark das Reich in sechsjähriger nationalsozialistischer Aufbauarbeit 
geworden war. Wir honten damals noch, daß es den Bemühungen des Führers gelingen 
würde, unserem Lande und der Welt den Frieden zu erhalten. Von London und Paris zwar 
ertönten schon ununterbrochen jene Hetzfanfaren, die zum Krieg um jeden Preis riefen. 
Aber wir wußten auch, daß, wenn unsere Feinde das Reich wiederum zum Kampf um seine 



nationale Existenz zwingen würden, das deutsche Volk zum ersten Male in seiner 
Geschichte geeint in allen seinen Stämmen, geistig, wirtschaftlich und militärisch bis ins 
Letzte vorbereitet und gerüstet antreten und die Welt an ihm ein Wunder an Kraft, 
Männlichkeit, souveräner politischer und geistiger Überlegenheit und militärischer 
Schlagkraft und Präzision erleben würde. 

Im September desselben Jahres erklärten unsere ewigen Feinde und Widersacher dem Reich 
den Krieg; und seitdem hat sich nun dieses germanische Wunder vollzogen. Der deutsche 
Soldat schlug den Feind, 
-465- 

wo er sich ihm stellte. In atemberaubenden Siegeszügen, einzig dastehend in der 
Geschichte, warf er in kühnen Offensiven Polen, Norwegen, Holland, Belgien und 
Frankreich zu Boden, ist er eben dabei, den letzten Briten vom Kontinent zu vertreiben und 
versetzt er dem englischen Weltreich im Mutterlande, auf dem Atlantik und in Nordafrika 
betäubende Stöße, daß es jetzt schon in seinen Grundfesten zu zittern beginnt. Fragt man 
sich heute, was denn eigentlich unsere Feinde angesichts dieses dabei zutage tretenden 
Kräfteverhältnisses bewogen haben mag, dem Reich trotzdem den Krieg zu erklären, so 
findet man eine Antwort darauf nur in der Tatsache, daß sie nicht an die mitreißende Gewalt 
einer großen Persönlichkeit und an die Festigkeit seines Werkes glaubten. Sie rechneten 
immer noch mit einem Deutschland, wie sie es im November 1918 kennengelernt hatten, 
mutlos, verzagt, allen falschen Einflüsterungen seiner Feinde wehrlos preisgegeben, ohne 
Wissen um seine nationale Sendung und ohne zielklare und kraftvolle Führung. Sie hatten 
es nicht für möglich gehalten, daß ein Mann das Wunder fertiggebracht haben sollte, dieses 
Volk aus seinem tiefen Fall zu erheben und es in einer großartigen Regeneration wieder 
zum Bewußtsein seiner Stärke zu bringen. Das deutsche Volk hat in seiner geschichtlichen 
Vergangenheit nur selten seinen eigentlichen nationalen Aufgaben gelebt. Wenn andere 
Völker sich in der Welt wohnlich einrichteten, sich die zu ihrer politischen und 
wirtschaftlichen Existenz notwendigen militärischen Stützpunkte und rohstoffmäßigen 
Garantien sicherten, jagten wir Deutschen, meist unter Ansatz von Strömen von Volksblut, 
weltfremden Phantomen nach. Zum ersten Male trat Deutschland in diesem Krieg als fest 
gefügter Machtblock auf, um kühl und überlegen seine Interessen zu verteidigen, nicht um 
des größeren Gewinns einer kapitalistischen Führungsschicht, sondern um der Sicherung 
seiner nationalen Existenz willen. 

Das weiß heute bei uns jedermann. Wir kämpfen diesen Krieg ohne jede falsche Vorstellung 
durch. Wir wissen alle, worum es dabei geht. Wir wissen, daß sein Ausgang überhaupt über 
unser nationales Leben entscheidet. Wir wissen, daß er vom ganzen Volke für das ganze 
Volk durchgestanden werden muß, und daß an seinem Ende der deutsche Sieg steht, der das 
Reich nach allen Seiten hin festigen soll, der uns die zu 
-466- 

unserer nationalen Existenz notwendigen Voraussetzungen schafft und damit überhaupt erst 
unserem Volke die Möglichkeit gibt, sich politisch und wirtschaftlich ganz auszuleben und 
auszuwirken. 

Ausländische Beobachter, die während des Krieges das Reich besuchen, können sich nicht 
genug wundem über die gelassene Ruhe, mit der das deutsche Volk den eben in Gang 
befindlichen und kommenden politischen und militärischen Entwicklungen entgegenschaut. 
Nichts wäre falscher, als daraus auf Gleichgültigkeit oder Interesselosigkeit zu schließen. Es 
ist das jene Sicherheit, die auf Vertrauen beruht. Unser Volk braucht und will im einzelnen 



gar nicht wissen, was der Führer plant und welche Wege zum Siege er jeweilig beschreitet. 
Es hat einfach Vertrauen zu ihm. Er wird den richtigen Weg weisen, wie er ihn bisher 
immer gewiesen hat. Auch vor der Westoffensive hat unser Volk sich keine Sorgen darum 
gemacht, wie und wann und wo der Führer die Maginot-Linie durchbrechen lassen werde, 
um Frankreich zu schlagen. Es hat einfach daran geglaubt, daß er auch dafür ein Mittel und 
einen Plan besitze. Und als dann Holland, Belgien und Frankreich in sechs Wochen zu 
Boden geworfen waren, als die Welt beim Niederfallen der deutschen Schläge den Atem 
anhielt, hat das deutsche Volk sich mehr gefreut als gewundert. Es fand darin nur eine 
Bestätigung seines Glaubens an den Führer. Es weiß ganz genau, daß, wenn die Nation treu, 
gehorsam und pflichtbewußt, jeder an seinem Platz, seinem Werke dient, Deutschland un- 
schlagbar ist und Sieg um Sieg den Triumphzug unserer Truppen begleitet. 
Welche ungeheuere Kraft liegt in diesem Vertrauen! Und wie kindisch und albern sind 
demgegenüber die immer wiederholten törichten Versuche der britischen Plutokratie, dieses 
Vertrauen zu erschüttern, das Volk in einen Gegensatz zu seinem Führer bringen zu wollen 
und mit lügnerischen Einflüsterungen die kämpferische Haltung unserer Wehrmacht zu 
schwächen. Heute weiß jeder deutsche Soldat, daß wir in unserer Geschichte immer nur 
dann unterlagen, wenn wir diesen Versuchungen nachgaben, daß Deutschland aber stets 
dann triumphierte, wenn es sich seiner Kraft bewußt blieb und sie nach außen hin ansetzte, 
statt sie nach innen zu verbrauchen. 

Der Winter, auf den London so große Hoffnungen gesetzt hatte, ist 
-467- 

nun längst zu Ende. Er ist für uns ausgefüllt gewesen mit fieberhaften Vorbereitungen. Die 
ganze Nation hat Tag und Nacht gearbeitet, um unsere Wehrmacht mit Waffen und 
Munition bis zum Überfluß zu versehen, die innere Organisation unseres Volkslebens in 
reibungsloser Funktion zu erhalten und die Lasten, die nun einmal mit einem Krieg 
verbunden zu sein pflegen, gerecht zu verteilen und sie für jedermann erträglich zu machen. 
Umsonst hat die britische Plutokratie alle auch nur erdenkbaren Mittel angewandt, um 
peripherische militärische Erfolge zu erringen oder das deutsche Volk in der langen 
Wartezeit zweifelnd oder gar mutlos zu machen. Diese Versuche sind wirkungslos an uns 
abgeprallt. Das deutsche Volk hat im Winter nicht nur gewartet, es hat auch gekämpft und 
gearbeitet. Wir haben nicht wie die Engländer viel Aufhebens davon gemacht. Das Ergebnis 
unserer Vorbereitungen haben unsere Feinde bereits im Südostfeldzug, in Nordafrika, in der 
Schlacht um den Atlantik und im Luftkrieg gegen das englische Mutterland zu verspüren 
bekommen. Auch das alles beweist wieder, daß ein Krieg nicht mit Zeitungsartikeln, 
sondern mit Ideen, Soldaten, Waffen und Munition gewonnen wird. Ein Volk siegt, wenn es 
die Voraussetzungen zum Siege besitzt und siegen will und siegen muß. Das alles ist bei uns 
der Fall. 

Am heutigen Abend nun schauen wir in einer bewegenden Stunde zurück auf den Weg, den 
wir seit September 1939 gegangen sind, und vorwärts auf den Weg, der, noch in Dunkel, 
gehüllt, aber doch schon erhellt durch das Licht unserer Gläubigkeit, vor uns liegt. Es ist der 
Weg zum endgültigen Siege. Niemals haben wir so fest daran geglaubt wie heute. Der 
Führer führt ihn uns; das ist das beste Unterpfand unseres Vertrauens. 
Als Mr. Churchill kürzlich über die Aussichten dieses Krieges sprach, erklärte er, England 
werde siegen, er wisse nur noch nicht wie. Wir können ihm darauf nur zur Antwort geben: 
Der Führer wird siegen, und zwar in der Hauptsache, weil er auch weiß, wie er siegen will. 
Er hat die Nation mit seinem Geiste erfüllt. Sie ist auf seinen Willen ausgerichtet. Im 
Kampfe um ihr Dasein wird sie diesmal die große Schicksalsprobe bestehen und damit die 



Reihe der deutschen Irrtümer und Versäumnisse aus vier Jahrhunderten beenden. Darum ist 
für uns Deutsche diese Zeit so groß und trotz des Krieges auch so beglückend. Sie gibt 
unserem Volke 
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eine Chance, und wir werden sie ausnutzen. Ein Volk in Waffen, geführt von einem Willen 
und beherrscht von einem Fanatismus — das ist der Sieg! 

Ein Mann, der solches erreichte und schuf, steht weit erhaben über Worten des Lobes und 
der Ruhmredigkeit. Vor ihm kann sich die Nation nur in Dankbarkeit verneigen. Und das 
wollen wir alle in dieser Stunde tun. Wir wollen dem Schicksal danken, daß es uns in der 
Zeit unseres tiefsten .Niederbruchs den Führer schenkte. Und vor allem wir, seine alten 
Mitstreiter im weiten Deutschen Reich oder als Soldaten an allen Fronten sind dem 
Schicksal dankbar, daß es uns so früh und in so jungen Jahren schon die Kraft und die 
Einsicht gab, ihn in seiner Größe zu erkennen und ihn von seinen Anfängen an schon auf 
seinem wechselvollen, aber am Ende doch immer zu Sieg und Triumph führenden Weg zu 
begleiten. Wer von uns möchte auch nur einen Tag in diesen harten, ewig von Kampf und 
Arbeit erfüllten Jahren missen? Wer von uns empfände es nicht als das höchste Glück, ja als 
den eigentlichen Inhalt und die Erfüllung seines Lebens, um ihn gewesen zu sein, als er eine 
Revolution gewann, und jetzt um ihn zu sein, wo er dabei ist, den großen Krieg um 
Deutschlands Leben und Freiheit zu gewinnen. Wir kämpfen nun schon so lange an seiner 
Seite, daß wir wohl das Recht haben, aus unserer Erfahrung, aber auch aus unserem Wissen 
um die Dinge heraus zu sagen, daß wir den Sieg so gut wie sicher haben, daß wir jetzt nur 
stark, gläubig, tapfer und aufrecht zu bleiben brauchen, um erhobenen Hauptes der Stunde 
unseres stolzesten Triumphes entgegenzuschreiten. 

So grüßen wir ihn denn heute am Vorabend seines Geburtstages. Die ganze Nation vereint 
sich in diesem Gruß und in dem Ausdruck tiefster und ehrfurchtsvollster Dankbarkeit für 
ihn. Seinen Namen tragen unsere Soldaten auf den Lippen, wo auch immer sie stehen oder 
marschieren. Seinen Namen stimmen unsere Arbeiter im Lied ihrer Arbeit an. Unsere 
Männer an den kämpfenden und wartenden Fronten, vor allem die, die im Südosten oder in 
Nordafrika des Volkes Sicherheit verteidigen, unsere Offiziere und Soldaten der Luftwaffe, 
die Tod und Verderben nach den britischen Inseln tragen, unsere Männer von der 
Kriegsmarine, die den eisernen Ring um Großbritannien legen, sie alle grüßen ihn als ihren 
Obersten Befehlshaber. Unsere Bauern und Arbeiter 
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grüßen ihn als ihren Führer, und unsere Frauen danken ihm, daß er für ihrer Kinder Zukunft 
kämpft. Die deutsche Jugend aber trägt ihm ihre stärkste Gläubigkeit entgegen. Er ist unser. 
Er hat unser Volk zu dem gemacht, was es heute ist. Wo ständen wir jetzt, wenn er nicht 
gekommen wäre! 

Bitten wir also einen gnädigen Gott, ihn uns noch lange in Gesundheit zu erhalten und 
seinem Werke der Befreiung unseres Volkes von allen Fesseln seinen Segen zu erteilen. 
Dann braucht uns um unsere Zukunft nicht bange zu sein. Dann geht das deutsche Volk der 
stolzesten Periode seiner geschichtlichen Entwicklung entgegen. So wie einst über dem 
ganzen Reich die Fahnen unserer Revolution flatterten, so werden dann an jenem 
glücklichen Tage, den wir alle so heiß ersehnen und für den wir mit all unseren Kräften 
kämpfen und arbeiten wollen, über dem ganzen Reich die Fahnen unseres Sieges flattern. 
Morgen feiern wir ihn in der fanatischen Hingabe an sein Werk. Trotz des Krieges liegt über 
diesem Tag für die ganze Nation ein festlicher Glanz. Es ist sein Tag, und es ist unser Tag. 



Er bringt uns wieder ganz stark zum Bewußtsein, was unser Leben durch ihn geworden ist. 
Und darum wünschen wir uns, was wir, so lange wir zu diesem Tage die Nation ansprechen, 
uns immer gewünscht haben, daß er uns bleiben möge, was er uns war und ist: 
Unser Hitler! 
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Wie man es nicht machen soll 

23. April 1941 

Das britische Informationsministerium veranstaltet augenblicklich im Rundfunk und in der 
Presse einen öffentlichen Anschauungsunterricht über das Thema: "Wie man es nicht 
machen soll". Für den Kenner ist das eine außerordentlich erheiternde Angelegenheit. Es 
gibt keine Möglichkeit, in der psychologischen Volksführung Fehler zu begehen, deren man 
sich dort nicht bemächtigte; ja, bei längerer Beobachtung staunt man geradezu, mit wieviel 
Phantasie da eine schlechte und aussichtslose Sache noch dummer und verrückter 
dargestellt wird. Hätten wir heimlich Mitglieder der im feindlichen Ausland mit Recht so 
beliebten Fünften Kolonne zu Mr. Duff Cooper als Mitarbeiter attachiert, die könnten es 
auch nicht besser machen. Daß es dem Empire zur Zeit nicht gerade gut geht, dürfte sich 
allmählich in der Welt herumgesprochen haben. Aber warum muß man sich dabei so viele 
Blößen geben? Warum muß man wie ein Elefant im Porzellanladen herumtoben und alles, 
was erreichbar ist und auch nur entfernt nach Zerbrechlichkeit aussieht, gleich in tausend 
Stücke zerschlagen? Wir geben zu, die englischen Propagandadilettanten haben von Anfang 
an keinen guten Start gehabt. Was soll man machen, wenn man kein Bengasi und keine 
Butter mehr hat, wenn Jugoslawien und Griechenland in die Pfanne gehauen werden und 
zudem noch fast Nacht für Nacht Schwärme von deutschen Bombern, die angeblich an den 
weitausgedehnten neuen deutschen Fronten gebraucht werden, unvorstellbare Mengen von 
Spreng- und Brandbomben über Englands Hafen- und Industriezentren abwerfen! Man muß 
dann irgend etwas sagen, mag es auch noch so dumm sein. Und das sieht dann in diesem 
Falle ungefähr so aus: 

Klar, daß sich die in Griechenland eingesetzten englischen Tanks ab den deutschen weit 
überlegen erweisen. Sie durchschneiden sie sozusagen, so weiß Schmock zu berichten, wie 
Käse. Auch die deutsche Stukas halten nicht das, was man sich von ihnen versprach. Ein 
zahlen- 
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kundiger Thebaner erzählt im Londoner Rundfunk, sie würden an der griechischen Front zu 
Tausenden heruntergeschossen, mit Maschinengewehren wohlverstanden. Man habe gar 
keine Angst mehr vor ihnen, wie überhaupt die ganze Motorisierung der deutschen 
Wehrmacht ein aufgelegter Bluff sei, denn im Kampf zwischen Maschine und Mensch habe 
sich der Mensch immer noch als stärker erwiesen. Die Deutschen seien gar keine richtigen 
Soldaten, sondern Roboter. Und wenn die Engländer sich nach altbewährtem Muster in die 
rückwärtigen Stellungen zurückgezogen hätten, so geschehe das gewissermaßen aus höherer 
Einsicht und ohne militärische Notwendigkeit, sozusagen weil die britischen Truppen 
dringend einer Luftveränderung bedurften. Selbstverständlich hätten die Österreicher wie 
bekanntlich schon in Norwegen und bei der Westoffensive gar keine Lust, gegen die 
Engländer zu kämpfen, im Gegenteil bekundeten sie durch fortgesetzte Hochrufe auf 
Schuschnigg ihren Abscheu gegen den Führer, wofür sie dann von preußischen Offizieren 
mit Maschinengewehren in den Kampf getrieben würden. Man sieht, das ist alles die alte 



Masche, genau so stupide und langweilig wie vor • einem Jahr. Man würde es direkt als eine 

Erlösung empfinden, wenn zur Abwechslung wenigstens einmal die Württemberger oder 

die Sachsen oder die Bayern statt der Ostmärker den Gehorsam verweigerten, oder wenn 

man in London in diesem Frühling einmal statt der tiefgehenden Gegensätze zwischen 

Wehrmacht und Partei solche zwischen der Feuerwehr und dem Beamtenbund entdecken 

wollte. 

Aber du suchst vergebens nach einer Oase oder auch nur nach einem schattigen Plätzchen in 

dieser Sahara von Talentlosigkeit. Hitler mache, wie der englische Arbeitsminister Bevin 

festgestellt hat, mit seinen Luftangriffen auf London einen schweren Fehler, weil er damit 

seine Kräfte verbrauche. Setzt er seine Luftgeschwader im Mittelmeer, in Nordafrika oder 

auf dem Balkan ein, dann verbraucht er seine Kräfte nicht, dann verzettelt er sie. Preisfrage: 

Was soll er überhaupt damit tun, um sie nach englischer Meinung richtig nutzbar zu 

machen? 

Im Winter vernahmen wir aus London, man warte nur auf den Frühling, um zu zeigen, daß 

England nun endgültig die Luftüberlegenheit über Deutschland errungen habe. Jetzt 

plötzlich heißt es, der Termin sei wieder um vier Monate hinausgeschoben worden. General 

September 

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greift ein, und ein ganz Schlauer erklärt in einem Tobsuchtsanfall von 
Objektivitätsfanatismus, die britische Luftwaffe könne überhaupt erst im Frühjahr 1942 voll 
in die Erscheinung treten. Das ist allerdings ein magerer Trost für das englische Publikum, 
dem man noch vor ein paar Wochen bis zum Erbrechen vorredete, in Kürze würden die 
Schläge der deutschen Luftwaffe doppelt und dreifach vergolten werden. Die USA. haben 
auch mehr geredet als geliefert, und es wächst in England der Argwohn, die Vettern von 
drüben führten nichts anderes im Schilde, als Großbritannien immer tiefer in das Unglück 
des Krieges zu verstricken, um es nach seiner Niederlage um so besser beerben zu können. 
"Wir kämpfen bis zum letzten Engländer!" erklärte kürzlich noch eine maßgebende 
amerikanische Zeitung. Und wenn man sich in London auch furchtbar darüber empörte, so 
ändert das doch nichts an der Tatsache, daß in England der Mann auf der Straße, der 
bekanntlich immer klüger ist als seine Regierung, allmählich darüber nachzudenken 
beginnt, ob nicht Großbritannien, wenn die Dinge so weiter laufen, auf jeden Fall, selbst 
wenn es, woran er selbst im Ernst auch nicht mehr glaubt, den Krieg gewönne, ihn doch 
verlieren würde. 

Es sei ferne von uns, uns in die Familienstreitigkeiten der angelsächsischen Vettern diesseits 
und jenseits des großen Teiches hineinzumischen. Wir bauen unsere Siegeshoffnungen nicht 
auf ihre Zwietracht auf. Wir stellen nur fest, daß Mr. Roosevelt in letzter Zeit verschiedent- 
lich dabei ertappt wurde, mehr versprochen als gehalten zu haben. Die serbische 
Putschistenclique weiß ein Liedchen davon zu singen. Und da wir bei seiner bekannt hohen 
Moral nicht annehmen wollen, daß er nur deshalb in das Kriegsfeuer hineinbläst, weil er 
Spaß am Kriege hat, muß man uns schon gestatten zu vermuten, daß er jenen wackeren 
Küstenbewohnern gleicht, die bei schweren Stürmen sehnsüchtig auf das Meer 
hinausschauen, vielleicht sogar gern noch etwas hineinblasen möchten, und in christlichem 
Mitleid mit untergehenden Schiffen und ertrinkenden Seeleuten beten: "Herr, segne unseren 
Strand!" 

Man braucht sich nicht zu wundern, daß angesichts solcher wenig erbaulichen Umstände in 
London so etwas wie Katzenjammer Stimmung herrscht. Sie macht sich in gelegentlichen 



außerordentlich heftigen Ausbrüchen in der Presse Luft. Am meisten wird dabei Mr. Eden 
lädiert, 

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dem man mit zynischem Hohn bescheinigt, er habe zu viel Idealismus und zu wenig 
Sachkenntnis für seine Amtsführung. Wir sind in der glücklichen Lage, dem letzteren 
vollinhaltlich zustimmen zu können. Ihm wird vorgeworfen, er habe General Wavell dazu 
veranlaßt, sich in das Südostabenteuer — so nennt man den Kr